Isi
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Donnerstag, 15. Januar 2026
Manchmal stehe ich mir selbst im Weg. Wenn ich jemand anders im Bus im Weg steh, dann ist es meist total einfach Platz zu machen. Aber wie geht das, wenn man sich selbst im Weg steht?
Beziehungen sind für mich zum Beispiel das wichtigstes in meinem Leben. Ich bin gerne für meine Freunde da.
Und trotzdem: Letztens hatte eine Freundin ein life goal erreicht. Ich habe mich so sehr für sie gefreut und wollte ihr eine Karte und eine kleine Überraschung schicken. Das habe ich nicht geschafft. Eine WhatsApp-Nachricht hab ich auch erst Wochen später geschrieben. Super nervig und ich verstehe mich selbst nicht…
Am meisten nervt mich, dass ich da hinter meinen eigenen Ansprüchen zurück bleib. Das ich gerne eine bessere Freundin wäre, als ich aktuell bin.
Eine wirkliche Lösung hab ich nicht. Wenn ich mir nicht weiter im Weg stehen will, muss ich entweder an meinen Ansprüchen arbeiten oder schauen, was ich tun kann um ihn besser gerecht zu werden.
Ich hab mich dafür entschieden, meiner Freundin erstmal ganz ehrlich zu sagen: „Tut mir leid, ich hab dich nicht vergessen, aber ich habs leider nur nicht geschafft“.
Meine Freundin hat mit viel Verständnis reagiert. Dafür bin ich dankbar -vielleicht sind meine Ansprüche an mich selbst, ja manchmal viel höher als die von anderen
Milena
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Mittwoch, 14. Januar 2026
Klavier spielen beflügelt mich in letzter Zeit so richtig. In der Phase als ich noch bei meinen Eltern gewohnt hab und ich Klavierunterricht hatte, da hat mich das Üben oft genervt. Aber wie man so schön sagt, vermisst man etwas immer erst, wenn man es nicht mehr hat. Gerade vermisse ich mein Klavier in meiner kleinen Studibude schon ziemlich. Da steht zwar ein altes Keyboard, aber das ist einfach nicht das gleiche. Deshalb spiele ich umso mehr, wenn ich dann in meiner Heimat bei meinen Eltern bin. Gefühlt von morgens bis abends. Wenn ich auf meinem Klavierhocker sitze und in die Tasten hau, dann ist das einfach meine Zeit. Für mich hat das Klavierspielen sogar etwas mehr, als bloße Me-Time. Ich fühl mich durch Musik und besonders wenn ich selbst Klavier spiel Gott nah. Von traurigen, getragenen Liedern hin zu fröhlich tanzenden Melodien ist dann alles dabei. Egal ob einfach Klavier-Geklimper oder ob ich dazu singe. Ich leg da so richtig meine Emotionen rein und teile sie auch mit Gott. Und das befreit mich. Dann kann ich wirklich alles loslassen und wieder neu auftanken.
Isi
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Dienstag, 13. Januar 2026
„Du kannst alles schaffen, wenn du‘s nur willst“ oder „Sei einfach du selbst, Hauptsache authentisch“ – das sind so Lebensmottos, denen ich gerade immer wieder bei Influencern oder Freunden begegne. Mein Lebensmotto ist schon seit einiger Zeit: „Sei mutig“. Ich habe auch einen Bibelvers, der mich schon lange begleitet und das für mich beschreibt:
„Ich habe dir doch gesagt, dass du stark und mutig sein sollst! Fürchte dich nicht und schrecke vor nichts zurück! Denn der Herr, dein Gott, ist mit dir bei allem, was du unternimmst!“.
In den letzten Wochen hab ich das vergangene Jahr reflektiert und dabei gemerkt, wie passend mein Lebensvers mal wieder war.
Letztes Jahr war ich richtig mutig! Zum Beispiel als ich meinen Job gekündigt, ein halbes Jahr in Finnland gelebt und dann ein Studium angefangen hab. Das alles hat Mut gekostet und es war wirklich nicht immer leicht. Doch jeder mutige Schritt hat sich am Ende gelohnt. Ich konnte auch so mutig sein, weil ich darauf vertraue, dass Gott bei mir ist, egal was ich mache.
Diese Erfahrung, das Mut sich lohnt, möchte ich ins Jahr 2026 mitnehmen. Nicht aufhören Neues zu auszuprobieren und an der richtigen Stelle auch altes aufzuhören – mutig sein eben.
