»Bergsteigen« von Ida   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 26.10.2020 gesendet.
Als Kind hab ich Wandern und Bergsteigen gehasst. Immer dieses unnötige durch-die-Gegend-Laufen, nur um am Ende
einen schönen Blick zu haben. Damals hab ich nie verstanden, warum das Leute machen.
Jetzt, nach einigen Berg- und Vulkanbesteigungen, fange ich an, das durch-die-Gegend-Laufen irgendwie doch cool zu finden. Erst denke ich nämlich: das schaffe ich nie. Und dann merke ich: wenn ich mich aufraffe, dann komme ich auch oben an. Und das Ankommen auf der Spitze des Berges ist dann einfach unglaublich toll und die beste Belohnung für den anstrengenden Aufstieg.
Und das, obwohl ich vor einer Bergbesteigung manchmal den Gipfel nicht mal oder ganz weit oben sehe, sodass ich mir erst gar nicht vorstellen kann, den überhaupt zu erklimmen. Genauso fühle ich mich manchmal auch vor einem riesigen Haufen Arbeit, den ich bewältigen muss. Dann weiß ich gar nicht, wie ich das alles schaffen soll. Und dann, wenn ich mich aufraffe und einfach loslege, merke ich: es geht irgendwie doch! Ganz am Ende schaue ich auf die getane Arbeit und bin stolz auf mich.
Ich muss einfach anfangen und dranbleiben, dann schaff ich das schon. Und manchmal, wenn ich das Ziel vor Augen habe, macht der Weg dorthin dann sogar noch Spaß!
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»Der eigene Weg« von Ida   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 18.10.2020 gesendet.
Eine Bekannte von mir hat vor Kurzem ihre Ausbildung als Bürokauffrau abgebrochen und bei der Polizei neu angefangen. Sie hat einfach für sich gemerkt, dass die Büroarbeit nicht so das Richtige für sie ist.
Das hat besonders ihre Eltern ganz schön aufgeregt. Die meinen nämlich, dass sie besser die eine Ausbildung hätte fertig machen sollen. Meine Freundin erzählt mir oft, dass sie das sehr traurig macht.
Ich kann die Sorge der Eltern und dass sie enttäuscht sind schon auch verstehen. Sie wollen nur das Beste für ihre Tochter.
Trotzdem, finde ich es von meiner Freundin sehr mutig und stark, dass sie sich so entschieden hat. Es geht doch um ihre berufliche Zukunft. Da würde ich doch mit dem was ich mache, auch zufrieden sein wollen.
Ich finde es cool, dass sie das so durchzieht, auch ohne dass ihre Familie sie unterstützt.
Meine Freundin sagt, dass sie sich trotzdem nicht allein gelassen fühlt. Sie hat nämlich noch Gott. Ihm vertraut sie sich an und er ist immer da – egal was für Entscheidungen sie trifft. Das kann ich gut nachvollziehen. Zu wissen, dass Gott immer bei mir ist, das hilft mir auch in vielen Situationen weiter. Ich traue mich, meinen eigenen Weg zu gehen. Und jetzt, mit dem Vorbild meiner Freundin, noch mehr.
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»Selbstständigkeit« von Ida   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 04.10.2020 gesendet.
Manchmal denke ich an die Zeit zurück, als ich mich als Kind das erste Mal schon groß gefühlt habe: Meine Schwester und ich durften im Urlaub ganz alleine morgens Brötchen holen gehen. Wir haben einen Zettel mit der Bestellung und ein wenig Kleingeld bekommen und sind dann Hand in Hand zum nahen Bäcker gegangen. Das war für uns damals das Highlight des Tages – und irgendwie auch das erste Stück Selbstständigkeit in meinem Leben.
