Yannick
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Dienstag, 22. Juni 2021
Kann man zu oft "Ich liebe dich" sagen? Ich habe in einem Artikel gelesen: Ja, das geht! Wenn man zu oft zu seinem Partner oder seiner Partnerin "Ich liebe dich" sagt, stumpft das schnell ab und die Worte bekommen weniger Gewicht.
Macht irgendwie Sinn, auch wenn ich glaube, dass das von Person zu Person unterschiedlich ist. Die einen hören "Ich liebe dich" gern oft, die anderen eher weniger.
Aber vor allem denke ich: Liebe ist mehr als nur Worte. Das merke ich auch immer wieder, wenn ich in der Bibel lese. Da gibt es zum Beispiel die Geschichte von Ruth und ihrer Schwiegermutter Noomi. Bei beiden sind die Männer gestorben und Ruth will eigentlich in das Land auswandern, aus dem sie ursprünglich gekommen ist. Noomi will nicht mit. Deshalb bleibt Ruth und geht nicht zurück – aus Liebe zu Noomi. Sie will Noomi nicht im Stich lassen. Das ist für mich ein Liebesbeweis.
"Ich liebe dich" zu sagen, finde ich wichtig. Für jede Beziehung. Vielleicht sogar auch für Freundschaften. Wichtig finde ich aber auch, dass ich meinem Gegenüber zeige, dass ich ihn liebe. Ganz egal, wie..
Matze
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Montag, 21. Juni 2021
Vor kurzem habe ich ein spannendes Buch gelesen. Eine junge Muslimin beschreibt in diesem Buch ihr Leben in Deutschland. Ein Abschnitt hat mich besonders zum nachdenken gebracht. Sie beschreibt, wie sie ihrer Mutter ganz viele Fragen über Gott gestellt hat. Zum Beispiel: „Glauben Muslime und Christen an den gleichen Gott?“ Oder „Woher weiß man eigentlich, wie Gott ist?“ Ihre Mutter gibt ihr nur kurze Antworten. Sie hat keine Zeit für nervige Kinder-Fragen. Aber das Mädchen fragt immer weiter. Sie will alles ganz genau wissen.
Ich kenne diese Fragen alle. Ich hab‘ sie mir selbst auch schon oft gestellt. Eindeutige Antworten habe ich aber auch nie bekommen. Ich glaube auch, dass es unterschiedliche Antworten geben darf. Muslime und Christen zum Beispiel haben teilweise unterschiedliche Vorstellungen. Und dann denkt man gleich: Die Religionen sind völlig unterschiedlich. Ich glaube, ich fände es aber viel spannender, mehr auf die Fragen zu achten. Da merke ich, wie viele Gemeinsamkeiten es eigentlich zwischen den Menschen verschiedener Religionen gibt. Diese Fragen nach Gott interessieren und verbinden uns. Und das finde ich sogar wichtiger, als eine Antwort zu finden.
Ida
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Sonntag, 20. Juni 2021
Die wilden Kerle, Pippi Langstrumpf oder auch die Wilden Hühner. Ich habe letztens beim Ausmisten ein paar alte DVDs aus meiner Kindheit gefunden – und schwelge seitdem total in Erinnerungen. Damals hat man sich die Filme noch auf DVD gekauft, weil es Netflix und Co natürlich noch nicht gab. Und wie besonders es war, wenn meine Schwester und ich abends mal einen Film gucken durften. Dann gab es meistens Abendessen vor dem Fernseher, ich wurde von Mama im Schlafanzug in eine Decke gemummelt und im besten Fall gab es anschließend noch ne Schale Popcorn.
Als Kind bin ich richtig eingetaucht in die Geschichten, die erzählt wurden. Ich hab mit den Kindern in ihren Abenteuern mitgefiebert und Angst vor den Bösewichten gehabt. Ich war verknallt in Fred von den wilden Hühnern und habe mich gefragt, wie jemand so stark sein kann wie Pippi Langstrumpf.
Heute ist das alles anders. Mehrmals die Woche schaue ich etwas auf Streamingportalen und das ist dann viel mehr Stressabbau, als ein Eintauchen in eine neue Welt-so wie früher.
Irgendwie finde ich das schade. Ich würde gerne nochmal zurück in meine Kindheit und aus meiner Sicht von damals Filme gucken können. Vielleicht hilft es, wenn ich ein bisschen weniger auf den Streaming- Plattformen unterwegs bin. Dann wird ein Filmeabend vielleicht doch wieder zu etwas besonderem, worauf ich mich Stunden lang freuen kann.
