Neulich fragt mich ne Freundin, ob ich mit ihr zu einem Poetry Slam gehen will, wo Leute selbstgeschriebene Texte präsentieren. Klar will ich. Da gibt es bestimmt wieder einige lustige oder nachdenkliche Texte.
Und dann das: Wir sitzen im Saal und hören zu, wie ein Poet etwas für seine Freundin vorträgt. Er macht ihr einen Heiratsantrag, mitten auf der Bühne! Ziemlich rührend sogar. Und sie, sie sagt “Nein!“, schreit und verlässt wütend den Raum. Wir, das Publikum und auch der Moderator sind sprachlos. Später erklärt er mit den anderen Akteuren des Abends: Es ist alles nur ein Fake. Gespielt. Sie haben es inszeniert, weil sie uns sagen wollten: „Glaubt nicht alles, was ihr seht!“
Für mich ist diese Publikumsverarsche total daneben. Jemand hat einen Heiratsantrag gemacht, da geh ich doch davon aus, dass er es ernst meint. Die Macher haben hier keine alternativen Fakten geschaffen, sondern Gefühle gefaked!
Mir ist wichtig, dass ich Menschen vertrauen kann! Es gibt zwar immer ein Risiko, dass mich jemand verarscht. Aber für ein Zusammenleben kann das nicht die Basis sein. Ich möchte Menschen vertrauen können, vor allem wenn es um Gefühle geht.