»Das größte Wunder« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 05.12.2019 gesendet.
Ich reise total gerne.
Ich glaube, dass liegt vor allen Dingen daran, dass ich auf jeder Reise erstaunt über die Welt bin – darüber wie schön sie ist. Ich kann da stundenlang auf Berggipfeln sitzen und den Ausblick bewundern. Die ganze Welt erscheint mir dann wie ein einziges Wunder.
Das haben Menschen schon immer so erlebt. Und einer, Augustinus, hat seine Gedanken dazu aufgeschrieben.
Augustinus erzählt, wie die Menschen immer schon die Wunder der Natur bestaunt haben. Und was er dazu bemerkt, hat mich ganz schön nachdenklich gemacht. Er sagt, dass die Menschen zwar die ganze Welt bewundern, aber dabei manchmal das größte Wunder vergessen: Sich selbst.
Das größte Wunder sind wir selbst. Mit dem, was wir fühlen und denken stellen wir für Augustinus jeden Berggipfel und jeden weißen Sandstrand in den Schatten. So erstaunlich die Welt ist, sollen wir deshalb auch beim Reisen nicht vergessen, dass wir selbst am erstaunlichsten sind.
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»Liebeserklärung« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 01.12.2019 gesendet.
„Ich liebe dich.“ Wenn ich das ganz spontan zu meinem Freund sagen kann, dann fühlt sich das einfach toll an. Aber was heißt das eigentlich, jemanden lieben?
Ein Mann namens Augustinus hat diese Frage mal so beantwortet:
„‚Ich liebe dich‘ bedeutet übersetzt ‚Ich will, dass du bist‘.“
Wenn ich also zu meinem Freund sage, dass ich ihn liebe, dann sage ich damit nicht nur, was ich fühle, sondern vor allem, was ich will: Ich will, dass es ihn gibt. Ich will, dass mein Freund lebt und glücklich ist.
Das klingt vielleicht simpel, aber für mich trifft das den Kern der Sache.
Wenn ich z.B. Durst habe, will ich unbedingt ein Glas Wasser. Aber sobald ich nicht mehr durstig bin, ist mir das Glas Wasser egal. Und wenn ich Lust auf Pommes habe, dann esse ich Pommes. Aber danach reicht es mir damit auch erstmal wieder für eine Weile.
Meinen Freund zu lieben ist für mich mehr, als ihn zu brauchen wie ein Glas Wasser oder Lust auf ihn zu haben wie auf eine Portion Pommes. Ich finde diesen Menschen so toll, dass ich will, dass er da ist. Und dass nicht nur für mich, sondern auch für sich.
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»Entrümpeln« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 30.11.2019 gesendet.
Ich bin vor ein paar Tagen in eine andere Stadt gezogen. Beim Kisten packen war ich echt erstaunt, wie viel unnötiges Zeug ich habe.
Also habe ich mal so richtig entrümpelt. Den ganzen alten Kram loszuwerden, war ein total befreiendes Gefühl.
Das ist ein schönes Bild für das, was manchmal in meinem Kopf passiert. Da sammelt sich nämlich auch immer wieder so einiges an, was ich eigentlich überhaupt nicht brauche. Wie zum Beispiel die Erinnerung an einen blöden Streit mit meinem Freund. Das belastet mich. Im Alltag versuche ich sowas deshalb eigentlich oft einfach wegzupacken.
Blöderweise verschwinden die Gedanken dadurch aber nicht.
Für mich ist es deshalb wichtig, dass ich nicht nur meine Wohnung, sondern auch meinen Kopf zwischendurch richtig entrümple. Dafür muss ich die alten und unangenehmen Erinnerungen erst wieder rauskramen.
Mir hilft es, wenn ich Gott erzähle, was mich belastet. Dann ist das für mich so, als würde Gott mir helfen, meinen Kopf mal so richtig aufzuräumen. Ungeschehen machen kann ich den Streit dadurch nicht, aber so wird mir z.B. klar, dass ich auch meinen Anteil daran hatte und mich endlich entschuldigen muss. Danach kann ich diese blöde Sache endlich aus meinem Kopf werfen. So wie das alte Gerümpel aus meiner Wohnung.
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»Lachangriff« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 28.11.2019 gesendet.
Ich bin mit zwei Freundinnen übers Wochenende in Trier. Wir wollen uns die Stadt anschauen, herumschlendern und es uns gut geht lassen. Dabei erleben wir was total Verrücktes. Uns fällt nämlich irgendwann auf, dass uns auf der Straße fast alle Leute freundlich anlächeln oder sogar richtig fröhlich entgegen strahlen.
