»Lügen machen kurze Beine« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 22.07.2019 gesendet.
„Lügen haben kurze Beine!“ Diese Redewendung habe ich als Kind oft genug von Erwachsenen zu hören bekommen. Und als ich klein war habe ich das wort-wörtlich verstanden. Ich habe also echt gedacht, meine Beine werden beim Lügen etwas kürzer, so wie bei Pinocchio die Nase beim Lügen immer länger wird.
Natürlich habe ich bald gecheckt, dass man Menschen überhaupt nicht ansieht, wenn sie lügen. Wenn wir wollen, können wir uns deshalb untereinander ziemlich gut täuschen. Richtig gefährlich finde ich aber, wie gut man sich dadurch auch selbst belügen kann. Wenn ich zum Beispiel jemanden verletzt habe, kann ich mir danach ganz leicht einreden: „Es war ja gar nicht sooo schlimm“. Obwohl das eine fette Lüge ist, sehe ich im Spiegel unverändert aus. Es bräuchte einen besonderen Spiegel, in dem ich sehen kann, was ich richtig und was ich falsch gemacht habe. Und so einen Spiegel gibt es: Es ist mein Gewissen.
Mein Gewissen zeigt mir ziemlich klar und deutlich, wenn etwas nicht gut gelaufen ist. Ohne mein Gewissen, könnte ich mir selbst in die Tasche lügen. So weiß zumindest ich, wie kurz meine Beine wirklich sind. Und an mir liegt es dann auch, es wieder gut und das nächste mal besser zu machen.
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»Echte Rücksicht« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 14.07.2019 gesendet.
Paulus gehört zu den Christen der ersten Stunde und vielleicht war er sogar einer der steilsten Christen überhaupt. Er hat damals, vor 2000 Jahren, lange Reisen auf sich genommen, um so vielen Menschen wie möglich von Jesus zu erzählen. So sind neue christliche Gemeinden entstanden. Die Briefe, die Paulus diesen Gemeinden geschrieben hat, sind für mich bis heute aktuell. Paulus gibt darin nämlich ziemlich gute Ratschläge, wie ein gutes und friedliches Zusammenleben aussehen kann. Genau wie heute, hatten die Leute nämlich auch schon damals damit hin und wieder ihre Probleme.
Paulus sagt: Wenn ihr als Christen in einer Gemeinde gut zusammenleben wollt, dann müsst ihr mit eurer eigenen Freiheit verantwortungsvoll umgehen. Und das heißt vor allen Dingen: Nehmt Rücksicht aufeinander!
Das klingt vielleicht trivial, aber Paulus versteht das ganz konkret. Etwa, wenn es um alltägliche Konflikte und Streitigkeiten in der Community geht. Dann soll ich nicht immer nur darauf pochen, was für mich passt und dass ich mich frei entfalten kann, sondern ich soll auch auf die anderen schauen und ruhig mal nachgeben. Weil Rechthaberei – auch wenn man Recht hat – ja nur zu mehr Stress führt.
Meine eigene Freiheit hört da auf, wo ich für den anderen verantwortlich bin. Es geht also für Paulus nicht einfach darum, dass ich alles tue, was ich will, sondern dass ich auch das Richtige für die anderen tue.
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»Dorian Gray« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 13.07.2019 gesendet.
Schuld und Vergebung, Verbrechen und Geständnisse –
Wenn es in Büchern oder Filmen um diese tiefen, aber auch ziemlich abgründigen Themen geht, dann packt mich das richtig. So wie bei dem Buch „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde.
In dem Roman geht es um den jungen, reichen und vor allem unglaublich gut aussehenden Dorian Gray. Der besitzt ein gemaltes Portrait von sich und das ist besonders. Der leibhaftige Dorian wird in der Geschichte älter und auch immer selbstsüchtiger und grausamer, bleibt aber äußerlich jung und makellos schön. Das Portrait von ihm wird zwar auch älter, aber mit seinen schlimmen Taten auch immer hässlicher. Dorian versucht deshalb alles, um das Gemälde vor sich und der Welt zu verstecken.
Die Wahrheit dieses Romans hat mich ziemlich beeindruckt. Ob ich gute oder schlechte Dinge getan habe, das sieht man ja nicht nur Dorian Gray, sondern auch mir in der Regel nicht an. Aber will ich überhaupt wissen wie ich wirklich aussehe und mich mit dem wahren Bild von mir konfrontieren? Oder bin ich wie Dorian Gray und habe Angst davor, mich meinem wahren Bild zu stellen? Gerade weil mir das feige Verhalten von Dorian Gray leider nicht völlig fremd ist, will ich versuchen, ein ehrlicher und mutiger Mensch zu sein.
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»Opfer« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 12.07.2019 gesendet.
Opfer – wenn ich dieses Wort heute höre, dann meist in einem ziemlich negativen Zusammenhang. Opfer – das sind Menschen, denen Gewalt angetan worden ist oder die gegen ihren Willen etwas hergeben mussten. Niemand möchte Opfer sein.
Dass Jesus am Kreuz gestorben ist, wird im Christentum als Opfer verstanden. Jesus, so heißt es in der Bibel, habe sich für uns am Kreuz geopfert.
