Im Sommer bin ich für ein Wochenende ins Wendland gefahren. Wo das ist? – hatte ich auch keinen Plan, bis ich dort war. Es ist ein sehr schöner Fleck Natur in Niedersachen. Nach einer ewigen Zugfahrt habe ich meiner Mama schreiben wollen. Kurz Bescheid geben, dass ich sicher angekommen bin. Fehlanzeige – ich hatte kein Netz. Etwas genervt bin ich im ganzen 30 Einwohner Dorf rumgegangen- nirgends Handyempfang. Also habe ich es aufgegeben. Am nächsten Tag habe ich gemerkt, wie oft ich mein Handy rausholen wollte: Nachrichten oder Mails zu checken, kurz den Wetterbericht anzuschauen oder einfach die News der Welt zu lesen. Doch das ging ja nicht. Ich habe dann mein Handy einfach in der Reisetasche gelassen.
Plötzlich hatte ich Zeit. Ich hatte Zeit nachzudenken. Nachzudenken über mich, mein Leben und auch über Gott. Ich finde es spannend mir zu überlegen, welche Rolle Gott in meinem Alltag spielt.
Für mich war diese Erfahrung, mal nicht erreichbar zu sein, total gut. Ich war gelassen und ausgeglichen. Das hat einfach Geschwindigkeit rausgenommen. Und ich habe über Fragen nachgedacht, für die ich mir sonst nicht die Zeit nehme.
Im Alltag benutze und schätze ich mein Handy. Aber es ist auch mal gut es nicht nutzen zu können. Um wirklich Zeit für mich zu haben.