Juliane
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Samstag, 06. Juli 2024
Hab‘ keine Angst! Es ist ganz schön lange her, dass ich das mal von jemandem gehört hab. Ich glaube, das ist vor allem etwas aus der Kindheit. Jetzt wo ich erwachsen bin, sagt das kaum jemand zu mir. Obwohl ich auch mit Mitte 20 noch vor vielem Angst habe. Weltweit passieren schlimme Dinge, ich mache mir Sorgen um meine Zukunft und hab manchmal Angst vor dem was kommt. Da wünsche ich mir, dass mich einfach jemand mal tröstet.
Hab‘ keine Angst. Das ist einer von den Sätzen, die am allermeisten in der Bibel vorkommen! In der Bibel ist es Gott, der den Satz selbst oder durch andere zu den Menschen sagt – und nicht nur Kindern. Denn auch in der Bibel gibt’s einen Haufen von Erwachsenen, die Angst haben. Das tröstet mich etwas, denn oft denk ich, dass die Zustände auf der Welt nur chaotischer und schlimmer werden. Aber zu allen Zeiten gab und gibt es immer Menschen, die schweres durchmachen. Und schon die haben erlebt, wie gut es tut, wenn jemand sagt: „Hab keine Angst“. Auch wenn dadurch nicht alles gleich besser wurde.
Aber in diesem kurzen Satz steckt drin, dass jemand meine Angst sieht. Und ich in dem Moment mit der Angst nicht allein bin.
Und ich hab‘ genauso die Möglichkeit, dass ich nach anderen schaue. Mit dem Satz „Hab keine Angst“ ist das Problem noch nicht gelöst. Aber die Worte trösten und sagen aus, dass wir mit unseren Ängsten nicht alleine sind.
Juliane
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Donnerstag, 04. Juli 2024
Mitten im Nirgendwo – für drei Tage. Ich war mit einer Gruppe von ein paar Leuten auf ‘nem Wildniscamp. Wir haben gezeltet, die Natur erkundet, Müll gesammelt. – Und am offenen Feuer gekocht! Also nachdem wir das Feuer anbekommen hatten. Unsere Aufgabe war nämlich, dass wir zum Anzünden kein Feuerzeug oder Streichhölzer benutzen. Stattdessen haben wir uns mit nem Feuerstab abgemüht. Und als wir das geschafft haben, hatten wir die Aufgabe: Überlegt mal, was euch wirklich brennen lässt. Was in deinem Leben lässt dein Herz so richtig aufgehen?
Ich hab‘ da ziemlich lange drüber nachdenken müssen. Denn erstmal gibt es vieles im Alltag, das ich einfach machen muss und wofür ich jetzt nicht wirklich brenne. Ich muss To-Do’s erledigen, mich bei Leuten zurückmelden, Termine absprechen und Abmachungen einhalten.
Was mich wirklich brennen lässt, sind ganz andere Dinge. Ich liebe Bücher, lese und schreibe mega gerne. Und ich liebe es mit anderen Quality-Time und Spaß zu haben. Das, was mich brennen lässt, kommt im Alltag oft zu kurz. Und mir hat das Wildniscamp klar gemacht: Ich will viel öfter das tun, was mir richtig guttut. Erst dann hab‘ ich wieder Energie für das, was ich weniger gerne mache. Das heißt für mich: Ich muss mich bei neuen Aufgaben auch mal trauen, nein zu sagen. Weniger Dinge übernehmen und Sachen mal sein lassen. Nur dann kann viel öfter das tun, was mich wirklich brennen lässt!
Juliane
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Dienstag, 02. Juli 2024
Ich bin zurzeit richtig viel unterwegs und irgendwie jeden Tag auf Achse. Mal zu Fuß und oft im Auto. Da bin ich echt froh, wenn ich coole Mitfahrer hab‘, die für mich das Radio bedienen oder das Navi im Blick haben. Das gibt einfach viel Sicherheit. Und es ist immer schöner zusammen unterwegs zu sein als allein.