Beim Kaffeetrinken machen wir dann Witze, dass die Leute in Trier wahrscheinlich die freundlichsten und fröhlichsten Menschen der Welt sind. Aber dann wird es uns plötzlich klar: Wir werden deshalb die ganze Zeit so angestrahlt, weil wir selbst – meine Freundinnen und ich – alle um uns herum anlächeln. Wir haben einfach richtig gute Laune.
Es gibt in meinem Leben auch ganz andere Tage. Dann denke ich, ich bin nur von Miesepetern umgeben. Welchen Eindruck mache ich wohl an solchen Tagen auf die Leute um mich herum?
Vermutlich kann ich dann in den Gesichtern der Anderen nur ablesen, wie ich selbst drauf bin. Vielleicht bin ja grade ich der Miesepeter und alle anderen spiegeln mir meine schlechte Laune einfach zurück.
Ich habe mir vorgenommen, in Zukunft bei mir selbst anzufangen und alle anderen Miesepeter so lange anzulächeln, bis sie auch lachen.
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»Specialtime« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 26.11.2019 gesendet.
Für mich ist Gott ganz wichtig und ich verbringe gerne Zeit mit ihm. Das bedeutet für mich zum Beispiel, zu beten. Dann erzähle ich Gott, was mich wirklich bewegt oder sag ihm einfach mal Danke für all die guten Dinge in meinem Leben. Weil ich im Alltag aber oft mit so vielen anderen Sachen beschäftigt bin, ist es manchmal gar nicht so einfach, mir für Gott Zeit zu nehmen. Die Gespräche mit ihm gehen im Stress dann einfach unter.
Madeleine Delbrel, eine französische Schriftstellerin und Christin, hat das in ihrem Leben auch erfahren. Und sie hat sich überlegt, wie man trotz Alltagsstress noch Zeit für Gott finden kann.
Sie sagt: Was unsere Zeit betrifft, müssen wir nur etwas aufmerksam und erfinderisch sein. Wenn ich zum Beispiel mal einen stressigen Tag voller Termine habe, gibt es ja doch immer wieder Momente, in denen ich kurz Zeit habe. Zum Beispiel wenn ich auf den Bus warten muss oder an der Supermarktkasse anstehe. Anstatt diese Wartezeiten zu vertrödeln, warum nicht mit Gott sprechen und ihm erzählen, was mir grade so auf dem Herzen liegt?
Ich mache das jetzt immer mal wieder. Und es funktioniert. Für mich wird so aus einer nervigen Wartezeit eine Specialtime mit Gott.
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»Echte Größe« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 25.11.2019 gesendet.
Ich bin nicht besonders groß. Aber das stört mich überhaupt nicht. Denn echte Größe hat für mich etwas damit zu tun, wie man sich anderen Menschen gegenüber verhält.
In der Bibel wird von einem Mann berichtet, der nicht nur körperlich klein ist, sondern sich auch so benimmt. Er heißt Zachäus und liebt das Geld. Zachäus betrügt die Menschen und bereichert sich, wo er kann. Niemand kann ihn leiden.
Und dann trifft Zachäus Jesus. Und der lädt sich bei Zachäus zum Essen ein. Die Leute, die das mitbekommen, regt das total auf: Wie kann Jesus mit so einem zusammen essen? Aber Zachäus macht eine echte Kehrtwende, weil er Jesus getroffen hat: Er beschließt, sein Geld von nun an mit Menschen zu teilen, die es brauchen.
Ich glaube, Zachäus konnte sich so radikal ändern, weil Jesus ihm wirklich eine Chance gegeben hat. Er war bei Zachäus zuhause und hat ihm damit gezeigt, dass er viel wert ist – obwohl er sich so blöd verhalten hat.
Jesus hat in Zachäus nicht nur gesehen, wer er ist. Sondern auch, wer er sein kann: Nämlich ein Mann, der zwar klein ist, aber in seinem Verhalten gegenüber seinen Mitmenschen echte Größe zeigt.
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»Alles ist gut?!« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 17.11.2019 gesendet.
Mein kleiner Neffe Janosch steht im Garten und heult. Er hat sich beim Spielen auf die Nase gelegt und dabei weh getan. Ich nehme ihn in den Arm und versuche ihn mit dem all-time favourite aller Sätze zu trösten: „Alles ist gut…“
Später hab ich nochmal über diese Situation und über diesen Satz nachgedacht.
Janosch hat der Satz in diesem Moment geholfen. Er hat sich getröstet gefühlt.
Ich glaube aber, dass der Satz „Alles ist gut“ dazu gar nicht so recht taugt. Denn es stimmt ja nicht, dass „alles gut“ ist. Jedenfalls nicht in diesem Moment, wenn jemand traurig ist. Mit „Alles ist gut“ behaupte ich aber indirekt, dass es für meinen kleinen Neffen gar keinen Grund gibt, traurig zu sein. Und damit vielleicht auch kein Recht.
