Rebekka
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Sonntag, 08. März 2026
Ich mag Sprache. Und Schreiben. Schon immer. Irgendwie finde ich‘s befreiend. Wenn ich ChatGPT nutze, dann eigentlich nur, um mir eine Idee zu holen oder zu sehen, wie man einen Text aufbauen könnte. Aber ich überarbeite alles, weil das Schreiben ja mein Ding ist.
Was ich aber immer öfter sehe, sind Leute, die ganze Hausarbeiten oder Referate komplett mit KI schreiben. Nicht, weil sie Hilfe brauchen, sondern um weniger Arbeit zu haben. Und das Schlimme ist – es funktioniert. Nur lernen sie dabei nichts. Noch problematischer ist es bei Kindern, die gar nicht erst lernen, selbst zu schreiben oder zu recherchieren, weil sie von Anfang an mit ChatGPT aufwachsen.
Ich frage mich echt, was das mit unserer Kreativität macht. Manchmal bin ich sogar paranoid: Wenn ich was schreibe, denke ich, „klingt das jetzt zu sehr nach KI?“ – total absurd eigentlich. Und dann kenne ich jemanden, der sogar Liebesnachrichten mit ChatGPT schreibt. Entschuldigungen nach einem Streit, „Ich vermisse dich“-Nachrichten … alles mit KI. Und das finde ich richtig schlimm. Weil da ja gar kein echtes Gefühl drinsteckt. Keine Reflexion, kein Versuch, den anderen zu verstehen – nur ein vorgefertigter Text.

Ich glaube, KI an sich ist nicht das Problem – sondern, wie wir sie benutzen. Wenn wir sie als Hilfe sehen, kann sie uns inspirieren. Aber wenn wir sie alles machen lassen, verlernen wir, was uns ausmacht: selbst zu denken, zu fühlen und zu gestalten.
Rebekka
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Samstag, 07. März 2026
Manchmal sitze ich einfach nur da und versteh die Welt nicht. Warum passiert so viel Schlimmes? Warum gibt’s so viel Krieg, Leid, Hass und Ungerechtigkeit – und Gott schaut einfach zu? Ich habe mir diese Frage schon oft gestellt. Wenn Gott allmächtig ist, warum greift er dann nicht ein?
Manchmal denke ich, das bedeutet, dass Gott gar nicht da ist. Aber vielleicht ist das zu einfach. Vielleicht ist Gott nicht der, der alles Schlimme verhindert – sondern der, der mitten im Schlimmen bei uns bleibt. In den Menschen, die helfen. In den Krankenpflegern, die nicht aufgeben. In der Freundin, die mich tröstet. In den Menschen, die spenden, oder einfach beten. Vielleicht nimmt Gott den Schmerz nicht weg, weil er uns die Freiheit lässt, selbst Verantwortung zu übernehmen. Damit wir einander nicht vergessen, und damit wir spüren, wie wichtig Mitgefühl ist.
Ich glaube, Gott wirkt nicht immer laut. Oft ist er leise, fast unscheinbar – aber da. Nicht als Zauberer, der Probleme wegmacht, sondern als Kraft, die uns weitermachen lässt. Und vielleicht geht’s gar nicht darum, Gott zu finden, sondern zu erkennen, wo er längst wirkt. In der Liebe. Im Mitgefühl. In jedem kleinen Stück Hoffnung, das bleibt – auch wenn sonst gerade alles dunkel ist.
Rebekka
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Freitag, 06. März 2026
Was macht uns Menschen eigentlich menschlich? Da fällt mir vieles ein. Zum Beispiel, dass wir uns unterhalten und lieben können. Das können Tiere auch, aber wir sind zudem in der Lage, uns auf echt intelligente Weise gemeinsam zu organisieren und zu koordinieren. Wir sind eine Spezies mit vielen positiven Eigenschaften und auf den ersten Blick die intelligenteste. Vielleicht stellen wir uns deswegen so oft über alle anderen Spezies und rechtfertigen damit unsere schlechten Taten gegenüber der Natur und Tieren – meiner Meinung nach ein großer Fehler.
