»Muttertag« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 14.05.2020 gesendet.
Es sind oft die ganz alltäglichen Dinge, für die ich wirklich dankbar bin. Zum Beispiel, wenn ich nach einem stressigen Tag spät nach Hause komme und sehe, dass mein Freund schon den ganzen Haushaltskram erledigt hat. Für mich ist klar: das ist nicht selbstverständlich. Deshalb vergesse ich auch fast nie, meinem Freund dafür danke zu sagen. Aber während ich bei meinem Freund und auch anderen Leuten eigentlich immer darauf achte, mich zu bedanken, gibt es eine Person, bei der ich das ziemlich selten getan habe – und das ist ausgerechnet meine Mama.
Eigentlich unglaublich: Meine Mutter hat mir bis ich groß war, bestimmt Tausende von Mahlzeiten gekocht, mich hunderte Male getröstet und dafür gesorgt, dass ich gut aufwachsen kann.
Klar, ein paar Mal habe ich mich dafür bestimmt bedankt. Aber grundsätzlich bin ich all die Jahre davon ausgegangen, dass das ja irgendwie auch ihr Job ist: Meine Mutter zu sein. All die großen und kleinen Dinge, die sie in zwei Jahrzehnten für mich geleistet hat, waren für mich deshalb selbstverständlich.
So zu denken, als hätte man einen Anspruch auf das, was eine Mutter für einen tut, ist für Kinder vermutlich auch ganz normal. Und trotzdem: Nichts von dem, was meine Mutter für mich getan hat, war und ist selbstverständlich. Klar, jetzt war am Sonntag Muttertag. Aber manchmal braucht man halt einen äußeren Anlass. Deshalb von ganzem Herzen: Danke!
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»Starke Frauen« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 31.03.2020 gesendet.
Meine beiden Schwestern sind die tapfersten Menschen, die ich kenne. Sie haben beide kleine Kinder. Ich kriege regelmäßig niedliche Fotos und Videos von den Kids geschickt.
Aber das sind nur Momentaufnahmen. Babys und kleine Kinder sitzen in der Regel nicht einfach brav irgendwo rum und machen niedliche Sachen. Sie sind ständig auf Hilfe angewiesen. Sie schreien. Sie werden nachts wach. Sie werden krank. Schreien dann noch öfter. Davon gibt es keine süßen Videos. Denn dann müssen meine Schwestern nachts tausendmal aufstehen, beruhigen und trösten. Den ganzen nächsten Tag trotzdem fit sein, Streit schlichten, in den Arm nehmen und geduldig sein.
Meine Schwestern schaffen das. Zusammen mit ihren Partnern. Aber es gibt keine Firma, die sie dafür lobt oder ihnen einen extra Bonus gibt.
Eine meiner Schwestern geht zusätzlich noch arbeiten, die andere nicht. Aber beide müssen dazu immer wieder mal kritische Kommentare von Leuten einstecken, die das eigentlich überhaupt nix angeht.
Meine Schwestern lassen sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen. Sie ziehen ihr Ding durch. Und sie machen das nicht für irgendwas oder irgendwen, sondern für sich und ihre Familie. Ich kenne sonst niemanden, der in seinem Leben so ein Standing hat. Meine beiden Schwestern sind die tapfersten Menschen, die ich kenne. Weil sie trotz aller Widerstände grade für die, die sie brauchen, richtig starke Frauen sind.
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»Split« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 22.03.2020 gesendet.
Kevin hat 23 Persönlichkeiten. Um ihn geht es in dem Film Split. Kevin hat eine multiple Persönlichkeitsstörung und die vielen Personen, die in ihm wohnen, sind teilweise ganz schön unterschiedlich. Manchmal ist Kevin z.B. ein kleiner, verspielter Junge, dann wieder eine strenge ältere Frau.
Es gibt in Kevin auch Persönlichkeiten, die nicht besonders sympathisch, sogar gefährlich sind. Aber sie alle sind da, um Kevin zu beschützen und eine bestimmte Funktion in seinem Leben zu erfüllen.
