Donnerstag, 15. Januar 2026
Manchmal stehe ich mir selbst im Weg. Wenn ich jemand anders im Bus im Weg steh, dann ist es meist total einfach Platz zu machen. Aber wie geht das, wenn man sich selbst im Weg steht?
Beziehungen sind für mich zum Beispiel das wichtigstes in meinem Leben. Ich bin gerne für meine Freunde da.
Und trotzdem: Letztens hatte eine Freundin ein life goal erreicht. Ich habe mich so sehr für sie gefreut und wollte ihr eine Karte und eine kleine Überraschung schicken. Das habe ich nicht geschafft. Eine WhatsApp-Nachricht hab ich auch erst Wochen später geschrieben. Super nervig und ich verstehe mich selbst nicht…
Am meisten nervt mich, dass ich da hinter meinen eigenen Ansprüchen zurück bleib. Das ich gerne eine bessere Freundin wäre, als ich aktuell bin.
Eine wirkliche Lösung hab ich nicht. Wenn ich mir nicht weiter im Weg stehen will, muss ich entweder an meinen Ansprüchen arbeiten oder schauen, was ich tun kann um ihn besser gerecht zu werden.
Ich hab mich dafür entschieden, meiner Freundin erstmal ganz ehrlich zu sagen: „Tut mir leid, ich hab dich nicht vergessen, aber ich habs leider nur nicht geschafft“.
Meine Freundin hat mit viel Verständnis reagiert. Dafür bin ich dankbar -vielleicht sind meine Ansprüche an mich selbst, ja manchmal viel höher als die von anderen
Beziehungen sind für mich zum Beispiel das wichtigstes in meinem Leben. Ich bin gerne für meine Freunde da.
Und trotzdem: Letztens hatte eine Freundin ein life goal erreicht. Ich habe mich so sehr für sie gefreut und wollte ihr eine Karte und eine kleine Überraschung schicken. Das habe ich nicht geschafft. Eine WhatsApp-Nachricht hab ich auch erst Wochen später geschrieben. Super nervig und ich verstehe mich selbst nicht…
Am meisten nervt mich, dass ich da hinter meinen eigenen Ansprüchen zurück bleib. Das ich gerne eine bessere Freundin wäre, als ich aktuell bin.
Eine wirkliche Lösung hab ich nicht. Wenn ich mir nicht weiter im Weg stehen will, muss ich entweder an meinen Ansprüchen arbeiten oder schauen, was ich tun kann um ihn besser gerecht zu werden.
Ich hab mich dafür entschieden, meiner Freundin erstmal ganz ehrlich zu sagen: „Tut mir leid, ich hab dich nicht vergessen, aber ich habs leider nur nicht geschafft“.
Meine Freundin hat mit viel Verständnis reagiert. Dafür bin ich dankbar -vielleicht sind meine Ansprüche an mich selbst, ja manchmal viel höher als die von anderen
Dienstag, 13. Januar 2026
„Du kannst alles schaffen, wenn du‘s nur willst“ oder „Sei einfach du selbst, Hauptsache authentisch“ – das sind so Lebensmottos, denen ich gerade immer wieder bei Influencern oder Freunden begegne. Mein Lebensmotto ist schon seit einiger Zeit: „Sei mutig“. Ich habe auch einen Bibelvers, der mich schon lange begleitet und das für mich beschreibt:
„Ich habe dir doch gesagt, dass du stark und mutig sein sollst! Fürchte dich nicht und schrecke vor nichts zurück! Denn der Herr, dein Gott, ist mit dir bei allem, was du unternimmst!“.
In den letzten Wochen hab ich das vergangene Jahr reflektiert und dabei gemerkt, wie passend mein Lebensvers mal wieder war.
Letztes Jahr war ich richtig mutig! Zum Beispiel als ich meinen Job gekündigt, ein halbes Jahr in Finnland gelebt und dann ein Studium angefangen hab. Das alles hat Mut gekostet und es war wirklich nicht immer leicht. Doch jeder mutige Schritt hat sich am Ende gelohnt. Ich konnte auch so mutig sein, weil ich darauf vertraue, dass Gott bei mir ist, egal was ich mache.
Diese Erfahrung, das Mut sich lohnt, möchte ich ins Jahr 2026 mitnehmen. Nicht aufhören Neues zu auszuprobieren und an der richtigen Stelle auch altes aufzuhören – mutig sein eben.
