Ich bin überglücklich. Ich habe geheiratet und gemeinsam mit meinem Mann plane ich unsere Zukunft. Ich fühle mich so, als würde ich durch den Alltag schweben.
Doch zwei Tage nach meiner Hochzeit erzählt mir ein Freund, dass sein Bruder überraschend gestorben ist. – Und zack - Da prallen einfach so zwei Welten aufeinander. Ich bin überglücklich und mein Freund ist niedergeschlagen. Wie kann ich das zusammenbringen?
Ich empfinde es als völlig absurd, wie nah Glück und Trauer beieinander liegen. Nur weil ich gerade glücklich bin, geht es dem Rest der Welt nicht automatisch auch so.
So schwer es zu ertragen ist – ich glaube es ist wichtig, dass mein Freund und ich uns trotzdem in diesem Moment begegnen. Es prallen zwar zwei Welten aufeinander – aber ich kann aus meiner Situation heraus dem anderen Halt geben. Mir geht es gerade gut. Dadurch bin stark genug, ihn zu trösten.
Es ist absurd. Aber gerade in solchen Momenten zeigt sich: Wenn ich glücklich bin, kann ich jemand anderen Zuversicht geben und ihn stärken. Und umgekehrt ist es auch so: Wenn es mir schlecht geht, ist hoffentlich jemand da, der mich wieder zuversichtlich machen kann, das bessere Lebensphasen kommen können.