Elena
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Samstag, 19. Juni 2021
Singen macht gesund. Das merke ich immer wieder. Wenn ich singe, atme ich anders und ich spüre, wie mein ganzer Körper vibriert. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl. Wenn mir schlecht ist oder ich Kopfschmerzen habe singe ich einfach und das hilft. Vor allem wenn ich Stress habe, kann ich meinen ganzen Frust in die Musik legen.
Und anscheinend hilft singen auch manchen gegen Corona-Langzeitfolgen. Die English National Opera hat nämlich ein Projekt gemacht, bei dem Leuten, die Corona gehabt haben, Singen beigebracht wird. Fast alle von denen die teilgenommen haben finden, dass das Singen ihre Atemnot und sogar ihre Angstzustände verbessert hat. Weil sie beim Singen einfach anders atmen und so auch Stress abgebaut wird.
Das ist für mich wie ein kleines Wunder. Dafür gibt es zwar auch wissenschaftliche Erklärungen aber, dass sowas überhaupt geht und Gesang heilen kann, gibt mir immer wieder ein Gefühl für einen tieferen Sinn in der Welt. Ich empfinde gerade das Singen als ein Geschenk und ich glaube fast jeder singt auch gerne. Und ich bin einfach dankbar, dass sogar so eine Krise zumindest ein bisschen mit Musik bekämpft werden kann.
Ida
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Freitag, 18. Juni 2021
Ich hatte vor zwei Jahren meinen letzten Schultag. Als ich damals mit meinen Prüfungen fertig geworden bin, stand ich da. Die Schule war durch und ich konnte mit meinem Leben machen was ich wollte. Aber was überhaupt? Ich war total überfordert.
Von durchgetaktetem Pflichtunterricht zu plötzlicher Freiheit und dem Druck, jetzt sofort wissen zu müssen, was ich mit meinem Leben anstellen möchte. Ich kann mich noch daran erinnern, dass es mir so vorkam, dass Jede und Jeder um mich herum schon nen genauen Plan hatte, wie es weitergehen sollte. Und ich? Ich wusste nicht wohin mit mir selbst. Und hab mir dann ganz schön Druck gemacht.
Ich bin dann erstmal ins Ausland gegangen, um ein bisschen Abstand zu bekommen. Und das hat mir richtig viel gebracht. Ich war plötzlich viel entspannter dabei, nicht so ganz zu wissen, wie es weitergeht.
Heute geht es mir manchmal noch immer so, obwohl ich studiere und einen ganz groben Plan von der Zukunft hab. Und das ist okay! Denn auch die Route mal zu verlassen ist voll in Ordnung.
Ich vertraue jetzt viel mehr auf mich selbst und auch auf Gott, dass er mich immer begleitet, auch wenn ich mal einen Umweg gehe. Der kann nämlich im Nachhinein auch für irgendetwas gut sein.
Hans-Christian
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Donnerstag, 17. Juni 2021
In meiner Playlist ist der Track "chucks" von YouNotUs ganz oben mit dabei.
Der Sound ist leicht und richtig föhlich. Der Songtext ist ernster. All I know is I'm not givin' up, I'm gonna go until my time is up. Es geht darum, dass der Typ im Song niemals aufgeben will, bis er stirbt.
Ich finde diese Aussage stark. Nicht aufzugeben - das ist auch mir wichtig. Echte Freunde würde ich zum Beispiel nie aufgeben, auch wenn es mal Streit gibt. Dann würde ich um die Freundschaft kämpfen, weil sie mir wichtig ist. Ich würde alles versuchen, um Missverständnisse aus dem Weg zu räumen und mich wieder zu versöhnen.
Manchmal ist aufgeben aber geradezu angesagt: Wenn es z.B. im Job nicht läuft, weil mir da jemand im Weg steht, oder weil ich meine eigenen Werte und Bedürfnisse verraten würde. Dann ist es besser, mich nicht zu verkämpfen, sondern die Reißleine zu ziehen. Aber auch dann gebe ich nur etwas auf, um mich nicht selbst aufzugeben.
Nicht aufgeben – die Dinge die mir wichtig sind oder mich selbst. Das ist mir in meinem Leben ganz schön wichtig geworden.