Jule
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Sonntag, 16. Juni 2024
Nächsten Monat bin ich beim Taylor Swift Konzert in Hamburg. Ich freu mich schon so krass. Taylor ist für mich nicht nur ne mega Künstlerin, sondern ich feier sie auch als Person.
Sie setzt sich für viele Dinge ein, die mir wichtig sind. Und sie steht als Frau für ihre Rechte ein. Gerade in der Musikszene wird immer noch vieles von Männern bestimmt und deshalb ist es echt cool, wie sie sich da durchsetzt.
Besonders toll find ich, dass sie kritisiert, wie sexistisch die Medien oft sind. Ihr wird zum Beispiel häufig vorgeworfen, dass sie zu viele Beziehungen hatte. Und sie wird gefragt, ob sie als Frau mit über 30 nicht mal heiraten und Kinder kriegen will. Es ist also immer noch ein Thema: Natürlich dürfen Frauen Karriere machen, aber spätestens mit 30 ist es dann schon mal an der Zeit, sesshaft zu werden.
Ich bin zwar viel jünger als Taylor, aber ich wurde auch schon gefragt, wann ich denn mal Kinder will. Ich find, dass solche Fragen unangebracht sind und glaub, dass Männer sowas nicht so oft gefragt werden. Es ist übergriffig, weil Frauen verletzt werden, die sich eigentlich ganz doll Kinder wünschen, aber keine bekommen können. Oder weil man sich als Frau aufs Kinderkriegen reduziert fühlt. Ich finde es braucht darum mehr Frauen wie Taylor, die zeigen, dass wir uns nach und nach von den Frauen-Klischees verabschieden können.
Deshalb freu ich mich schon, wenn ich mit dieser großartigen Frau einen Abend verbringen darf. Sie ist ein Vorbild für mich und für andere Frauen und schon allein deshalb werd ich auf dem Konzert ganz laut jubeln.
Jule
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Samstag, 15. Juni 2024
Burano ist eine Insel in Italien mit wunderschönen bunten Häusern. Und eine Stadt mit seeeehr vielen Touris. Ich bin mit meiner Familie aus der Fähre raus und direkt auf die Hauptstraße. Das war eigentlich einfach ein langes Gässchen mit vielen Tourishops, wo man zum Beispiel venezianische Masken kaufen konnte oder gehäkelten Spitzenstoff, der dort hergestellt wird. Ich bin eher klein und hab echt gedacht, ich verlier die anderen safe in der Menschenmasse. Es war so voll, echt nicht mehr feierlich.
Wir sind dann in ne Seitengasse abgebogen und einfach mal runter von der Hauptstraße. Es war so krass anders dort. Plötzlich war alles wie ausgestorben und egal, wo wir weitergelaufen sind, da war fast niemand mehr außer uns.
Trotzdem waren da überall noch diese wunderschönen bunten Häuschen. Und man konnte endlich auch mal ein Foto ohne tausend andere Menschen im Hintergrund machen. Ab da hat mir Burano sooo gut gefallen. Es ist eben nicht immer da am schönsten, wo die breite Masse ist. Mir ist es auch total wichtig, einfach mal selbst auf Entdeckungsdungstour zu gehen und zu sehen, was es zu sehen gibt. Und es ist so schön auf sich wirken zu lassen, wie und wo die Menschen da leben. Das macht für mich einen Ort erst wirklich schön und ‚echt‘. Daraus hab ich mal wieder gelernt, dass es viel viel cooler ist Orte abseits der Tourispots zu erkunden und mal nicht der Masse nachzulaufen.
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Freitag, 14. Juni 2024
Leute ich war die absolute Sporthasserin. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich immer noch ein Trauma vom Schulsport hab. Meistens wurde ich nämlich als letzte ins Team gewählt. Irgendwie hab ich auch nie nen Sport gefunden, der mir so richtig Spaß gemacht hat.
Aber ihr glaubt nicht wie krass sich das verändert hat: Ich war letzte Woche einfach die, die freiwillig in ihrem Urlaub am Strand joggen war.
Ich mach mittlerweile also viel mehr und auch viel lieber Sport. Gut, manchmal muss ich mich immer noch aufraffen oder hab auch mal keine Lust, aber es ist ganz anders als früher.
Das liegt daran, dass ich für mich ein paar Sachen festgestellt hab. Ich mach den Sport nicht mehr, um richtig gut darin zu sein, sondern ich mach‘s für mich. Ich will in Zukunft gesund und fit sein. Und ich will vielleicht auch irgendwann mal mit meinen Enkeln spielen können, ohne dabei Rückenprobleme zu haben.
Außerdem hab ich für mich herausgefunden, dass ich es nicht mag immer den gleichen Sport zu machen. Ich geh also an einem Tag joggen, am nächsten Schwimmen und an einem anderen Tanzen oder Klettern. Ich mag‘s mich da auszuprobieren. Auch wenn ich nicht immer dasselbe mache, merk ich, dass es immer einfacher wird und ich schon jetzt viel fitter bin als am Anfang. Am wichtigsten ist für mich geworden, dass ich immer lieber ein bisschen was mache als gar nichts.
