Linus
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Donnerstag, 04. April 2024
Vor einigen Wochen hat sich der 24. Februar 2022 zum zweiten Mal gejährt – also der Tag, an dem die russische Armee die Ukraine überfallen hat. Diese Zeit fühlt sich endlos an.
Zu den Personen, die den russischen Angriff unterstützen, gehört auch Kyrill I. Er ist Patriarch von Moskau und damit Vorsteher der Russisch-Orthodoxen Kirche. In dieser Position hat er einen riesigen Einfluss. Viele Millionen Menschen hören darauf, was er sagt.
Und immer wieder hat er sich hinter den Krieg gestellt. Für ihn ist der Angriff Russlands ein „Kampf des Guten gegen das Böse“. Ein Kampf „für die Wahrheit Gottes“. Er hat sogar mal den Tod russischer Soldaten mit dem Tod Christi verglichen.
Solche Sätze sind für mich unerträglich. Denn sie verspotten die vielen Opfer dieses Krieges. Und sie missbrauchen den christlichen Glauben, um der Zerstörung und den Kriegsverbrechen eine religiöse Grundlage zu liefern. Um den russischen Angriff quasi als „gottgewollt“ darzustellen. Dabei stehen im Zentrum dieses Glaubens eigentlich Gedanken wie Nächstenliebe und Versöhnung. Jesus wird in der Bibel „Friedensfürst“ genannt. Und gerade, wenn diese echten Gebote von einigen so entstellt werden, sollte man umso mehr für sie einstehen.