Das hat mit Brötchen holen angefangen und sich dann durch meine Kindheit und Jugend gezogen. Ich wollte immer alles alleine regeln und für mich selbst sprechen. Zum Glück haben meine Eltern mich das auch machen lassen. Ich habe gelernt, mich auszudrücken und auch zu wissen, was ich denn überhaupt will. Außerdem bin ich so auch mal auf die Nase gefallen und habe dann für die Zukunft aus meinen Fehlern gelernt. Wenn da immer meine Eltern alles für mich gemacht hätten, dann wäre ich heute bestimmt nicht so selbstsicher. Und mal ganz ehrlich: Ich weiß doch am besten was ich will, wieso soll da jemand anderes für mich was regeln? Dieses eigenständige Machen wünsche ich jedem!
Wenn ich dabei auch noch auf Gott vertraue, dann weiß ich: ich brauche keine Angst haben, er ist bei mir, gibt mir Kraft und ich kann mir was zutrauen.
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»Vertrauen in mich« von Ida   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 17.09.2020 gesendet.
Letztes Jahr war ich für ein paar Monate in Guatemala. Ich habe dort viele neue Menschen kennengelernt und musste bei der Arbeit Spanisch sprechen. Das musste ich aber erst lernen.
Ich weiß noch genau, wie mir das erste Mal eine Aufgabe mit Verantwortung gegeben wurde. Ich war ganz aufgeregt und wollte mich eigentlich lieber dafür drücken. Der Knackpunkt war nämlich: ich konnte die Sprache kaum.
Mit der großen Verantwortung musste ich aber aus meiner Komfortzone treten. Ich habe mich zusammengerissen und gesagt: Ida, du schaffst das! Was soll denn schon passieren? Ich habe in Gott vertraut und in seine schützende Hand über mir. Das hat mich gestärkt.
Ich bin über meinen eigenen Schatten gesprungen und habe endlich angefangen zu reden obwohl ich mich am Anfang so unwohl gefühlt habe. Und konnte dann gar nicht mehr damit aufhören. Heute kann ich fast fließend Spanisch. Ohne mein Vertrauen in mich selbst und das einfach loslegen würde ich immer noch nach Wörtern suchen. Ich glaube, meine Spanischlehrerin wäre stolz auf mich!
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»Kurz den Teller reichen« von Ida   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 21.08.2020 gesendet.
Letztens war ich auf einem Geburtstag. Es hat total Spaß gemacht, auch wenn ich nur die Begleitperson war und dort eigentlich kaum jemanden gekannt hab. Es gab leckere Kleinigkeiten, ein bisschen Antipasti, Käse und Brot. Als wir uns hingesetzt haben, hab ich einen Platz ganz schön weit in der Ecke bekommen. Natürlich blöd um an die leckeren Sachen ranzukommen.
Eigentlich wär das jetzt eine easy Situation gewesen, mit neuen Leuten in Kontakt zu kommen: Ich müsste einfach jemanden fragen, ob er mir was reichen kann. Aber irgendwie hab ich mich nicht getraut.
Und dann musste ich mich, total peinlich, erst aus der kleinen Ecke quetschen und dabei ein paar Leute anrempeln. Dann hab ich mich über den Tisch gebeugt, meinen weißen Ärmel in Soße getaucht und einige Gespräche gestört. Das war mir so unangenehm, dass ich mich schnell wieder in meine Ecke verzogen hab.
Letztendlich war dieser Weg viel peinlicher als einfach nachzufragen. Ich war schüchtern und hab mich nicht getraut, fremde Leute anzuquatschen. Aber manchmal ist gerade das genau das Richtige: auf Fremde zu gehen, und einfach mal über seinen eigenen Schatten springen. Das macht so vieles einfacher und viel entspannter. Ich hoffe, das nächste Mal bin ich mutiger!
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»Plastikfisch« von Ida   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 20.08.2020 gesendet.
Letztens habe ich an einem Strand einen Mülleimer in Form von einem Fisch gesehen. Wenn die Menschen da dann Müll reinwerfen, sieht das so aus, als würde der Fisch das Plastik fressen. Ein Hinweis auf den vielen Müll in den Ozeanen.