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Donnerstag, 13. Juni 2024
Seit neustem hab ich das Songschreiben für mich entdeckt. Auf einmal fließt die Musik einfach aus mir heraus. Ich finde Worte und Melodien für das, was ich fühl. Oft dauert es gar nicht lange bis der Song fertig ist, weil ich über das schreib, was mich grade bewegt. Zum Beispiel hab ich nen Song geschrieben, als mir alles zu viel war.
Wenn ich nen Song fertig hab, erwache ich wie aus nem Rausch und es fühlt sich richtig befreiend an. Es tut einfach gut, was ich sagen will rauszulassen und festzuhalten.
Ich hab auch das Gefühl, beim Songschreiben ist Gott bei mir. Er ist der Grund, warum es so leicht geht. Und warum ich mich dabei so gesegnet fühle. Das trifft nämlich am besten dieses Gefühl, was ich dabei hab. Es ist ein bisschen wie beten. Gott inspiriert mich, weil ich in allem was ich tue, eine Verbindung zu ihm suche, auch beim Songschreiben. Und ich ihm meine Gefühle sagen kann. Eben nicht in nem Gebet, sondern in nem Song.
Schon immer hab ich Gott am meisten gefühlt, wenn ich Musik gemacht hab, aber noch nie so sehr wie beim Songsschreiben. Und deshalb weiß ich: Es geht für mich gar nicht darum, dass ich besonders gute Songs schreibe, oder damit groß rauszukommen. Sondern ich mach das nur für mich. Weil ich da kreativ und ganz ich sein kann und weil ich da zusammen mit Gott bin.
Jule
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Mittwoch, 12. Juni 2024
„Zieh lieber die schwarze Hose an. In der weißen siehst du dicker aus.“
Solche Sätze hab ich schon oft gesagt bekommen. Und ich finde das geht gar nicht. Aus mehreren Gründen.
Erstens: Ich bin schlank und das weiß ich auch. Aber so ne Bemerkung gibt mir zu verstehen, dass ich immer noch nicht „schlank genug“ bin. Denn dick sein ist für viele was Schlechtes. Ich finde, das vermittelt ein falsches Körperbild und ist problematisch, weil viele dadurch ne Essstörung bekommen.
Jeder Körper ist anders und die Hauptsache ist doch, dass man sich wohl fühlt und gesund mit sich und seinem Zuhause umgeht.
Zweitens: Es heißt, schwarz macht schlank. Deshalb soll ich lieber schwarze Sachen anziehen. Ich denke aber jeder Mensch sollte tragen können, was er will. Ich bin eh ne Verfechterin davon, mehr Farbe zu tragen. Einfach das, was einen glücklich macht und worauf man Bock hat. Darin wo man sich richtig wohl fühlt und das ausstrahlt, sieht man doch eh am besten aus.
Ich wünsche mir, dass wir nicht mehr so viel über Körper urteilen und darüber, was wer anzuziehen hat. Und deshalb weise ich jetzt Leute, die sowas zu mir sagen darauf hin, was solche Sätze in mir und anderen auslösen. Ob ich meine Klamotten mag, hab nämlich alleine ich zu entscheiden, egal ob ich heute Lust auf ne weiße Jeans, rote Sneaker oder ein pinkes Crop Top hab.
Jule
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Dienstag, 11. Juni 2024
In zwei Wochen bin ich verheiratet. Das ist so verrückt und ich freu mich unfassbar. Trotzdem: Heiraten klingt für mich immer noch nach was, das sich ewig weit weg anfühlt. Irgendwie klingt das so erwachsen. Und so erwachsen fühl ich mich doch noch gar nicht.
Ich ruf immer noch meine Mama an, wenn ich nicht weiß, welches Waschmittel ich kaufen soll und eventuell lieb ich’s auch manchmal im Hopserlauf durch die Gegend zu springen. Das ist doch definitiv nicht erwachsen.
Ich hab das Gefühl, ich bin eigentlich noch gar nicht so wie verheiratete Menschen sein müssen: Ich steh noch nicht mit beiden Beinen im Leben. Ich studier noch und bin finanziell zum Teil noch auf meine Eltern angewiesen und ich hab auch nicht das Gefühl, dass ich nach der Hochzeit direkt Kinder bekommen will.
Aber ich bin mir sicher, das mit meinem Freund will ich für immer. Es passt einfach. DAS ist der Grund, warum ich heiraten will. Und ich glaub das ist auch das, was zählt.
Ich muss mich nicht so erwachsen fühlen wie Heiraten klingt, um zu wissen, dass er der Richtige ist. Ich bin erwachsen genug, um zu wissen, was mir im Leben wichtig ist. Aber manche Dinge, wie eben das klassische Haus mit Kindern, das kann sich erst noch entwickeln. Und: Vielleicht ist Erwachsen sein auch einfach nur anders, als man es sich als Kind vorgestellt hat.