Sonntag, 31. Mai 2026
„Frieden“ – das ist so ein ganz großes Wort. Und dieses Wort klingt für mich mittlerweile fremd. Zu viele Nachrichten, zu viele Kriege, zu viel Streit. Ich hab das Gefühl, Frieden ist höchstens ein Wunsch. Aber in der Realität: nicht möglich.
Und trotzdem gibt es Menschen, die weiter daran glauben. Weil Frieden für sie etwas ist, das man tun kann. Das man gestalten kann. Zu diesen Menschen gehört auch Papst Leo.
Und ich merke, wie mich das irritiert – und gleichzeitig berührt. Während ich überall Krieg sehe, spricht er vom Frieden. Und er verbindet diesen Frieden sogar mit mir.
Denn er spricht von Frieden nicht nur mit Blick auf die großen Konflikte der Welt. Sondern auch mit Blick auf den Frieden im ganz normalen Leben – also da, wo jeder selbst handelt. Und jeder selbst Verantwortung hat.
Das fordert mich heraus. Aber das heißt: Auch ich kann Frieden stiften. Wenn ich die Menschen um mich herum wirklich wahrnehme. Wenn ich mich auf ihre Sicht einlasse. Und wenn ich bereit bin, dass mein Handeln davon geprägt wird.
Im Vergleich zu den großen Kriegen wirkt das klein. Und trotzdem machen mir diese Gedanken Hoffnung – leise, aber spürbar.
Und trotzdem gibt es Menschen, die weiter daran glauben. Weil Frieden für sie etwas ist, das man tun kann. Das man gestalten kann. Zu diesen Menschen gehört auch Papst Leo.
Und ich merke, wie mich das irritiert – und gleichzeitig berührt. Während ich überall Krieg sehe, spricht er vom Frieden. Und er verbindet diesen Frieden sogar mit mir.
Denn er spricht von Frieden nicht nur mit Blick auf die großen Konflikte der Welt. Sondern auch mit Blick auf den Frieden im ganz normalen Leben – also da, wo jeder selbst handelt. Und jeder selbst Verantwortung hat.
Das fordert mich heraus. Aber das heißt: Auch ich kann Frieden stiften. Wenn ich die Menschen um mich herum wirklich wahrnehme. Wenn ich mich auf ihre Sicht einlasse. Und wenn ich bereit bin, dass mein Handeln davon geprägt wird.
Im Vergleich zu den großen Kriegen wirkt das klein. Und trotzdem machen mir diese Gedanken Hoffnung – leise, aber spürbar.
Samstag, 30. Mai 2026
Ich war mit Freunden ein paar Tage in Südtirol. Wir hatten gutes Wetter und eine entspannte Zeit. Und haben natürlich auch ein paar Wanderungen gemacht.
Einer aus unserer Gruppe studiert Geografie und interessiert sich für verschiedene Gesteine und so. Da gibt es in Südtirol wohl einige besondere Phänomene. Davon hat er uns bei den Wanderungen immer wieder berichtet.
Ganz ehrlich: Wir anderen konnten mit dem Thema nicht so viel anfangen. Und haben im Spaß auch ein paar Sprüche gemacht. Aber das hat sich ziemlich schnell geändert: Uns hat seine Begeisterung echt angesteckt.
Vielleicht, weil wir gespürt haben: Da meint es jemand wirklich ernst. Das kommt bei ihm richtig von Herzen.
In dem Moment ist mir aufgefallen: Echte Begeisterung kommt gar nicht so oft vor. In meinem Alltag läuft vieles nebenher, ohne dass ich so genau hinschaue.
Aber durch den Freund wurde das anders. Durch diese Begeisterung hab ich Details bemerkt, die ich vorher übersehen habe. Da wurde Nebensächliches interessant.
Und ich hab da erlebt, wie schnell das geht. Dass es reicht, wenn jemand einen Blick dafür hat. Und andere bereit sind, diesen Blick zu teilen.
Einer aus unserer Gruppe studiert Geografie und interessiert sich für verschiedene Gesteine und so. Da gibt es in Südtirol wohl einige besondere Phänomene. Davon hat er uns bei den Wanderungen immer wieder berichtet.
Ganz ehrlich: Wir anderen konnten mit dem Thema nicht so viel anfangen. Und haben im Spaß auch ein paar Sprüche gemacht. Aber das hat sich ziemlich schnell geändert: Uns hat seine Begeisterung echt angesteckt.