„Ich habe dir doch gesagt, dass du stark und mutig sein sollst! Fürchte dich nicht und schrecke vor nichts zurück! Denn der Herr, dein Gott, ist mit dir bei allem, was du unternimmst!“.
In den letzten Wochen hab ich das vergangene Jahr reflektiert und dabei gemerkt, wie passend mein Lebensvers mal wieder war.
Letztes Jahr war ich richtig mutig! Zum Beispiel als ich meinen Job gekündigt, ein halbes Jahr in Finnland gelebt und dann ein Studium angefangen hab. Das alles hat Mut gekostet und es war wirklich nicht immer leicht. Doch jeder mutige Schritt hat sich am Ende gelohnt. Ich konnte auch so mutig sein, weil ich darauf vertraue, dass Gott bei mir ist, egal was ich mache.
Diese Erfahrung, das Mut sich lohnt, möchte ich ins Jahr 2026 mitnehmen. Nicht aufhören Neues zu auszuprobieren und an der richtigen Stelle auch altes aufzuhören – mutig sein eben.
Samstag, 20. Dezember 2025
Ich liebe es meinen Geburtstag zu feiern. Eigentlich sind dann immer richtig viele Freunde da, es gibt leckeres Essen und ich nutze es als Chance, meinen Freunden zu sagen, wie dankbar ich für sie bin.
Aber dieses Jahr war alles anders… Ich war einfach zu spät dran mit den Einladungen. Darum haben nur meine drei längsten Freunde zugesagt.
Auch wenn das mies ist: Ich war irgendwie enttäuscht und traurig. Ich wusste zwar woran es liegt, aber trotzdem war die Sorge da, wie der Tag wohl wird, wenn der Geburtstag jetzt nur so klein ist. Und ja, irgendwie war die Vorfreude dadurch nicht ganz so groß.
An meinen Geburtstag war ich dann echt überrascht: Der Tag war zwar viel ruhiger als die letzten Jahre, aber trotzdem super schön und wertvoll. Ich habe richtig gespürt wie wichtig in den drei bin und wir hatten einen genialen Tag, voller ehrlicher Gespräche und viel guter Laune.
Und irgendwie steht die Geburtstagsfeier vielleicht für etwas das mir bei Freundschaft wichtig ist:
Die wenigen und intensiven Freundschaften sind im Zweifel wertvoller, als ein ganz großer Freundeskreis. Weil das ehrliche und intensive – das kann und will ich gar nicht mit so vielen Menschen teilen.
Zu meinem nächsten Geburtstag lade ich trotzdem wieder rechtzeitig ein und es soll ne große Party werden. Für die engen Freundschaften, nehm ich mir an einem der anderen Tage Zeit.
Aber dieses Jahr war alles anders… Ich war einfach zu spät dran mit den Einladungen. Darum haben nur meine drei längsten Freunde zugesagt.
Auch wenn das mies ist: Ich war irgendwie enttäuscht und traurig. Ich wusste zwar woran es liegt, aber trotzdem war die Sorge da, wie der Tag wohl wird, wenn der Geburtstag jetzt nur so klein ist. Und ja, irgendwie war die Vorfreude dadurch nicht ganz so groß.
An meinen Geburtstag war ich dann echt überrascht: Der Tag war zwar viel ruhiger als die letzten Jahre, aber trotzdem super schön und wertvoll. Ich habe richtig gespürt wie wichtig in den drei bin und wir hatten einen genialen Tag, voller ehrlicher Gespräche und viel guter Laune.
Und irgendwie steht die Geburtstagsfeier vielleicht für etwas das mir bei Freundschaft wichtig ist:
Die wenigen und intensiven Freundschaften sind im Zweifel wertvoller, als ein ganz großer Freundeskreis. Weil das ehrliche und intensive – das kann und will ich gar nicht mit so vielen Menschen teilen.
Zu meinem nächsten Geburtstag lade ich trotzdem wieder rechtzeitig ein und es soll ne große Party werden. Für die engen Freundschaften, nehm ich mir an einem der anderen Tage Zeit.
Donnerstag, 18. Dezember 2025
Atemübungen, einen Spaziergang mahcen, alles aufschreiben. Wenn der Kopf mal wieder so voll ist, dass nichts mehr geht, können diese Dinge echt helfen. Ja, auch mir haben sie schon geholfen, wenn mal wieder zu viele Gedanken und Gefühle in mir waren. Aber ganz ehrlich:
Manchmal hilft mir weinen doch am besten.
