»Pfingsten« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 16.06.2019 gesendet.
Letztes Wochenende ist Pfingsten gewesen. An diesem Fest feiert die Kirche den Heiligen Geist. Sie feiert, dass die ersten Christen den Durchblick hatten und verstanden haben, was Jesus mit seiner Botschaft wollte. Diesen Durchblick nennen sie Heiligen Geist. Manchmal wünsche ich mir so was auch heute. Denn manche führen sich innerhalb der Kirche auf, als hätten sie allein den Durchblick, aber an dem was sie tun erkennt man schnell, dass sie eben nur so tun als ob.
Das finde ich schade. Ich feier an der Kirche, dass viele Menschen ihren Glauben und das was sie hoffen zusammenbringt. Männer und Frauen, Jung und Alt, Handwerker und Professoren. Was ich aber gar nicht verstehe ist, dass Frauen gar nicht vorkommen, wenn es darum geht größere Verantwortung zu tragen. Vor ein paar Wochen haben sich einige Frauen zusammengetan und demonstriert. Sie sind von manchen angefeindet worden, von manchen Bischöfen belächelt und bewegt hat sich nichts.
Pfingsten ist eigentlich das glatte Gegenteil davon. Denn, dass Frauen von der Verantwortung her in der Kirche keine Rolle spielen ist sicher nicht im Geiste Jesu. Denn er hat auch Frauen berufen, ihm zu folgen. Als Auferstandener hat er sich zuerst einer Frau gezeigt. Sein Geist wo er will und ist an kein Geschlecht gebunden.
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»Erbe« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 13.06.2019 gesendet.
Er hat mit seiner Musik große Hallen gefüllt – Tim Bergling alias Avicii – und ist auch heute immer noch auf jeder Party mit seinen Mixtapes präsent, obwohl er schon bald eineinhalb Jahre tot ist. Ich feier einfach seine Musik, die jeden Danceflor auf ein neues Level hebt, jede Party Erwachen lässt und mich zum Tanzen bringt.
Trotzdem bin ich traurig, dass er nicht mehr da ist, auch wenn ich ihn persönlich gar nicht kenne. Ich weiß nicht, ob es einen Himmel gibt, in dem wir nach unserem Tod weiterleben, aber ich habe die Hoffnung. Vielleicht klingt das jetzt kindisch, aber ich glaube Avicii ist nun dort und mischt mit seiner positiven, mitreißenden Musik da oben mit – zur Freude aller, die zu Lebzeiten gut gemachte elektronische Musik geliebt haben – zumindest gefällt mir diese Vorstellung.
Aber auch wenn das nicht so ist, hinterlässt er zumindest hier auf der Erde ziemlich coole Tracks, die viele Fans feiern und ich hoffe halt, das mit dem Tod hier nicht alles zu Ende ist, sondern es irgendwie weiter geht. Das hoffe ich, für Avicii, meine Großväter, meinen Lehrer und andere Menschen, die mir wichtig sind.
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»Blutritt« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 29.05.2019 gesendet.
Am Freitag nach Himmelfahrt bin ich mit meinen Freunden in Weingarten, in der Nähe vom Bodensee. Wir machen da keinen Urlaub, sondern wir sind dort zum Blutritt.
Das ist ein komisches Wort und man denkt vielleicht erst, was geht denn jetzt ab. Geht's da um eine Jagd, was soll das mit dem Blut und was passiert da überhaupt. Der sogenannte Blutritt hat mit mir und meinem Glauben an Jesus zu tun.
Nach seinem Tod am Kreuz soll jemand von dort einen Tropfen Blut mitgenommen haben. Und dieser Tropfen ist über viele Umwege bis nach Weingarten gekommen. Dort wird er nun in einem aufwendig verzierten Gefäß aufbewahrt und wird einmal im Jahr durch Straßen und über die Felder um Weingarten getragen. Und der, der das Gefäß trägt, sitzt auf einem Pferd, damit alle Menschen es auch sehen können.
Klar, wahrscheinlich ist das mit dem Blut von Jesus in dem Gefäß eine Legende. Aber um die Echtheit des Blutstropfen geht’s auch nicht. Es geht darum, dass ich mir bewusst mache, dass es da mehr gibt zwischen Himmel und Erde, als ich sehe. Dass ich mich damit auseinandersetze was ich hoffe und womit diese Hoffnung verbunden ist. Nämlich damit, das Jesus sich für die Menschen so sehr ins Zeug gelegt hat und an seiner befreienden Botschaft festgehalten hat, dass er dafür sogar gestorben ist, ohne sich zu wehren. Dafür steht für mich der Blutstropfen und der Blutritt in Weingarten.
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»Allwin« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 28.05.2019 gesendet.