Vielleicht, weil wir gespürt haben: Da meint es jemand wirklich ernst. Das kommt bei ihm richtig von Herzen.
In dem Moment ist mir aufgefallen: Echte Begeisterung kommt gar nicht so oft vor. In meinem Alltag läuft vieles nebenher, ohne dass ich so genau hinschaue.
Aber durch den Freund wurde das anders. Durch diese Begeisterung hab ich Details bemerkt, die ich vorher übersehen habe. Da wurde Nebensächliches interessant.
Und ich hab da erlebt, wie schnell das geht. Dass es reicht, wenn jemand einen Blick dafür hat. Und andere bereit sind, diesen Blick zu teilen.
Freitag, 29. Mai 2026
Es gibt so Leute, die mich richtig beeindrucken. Einer von ihnen ist Salman Rushdie – ein bekannter Schriftsteller aus Indien. Bei einer Lesung habe ich ihn sehen können.
In Rushdies Romanen geht es nicht um einfache Antworten. Die Romane beschäftigen sich mit Widersprüchen und Grautönen. In einem davon hat Rushdie das auch mit der frühen islamischen Geschichte gemacht: Er hat sie vielschichtig erzählt, mit Raum für unterschiedliche Sichtweisen.
Der religiöse Führer des Iran hat das als Gotteslästerung gesehen – und dazu aufgerufen, Rushdie zu töten. Seitdem befindet er sich in Gefahr – fast schon 40 Jahre lang. 2022 hat ihn ein Attentäter lebensgefährlich verletzt.
Ich könnte es gut verstehen, wenn Rushdie sich schon lange zurückgezogen hätte – aber er entscheidet sich dagegen.
Er schreibt weiter, spricht weiter, erzählt weiter Geschichten – und behauptet sich damit gegen die Bedrohung. Er lässt sich seine Freiheit nicht nehmen.
Und er lässt sich vor allem nicht verbittern – sondern bleibt offen, neugierig, sogar humorvoll.
Ich bin mir sicher, dass das großen Mut kostet. Und Rushdie sich immer wieder überwinden muss. Aber trotzdem gelingt ihm das. Das beeindruckt mich sehr: Er lässt sich seine Stimme nicht nehmen. Und bleibt auch unter Druck bei seiner Haltung – offen, vielschichtig und frei.
In Rushdies Romanen geht es nicht um einfache Antworten. Die Romane beschäftigen sich mit Widersprüchen und Grautönen. In einem davon hat Rushdie das auch mit der frühen islamischen Geschichte gemacht: Er hat sie vielschichtig erzählt, mit Raum für unterschiedliche Sichtweisen.
Der religiöse Führer des Iran hat das als Gotteslästerung gesehen – und dazu aufgerufen, Rushdie zu töten. Seitdem befindet er sich in Gefahr – fast schon 40 Jahre lang. 2022 hat ihn ein Attentäter lebensgefährlich verletzt.
Ich könnte es gut verstehen, wenn Rushdie sich schon lange zurückgezogen hätte – aber er entscheidet sich dagegen.
Er schreibt weiter, spricht weiter, erzählt weiter Geschichten – und behauptet sich damit gegen die Bedrohung. Er lässt sich seine Freiheit nicht nehmen.
Und er lässt sich vor allem nicht verbittern – sondern bleibt offen, neugierig, sogar humorvoll.
Ich bin mir sicher, dass das großen Mut kostet. Und Rushdie sich immer wieder überwinden muss. Aber trotzdem gelingt ihm das. Das beeindruckt mich sehr: Er lässt sich seine Stimme nicht nehmen. Und bleibt auch unter Druck bei seiner Haltung – offen, vielschichtig und frei.
Donnerstag, 28. Mai 2026
Wie hört ihr eigentlich eure Podcasts – in 1, 2-, 1,5- oder zweifacher Geschwindigkeit?
Mittlerweile kann man ja auf vielen Apps die Geschwindigkeit erhöhen - bei Reels auf Instagram, Audios auf WhatsApp oder eben bei Podcasts. Ich finde das eigentlich ganz geschickt, ist einfach effizienter.
Aber vor Kurzem habe ich gemerkt – da geht etwas verloren. Okay, vielleicht bekomme ich damit mehr erledigt. Aber die ganzen kleinen Momente verschwinden da: kurzes Schweigen in einem Gespräch. Ein Wechsel im Tonfall. Das Zögern vor einem neuen Gedanken. Alles wie weggeschnitten.
