»Anleitung fürs Leben« von Elias   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 13.02.2021 gesendet.
Da meine Freizeit in den letzten Monaten ein bisschen langweiliger geworden ist, habe ich ein altes Hobby von mir wieder aufgenommen. Ich baue Autos, Maschinen und andere coole Sachen mit Lego Technik. Das macht Spaß und ist gar nicht so schwer, weil man auf der Anleitung genau sehen kann, wie das Projekt am Ende aussehen soll, was es dann kann und welche einzelnen Schritte ich befolgen muss, damit alles reibungslos läuft.
So eine Anleitung würde ich mir manchmal auch für mein Leben wünschen. Gerade jetzt, wo es noch keine Impfung gegen das Virus gibt, lebe ich irgendwie nur so vor mich hin und weiß gar nicht, wo mein Leben hingehen soll, weil alles stillsteht. Aber so eine Anleitung gibt es halt nicht und es gehört einfach dazu, dass ich meinen eigenen Weg suchen muss und dabei ganz bestimmt einige Fehler mache oder zwischendurch falsch abbiege.
Auch wenn ich noch gar nicht weiß, wo mein Leben letztlich hingehen wird, habe ich als Christ zumindest durch die Geschichten in der Bibel Anhaltspunkte, was im Leben wichtig sein kann. Beispielsweise für andere da zu sein und das Leben nicht alleine, sondern in Gemeinschaft zu verbringen. So, wie es Jesus uns damals vorgelebt hat.
Denn letztendlich zählen die Menschen, mit denen ich mein Leben teile – und sie sind auch ein guter Faktor gegen Langeweile.
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»Das Kind in mir« von Elias   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 12.02.2021 gesendet.
Vor ein paar Tagen habe ich meine Eltern besucht. Meine Mutter findet es immer total schön, wenn wir dann „Familienzeit“ miteinander verbringen. Dieses Mal haben wir uns alte Fotos und ein paar Videos aus meiner Kindheit angeschaut. Es war wirklich witzig zu sehen, wie ich damals aussah, vor allem, weil ich das irgendwie ganz anders in Erinnerung hatte. Mir ist ganz besonders aufgefallen, dass ich fast auf jedem Bild so breit in die Kamera grinse, dass man mein Gesicht locker auf der Kinderschokoladen-Tafel hätte abdrucken können.
Mittlerweile bin ich fast erwachsen und nicht mehr einfach so grundlos fröhlich und grummle an manchen Tagen einfach nur vor mich her. Aber irgendwie haben mich die Bilder zum Nachdenken gebracht. Ich glaube, umso älter ich geworden bin, umso stressiger, hektischer und verantwortungsvoller ist mein Leben geworden. Und irgendwann habe ich die grundlose Lebensfreude und Leichtigkeit aus meiner Kindheit verloren. Aber das möchte ich ändern und ab und zu das Kind wieder in mir entdecken. Zum Beispiel einen Abend lang mit meinen besten Freunden auf eine Wiese liegen und in den Himmel starren oder spontan im Sommer an den See fahren und einfach nicht darüber nachdenken, was am nächsten Tag so kommt. Denn genau diese kindliche Leichtigkeit von früher macht mich glücklich.
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»Meine Retter« von Elias   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 11.02.2021 gesendet.
An manchen Tagen arbeite ich zwölf Stunden und kümmere mich hektisch um ein Projekt nach dem anderen. Ich kann von der Arbeit total schlecht abschalten und bin dann in einem richtigen Rausch. Wieder Zuhause angekommen mache ich noch die Wäsche, räume die Spülmaschine aus und sauge die Küche. Abends lasse ich mich dann fix und fertig ins Bett fallen. Das ist oft total stressig und ich wünsche mir manchmal jemanden, der mich aus so einem Tag, also aus so einem Trott, rettet.