Also in manchen Situationen kann ich kann dann auch gar nicht anders. Die Tränen fließen einfach und überraschenderweise geht es mir danach oft besser.
Genau darum finde ich es auch voll okay zu weinen. Das ist kein Zeichen von Schwäche. Sondern es ist ein guter Weg vom Körper, mit den Gedanken und Gefühlen umzugehen. Wenn ich weine, kann ich einiges besser loslassen. Ich fühl mich dann klarer, befreiter. Also ob das Schwere abgefallen ist.
In einem alten Gebet in der Bibel gibt es dazu eine schöne Bitte. „Sammle meine Tränen in einem Krug, Gott“ (Psalm 56,9). Klingt erstmal komisch. Aber ich finde diesen Vers schön, weil da drinsteckt, dass bei Gott alles zusammenkommt. Dass er weiß wie es mir geht und nichts verloren ist. Jede Träne soll von Gott gesammelt werden. So kann ich mich voll aufs Weinen konzentrieren und alles einfach rauslassen. Bei Gott ist es gut aufgehoben.
Manchmal hilft mir weinen doch am besten.
Also in manchen Situationen kann ich kann dann auch gar nicht anders. Die Tränen fließen einfach und überraschenderweise geht es mir danach oft besser.
Genau darum finde ich es auch voll okay zu weinen. Das ist kein Zeichen von Schwäche. Sondern es ist ein guter Weg vom Körper, mit den Gedanken und Gefühlen umzugehen. Wenn ich weine, kann ich einiges besser loslassen. Ich fühl mich dann klarer, befreiter. Also ob das Schwere abgefallen ist.
In einem alten Gebet in der Bibel gibt es dazu eine schöne Bitte. „Sammle meine Tränen in einem Krug, Gott“ (Psalm 56,9). Klingt erstmal komisch. Aber ich finde diesen Vers schön, weil da drinsteckt, dass bei Gott alles zusammenkommt. Dass er weiß wie es mir geht und nichts verloren ist. Jede Träne soll von Gott gesammelt werden. So kann ich mich voll aufs Weinen konzentrieren und alles einfach rauslassen. Bei Gott ist es gut aufgehoben.
Sonntag, 23. November 2025
Heute ist für mich ein Fest der Liebe und gleichzeitig ein trauriger Tag.
Heute ist Ewigkeitssonntag oder Totensonntag und in der evangelischen Kirche denkt man an all die Menschen, die im letzten Jahr gestorben sind.
Jetzt versteht man vermutlich, warum heute für mich ein trauriger Tag ist.
Ich denk an zwei Freundinnen, die einen Elternteil verloren haben. Menschen, die man eigentlich noch so sehr im Leben braucht. Wenn sie davon erzählen, spür ich, wie groß so ein Fehlen sein kann. Und irgendwie denk ich dann auch an unseren Familienhund. Der war jahrelang einfach Teil der Familie und plötzlich war da Stille. Kein Tapsen oder Bellen mehr im Flur. Dieses Gefühl, dass jemand fehlt, das bleibt. Aber dass uns Menschen so fehlen, zeigt auch, wie sehr wir sie geliebt haben. Und ich glaube: Diese Liebe bleibt.
Auch wenn das Vermissen sehr wehtut, wegen der Liebe ist der Tag für mich auch ein Tag der Hoffnung. Denn der christliche Glaube sagt: Die Liebe ist stärker als der Tod und für Gott ist niemand verloren. Das Leben hört nicht einfach auf, es verändert sich.
Ich finde das tröstlich. Weil es heißt: Nichts, was wirklich zählt, verschwindet. Vielleicht ist das Ewigkeit, dass Gott hält, was wir loslassen müssen. Und dass am Ende die Liebe bleibt.
Heute ist Ewigkeitssonntag oder Totensonntag und in der evangelischen Kirche denkt man an all die Menschen, die im letzten Jahr gestorben sind.
Jetzt versteht man vermutlich, warum heute für mich ein trauriger Tag ist.