Und ich merke, dass ich dadurch selbst etwas verliere: Momente, in denen ich selbst kurz nachdenken kann. Stimme ich dem anderen zu? Habe ich sowas auch schon erlebt? Und: Wie fühlt sich der andere vielleicht?
Das sind doch alles wichtige Sachen. Um die geht es mir doch eigentlich, wenn ich ein Audio von einem Freund anhöre. Oder mit einem Podcast entspannen will.
Und eben nicht darum, davon möglichst viel zu erledigen. Vielleicht ist das der eigentliche Punkt: Dass ich diesen Effizienz-Gedanken aus meinem Kopf bekomme. Und stattdessen bewusst entscheide, was mir wichtig ist – und mir dafür dann auch wirklich Zeit nehme.
Mittlerweile kann man ja auf vielen Apps die Geschwindigkeit erhöhen - bei Reels auf Instagram, Audios auf WhatsApp oder eben bei Podcasts. Ich finde das eigentlich ganz geschickt, ist einfach effizienter.
Aber vor Kurzem habe ich gemerkt – da geht etwas verloren. Okay, vielleicht bekomme ich damit mehr erledigt. Aber die ganzen kleinen Momente verschwinden da: kurzes Schweigen in einem Gespräch. Ein Wechsel im Tonfall. Das Zögern vor einem neuen Gedanken. Alles wie weggeschnitten.
Und ich merke, dass ich dadurch selbst etwas verliere: Momente, in denen ich selbst kurz nachdenken kann. Stimme ich dem anderen zu? Habe ich sowas auch schon erlebt? Und: Wie fühlt sich der andere vielleicht?
Das sind doch alles wichtige Sachen. Um die geht es mir doch eigentlich, wenn ich ein Audio von einem Freund anhöre. Oder mit einem Podcast entspannen will.
Und eben nicht darum, davon möglichst viel zu erledigen. Vielleicht ist das der eigentliche Punkt: Dass ich diesen Effizienz-Gedanken aus meinem Kopf bekomme. Und stattdessen bewusst entscheide, was mir wichtig ist – und mir dafür dann auch wirklich Zeit nehme.
Dienstag, 26. Mai 2026
Vor Kurzem musste ich mein Leben umstellen: Da habe ich begonnen, mich auf meine Abschlussprüfungen vorzubereiten. Das ist super viel Lernstoff – und jedes Jahr fallen viele durch. Deshalb ist mein Kalender gerade voller Lernzeiten.
Bevor ich damit begonnen habe, habe ich mir natürlich viele Gedanken gemacht. Auch um meine Freundschaften. Denn durch das Lernen ist meine Zeit dafür plötzlich weniger geworden. Ich kann meinen Freunden nicht mehr so viel Zeit geben, wie ich das eigentlich gern würde.
Vor ein paar Tagen musste ich einem Freund dann tatsächlich absagen – kein gutes Gefühl: Ich hab gemerkt, wie sehr er sich über einen gemeinsamen Abend gefreut hätte. Aber seine Antwort: „Kann ich verstehen – in diesem Jahr ist das wirklich ein guter Grund.“
Ich war da echt erleichtert. Ich hatte erwartet, mich vielleicht rechtfertigen zu müssen. Stattdessen war da einfach Verständnis. Und ich habe gemerkt: Ich kann mich auf meine Freunde verlassen. Ich darf bei ihnen Verständnis erwarten. Ich merke aber auch: Das ist nicht selbstverständlich. Und ich kann selbst etwas dazu beitragen: Indem ich meinen Freunden die Situation erkläre. Aber auch selbst Verständnis für sie habe. Und mich auch auf sie einlasse.
Bevor ich damit begonnen habe, habe ich mir natürlich viele Gedanken gemacht. Auch um meine Freundschaften. Denn durch das Lernen ist meine Zeit dafür plötzlich weniger geworden. Ich kann meinen Freunden nicht mehr so viel Zeit geben, wie ich das eigentlich gern würde.
Vor ein paar Tagen musste ich einem Freund dann tatsächlich absagen – kein gutes Gefühl: Ich hab gemerkt, wie sehr er sich über einen gemeinsamen Abend gefreut hätte. Aber seine Antwort: „Kann ich verstehen – in diesem Jahr ist das wirklich ein guter Grund.“
Ich war da echt erleichtert. Ich hatte erwartet, mich vielleicht rechtfertigen zu müssen. Stattdessen war da einfach Verständnis. Und ich habe gemerkt: Ich kann mich auf meine Freunde verlassen. Ich darf bei ihnen Verständnis erwarten. Ich merke aber auch: Das ist nicht selbstverständlich. Und ich kann selbst etwas dazu beitragen: Indem ich meinen Freunden die Situation erkläre. Aber auch selbst Verständnis für sie habe. Und mich auch auf sie einlasse.
