Ein stundenlanger Gottesdienst. So was schreckt mich normalerweise direkt ab. Ich habe aber von einem Gottesdienst gelesen, wo mich genau das begeistert, dass er so lange dauert. In Den Haag in den Niederlanden gibt es eine Gemeinde, in der die Leute seit dem letzten November ununterbrochen Gottesdienste und Andachten feiern. Rund um die Uhr.
Die Christen dort machen das, weil sie einer Familie helfen. Die Familie hat bei der Kirche Schutz gesucht - sie hat um Kirchenasyl gebeten. Sie sollten zurück in ihr Heimatland abgeschoben werden. Dort hätte ihnen Lebensgefahr gedroht.
Der Priester der Gemeinde hat direkt gehandelt und der Familie Schutz angeboten. Da die niederländische Polizei nicht in eine Kirche eindringen darf, wenn dort ein Gottesdienst stattfindet, feiert die Gemeinde seit Beginn des Kirchenasyls ununterbrochen Andachten und Gottesdienste.
Ich finde das toll – denn genauso wünsche ich mir „Kirche“.
Die Gemeinde und auch alle Nachbargemeinden halten zusammen, um dieser Familie zu helfen. Sie retten wahrscheinlich durch diese Aktion die Leben der Familienmitglieder.
Sie macht sich damit vermutlich unbeliebt bei den Behörden und der Polizei. Aber ich denke, sie machen das einzig richtige. Denn das, was wirklich zählt, steht im Vordergrund: Das Gebot der Nächstenliebe. Und das heißt, dass ich als Christ denen eine Zuflucht und Sicherheit gebe, die in Not sind.