Hans-Christian
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Mittwoch, 01. Dezember 2021
Kennt ihr das? Ihr seid am Schreiben und lernt jemand neues kennen. Ihr tauscht euch aus und auf einmal keine neue Nachricht mehr – kein Kommentar. Einfach nichts. Ist mir auch schon passiert.
Ich bin sozusagen von einer anderen Person geghosted worden. Beim Ghosting schleicht sich der Andere einfach so davon. Ohne einen Grund zu nennen. Komische Situation und für mich auch ein echt blödes Gefühl. Denn am Ende bleiben viele Fragen offen, die alle mit "warum" beginnen.
Ich find sowas echt mies – mir ist es wichtig mit meinen Mitmenschen ehrlich umzugehen. Ihnen offen zu legen, was ich denke und fühle. Und eben auch dann, wenn ich z.B. merke, dass ich mit meinem Gegenüber nicht auf einer Welle schwimme und lieber doch keinen Kontakt möchte. Kann ich doch sagen und dann bin ich auch ehrlich. Und mein Gegenüber weiß dann woran er ist. Aber sich einfach aus dem Staub machen und gar nichts sagen. Das ist für mich irgendwie auch feige und absolut kein fairer Umgang miteinander.
Denn letztlich trete ich ja immer mit einem Menschen am anderen Ende in Kontakt. Ehrlich zu sein ist zwar manchmal die anstrengend, aber eben fair. Ich will kein Ghoster sein, sondern ehrlich mit anderen Leuten umgehen.
Ida
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Dienstag, 30. November 2021
Wann ist eigentlich ein Mann ein Mann? Ein guter Freund von mir hat in letzter Zeit große Probleme damit, diese Frage für sich zu beantworten. Und ehrlich gesagt, finde ich auch nicht so schnell ne Antwort. Es gibt natürlich dieses Bild: Männer versorgen die Familie und sind hart im Nehmen. Außerdem sind sie körperlich stark, geweint wird nie und Frauen und Kinder müssen beschützt werden. Mein Freund fühlt sich von diesem „Idealbild“ ganz schön unter Druck gesetzt. Und auch mich als Frau presst das in eine Rolle. Ich habe mich schon häufig nicht selbst beschützen dürfen. Denn dafür gibt es doch Männer.
Mein Freund und ich haben uns lange darüber unterhalten und mittlerweile finde ich, solche Idealbilder sind giftig.
Denn Männer dürfen weinen, das ist doch total gesund und mega befreiend. Und sie dürfen sich auch die Nägel lackieren. Ist doch nur Körperschmuck.
Wann ist also ein Mann ein Mann? Für mich spielen da äußere Dinge keine Rolle. Vielmehr geht es darum, wie sich jemand gut fühlt. Für meinen Freund hoffe ich, dass er bald selbstbewusst genug ist, dieses „Idealbild“ nicht verkörpern zu müssen.
Wenn er sich die Nägel lackieren möchte – von mir aus! Mir ist das total egal, ich nehme ihn an so wie er sich präsentiert.
Hans-Christian
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Montag, 29. November 2021
Manchmal bin ich überfordert mit meinen Gefühlen. Wenn etwas Schlimmes passiert, Freundschaften kaputt gehen oder es einem Menschen schlecht geht, der mir wichtig ist. Diese Situationen fühlen sich für mich an, als wäre ich auf einem Boot und ein Sturm zieht auf. Ich habe dann Angst vor der Zukunft, wie mein Leben weitergehen kann und mir fehlt eine Perspektive dafür, weil es mir schwerfällt in mich zu vertrauen.
Dann brauche ich eine andere Perspektive und jemanden, der mich da rausholt – damit ich im Strudel meiner Gefühle nicht untergehe. Ein Freund, den es wirklich interessiert, wie es mir geht, der mir zuhört und Fragen stellt.
Ein guter Freund von mir hat mal so ne Gefühls-Chaos-Situation bei mir bemerkt und mich darauf angesprochen. Das hat mir gut getan. Denn durch so etwas spüre ich, dass es jemanden gibt, dem ich wichtig bin. Beim Sprechen mit ihm werde ich ruhig und mein Gefühlssturm kann sich legen. Ich kann mich sortieren und wieder meinen Alltag angehen, sogar die Zukunft wieder planen. Und finde so letztlich wieder zu mir.