Meine Freunde sind solche Retter: Sie sind immer für mich da, unterstützen mich bei meiner Arbeit, wenn es wieder zu viel wird, und zwingen mich aber auch dazu, einmal einen Tag nichts zu machen oder wenigstens nach der Arbeit abzuschalten. Beispielsweise, wenn sie mich in die Stadt einladen oder mit mir einen halben Tag mit Pizza vor dem Fernseher chillen. Und genau das hilft mir. Nicht nur, weil ich mich immer drauf verlassen kann, dass sie für mich da sind, sondern auch, weil sie mir immer die Kraft dazu geben, die Tage durchzuhalten, an denen halt mal 12 Stunden Arbeit auf mich warten.
Meine Freunde helfen mir, wo sie nur können – und das ist echt nicht selbstverständlich. Dafür bin ich ihnen dankbar, denn das ist das, was für mich echte Freunde auszeichnet: Dass wir immer füreinander da sind.
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»Meine Mutter« von Elias   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 10.02.2021 gesendet.
Bevor ich Zuhause ausgezogen bin, habe ich mich total oft mit meiner Mutter gestritten. Zum Beispiel, wenn ich aus der Schule eine schlechte Note mitgebracht hab´ oder mein Zimmer mal wieder nicht aufgeräumt. Ab und zu war es so schlimm, dass ich meine Mutter richtig gehasst habe oder sie einfach ein paar Tage ignoriert.
Mittlerweile ist das anders und wir verstehen uns ganz gut. Vielleicht auch, weil wir nicht mehr jeden Tag aufeinander hocken und ich in eine andere Stadt gezogen bin.
Mir ist aber auf jeden Fall klar geworden, dass egal, über was wir uns jemals gestritten haben, es meine Mutter immer nur gut mit mir gemeint hat. Auch wenn ich mit etwas nicht einverstanden war, wollte sie nur das Beste für mich. Im Nachhinein finde ich es nämlich zum Beispiel gar nicht so schlimm, dass sie mir mit 16 verboten hat, mich tätowieren zu lassen.
Auch wenn es heute noch kleine Meinungsverschiedenheiten zwischen uns gibt, betrachte ich alles ein wenig gelassener als früher. Ich bin nicht mehr sauer, ich bin dankbar. Für alles, was sie in meinem Leben für mich gemacht hat, weil das echt nicht selbstverständlich und leider nicht bei allen so ist.
Ich bin ihr dankbar, dass sie immer ein Auge auf mich hat und mich bedingungslos liebt. Denn ich weiß: egal, was auch passiert, ich kann immer zu meiner Mutter kommen, wenn ich Hilfe brauche.
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»Achtsamkeit« von Elias   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 09.02.2021 gesendet.
Ich hetze ganz oft von einer Situation zur nächsten: Während dem Frühstück fahren meine Gedanken schon zur Arbeit, dort angekommen denke ich an den Feierabend und den Haushalt und am Abend dreht sich dann alles um den kommenden Tag. Ich habe das Gefühl, dass ich ganz selten im Moment lebe, sondern nur über das nachdenke, was ich eigentlich schon hätte machen sollen. Das stresst mich mega.
Eine Arbeitskollegin hat mich auf „Achtsamkeitstraining“ aufmerksam gemacht. Irgendwie kommt das aus dem Buddhismus, im Christentum würde man wahrscheinlich meditieren dazu sagen, aber das kann auch unreligiös gesehen werden. Jedenfalls geht’s drum, dass ich die Natur ganz genau wahrnehmen, also alles genau betrachte und die Schönheit genießen soll. „Man sieht, hört und spürt“, hatte meine Kollegin gesagt, „Und man fühlt sich ruhig und friedlich, weil alles so sein darf, wie es ist“.
Ganz ehrlich: Ich hab´ das für total esoterischen Quatsch gehalten, aber ich habe es mal ausprobiert. Und das hat was gebracht! Ich bin einfach eine halbe Stunde spazieren gegangen, habe versucht, die ganze Natur in mir aufzusaugen und alles ganz genau anzugucken. Nach der halben Stunde hatte eigentlich keine Lust mehr, trotzdem mache ich das jetzt öfters. Denn dabei habe ich es geschafft, wirklich alles andere zu vergessen und nur den Moment zu genießen. Natürlich habe ich danach immer noch an alles gedacht, was die nächsten Tage noch so kommt, aber ich war viel entspannter und motivierter.
