»Versöhung« von Katharina   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 30.07.2014 gesendet.
Im Büro gabs neulich dicke Luft: Zwei Kolleginnen waren unterschiedlicher Meinung. Dann hat die eine der anderen was an den Kopf geworfen und anders rum. Und wie es eben so läuft, waren beide am Ende beleidigt.
Ich hätte wetten können, dass das noch Tage so weiter geht. Aber was ich dann erlebt hab war: Versöhnung. Richtig echte Versöhnung, einfach so. Gerade klagt mir die eine Kollegin noch ihr Leid und erklärt mir ihre Sicht der Dinge. Und eine halbe Stunde später kommt sie mit einem Kaffee in der Hand aus der Kantine zurück, stellt ihn der Kollegin auf den Tisch und umarmt sie. Sie sagt: „Es tut mir leid. Ich habs nicht so gemeint. Lass uns nicht mehr streiten.“ Und sind die beiden sich wirklich nicht mehr böse.
So was kann auch anders laufen: mit bösen Blicken, Ärger und Stress. Muss es aber nicht. – Versöhnung ist schön.
»Offene Augen « von Katharina   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 29.07.2014 gesendet.
Ein Busfahrer und ein Autofahrer haben mir neulich den Tag versüßt. Es war so: Ich steh an der Fußgängerampel und warte, bis es grün wird. Auf der Straße vor mir stehen die Autos gerade im Stau. Auf der Straße steht auch ein Bus. Hinter dem Bus hupt dann plötzlich ein Auto und startet ein Überholmanöver. Obwohl auf der Straße nichts vorwärts geht. Schlussendlich drückt sich das Auto am Bus vorbei und steht ein paar Meter weiter vorne, aber mitten auf der Kreuzung und blockiert alle anderen. So was ist mir natürlich auch schon passiert, aber in dem Moment muss ich über das Durcheinander auf der Kreuzung einfach nur lachen.
Und während ich so lache, treffen sich mein Blick und der des Busfahrers. Er lacht auch und zeigt auf das Auto, das im Weg rumsteht.
Für ein paar Sekunden lache ich mit einem völlig Fremden über das Gleiche.
Das war ganz unerwartet und schön. Der Moment ist mir bis jetzt im Kopf geblieben. Und das zeigt für mich: Es lohnt sich mit offenen Augen durch den Tag zu gehen. Nicht immer nur Stress, müde und weiter zum nächsten Termin. Weil mit ein bisschen Glück bekomm ich dann wieder so einen ganz spontan schönen Moment geschenkt.
»Eckkneipe« von Katharina   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 28.07.2014 gesendet.
Ich hab bei einem Kneipencheck mitgemacht. Da hab ich mit Freunden verschiedene Kneipen besucht und hinterher bewertet. An einem Abend stehen wir vor einer Eckkneipe, die von außen absolut nicht einladend aussieht. So, als ob hier ungepflegte Männer in Jogginghose jeden Tag ihr Bierchen zischen.
Aber weil wir neugierig sind, gehen wir trotzdem mal rein. Und innen ist es gar nicht so ranzig wie gedacht: Es ist sauber, es muffelt nicht und vor allem: Der Wirt ist richtig nett. Er ist ein älterer Herr mit Halbglatze und – wie wir rausfinden – ein Mann mit einer tollen Stimme. Weil nach einer Weile holt er seine Gitarre und singt mit seinen Gästen. Es wird ein richtig schöner Abend. Und den konnte ich nur erleben, weil ich mich getraut hab, hinter die unattraktive Kneipenfassade zu schauen.
»Ich sein« von Anika   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 27.07.2014 gesendet.
Manchmal nerve ich mich selbst am meisten. Dann denk ich mir: Kann ich nicht einfach anders sein? Zum Beispiel bin ich oft pampig. Ich würde das gerne ändern. Aber es passiert trotzdem immer wieder.
Das Problem ist: Wenn mir jemand anderes auf die Nerven geht, dann kann ich ihm aus dem Weg gehen. Aber wenn ich mich nerve, dann geht das nicht. Ich kann mir ja nicht selbst aus dem Weg gehen. Ich muss das dann irgendwie anders hinkriegen. Klar, ich könnte es auch ignorieren. Aber ich glaube, man wird nur glücklich, wenn man mit sich selbst zufrieden ist.
Mit mir zufrieden sein. Dabei hilft mir ein Gedanke immer ganz gut: Ich glaube, dass Gott mich sehr gerne mag. Er findet auch nicht alles toll, was ich mache. Aber ich glaube: Er liebt mich. Und darum kann er mit meinen Fehlern leben.
Ich glaube nicht, dass Gott im Himmel sitzt und sich an die Stirn haut, weil ich so doof bin. Nein, er will es mir leichter machen. Sodass ich mich gut finden kann.
Gott hat mir gute Eigenschaften gegeben. Wenn ich mich daran erinnere, ist es leichter, gut zu sein. Ich kann dann zum Beispiel aufhören, pampig zu sein. Dann bin ich zufrieden mit mir. Und dann ist es auch wieder schön, dass ich ich bin.