Ich kann wieder hoffen und denke, dass vielleicht sogar Gott da mit am Start gewesen ist. Eben als Freund, der für mich in der Situation wie ein Geschenk von Gott ist. Ein Segen.
Sarah
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Sonntag, 28. November 2021
Heute ist der erste Advent und der läutet für mich immer die Weihnachtszeit ein. Mit Weihnachtsmarkt und Familienfeiern und dem üblichen Stress mit Plätzchen backen und Geschenken kaufen. Mal sehen, was davon dieses Jahr überhaupt möglich sein wird…
Tatsächlich beginnt mit dem ersten Advent nicht nur die Weihnachtszeit, sondern auch das neue Kirchenjahr. Es beginnt also mit dem Warten auf die Geburt Christi, die wir an Weihnachten feiern. Das neue Jahr der Kirche ist getragen von der Hoffnung, die das kleine Jesuskind in die Welt trägt: Gott ist Mensch geworden; fürchtet euch nicht!
Als Zeichen dieser Hoffnung hab ich heute auch schon die erste Kerze am Adventskranz angezündet. Das Licht der Flamme ist für mich das Symbol für das Licht, das Gott uns an Weihnachten schenkt. Gott steht an meiner Seite und hilft mir, vor allem dann, wenn es in meinem Leben mal dunkel ist. Das tröstet mich in schwierigen Zeiten.
Ich finde es schön, dass diese weihnachtliche Hoffnung am Anfang des Kirchenjahres steht: Gott kommt auf die Erde und darum beginnt eine neue Zeit: eine Zeit des Lichts, der frohen Erwartung und des glücklichen Beisammenseins.
Tobi
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Samstag, 27. November 2021
Ich bin nicht gerne allein. Lieber hab ich Leute um mich. Da fühle ich mich wohl. Zum Beispiel beim gemeinsamen Sport machen. Wenn ich dann doch mal allein bin, suche ich mir oft gleich irgendwelche Aufgaben. Vielleicht liegt es daran, dass ich in einer großen Familie aufgewachsen bin. Mit drei Geschwistern war irgendwie immer was los. Klar, ab und zu will ich auch alleine sein. Aber dann suche ich mir das bewusst aus. Ich denke, es gibt einen großen Unterschied, ob jemand freiwillig allein ist, oder ob jemand einsam ist. Einsamkeit ist für mich unfreiwilliges Allein-Sein.
In der Bibel steht was zu Einsamkeit. Gleich am Anfang sagt Gott, nachdem er den Menschen geschaffen hat: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist“. Ich glaube, damit will Gott Einsamkeit entgegenwirken. Er sieht: Der Mensch braucht Gemeinschaft.
Da ich selbst nicht gern allein bin, will ich auch nicht, dass es andere sind. Ich möchte Menschen wahrnehmen, die einsam sind. Ich merke, dass oft schon kleine Dinge helfen. Ein aufmerksamer Blick oder ein kurzes Gespräch können zeigen: Du bist nicht allein!
Sarah
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Freitag, 26. November 2021
Auf YouTube gibt es ein Video, mit dem man ein kleines Selbstexperiment durchführen kann.
Es ist nur ein Film-Clip. Zwei Mannschaften in Schwarz und Weiß werfen sich einen Ball hin und her. Und dann muss man zählen, wie oft sich die weiße Mannschaft den Ball zuspielt. Also wirklich einfach - dachte ich zumindest.
Aber dann kam die entscheidende Frage: Hast du den schwarzen Gorilla gesehen?
Ich dachte erst, das sei ein Witz! Aber tatsächlich, beim zweiten Mal anschauen hab ich den Gorilla dann doch bemerkt. Eigentlich war er gar nicht zu übersehen: Der ist mitten durch das Bild gelaufen und hat sogar in die Kamera gewinkt. Ich hatte mich beim ersten Mal nur so auf die weißen Spieler konzentriert, dass ich den Affen offensichtlich komplett ausgeblendet hab.
Mich hat das ganz schön schockiert. Und ich frag mich, ob mir das öfter passiert. Dass ich so richtig offensichtliche Dinge nicht bemerke, weil ich mich zu sehr mit mir selbst oder einer ganz bestimmten Sache beschäftige. Deswegen hab ich mir jetzt vorgenommen, mehr auf meine Umgebung zu achten: auf die schönen Dinge, wie die Natur oder das Lachen von Menschen, die mir wichtig sind.