Sarah
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Samstag, 16. Oktober 2021
„Und man weiß immer erst beim Abschied, was es ei’m bedeutet und wie schön es eigentlich war. Und Nix ist für immer. Also tanz, tanz als wär’s der letzte Tanz!“
Dieser Song „Der letzte Tanz“ von Bosse hat mich voll berührt, als ich ihn neulich gehört habe. Bosse zeigt da ganz deutlich, dass alles vergänglich ist: die Jugend und am Ende sogar das Leben selbst. Man kann nicht alles planen und manchmal kommt der Abschied schneller als man denkt. Man kann gar nichts dagegen machen. – Das müsste ja eigentlich der totale Stimmungskiller sein. Aber Bosse singt keine traurige Ballade, sondern macht total den Hit draus!
Und ich finde das gut so. Denn nur weil etwas endet, heißt es ja nicht, dass es deswegen sinnlos ist. Ganz im Gegenteil, sondern weil alles endet, bleibt nur eins: zu tanzen und das Leben in vollen Zügen zu genießen.
Klar, mir ist auch nicht immer nur nach Tanzen zu Mute. Vor allem nicht bei Abschieden. Aber ich denke, Bosse hat recht: Keiner weiß, was die Zukunft noch so bringt. Und genau deswegen versuche ich die schönen Momente umso mehr zu genießen: Urlaub, Partys, Kaffeetrinken mit Freunden.
Denn auch wenn alles vorbeigeht und sich ändert; die Erinnerungen an die Glücksmomente bleiben!
Sarah
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Freitag, 15. Oktober 2021
Jakob ist allein in der Wüste, als ein Fremder ihn angreift. Er kämpft die ganze Nacht mit ihm. Später stellt sich raus: Es ist Gott, mit dem Jakob kämpft. Diese Geschichte steht in der Bibel.
Es ist ein ziemlich ungleicher Kampf. Gott ist natürlich überlegen. Aber Jakob weigert sich trotzdem am Morgen von ihm abzulassen. „Ich lass dich nicht los, außer du segnest mich.“ So schlägt Jakob Gott einen Handel vor. Und Gott gibt nach und segnet ihn.
Ich finde diese Geschichte merkwürdig. Da ist Gott und liefert sich einen brutalen Kampf. Er verletzt Jakob sogar an der Hüfte. Aber anstatt seinen Vorteil auszunutzen, ist Gott gnädig und lässt Jakob gewinnen – mehr noch, er segnet ihn sogar.
Jakob weiß, dass er gegen Gott nicht gewinnen kann. Er kann ihn nur festhalten und auch das nur, weil Gott ihn lässt.
Ich finde das beeindruckend, weil die Geschichte zeigt, wie stark und mächtig Gott ist. Hier hat Gott nichts von einem lieben Opa mit weißem Bart auf Wolke Sieben im Himmel. Gott ist nicht zahm. Er ist groß und allmächtig. Und es ist seine Güte, die Jakob rettet. Und das ist für mich das Wichtigste. Am Ende setzt sich bei Gott die Güte durch. Das ist seine stärkste Eigenschaft. Deshalb muss ich mich vor Gott nicht fürchten, obwohl er manchmal streitet und kämpft.
Matze
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Donnerstag, 14. Oktober 2021
Ich habe ein neues Auto. Mit meinem eigenen Geld gekauft. Mein erstes eigenes Auto. Und damit kann ich jetzt hinfahren, wo ich möchte. Manchmal sehe ich einen Fisch als Aufkleber auf anderen Autos. Damit wollen die Besitzer zeigen, dass sie Christen sind.
Mein Opa hatte keinen Fisch auf seinem Auto. Obwohl er ein sehr gläubiger Mensch war. Als ich ihn mal gefragt habe, warum das so ist, hat er gesagt: „Wenn ich einen Fisch auf dem Auto habe, dann muss ich auch fahren wie ein Christ. Und darauf habe ich keine Lust.“ Ich frage mich, ob ich wohl anders Auto fahren würde, wenn ich kein Christ wäre. Meine Freunde beschreiben mich als sehr entspannten Autofahrer. Ich nehme Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer und lasse gerne jemanden vor. Das mache ich, weil ich gesund und entspannt ankommen möchte. Und ich möchte, dass das bei allen anderen auch so ist.
Aber warum das jetzt typisch christlich sein soll, kann ich auch nicht genau sagen. Vielleicht weil man damit zeigt, dass man nichts riskieren will und auf das Leben der anderen so gut wie möglich achtgibt. Klar, das geht auch ohne Fisch. Das geht auch, ohne Christ zu sein. Aber wenn der Aufkleber daran erinnert im Straßenverkehr aufeinander aufzupassen, dann kleb ich ihn mir gerne aufs Auto.