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»Fremdwahrnehmung« von Elias   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 08.02.2021 gesendet.
Die Serie Scrubs rund um ein Team von jungen Ärzten ist meine absolute Lieblingsserie. Auch wenn sie schon etwas älter ist und ich bestimmt jede Folge mindestens fünf Mal gesehen habe, schaue ich immer wieder gerne rein. Vor allem, weil ich mich in den Hauptcharakter, John Dorian, manchmal total gut hineinversetzen kann.
In einer Folge macht er sich darüber Gedanken, wie andere ihn sehen und was er verbessern kann, damit er positiver wahrgenommen wird.
Mir geht es auch ganz oft so, dass ich versuche, den anderen gefallen zu wollen. Und dabei verliere ich dann ganz oft aus den Augen, wer ich eigentlich wirklich bin. Das macht mich manchmal traurig.
Vor allem, weil es doch echt egal ist, wie irgendwelche Leute auf der Straße oder entfernte Bekannte mich wahrnehmen.
Genau zu dem Schluss kommt auch John Dorian in einer Folge und sagt: „Mit mir ging es erst aufwärts, als ich mir keine Gedanken mehr darüber gemacht hab´, wie andere Leute mich sehen.“
Und ich glaube, genau damit hat er Recht: Ich bin ich – und das ist gut so. Es ist egal, wie andere mich sehen, denn wichtig sind sowieso nur die Menschen, die mich akzeptieren – auch mit allen meinen Ecken und Kanten. Denn ich bin einfach nur ich – und das ist gut genug.
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»Steine schmeißen« von Elias   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 30.01.2021 gesendet.
Neulich habe ich auf meinen Bus gewartet und ein lautes Gespräch aus dem Wartehäuschen neben mir mitbekommen. Drei vielleicht 16-jährige Mädchen haben sich total über eine andere ausgelassen. Dass die zum Beispiel total weird sei, irgendwann auf einer Party sehr hart betrunken war und so weiter. Alles in allem ist die, über die gesprochen wurde, teilweise stark beleidigt worden und einfach nicht gut weggekommen.
Ich verstehe nicht, warum Menschen hinter dem Rücken von anderen reden oder welcher Kick dahintersteht. Für mich ist das, was da passiert ist, traurig und zeigt, dass jemand nicht genug Mumm hat, einer Person direkt die Meinung zu sagen.
Es gibt dieses Sprichwort: „Wer selbst im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.“ Jesus hat in der Bibel etwas ähnliches gesagt. Und ich finde, das trifft voll zu. Niemand auf dieser Welt ist so perfekt, dass er oder sie das Recht hat, über andere herzuziehen.
Ich natürlich auch nicht.
Auch wenn ich mich mal tierisch über jemand aufrege, versuche ich, die Beleidigungs-Steine, die ich so auch gerne schmeißen würde, bei mir zu behalten und mit der Person zu sprechen. Vor allem mache ich das auch so, weil ich nicht möchte, dass hinter meinem Rücken über mich geredet wird. Deshalb mache ich es auch nicht bei anderen.
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»Wir sollten nicht vergessen« von Elias   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 27.01.2021 gesendet.
Heute vor genau 76 Jahren ist das Konzentrationslager Auschwitz befreit worden. In solchen Vernichtungslagern wie Auschwitz-Birkenau haben die Nationalsozialisten im Krieg um die sechs Millionen Juden getötet. Deshalb ist bei uns der 27. Januar der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.
Ich finde es richtig, dass es solche Tage gibt und vor allem auch wichtig, dass ich mich an ihnen auch mit ihrem Thema beschäftige. Also, dass ich mir wieder vor Augen führe, zu welchen schrecklichen Taten Menschen fähig sind und was sich niemals wiederholen darf.
