Isi
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Sonntag, 15. Februar 2026
Im Regio saßen mir zwei Mädels gegenüber, so ungefähr 15 Jahre alt. Die beiden haben gequatscht und gelacht. Und dann sagte die eine plötzlich: “Wir unterstützen uns und wir bleiben für immer befreundet, wir streiten uns nie so sehr, dass wir nicht mehr befreundet sind.” und die andere dann: “Ja und unsere Kinder müssen auch befreundet sein.”
Ich fand das so schön, dass die beiden sich direkt sagen können, wie wichtig sie sich sind.
Es ist so wertvoll, jemanden zu haben, auf den man sich verlassen kann. Wo man weiß, die Person ist für mich da und begleitet mich. Solche Verbindungen sind richtig kostbar.
Ich glaube, wir Menschen brauchen genau solche Beziehungen, weil wir als Beziehungswesen gemacht sind. Und als Christin glaube ich, dass Gott auch mit den Menschen in Beziehung leben will. Eine Beziehung, die nicht perfekt sein muss. Ja, wie die beiden Mädchen im Zug auch gesagt haben, eine Beziehung die Streit aushält, weil der nie so stark ist, dass man sich verliert.
Ich wünsch euch solche Beziehungen, egal ob mit Freund:innen oder mit Gott. Und vor allem, dass ihr es schafft euch ab und zu zu sagen, wie wichtig ihr euch seid!
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Freitag, 13. Februar 2026
Entscheidungen, I hate it. Nach einem halben Jahr Studium frag ich mich, obs wirklich das richtige ist weiter zu machen. Mich hat das Studieren im letzten Jahr ehrlich gesagt immer wieder überfordert und ich frag mich jetzt, ob ich es mir unnötig schwer mache, wenn ich weiter studiere.
Deshalb versuche ich gerade immer wieder Zeit mit Gott zu verbringen. Ich gehe zum Beispiel spazieren und erzähle ihm all meine Gedanken, Zweifel und andere Gefühle. Oder wenn ich abends im Bett vor Kopfchaos nicht einschlafen kann, dann erzähl ich ihm von meinem inneren hin und hergerissen sein.
Das mache ich nicht, weil er mir eine klare Antwort gibt und sagt was ich machen soll. Nein, aber wenn ich Gott von meinem Struggle erzähl, dann hilft mir das den inneren Stress auszuhalten.
Wenn ich mit Gott über meine Situation spreche, müssen meine Gedanken nicht sortiert sein, ich muss mich auch nicht verstellen oder schämen.
Ich darf bei ihm sein, so wie ich bin, ohne mich zu rechtfertigen.
Die Entscheidung wird mir dadurch nicht abgenommen, aber ich werde ruhiger.
Einen Ort zu haben, wo ich in allen Struggles so zur Ruhe kommen kann. Das ist schon so viel Wert!
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Mittwoch, 11. Februar 2026
Ajscha ist einfach so einfühlsam.
Ich struggle gerade hart mit Prüfungen und Ajscha ist so eine tolle Freundin. Sie hat einfach in den letzten Wochen regelmäßig nachgefragt, wie es läuft.
Anfangs viel es mir schwer ehrlich zu sein und zu sagen, dass ich nicht weiterkomme. Ich hab mich geschämt. Doch sie hat nicht aufgehört und mir sogar ihre Hilfe angeboten. Als ich nur noch zwei Tage bis zur Abgabe hatte, hat sie sogar angeboten nach der Arbeit vorbei zu kommen und mich zu unterstützen.
Mich hat es echt beeindruckt, dass sie drangeblieben ist. Sie hat nicht nur einmal gefragt, sondern immer wieder und wollte wirklich wissen wie es läuft. Als ich ihr gesagt habe, dass ich es nicht schaffe, hab ich mich von ihr null verurteilt gefühlt – im Gegenteil: Sie hat mir sogar Hilfe angeboten.
Ajscha ist keine Christin und trotzdem würde ich sagen, dass was sie da gemacht hat war Nächstenliebe. Total praktisch und Lebensnah. Sie hatte selbst echt viel zu tun und trotzdem war sie für mich da und hat mich in meiner Not gesehen.
Nächstenliebe ist zwar ein „christliches“ Wort. Das heißt aber noch lange nicht, dass man sie nur bei Christinnen und Christen finden kann.
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Montag, 09. Februar 2026
2026 ist das neue 2016. Überall seh ichs auf Social Media.
Beiträge mit wirklich wilden Filtern. Ich hab auch gleich die Bilder auf meinem Laptop gecheckt und tatsächlich ein altes Bild mit Hundeschnauzenfilter gefunden. Und auch Bilder von meiner FSJ-Zeit, man war das eine geniale Zeit. Da hab ich meinen Freund kennengelernt, krass dass das schon 10 Jahre her sein soll…
„2026 ist das neue 2016“ ist einfach krass nostalgisch. Und Ich kann echt verstehen, dass wir uns 2016 ein bisschen zurückwünschen. Auf den ersten Blick war damals manches noch Besser – und gefühlt war auch mein eigenes Leben von 2016 leichter.