Auch wenn ich keine multiple Persönlichkeitsstörung wie Kevin habe – ich erlebe doch oft sehr unterschiedliche Seiten an mir. Und manche dieser Anna-Seiten kann ich nicht besonders gut leiden. Z.B. die Sorgen-Anna, die sich viele Gedanken macht, anstatt selbstbewusst und entschlossen durchs Leben zu gehen. Oder die Panik-Anna, die sich leicht erschreckt und dann kopflos wird, anstatt cool zu bleiben.
Aber was wäre, wenn ich diese Seite von mir mal nicht nur genervt, sondern freundlich in den Blick nehmen würde? Dann könnte ich mich z.B. fragen, welche Funktion die Sorgen-Anna hat, warum sie da ist und ob sie mich vielleicht sogar beschützt? Der Film hat mich dazu gebracht, auch meine schwierigen Seiten besser kennen zu lernen. Das ist anstrengend, überraschend. Manchmal erschreckend, aber auf jeden Fall lohnt es sich.
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»Kindisch« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 08.03.2020 gesendet.
Ab und zu fühle ich mich richtig mies. Und manchmal weiß ich nicht mal, warum eigentlich.
Wie soll ich das jemanden sagen? Ich kann ganz gut beten, aber in solchen Momenten fällt es mir sogar schwer, Gott davon zu erzählen. Gott einfach nur die Ohren volljammern ohne Grund? Ich hab das Gefühl, das ist doch irgendwie kindisch…
In der Bibel gibt es eine Erzählung, die mir in dieser Sache echt weitergeholfen hat.
Jesus ist mal wieder in der Stadt unterwegs und die Leute strömen nur so auf ihn zu. Einige wollen auch ihre Kinder zu ihm bringen. Aber die Freunde von Jesus weisen die Kleinen schroff zurück, nach dem Motto: „Der gute Mann hat heute Wichtigeres zu tun“. Als Jesus das sieht, wird er sauer und sagt: Lasst die Kinder zu mir kommen! Und dann erklärt er seinen Freunden: Jeder von euch soll wie ein Kind sein, wenn er zu mir kommen will.
Ich glaube, Jesus meint damit, dass ich eben dann zu Gott kommen kann, wenn ich mich klein fühle. Ich kann mich Gott immer offen anvertrauen – mit allem. Ich muss meine Gefühle nicht unterdrücken, nicht erwachsen tun. Auch wenn ich selbst der Meinung bin, dass es kindisch ist, mich mit damit an Gott zu wenden: Grade dann will Gott für mich da sein.
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»Happiness« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 06.03.2020 gesendet.
Mein Freund und ich haben uns auf dem Sofa breitgemacht. Wir genießen unseren Feierabend, haben grade gegessen und jetzt schauen wir zusammen eine Serie. Alles ganz normal. Und trotzdem: Ich bin richtig zufrieden und glücklich, weil es einfach schön ist, mit ihm zusammen zu sein. Und das sage ich ihm auch: Es ist echt schön mit dir.
Damit drücke ich nicht nur aus, wie happy ich grade bin, sondern es macht meine Freude auch erst richtig vollständig. Könnte ich das meinem Freund nicht sagen, dann würde meinem Glück in diesem Moment einfach was fehlen.
Ich glaube, wenn man sich über etwas wirklich freut, dann kann man gar nicht anders, als diese Freude mit anderen zu teilen.
Und so ähnlich geht es mir auch oft mit Gott.
Ich freue mich über Gott – darüber, was für eine Freude seine Welt mir manchmal macht oder wie gut es sich anfühlt, auf ihn zu vertrauen. So eine Freude kann ich nicht für mich behalten. Also lasse ich sie raus. Zum Beispiel, wenn ich bete und Gott sage, wie glücklich ich grade bin. Oder wenn ich anderen Leuten von Gott erzähle. Es geht dann nicht darum, andere von Gott zu überzeugen. Sondern: Für mich wird die Freude über Gott erst dann vollständig, wenn ich sie mit ihm und anderen teilen kann.
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»Abbild Gottes« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 22.02.2020 gesendet.
