Sarah
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Sonntag, 18. April 2021
Ich habe neulich bei einer Umfrage zum Umweltbewusstsein mitgemacht. Die erste Frage war: Bist du der Meinung, dass der Mensch über die Natur herrschen soll?
In der Bibel steht, dass Gott zu den Menschen gesagt hat: „Bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die auf dem Land leben.“ Es scheint so, als sei der Mensch hier als Alleinherrscher über die ganze Welt eingesetzt: Deshalb wird der Mensch auch als die „Krone der Schöpfung“ bezeichnet.
Für mich heißt das allerdings nicht, dass der Mensch alles mit der Natur machen darf. Etwa sie auszubeuten, indem er ganze Wälder abholzt. Ganz im Gegenteil, genauso wie ein König oder eine Regierung für ihr Volk verantwortlich ist und die Aufgabe hat, für es zu sorgen. Genauso ist der Mensch auch für die Natur verantwortlich. Es ist unsere Aufgabe, sie zu schützen.
Ich glaube, dass Gott die Menschen zur Krone der Schöpfung gemacht hat und sie über die Natur herrschen sollen. Aber damit hat er uns auch eine große Verantwortung gegeben. So wie Gott für uns Menschen sorgt, sollten auch wir für die Schöpfung sorgen.
Über die Natur zu herrschen heißt also für mich, gut auf sie aufzupassen.
Sarah
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Samstag, 17. April 2021
Wenn ich richtig wütend bin, dann sehe ich rot. Dann suche ich nur bei anderen die Schuld. Und manchmal würde ich am liebsten einfach alles kaputt machen.
„Wut ist kein produktives Gefühl“, hab ich mal gelesen. Und ich finde, da ist etwas dran. Im Zorn sage ich Dinge, die ich nicht so meine. Ich setze Dinge aufs Spiel, die hinterher oft nicht mehr so leicht zu reparieren sind: Sogar Freundschaften.
Natürlich ist Wut manchmal auch berechtigt. Es gibt viele Gründe wegen denen man wütend sein kann. Ich werde zornig, wenn ich nicht verstehe, warum die Dinge laufen, wie sie es tun. Oder wenn ich mich ungerecht behandelt fühle.
Mit Wut im Bauch fällt mir alles viel schwerer. Deswegen braucht sie auch ein Ventil. Mit dem Kopf durch die Wand zu rennen, hilft schließlich niemandem!
Darum bete ich, wenn ich wütend bin. Ich rufe all die Ungerechtigkeiten zu Gott. Frage ihn, warum manchmal alles so unfair ist. Mir hilft das, meine Wut loszulassen. Bei Gott fühle ich mich geborgen und das nimmt mir meinen Zorn. Es ändert nicht immer etwas an der Situation, aber es hilft mir, mit ihr umzugehen.
Yannick
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Freitag, 16. April 2021
Gestern wäre ich fast ausgerastet! Ich an der Supermarktkasse, natürlich mit gut Abstand zur Person vor mir. Plötzlich drängelt sich ne ältere Frau dazwischen. Einfach so! Hinter mir haben sich schon die ersten Leute aufgeregt. Ich hab dann ganz freundlich zu der Frau gesagt: "Tschuldigung, Sie haben sich vorgedrängelt". Und ihre Antwort: "Na und?"
Damit hab ich nicht gerechnet und ich hab schon überlegt, was ich ihr sagen soll. Dass alte Leute immer über die Jungen Schimpfen und selber gar nicht besser sind. Oder ob sie ihren Anstand zu Hause gelassen hat.
Ich hab mich dann aber an einen Spruch aus der Bibel erinnert. Eigentlich hab ich mir nämlich vorgenommen, mich da dieses Jahr dran zu halten: Seid gutherzig, wie auch Gott zu euch gutherzig ist. Und in dem Moment hab ich da dran gedacht und mich so relativ schnell wieder beruhigt. Und auch die Leute hinter mir haben aufgehört, sich aufzuregen.
Ich will in Zukunft immer noch Menschen sagen, wenn mich etwas stört. Ich will aber nicht gleich streiten. Ich denke, dabei geht es beim Gutherzig sein. Über Probleme vernünftig reden und sie so vielleicht lösen können. Oder: Wie bei mir an der Supermarktkasse: Kleinigkeiten nicht unnötig aufbauschen und möglichst entspannt bleiben.
Yannick
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Donnerstag, 15. April 2021
Ob ich das als „Kirchenmensch“ eigentlich so sagen darf? Manchmal nervt mich die Bibel.