Wenn man sich aber ein Moment mehr Zeit nimmt, merkt man, dass in der Vergangenheit auch nicht alles immer nur toll war. 2016 war auch das Jahr wo Donald Trump zum ersten Mal Präsident wurde und wo für mich eine sehr enge Freundschaft zu Ende ging. Also ja Nostalgie darf schon sein, aber dann will ich auch wieder auf das Jetzt und die Zukunft blicken. Ich versuche das so:
Ich glaube es tut gut sich zu erinnern, zu sehen was war und was man alles geschafft hat. Diesen Vibe will ich mitnehmen, zu wissen was ich in 10 Jahren alles erreicht hab. Und dann zu überlegen, was ich in den nächsten 10 Jahren wohl alles erreichen kann?
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Samstag, 17. Januar 2026
Wann war eigentlich das letzte Jahr, wo man am Ende nicht gedacht hat: es kann nur besser werden? 2025 ist richtig viel passiert, was mich herausgefordert hat. Darum starte ich das neue Jahr mit etwas, das ich schon mal gemacht hab: Einem Dankbarkeitstagebuch.
Denn in unseren Köpfen ist es leider so, dass negative Gedanken stärker wirken und auch negative Erfahrungen leichter hängen bleiben. Positive Gedanken und Erfahrungen müssen darum öfter und bewusster wahrgenommen werden, damit sie auch im Gedächtnis bleiben. Genau das versuche ich mit meinem Dankbarkeitstagebuch.
Ich hab das 2021 schon mal probiert. Da war ich auch manchmal mit dem Leben überfordert und habe vergessen wie gut es mir eigentlich ging. Durch das Dankbarkeitstagebuch habe ich gemerkt, wie sich mein Mindset langsam verändert. Und das ist nicht nur mein Eindruck: Auch Studien zeigen, dass Menschen die regelmäßig aufschreiben wofür sie dankbar sind, oft weniger gestresst und zufriedener in ihrem Leben sind. Aber nicht, weil es leichter wird, sondern weil das Mindset grundsätzlich positiver ist.
Wenn ich abends aufschreibe, wofür ich dankbar bin, muss nicht immer etwas Großes sein. Bisher waren es zum Beispiel, dass es geschneit hat oder dass ich den Bus nicht verpasst hab.
Viel wichtiger ist: Dankbarkeit muss man üben – also mein Fitnesstudio für 2026.
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Donnerstag, 15. Januar 2026
Manchmal stehe ich mir selbst im Weg. Wenn ich jemand anders im Bus im Weg steh, dann ist es meist total einfach Platz zu machen. Aber wie geht das, wenn man sich selbst im Weg steht?
Beziehungen sind für mich zum Beispiel das wichtigstes in meinem Leben. Ich bin gerne für meine Freunde da.
Und trotzdem: Letztens hatte eine Freundin ein life goal erreicht. Ich habe mich so sehr für sie gefreut und wollte ihr eine Karte und eine kleine Überraschung schicken. Das habe ich nicht geschafft. Eine WhatsApp-Nachricht hab ich auch erst Wochen später geschrieben. Super nervig und ich verstehe mich selbst nicht…
Am meisten nervt mich, dass ich da hinter meinen eigenen Ansprüchen zurück bleib. Das ich gerne eine bessere Freundin wäre, als ich aktuell bin.
Eine wirkliche Lösung hab ich nicht. Wenn ich mir nicht weiter im Weg stehen will, muss ich entweder an meinen Ansprüchen arbeiten oder schauen, was ich tun kann um ihn besser gerecht zu werden.
Ich hab mich dafür entschieden, meiner Freundin erstmal ganz ehrlich zu sagen: „Tut mir leid, ich hab dich nicht vergessen, aber ich habs leider nur nicht geschafft“.
Meine Freundin hat mit viel Verständnis reagiert. Dafür bin ich dankbar -vielleicht sind meine Ansprüche an mich selbst, ja manchmal viel höher als die von anderen
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Dienstag, 13. Januar 2026
„Du kannst alles schaffen, wenn du‘s nur willst“ oder „Sei einfach du selbst, Hauptsache authentisch“ – das sind so Lebensmottos, denen ich gerade immer wieder bei Influencern oder Freunden begegne. Mein Lebensmotto ist schon seit einiger Zeit: „Sei mutig“. Ich habe auch einen Bibelvers, der mich schon lange begleitet und das für mich beschreibt:
„Ich habe dir doch gesagt, dass du stark und mutig sein sollst! Fürchte dich nicht und schrecke vor nichts zurück! Denn der Herr, dein Gott, ist mit dir bei allem, was du unternimmst!“.
In den letzten Wochen hab ich das vergangene Jahr reflektiert und dabei gemerkt, wie passend mein Lebensvers mal wieder war.
Letztes Jahr war ich richtig mutig! Zum Beispiel als ich meinen Job gekündigt, ein halbes Jahr in Finnland gelebt und dann ein Studium angefangen hab. Das alles hat Mut gekostet und es war wirklich nicht immer leicht. Doch jeder mutige Schritt hat sich am Ende gelohnt. Ich konnte auch so mutig sein, weil ich darauf vertraue, dass Gott bei mir ist, egal was ich mache.
