»Vergleich« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 17.01.2021 gesendet.
Das Handy klingelt und meine Freundin ist dran: Wir haben uns schon länger nicht mehr gehört und quatschen voll drauf los. Sie erzählt mir von einem coolen Projekt, an dem sie grade arbeitet. Und eine Japanreise für nächstes Jahr haben ihr Freund und sie jetzt auch gebucht.
Als ich auflege, habe ich plötzlich ein komisches Gefühl. Ich fange an, mich mit meiner Freundin zu vergleichen: Bei der Arbeit läuft´s bei mir momentan eher routiniert. Und sowas cooles wie einen Japanurlaub plane ich auch nicht. Auf einmal bin ich unzufrieden mit meinem Leben.
Ich habe mal in einem Buch den Satz gelesen: Vergleiche dich nicht mit anderen, sondern mit der Person, die du gestern warst.
Das probiere ich aus. „Gestern“, oder sagen wir mal vor einem halben Jahr war ich noch nicht so routiniert bei der Arbeit. Da musste ich mich noch mühsam in die ganzen Abläufe einarbeiten und ständig bei Kollegen nachfragen. Und vor einigen Monaten hatte ich noch einen fiesen Streit mit einem Freund und war so beleidigt, dass ich mich gar nicht mehr bei ihm melden wollte. Mittlerweile habe ich es geschafft, auf ihn zuzugehen. Obwohl ich mir das damals nie hätte vorstellen können.
Mich mit meiner Freundin oder anderen zu vergleichen, bringt nichts. Mich mit mir selbst zu vergleichen, bringt mich dagegen tatsächlich weiter. So kann ich meine Energie dafür nutzen, das zu verändern, was ich in meinem Leben vielleicht tatsächlich verändern will.
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»Musik« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 16.01.2021 gesendet.
“It gives me the feeling of love”. Es gibt mir das Gefühl von Liebe. Das sagt ein alter Mann in einer Dokumentation über Musik, nachdem man ihm Kopfhörer aufgesetzt hat.
Ich weiß nicht genau was der Mann hat. Seine Tochter erzählt in der Doku, dass er kaum ansprechbar ist und man schon alles Mögliche probiert hat, um ihn zu animieren. Nichts hat geholfen. Bis sie ihm Kopfhörer mit seiner Musik aufgesetzt haben.
Plötzlich ist da wieder Leben in dem Mann, er singt, reißt die Augen auf und bewegt sich zur Musik. Er blüht regelrecht auf. Er erzählt, dass Gott ihm diese Klänge geschenkt hat.
Ich finde besser kann man nicht beschreiben, was Musik mit einem macht. Musik bewegt, sie belebt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemanden gibt, dem Musik nicht gefällt. Für mich ist sie ein Geschenk und wie der alte Mann gesagt hat. Sie gibt mir ein Gefühl von Liebe.
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»Klug investiert« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 15.01.2021 gesendet.
Ich brauche unbedingt ein neues Handy! Naja, ehrlich gesagt: Von „brauchen“ kann keine Rede sein. Mein Altes funktioniert noch gut. Trotzdem hätte ich gerne ein Neues, mit besserer Kamera und schönerem Design. Auch wenn das nicht billig ist.
Dass ich mir etwas Neues kaufe, obwohl es teuer ist und ich es gar nicht brauche – das kommt bei mir schon mal vor.
Ich überlege, wieviel Geld ich schon für unnötige Sachen ausgegeben habe und wie lange ich dafür arbeiten musste. Da habe ich echt viel meiner Zeit in Geld investiert.
Anstatt meine Zeit in Geld zu investieren, um Dinge zu kaufen, die ich gar nicht brauche, wie wäre es, wenn ich es in Zukunft genau umgekehrt mache: Wenn ich mein Geld in Zeit investiere? Zum Beispiel in einen Abend mit meinen Freunden, einen Ausflug mit meiner Familie oder einen Urlaub mit meinem Freund.
Mein neues Handy ist bald wieder veraltet und auch sonst gehen viele Dinge kaputt oder sind mir irgendwann nicht mehr wichtig. Aber die Zeit, die ich mit anderen verbracht habe, kann mir niemand mehr nehmen. Ich kann mich immer daran erinnern, wie schön das war.
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»24 Stunden« von Elias   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 14.01.2021 gesendet.
Ich hab´ das Gefühl, manchmal arbeite und mache ich, aber irgendwie scheint sich nichts zu verändern. Zum Beispiel als ich neulich umgezogen bin: Noch heute steht überall Zeug, das ich nicht wegräumen kann. Wenn ich dann noch viel auf der Arbeit zu tun habe, geht gar nichts mehr: Ich bin dann so im Stress und überlastet, dass ich abends ins Bett falle und es morgens fast gar nicht mehr heraus schaffe. Irgendwie erschlägt mich dann der Gedanke ans nicht Vorwärtskommen und ich komme mir vor wie so ein Hamster in seinem Rad.
Aber ich habe mittlerweile gelernt, dass es so nicht funktioniert. Wenn ich viel zu tun habe, zwinge ich mich jetzt, jeden Tag mindestens eine halbe Stunde komplett abzuschalten – also mich zum Beispiel ohne Handy, Fernseher und so weiter ins Bett legen. Einfach um die Gedanken kreisen zu lassen und runterzufahren. Das hilft mir und gibt mir neue Kraft.
Und mir ist auch klar geworden, dass ich mir in Zukunft eingestehen muss, dass ich einfach nicht alles auf einmal machen kann, was ich gern möchte. Wenn ich schon im Stress wegen dem Umzug bin, dann muss ich halt beispielsweise eine Woche das Handballtraining weglassen. Denn auch mein Tag hat nur 24 Stunden…
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