Carina
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Mittwoch, 27. Mai 2026
Leute, die freiwillig mehr Steuern zahlen wollen. Wo gibt's denn so was? In Deutschland tatsächlich! „Tax Me Now“ nennt sich die Bewegung auf Deutsch. Besteuert mich jetzt. Die Mitglieder gehören zu den reichsten Menschen des Landes. Viele haben ihr Vermögen geerbt. Sie fordern eine Reform des Steuersystems und kämpfen damit bewusst gegen ihre eigenen Privilegien.

Circa sechzig Prozent des gesamten Vermögens in Deutschland gehört den reichsten zehn Prozent. Das ist so heftig. Dass Reiche mehr besteuert werden sollen, ist keine neue Idee. Ungewöhnlich ist, dass manche von ihnen das sogar selbst wollen. Am Anfang konnte ich mir nicht vorstellen, warum jemand freiwillig sein Geld loswerden will. Bis mir aufgefallen ist: Genau davon erzählt auch der christliche Glaube. Wer viel hat, trägt Verantwortung für andere.

Diese Menschen sehen die Verantwortung und handeln danach. Das ist echt keine Selbstverständlichkeit. Wahrscheinlich haben sie erkannt, dass es kein Verlust für sie ist, wenn sie teilen. Im Gegenteil sogar ein Gewinn für den Zusammenhalt in unserem Land und damit auch für Sie selbst.
Carina
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Sonntag, 05. April 2026
Mir fällt es manchmal echt schwer, an die Auferstehung zu glauben. Gerade heute, an Ostern, wenn wir Christen genau das feiern.
Ich merke das vor allem dann, wenn ich an den Tod denke. Der macht mir nämlich Angst. Dieser Gedanke, dass mit dem Tod alles vorbei sein könnte. Dass Menschen verschwinden. Dass ich verschwinde. Und dann sitze ich da und denke: Wie soll ich glauben, dass genau das nicht das Ende ist? Dass der Tod nicht das letzte Wort hat? Das klingt so groß. Und manchmal auch einfach zu weit weg von dem, was ich fühle.
Aber gleichzeitig ist da noch was anderes in mir. So ein richtig starker Wunsch, dass es eben nicht vorbei ist. Dass da mehr ist. Ich denke dann: Irgendwie macht es für mich keinen Sinn, dass Gott uns mit so viel Liebe und Mühe erschafft, dass wir ihm so wichtig sind – und dann soll einfach alles im Nichts enden? Das fühlt sich für mich nicht nach meinem Gott an.
Ich stecke irgendwo zwischen Zweifeln und Hoffen. Ich weiß nicht, ob ich das mit der Auferstehung wirklich glauben kann. Aber ich merke: Ich will hoffen, dass Gott größer ist als meine Angst und mein Zweifel. Und da ist, auch wenn das Leben zu Ende geht.
Carina
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Samstag, 04. April 2026
Jesus ist tot. Zumindest ist er das Heute. Gestern, an Karfreitag, haben wir Christen an seinen Tod am Kreuz gedacht. Morgen feiern wir seine Auferstehung. Früher ging es mir oft so, dass ich den Karsamstag gedanklich übersprungen hab, an Karfreitag war ich direkt schon beim Ostersonntag. Aber heute stehen wir dazwischen. Zwischen Kreuzigung und Auferstehung. Denn heute ist Karsamstag.
Für Christen ist die Auferstehung das große Hoffnungszeichen. Klar, dass ich am liebsten gleich dahin springen würde. Direkt zu dem Moment, an dem alles wieder gut ist. Aber heute erinnert mich daran: Ich muss warten und aushalten. Denn Jesus ist wirklich gestorben.
Und genau deshalb ist dieser Tag wichtig. Weil er mich daran erinnert, dass es in meinem Leben auch dieses „Dazwischen“ gibt. Tage, an denen ich nichts auf die Reihe kriege, an denen ich nicht weiß, wie es weitergeht oder wie ich etwas aushalten soll. Tage, die ich am liebsten überspringen will. Das geht aber nicht.
An Karsamstag, also heute, ist deshalb Platz für all das. Es darf da sein. Es darf wehtun. Und ich darf trotzdem hoffen. Heute hoffe ich, dass es besser wird. Dass Jesus nicht tot bleibt, sondern aufersteht.
Carina
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Montag, 30. März 2026
"Warum glaubst du eigentlich an Gott?“ Das werde ich oft gefragt. Gerade in diesen irren Zeiten, in denen so viele Menschen keine Kraft mehr haben und so viele leiden, finde ich das eine berechtigte Frage.
Die Standardantwort wäre jetzt: Ich glaube, weil es mir Hoffnung macht. Dass Gott mir hilft und so weiter. Das stimmt auch. Hoffnung richtet den Blick auf etwas, das noch nicht da ist – auf eine bessere Welt, die wir noch nicht sehen. Für mich gibt es aber jetzt schon ganz viele Gründe zu glauben.