Diese Erfahrung, das Mut sich lohnt, möchte ich ins Jahr 2026 mitnehmen. Nicht aufhören Neues zu auszuprobieren und an der richtigen Stelle auch altes aufzuhören – mutig sein eben.
Isi
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Samstag, 20. Dezember 2025
Ich liebe es meinen Geburtstag zu feiern. Eigentlich sind dann immer richtig viele Freunde da, es gibt leckeres Essen und ich nutze es als Chance, meinen Freunden zu sagen, wie dankbar ich für sie bin.

Aber dieses Jahr war alles anders… Ich war einfach zu spät dran mit den Einladungen. Darum haben nur meine drei längsten Freunde zugesagt.
Auch wenn das mies ist: Ich war irgendwie enttäuscht und traurig. Ich wusste zwar woran es liegt, aber trotzdem war die Sorge da, wie der Tag wohl wird, wenn der Geburtstag jetzt nur so klein ist. Und ja, irgendwie war die Vorfreude dadurch nicht ganz so groß.
An meinen Geburtstag war ich dann echt überrascht: Der Tag war zwar viel ruhiger als die letzten Jahre, aber trotzdem super schön und wertvoll. Ich habe richtig gespürt wie wichtig in den drei bin und wir hatten einen genialen Tag, voller ehrlicher Gespräche und viel guter Laune.
Und irgendwie steht die Geburtstagsfeier vielleicht für etwas das mir bei Freundschaft wichtig ist:
Die wenigen und intensiven Freundschaften sind im Zweifel wertvoller, als ein ganz großer Freundeskreis. Weil das ehrliche und intensive – das kann und will ich gar nicht mit so vielen Menschen teilen.
Zu meinem nächsten Geburtstag lade ich trotzdem wieder rechtzeitig ein und es soll ne große Party werden. Für die engen Freundschaften, nehm ich mir an einem der anderen Tage Zeit.
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Donnerstag, 18. Dezember 2025
Atemübungen, einen Spaziergang mahcen, alles aufschreiben. Wenn der Kopf mal wieder so voll ist, dass nichts mehr geht, können diese Dinge echt helfen. Ja, auch mir haben sie schon geholfen, wenn mal wieder zu viele Gedanken und Gefühle in mir waren. Aber ganz ehrlich:
Manchmal hilft mir weinen doch am besten.
Also in manchen Situationen kann ich kann dann auch gar nicht anders. Die Tränen fließen einfach und überraschenderweise geht es mir danach oft besser.
Genau darum finde ich es auch voll okay zu weinen. Das ist kein Zeichen von Schwäche. Sondern es ist ein guter Weg vom Körper, mit den Gedanken und Gefühlen umzugehen. Wenn ich weine, kann ich einiges besser loslassen. Ich fühl mich dann klarer, befreiter. Also ob das Schwere abgefallen ist.
In einem alten Gebet in der Bibel gibt es dazu eine schöne Bitte. „Sammle meine Tränen in einem Krug, Gott“ (Psalm 56,9). Klingt erstmal komisch. Aber ich finde diesen Vers schön, weil da drinsteckt, dass bei Gott alles zusammenkommt. Dass er weiß wie es mir geht und nichts verloren ist. Jede Träne soll von Gott gesammelt werden. So kann ich mich voll aufs Weinen konzentrieren und alles einfach rauslassen. Bei Gott ist es gut aufgehoben.
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Sonntag, 23. November 2025
Heute ist für mich ein Fest der Liebe und gleichzeitig ein trauriger Tag.
Heute ist Ewigkeitssonntag oder Totensonntag und in der evangelischen Kirche denkt man an all die Menschen, die im letzten Jahr gestorben sind.
Jetzt versteht man vermutlich, warum heute für mich ein trauriger Tag ist.
Ich denk an zwei Freundinnen, die einen Elternteil verloren haben. Menschen, die man eigentlich noch so sehr im Leben braucht. Wenn sie davon erzählen, spür ich, wie groß so ein Fehlen sein kann. Und irgendwie denk ich dann auch an unseren Familienhund. Der war jahrelang einfach Teil der Familie und plötzlich war da Stille. Kein Tapsen oder Bellen mehr im Flur. Dieses Gefühl, dass jemand fehlt, das bleibt. Aber dass uns Menschen so fehlen, zeigt auch, wie sehr wir sie geliebt haben. Und ich glaube: Diese Liebe bleibt.
Auch wenn das Vermissen sehr wehtut, wegen der Liebe ist der Tag für mich auch ein Tag der Hoffnung. Denn der christliche Glaube sagt: Die Liebe ist stärker als der Tod und für Gott ist niemand verloren. Das Leben hört nicht einfach auf, es verändert sich.
Ich finde das tröstlich. Weil es heißt: Nichts, was wirklich zählt, verschwindet. Vielleicht ist das Ewigkeit, dass Gott hält, was wir loslassen müssen. Und dass am Ende die Liebe bleibt.