Mensch-ärgere-dich-nicht und Monopoly sind ziemlich oldschool. Es gibt immer nur einen Gewinner, der die anderen dominiert. Alle anderen müssen sich hinter diesem einreihen und sind dann zweiter, dritter oder letzter. Bei solchen Spielen habe ich nur Spaß, wenn ich zu denen gehöre, die gewinnen.
Mein Bruder hat letztens ein ganz anderes Spiel mitgebracht und es war ein meega Abend für alle. Es heißt: „Pandamic“ also auf deutsch Pandemie. Dabei geht es darum, dass die Spieler versuchen den Ausbruch einer Krankheitsepidemie zu verhindern. Und das geht nur, wenn sie zusammenhalten und gemeinsam einen Plan entwickeln.
Bei diesem Spiel gewinnen alle. Wir haben richtig Spaß gehabt.
Wie cool wäre das erst, wenn es nicht nur im Spiel so wäre, sondern auch im richtigen Leben. Ich nehme mir vor ein guter Mitspieler zu sein und nicht nur mein Ding auf der Arbeit durchzuziehen. Weil es dann allen mehr Freude macht und wir eine gute Zeit miteinander verbringen. Weil jeder auf den anderen achtet.
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»Kreative Langeweile« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 05.05.2019 gesendet.
Die To-do-Liste für nächste Woche ist abgehakt, die Wohnung ist aufgeräumt, die Wäsche gewaschen und ich habe nichts zu tun. Der Fernseher läuft nicht und das Internet funktioniert auch nicht, wegen einer Großraumstörung. Mir ist langweilig. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Tag anfangen soll.
Eigentlich wollte ich eine Serie schauen und mich entspannen, aber das geht nicht, weil das Internet nicht funktioniert. Es ist still. Ich weiß gar nicht, wann es das letzte Mal so ruhig um mich herum gewesen ist, denn immer läuft irgendwas.
Ich merke wie meine Langeweile mit Gedanken überschüttet wird. Ich kann gar nichts dagegen machen, irgendwie denke ich immer irgendwas.
Ich denke an das, was in der nahen Zukunft ist. An die kommende Woche. Die ist wieder mega voll mit Terminen, Treffen und Dingen, die gemacht werden müssen. Und plötzlich kommen mir Ideen, dass ich wieder etwas zeichnen könnte oder was schreiben. Ich bin mega motiviert und freue mich darüber. So ein Tag Langeweile ist doch eigentlich ganz cool, denn ich kann machen was ich will. Wenn ich anfange, die Langeweile zu genießen, merke ich, wie ich plötzlich kreativ werde.
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»Die persönliche Postkarte« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 03.05.2019 gesendet.
Ich habe ne Postkarte von einem Freund bekommen, bei dem ich mich schon länger nicht mehr gemeldet habe. Vorne ist ein Bild mit einem weißen Sandstrand, Palmen und dem türkisblauen Meer. Die Sonne scheint. Hinten drauf: „herzliche Grüße aus der Sonne“. Das Übliche habe ich zuerst gedacht. Aber er schreibt auch, dass wir mal wieder was machen sollten und er sich freut, wenn wir Zeit haben und uns mal wieder sehen.
Ich freue mich riesig über diese Karte. Sie zeigt, dass er mich nicht vergessen hat. Dass ich ihm die Zeit wert bin. Denn eine Karte zu schreiben und abzuschicken ist voll der Aufwand, wenn ich das mit einem Status bei Whatsapp, instagram oder facebook vergleiche. Denn eine Postkarte erreicht immer nur einen einzelnen Menschen und nicht meine ganze Freundes- und Bekanntenliste.
Da muss ich mir im Urlaub echt überlegen, wem ich eine schreibe. Ich nehme mir das für das nächste Mal vor im Urlaub, dass ich auch Postkarten verschicke, um meine Freude zu teilen. Mit meinen Freunden. Mit jedem einzelnen.
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»Greta« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 02.05.2019 gesendet.
Ich bewundere Greta Thunberg und ihre Bewegung „fridays for future“. Sie ist davon überzeugt, was sie sagt. Sie fordert ein krasses Umdenken bei allen. Dass alle Menschen sich für die Umwelt einsetzen und danach handeln, dass künftige Generationen von Menschen hier gut leben können. Dass ich mir das nicht nur vornehme, sondern auch durchziehe.
Klar ist, dass ich in meinem Alltag schon Kleinigkeiten umsetze: Ich ziehe nach dem Laden meines Smartphones den Stecker, lasse den Fernseher nicht im Standbymodus, und schaue danach möglichst keine Lebensmittel zu kaufen, die in Plastik verpackt sind. Aber das sind nur Kleinigkeiten, die bequem und einfach umzusetzen sind.