Hey, ihr Abbilder Gottes! Heute schon gelächelt?
Ja, ich meine das Ernst. Wir sind alle Abbilder Gottes. Das steht sogar auf der ersten Seite der Bibel.
Aber was heißt das eigentlich, Abbild Gottes sein?
Dass der Mensch ein Bild Gottes ist, damit meint die Bibel, dass in jedem Menschen was Göttliches steckt. Ich finde das großartig, weil damit klar ist, dass alle Menschen die gleiche Würde haben. Ganz unabhängig davon, wie sie drauf sind, ob sie glauben oder nicht.
Für mich heißt das aber auch, dass ich eben „nur“ ein Abbild und keine perfekte Kopie von Gott bin. Und deshalb verstehe ich das vor allen Dingen als Auftrag: Ich soll Gott immer ähnlicher werden, ihn immer besser ab-bilden.
Damit ich überhaupt weiß, wie das geht, dazu ist Jesus, glaube ich, auf die Welt gekommen. Die Menschen, die Jesus getroffen hat, waren auch keine perfekten Gotteskopien. Sie haben in ihrem Leben zum Teil viel verbockt, sich nicht korrekt verhalten. Aber Jesus wusste, dass in jedem Menschen was Göttliches steckt.
Wenn ich noch näher an das Bild von Gott herankommen will, dann so, wie Jesus mir das gezeigt hat. Das heißt für mich: ich muss alle Menschen wie Abbilder Gottes behandeln. Grade die, bei denen es mir am schwersten fällt. Und so werde ich Gott ähnlich: Indem ich erkenne, dass die Menschen um mich herum Gott auch ähnlich sind.
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»Gegner« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 21.02.2020 gesendet.
„Zum Teufel mit dem Typen!“ Das hat letztens meine Freundin Ella gesagt. Es ging um ihren Exfreund, mit dem sie einen fiesen Streit hatte. Ella ist verletzt. Das kann ich gut verstehen. Aber den Satz finde ich krass. Wenn das jemand über mich sagen würde – ich wäre total sprachlos. Vor allem frage ich mich, was das eigentlich heißt: jemanden zum Teufel jagen? Wer ist denn eigentlich der Teufel? Als Relitante weiß ich, wo ich gucken muss und klar, ich finde dazu was in der Bibel. Da ist der Teufel eine Person und heißt Satan. Das bedeutet Widersacher oder einfach nur Gegner. Jetzt wird mir das schon klarer. Eine Person hat Kraft. Und ein Gegner hat schlechte Kraft. Der Teufel ist also jemand, der Anderen was Schlechtes will. Das bedeutet natürlich nicht, dass alle Leute, die was Schlechtes tun, Teufel sind. Aber klar gibt es Leute, die einem nicht guttun.
Der Ex von meiner Freundin hat ihr echt weh getan. Für einen kurzen Moment hat sie sich deshalb vielleicht gewünscht, dass ihm jemand Anderes auch mal so weh tut. Ein besonders hilfreicher Wunsch ist das aber nicht.
Hilfreicher finde ich: Zu Leuten, die einen so runterziehen, klar sagen: Stop, das geht so nicht. Denn ganz egal, wie sie heißen, in meinem Leben haben fiese Gegner nix verloren.
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»Body-Positivity« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 20.02.2020 gesendet.
„Jede Frau ist schön!“
Body-Positivity heißt das Stichwort. Die Bewegung will vor allen Dingen Frauen bewusst machen, dass sie auch dann schön sind, wenn sie nicht den medial gehypten Schönheitsidealen entsprechen. Unter dem Insta-Hashtag Body-Positivity posten Frauen deshalb nicht die üblichen perfekt inszenierten und retuschierten Selbstportraits, sondern zeigen sich so, wie sie sind: groß, klein, dick, dünn, mit Pickeln und mit Dehnungsstreifen.
Und es zeigt langsam Wirkung. Ich sehe nicht mehr nur perfekte und makellose Topmodels, sondern ganz unterschiedliche Frauentypen. Ich finde das gut. Und hab mit dem ganzen Thema trotzdem irgendwie Probleme.