Montag, 25. Mai 2026
In Wien habe ich eine Kirche gesehen, die mir sehr gefallen hat – die Karlskirche. Sie ist ziemlich groß und fast 300 Jahre alt.
Als ich sie dann genauer angeschaut habe, hat sie mich aber überrascht: Sie besteht aus einem echten Stilmix – wie zusammengesetzt aus ganz verschiedenen Teilen.
An der Fassade: wie ein griechischer Tempel. Davor: zwei Säulen, die aussehen wie die Minarette einer Moschee. Andere Teile erinnern an chinesische Pagoden und an den Nahen Osten.
Eine ganz ungewöhnliche Mischung. Aber trotzdem sieht es stimmig aus, passt erstaunlich gut zueinander.
Ich finde, eigentlich macht das auch Sinn. Denn mit allen diesen Elementen suchen Menschen ja nach Gott. Eben in verschiedenen Sprachen und Formen, aber dahinter steckt dieselbe Sehnsucht, dieselbe Hoffnung. Auch wenn das vom Architekten damals wahrscheinlich anders gedacht war.
Aber für mich kommt da heute was Größeres zum Ausdruck: Dass diese verschiedenen Formen nebeneinander bestehen können. Und Glaube am Ende nicht nur trennt, sondern auch verbinden kann – auch dort, wo Menschen ihn unterschiedlich leben.
Als ich sie dann genauer angeschaut habe, hat sie mich aber überrascht: Sie besteht aus einem echten Stilmix – wie zusammengesetzt aus ganz verschiedenen Teilen.
An der Fassade: wie ein griechischer Tempel. Davor: zwei Säulen, die aussehen wie die Minarette einer Moschee. Andere Teile erinnern an chinesische Pagoden und an den Nahen Osten.
Eine ganz ungewöhnliche Mischung. Aber trotzdem sieht es stimmig aus, passt erstaunlich gut zueinander.
Ich finde, eigentlich macht das auch Sinn. Denn mit allen diesen Elementen suchen Menschen ja nach Gott. Eben in verschiedenen Sprachen und Formen, aber dahinter steckt dieselbe Sehnsucht, dieselbe Hoffnung. Auch wenn das vom Architekten damals wahrscheinlich anders gedacht war.
Aber für mich kommt da heute was Größeres zum Ausdruck: Dass diese verschiedenen Formen nebeneinander bestehen können. Und Glaube am Ende nicht nur trennt, sondern auch verbinden kann – auch dort, wo Menschen ihn unterschiedlich leben.
Sonntag, 14. Dezember 2025
Eine Freundin hat zu mir gesagt: „Weihnachten ist doch eigentlich ein ganz großes Geburtstagfest!“ Ich finde, damit hat sie nen Punkt. Klar, nicht mit Luftballons und Kuchen. Aber an Weihnachten geht's Christen ja darum, dass Jesus geboren wird.
Gott will uns als Menschen nah sein und wird in Jesus deshalb selbst zum Mensch. Und nicht mit Pauken und Trompeten, sondern mit einer Geburt. Mit einem Baby.
Mich erstaunt das immer wieder: Wie menschlich das ist, diese Geburt. Jeder Mensch ist diesen Weg gegangen. Und ich muss daran denken, wie wunderbar jede einzelne Geburt auch ist: Dass plötzlich ein neues Leben da ist. Ein Kind sein eigenes Leben beginnt. Da fängt was ganz Neues an – eine offene Zukunft, mit neuer Hoffnung.
Und das sind alles Dinge, die ich auch in der Geburt von Jesus sehen kann. Das ist auch ein neuer Anfang. Nicht bloß einfach der Beginn für Sein Leben. Sondern selbst schon eine Botschaft. Die sagt: Die Welt ist veränderbar. Nämlich dort, wo Hoffnung ist.
Und das gibt mir Vertrauen: dass in der Welt, so brüchig sie auch ist, ein neuer Anfang möglich bleibt.
Gott will uns als Menschen nah sein und wird in Jesus deshalb selbst zum Mensch. Und nicht mit Pauken und Trompeten, sondern mit einer Geburt. Mit einem Baby.
