Lena
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Montag, 26. September 2022
Ich hab total Flugangst. Sobald ich ein Flugzeug betrete, habe ich ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Am liebsten würde ich gleich wieder rausgehen. Ich schaffe es dann aber doch auf meinem Sitz zu bleiben. Aber ich bin mega angespannt und kann den Flug gar nicht genießen.
Jemand hat mich mal gefragt, warum ich denn Flugangst habe, immerhin würde ich doch an Gott glauben.
Aber ist das denn so? Muss man keine Angst mehr haben, wenn man an Gott glaubt? Meine Angst ist ja nichts, das ich steuern kann. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass ich eben nicht vor schweren und traurigen Situationen bewahrt werde, nur weil ich an Gott glaube.
In der Bibel steht aber ein Satz, der mir vielleicht mit meiner Angst helfen kann: „Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt.“ Damit ist Gott gemeint.
Das heißt für mich: Ich muss nichts allein durchstehen. Da ist jemand, der mich mit seiner Kraft unterstützt. Gott ist immer bei mir. Auch wenn ich fliege.
Dieser Gedanke wird meine Flugangst wohl nicht heilen. Aber ich bin entspannter, wenn ich mich daran erinnere.
Hans-Christian
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Sonntag, 25. September 2022
Ich bin auf einem Zeltlager. Die Kids toben über den Platz und machen Faxen.
Weit und breit nur ein paar Hügel und ein See in der Nähe. Ein perfekter Ort, um alles um sich herum zu vergessen und einfach nur den Moment zu genießen.
Und dann bekomme ich eine Nachricht auf mein Handy von einem Freund auf der Arbeit.
Von ihm ist ein naher Verwandter gestorben. Ich weiß im ersten Moment nicht, was ich darauf antworten soll. Passt grad gar nicht zu meiner Stimmung auf dem Platz – und dann ist da auch noch, dass ich kaum Empfang habe. Ne ziemlich blöde Situation.
Nach dem Zeltlager werde ich mich auf jeden Fall bei ihm melden. Aber jetzt ist das einfach nicht drin, weil ich woanders bin und Verantwortung habe.
Deswegen hat es eine Woche Funkstille gegeben.
Ich hab ihn nach dem Lager wirklich besucht und hab den Abend bei ihm verbracht. Wir konnten uns dann gegenseitig trösten. Er mich, weil er mir das nicht krummgenommen hat, dass ich mich nicht gemeldet habe und ich ihn, weil ich ihm endlich zuhören und wirklich da sein konnte.
Manchmal geht es eben nicht, dass ich für meine Freunde sofort da sein kann, wenn sie mich brauchen. Aber dann ist es umso wichtiger, dass ich das schnellstmöglich nachhole. Weil sie mir wichtig sind.
Hans-Christian
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Samstag, 24. September 2022
Ich bin bei guten Freunden zur Hochzeit eingeladen. Ich freue mich schon riesig drauf und bin noch auf der Suche nach einem guten Geschenk. Einfach, weil ich ihnen zeigen will, dass ich sie mag, ich mich mit ihnen Freue, sie mir einfach wichtig sind.
Ich mein, wir sind gut befreundet und auch das ist schon ein richtig gutes Geschenk. Aber das zu zeigen, dazu braucht es den Alltag, Situationen, die nicht so einfach zu meistern sind. Daran wird sichtbar, dass wir füreinander da sind und dass wir uns aufeinader verlassen können.
Das kann ich nicht einfach in Geschenkpapier wickeln oder in nem Umschlag überreichen.
Vielleicht ist das eben so bei guten Geschenken, dass ich sie nicht wirklich verpacken kann. Ich verstehe mein Leben genau so. Eben, als Geschenk, das ich es selber auspacken und gestalten kann. Für mich ist es ein Geschenk von Gott. Das macht mich meeega dankbar und auch das lässt sich nur schwer weitergeben – außer eben, wenn ich es lebe und damit verantwortungsvoll umgehe. Ich möchte darauf achten und davon etwas weitergeben, es mit anderen teilen, so wie mit meinen Freunden auch.
