»Like mich am Arsch« von Thomas V.   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 28.04.2015 gesendet.
In „Like mich am Arsch“ singen Deichkind an einer Stelle: „Gefällt mir, wer da gestorben ist.“ Ich hab das auch schon gesehen auf Facebook. Manchmal hab ich da das Gefühl, manche Leute haben im Internet das Motto: Hirn aus, Facebook an. Sie hetzen online gegen andere oder ziehen Dinge ins Lächerliche. Manche sind dabei mit Fake-Namen auf Facebook unterwegs – andere haben sogar ihren richtigen Namen und ein richtiges Bild von sich selbst.
Ich finde, „Like mich am Arsch“ trifft das ganz gut, was in den Sozialen Netzwerken oft passiert. Und ich frag mich: „Warum ist das eigentlich so? Würden sie das den Leuten auch direkt ins Gesicht sagen?“ Ich glaube bei vielen Kommentaren wäre das nicht so. Aber warum tun sie das dann im Internet?
Es gibt in eigentlich allen Religionen der Welt einen Satz. Den nennt man auch die Goldene Regel. Der heißt: „Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“ Ich finde, wir sollten uns öfter an diesen Satz erinnern. Gerade wenn wir uns nicht direkt gegenüber stehen und etwas anonymer unterwegs sind. So wie eben in Sozialen Netzwerken.
»Drogen« von Stephi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 27.04.2015 gesendet.
Eine Freundin von mir hatte eine extreme Angststörung. Sie hat ständig über alles nachgedacht. Sich Sorgen gemacht. Und es ist ihr schwer gefallen, sich zu entspannen. Dazu ist noch eine riesige Prüfungsangst gekommen. Wenn sie abends dann ein Bier getrunken hat, konnte sie besser einschlafen.
Ich kann das gut verstehen. Wenn ich nervös bin, hilft mir ein Bier manchmal auch. Hopfen soll schließlich beruhigend wirken. Bei meiner Freundin war es dann aber so, dass sie ohne ihr Bier gar nicht mehr einschlafen konnte.
Früher habe ich nie verstanden, warum Menschen Süchte entwickeln. Egal ob es jetzt um Alkohol oder um andere Drogen geht. Mittlerweile verstehe ich das aber sehr gut! Ich habe es bei meiner Freundin ja erlebt.
Durch diese Erfahrung verurteile ich Menschen nicht mehr so schnell. Denn ich verstehe jetzt, wie eine Sucht entstehen kann. Klar, eine Sucht ist nicht besonders cool. Es hilft aber auch niemandem, wenn ich jemanden verurteile. Ich will mir schließlich auch nicht von Leuten helfen lassen, die mich verurteilen.
Jesus hat das übrigens nie gemacht: Verurteilt. Er hat immer hinter die Fassade geschaut. Deshalb konnte er auch helfen. Und das will ich auch tun.
»Ein Stück Himmel« von Sabine   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 26.04.2015 gesendet.
Am Bahnhof hab ich ein Plakat gesehen. Drauf steht: „Finde ein Stück Himmel und nimm es mit!“ Und darunter hängen ganz viele Fotos. Überall ein Stück blauer Himmel in den unterschiedlichsten Blautönen drauf. Die Message ist eindeutig: Ich darf ein Bild aussuchen und mitnehmen.
Mir gefällt die Idee! Nicht nur weil ich eine Postkarten- und Bildersammlerin bin, sondern auch weil die Aktion für mich ne zweite Ebene hat: Sie fordert mich nämlich heraus eine Sache bewusster anzuschauen und ein Gespür für etwas zu bekommen, was immer da ist, ich aber eher nicht beachte.
In diesem Fall ist es der Himmel. Ich beobachte ihn nur selten, nur wenn ich mal Zeit habe. Wenn ich aber mal hochzuschaue und sehe, wie die Wolken vorbeiziehen und wie groß und unendlich weit er ist, dann vergesse ich kurz alle meine Probleme. Das entspannt. Leider mache ich so was viel zu selten.
In meiner Bude hängt aber jetzt mein ganz persönliches Stück Himmel, dass mich daran erinnert.
»Dankgebet aus Palästina« von Sabine   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 25.04.2015 gesendet.
Wenn ich jemandem Danke sage, dann hat das für mich oft einen Grund, z.B. weil er mir bei einem Problem weitergeholfen hat. Aber danke sagen, auch wenn man nicht sehr viel hat und in einer ‚Krisenregion’ lebt? Ein junges Mädchen, das ich kennengelernt habe, macht das nämlich. Jeden Abend spricht sie ein Gebet, indem sie für alles dankt, was sie hat und erlebt.
Auf meiner Reise durch Israel habe ich sie in Bethlehem kennengelernt. In einer Stadt, die mich sehr irritiert hat: Bethlehem ist nämlich von einer hohen Sicherheitsmauer umgeben. Wer in die Stadt rein will, muss Checkpoints mit bewaffneten Soldaten durchqueren. Die Leute, die in Bethlehem leben haben keine anerkannte Staatsbürgerschaft und dürfen die Stadt nicht so einfach verlassen, nur über viele Umwege und Genehmigungen. Das Leben dort ist nicht einfach. Sportanlagen, wie bei uns oder Kinopaläste gibt’s nicht, die Freizeitmöglichkeiten sind begrenzt. Stattdessen trifft sich das Mädchen mit ihren Freunden zu hause. Sie weiß, dass die Lage alles andere als perfekt ist, trotzdem ist sie jeden Abend dankbar: für ihr Essen, für ihre Kleidung, für ihre Eltern und für ihre Freunde.