Mein Bruder geht eigentlich nie in die Kirche und hat auch nicht viel damit am Hut. Neulich hat er mir erzählt, dass er doch mal in einem Gottesdienst war. Er wollte einfach mal gucken. Er hat gemeint, er zahlt ja immerhin Kirchensteuer. Dafür will er auch etwas haben, nämlich einen schönen Gottesdienst. Er war leider doch ziemlich enttäuscht, weil der Gottesdienst wohl sehr langweilig war.
Wir haben uns dann überlegt, warum es sich eigentlich überhaupt lohnt, Kirchensteuer zu zahlen. Natürlich hat man ganz persönlich so kleine Vorteile. Man hat z.B. das Recht, kirchlich zu heiraten. Aber es gibt auch noch andere Sachen, die die Kirche mit dem Geld macht. Zum Beispiel die Diakonie. Sie unterstützt alte und kranke Menschen durch Besuche, Essen oder Pflegedienste. Es gibt Vesperkirchen. Dort bekommen Menschen, die wenig Geld haben, ein sehr günstiges oder sogar kostenloses Mittagessen. Es gibt Angebote in Krankenhäusern, die Menschen nutzen können, wenn sie jemanden zum Reden brauchen. Mein Bruder und ich waren in einem evangelischen Kindergarten. Und wir müssen sonntags nicht arbeiten, weil die Kirche sich dafür einsetzt, dass der Sonntag ein Ruhetag bleibt.
Auch wenn man selbst nicht aktiv in die Kirche geht, kann man durch die Kirchensteuer etwas ausdrücken: Dass man dankbar für die sozialen Angebote und das Engagement der Kirche ist.