Mich erstaunt das immer wieder: Wie menschlich das ist, diese Geburt. Jeder Mensch ist diesen Weg gegangen. Und ich muss daran denken, wie wunderbar jede einzelne Geburt auch ist: Dass plötzlich ein neues Leben da ist. Ein Kind sein eigenes Leben beginnt. Da fängt was ganz Neues an – eine offene Zukunft, mit neuer Hoffnung.
Und das sind alles Dinge, die ich auch in der Geburt von Jesus sehen kann. Das ist auch ein neuer Anfang. Nicht bloß einfach der Beginn für Sein Leben. Sondern selbst schon eine Botschaft. Die sagt: Die Welt ist veränderbar. Nämlich dort, wo Hoffnung ist.
Und das gibt mir Vertrauen: dass in der Welt, so brüchig sie auch ist, ein neuer Anfang möglich bleibt.
Samstag, 13. Dezember 2025
Ein Artikel in ner Zeitschrift hat mich ziemlich beschäftigt: Da erzählt eine Journalistin von ihren Freundschaften. Viele von denen fühlen sich an wie eine „endlose Update-Kultur“. Also: Man trifft sich kurz und versucht, sich möglichst gut über alles Wichtige upzudaten.
Ich kenn das gut von mir selbst. Oft ist es schwer, überhaupt gemeinsam Zeit zu finden. Dann ergibt sich zwischen allem Anderen nur eine Stunde, für einen Kaffee oder um kurz zu telefonieren.
Und natürlich möchte ich dann vor allem wissen, was meine Freunde erlebt haben – im Studium, auf Reisen, in ihren Beziehungen. Und ist ja auch schön, sowas zu teilen.
Aber ich merk auch, dass dabei was verloren geht. Es geht viel darum, was passiert ist. Und nicht so sehr darum, wie wir das erleben. Was uns berührt hat, verunsichert, verändert. Dabei macht das ja eine Freundschaft aus.
Ich möchte deshalb wieder mehr mit meinen Freunden unternehmen. Mehr gemeinsame Momente: Gemeinsame Spaziergänge oder einfach spontan zusammen kochen oder das Zimmer umräumen. Ich glaube, da entstehen andere Gespräche: mehr Nähe, ein anderes Gefühl füreinander. Und Geschichten, die wir zusammen erlebt haben.
Ich kenn das gut von mir selbst. Oft ist es schwer, überhaupt gemeinsam Zeit zu finden. Dann ergibt sich zwischen allem Anderen nur eine Stunde, für einen Kaffee oder um kurz zu telefonieren.
Und natürlich möchte ich dann vor allem wissen, was meine Freunde erlebt haben – im Studium, auf Reisen, in ihren Beziehungen. Und ist ja auch schön, sowas zu teilen.
Aber ich merk auch, dass dabei was verloren geht. Es geht viel darum, was passiert ist. Und nicht so sehr darum, wie wir das erleben. Was uns berührt hat, verunsichert, verändert. Dabei macht das ja eine Freundschaft aus.
Ich möchte deshalb wieder mehr mit meinen Freunden unternehmen. Mehr gemeinsame Momente: Gemeinsame Spaziergänge oder einfach spontan zusammen kochen oder das Zimmer umräumen. Ich glaube, da entstehen andere Gespräche: mehr Nähe, ein anderes Gefühl füreinander. Und Geschichten, die wir zusammen erlebt haben.
Freitag, 12. Dezember 2025
Mit zwei Freunden bin ich durch Usbekistan gereist. Das Land ist super schön und wir hatten eine richtig tolle Zeit.
Einmal waren wir in einer abgelegenen Stadt, tief in der Steppe. Ein älterer Mann hat uns da angesprochen und war total interessiert – aber wir konnten einfach kein Wort miteinander reden. Nur Lächeln und ein bisschen Nicken.
Als wir aber rüberbringen konnten, dass wir aus Deutschland kommen, hat er auf einmal ein Video auf seinem Handy gezeigt - ein alter Fernsehauftritt von Modern Talking. Schon über 30 Jahre alt, aber der Mann hat übers ganze Gesicht gestrahlt. Er ist ein riesiger Fan, er kannte gefühlt alle Songs.
Das war natürlich völlig absurd – in der Steppe auf einmal „Brother Louie“! Und gleichzeitig war der Moment auch super schön – weil sich zeigt, wie viel Menschen verbindet.