Elena
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Freitag, 23. September 2022
Als meine junge Cousine fast an Krebs gestorben ist, bin ich in eine richtige Glaubenskrise gekommen. Ich frag mich die ganze Zeit, warum Gott das zulässt. So geht’s mir jetzt wieder, weil mein Onkel auch Krebs bekommen hat. Ich zweifle in solchen Momenten manchmal daran, ob es Gott überhaupt gibt.

Ich finde meine Zweifel aber auch etwas Gutes. Ich bin ein sehr kritischer Mensch und lasse nichts unhinterfragt. So geht’s mir auch mit meinem Glauben. Ich brauche das Zweifeln, um eine wirkliche Verbindung zu Gott spüren zu können. Ich will nicht einfach alles annehmen. Zweifel sind ja auch ein Zeichen dafür, dass mir etwas wichtig ist.

Ich denke sogar, dass meine Zweifel mich in meinem Glauben bestärken, denn ich finde in Krisen immer wieder zu Gott zurück. Ich suche bei ihm Trost und Halt und kann meine Wut verarbeiten. Dass mein Glaube auch diese Zweifel aushält bestärkt mich. Ich hoffe, dass das auch in Zukunft so sein wird.
Hans-Christian
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Donnerstag, 22. September 2022
Ich hab keine Angst. Na gut, ich muss schon ehrlich gestehen, ich bin schon etwas ängstlich, wenn ich unterwegs bin und mir jemand mit einem Hund entgegen kommt. Und der muss dann auch nicht groß sein. Ich weiß dann nicht genau, wie der Hund auf mich reagiert und dann hab ich es lieber, wenn wir Abstand zueinander halten. Ich hab da irgendwie Angst. Aber logisch ist das ganz und gar nicht. Was soll schon passieren, wenn ich auf der Straße einem kleinen Hund begegne? Eigentlich nichts.
Das hab ich jetzt auch für mich auch begriffen.
Eine Freundin von mir hat nämlich einen kleinen Hund. Ich bin zu Besuch gewesen und natürlich ist auch der Hund mit am Start. Erst hatte ich echt Angst, doch dann ging es und wir waren sogar mit ihm draußen. Er ist an der Leine gewesen und ich hab sie dann auch mal nehmen können. Eigentlich gar nicht so schlimm, wie ich gedacht habe. Der Hund hat gehört, wenn ich was gesagt habe und ist echt umgänglich. Diese Erfahrung zeigt mir, dass es sich lohnt, nicht in der Angst stecken zu bleiben, sondern dran zu arbeiten und auch mal was zu wagen.
Und dass ja eigentlich nichts passieren kann. Und wenn ich das immer wieder einübe, kann ich dann irgendwann einfach sagen, wenn ich einem Hund begegne: Kurz durchatmen und an dem Hund vorbei.
Elena
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Mittwoch, 21. September 2022
Mein kleiner Nachbarsjunge hat mir im letzten Herbst eine Haselnuss geschenkt. Wir haben dann ausgemacht, dass ich die Haselnuss einpflanze, und wir versuchen ein Bäumchen wachsen zu lassen.
Ich kümmere mich also seitdem sehr intensiv um die Haselnuss, und sie bereitet uns beiden sehr viel Freude. Und ich finde, sie kann noch mehr. Ich war letzten Herbst neu dort hingezogen. Für mich hat die Haselnuss sich deshalb wie ein Willkommensgeschenk angefühlt. Mein Nachbarsjunge fragt mich jedes Mal, wenn er mich sieht, ob ich sie auch gut gieße und ob schon was wächst. So ist sie schon oft die Basis für Gespräche mit seinen Eltern gewesen und wir haben uns schnell kennengelernt.
Mein kleiner Nachbarsjunge hat mich damit richtig beeindruckt. Er hat mir mit dieser kleinen bedeutungsvollen Geste gezeigt, wie unkompliziert Freundschaft sein kann.