Tobi
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Dienstag, 24. Mai 2022
Vor Kurzem war ich krank. Das erste Mal seit über zwei Jahren. Ich weiß das deshalb so genau, weil ich vor zwei Jahren angefangen habe zu arbeiten und bisher noch keinen Fehltag wegen Krankheit hatte. Zuerst habe ich mich natürlich geärgert. Ich hatte so schöne Dinge geplant. Wollte Bouldern gehen, mich mit Freunden treffen. Das ging dann alles nicht. Dann kam mir aber der Gedanke, dass ich eigentlich echt dankbar sein kann. Andere Menschen kämpfen täglich mit einer Krankheit. Mit chronischen Rückenschmerzen oder psychischen Erkrankungen. Und ich? Ich bin fast nie krank und beschwer mich trotzdem. Eigentlich eine komische Reaktion. Dass ich mich über den einen Tag ärgere, den ich im Bett liegen muss. Aber halt auch irgendwie menschlich. Ich meine, wer ist schon gerne krank? Ich bin mir also ziemlich sicher, dass ich mich auch beim nächsten Mal nicht freuen werde, wenn ich mal wieder krank bin. Was ich mir aber bis dahin vornehmen kann, ist, dass ich mich über jeden Tag freue, an dem ich gesund bin.
Sarah
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Montag, 23. Mai 2022
Ich hab mir zurzeit echt viel vorgenommen. An der Uni ist es super stressig, und auch meine Freizeit fühlt sich mehr wie ein Pflichtprogramm an, als chilliges Relaxen. Ich hab voll gemerkt, dass mir das nicht guttut. Deswegen hab ich beschlossen, einen Kurs an der Uni weniger zumachen und auf das nächste Semester zu verschieben.
Mir ist diese Entscheidung nicht leichtgefallen, weil es sich auch ein bisschen wie Scheitern angefühlt hat. Aber mit der Reaktion von dem Seminarleiter hab ich echt nicht gerechnet: Er hat mir überhaupt keinen Vorwurf gemacht, sondern meine Entscheidung sogar unterstützt. Er meinte, es sei super wichtig, seine eigenen Grenzen zu kennen und auf sich zu hören.
Das hat mir richtig geholfen. Der Seminarleiter hat mir gezeigt, dass es keine Schwäche ist, sich einzugestehen, dass einem was zu viel wird. Man kann nicht mehr als 100 Prozent arbeiten und es ist auch wichtig, für sich selbst zu sorgen. Denn nur wenn es mir selbst auch gut geht, kann ich auf andere Menschen achten, gemeinsame Aktionen mit ihnen genießen und das Leben wertschätzen.
Hans-Christian
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Sonntag, 22. Mai 2022
Über Himmelfahrt bin ich jedes Jahr ein paar Tage mit meinen Freunden unterwegs. Wir wandern ein Stück, sind draußen, grillen und genießen danach das Feuer zusammen. Dabei tauschen wir uns darüber aus, was uns gerade wichtig ist und was uns beschäftigt. Wir sind dann so ein bisschen WG, nur unter freiem Himmel. Und für mich ist es sogar noch mehr. Weil wir wirklich für ein paar Tage einfach alles teilen. Es ist besonders, weil wir uns in letzter Zeit einfach wenig sehen. Deshalb gehen wir auch noch zusammen in einen Gottesdienst, um einfach gemeinsam für die Zeit dankbar zu sein und das Leben zu feiern. Für mich ist das nochmal ein tieferes Gefühl miteinander verbunden zu sein – eben wenn wir zusammen beten und dann gesegnet aus der Kirche gehen. Und weil's an Himmelfahrt in vielen Orten üblich ist, geht’s dann für uns in einen Biergarten mit Blasmusik.
Die Mischung aus einer guten Zeit mit meinen Freunden, dem Segen in der Kirche und dem Fest im Biergarten machen es für mich zu etwas ganz Besonderem. Was wir da miteinander erleben ist mehr als ein Ausflug.
Maximilian
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Samstag, 21. Mai 2022
Mich hat es vor kurzem erwischt. Ich hab Corona bekommen. Dabei hab ich mich zwei Jahre lang so zurückgenommen und hab echt aufgepasst. Und trotzdem hab ich’s bekommen. Der posi-tive Schnelltest hat mich deshalb irgendwie enttäuscht. Ich hatte das Gefühl, dass es umsonst war, dass ich mich die ganze Zeit so eingeschränkt hab.