Ich denk an zwei Freundinnen, die einen Elternteil verloren haben. Menschen, die man eigentlich noch so sehr im Leben braucht. Wenn sie davon erzählen, spür ich, wie groß so ein Fehlen sein kann. Und irgendwie denk ich dann auch an unseren Familienhund. Der war jahrelang einfach Teil der Familie und plötzlich war da Stille. Kein Tapsen oder Bellen mehr im Flur. Dieses Gefühl, dass jemand fehlt, das bleibt. Aber dass uns Menschen so fehlen, zeigt auch, wie sehr wir sie geliebt haben. Und ich glaube: Diese Liebe bleibt.
Auch wenn das Vermissen sehr wehtut, wegen der Liebe ist der Tag für mich auch ein Tag der Hoffnung. Denn der christliche Glaube sagt: Die Liebe ist stärker als der Tod und für Gott ist niemand verloren. Das Leben hört nicht einfach auf, es verändert sich.
Ich finde das tröstlich. Weil es heißt: Nichts, was wirklich zählt, verschwindet. Vielleicht ist das Ewigkeit, dass Gott hält, was wir loslassen müssen. Und dass am Ende die Liebe bleibt.
Samstag, 22. November 2025
Jetzt bin ich seit etwas mehr als einem Monat wieder in Deutschland und irgendwie fühlt sich das noch komisch an. Finnland ist vorbei, ich hab nur ein halbes Jahr dort gelebt und trotzdem vermisse ich es so sehr. Die Leute, die Landschaft, die kleinen Momente, alles fehlt irgendwie.
Auch wenn das Vermissen kein Spaß macht gleichzeitig zeigt es mir: Finnland war was Besonderes. Etwas, das mir wichtig ist.
Das hilft manchmal schon. Und wenn mein Vermissen mal wieder zu groß ist, dann erzähle ich Gott davon wie schwer es mir gerade fällt, nicht mehr in Finnland zu sein. Ich spüre dann: Gott hält fest, was mir wichtig ist.
Von Gott heißt es einmal in der Bibel, dass er sogar alle Haare auf meinem Kopf gezählt hat – ich vertrau drauf: Bei ihm geht nichts verloren. Und so kann ich mit viel Dankbarkeit auf alles Schöne, was ich in Finnland hatte zurückschauen.
Meine Freundschaften die ich in Finnland geschlossen habe, die gemeinsamen Wanderungen, die Gespräche und das Pfannkuchen essen am Lagerfeuer. Gute Erinnerungen, die bei mir und Gott aufgehoben sind.
Auch wenn das Vermissen kein Spaß macht gleichzeitig zeigt es mir: Finnland war was Besonderes. Etwas, das mir wichtig ist.
Das hilft manchmal schon. Und wenn mein Vermissen mal wieder zu groß ist, dann erzähle ich Gott davon wie schwer es mir gerade fällt, nicht mehr in Finnland zu sein. Ich spüre dann: Gott hält fest, was mir wichtig ist.
Von Gott heißt es einmal in der Bibel, dass er sogar alle Haare auf meinem Kopf gezählt hat – ich vertrau drauf: Bei ihm geht nichts verloren. Und so kann ich mit viel Dankbarkeit auf alles Schöne, was ich in Finnland hatte zurückschauen.
Meine Freundschaften die ich in Finnland geschlossen habe, die gemeinsamen Wanderungen, die Gespräche und das Pfannkuchen essen am Lagerfeuer. Gute Erinnerungen, die bei mir und Gott aufgehoben sind.
Donnerstag, 20. November 2025
Ich war da! Am Nordkap. Ganz oben in Norwegen, quasi am Ende der Welt. So viele haben das auf ihrer Bucketlist und ich dachte: Wenn ich da bin, wird’s sicher total überwältigend.
Nur… war’s irgendwie nicht. Es war grau, windig, wolkig und ich hab mich gefragt:
Das soll jetzt der Moment sein?
Einen Tag später sind wir weiter zu einem Canyon gefahren, dem größten Nordeuropas. Eigentlich nur, weil’s auf dem Weg lag. Und da war es plötzlich: dieses Gefühl von Staunen, Freiheit und Ankommen. Das, was ich eigentlich am Nordkap erwartet hatte, hab ich hier ganz unverhofft gefunden.
Da hab ich gemerkt: Manchmal liegt das Besondere nicht in dem, was alle als Highlight feiern, sondern in dem, was mich wirklich berührt.
Und ich hab mich daran erinnert. Mit Gott geht es mir oft genauso. Oft passieren meine Begegnungen mit Gott mitten im Alltag, dann wenn ich gar nicht damit rechne.