Hätten die Menschen vor langer Zeit in Israel schon Autos gehabt, dann hätten sie sich vielleicht Gott als den perfekten Mitfahrer vorgestellt.
Es gibt eine Geschichte in der ist das Volk Israel seit vielen Jahren unterwegs. Sie sind mit Gottes Hilfe aus der Sklaverei geflohen. Doch nach den vielen Jahren auf der Flucht hat das Volk immer noch keine Heimat gefunden. Und die Menschen sind frustriert und haben Sehnsucht nach einem Zuhause. Und Gott sagt erstmal, Ich begleite euch! Gott sieht, dass das Unterwegssein anstrengend ist. Und: er verspricht nicht, dass sie bald da sind und der Weg einfacher wird. Stattdessen sagt er, dass er auf diesem schwierigen Weg mitgeht!
Genauso erlebe ich Gott auch heute in meinem Alltag! Mir bleiben die schweren Wege im Leben nicht unbedingt erspart. Und manchmal brauch‘ ich ganz schön viel Ausdauer, um anzukommen. Trotzdem weiß ich, dass ich dann nicht allein bin. Gerade in solchen Situationen spüre ich, dass Gott da ist. Zum Beispiel durch liebe Freunde, die mich einfach im hektischen Alltag begleiten und für mich da sind.
Juliane
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Samstag, 25. Mai 2024
Was brauchst du gerade? Das ist eine Haltung, mit der wir öfter auf Menschen zugehen sollten. Ich hab’ einen guten Bekannten, der ein mega gutes Gespür dafür hat. Neulich waren wir gemeinsam unterwegs und wurden einem Mann angesprochen, der nach leeren Pfandflaschen gefragt hatte. Mein Kumpel hat ihm erst die Flasche gegeben, und dann noch sein ganzes Kleingeld. Und schließlich hat er sich zu dem Obdachlosen gesetzt und sich eine Weile mit ihm unterhalten.
Das hat mich total geflasht! Auch wenn es mir irgendwie erstmal unangenehm war, hat mein Bekannter mich unglaublich beeindruckt. Er hat gespürt, dass der Mensch vor ihm nicht nur die Pfandflasche und Geld braucht. Sondern dass er gehört und gesehen werden will.
Das Erlebnis hat mich motiviert, dass ich viel besser darauf achten will, was die Menschen, denen ich begegne, im Alltag so brauchen. Das braucht manchmal Zeit und kostet Überwindung.
Und manchmal heißt es einfach, sich mit einem Fremden mitten auf die Straße zu setzen und zuzuhören.
Juliane
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Donnerstag, 23. Mai 2024
Ich kann richtig nervös werden, wenn ich vor ner scheinbar unlösbaren Aufgabe stehe. Wenn es nach mir ging, würde alles ruhig und entspannt laufen – für mich bräuchte es keine Herausforderungen im Alltag.
In solchen Situationen denk ich an eine Geschichte aus der Bibel. Nach jahrelanger Arbeit als Sklaven schaffen es die Israeliten aus Ägypten zu fliehen. Aber ihre Flucht hat schnell ein Ende: Sie stehen vor dem roten Meer und werden von den ägyptischen Truppen verfolgt. Diese unlösbare Situation löst Mose mit Gottes Hilfe. Mose teilt das Meer und schafft einen Weg aus der auswegslosen Lage: Das Volk kann durch das geteilte Meer weiterlaufen.
Diese Geschichte, die erstmal ziemlich abgedreht klingt, hilft mir ganz oft im Alltag. Sie steht dafür, wie sehr Gott sich um die Menschen kümmert und auf unerwartete Weise helfen kann. Wenn ich vor einem Meer an Problemen stehe, dann stehe ich nicht alleine da. Gott ist an meiner Seite und wird mir früher oder später einen Weg durch das Chaos zeigen. Das ist bei mir bisher nicht so spektakulär passiert, wie bei Mose, der das Meer geteilt hat. Aber oft habe ich nach einer schwierigen Zeit schon zurückgeblickt und gesehen, wie ich einen Weg gefunden haben.
