»Sternstunden« von Sabine   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 29.11.2020 gesendet.
Es klingelt und meine Nachbarn stehen vor der Tür. Sie haben ein neues Brettspiel und möchten es gern mit uns ausprobieren. Stefan und ich schauen uns an. “Kommt rein, wir schmeißen die Kaffeemaschine an”, sagt er und ich lass die beiden eintreten.
Spontan werfen wir unsere Shopping-Pläne über den Haufen. Weil es sich richtig anfühlt und weil alles andere irgendwie auch warten kann. Die Zeit, die wir jetzt mit unseren Nachbarn zusammen verbringen können, ist einfach wertvoller.
In den nächsten Stunden erzählen wir uns viel, lachen und spielen solange, bis wir hungrig sind. Und weil es grad so schön ist, schmeißen unsere Nachbarn und wir einfach unsere Essenssachen zusammen und kochen gemeinsam was leckeres draus.
Der Besuch ist einfach herrlich ungeplant und deshalb umso schöner. Er ist echt nichts Großes, ich mein hey, wir tragen alle Jogginghosen. Aber er tut einfach gut. Weil wir einfach im hier und jetzt füreinander da sind und weil nichts anderes wichtiger ist. Das sind für mich wahre Sternstunden. Einfach weil wir offen waren, für das was kommt.
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»Warten« von Sabine   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 28.11.2020 gesendet.
Als ich klein war, war meine Wunschliste für Weihnachten immer lang. Spielsachen, Klamotten und Schuhe – sogar ein Pony hab ich mir gewünscht und möglichst alle informiert: Onkel, Großtante, Mama, Papa - alle sollen doch bitte dem Christkind von meiner Wunschliste erzählen. Und dann habe ich lange gewartet… Und mich riesig gefreut, wenn wenigstens eine Sache unterm Christbaum lag. Ich bin dann immer ganz stolz gewesen, dass das Christkind an mich gedacht hat. Und hab mich wochenlang über den Neuzugang bei meinen Spielsachen gefreut.
Und heute? Wenn ich etwas möchte, dann kaufe ich es mir inzwischen einfach selbst. Da ist nix mit warten.
In diesem Jahr habe ich aber wieder gelernt zu warten und mich auch auf etwas länger zu freuen.
Nicht nur wegen Corona übe ich mich geradezu im Warten – also dem Warten bis alles vorbei ist - sondern auch wegen dem Kind, das in mir heranwächst. Ich warte geduldig und freue mich darauf, wenn mein Kleines endlich soweit ist und auf die Welt kommen will. Es ist wie Warten auf Weihnachten. Warten auf das Fest, an dem sich Gott in einem kleinen Kind zeigt. Warten bis sich ein Herzenswunsch erfüllt.
Seit meiner Kindheit hab ich dieses Warten nicht mehr so extrem wahrgenommen. Und ich merke, Warten ist für mich kostbarer geworden. Denn es gibt Dinge, die sind einfach nicht selbstverständlich, auf die lohnt es sich zu warten und sich dann lange an ihnen zu erfreuen.
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»Quality Time« von Anna R.   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 27.11.2020 gesendet.
Ich bin schon vor ein paar Jahren Zuhause ausgezogen und sehe meine Familie jetzt nur noch alle paar Monate. Als ich im Herbst das letzte Mal zu Besuch war, hab ich ein Projekt mit nach Hause gebracht. Ich wollte ein Weihnachtsgeschenk für meinen Bruder basteln – ein selbstgebautes Tablett aus Holz. Mein Vater hat dann angeboten, mir zu helfen. Wir sind zusammen in den Baumarkt gefahren und haben anschließend zwei Nachmittage im Keller verbracht. Wir haben das Holz zurechtgesägt und anschließend verleimt und zusammengeschraubt. Es ist ein richtig schönes Tablett dabei herausgekommen, aber das Beste ist gewesen, dass wir so viel Zeit miteinander verbracht haben. Mein Papa bastelt gerne und baut an irgendwelchen Projekten. Das mit ihm zu teilen, ist richtig schön gewesen. Wenn ich meine Eltern sonst Zuhause besucht habe, haben wir zwar auch viel Zeit miteinander verbracht, aber so ist es noch viel intensiver gewesen. Wir haben eine gemeinsame Erinnerung geschaffen. Als ich wieder gefahren bin, hat mich mein Vater dann sogar gefragt, was wir nächstes Mal bauen wollen. Für ihn ist diese Zeit genauso wertvoll gewesen wie für mich. Natürlich ist es auch schön, wenn wir einfach unseren Alltag teilen. Trotzdem habe ich mir überlegt, sowas mal öfter zu machen. Mir gezielt überlegen, was wir zusammen unternehmen können. Damit die wenige Zeit, die wir zusammen haben wirklich „Quality Time“ ist.
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»Thanksgiving« von Elias   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 26.11.2020 gesendet.
Heute, wie jeden vierten Donnerstag im November, feiern die USA Thanksgiving. Da drüben ist das ein Nationalfeiertag und genauso wichtig wie Weihnachten, das kenne ich aus total vielen Hollywoodfilmen. Thanksgiving ist das wichtigste Familienfest in den Staaten, bei dem einmal im Jahr alle zusammenkommen und den Tag miteinander verbringen.
Beim Essen wird traditionell ein Gebet gesprochen, wo meistens alle sagen, für was sie im vergangenen Jahr dankbar sind. Das wird sicherlich dieses Jahr wegen der „besonderen Umstände“ vielleicht ein bisschen schwieriger, aber ich finde die Idee dahinter total cool.
Darum feiere ich mit meinen Freunden einfach eine Art eigenes Thanksgiving, auch wenn es in Deutschland sonst nicht gefeiert wird: Ich habe nämlich ganz oft das Gefühl, dass ich immer mehr Dinge für Selbstverständlich ansehe. Zum Beispiel, dass ich tolle Freunde habe, genug Geld zum Leben oder das Leitungswasser Zuhause trinken kann. Sowas vergesse ich leider viel zu oft. Und zusammen machen wir jetzt seit drei Jahren immer ein großes Essen und sagen uns dann am Ende, für was wir in unserem Leben und unserer Freundschaft dankbar sind.
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