Nur… war’s irgendwie nicht. Es war grau, windig, wolkig und ich hab mich gefragt:
Das soll jetzt der Moment sein?
Einen Tag später sind wir weiter zu einem Canyon gefahren, dem größten Nordeuropas. Eigentlich nur, weil’s auf dem Weg lag. Und da war es plötzlich: dieses Gefühl von Staunen, Freiheit und Ankommen. Das, was ich eigentlich am Nordkap erwartet hatte, hab ich hier ganz unverhofft gefunden.
Da hab ich gemerkt: Manchmal liegt das Besondere nicht in dem, was alle als Highlight feiern, sondern in dem, was mich wirklich berührt.
Und ich hab mich daran erinnert. Mit Gott geht es mir oft genauso. Oft passieren meine Begegnungen mit Gott mitten im Alltag, dann wenn ich gar nicht damit rechne.
Mittwoch, 19. November 2025
Ich hab’s echt verkackt. Eine Bekannte hatte mich gebeten, ihr Unterlagen für eine Schulung zu schicken und ich hab’s einfach komplett vergessen. Als sie mir dann heute geschrieben hat, dass sie deswegen improvisieren musste, bin ich fast im Boden versunken. Ich hab mich soooo über meine Schusseligkeit geärgert. Und ich hab auch gemerkt, wie schwer es mir fällt, meine Fehler einfach stehen zu lassen.
Irgendwie passt das heute ganz gut, denn heute ist Buß und Bettag.
Man könnte eigentlich sagen, das ist einmal im Jahr die christliche Fuck-Up-Night.
An dem Tag hat alles Platz, was schiefgelaufen ist. Alle Momente, wo man am liebsten im Boden versunken wäre. All das, wo man jemand anders verletzt hat. Alles, wofür man sich einfach nur schämt.
Den Tag gibt’s aber nicht, um uns schlecht zu machen. Sondern, um all das loszuwerden – wie bei einer Fuck-Up-Night eben.
In der Kirche geht’s heute darum, ehrlich zu sich selbst zu sein. Aber dann auch loszulassen und sich daran zu erinnern, wie Gott einen sieht.
Für den zählt nicht nur, was wir verkacken. Sondern er schaut mit einem liebevollen Blick auf uns und sagt: Wo du es brauchst, mach ich mit dir einen Neuanfang.
Irgendwie passt das heute ganz gut, denn heute ist Buß und Bettag.
Man könnte eigentlich sagen, das ist einmal im Jahr die christliche Fuck-Up-Night.
An dem Tag hat alles Platz, was schiefgelaufen ist. Alle Momente, wo man am liebsten im Boden versunken wäre. All das, wo man jemand anders verletzt hat. Alles, wofür man sich einfach nur schämt.
Den Tag gibt’s aber nicht, um uns schlecht zu machen. Sondern, um all das loszuwerden – wie bei einer Fuck-Up-Night eben.
In der Kirche geht’s heute darum, ehrlich zu sich selbst zu sein. Aber dann auch loszulassen und sich daran zu erinnern, wie Gott einen sieht.
Für den zählt nicht nur, was wir verkacken. Sondern er schaut mit einem liebevollen Blick auf uns und sagt: Wo du es brauchst, mach ich mit dir einen Neuanfang.
Freitag, 24. Oktober 2025
Wenn ein Kind weint, nimmt man es in den Arm. Ganz automatisch. Und manchmal ist das die einzige Lösung, die wirklich hilft und guttut.
Ich war für fünf Monate im Norden von Finnland für einen Freiwilligendienst. In einem Ort, wo ich niemanden kannte. Ich war echt oft allein, aber ich hab lange gar nicht gemerkt, wie sehr mir Nähe fehlt. Doch dann hat mich eine Kollegin an einem Abend zum Abschied umarmt.
Plötzlich war da dieses Gefühl: Ich werd gesehen. Ich gehör dazu.
Einfach nur, weil da jemand kurz bei mir war. Es war, als würde mein Inneres einmal kurz durchatmen.
Wissenschaftlich ist das ja längst klar: Berührungen bauen Stress ab, setzen Glückshormone frei.
Und irgendwie passt das auch zu dem, was ich über Jesus weiß und wie ich ihn mir vorstelle.
Der hat nicht Abstand gehalten, der hat die Menschen, die es gebraucht habe, in den Arm genommen. Sogar die, die kein anderer anfassen wollte.