Ich frage mich, wie oft es mir wohl sonst im Alltag passiert, dass ich anderen Menschen und vor allem mir selbst so gut gemeinte Trostsätze aufsage. Wenn ich mich immer nur schnell über alles, was unangenehm ist, versuche hinwegzutrösten – täusche ich mich da nicht selbst? Ich fühle, wie wichtig es ist, auch mal anzuerkennen und auszuhalten, dass etwas nicht gut ist oder sogar richtig zum Heulen.
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»Alptraum« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 16.11.2019 gesendet.
Als ich 4 Jahre alt war, hat meine Mutter mich nachts weinend im Flur gefunden. Ich hab verzweifelt meine Mama gesucht. Meine Mutter hat gleich gecheckt, dass ich schlafwandle und einen Alptraum habe. Ich hab sie nicht erkannt, obwohl sie direkt vor mir gestanden hat.
Genauso geht es mir auch manchmal mit Gott. Ich glaube an Gott, d.h., ich glaube, dass er wirklich da ist – in dieser Welt und auch ganz konkret in meinem Leben. Aber oft fällt es mir gar nicht so leicht, ihn auch zu sehen. Z.B. wenn ich durch die Nachrichten mitbekomme, wie ungerecht und grausam Menschen sein können. Sogar in meiner Kirche kommt das immer wieder vor. Gott nicht zu erkennen, fühlt sich für mich wie ein Alptraum an.
Gott sei Dank kann ich aus einem Alptraum aufwachen. Ich sehe und erlebe Gott in meinem Leben. In netten Menschen oder wenn es gerade besonders schön ist. Alptraum-Momente bleiben trotzdem. Dann kann ich nur glauben und hoffen, dass Gott trotzdem da ist. Gerade dann. Ich hoffe das, weil Jesus das Ganze auch durchgemacht hat. Er hat gelebt, gelitten und geliebt. Jesus weiß, wie das Leben ist. Deshalb bin ich sicher, dass Gott da ist. Auch dann, wenn mich ein Alptraum quält.
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»Ich kann nicht aus meiner Haut« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 12.11.2019 gesendet.
Fabian ist gestresst. In zwanzig Minuten fährt sein Zug und er ist richtig gut in der Zeit. Trotzdem wird er hektisch und macht sich einen Kopf drum, ob er es rechtzeitig schafft. Das geht ihm in vielen Situationen so. Fabian macht sich oft viel zu viel Stress. Er kann dann einfach nicht aus seiner Haut. Und das nervt ihn.
Fabian hat jetzt eine neue Strategie entwickelt, die ihm in solchen Situationen weiterhilft. Er denkt dann immer an seinen Freund Markus. Markus bleibt nämlich immer ganz ruhig und gelassen – selbst wenn es wirklich brenzlig wird. Fabian bewundert das.
Wenn Fabian jetzt in eine Stresssituation kommt, denkt er an Markus und stellt sich vor, wie entspannt und locker der an seiner Stelle bleiben würde. Indem Fabian kurz in die Haut von Markus schlüpft, kommt er aus seiner eigenen Haut raus und kann mit dem Stress gelassener umgehen.
Ich finde diese Strategie wirklich cool. Gerade wenn die eigene Haut eng wird – kurz raus und in eine andere schlüpfen. Eine andere Perspektive einnehmen und schon sieht die Welt anders aus.
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»Lügen machen kurze Beine« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 22.07.2019 gesendet.
„Lügen haben kurze Beine!“ Diese Redewendung habe ich als Kind oft genug von Erwachsenen zu hören bekommen. Und als ich klein war habe ich das wort-wörtlich verstanden. Ich habe also echt gedacht, meine Beine werden beim Lügen etwas kürzer, so wie bei Pinocchio die Nase beim Lügen immer länger wird.
Natürlich habe ich bald gecheckt, dass man Menschen überhaupt nicht ansieht, wenn sie lügen. Wenn wir wollen, können wir uns deshalb untereinander ziemlich gut täuschen. Richtig gefährlich finde ich aber, wie gut man sich dadurch auch selbst belügen kann. Wenn ich zum Beispiel jemanden verletzt habe, kann ich mir danach ganz leicht einreden: „Es war ja gar nicht sooo schlimm“. Obwohl das eine fette Lüge ist, sehe ich im Spiegel unverändert aus. Es bräuchte einen besonderen Spiegel, in dem ich sehen kann, was ich richtig und was ich falsch gemacht habe. Und so einen Spiegel gibt es: Es ist mein Gewissen.
Mein Gewissen zeigt mir ziemlich klar und deutlich, wenn etwas nicht gut gelaufen ist. Ohne mein Gewissen, könnte ich mir selbst in die Tasche lügen. So weiß zumindest ich, wie kurz meine Beine wirklich sind. Und an mir liegt es dann auch, es wieder gut und das nächste mal besser zu machen.
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