»Jesus« von Anika   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 05.03.2017 gesendet.
Glauben alle an das Gleiche? An etwas, das größer ist als sie. An etwas, das man halt unterschiedlich nennt. Mal Schicksal, mal Gott? Manche meinen das.
Ich glaube nicht, dass alle an das Gleiche glauben. Ich bin Christin und glaube an Jesus. Das klingt vielleicht komisch. Jesus war schließlich ein Mensch. Aber es gibt einen Vergleich, der mir da hilft.
In dem Vergleich ist Gott eine Wolke. Und Jesus ist ein Regentropfen. Er ist aus der Wolke auf die Erde gekommen. Er hat deswegen auf der Erde gewusst, wie es dort oben ist. Er war ja davor ja ein Teil der Wolke, also ein Teil von Gott. Auf der Erde konnte er deshalb erzählen, wie Gott ist. Zum Beispiel, dass Gott jeden Menschen bedingungslos liebt. Das heißt für mich, dass ich nicht mit guten Taten Punkte sammeln muss. Ich muss mich nicht bei Gott einschleimen. Oder mich irgendwie mit der höheren Mach gut stellen.
Das glaube ich. Denn ich finde, Jesus hat bewiesen, dass er Recht hatte. Er hat viele Wunder getan. Die hätte er nicht tun können, wenn er nicht von Gott gekommen wäre. Wäre Jesus nicht auf der Welt gewesen, würde ich wahrscheinlich anders denken. Dann wäre Gott für mich ein Hirngespinst. Aber er war da. Deshalb glaube ich an ihn.
»Erfahrungen« von Anika   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 02.03.2017 gesendet.
Es gibt einen Satz, der nervt mich richtig. Meine Eltern sagen den manchmal. „Hätte ich dir gleich sagen können, dass das nicht funktioniert.“ Meine Eltern meinen das gar nicht gehässig oder so. Manche Erfahrungen haben sie halt schon gemacht. Und sie wollen, dass ich von diesen Erfahrungen profitiere. Dass ich nicht die gleichen Fehler mache, die sie schon gemacht haben. Aber ich denke, manche Erfahrungen muss ich eben selbst machen. Ich muss nach Lösungen suchen, die für mich passen. Meine Lebensgeschichte muss ich selbst schreiben.
Ich finde, beim Glauben ist das auch so. Es bringt mir nichts, wenn meine Eltern schon nach Gott gesucht haben. Es bringt mir nichts, wenn sie da Erfahrungen und Fehler gemacht haben. Meine Geschichte mit Gott muss ich auch selbst schreiben. Ich muss selber erfahren, wer Gott ist und wie ich ihn finde. Ich schaffe das am besten, wenn ich in einen Gottesdienst gehe. Nicht unbedingt einen für alte Leute. Es gibt ja ganz verschiedene Gottesdienste. Auch welche, die nicht langweilig sind.
Ein Gutes hat das mit meinen Eltern doch: Wenn ich nicht weiter weiß, dann kann ich sie fragen. Und dann schau ich, ob mich das weiterbringt.
»Knie kaputt« von Anika   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 28.02.2017 gesendet.
Manchmal frage ich mich, warum Gott so viel Scheiß zulässt. Er ist doch Gott. Und er könnte dafür sorgen, dass es allen gut geht. Geht es aber nicht. Ein Freund von mir hat sich zum Beispiel das Knie verletzt. Ein paar Freunde haben dann gebetet. Gott gebeten, dass unser Freund nach ein paar Tagen wieder auf den Beinen ist. Es ist trotzdem anders gekommen. Es wird Monate dauern, bis alles verheilt ist. In seinem Knie ist fast alles kaputt.
Warum lässt Gott das zu? Er könnte das Knie doch einfach wieder heil machen. Warum tut er das nicht?
Ganz ehrlich: Ich hab keine Antwort darauf. Alle Antworten, die ich bis jetzt dazu gehört habe, sind einfach zu platt. Besonders dann, wenn es einem meiner Freunde gerade schlecht geht. Ich weiß nicht, warum Gott das zulässt.
Aber ich vertraue Gott trotzdem. Ich glaube daran, dass er uns Menschen liebt. Das heißt für mich, dass er uns nicht bestraft. Und auch, dass es ihm nicht egal ist, wenn es uns schlecht geht. Ich habe keine Erklärung dafür, warum es so viel Scheiß gibt. Aber vielleicht liegt das daran, dass ich ein Mensch bin. Und Gott ist eben Gott. Er weiß viel mehr als ich.
Mein Freund hat jetzt Schmerzen. Für ihn werden die nächsten Monate echt hart. Aber ich vertraue darauf, dass Gott ihm durch diese Zeit hilft.
»Sicherheit« von Anika   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 04.02.2017 gesendet.
Ich muss zurzeit ein paar größere Entscheidungen treffen. Deswegen musste ich an eine Entscheidung vom letzten Jahr denken. Die war im Nachhinein falsch. Vorher hatte es sich so angefühlt, als ob es richtig wäre. Und dann hatte ich mich doch falsch entschieden. Das hat mich damals wochenlang beschäftigt. Einfach ziemlich verunsichert. Und jetzt ist das alles wieder hochgekommen. Ich musste ständig denken was ist, wenn ich wieder falsch entscheide.