Von der Verschmutzung unserer Meeren habe ich das erste Mal auf Instagram mitbekommen. Da haben dann einige Umweltschützer sehr erschreckende Fotos gepostet: Ganze Fischschwärme sind da in Plastikmüll gefangen und es gibt Strände, die nur aus Plastikabfällen bestehen. Ich habe gelesen, dass wir mehr als 100 Millionen Tonnen Plastik in unsere Meere gebracht haben.
Viele Arten sterben deswegen aus. Ich finde das ganz alarmierend.
Als ich die ersten Male diese schlimmen Dinge gesehen habe, wollte ich unbedingt was tun. Manche sagen, dass der einzelne Mensch da nicht viel tun kann. Ich denke aber: das stimmt nicht! Ich kann zum Beispiel damit anfangen, unnötigen Plastikkonsum zu verhindern. Keine Plastiktüten mehr kaufen, auf den Einweg - To-Go-Becher verzichten oder beim Kosmetikkauf auf die Inhaltsstoffe achten. Das ist dann wenigstens schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.
Der Plastik-Fischkorb am Strand ist mir in Erinnerung geblieben. Mir hat er nochmal klar gemacht, worauf ich in Zukunft weiter achte: Plastik vermeiden.
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»Schallplatten« von Ida   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 19.08.2020 gesendet.
Ich hab zum Geburtstag ein ganz besonderes Geschenk bekommen. Einen Plattenspieler. Meine Eltern haben nämlich ihre alte Schallplattensammlung wiedergefunden: Abba, die Beatles, Pink Floyd, Janis Joplin und so weiter und so fort.
Als ich dann die Platten geerbt habe, musste ich erst einmal lernen damit umzugehen. Ich bin mit Kassetten, CDs und Streaming aufgewachsen und hatte keine Ahnung von Schallplatten. Wie bedient man einen Plattenspieler? Wenn man einen Song überspringen möchte, geht das nicht einfach mit einem Klick. Da muss man dann mit Feingefühl die Nadel etwas weiter setzen und hoffen, dass man den Anfang des nächsten Songs erwischt. Mit dem Handy geht das natürlich viel einfacher.
Aber ganz ehrlich: trotz des Aufwandes höre ich mittlerweile lieber Platten. Beim Streaming kommt jeden Tag so viel Neues dazu, dass ich mir viele Songtitel nicht mal merken kann. Mit Schallplatten hat man irgendwie das Gefühl, jeder Song wird wirklich gewürdigt. Mittlerweile habe ich sogar schon einige meiner Freunde damit angesteckt. Es ist schön, in dieser schnellen Welt von heute etwas Analoges zu haben, das Zeit braucht und entschleunigt.
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»Alltagsfreunde « von Ida   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 17.08.2020 gesendet.
Ich habe einige Freunde außerhalb von meiner Heimatstadt. Durch die weite Entfernung sehen wir uns nicht wirklich oft. In den letzten Jahren war das für mich immer schwer zu verkraften. Wir haben zwar fleißig über Whatsapp geschrieben, aber trotzdem war mir das nie ausreichend.
Durch die Coronasituation habe ich mit einigen Freunden angefangen, regelmäßig zu skypen. Wir konnten so nahezu jedes Alltagsdetail miteinander teilen. Das war wirklich schön.
Gleichzeitig hab ich aber irgendwie gemerkt, dass ich es bei manchen Freunden gut finde, wenn sie etwas weiter weg von mir wohnen.
Manchmal ist es nämlich gerade die Alltagsferne, die eine Freundschaft so eng werden lässt. Die Distanz ermöglicht dann nämlich viel mehr besondere Themen und man bleibt nicht so sehr an Alltagsproblemen hängen.
Wir haben dann schnell gemerkt, dass bei so regelmäßigem Telefonieren der Pepp ein bisschen verloren geht. Irgendwann nehmen die alltäglichen Erzählungen so zu, dass wir nicht mehr den Abstand wie früher dazu haben. Dann geht es nur noch darum, was es gestern zu essen gab oder wen man in der Stadt getroffen hat.
Zum Glück kann ich mit den meisten meiner Leute da drüber reden. Wir haben also beschlossen, etwas unregelmäßiger zu skypen. Dann freuen wir uns umso mehr drauf.
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