Jule
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Montag, 10. Juni 2024
Ich sitz im vollen Zug und arbeite an meinem Laptop. Im Zweier auf der anderen Seite des Gangs sitzt schon länger ein Mann und starrt mich an. Erst denk ich, dass ich mir das nur einbilde, oder dass er nur auf meiner Seite aus dem Fenster schaut. Aber als ich zu ihm rüber guck, seh ich, dass er mich tatsächlich anstarrt. Ich werfe ihm einen Blick so nach dem Motto: „Was soll das??“. Aber der Typ hört nicht auf zu glotzen. Ich denk mir: Bei der nächsten Station setze ich mich wo anders hin. Dann steigt er aber zum Glück aus.
Am nächsten Tag bin ich mit meiner besten Freundin bei ner offenen Töpferwerkstatt auf nem Straßenfest. Der Raum ist voll mit Müttern und glücklichen Kindern, die alle fröhlich vor sich hintöpfern. Und ich will mir auch ein Stück Ton holen. Plötzlich werde ich angelabert. Wieder von nem Mann zwischen 40 und 50. „Hey, schöne Frau“ ruft er mir zu und sieht mich dabei direkt an. Ich weich ein paar Schritte zurück. „Schöne Frau“ ruft er mir noch einmal hinterher. Ich setze mich an meinen Töpferplatz zu meiner Freundin und all den Kindern. Er steht immer noch in der Tür.
Zwei solche Begegnungen, an helllichtem Tag, mitten unter Leuten. Und trotzdem fühle ich mich nicht sicher.
Im Nachhinein denk ich mir: Ich hab mich so sprachlos gefühlt und wusste nicht, was ich dagegen tun kann. Ich hätte zu den Männern sagen können, dass sie sich übergriffig verhalten und dass das nicht in Ordnung ist. Oder ich hätte andere um Hilfe bitten können. Aber dazu war ich zu perplex und mir hat der Mut gefehlt. Ich hoffe, dass mir sowas nicht nochmal passiert, wenn ich alleine bin. Und ich wünsch mir, dass wir Frauen und Mädels uns sowas nicht länger gefallen lassen müssen.
Milena
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Sonntag, 09. Juni 2024
Kurz rasierte Haare, Männer wie Frauen tragen ihn und er ist immer noch eine Trendfrisur – der Buzz Cut. Immer wieder sehe ich in der Stadt unterschiedlichste Menschen mit der Frisur durch die Straßen laufen, habe Freunde, die sie tragen oder lerne Menschen kennen, die sich überlegen, ob sie sich die Haare einmal radikal abrasieren lassen sollen. Warum? Für mich gäb´s verschiedene Gründe, das mal auszuprobieren: Es sieht hammer aus, man sticht hervor und es wäre eine krasse Typveränderung. Leo, eine Freundin von mir, hat erzählt, wie frei sie sich nach der Veränderung gefühlt hat – nicht nur am Kopf, weil da jetzt die Haare fehlen, sondern irgendwie auch innerlich. Und ich glaube, es macht selbstbewusster, mutiger und freier. Aber man kann ja nicht ständig seine Haare abrasieren – ich erleb solche Momente, in denen ich mich innerlich befreit fühle, beim Abendmahl. Das ist so ein innerlicher Buzz Cut: Alle Dinge, die mich belasten, die schief laufen oder wo ich meinen eigenen Anforderungen nicht gerecht werde, werden da „abrasiert“. Zumindest fühlt sich das für mich so an: Das Abendmahl erinnert daran, dass Jesus für uns am Kreuz gestorben ist und auferstanden ist. Alles was von Gott trennt, ist dadurch weggenommen. Nach diesem Buzz Cut, bei dem all meine Altlasten einmal abrasiert werden, geh ich durch diese Zusage wieder neu und frei durchs Leben: mutig, selbstbewusst und mit Jesus an meiner Seite.
Milena
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Samstag, 08. Juni 2024
Ich tanze für mein Leben gern! Egal wo ich bin, sobald ich Musik höre, kann ich nicht mehr still sitzen. Ostern war da für mich ein echtes Highlight, an das ich echt noch gern zurückdenke. Da war ich nämlich dieses Jahr in einem Gottesdienst, in dem so richtig abgefeiert wurde. Ich mein: Als Christen feiern wir an Ostern, dass das Leben über den Tod gesiegt hat – da kann man schon mal feiern. Die Kirche war mit fetten Bässen ausgestattet, eine crazy Lichttechnik und ein DJ haben das ganze Event erst möglich gemacht. Meine friends, ich und viele andere haben die Freude über die Auferstehung Jesu gefeiert und sind mega abgedanced – und das hat gefetzt. In der Bibel wird auch immer wieder von Menschen erzählt, die Gott für seine Taten feiern, indem sie singen und tanzen: Ein Beispiel ist Mirjam. Nachdem Gott ihr Volk von der Unterdrückung der Ägypter befreit hat, tanzt sie mit allen Menschen und feiert Gott richtig ab. Ich liebe diese Art, die Freude und die Dankbarkeit über Gott und das Leben auszudrücken. Egal im Club oder in der Kirche.