Sarah
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Mittwoch, 13. Oktober 2021
Ich bin total der Friends Fan- die Sitcom aus den 90ern um Rachel, Monica, Phoebe, Joye und Chandler.
Mein absoluter Lieblingscharakter ist Phoebe. Sie ist super authentisch und macht einfach, was ihr gefällt. Sie spielt voller Überzeugung selbstkomponierte Songs auf der Gitarre. Sie trägt ihre ganz eigene Mode und kümmert sich nicht darum, was andere über sie denken.
Manchmal wäre ich auch gerne ein bisschen wie Phoebe. Oder zumindest hätte ich gerne ihren Mut, mich nicht für andere zu verstellen.
Ich spiele Cello. Aber ich trau mich kaum vor anderen Menschen zu musizieren. Mir sind Fehler einfach zu peinlich. Phoebe ist bei Weitem auch keine Profi-Gitarristin. Aber genau das macht sie so sympathisch.
Sie ist nicht perfekt, aber das versucht sie auch gar nicht zu sein. Sie ist einfach Phoebe: natürlich, unverstellt und alternativ. Sie steht selbstbewusst zu ihren Fehlern und macht sich nicht kleiner als sie ist. Und genau dafür wird sie von ihren Freunden auch geschätzt. Klar, Phoebe ist eine fiktive Figur. Aber ich finde, man kann sich trotzdem was von ihr abschauen.
Ich hab mir vorgenommen, in Zukunft an Phoebe zu denken, wenn mir mal wieder etwas unangenehm ist. Weil sie mir gezeigt hat, dass es richtig cool ist, wenn ich einfach ich selbst bin und zu dem stehe, was ich mache.
Matze
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Dienstag, 12. Oktober 2021
Wie du mir, so ich dir. So lautet ein Sprichwort, das wohl jeder schon mal gehört hat. Wenn du mich anhupst, hupe ich zurück. Wenn du mich beleidigst, beleidige ich dich auch. Nur wer mich respektiert, den behandle ich auch mit Respekt. Eigentlich klingt das ziemlich gerecht. So werden alle gleich behandelt und wem das nicht gefällt, der ist selber Schuld. Diese Regel gibt es schon immer und auch in so ziemlich jeder Kultur.
Als Jesus gelebt hat, gab es diese Regel auch. Ihm hat das nicht gefallen. Er hat deswegen eine neue Regel vorgeschlagen: Wenn dich jemand auf die rechte Backe schlägt, halte ihm auch die Linke hin. Jesus will damit glaube ich sagen, dass ich etwas Unerwartetes tun soll. Den anderen überraschen und aggressives Verhalten oder Gewalt mit Freundlichkeit und Liebe beantworten. Wenn mich jemand anhupt, kann ich auch einfach zurücklächeln. Wenn mich jemand beleidigt, kann ich ihm einen schönen Tag wünschen. Ich glaube, das tut sowohl mir als auch dem anderen gut. Weil ich lieber lächle als herumzubrüllen. Und ich selbst werde auch gerne freundlich behandelt.
Und vielleicht kann ich so sogar den Kreislauf der Aggression und Gewalt durchbrechen und einen neuen Kreislauf des Lächelns starten.
Sarah
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Montag, 11. Oktober 2021
Ich hab mich vor Kurzem mit meinem Vater über den Kirchenchor unterhalten. Der Chor in unserer Gemeinde wird nämlich immer älter und seit der Pandemie hören immer mehr Sängerinnen und Sänger auf. Das macht es für die Leute, die nicht so sicher singen, immer schwieriger, weil sie niemanden mehr haben, an dem sie sich orientieren können. So geht es zumindest meinem Papa.
Ich hab ihn gefragt, warum er eigentlich überhaupt noch dabei ist. Immerhin ist er mit seinen 60 Jahren inzwischen der Jüngste unter den Männern. Und er meinte: „Ich möchte, dass es den Chor noch weitergibt. Auch aus Tradition; bei uns zuhause gab es auch schon einen Kirchenchor, indem alle mitgesungen haben. Der Chor ist für mich Heimat und Kultur.“
Ich fand das ganz bewegend. So hatte ich das noch gar nicht betrachtet. Mein Vater lebt schon lange nicht mehr in seinem Heimatdorf. Und seitdem hat sich vieles verändert. Da tut es gut, wenn es etwas gibt, das gleichgeblieben ist.
Für mich gehört der Chor auch einfach mit dazu. Ich kann mir kaum einen Festtagsgottesdienst ohne ihn vorstellen. Ich finde es einfach schön, wenn Menschen sich zusammenfinden und gemeinsam singen. Ganz egal, wie alt sie sind. Und ich glaube, es verbindet Menschen, wenn sie lange etwas gemeinsam tun. Deshalb sind Traditionen, finde ich, auch so wichtig.