Vor hundert Jahren ging es in Europa ziemlich drunter und drüber: Monarchien sind zerfallen, der Erste Weltkrieg ist zu Ende gegangen. Gleichzeitig sehnen sich Menschen nach einem, der sagt wo es lang geht. In Deutschland setzen zu dieser Zeit immer mehr Menschen die Hoffnung in die Idee eines Führers.
Damals haben die Christen ein Gegenkonzept entwickelt: Sie feiern seitdem Jesus als ihren König. Ende November ist deshalb das Fest „Christkönig“. Zugegeben: das klingt heute vielleicht etwas schräg. In einer Zeit, in der wir in Demokratien leben. Was hat das dann mit heute zu tun?
Heute sehnen sich viele Menschen nach einfachen Lösungen, weil vielen irgendwie alles zu kompliziert wird. Radikale Positionen versuchen einfache Lösungen anzubieten, weil sie wissen wen sie bekämpfen wollen. Sie haben klare Feindbilder, die andere Menschen ausschließen.
Dabei wünsche ich mir klaren Zeichen von Christen. Ein Gegenkonzept zu Radikalismus und Rassismus: Jesus ist jedem Menschen freundschaftlich begegnet. Klar – ich kann nicht mit allen Menschen befreundet sein und muss das auch nicht. Es kommt darauf an, dass ich jeden Menschen auf Augenhöhe begegne und ihn respektiere. Auch wenn das nicht einfach zu leben ist, finde ich dies ein zeitgemäßes Gegenkonzept.