Und da sind wir auch schon beim Thema: Eine Sache, die ich direkt mit menschlich sein verbinde, ist Imperfektion. Wir Menschen sind nicht perfekt, denn wir alle machen Fehler, ob wir wollen oder nicht. Das ist eins der Dinge, die uns von Gott unterscheidet: Gott macht keine Fehler, wir Menschen schon. Fehler machen ist menschlich. Ich bin ein Mensch und deshalb mache ich Fehler, das kann ich gar nicht vermeiden.
Ich finde, was zählt ist, wie ich mit meinen Fehlern umgehe. So oft will ich keine Verantwortung für meine Fehler übernehmen oder gestehe sie mir gar nicht erst ein. Ich suche mir lieber einen Sündenbock, um davon abzulenken, dass etwas meine Schuld ist. Und hier liegt das eigentliche Problem. Wer Fehler macht, der muss auch dazu stehen. Nobody is perfect. Und klar will ich keine Fehler machen – aber wenn es doch passiert, dann weiß ich eins: Jeder Fehler bietet mir die Möglichkeit, aus ihm zu lernen.
Rebekka
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Donnerstag, 05. März 2026
Nach dem Abi war ich ein Jahr lang für einen Freiwilligendienst in Bolivien. Heute bin ich regelmäßig in Lateinamerika – habe dort Freunde, Familie, sogar eine Beziehung. Aber ehrlich gesagt: Ich musste mich damals richtig überwinden. Ich hatte Heimweh, Angst, und habe mich gefragt, ob ich das überhaupt schaffe. Heute ist das komplett anders. Wenn ich dort bin, vergeht meine Zeit wie im Flug! Und jedes Mal merke ich: Reisen verändert nicht nur, wie ich die Welt sehe – sondern auch, wie ich mich selbst sehe.
Es geht gar nicht nur um neue Orte oder Sprachen. Sondern um Perspektiven. Um Momente, in denen ich merke: Meine eigenen Gewohnheiten sind nicht so selbstverständlich, wie ich immer gedacht habe. Dass man anders denken kann – und dass das gut ist. Zum Beispiel, wenn Freunde in Bolivien sagen: „Tranquila, alles kommt, wie‘s soll.“ Während ich innerlich schon den nächsten Plan mache, bleiben sie ruhig, statt sich sofort zu stressen, wenn mal was schiefläuft.
Ich weiß, nicht jeder kann einfach so ins Ausland gehen, aus verschiedenen Gründen. Aber ich glaube, kultureller Austausch kann auch im Kleinen passieren. Beim Essen mit Menschen aus anderen Ländern. Beim Zuhören. Beim Fragenstellen.
Was mir das Reisen beigebracht hat? Offener zu sein. Dankbarer. Mutiger. Gelassener. Und manchmal auch stiller. Weil ich merke, dass die Welt groß ist, und ich selbst nur ein kleiner Teil davon bin – aber ein Teil, der jeden Tag dazulernen kann!
Rebekka
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Mittwoch, 04. März 2026
Ich war gerade erst ein paar Tage weg – Städtetrip mit Freunden, alles perfekt: Sonne, gutes Essen, viel Lachen. Und trotzdem war da dieses Gefühl im Bauch, so ein leises Ziehen. Ich hab’s erst gar nicht richtig gecheckt – bis ich gemerkt habe: Ich habe Heimweh.
Und das ist seltsam. Ich bin 26, Studentin, ständig im Ausland, eigentlich total gern unterwegs – aber manchmal fehlt mir mein Zuhause so sehr, dass ich am liebsten sofort wieder zurückwill. Dabei geht’s gar nicht nur um das Haus oder das Bett, sondern um das, was dahintersteckt: Menschen, die mich kennen und denen ich vertraue. Wo ich mich geborgen fühle. Wo ich schöne Erinnerungen habe.
Dieses Heimweh erinnert mich daran, dass ich irgendwo hingehöre. Und manchmal denke ich: vielleicht ist das sogar noch mehr als nur Sehnsucht nach einem Ort oder meiner Familie.
Vielleicht steckt da eine tiefere Sehnsucht drin – nach Gott.
Denn so wie ich mich nach Zuhause sehne, wenn ich unterwegs bin, so sehne ich mich manchmal auch nach einem inneren Zuhause. Wo ich mich geborgen und geliebt fühle, und wo ich zur Ruhe kommen kann – ich sehne mich nach etwas, das bleibt, wenn alles andere sich verändert.