Ich glaube, wenn man das nicht falsch verstehen will, dann muss man nochmal genauer über das Wort Opfer nachdenken. Denn es gibt ja nicht nur ein negatives und unfreiwilliges Opfer, sondern auch ein positives und freiwilliges Opfer. Und dieses freiwillige Opfer, das kennen und erbringen wir alle. Jeder opfert jeden Tag. Zum Beispiel wenn wir morgens früh aufstehen und zur Arbeit gehen. Dann opfern wir unseren Schlaf und unsere Zeit, um Geld zu verdienen. Aber nicht nur für uns selbst, sondern auch für andere erbringen wir Opfer. Das sieht man vor allem bei Eltern ziemlich gut. Die opfern viel Zeit und viele Nerven, damit das eigene Kind unbeschadet aufwachsen kann.
Wenn man für jemand anderen freiwillig etwas opfert, dann kann man das auch Hingabe nennen. Und diese Hingabe bedeutet Liebe im christlichen Sinne. Ich glaube, so ist das Opfer von Jesus zu verstehen.
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»Unsichbare Welt« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 10.07.2019 gesendet.
Die wichtigsten Dinge in meinem Leben habe ich noch nie gesehen. Und damit meine ich nicht, dass sie nicht da sind, sondern: Sie sind wirklich unsichtbar. Das wichtigste in meinem Leben ist wirklich nie zu sehen.
Ob es überhaupt da ist, das weiß ich nicht – aber ich glaube daran.
Ich glaube z.B. meinem Freund, dass er mich liebt. Dabei kann ich seine Liebe gar nicht sehen oder irgendwie überprüfen.
Wobei… kann ich seine Liebe wirklich nicht sehen? Wenn er mir z.B. Blumen mitbringt, einfach so – ist das nicht ein echt süßer Liebesbeweis?
Das ist es! Aber eben nur, wenn ich ihm das glaube. Ich kann ja nicht wissen, ob er vielleicht nicht nur irgendwas total Blödes angestellt hat und die Blumen bloß über sein schlechtes Gewissen hinwegtäuschen sollen.
Klar, durch die Blumen kann die Liebe von meinem Freund für mich auf sehr schöne Weise sichtbar werden. Aber an sich bleibt Liebe immer unsichtbar. Ich kann sie nur dann in den Blumen wiedererkennen, wenn ich meinem Freund vertraue, d.h.: Wenn ich an seine Liebe glaube, obwohl ich sie nicht sehen kann. Und das tue ich jeden Tag: Ich glaube, eben weil ich nicht sehen kann.
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»Kain und Abel« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 09.07.2019 gesendet.
Arbeit lohnt sich! Das weiß ich aus Erfahrung. Wenn ich mich in meiner Ausbildung zum Beispiel richtig anstrenge, dann läuft es in der Regel auch gut. Ich bin erfolgreich und alle sind mit meinen Leistungen zufrieden. Aber was, wenn das nicht so wäre? Wenn Arbeit sich nicht lohnen würde?
Über diese Frage bin ich vor kurzem in der Bibel gestolpert. Dort gibt es eine wirklich tragische Erzählung über zwei Brüder: Kain und Abel. Eines Tages wollen die Beiden Gott jeweils ein Opfergeschenk machen. Mit dem Opfer können sie Gott danken und überhaupt mit ihm kontakten. Aus irgendeinem Grund erkennt Gott das Opfer von Abel an, aber das von Kain beachtet er gar nicht. Kain ist darüber so sauer und so eifersüchtig auf Abel, dass er ihn tötet. Er bringt seinen eigenen Bruder um.
Kain und Abel machen mir klar: Entscheidend ist nicht, wie ich mit Erfolg umgehe, sondern: Was mache ich eigentlich, wenn all die Arbeit und Zeit, die ich opfere, nicht erfolgreich ist? Reagiere ich dann so wie Kain? Kann ich mit Menschen, die erfolgreicher und glücklicher sind als ich, „geschwisterlich“ auf dieser Welt zusammenleben?
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»Mutige Frau« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 08.07.2019 gesendet.
Der wichtigste Mensch in der Bibel ist eine Frau. Ihr Name ist Maria und berühmt geworden ist sie als die Mutter von Jesus.
Maria lebt in einer Stadt namens Nazareth. Vermutlich wohnt sie noch bei ihren Eltern. Sie ist eigentlich noch ein Mädchen, als eines Tages ein Engel bei ihr hereinschneit und sagt: Maria, freu dich, du wirst den Sohn Gottes, du wirst Jesus zur Welt bringen. Jeder normale Mensch würde bei so einer Erscheinung und so einer Botschaft vermutlich die Nerven verlieren.
Aber Maria ist eine junge, mutige und außergewöhnliche Frau. Sie traut sich, einfach nur ja zu sagen zu dem, was Gott ihr zusagt und zutraut. Ihre Antwort an den Engel lautet: Ja, so wie Gott es will, so soll es sein.
Maria hat Gott vertraut und sich auf ein riesiges Abenteuer eingelassen. Ein Abenteuer, von dem sie nicht wusste, wie es ausgeht.