Vor kurzem war ich dann in einem Gottesdienst. Und da ging es genau um dieses Thema. Also darum, verunsichert zu sein und sich Sicherheit zu wünschen. Das hat mich ermutigt. Im Gottesdienst will ich nämlich hören, was Gott denkt. Auch über mich und mein Leben. Und anscheinend ist es Gott nicht egal, dass ich zurzeit verunsichert bin. Dass ich befürchte, mich wieder falsch zu entscheiden.
Das allein macht mich schon ein bisschen sicherer. Ich denke, Gott will mir helfen, wenn ich verunsichert bin. Ihm gefällt es nicht, wenn ich mich falsch entscheide. Gott hilft mir, mich richtig zu entscheiden. Da bin ich mir sicher.
»Menschenfurcht« von Anika   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 02.02.2017 gesendet.
Über manche Zitate muss ich nachdenken. „Sich vor Menschen zu fürchten, ist eine gefährliche Falle“. Das ist zum Beispiel so ein Satz. Der steht in der Bibel und ich finde, er stimmt. Ich frage mich oft, was andere von mir halten. Ich will natürlich, dass sie mich gut finden. Deswegen mache ich manchmal Dinge, die ich normalerweise nicht machen würde. Lügen zum Beispiel.
Eigentlich ganz schön blöd. Aber wovor ich Schiss hab, das kontrolliert mich. Sich vor Menschen zu fürchten, ist also eine Falle. Ich tapp da manchmal rein, weil ich mir falsche Dinge einrede. Zum Beispiel, dass ich nichts wert bin. Nur weil mir irgendjemand mal das Gefühl gegeben hat. Und dann befürchte ich, dass andere das auch denken. Also dass sie denken, ich wäre nichts wert.
In der Bibel, geht der Spruch noch weiter: „Sich vor Menschen zu fürchten, ist eine gefährliche Falle. Wer Gott vertraut, ist gelassen und selbstsicher.“ Gott vertrauen heißt für mich, dass ich an ihn glaube. Dass er mich geschaffen hat. Also dass er mich genau so wollte, wie ich bin. Und dass er mich wertvoll findet.
Also habe ich keinen Grund, mich minderwertig zu fühlen. Daran muss ich mich nur immer wieder erinnern. Dann werde ich wirklich gelassen.
»Trott« von Anika   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 31.01.2017 gesendet.
Ich denke zurzeit manchmal an Weihnachten. Das klingt komisch, ich weiß. Weihnachten ist ja schon eine ganze Weile her. Aber es hat einen Grund. Am Jahresanfang nehme ich mir immer viel vor. Ich will mehr Dinge machen, die mir gut tun. Und auch mehr Sinnvolles. Nicht einfach nur so vor mich hinleben. Aber nach ein paar Wochen merke ich, dass sich eigentlich gar nichts ändert. Irgendwie ist immer dieser Trott da. Und immer wenn ich das erkenne, sehne ich mich danach, dass es wirklich anders wird.
Deswegen denke ich an Weihnachten. In der Weihnachtszeit habe ich nämlich viel von Gnade gehört. Gnade heißt für mich, dass es mehr gibt als den ewigen Trott. Genau das bedeutet Weihnachten für mich. Da ist Jesus auf die Welt gekommen. Und Jesus hat den ewigen Trott unterbrochen. Er hat den Menschen nämlich gezeigt, dass Gott sie liebt. Und dass eine Beziehung mit Gott dem Leben Sinn gibt. Weil ich besser kapiere, auf was es im Leben ankommt.
Wenn ich daran denke, ändert sich was. Eine Beziehung mit Gott kann ich ganz leicht haben. Zum Beispiel indem ich mit ihm rede. Oder in der Bibel mehr über ihn lerne. Und das verändert mein Leben. Es macht dann Sinn. Und ich komme nicht so leicht wieder in den Trott.
»Gottes Gedanken« von Anika   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 12.11.2016 gesendet.
Ich habe ein Meerschweinchen als Haustier. Manchmal frage ich mich, was es eigentlich über mich denkt. Das Tier weiß, dass ich es gut versorge. Es weiß aber nicht, was ich sonst noch so mache. Es kennt ja nur seinen Stall. Es weiß nicht, was sonst so alles auf der Welt passiert. Und es kann schon gar nicht begreifen, worüber ich nachdenke. Zum Beispiel über den Sinn des Lebens. Oder was ich aus meinem Leben machen möchte. Diese Gedanken sind zu hoch für mein Meerschweinchen. Die passen nicht in sein Meerschweinchengehirn rein.
Dabei sind wir uns rein biologisch ziemlich ähnlich. Unsere Körper sind gleich aufgebaut. Sogar unsere Gehirne sind aus dem gleichen Material. Und trotzdem ist da ein riesiger Unterschied zwischen meinen und seinen Gedanken.
Ich denke, bei Gott und mir ist das auch so. Nur dass es mir wie dem Meerschweinchen geht. In der Bibel steht, dass die Menschen ähnlich wie Gott sind. Aber Gottes Gedanken sind mir trotzdem zu hoch. Ich erkenne nur das, was in mein Menschengehirn reinpasst.
