»Kirchenglocken« von Patrick   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 22.03.2019 gesendet.
Seit kurzem wohne ich neben einer Kirche. Und jetzt höre ich ständig die Kirchenglocken läuten. Viermal in der Stunde schlägt es die aktuelle Uhrzeit und wenn Gottesdienst ist, höre ich immer wieder auch das volle Geläut, alle Glocken auf einmal.
Das kann ganz schön laut sein. Und es kommt ja immer wieder vor, dass sich Nachbarn von Kirchen über den Lärm der Glocken beschweren.
Zugegeben, nachts wollte ich das auch nicht, aber tagsüber finde ich das toll. Wenn mich die Glocken beim Mittagessen oder Wohnung saugen überraschen, dann setze ich mich auch einfach mal hin und höre den Glocken ein paar Minuten zu. So kann ich den Stress und die Hektik mal kurz hinter mir lassen und entspannen.
Einfach mal eine kurze Pause zu machen und nichts zu tun außer den Glocken zuzuhören: das gibt mir Kraft. Einfach eine kurze Unterbrechung im Alltag.
Ich erinnere mich dann daran, dass Gott für mich da ist. Dass er mir Rückhalt gibt, egal ob ich gerade am Schreibtisch sitze, koche oder vor dem Fernseher sitze. Mir gefällt das.
Auf Facebook teilen
»Liebes-Ärger« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 21.03.2019 gesendet.
Als ich 7 Jahre alt war, hab ich richtig Ärger bekommen.
Meine Freundin und ich waren mit den Fahrrädern im Wald unterwegs. Beim Herumklettern haben wir total die Zeit vergessen und nicht gemerkt, wie es langsam schon dunkel geworden ist.
Zu Hause hab ich dann riesen Ärger mit meinen Eltern bekommen. Die wussten nämlich nicht, wo ich abgeblieben war und haben mich im ganzen Dorf gesucht.
Mein geliebtes Fahrrad wurde für zwei Wochen weggesperrt.
Damals fand ich das nur unfair. Heute verstehe ich, dass meine Eltern sich große Sorgen gemacht haben und dass das Fahrradverbot nicht einfach nur eine gemeine Strafe war.
Für mich ist das ein ziemlich gutes Beispiel dafür, was es eigentlich heißt, jemanden zu lieben.
Zu lieben heißt eben nicht, den anderen einfach nur gut und toll zu finden.
Sondern: Sich wirklich das Beste für den anderen zu wünschen.
Deswegen kann es mir auch unmöglich egal sein, wenn der Mensch, den ich liebe, etwas Schlechtes macht. Ich liebe ihn ja trotz seiner Fehler, und nicht weil er Fehler macht.
Und weil ich ihn wirklich liebe, wünsche ich mir, dass er das Richtige tut – das, was wirklich gut für ihn ist. Also etwa sagen, wo er ist und pünktlich zu Hause sein. Auch wenn ihm das gegen den Strich geht.
So gesehen, ist Ärger manchmal ein echter Liebesbeweis.
Auf Facebook teilen
»Der Pate« von Sabine   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 20.03.2019 gesendet.
Kann ich als Christ auch Pate bei einem muslimischen Kind sein? Im Zug hat ein Mann erzählt: Er – Christ - ist von einer muslimischen Familie gefragt worden, ob er denn nicht das Patenamt für das Kind der Familie übernehmen möchte. Und er hat ja gesagt. Der Mann hat dann erzählt, dass er es total schön findet, dass ihm die Familie da so vertraut. Er darf das Kind seiner Freunde auf dem Weg zum Glauben begleiten, obwohl er selbst kein Muslim ist.
Jetzt sagen vielleicht die einen, im Islam gibt es doch keine Paten? Ich weiß leider nichts Näheres zu der Story von dem Mann, aber ich find es spannend, wenn einer so mit zwei Religionen umgehen kann. Für mich als Christ heißt Pate sein, Begleiter sein. Ich bin für jemanden da, bei Lebensfragen und auch wenn es um Gott geht. Und wenn ich als Pate einen anderen Glauben habe, dann kann das doch für einen jungen Menschen auf der Glaubenssuche nützlich sein. Denn ein anderer Glaube heißt doch auch, neue Fragen und Gedanken, wie das, was ich kenne. Klingt für mich bereichernd. Auch wenn ich jetzt keine Patin bin, so eine Patenschaft zwischen zwei Religionen kann ich mir sehr gut vorstellen. Es geht für mich da nicht um ein vermischen oder sogar übertreten zur anderen Religion. Mir wäre da wichtig, dass ich mich ernsthaft mit dem Anderen auseinandersetze. Nicht ohne ihn zu respektieren und gleichzeitig offen zu sein, für das was er mir sagen möchte. Da lernt man bestimmt viel voneinander und wahrscheinlich auch noch sehr viel über sich selbst.
Auf Facebook teilen
»Fasten« von Patrick   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 19.03.2019 gesendet.
Es ist wieder Fastenzeit und wie jedes Jahr stelle ich mir die Frage: soll ich fasten, oder nicht?
In den letzten Jahren habe ich es mir immer vorgenommen. Kein Fast-Food, keine Schokolade, sondern 40 Tage rundum gesunde Ernährung. Geklappt hat es nie.
Also heißt die Devise für dieses Jahr: es endlich mal durchziehen mit dem Fasten.
Nein! Ich habe mir was anderes überlegt. Denn warum sollte es dieses Jahr klappen? Ich kenn mich ja.
Dieses Jahr sage ich: ja es ist Fastenzeit, aber ohne mich. Und trotzdem ist mir etwas ganz bewusst geworden:
Beim Fasten geht es ja um Verzicht. Und darum, den eigenen Glauben bewusster zu leben. Das heißt für mich vor allem aber auch, dass ich ehrlich bin.
„Du sollst nicht lügen“ heißt auch, ehrlich zu sich selbst sein.
Und wie sagt man so schön: Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung.
Mir ist klar, dass ich es nicht schaffe, einfach mal so zu fasten. Ich finde das nicht gut, aber ich stehe dazu.
Auf Facebook teilen