Wir wissen heute nicht, was Maria damals gedacht hat oder wie sie sich gefühlt hat, als der Engel wieder weg war und sie ganz alleine dastand.
Eines aber steht jedenfalls fest: Ohne die mutige Entscheidung von Maria könnte ich heute an keinen Jesus glauben.
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»Wetten, dass...?« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 30.06.2019 gesendet.
Wie Gott ist, darüber gibt es viele Vorstellungen…
Was man aber vermutlich eher weniger von Gott erwartet, ist, dass er sich auf irgendwelche Spielchen einlässt. In der Bibel gibt es eine Erzählung, die beginnt aber mit genau so einer Situation: Nämlich mit einer Wette, die Gott mit dem Teufel höchstpersönlich abschließt.
Und das klingt so: Eines Tages kommt der Teufel bei Gott vorbei und sagt zu ihm, dass kein Mensch auf der Welt gerecht und gut ist. Die Menschen scheinen eine echte Krankheit des Planeten zu sein. Gott bleibt gelassen und nennt einen Mann namens Hiob als das perfekte Beispiel für einen wirklich gut geratenen Menschen.
Der Teufel entgegnet darauf ziemlich frech, Hiob sei ja nur gut und fromm, weil es ihm eben einfach viel zu gut gehe.
Also wettet Gott: Auch wenn Hiob alles, was ihm wichtig ist, verlieren würde, er bliebe trotzdem ein guter Mensch. Und so verliert Hiob tatsächlich alles, was er hat, behält aber trotzdem seinen Glauben.
Es gibt viele Gründe, warum mich diese Erzählung aus der Bibel beeindruckt. Aber am erstaunlichsten finde ich, dass Gott so sehr auf Hiob, dass Gott so sehr auf den Menschen vertraut. So sehr, dass er sogar gegen alles Böse auf den Menschen wettet. Vertrauen in Gott zu haben ist sicher eine große Sache. Aber was für ein Menschenvertrauen Gott besitzt, das macht mir wirklich Mut.
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»Christi Himmelfahrt« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 30.05.2019 gesendet.
Christi Himmelfahrt. Die Christen feiern, dass Jesus vor über 2000 Jahren nach seiner Auferstehung von den Toten zurück in den Himmel gegangen ist. In der Bibel wird das so beschrieben: Jesus steht auf einem Berg und verspricht seinen Freunden: „Macht euch keine Sorgen, ich bin immer bei euch, bis zum Ende dieser Welt.“ Und zack, weg ist er – Jesus, verschwunden in den Wolken. Aber wenn Jesus weg geht, wie will er dann für immer bei uns sein?
Ich verstehe das so: Jesus ist zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmen Ort Mensch geworden, um bei einigen wenigen Menschen zu sein. Die Himmelfahrt bedeutet für mich, dass er nicht mehr nur bei diesen Menschen vor 2000 Jahren ist, sondern auf jeden Menschen zugehen will. Und das kann er erst, wenn er wieder bei Gott ist. Dann kann er tatsächlich, so wie Gott, zu jeder Zeit in den Herzen aller Menschen sein.
Ich denke, das ist in etwa so wie mit der Liebe. Wir alle lieben sicher ganz unterschiedliche Menschen, aber jeder weiß, was Liebe ist. Und ich glaube, so wie diese eine Idee der Liebe kann Jesus heute tatsächlich bei ganz unterschiedlichen Menschen sein.
So wie er es bei seiner Himmelfahrt versprochen hat.
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»Jesus-Graffiti« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 06.04.2019 gesendet.
Das älteste Bild, das es von Jesus gibt, ist ein Graffiti.
Es wurde nicht gesprayt, sondern in Stein gekratzt. Man hat es auf einer Wand in Rom gefunden. Auch wenn es ziemlich krakelig aussieht, kann man alles gut erkennen.
Da ist Jesus am Kreuz zu sehen und daneben ein Mann, der die Hände hebt. Darunter hat der unbekannte Künstler den Titel eingeritzt:
„Alexamenos betet seinen Gott an“, steht da übersetzt.
Das Graffiti ist so ungefähr im 2. Jahrhundert entstanden. Es ist nicht nur ein Graffiti, sondern auch eine Karikatur: Dieser Jesus auf der Steinwand hat nämlich einen großen Eselskopf. Der Graffitikünstler von damals konnte offensichtlich nicht verstehen, warum sein Kumpel Alexamenos als Christ zu einem Gott betet, der am Kreuz gestorben ist.
Wer an so einen Gott glaubt, der muss entweder selbst ein dummer Esel sein oder glaubt an einen.
Ich mag dieses Graffiti.
Denn es zeigt mir, dass es von Anfang an für viele Menschen schwierig war, den Glauben an Jesus zu verstehen.
Es ist ja bis heute eine unglaubliche Nachricht:
Ein Gott, der Mensch wird, aus Liebe für seine Freunde stirbt und damit auch noch den Tod besiegt und wieder aufersteht.
Das ist nicht so einfach zu verstehen. Damals nicht und heute nicht. Aber für mich der Grund, warum ich an diesen Gott glaube.
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