Simon
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Freitag, 07. Juni 2024
„Einheit in Vielfalt!“ – das ist das Motto der Europäischen Union. Und ich bin so dankbar, dass ich in dieser Europäischen Union aufgewachsen bin! Denn Europa ist mehr als nur der Austausch der Regierungen auf diesem Kontinent untereinander. Europa ist das Band, mit dem das Geschenk der Vielfalt umwickelt ist! Länder, die über viele Jahrhunderte immer wieder Kriege geführt haben, sind in Frieden miteinander verbunden.
Und ohne diesen Frieden und die Einheit in Europa hätte ich niemals so viele Menschen kennengelernt, die mir von ihrer Heimat, ihrer Kultur und ihren Traditionen erzählen. Und ich denke an die Möglichkeit, Urlaub zu machen, um all das und noch mehr zu erleben. Das ist nicht selbstverständlich!
Und gleichzeitig macht es mir Sorgen, wie sich die Politik in manchen Ländern der EU entwickelt. Auch hier in Deutschland. Mit einigen Haltungen bin ich nicht einverstanden. Aber gerade deshalb wäre es eine Katastrophe, jetzt das Motto und diese Vielfalt aufzugeben! Denn dann würde die Hoffnung sterben, dass Menschen überall in Europa in Sicherheit leben können und die Freiheit haben, so sein zu können, wie sie sein wollen.
Am kommenden Sonntag wird gewählt, welche Parteien Deutschland im Europäischen Parlament vertreten sollen, um so eine bestmögliche Zukunft für Europa zu gestalten. Und auch in Zukunft muss das Motto „Einheit in Vielfalt!“ an erster Stelle stehen!
Isi
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Donnerstag, 06. Juni 2024
Der Moment, wenn ich im Urlaub an einem gedeckten Tisch sitze und mich am Frühstücksbuffet bediene, ist einfach ein Highlight. Ich liebs.
Aber ehrlich gesagt, werde ich da schnell judgy. Ich sehe oft Leute, die ihre Teller vollschaufeln und am Ende die Hälfte wegwerfen. Das kann ich nicht verstehen, denn im Hotel gibt es genug für alle.
Wenn ich mich dann innerlich abgeregt habe, merke ich, dass ich gar nicht so anders bin. Im Alltag mache mir ständig Sorgen, zu kurz zu kommen. Quasi wie an einem Buffet. Ah stimmt das gibt es noch, lieber noch die Versicherung abschließen, dass ja nichts passiert. Oh ja, und das T-Shirt kauf ich lieber zweimal, weils so gut passt und wenns im Angebot ist. Und lieber hier nochmal das Fenster putzen – nicht das jemand was Falsches denkt.
Am Ende des Tages ist mein Teller auch voll: Voll von Sorgen, die ich mir gar nicht machen müsste.
Eine ganz andere Perspektive hab ich in der Bibel gefunden. Da sagt Jesus “Sorgt euch nicht um euer Leben. Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch." (Matthäus 6, 25-26)
Das klingt vielleicht naiv, aber irgendwie sehr optimistisch. Und mir hilft es, den Fokus nicht zu verlieren. Sorgen lösen eben keine Probleme.
Seht die Vögel an. euer himmlischer Vater ernährt sie doch." Vielleicht könnte man diesen Satz auch ans Frühstücksbuffet hängen.
Ida
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Mittwoch, 05. Juni 2024
Letztens ist mir ein Buch in die Hände gefallen, welches mir meine Oma mal geschenkt hatte.
Ein kleines Buch mit kurzen Glücksgeschichten darin. Ich habe es durchgeblättert und ich bin besonders bei einer Geschichte hängen geblieben. Die ist ganz kurz.

,,Kleider machen Leute, pries der Schneider seine Kunst an und nähte für die ganze Stadt neue, schöne Gewänder. Er dachte dabei selber reich und glücklich zu werden. Dann starb er. Er bekam einen prächtigen Leichenzug.

Als ich die Geschichte gelesen hab musste ich eine bisschen schmunzeln. Ich wäre wahrscheinlich ein der besten Kundinnen von dem Schneider gewesen. Ich geh richtig gern shoppen, such mir neue Klamotten raus und mach mich schick. Das Ende der Geschichte ist irgendwie krass. Der Schneider hat für die Menschen die schönsten Kleider gemacht, und am Ende hatte er nichts davon. All diese Klamotten und der Schmuck, sind schön und gut
eben auch nur Äußerlichkeiten und genau die sind vergänglich. Ich glaube das Innere ist viel wertvoller. Und was hilft es einem so viel Energie in Äußerlichkeiten zu stecken, wenn man dann früh stirbt?
Ich finde es da richtig gut zu wissen, dass es bei Gott anders ist. In der Bibel wird an einer Stelle über Gott gesagt: :
,,Ein Mensch sieht was vor Augen ist, aber Gott sieht das Herz an“ Gott sieht unser Herz und ihm sind die Äußerlichkeiten egal. Ich glaube, von der Perspektive können wir uns ne Scheibe abschneiden.