Mein Meerschweinchen hat schon oft erlebt, dass ich mich gut um es kümmere. Deswegen vertraut es darauf, dass ich das immer mache. Und mehr braucht es gar nicht. So kann ich es auch mit Gott machen. Darauf vertrauen, dass er sich gut um alles kümmert. Und mehr brauche ich nicht.
»Martinstag« von Anika   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 11.11.2016 gesendet.
Heute ist Martinstag. Mich erinnert das ans Teilen. Der Tag heißt nämlich wegen Martin von Tours so. Dieser Martin war sehr großzügig. Er hat gerne geteilt und armen Menschen geholfen. Am Martinstag wird das oft nachgespielt. Dass er zum Beispiel mal seinen Mantel durchgeschnitten hat. Er hat ihn dann mit einem Bettler geteilt, damit der nicht friert. Für viele war Martin ein Vorbild.
Später wurde Martin Luther nach Martin von Tours benannt. Luther wurde an einem Martinstag getauft. Und er hat im Mittelalter die Kirche verändert. Er hat sich sehr gut mit der Bibel ausgekannt. Deswegen hat er gemerkt, dass viele Menschen ein falsches Bild von Gott hatten. Und dann hat er sein Wissen mit ihnen geteilt. Das hat vielen gutgetan. So ist dann die evangelische Kirche entstanden.
Beide Martins haben also was geteilt. Deswegen erinnert mich der Martinstag ans Teilen. Ich glaube, jeder Mensch hat was, das er mit anderen teilen kann. Essen, Geld, Kleidung. Oder Wissen, ein Lächeln, eine gute Idee. Und die Geschichten von den beiden Martins zeigen, dass Teilen was bewirkt. Es tut den Menschen gut und macht sie froh.
»9. November« von Anika   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 09.11.2016 gesendet.
Es war genau heute vor 78 Jahren. Da haben um diese Uhrzeit in Deutschland krasse Aufstände gegen Juden angefangen. Ihre Häuser wurden angezündet. Die Menschen verschleppt. Viele wurden später ermordet. Man nennt das heute die „Reichspogromnacht“.
Ich habe mich immer gefragt, wie das passieren konnte. Früher habe ich gedacht, die Leute waren einfach dumm. Denn viele haben geglaubt, dass Juden schlecht sind. Ist was nicht gut gelaufen, haben sie den Juden die Schuld gegeben.
Aber leider hat das mit Dummheit nichts zu tun. Sonst müsste man in der Schule ja nur mehr Geschichte unterrichten. Dann würde so was nicht mehr passieren. Aber so ist es leider nicht. Ich glaube, wir Menschen denken oft in Gruppen. Es gibt „Wir“ und „die Anderen“. Zum Beispiel die Deutschen und die Ausländer. Oder die Normalen und die Unnormalen. Oder eben Nicht-Juden und Juden. Ich glaube, alle teilen Menschen in Gruppen ein. Schwierig wird das, wenn ich eine ganze Gruppe als schlecht abstemple. Dann fange ich nämlich manchmal an, diese Menschen zu hassen.
Wenn ich anfange, Menschen zu hassen, sage ich das Gott. Ich bitte ihn, was zu verändern. Mir ist das wichtig. Denn vor 78 Jahren haben die Menschen nichts dagegen gemacht. Den Fehler will ich nicht auch machen.
»Feuerlöscher« von Anika   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 07.11.2016 gesendet.
Feuerlöscher sind super. Wenn es brennt, kann ich einen holen und löschen. Mich ärgert es aber, wenn mich andere wie einen Feuerlöscher behandeln. Manche Menschen melden sich ja nur, wenn es ihnen schlecht geht. Oder wenn sie was brauchen. Also wenn es bei ihnen „brennt“. Ich will anderen aber nicht nur wichtig sein, wenn es bei ihnen brennt. Daraus wird nie eine Freundschaft. Bei meinen Freunden bleibt der Kontakt in jeder Situation. Klar mal mehr mal weniger. Aber wir melden uns nicht nur, wenn wir was brauchen. Ich will kein Feuerlöscher sein.
Ich denke, Gott geht es da genau wie mir. Feuerlöscher sein ist ihm zu wenig. Er möchte dauerhaften Kontakt zu mir. Mir fällt das oft schwer. Ich kann Gott eben leicht verdrängen, weil ich ihn nicht sehe. Er fällt mir dann erst später wieder ein. Wenn es mir schlecht geht oder ich was brauche. Dann melde ich mich bei ihm.
Ich bin froh, dass Gott dann nicht beleidigt ist. Ich denke, es tut ihm richtig weh, wenn ich ihn als Feuerlöscher behandelt. Und trotzdem macht er alles dafür, dass der Kontakt zu mir bleibt. Und er vergibt mir, wenn ich ihn vergessen und verletzt habe.
Deshalb soll Gott für mich mehr als ein Feuerlöscher sein. Ich brauche ihn auch, wenn es bei mir brennt. Aber eben nicht nur dann.