»Nachbarschafts-App« von Anna R.   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 20.09.2019 gesendet.
In letzter Zeit lese ich immer wieder von Nachbarschafts-Apps. Das sind Apps, mit denen ich leichter Menschen in meiner Nachbarschaft kennenlernen kann, damit wir uns gegenseitig unterstützen. Eigentlich eine coole Idee. Ich hab selbst schon erlebt, wie es ist, in einem Haus zu wohnen, in dem jeder anonym ist und keiner den anderen kennt. Da fühle ich mich nicht besonders wohl.
Ich versuche trotzdem, auch ohne App auf meine Nachbarn zuzugehen. Wenn mir jemand im Haus oder auf der Straße begegnet, dann grüße ich ihn. Oder ich biete an, dass ich die Einkaufstaschen mit hochtrage. Ich finde, das ist gleich eine ganz andere Atmosphäre, als wenn jeder still aneinander vorbei geht.
Und es hat auch noch andere Vorteile. Letztens zum Beispiel hab ich für viele Leute gekocht und dann ist plötzlich mein Mixer kaputt gegangen. Ich bin dann einfach ein paar Häuser weiter zu dem älteren Ehepaar gelaufen, mit dem ich mich manchmal kurz unterhalte. Die beiden waren total begeistert, dass sie mir helfen konnten. Und sie haben mich sogar eingeladen, mal auf ein Glas Wein vorbeizukommen. Für mich macht es mein Leben in meiner Straße lebenswerter, wenn ich die Menschen grüße und wir füreinander da sind. Aber natürlich gibt es auch Nachbarschaften, in denen das nicht so gut funktioniert. Und dafür finde ich so eine Nachbarschafts-App dann wieder richtig gut.
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»Autounfall« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 19.09.2019 gesendet.
Ein Junge aus meiner Stadt ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Er war in der Innenstadt viel zu schnell unterwegs und hat dann die Kontrolle über sein Auto verloren. Und das mit gerade einmal 18 Jahren.
Mich hat die Nachricht von seinem Tod total schockiert. Dabei kannte ich ihn nicht mal richtig. Die Familie hat nach dem Unfall eine Anzeige in der Zeitung veröffentlicht. Keine normale Todesanzeige, sondern einen Aufruf an andere junge Autofahrer. Sie schreiben, dass es schlimme Folgen haben kann, so leichtsinnig zu fahren wie ihr Sohn. Vor allem für Führerscheinneulinge, die noch nicht so viel Erfahrung haben. Sie meinen vermutlich solche wie mich. Sie rufen mich dazu auf, genau zu überlegen, ob ich mein Leben riskieren will, um vor anderen cool dazustehen. Ich finde das total beeindruckend und stark, dass die Familie in ihrer Trauer an andere denkt. Und obwohl das schon länger her ist, beschäftigt es mich noch.
Ich habe mir das echt zu Herzen genommen. Ich will einfach nicht mein Leben oder das von anderen riskieren, nur weil ich cool dastehen möchte.
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»Abschied und Neubeginn« von Anna R.   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 18.09.2019 gesendet.
In zwei Monaten ziehe ich mit meinem Freund nach Österreich. Wir wollen dort für ein Jahr leben und arbeiten. Unsere WG-Zimmer haben wir schon gekündigt und die ersten Dinge in Kisten verstaut. Es ist ein ganz schön seltsames Gefühl, dass wir gehen und so viel zurückzulassen. Es läuft nämlich gerade alles richtig gut. Wir fühlen uns super wohl in unserer WG, unsere Arbeit ist nie spannender gewesen und unser Freundeskreis ist einfach großartig. Wenn wir zurückkommen, wird nichts mehr sein, wie es war. Wir werden nicht wieder in unserer alten WG wohnen und meine besten Freundinnen werden dann weg sein, im Ausland oder zumindest in einer anderen Stadt. Ich frage mich manchmal: Bin ich verrückt, dass ich jetzt gehe? Wenn gerade alles läuft?
Ich glaube aber, dass es trotzdem die richtige Entscheidung ist. Veränderungen gehören zum Leben dazu und ich kann nichts auf Dauer festhalten. Wenn ich nach Österreich gehe, werden sich neue Türen öffnen. Wir werden neue Freunde finden und gleichzeitig brechen wir ja nicht alle Brücken hinter uns ab. Die schönen Erinnerungen nehme ich mit und die wirklich guten Freunde, die ich hier habe, bleiben mir auch in der Ferne erhalten.
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»Jeder ist etwas Besonderes« von Elias   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 16.09.2019 gesendet.
Alle meine Freunde sind Fans vom VfB Stuttgart. Ich nicht, ich bin für Werder Bremen. Aber bei meinen Freunden hab´ ich früher immer gesagt, dass ich auch Fan vom VfB bin. Mir passiert es immer wieder, dass ich eine andere Meinung wie die anderen habe. Nicht nur wenn es um Fußball geht. Ich sage sie dann nicht, weil ich mich nicht traue, wenn ich der einzige bin.
Ich glaube, das machen viele so – aber irgendwie ist das auch schade! Jeder Mensch mit einer ganz eigenen Meinung ist schließlich etwas Besonderes und viele verschiedene Meinungen machen das Leben erst spannend. Aber immer wieder erwische ich mich eben genau dabei, wie ich die Meinung von anderen kopiere. Ich hab´ dann im Nachhinein das Gefühl, ein bisschen das zu verlieren, was mich besonders macht. Und das ist irgendwie traurig, weil mich meine Freunde doch genauso mögen, wie ich bin.
Auch wenn meine Meinung anderen nicht gefallen sollte, ich will in Zukunft zu meiner Meinung stehen.
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