Ich erlebe immer wieder: Wenn Gott für Menschen das Meer geteilt hat, wird auch mir in meinem Alltag heute helfen.
Juliane
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Dienstag, 21. Mai 2024
Denk mal – ans Leben“. Diese Worte habe ich auf einem Warnschild während einer langen Autofahrt gesehen. Und es hat mich mega bewegt, weil ich auf der Fahrt gerade von einer Beerdigung gekommen bin.
Irgendwie ist das Thema Sterben im Alltag nicht so präsent. Zumindest denke ich in nur selten an den Tod und das, was danach kommt. Im vollgepackten und hektischen Leben kommt das einfach selten vor. Aber die Beerdigung und dann das Schild haben mir gezeigt: Meine Zeit ist begrenzt.
Als Christin glaube ich fest daran, dass nach dem Tod noch etwas kommt. Was genau, das weiß ich nicht, aber ich bin überzeugt, dass es etwas Großartiges sein wird. Der Gedanke daran gibt mir nicht nur Trost, sondern auch die Motivation mein Leben voll und ganz zu leben.
Und trotzdem soll beim mir im Leben auch das Thema Tod und Sterben seinen Platz haben. Weil: Beim Tod geht es automatisch immer auch um das Leben. Wenn ich mich mit dem Tod beschäftige, zeigt das mir, dass mein Leben unfassbar wertvoll ist.
Ich will meine Lebenszeit einfach voll und ganz auskosten. Ich will das genießen, was das Leben lebenswert macht und die Menschen um mich herum lieben.
Juliane
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Sonntag, 14. April 2024
Ich bin mega harmoniebedürftig und gehe Streitereien eher aus dem Weg. – Komme aber nicht immer drum herum. Dann bemerke ich, dass Streit oft denselben Grund hat: Man hört sich gegenseitig einfach nicht richtig zu! So viele Konflikte lassen sich vermeiden, wenn man sich Zeit nimmt und dem Gegenüber einfach mal zuhört.
Eine Geschichte, in der es um gescheiterte Kommunikation geht, ist der Turmbau zu Babel. Eine alte Erzählung aus der Bibel. Die Menschen dort wollen eine Stadt mit einem riesigen Turm bauen, um auf der ganzen Erde bekannt zu sein. Gott gefällt das nicht, weil er befürchtet, dass die Menschen dann hochmütig werden. Und er hat eine ziemlich schlaue Idee: Er gibt denen, die den Turm bauen viele unterschiedliche Sprachen. So können sie sich nicht mehr verständigen und das Projekt scheitert.
Ich finde, die Geschichte zeigt vor allem, was Menschen alles schaffen, wenn sie gut miteinander kommunizieren. Die Menschen damals waren drauf und dran, einen unvorstellbar großen Turm zu bauen – weil sie sich verstanden haben und wussten, was der andere wollte. Eine andere Sichtweise auf die Erzählung ist auch, dass es nicht gut ist, immer mehr zu wollen und keine Grenzen zu kennen. Ich nehme aber heute aus der Geschichte mit: Wo wir einander zuhören und versuchen eine gemeinsame Sprache zu finden, da können wir richtig große Sachen erreichen.
Juliane
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Freitag, 12. April 2024
Ich liebe es, wenn ich auf meinem Handy durch die Fotogalerie durchscrolle. So viele Erlebnisse, Ausflüge mit Freunden und auch kleine Momente, die ich nur für mich alleine erlebt hab’. Da kann ich schon mal richtig emotional werden. Mir ist es einfach wichtig, dass ich Erinnerungen auf Bildern festhalte und den Moment immer und immer wieder nacherleben kann. Da kommt mir ganz oft derselbe Gedanke: Man, habe ich ein fantastisches Leben! Die vielen Erinnerungen, die an den Bildern hängen, machen mich oft einfach nur dankbar.