Ich meine, unser Leben ist komplett verschieden. Und wir können kaum miteinander reden. Aber trotzdem war da plötzlich eine Verbindung.
Wir haben da was gefunden, das wir teilen: Freude – über Musik, über gute Stimmung. Eigentlich ja ganz banal, aber eben auch was ganz Menschliches. Und das hat gereicht für echte Nähe. Unsere Freude konnten wir gemeinsam teilen – über alle Unterschiede hinweg.
Einmal waren wir in einer abgelegenen Stadt, tief in der Steppe. Ein älterer Mann hat uns da angesprochen und war total interessiert – aber wir konnten einfach kein Wort miteinander reden. Nur Lächeln und ein bisschen Nicken.
Als wir aber rüberbringen konnten, dass wir aus Deutschland kommen, hat er auf einmal ein Video auf seinem Handy gezeigt - ein alter Fernsehauftritt von Modern Talking. Schon über 30 Jahre alt, aber der Mann hat übers ganze Gesicht gestrahlt. Er ist ein riesiger Fan, er kannte gefühlt alle Songs.
Das war natürlich völlig absurd – in der Steppe auf einmal „Brother Louie“! Und gleichzeitig war der Moment auch super schön – weil sich zeigt, wie viel Menschen verbindet.
Ich meine, unser Leben ist komplett verschieden. Und wir können kaum miteinander reden. Aber trotzdem war da plötzlich eine Verbindung.
Wir haben da was gefunden, das wir teilen: Freude – über Musik, über gute Stimmung. Eigentlich ja ganz banal, aber eben auch was ganz Menschliches. Und das hat gereicht für echte Nähe. Unsere Freude konnten wir gemeinsam teilen – über alle Unterschiede hinweg.
Donnerstag, 11. Dezember 2025
Ich war mal wieder beim Zahnarzt. Und als ich da auf dem Stuhl lag, hab ich mich ziemlich gelangweilt.
Mir ist dann aufgefallen: Ich langweil mich sonst fast nie. Um mich rum ist immer irgendwas los – selbst wenn ich allein bin. Dann hör ich Musik oder einen Podcast oder ich scroll auf Instagram.
Deshalb fand ich die Langeweile erst komisch. Und unangenehm. Aber ich hab dann gemerkt: Mir tut das gut. Meine Gedanken sind einfach herumgeschweift.
Ich hab mich an schöne Erlebnisse erinnert und sie geordnet, und hab mir Gedanken über die nächsten Tage gemacht. Und darüber, was mir wichtig ist und was ich machen möchte. Ob es gut war, wie ich in manchen Situationen reagiert habe.
Dinge, die sonst im Lärm untergehen, haben da Raum bekommen. Gedanken konnten sich in Ruhe ausbreiten, ganz ohne Ablenkung.
Daran möchte ich mich erinnern, wenn ich demnächst mal wieder freie Zeit hab. Zum Beispiel im Zug oder beim Spülen. Oder wenn ich warten muss – auf den Bus oder eben beim Arzt. Dass ich nicht gleich Musik anmach oder meine Nachrichten check. Sondern einfach die Langeweile auf mich zukommen lasse.
Mir ist dann aufgefallen: Ich langweil mich sonst fast nie. Um mich rum ist immer irgendwas los – selbst wenn ich allein bin. Dann hör ich Musik oder einen Podcast oder ich scroll auf Instagram.
Deshalb fand ich die Langeweile erst komisch. Und unangenehm. Aber ich hab dann gemerkt: Mir tut das gut. Meine Gedanken sind einfach herumgeschweift.
Ich hab mich an schöne Erlebnisse erinnert und sie geordnet, und hab mir Gedanken über die nächsten Tage gemacht. Und darüber, was mir wichtig ist und was ich machen möchte. Ob es gut war, wie ich in manchen Situationen reagiert habe.
Dinge, die sonst im Lärm untergehen, haben da Raum bekommen. Gedanken konnten sich in Ruhe ausbreiten, ganz ohne Ablenkung.
Daran möchte ich mich erinnern, wenn ich demnächst mal wieder freie Zeit hab. Zum Beispiel im Zug oder beim Spülen. Oder wenn ich warten muss – auf den Bus oder eben beim Arzt. Dass ich nicht gleich Musik anmach oder meine Nachrichten check. Sondern einfach die Langeweile auf mich zukommen lasse.
Vorige Beiträge zeigen | 1 - 10 von 102 | Nächste Beiträge zeigen