Und dann weiß ich: Ich hab immer ein Zuhause, egal wo ich bin. Denn Gott geht mit mir – und wartet schon da, wo ich ankomme.
Rebekka
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Dienstag, 03. März 2026
Ich habe Epilepsie. Und das ist mehr als eine Diagnose. Auch wenn Außenstehende das nicht sehen können, schränkt es mein Leben ein. Denn bei mir kommt ein Anfall meistens, wenn ich’s am wenigsten erwarte. Monate oder sogar Jahre lang passiert gar nichts – und genau das ist das Problem. Ich wähne mich in Sicherheit, denk: „Okay, jetzt hab ich’s im Griff.“ Und dann passiert’s wieder.
Das Schlimmste ist für mich nicht mal der Anfall selbst, obwohl der natürlich gefährlich ist, zum Beispiel wenn ich auf der Straße umfalle. Viel schlimmer ist das Danach. Die Enttäuschung, die Angst. Der Moment, in dem ich aufwache und nicht weiß, was gerade passiert ist – und dann kapiere: Ich muss schon wieder von vorne anfangen. Ich frage mich dann, ob ich jemals wirklich sicher sein kann – oder ob ich immer mit dieser Unsicherheit leben muss.
Ich habe gelernt, dass Kontrolle oft eine Illusion ist. Ich kann alles richtig machen, meine Medikamente nehmen, Stress vermeiden – und trotzdem kann’s passieren. Das ist hart. Aber ich versuche, mich davon nicht lähmen zu lassen. Statt mich zurückzuziehen, spreche ich offen darüber, um anderen Mut zu machen und aufzuklären, was im Ernstfall zu tun ist. Ich will nicht in Angst leben, sondern mit ihr. Und mir sagen: Ich bin nicht meine Krankheit. Ich bin mehr als das, was mir passiert. Und wenn’s wieder passiert – stehe ich eben wieder auf.
Rebekka
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Montag, 02. März 2026
Vor Kurzem ist die Oma meines Freundes gestorben. Sie war Brasilianerin und ist mit über 90 Jahren friedlich im Kreis ihrer Familie eingeschlafen. Und obwohl natürlich Trauer da war, war dieser Tag alles andere als still. Mein Freund hat mir Videos von dort geschickt, die nach richtiger Partystimmung aussehen!
Die ganze Familie war da – acht Kinder, unzählige Enkel, Nichten und Neffen. Alle sollten Weiß tragen, weil die Oma das so wollte. Sie haben laut gesungen, getanzt, Geschichten erzählt – und ihr Leben gefeiert. Und irgendwie passte das alles zusammen. Es war traurig – aber gleichzeitig voller Liebe und Leben.
Und dann ist auch noch meine Großtante gestorben, hier in Deutschland. Auch sie war alt, und auch sie ist friedlich gegangen. Ihre Beerdigung war still, andächtig, in Schwarz, mit leiser Musik. Und das war genauso schön – auf eine andere Weise.
Ich glaube, es gibt kein richtig oder falsch, wenn es ums Trauern geht. Jede Kultur, jede Familie, jeder Mensch macht das anders. Aber der Gedanke, das Leben zu feiern, statt den Tod zu betrauern, gefällt mir. Weil der Tod für uns Christen kein Ende ist, sondern ein Anfang, und wir daran glauben, dass wir uns später wiedersehen. Auferstehung heißt: Das Leben hört nicht auf – es verändert sich nur. Und vielleicht ist genau das der schönste Grund, es zu feiern.
Rebekka
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Donnerstag, 22. Januar 2026
Vor Kurzem ist die Oma meines Freundes gestorben. Sie war Brasilianerin und ist mit über 90 Jahren friedlich im Kreis ihrer Familie eingeschlafen. Und obwohl natürlich Trauer da war, war dieser Tag alles andere als still. Mein Freund hat mir Videos von dort geschickt, die nach richtiger Partystimmung aussehen!
Die ganze Familie war da – acht Kinder, unzählige Enkel, Nichten und Neffen. Alle sollten Weiß tragen, weil die Oma das so wollte. Sie haben laut gesungen, getanzt, Geschichten erzählt – und ihr Leben gefeiert. Und irgendwie passte das alles zusammen. Es war traurig – aber gleichzeitig voller Liebe und Leben.