– Dankbarkeit für mein tolles Leben bedeutet natürlich nicht, dass immer alles glatt läuft. Dass und ich nur coole Erlebnisse und gute Erfahrungen hab‘. Aber gerade dann, wenn es mir mies geht, nehm‘ ich mein Handy zur Hand und schau durch meine Fotogalerie. Dann wird mir wieder klar, dass vieles was ich habe, nicht selbstverständlich ist. Meine neueste Idee: immer wenn ich mich an den Bildern freue, schicke ich ein zwei Fotos an Freunde, mit denen ich die schönen Momente erlebt habe – damit auch sie daran erinnert werden, wie fantastisch ihr Leben ist.
Juliane
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Mittwoch, 10. April 2024
Ich bin zurzeit in einer mega spannenden Lebensphase. Im Herbst starte ich einen neuen Job und habe zwei Arbeitsstellen zur Auswahl. Ich werde dafür umziehen und muss mich jetzt für eine Stelle und einen Ort entscheiden. Beide Optionen sind mega und ich hab‘ echt keinen Plan, welche Wahl ich treffen soll. Was wenn ich die falsche Entscheidung treffe? In meinen ganzen Grübeleien hat mir dann eine Freundin einen richtig guten Rat gegeben: „Hey Juliane, wie wäre es, wenn du gar keine falsche Entscheidung treffen kannst, weil du an beiden Arbeitsplätzen richtig bist. Ganz egal wie du dich entscheidest, es ist die richtige Wahl.“ Diese Sichtweise hat mir total geholfen. Und eigentlich hat sie etwas gesagt, von dem ich selbst tief überzeugt bin.
Ich glaube, dass egal was für eine Entscheidung ich treffe, Gott den Weg mit mir geht. Dass er mit mir mitgeht und mir hilft, aus jeder Lebenssituation das Beste zu machen. Egal wo ich hingehe, oder wie ich mich entscheide: Ich bin auf jeden Fall nicht allein. Und ich bin echt dankbar, dass meine Freundin das so auf den Punkt gebracht hat! Egal wie ich mich entscheide, es ist die richtige Wahl. Weil ich nicht allein sein werde.
Juliane
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Montag, 08. April 2024
Ich bin neulich auf Insta über ein richtig cooles Video gestolpert. Ein Straßenkünstler hat mit seiner Marionette ein Musikvideo gemacht. Es war mega faszinierend! Wie lange man einfach üben muss, um Puppen so geschickt bewegen zu können.
Ich glaube ja, dass einige Menschen genau so ein Bild von Gott haben: Dass er ein talentierter Puppenspieler ist. Und wir Menschen seine Marionetten, die nach seiner Pfeife tanzen.
Mit meinem Glauben hat das wenig zu tun. Für mich ist Gott jemand, der die Menschen als echtes Gegenüber behandelt. In der Bibel gibt es viele Geschichten darüber, wie Gott mit den Menschen redet, ihnen zuhört und seine eigene Meinung auch mal von Menschen ändern lässt. Gott und Menschen begegnen sich quasi auf Augenhöhe. Das liebe ich total! Für mich ist das was ganz Besonders am christlichen Glauben, dass Gott den Menschen so nahe kommt.
Für meinen Alltag bedeutet das: Gott schaut mit einem liebevollen Blick auf mich. Er will das Beste für mich und überlässt es dabei mir, zu entscheiden was ich tun will. Anders als eine Marionette kann ich mein Leben völlig selbstständig leben und gestalten. Mein Glaube an Gott bedeutet, dass ich jemanden an meiner Seite habe, der es gut mit mir meint. Und nicht, dass jemand von oben herab dirigiert, was ich tun muss.