Weil manche Sätze so uralt klingen. Das stört mich dann beim Lesen, weil ich mehrmals ansetzen muss, um sie zu verstehen manchmal stoße ich aber auf Sätze in der Bibel, eben weil sie so sperrig sind. Wie dieser Satz hier zum Beispiel, Achtung:
" Der HERR ist nahe bei denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben."
Zerschlagenes Gemüt. Würde heute niemand mehr sagen. Man könnte auch einfacher sagen: Gott hilft besonders denen, die völlig am Ende sind. Sagt im Endeffekt so ziemlich das Gleiche aus und ist verständlicher. Und ist auch ne richtig gute Botschaft Aber: Wäre mir dieser Satz so aufgefallen? Ich weiß ja nicht.
Die Bibel gibt es in verschiedenen Varianten, weil sie aus Hebräisch und Altgriechisch übersetzt worden ist. Es gibt Bibeln, die eine für uns heute ungewöhnliche Sprache haben; andere lassen sich schneller runterlesen. Ich finde es gut, dass es diese verschiedenen Übersetzungen gibt, so ist für jeden was dabei. Und alle, die in der Bibel lesen wollen, bekommen die Möglichkeit – egal welche Übersetzung sie jetzt besser finden.
Sarah
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Mittwoch, 14. April 2021
Ein kleines Mädchen wartet aufgeregt darauf, dass seine Mama nach Hause kommt. Sie möchte ihr von ihrem Tag erzählen, von all den schönen Dingen, die sie erlebt hat. Aber nach ein paar Sätzen unterbricht die Mutter ihre Tochter. Sie ist müde, sie hatte einen langen Tag auf der Arbeit und jetzt noch andere Dinge zu tun. Der Tag vergeht, die Geschichten der Kleinen gehen im Trubel unter. An dem Abend, als die Mutter ihre Tochter ins Bett bringt, fragt das Kind: „Mama, hast mich eigentlich wirklich lieb, wenn du nicht einmal Zeit hast, mir zuzuhören?“
Diese Geschichte von Alice Gray habe ich neulich gelesen. Sie hat mich ins Nachdenken gebracht. Wenn ich an das Mädchen denke, tut sie mir leid. Für sie ist ihre Mutter die allerwichtigste Person. Aber die hat keine Zeit.
Ich bin überzeugt davon, dass die Mutter ihre Tochter natürlich liebt. Aber sie konnte es in dem Moment nicht so zeigen.
Denn Liebe braucht Zeit. Jemanden zu lieben, bedeutet den Menschen so zu sehen, wie er eben ist. Dazu muss ich mir die Zeit nehmen, auch hinzuschauen und zuzuhören. Damit ich wahrnehmen kann, was der andere vielleicht gerade braucht. Oft ist das auch gar nicht viel und es genügt, wenn man einfach nur zuhört – und etwas Zeit mitbringt.
Yannick
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Dienstag, 13. April 2021
Schade eigentlich – es wird langsam Sommer und trotzdem ist Corona immer noch da. Arbeiten kann ich Gott sei Dank noch im Home Office, aber in meiner Freizeit bin ich auch daheim. Mir fehlt Abwechslung. Ich habe keinen Bock mehr auf noch ne Serie, noch einen Videocall und noch mal Bananenbrot backen. In einem Wort: Frust!
In solchen Momenten höre ich gern Musik. Einfach mal abschalten, den Frust sein lassen. Welt aus, Musik an!
Hilft auch, aber leider nur kurz! So ne langfristige Strategie gegen den Corona-Frust gibt es nicht. Am liebsten würde ich Corona einfach vergessen.
In der Bibel lese ich von Jona. Der hat einen Auftrag von Gott bekommen, will ihn aber nicht ausführen. Er blendet seine Probleme aus und rennt weg. Will alles nicht wahrhaben. Aber er schafft es auch immer nur kurz. Irgendwann stellt er sich seinen Problemen und führt seinen Auftrag doch aus. Und er fährt ganz gut damit.
Ich weiß: Musik hilft nur kurz. Vor Corona kann ich nicht weglaufen. Und einfach so tun, als gäbe es Corona nicht, bringt auch nichts. Ich muss mich den Aufgaben, die ich hab, stellen. Trotzdem helfen mir so Momente, in denen ich alles vergesse oder Frust abbauen kann. Beim Musik hören. Oder drüber reden. Reden lenkt nicht nur ab, ich kann manche Sorgen und Probleme beim Reden auch in Angriff nehmen. Und jetzt bei wärmerem Wetter geht das mit dem Reden sogar beim Spazierengehen, ganz ohne Videocall.