Sarah
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Donnerstag, 23. Juni 2022
Ich war vor Kurzem im Gefängnis. Nicht, weil ich was verbrochen hab, sondern um gemeinsam mit den Häftlingen Gottesdienst zu feiern. Das war echt krass.
Ich wusste gar nicht, wie ich mir so ein Gefängnis von innen vorstellen sollte. Weil, dass es nicht so aussieht wie bei der Serie Prison Break war mir schon klar. Oder wie ich mit Menschen umgehen soll, die echt schlimme Dinge getan haben.
Die Menschen dort haben mich zutiefst beeindruckt. In jedem Gottesdienst zünden sie eine Kerze für die Menschen an, die gerade besonders Not leiden. „Wir zünden diese Kerze an für die Vergessenen und denken dabei heute besonders an die Menschen in der Ukraine, die unter den Kriegsverbrechen leiden.“ Das hat einer der Gottesdienstteilnehmer gesagt. Er ist selbst ein Insasse und schon seit über 15 Jahren in Haft.
Wenn ich an die Häftlinge denke, dann sehe ich selbst Menschen, die vergessen wurden. Die keiner sehen will. Und gerade diese Menschen denken im Gebet an andere Vergessene. Mich berührt das sehr.
Und ich glaube, hier findet genau das statt, was ein Gottesdienst uns zeigen will. Egal, was für furchtbare Dinge wir getan haben- im Glauben an die Liebe Gottes können wir alle zusammenkommen. Keiner wird ausgeschlossen oder vergessen.
Ellen
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Mittwoch, 22. Juni 2022
Ich kenn eigentlich niemanden mehr, der kein Handy hat. Das können wir uns heute kaum noch vorstellen. Dabei sind Handys noch gar nicht so alt. Mein erstes Handy hatte noch eine Mini-Antenne und außer telefonieren ging da gar nix.
Manchmal wünsch ich mir diese Zeit zurück. Man war nicht ständig erreichbar und hatte gefühlt mehr echte Begegnungen. Gleichzeitig möchte ich den Fortschritt auch nicht missen. Handys sind ja schon auch praktisch: Mit Freunden und Familie in Kontakt bleiben, kurz das Wetter checken oder auch einfach mal lustige Videos anschauen.
Aber mein Handy ist eben auch ultra der Zeitfresser. Ich hab oft wenig Zeit für andere Dinge, die mir wichtig sind: zum Beispiel Zeit mit Gott zu verbringen.
Ich hab deshalb mal versucht, morgens nach dem Aufwachen nicht direkt das Handy zu checken, sondern den Tag ganz bewusst mit Gott zu beginnen. Und ich hab festgestellt, dass mir das guttut. Dann hab ich erst mal Zeit für mich und kann Gott erzählen, was mich beschäftigt. Manchmal lese ich dabei einen Satz in der Bibel, der mich fröhlich macht oder zum Nachdenken bringt.
Ich habe mir vorgenommen, das öfter zu tun: Morgens direkt mal was machen, das mir wichtig ist und nichts mit dem Handy zu tun hat. Denn Zeit am Handy verbringe ich eh noch genug.
Sarah
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Dienstag, 21. Juni 2022
Abraham war ein sehr weiser und frommer Mann. Er hat Gott zu 100 Prozent vertraut. Er hatte eine ganz besondere Beziehung zu Gott. Und aus seinen Söhnen sind ganze Völker und Religionen gewachsen. Denn nach dem Koran ist Abraham der Urgroßvater von Mohammed. Und Juden und Christen erzählen sich, dass Abraham der Großvater von Jakob ist, den Vater der 12 Stämme Israels.
Christen, Juden und Muslime berufen sich alle auf Abraham und verehren ihn, weil er so ein tiefes Gottvertrauen hatte. Im Islam hat Abraham sogar den Beinamen Halil Allah- „Freund Gottes“.
Ich finde das bemerkenswert. Abraham hat vor so langer Zeit gelebt, da gab es noch kein Judentum, Christentum und Islam so wie heute. Abraham kannte den Koran noch nicht und auch die jüdischen Gesetze sind erst nach Abraham entstanden. Er konnte sich also noch gar nicht an irgendwelche bestimmten Gebote halten. Und trotzdem ist er für alle diese Religionen so wichtig, weil für Abraham nur sein Glaube an den einen Gott gezählt hat. Und ich finde, das können wir uns von ihm abschauen. Denn auch wenn Juden, Muslime und Christen ihren Glauben unterschiedlich leben, glauben sie doch alle an den Gott, an den schon Abraham geglaubt hat.