Und wenn ich die Geschichten von Jesus lese, dann war das mehr als eine Geste. Das war ein: Du gehörst dazu.
Heute kann Jesus mich nicht mehr direkt berühren. Aber ich glaube, er wirkt durch die Menschen. Durch Freunde, Familie – und Kollegen.
Ich war für fünf Monate im Norden von Finnland für einen Freiwilligendienst. In einem Ort, wo ich niemanden kannte. Ich war echt oft allein, aber ich hab lange gar nicht gemerkt, wie sehr mir Nähe fehlt. Doch dann hat mich eine Kollegin an einem Abend zum Abschied umarmt.
Plötzlich war da dieses Gefühl: Ich werd gesehen. Ich gehör dazu.
Einfach nur, weil da jemand kurz bei mir war. Es war, als würde mein Inneres einmal kurz durchatmen.
Wissenschaftlich ist das ja längst klar: Berührungen bauen Stress ab, setzen Glückshormone frei.
Und irgendwie passt das auch zu dem, was ich über Jesus weiß und wie ich ihn mir vorstelle.
Der hat nicht Abstand gehalten, der hat die Menschen, die es gebraucht habe, in den Arm genommen. Sogar die, die kein anderer anfassen wollte.
Und wenn ich die Geschichten von Jesus lese, dann war das mehr als eine Geste. Das war ein: Du gehörst dazu.
Heute kann Jesus mich nicht mehr direkt berühren. Aber ich glaube, er wirkt durch die Menschen. Durch Freunde, Familie – und Kollegen.
Mittwoch, 22. Oktober 2025
Sich mit Menschen verstehen, die eine ganz andere Meinung haben – also wenn ich durch Social Media scrolle, dann würde ich sagen geht das nicht. Aber ich hab das in den letzten Monaten anders erlebt.
Ich war für fünf Monate in einem kleinem Ort im Norden von Finnland als Volunteer. Dort kannte ich niemanden und war anfangs oft allein und einsam.
Dann hab ich aber über die Kirche Leute kennengelernt. Doch die waren alle super konservativ. In Diskussionen lagen Welten zwischen uns. Viele Gespräche waren echt anstrengend, weil ich so viel liberalere Meinungen vertrete.
Aber ich wurde trotzdem ganz oft eingeladen: Zum Wandern oder in die Sauna. Und als ich nach einer Knie-Verletzung nicht einkaufen konnte, hat eine Frau für mich mit eingekauft. Ohne große Worte. Einfach so. Es war die Frau, die mir in Diskussionen ganz oft widersprochen hat.
Und ich hab gedacht: Krass, das ist Gemeinschaft.
Nicht, weil wir gleich glauben. Sondern weil wir die Unterschiede ausgehalten haben.
Der Glaube war irgendwie die Klammer, nicht weil wir alles gleich sehen, sondern weil wir trotzdem zusammengehören.
Gemeinschaft heißt nicht, sich immer einig zu sein. Sondern sich für einander zu entscheiden, Unterschiede auszuhalten und trotzdem füreinander da zu sein.
Ich war für fünf Monate in einem kleinem Ort im Norden von Finnland als Volunteer. Dort kannte ich niemanden und war anfangs oft allein und einsam.
Dann hab ich aber über die Kirche Leute kennengelernt. Doch die waren alle super konservativ. In Diskussionen lagen Welten zwischen uns. Viele Gespräche waren echt anstrengend, weil ich so viel liberalere Meinungen vertrete.
Aber ich wurde trotzdem ganz oft eingeladen: Zum Wandern oder in die Sauna. Und als ich nach einer Knie-Verletzung nicht einkaufen konnte, hat eine Frau für mich mit eingekauft. Ohne große Worte. Einfach so. Es war die Frau, die mir in Diskussionen ganz oft widersprochen hat.
Und ich hab gedacht: Krass, das ist Gemeinschaft.
Nicht, weil wir gleich glauben. Sondern weil wir die Unterschiede ausgehalten haben.
Der Glaube war irgendwie die Klammer, nicht weil wir alles gleich sehen, sondern weil wir trotzdem zusammengehören.
Gemeinschaft heißt nicht, sich immer einig zu sein. Sondern sich für einander zu entscheiden, Unterschiede auszuhalten und trotzdem füreinander da zu sein.
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