»Finsteres Mittelalter« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 09.01.2019 gesendet.
Das Mittelalter fasziniert mich. Das angeblich ach so finstere Zeitalter hat nämlich auch ganz andere, helle Seiten. Z. B sind im Mittelalter die ersten Universitäten der Welt gegründet worden!
Wie da Wissenschaft betrieben und kritisch nachgedacht worden ist, das hatte wirklich Klasse:
Wenn zwei Professoren über ein Thema unterschiedlicher Meinung waren, dann haben sie miteinander diskutiert. So richtig!
Bevor sich die beiden nämlich überhaupt streiten durften, hatte jeder die Pflicht, die Meinung des anderen wiederzugeben. Und zwar so, dass der sich auch richtig verstanden fühlt.
Für mich hat das nicht nur mit gutem Stil zu tun, sondern es bereichert die Diskussion: Sich wirklich auszutauschen und bereit zu sein, sich und die eigene Meinung auch tatsächlich korrigieren zu lassen.
Im Gegensatz dazu habe ich bei den Debatten heute oft den Eindruck, dass es gar nicht darum geht, sich wirklich auszutauschen. Stattdessen machen sich die beiden Seiten gegenseitig schlecht. Jeder beharrt stur auf seinem Standpunkt und so wird zwangsläufig nicht miteinander, sondern gegeneinander und aneinander vorbei geredet.
Eine Diskussionskultur wie damals im finsteren Mittelalter, bei der man sich echt darum bemüht, den Gegner stark zu machen und zu verstehen – von der könnten wir meiner Meinung nach heute alle noch was lernen.
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»Kein Platz für Gott« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 24.12.2018 gesendet.
Es ist Heilig Abend. Ich sitze in der Kirche und die Weihnachtsgeschichte wird vorgelesen. Den ganzen Tag sind meine Familie und ich durch das Haus gewuselt.
Jetzt endlich gibt es nichts mehr tun und ich höre einfach nur zu.
„Alle Jahre wieder“ dieselbe Geschichte: Die Stunde kommt und Maria bringt den kleinen Jesus zur Welt. Aber anstatt in ein schön gemachtes Bett, muss sie ihn in eine Futterkrippe legen. Weil in der Herberge kein Platz für sie ist.
Weil in der Herberge kein Platz für sie ist?! Diese Worte treffen mich dieses Jahr irgendwie mit voller Wucht. Da wartet doch die Menschheit auf Gott. Aber wenn es soweit ist, dann hat sie keinen Platz für ihn?
Habe ich in meinem Leben Platz für Gott? Oft bin ich ja ganz schön mit mir selbst beschäftigt. Klar, da gibt es ja auch so viele Dinge, Termine und Pläne. Wie schaffe ich da noch Platz für Gott?
Für Gott Platz zu machen, heißt für mich, ihn in mein Herz zu lassen. Dass kann ich z.B., wenn ich mir Zeit nehme, zu beten. Dann höre ich ganz bewusst in mich hinein und manchmal entsteht sowas wie ein Gespräch mit ihm.
Gott in mein Herz zu lassen, heißt für mich aber auch, mir für einen Freund Zeit zu nehmen, der grade eine Krise hat.
Nicht nur meine eigenen Wünsche und Pläne zu verfolgen, sondern auch den Menschen um mich herum Raum und Zeit zu schenken – so schaffe ich in meinem Leben Raum für Gott.
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