Und dann ist auch noch meine Großtante gestorben, hier in Deutschland. Auch sie war alt, und auch sie ist friedlich gegangen. Ihre Beerdigung war still, andächtig, in Schwarz, mit leiser Musik. Und das war genauso schön – auf eine andere Weise.
Ich glaube, es gibt kein richtig oder falsch, wenn es ums Trauern geht. Jede Kultur, jede Familie, jeder Mensch macht das anders. Aber der Gedanke, das Leben zu feiern, statt den Tod zu betrauern, gefällt mir. Weil der Tod für uns Christen kein Ende ist, sondern ein Anfang, und wir daran glauben, dass wir uns später wiedersehen. Auferstehung heißt: Das Leben hört nicht auf – es verändert sich nur. Und vielleicht ist genau das der schönste Grund, es zu feiern.
Rebekka
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Sonntag, 30. November 2025
Heute ist der erste Advent, und das heißt: Die Adventszeit beginnt. Ich freu’ mich ehrlich gesagt das ganze Jahr darauf, und nicht nur wegen Weihnachten. Klar, ich mag die Stimmung auf den Märkten, die freien Tage und die Zeit mit der Familie. Aber es ist vor allem die Adventszeit selbst, die ich so schön finde.
Für mich bedeutet sie, zur Ruhe zu kommen. Einen Moment innezuhalten, tief durchzuatmen und zu merken: Es muss nicht immer alles schnell gehen. Ich will mich wieder stärker auf das konzentrieren, was wirklich zählt. Ich möchte mich mit Menschen umgeben, die mir guttun und die mir wichtig sind. Und ich glaube, dass wir das dieses Jahr als Gesellschaft besonders brauchen: mehr Frieden, mehr Miteinander, mehr Momente zum Durchatmen.
Und das Schöne ist: Advent ist nicht nur für Menschen, die Weihnachten feiern. Diese Zeit kann jeder für sich nutzen – um zu reflektieren und sich auf das Wesentliche zu besinnen. Ich wünsche mir, dass wir so alle wieder etwas freundlicher und aufmerksamer werden.
Ich will mir bewusst machen, dass Advent nicht nur der Countdown bis Weihnachten ist. Es ist eine eigene Zeit. Eine Zeit, die uns daran erinnert, langsamer zu werden, innezuhalten, Frieden zu suchen – und einfach mal zu spüren, dass kleine Momente und Gesten reichen, um etwas Schönes zu erleben.
Rebekka
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Samstag, 29. November 2025
Eine Freundin hat mich gefragt, was ich mir zum Geburtstag wünsche. Sie ist vor ein paar Jahren nach Hamburg weggezogen, und seitdem sehen wir uns nicht oft, aber wir telefonieren. Mir ist spontan nichts eingefallen, wie immer, wenn man mich das fragt. Also hab ich gesagt: „Eigentlich gar nichts.“ Und dann überlegt: Das stimmt sogar. Ich hab genug Zeug. Aber was mir wirklich gefehlt hat, war einfach mal wieder Zeit – mit ihr.
Ich merk das immer öfter: Je älter ich werde, desto schwieriger wird es, sich tatsächlich zu treffen. Alle haben irgendwas zu tun, manche Freunde ziehen sogar ganz weg. Wenn man sich dann endlich trifft, zum Beispiel weil jemand Geburtstag hat, ist es immer super schön. Dann denk ich jedes Mal: Das hier ist das eigentliche Geschenk.
Weil Zeit ja nicht einfach so rumliegt. Man muss sie sich bewusst nehmen, und dafür dann etwas anderes hinten anstellen. Wenn mir also jemand seine Zeit schenkt, dann ist das was Besonderes. Ich weiß, dass ich ihm wichtig bin, und wir können gemeinsam neue Momente schaffen. Kein Geschenkpapier, sondern gemeinsam was erleben.
Ich hab beschlossen, jetzt auch öfter Zeit zu verschenken. Keine Socken oder Bücher mehr – lieber einen Tag zusammen, ein Frühstück, einen Wanderausflug. Ich glaub, das bleibt länger als alles, was ich kaufen kann. Am Ende ist Zeit wahrscheinlich das Wertvollste, was wir haben. Und das Schönste, wenn wir sie miteinander teilen.