Gerade in letzter Zeit habe ich das Gefühl, dass Fremdenfeindlichkeit und Rassismus wieder mehr Platz in unserer Gesellschaft finden – und dass der Holocaust, also die geplante Vernichtung von Juden, immer wieder klein geredet oder teilweise sogar relativiert wird. Und das darf nicht sein, denn in deutschen Lagern sind unglaublich viele Menschen ermordet worden – einzig und allein, weil sie Juden waren.
Die NS-Zeit ist ein dunkles Kapitel in der deutschen Geschichte, das für immer da sein wird. Und ich bin der Überzeugung, dass ich wie alle anderen auch meinen Beitrag dazu leisten sollte, die Geschehnisse nicht zu vergessen und zu helfen, dass so etwas nie wieder passiert. Beispielsweise indem ich wie jetzt von damals erzähle, indem ich mich gegen fremdenfeindliche Strömungen positioniere und vor allem, indem ich die zwei für mich im Leben wichtigsten Dinge lebe: Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe.
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»24 Stunden« von Elias   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 14.01.2021 gesendet.
Ich hab´ das Gefühl, manchmal arbeite und mache ich, aber irgendwie scheint sich nichts zu verändern. Zum Beispiel als ich neulich umgezogen bin: Noch heute steht überall Zeug, das ich nicht wegräumen kann. Wenn ich dann noch viel auf der Arbeit zu tun habe, geht gar nichts mehr: Ich bin dann so im Stress und überlastet, dass ich abends ins Bett falle und es morgens fast gar nicht mehr heraus schaffe. Irgendwie erschlägt mich dann der Gedanke ans nicht Vorwärtskommen und ich komme mir vor wie so ein Hamster in seinem Rad.
Aber ich habe mittlerweile gelernt, dass es so nicht funktioniert. Wenn ich viel zu tun habe, zwinge ich mich jetzt, jeden Tag mindestens eine halbe Stunde komplett abzuschalten – also mich zum Beispiel ohne Handy, Fernseher und so weiter ins Bett legen. Einfach um die Gedanken kreisen zu lassen und runterzufahren. Das hilft mir und gibt mir neue Kraft.
Und mir ist auch klar geworden, dass ich mir in Zukunft eingestehen muss, dass ich einfach nicht alles auf einmal machen kann, was ich gern möchte. Wenn ich schon im Stress wegen dem Umzug bin, dann muss ich halt beispielsweise eine Woche das Handballtraining weglassen. Denn auch mein Tag hat nur 24 Stunden…
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»Ein Jahr zum Vergessen« von Elias   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 02.01.2021 gesendet.
Wow – 2020 ging wirklich richtig schnell vorbei. Gefühlt habe ich erst gestern in Berlin mit meinen Freunden ins Jahr 2020 reingefeiert - und das ist jetzt auch schon wieder um. Wir haben 2021! Vor allem, wenn ich daran denke, was ich im letzten Jahr alles gemacht hab´, kommt es mir noch kürzer vor.
Ich hab´ nämlich irgendwie gar nichts gemacht. Ich war nicht im Urlaub, auf keinen interessanten Ausflügen, seltener mit meinen Freunden unterwegs und auch ab März nicht mehr feiern. Was für ein beschissenes Jahr. Einfach zum Vergessen. Und ich glaub´ auch nicht, dass die äußeren Einflüsse – also Corona und so weiter – dieses neue Jahr irgendwie besser machen. Auf die habe ich ja sowieso keinen Einfluss.
Aber mir ist klar geworden, dass ich zumindest eine Sache beeinflussen kann: Mich selber.
Für 2021 möchte ich mich mehr auf die Situation mit dem Virus einlassen, weniger unmotivierten Corona-Trübsal blasen und mich einfach wieder etwas mehr auf das Leben freuen.
Ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung, ob das irgendwie funktioniert und wie ich das anstellen soll. Aber ich will versuchen, mit einer positiven Haltung in dieses Jahr zu gehen. Denn nur wenn ich positiv bleibe, hat 2021 zumindest die Chance ein Jahr zu werden, dass ich nicht sofort wieder vergessen will.
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