Ich glaube an Gott, weil ich jetzt schon einen Zauber in dieser Welt sehen kann. Da ist die Freundin, die mir völlig überraschend das perfekte Geschenk macht; da ist der Busfahrer, der aus dem Nichts durch den ganzen Bus ruft und mir einen schönen Abend wünscht; da ist das Familienmitglied, das aufgrund einer Krankheit eine schwere Entscheidung treffen muss und dabei mega stark ist. Das alles ist schon da. Und für mich zeigt es: Über all dem steht jemand, der uns das gönnt. Der sich mit uns freut, der uns bedingungslos liebt, uns stärkt, der uns auffängt und hält und immer da ist, wenn wir ihn brauchen.
Ich sehe den Zauber und ich sehe auch einen Sinn darin. Deshalb glaube ich an Gott.
Carina
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Sonntag, 22. Februar 2026
Endlich Stille. Das denke ich eigentlich jedes Jahr, wenn die Faschingszeit vorbei ist. Wenn der laute Trubel verschwindet und die Straßen, Städte und Dörfer wieder ruhiger werden. Nach Fasching beginnt die Fastenzeit. Viele Christen verzichten dann auf Dinge, z.B. Fleisch oder Social Media, um sich bewusst auf Ostern vorzubereiten.
Heute ist der erste Sonntag der Fastenzeit: Für mich ein guter Zeitpunkt, um kurz innezuhalten: Obwohl ich selbst nie groß an irgendwelchen Faschingsgruppen oder Faschingstraditionen beteiligt bin, fällt auch mir auf, wie viel stiller es plötzlich ist. Ich lege in der Fastenzeit abends öfter das Handy weg – nicht als strenger Verzicht, sondern um mir kleine Ruheinseln zu schaffen. Und dabei checke ich erst, wie ungewohnt diese Ruhe für mich geworden ist.
Ich bemerke dabei, wie sehr ich sonst im Alltag funktioniere: Termine, Nachrichten und Erreichbarkeit. Wenn ich das Handy jetzt abends weglege, entsteht da auf einmal ein kleiner Freiraum. Nicht, weil weniger zu tun ist, sondern weil ich bewusst kurz durchatme.
Die Fastenzeit beginnt für mich deshalb nicht unbedingt mit Verzicht, sondern mit dem Schaffen von Freiräumen: für Gedanken, Reflexion, für was Neues. Nach all dem Trubel endlich Stille und merken, wie gut sie mir tut.
Carina
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Samstag, 21. Februar 2026
Die meisten Männer kriegen zum ersten Mal in ihrem Leben Blumen geschenkt, wenn sie tot sind. Bei ihrer Beerdigung nämlich. Diesen Funfact hab ich von meiner Freundin Marie. Und so fun finde ich den eigentlich gar nicht.
Marie schenkt seit Jahren auch ihren männlichen Freunden Blumen zum Geburtstag oder zum Valentinstag. Ich muss gestehen, dass ich daran vorher noch nie gedacht hab. Seit Jahrhunderten werden Blumen eigentlich nur Frauen geschenkt, vor allem von Männern.
Denn Blumen stehen für die Schönheit und so wollte man schon damals Frauen mit einem Strauß ein Kompliment machen. Heute ist das anders.
Wenn ich heute Blumen verschenke, dann eher nicht, um jemandem zu sagen, wie schön ich ihn finde. Sondern weil ich demjenigen zeigen möchte, wie viel er mir bedeutet und wie sehr ich ihn schätze. Und das möchte ich Männern ja genauso sagen wie Frauen. Damit kann jetzt wirklich mal Schluss sein, finden meine Freundin Marie und ich. Wie wärs denn mit 2026 als dem Jahr, in dem endlich alle Blumen kriegen?
Carina
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Donnerstag, 19. Februar 2026
Das Jahr 2026 ist jetzt schon fast zwei Monate alt – Zeit für eine erste Bilanz, finde ich. Wenn ich dazu meine Neujahresvorsätze checken wollte, müsste ich lange suchen. Ich hab nämlich dieses Jahr keine. Zum ersten Mal, seit ich denken kann, gibt es keine Liste.
Das hat verschiedene Gründe: keine Zeit, keine Lust, keine Ideen. Und Frust. Ich hab schon öfter von meiner Depression erzählt und auch davon, dass ich sie nach wie vor nicht loswerde. Wieder Therapie, immer noch die alten Probleme, seit Jahren.
Ich habe mir dann die Frage gestellt, was es denn jetzt bringt, wenn ich wieder das Gleiche in meine Neujahresvorsätze schreibe: gesund werden. Selbst wenn ich daran arbeite, zur Therapie gehe, liegt es nicht komplett in meiner Hand. Und genau das macht mich müde.
Mein Frust lässt erst nach, seit ich begriffen hab: Ich kann nicht alles kontrollieren. Also hab ich etwas Neues ausprobiert: keine Vorsätze. Und überraschenderweise bin ich dadurch entspannter. Ich plane trotzdem – aber langsamer. Spontaner. Und mit der Erlaubnis, Dinge wieder zu streichen.