Ich fahre beispielsweise trotzdem mit dem Auto zur Arbeit Am Beispiel von Greta sehe ich, dass es darum geht etwas konsequent durchzuziehen und zu ändern. Für mich geht das nicht alles auf einmal sondern Schritt für Schritt. Deshalb will ich einen Schritt weitergehen. Und bei gutem Wetter statt dem Auto das Fahrrad nehmen. Das ist zumindest mal ein weiterer Schritt, dass ich konsequenter werde bei dem was ich tue.
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»Mitfühlen« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 01.05.2019 gesendet.
Wenn ich Nachrichten schaue, kann ich die Bilder und Meldungen nicht alle begreifen. Ich sehe Bilder von Flugzeugabstürzen, Politiker, die sich nicht einigen können, wie es mit der Europäischen Union weitergeht und bekomme Szenarien gezeigt, wie weltweit die Gletscher immer kleiner werden. Bei all den Bildern und Infos kann ich nicht alles bis ins Detail verstehen und verarbeiten. Das ist einfach zu viel Input für mich. Generell geht es in Nachrichten ja immer so: Die Journalisten schauen dorthin wo etwas hakt und hängt, wo Menschen in Not geraten. Solche Nachrichten sind immer existentiell für viele Leute. Und ich merke, dass mir diese Leute nicht egal sind.
Mir ist wichtig, dass ich nicht abstumpfe und mir das alles egal ist, was mit den Menschen passiert. Deshalb packe ich bei mir vor Ort mit an und besuche Alte Menschen in meinem Viertel, damit sie wenigstens einen schönen Nachmittag haben können. Nicht abstumpfen, sondern umdenken und anpacken.
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»Giant« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 30.04.2019 gesendet.
Anfang des Jahres bringt Calvin Harris zusammen mit Rag'n Bone Man die Single „Giant“ raus. Sie ist ein voller Erfolg und ich höre diesen Track immer noch gerne, wenn er läuft.
In dem Track singt er davon, dass er andere tragen kann. Wie ein Riese. Davon, dass sie sich auf seine Schultern stellen können, damit sie weit sehen. Wenn er sich so wie einen Riesen beschreibt, meint er das Gefühl stark zu sein und Kraft zu haben. Dieses Gefühl bekommt er, wenn er sich für andere einsetzt. Er trägt diese Menschen und deshalb können sie eine andere Perspektive einnehmen, weil sie weit sehen können, wenn sie auf seinen Schultern stehen.
In einem Bericht zu dem Track habe ich gelesen, dass er ihn für seine Mutter geschrieben hat. In Zeiten in denen es ihm nicht gut ging, war sie die Riesin für ihn. Da hat sie ihn getragen. So hat sie ihm nämlich beigebracht was es bedeutet, frei zu sein, seine Gefühle zu zeigen. Er hat gelernt dass Leben bedeutet, dass man zusammenhält. So wird er zu einem Riese, der andere trägt.
Wenn ich an meine Freunde denke und meine Familie, dann gibt es immer jemanden, der so ein Riese ist. Manchmal bin ich auch derjenige, der die anderen trägt und sie stärkt. Das ist gut und bestärkt mich selbst, weil wir zusammenhalten.
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»Song4u« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 10.03.2019 gesendet.
Bei uns in der Gemeinde gibt es alle zwei Monate sonntags abends einen besonderen Gottesdienst. Ich gehe gerne dort hin. Jedes Mal gibt es einen Track aus den aktuellen Charts. Das finde ich gut, denn ich hör ja den ganzen Tag Musik und am liebsten aktuelles. Der Track und das Musikvideo werden dann in unserer Kirche abgespielt. Alle Texte, die sonst während der Zeit gesprochen werden, beziehen sich auf den Inhalt des Tracks.
Ich habe das Gefühl, dass dieser Gottesdienst mehr mit mir zu tun hat als sonst. Den Musiktrack höre ich ja auch sonst in meinem Alltag, mache mir aber oft wenig Gedanken über das was da gesungen oder gerappt wird. Durch den Gottesdienst gibt der Text einen neuen Sinn, weil ich ihn mit meinem Glauben in Verbindung bringe. Wie den Text von Sidos Tausend Tattoos und einem Text aus dem Buch Jesaja zusammen passen zum Beispiel. In beiden Texten geht es darum, dass Menschen, die wichtig sind nicht vergessen werden. Seit dem denke ich daran, dass Gott mich nicht vergisst, wenn der Track von Sido läuft.
Und weil das mehrere Leute in meinem Alter anzieht, gehen wir oft hinterher was Trinken und tauschen uns noch darüber aus, was uns bewegt und Kraft gibt für den Alltag.
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