Ellen
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Montag, 20. Juni 2022
Der Krieg in der Ukraine dauert jetzt schon ganz schön lange. Viel zu lange, finde ich. Jeden Tag sehe ich in den Medien, wie die Menschen leiden. Ich finde das wirklich schlimm. Und, ob dieses Elend bald aufhört, weiß niemand.
Als Christin frage ich mich da: Wie kann Gott dieses Leid zulassen? Eine Frage, zu der es unendlich viele Theorien gibt und über die schon ganz viele Menschen nachgedacht haben. Aber eine wirklich gute oder abschließende Antwort, hab ich bisher noch nicht gefunden und die wird vielleicht auch nie jemand finden. Was ich aber einen schönen und irgendwie hilfreichen Gedanken finde, ist, dass es das Leid zwar gibt und wir es nicht immer vermeiden können, aber Gott mit uns durch das Leid geht.
In der Bibel steht: Gott ist für uns eine starke Zuflucht. In höchster Not steht er uns bei. Darauf vertraue ich.
Gott lässt Menschen, die leiden, nicht allein, sondern er will für sie da sein und sie trösten. Er hört zu, wenn Menschen ihm ihre Not klagen. Klar, das Elend ist damit nicht weg und der Krieg in der Ukraine ist immer noch genauso schlimm. Aber ich finde es tröstlich, dass Gott da ist und beisteht – gerade den Menschen, die in ganz großer Not sind.
Rebekka
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Sonntag, 19. Juni 2022
Kennt ihr das? Ihr seid shoppen und wollt eigentlich nur schnell Socken kaufen, aber dann wird aus den geplanten 5 Minuten im Laden eine Stunde und aus einem Paar Socken eine Riesentüte voll Klamotten. Mir geht das ziemlich oft so.
Weil mein Kleiderschrank mittlerweile viel zu voll ist, hab‘ ich jetzt ausgemistet. Ganze Berge voll Klamotten, die ich mir irgendwann mal gekauft habe, weil ich sie unbedingt haben wollte. Und dann hab‘ ich sie nie wieder angezogen. Ich hab‘ mich deshalb gefragt, was ich eigentlich wirklich brauche. Es gibt genug Menschen, die schon bei einem T-Shirt überlegen müssen, ob sie es sich leisten können. Und ich gebe Geld aus für etwas, das ich danach wegschmeiße, weil es mir dann nicht mehr gefällt.
Damit ist jetzt Schluss! Ich möchte meine Klamotten nicht in meinem Schrank verrotten lassen, sondern auch benutzen. Und Kleidung, die ich nicht mehr anziehe, werde ich nicht einfach wegschmeißen, sondern spenden. Damit kann ich nämlich den Menschen helfen, die für neue Sachen nicht so viel Geld übrighaben.
Und statt den ganzen Laden aufzukaufen, werde ich das nächste Mal daran denken, warum ich eigentlich shoppen gegangen bin und was ich wirklich brauche.
Hans-Christian
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Samstag, 18. Juni 2022
Ein blauer Luftballon ist schon gestartet und fast nicht mehr zu sehen. Ich bin auf einem Schulhof mit vielen anderen Menschen und wir feiern draußen einen Gottesdienst. Jeder und jede hat einen Ballon an einer Schnur in der Hand und wir lassen sie gleich gemeinsam steigen. Die verschiedenen Ballons sind grün, lila, gelb, blau, rot und orange. Verschieden eben, so wie jeder Mensch auch. Die unterschiedlichen Ballons sollen zeigen, dass wir alle ganz Unterschiedliches wünschen und hoffen.
Wenn ich meinen Ballon gleich mit den anderen in den Himmel steigen lasse, ist das für mich wie ein Gebet. Und das Schöne: Gemeinsam können wir sehen, wie die Traube der vielen bunten Luftballons aufsteigt. Es fühlt sich an, als verbindet es uns. Ich bin nicht allein mit meinem Gebet, sondern mit vielen anderen zusammen. Es wird für mich zum Gebet: Weil ich eben nicht nur den Luftballon loslasse, sondern damit auch meine Gedanken und Gebete.
Der Ballon wird so für mich zu einem Symbol für mein und die anderen Gebete der Leute hier um mich herum. Ich muss nichts sagen, nur meinen Ballon loslassen und er steigt mit den anderen Ballons und den Gebeten auf.