Milena
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Montag, 12. Januar 2026
Bei mir ist gerade ausmisten angesagt. Weg mit Altem und Platz für Neues. Egal ob Bücher, Deko oder altes Schulzeug. Alles ist jetzt entweder in Kisten oder hat neue Besitzer gefunden. Jetzt im Januar, am Anfang des neuen Jahres, hat es mich so richtig gepackt. Ich brauch das Gefühl, dass alles aufgeräumt ist, ich mich von alten Dingen trenne und so neu ins Jahr starten kann. Wenn um mich herum alles sortiert ist und seinen Platz hat, fühl ich mich gleich freier und auch innerlich aufgeräumter. Dann hab ich meinen Kopf frei, um neue Ideen zu verwirklichen und mir auch Neues für das Jahr vorzunehmen. Gleichzeitig bin ich konzentrierter, wenn ich aktiv an etwas arbeite. Wenn ich äußerlich mein Zimmer ausmiste, miste ich sozusagen auch mich innerlich aus. Beim Ausmisten stell ich mir nämlich die Frage: Wann hab ich das Teil das letzte Mal gebraucht – und wann wird es das nächste Mal wichtig sein. Alles über ein Jahr heißt eigentlich: Weg damit. Für mein Inneres Aufräumen hab ich das versucht zu übertragen: Woran hänge ich jetzt schon ewig, ohne das ich weiterkomm? Seit Ewigkeiten möchte ich mal joggen anfangen. Aber das wird gerade einfach nix – deswegen erstmal weg damit. Nur dann hab ich Platz für Neues.
Sarah
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Sonntag, 11. Januar 2026
Ein Freund von mir studiert in Weimar. Wenn ich ihn dort besuche, freue ich mich gleich doppelt – natürlich, weil ich ihn gern seh, aber auch, weil die Stadt super schön ist. Als ich das letzte Mal dort war, haben wir einen langen Spaziergang durch den Park an der Ilm gemacht. Wir hatten uns total viel zu erzählen und waren die ganze Zeit am Quatschen – aber plötzlich stoppt er mich und zeigt mir was: Im Weg ist eine Plakette eingelassen; drauf sind ein Pfeil und der Spruch: “Hebe deinen Blick und verweile”.
Ich schau’ hoch und seh’, warum die Plakette da ist: genau an dem Punkt hat man ‘ne richtig schöne Aussicht über den Park; über die riesigen, alten Bäume und die Wiesen, die so perfekt aussehen, dass sie fast fake wirken.
Ich hab mich richtig über diese Plakette gefreut;
nicht nur wegen der Aussicht, sondern weil ich durch die kleine Unterbrechung gemerkt hab, was für ein schöner Moment das war.
So Plaketten wären auch in meinem Alltag manchmal praktisch; als Erinnerung: mach kurz mal Pause und schau dich um. Da gibt’s bestimmt ganz viel Schönes, das ich sehe, erlebe oder fühle; viele kleine Momente, die ich noch mehr genießen kann. Ich werd auf jeden Fall versuchen, öfter hoch und auf diese Momente zu schauen. Auch ohne Plakette!
Sarah
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Samstag, 10. Januar 2026
Manche Geschichten aus der Bibel lese oder höre ich immer wieder. Das klingt vielleicht langweilig. Aber für mich ist das Spannende daran, dass mir jedes Mal andere Sachen auffallen.
Zum Beispiel beim Gleichnis vom Vater und seinen zwei Söhnen. Der Jüngere lässt sich sein Erbe auszahlen und geht von zuhause weg. Irgendwann geht ihm das Geld aus und er verhungert fast. Er will zurück, befürchtet aber, dass sein Vater ihn abweist. Aber der freut sich unglaublich, ihn wiederzusehen, und feiert ein großes Fest für ihn. Der ältere Sohn wird eifersüchtig, weil er die ganze Zeit für seinen Vater gearbeitet und nie ein Fest dafür gekriegt hat.
Das war für mich als große Schwester schon sehr relatable. Aber jetzt identifiziere ich mich viel mehr mit dem jüngeren Sohn. Ich bin nicht immer die Tochter, Schwester oder Freundin, die ich sein will. Ich kenne das Gefühl, jemanden enttäuscht zu haben und mich deshalb zu schämen. Genau wie die Angst, abgewiesen zu werden, wenn ich wieder auf die Person zugehe.
Gleichzeitig weiß ich, wie wichtig es ist, diesen ersten Schritt zu machen. Meine Freunde freuen sich voll, mich wiederzusehen, wenn ich mich ‘ne Weile nicht habe blicken lassen.
Was mich vom Schritt auf sie zu abhält, sind Gedanken drüber, dass ich das früher und anders hätte machen sollen. Aber was am Ende zählt, ist, dass ich jetzt den Schritt trotzdem mach’.