Insgeheim habe ich dann ja vielleicht doch einen Vorsatz: Genauer zu schauen, was mir im Moment guttut.
Carina
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Mittwoch, 18. Februar 2026
„Staub bist du, und zum Staub kehrst du zurück.“ Mit diesem Satz bekommen Christen am Aschermittwoch ein Kreuz aus Asche auf die Stirn gezeichnet. Heute ist Aschermittwoch: Ende von Fasching, Anfang der Fastenzeit.
Früher war das für mich vor allem der Startschuss fürs Verzichten: Zucker, Social Media, Konsum. Eine Liste, die mir helfen soll, zum Wesentlichen zurückzukommen. Aber was ist das Wesentliche?
Dieses Jahr habe ich mich mal genauer mit der Bedeutung von Aschermittwoch beschäftigt. Der Tag markiert den Anfang einer Zeit, in der wir uns auf Ostern, die Auferstehung Jesu vorbereiten. Bevor Jesus aufersteht, steht aber sein Tod. Und mein eigener, irgendwann. Darauf hat sich Jesus mit seinem Fasten damals vorbereitet. Und das ist vielleicht auch das Wesentliche am Aschermittwoch.
„Staub bist du, und zum Staub kehrst du zurück.“ Der Satz sagt mir: Dein Leben ist begrenzt. Zuerst hat mich der Gedanke gestresst: Was, wenn ich nicht genug aus meinem Leben mache? Aber dann habe ich gemerkt: Gerade, weil mein Leben begrenzt ist, KANN ich gar nicht alles schaffen, selbst wenn ich das will. Sich das klarzumachen ist eine große Entlastung, finde ich. Das Fasten hilft mir dabei Platz zu machen. Für das, wofür ich mir wirklich Zeit nehmen will in meinem begrenzten Leben.
Carina
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Dienstag, 17. Februar 2026
Nach Sambia reisen oder eine beste Freundin sein - was für eine wilde Entscheidung. Vor genau der stand ich vor einem Jahr wirklich: In meinem Schulpraktikum bekomme ich das Angebot, eine Klasse für einen Monat nach Sambia zu begleiten. Ich bin sofort Feuer und Flamme, wann bekommt man schon mal so eine Chance?
Allerdings heiratet meine beste Freundin nur einen Tag nach meiner geplanten Rückkehr. Und ich bin ihre Trauzeugin. Der Monat vor der Hochzeit ist voll gepackt mit Planen, Basteln, Da-sein. Und ich weiß: wenn ich nach Sambia gehe, werde ich vieles davon verpassen. Ich frage mich direkt, was für eine Freundin ich sein will. Werde ich dem Anspruch an mich selbstgerecht? Meine Freundin rät mir: „Mach, was du für richtig hältst.“ Und das mache ich auch. Ich bleibe. Für sie, aber auch für mich. Die Hochzeit wird zum schönsten Tag meines Jahres 2025. Und unsere Freundschaft ist seither noch enger.
Jetzt, fast ein Jahr später, denke ich oft daran. Ich hab versucht, die Reise mit der Schule nachzuholen – aber es hat nicht geklappt. Diese Chance werde ich vermutlich nie wieder bekommen. Aber die Chance, meinen eigenen Maßstäben treu zu bleiben und für meine beste Freundin in einer wichtigen Zeit da zu sein – die hatte ich auch nur ein Mal. Ich bin sehr froh, dass ich sie genutzt habe.
Carina
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Montag, 16. Februar 2026
Heute geht es in vielen Teilen Deutschlands bunt zu. Egal ob Fasching, Fasnet oder Karneval – Rosenmontag feiern alle. Auch in meiner Heimatstadt gibt es einen großen Umzug, bei dem sämtliche Narrengruppen mitlaufen. Heute herrscht Ausnahmezustand. Straßen sind gesperrt, Menschen verkleiden sich, es wird gefeiert, gelacht und so richtig gelebt.
Irgendwie scheinen wir Menschen das zu brauchen: Diese paar Tage im Jahr, in denen plötzlich andere Regeln gelten. In denen wir aus dem Alltag ausbrechen. In denen nichts so läuft wie sonst – auch nicht wir selbst.
Die meiste Zeit in unserem Leben ist es ja anders. Wir stehen auf, gehen zur Schule oder Arbeit, erledigen To-dos… und halten uns an die offiziellen Regeln. Funktionieren. Aber scheinbar brauchen wir Momente, in denen alles einmal auf den Kopf gestellt wird. Mal ausbrechen und ausgelassen sein zu können. Mal nicht perfekt sein zu müssen.
Ich denke, der Rosenmontag kann ein Anlass sein zu merken, wie sehr wir sonst in unserem Alltag feststecken. Und wie wichtig es ist, sich zwischendurch kleine Freiräume zu schaffen – auch ohne Kostüm und Konfetti.