Es bleibt nämlich aufs Äußerliche konzentriert. Warum ist das überhaupt so wichtig?
Warum muss ich mich äußerlich schön finden?
Was mich an der Unzufriedenheit mit meinem Aussehen wirklich stört, ist, dass es mich stört. Wenn ich unzufrieden mit meinem Körper bin, dann fühle ich mich nämlich oft auch innerlich schlecht und bin weniger selbstbewusst. Ich weiß, dass das nicht richtig ist. Aber die Botschaft „Du bist trotzdem schön“ hilft mir dabei nicht wirklich weiter. Hilfreicher wäre für mich: „Du bist viel mehr als nur schön!“
Ich muss nicht alles an meinem Körper toll finden. Ich bin als Mensch und als Frau unendlich viel mehr als mein Body.
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»Not-to-do-Liste« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 04.02.2020 gesendet.
Wenn ich viel vorhabe, dann schreibe ich mir erstmal eine To-Do-Liste. Das hilft mir, den Überblick zu behalten und überhaupt die Prioritäten klar zu bekommen. Also was ist wichtig und muss bis wann erledigt werden. Immer wenn ich was von meiner Liste streichen kann, macht mich das richtig zufrieden: Wieder was geschafft!
Oft habe ich aber so viel zu tun, dass die To-Do-Listen schon anfangen, sich auf meinem Schreibtisch zu stapeln. Wie wäre es, wenn ich so eine Liste deshalb mal genau anders herum anlegen würde? Statt aufzuschreiben, was ich mir alles vorgenommen habe, könnte ich ja einfach auflisten, was ich auf keinen Fall vorhabe. Eine Not-To-Do-Liste sozusagen!
Auf diese geniale Idee bin ich vor kurzem in einem Buch gestolpert und ich habs gleich mal ausprobiert. Auf meiner Not-To-Do-Liste steht z.B.: „heute die Wohnung aufräumen“ oder „Sport machen“. Ich nehme mir vor, mir heute nicht zu viel vorzunehmen. Das entlastend mich.
Was auf meiner Not-To-Do-Liste aber ganz weit oben steht sind Sachen wie „meinen Freund schlechtgelaunt anschnauzen“ oder „meine Nachbarin im Gespräch ungeduldig abwürgen“. Wenn ich das abends von meiner Not-To-Do-Liste streichen kann, macht mich das sehr zufrieden: Wieder was geschafft, und sogar was richtig Gutes!“
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»Klein ganz groß« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 25.12.2019 gesendet.
Ich stehe vor der Geburtskirche in Bethlehem und komme mir plötzlich wie ein Riese vor. Die Kirche liegt dort, wo Jesus angeblich geboren worden ist, und die Eingangstür sieht aus wie ein Scherz. Sie ist nämlich mega klein, grade mal 1, 30 m hoch.
Für mich ist diese kleine Tür ein schönes Bild für das, was an Weihnachten passiert ist: Gott wird Mensch und zeigt mir im Jesus-Baby, wie klein er sich machen kann.
Dabei stelle ich mir Gott oft ganz anders vor: riesig groß, unendlich stark. Dass er mich und die ganze Welt beschützen und dass ihm keiner was anhaben kann.
Ein kleiner Gott – was will der mir schon sagen?
In meinem Alltag will ich nicht klein und schwach sein, sondern vor allem meine starken Seiten zeigen. Manchmal übertreibe ich es damit. Z.B. als ich letztens mit einer Kollegin diskutiert habe. Ich wollte unbedingt meine Meinung durchdrücken, die Stärkere sein. Dabei habe ich gar nicht gemerkt, dass ich meine Kollegin richtig platt gemacht habe.
Wenn Gott sich an Weihnachten so klein macht, dann heißt das für mich: Klein ist ok. Du musst nicht immer die Stärkere sein. Du musst nicht nur an dich denken. Wenn ich es schaffe, auch mal klein beizugeben, ist das eine starke Leistung. Der Mini-Eingang in Bethlehem ist da ganz klar: klein kann ganz groß sein.
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