In den zwei Wochen zuhause war ich erstmal damit beschäf-tigt, wieder gesund zu werden. Und ich hatte auch echt viel Zeit mit mir selbst. Ich konnte neben den ganzen Netflix-Serien, die ich geschaut hab, auch viel Nachdenken. Vor al-lem über die Corona-Zeit und wie es mir dabei so ging. Und ehrlich gesagt ging es mir ganz gut. Klar, ich war oft al-lein daheim und mir wurde langweilig. Und die Parties mit meinen Freunden hab ich auch vermisst. Aber dafür hab ich auch neue Dinge entdeckt. Zum Beispiel koche ich mittlerwei-le richtig gern.
Und ich hab noch etwas anderes gemerkt:
Ich hab mich in den letzten zwei Jahren nicht für mich selbst eingeschränkt. Ich hab das für die vielen Menschen gemacht, denen es mit einer Infektion richtig schlecht gehen würde. Und ich weiß jetzt, dass Corona echt kein Spaß ist, denn mir ging’s richtig dreckig. Und für diese Menschen, de-nen es noch schlechter gehen würde, hab ich das gern ge-macht.
Hans-Christian
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Freitag, 20. Mai 2022
Ich feier zur Zeit eine Management-Geschichte von nem Fischer. Sie ist schnell erzählt: Der Fischer macht jeden Tag das gleiche. Morgens ist er mit seiner Familie zusammen, geht dann los zum Fischen und irgendwann im Laufe des Tages kommt er wieder. Abends wird der Fisch zubereitet und danach ist er mit seiner Familie am Strand. Er könnte mehr fischen, Geld verdienen und ein Unternehmen gründen, wenn es nach einem Manager geht, den er zufällig trifft. Doch er ist davon überzeugt, wie er lebt und will es auch gar nicht anders, weil er damit zufrieden ist. Mit sich, seiner Familie und der Liebe zum Fischen. Ich hab die Geschichte im Buch „das Cafe am Rande der Welt“ gelesen.
Sie trifft mich, weil ich selbst auf der Suche nach einem Lebensentwurf bin, der mich erfüllt. In dem Arbeit und andere Dinge die mir wichtig sind, einfach stimmig zusammenkommen. Mir ist bewusst, dass das nicht immer gehen wird. Manchmal werde ich zuhause gebraucht und manchmal steht was Wichtiges bei der Arbeit an. Doch die Geschichte vom Fischer inspiriert mich. Sie hilft mir, mein Leben zu hinterfragen. Und ich merke dann, dass meine Arbeit nicht alles ist, sondern mir Familie und Freunde wichtiger sind.
Maximilian
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Donnerstag, 19. Mai 2022
Ich bin zur Zeit voll überfordert. Ich bin im Sommer mit meiner Ausbildung fertig und muss mich gerade auf die Prüfungen vorbereiten. Und gleichzeitig auf eine neue Stelle bewerben. Und arbeiten muss ich natürlich auch noch.
Ich hab mich gefragt, ob das eine Phase ist oder ob es an mir liegt. Vielleicht bin ich einfach nicht so belastbar wie andere. Mir tut das irgendwie leid. Ich glaube, dass ich dadurch auch ein paar Menschen enttäusche. Meine Freunde und meine Familie zum Beispiel, weil ich für sie gerade nicht so viel Zeit hab. Oder auch meine Kolleginnen und Kollegen. Es stapelt sich Arbeit, die erledigt werden muss und ich komm einfach nicht dazu. Arrrgh - das ärgert mich selbst wahrscheinlich am meisten.
Damit das in nächster Zeit besser wird, hab ich mir überlegt, einen genauen Plan zu erstellen. Da trag ich sowieso schon alle Dinge ein, die ich erledigen muss. Aber jetzt möchte ich sie auch priorisieren und mir Fristen eintragen. So krieg ich alles hoffentlich ein bisschen besser organisiert.
In den Plan trag ich dann auch Zeiten ein, in denen ich etwas zur Ruhe kommen kann. Dann habe ich bestimmt auch wieder Platz für ein Gebet. Und auch für meine Freunde und Familie! Denn das ist etwas, was mir in solchen Situationen Kraft gegeben hat. Zu wissen, dass ich nicht allein bin und auf die Unterstützung von anderen bauen kann.