»Flucht« von Katharina K.   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 23.09.2014 gesendet.
Jeden Abend sehe ich im Fernsehen Krieg: in Syrien, im Irak, in Afghanistan. Viele Menschen von dort flüchten in andere Länder. Auch nach Deutschland. Ich habe einen dieser Flüchtlinge kennengelernt: Ahmad. Ich habe ihn bei einem Theaterstück getroffen, das ich angesehen hab. Ahmad kommt aus Syrien Am liebsten würde dorthin auch wieder zurück, aber so lange es dort keinen Frieden gibt, geht das für ihn nicht. Frieden – das ist für Ahmad ein ganz wichtiges Thema. Als er darüber spricht, sehe ich, dass er Tränen in den Augen hat. Er sagt: „Deutschland. Und alle anderen Länder der Welt. Erhaltet auch den Frieden. Es ist genug Blut geflossen.“
Das Gespräch mit Ahmad hat mich sehr berührt. Sein inniger Wunsch nach Frieden – für mich, die ich im komfortablen Deutschland lebe, ist das ganz schwer zu fassen. Ich kenne keinen Krieg vor meiner Haustüre. Aber was kann ich tun außer betroffen sein?!
Vielleicht kann ich ja im Kleinen helfen. Ich glaube, das fängt als erstes in meinem Kopf an. Dass ich die Flüchtlinge willkommen heiße. Und im zweiten Schritt kann ich ja zum Beispiel bei einer karitativen Einrichtung anrufen und fragen, ob sie für die Flüchtlinge Kleiderspenden brauchen.
»Erste Freundin« von Anna L.   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 22.09.2014 gesendet.
Mein Cousin hat seine erste Freundin. Er ist gerade 18 geworden und total verknallt. Er hat ständig ein Lachen im Gesicht und sagt über sich selbst, dass die Liebe ihn völlig beflügelt. Ich muss mich total zusammen reißen um diese Worte nach einer Woche Beziehung ernst zu nehmen. Liebe – ich finde das Wort ist noch ne Nummer zu groß für ihn.
Dabei erlebt er wahrscheinlich gerade eine ganz unbefangene Form von Liebe. Er ist bislang noch nicht enttäuscht worden. Er hat noch nicht die Erfahrung vom ersten Liebeskummer gemacht und den ersten Lügen, die sich in eine Beziehung einschleichen.
Er kann das Wort „Liebe“ völlig unbelastet benutzen.
Ich bin ganz schön dreist, wenn ich seine Gefühle nicht ernst nehme. Denn sie sind glaube ich gerade so ehrlich, weil sie noch völlig unbelastet sind. Weil noch nicht die Frage im Raum steht, ob das die Liebe fürs Leben sein muss, wenn es so was überhaupt gibt…
Wahrscheinlich bin ich vor allem nur wehmütig, weil ich diesen ersten, bedingungslosen Liebesblick nicht mehr hinbekomme. Ich wünsche mir auch, wieder mehr auf den Anfangszauber zu vertrauen, den so ein kleines großes Wort wie „Liebe“ auslösen kann. Ich glaube, es kommt vor allem darauf an, am Anfang nicht so viel über die Zukunft nachzudenken, sondern die Liebe einfach im Jetzt zu genießen.
»Zukunft« von Anika   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 21.09.2014 gesendet.
Eigentlich will ich nur ein ganz normales Leben. Einen Job, der mir Spaß macht und eine Familie gründen. Aber manchmal denk ich, ich krieg das gar nicht hin. Was, wenn ich einfach keinen Job finde, der zu mir passt? Was mache ich dann? Solche Fragen machen mich manchmal richtig verrückt.
Da bin ich immer froh, dass ich auf Gott vertrauen kann. Ich glaube nämlich, dass Gott weiß, was mich beschäftigt. Er kennt meine Zukunftssorgen und die Angst, die ich manchmal habe. Und er kennt auch meine Wünsche und Pläne.
Und ich glaube, ihm ist das alles nicht egal. Er möchte, dass ich glücklich bin. Das beruhigt mich. Denn wenn Gott das alles weiß, dann muss ich mir doch eigentlich nicht so viele Sorgen machen.
Klar, nur weil ich an Gott glaube, wird mein Leben nicht perfekt sein. Aber ich vertraue darauf, dass Gott mich nicht alleine lässt. Gerade wenn mal was ganz anders läuft, als ich es mir wünsche. Dann hat Gott schon was Anderes für mich in Aussicht. Das habe ich schon ein paar Mal erlebt. Zum Beispiel, als ich mein Studium abgebrochen habe. Da hat Gott mich durch Gespräche mit anderen Leuten in eine neue Richtung gelenkt. Ich glaube, das war kein Zufall. Und das beruhigt mich, wenn ich an meine Zukunft denke.
»Vogelfrei« von Anika   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 20.09.2014 gesendet.
Frei sein, wie ein Vogel. Das habe ich mir schon oft gewünscht. Weil ein Vogel wegfliegen kann, wann er will. Das ist doch beneidenswert.
Und es gibt auch wirklich Menschen, die sind so. So frei wie ein Vogel. Die lassen sich nie richtig nieder, damit sie frei bleiben.
Aber wenn ich mir das genau überlege, ist es irgendwie doof. Denn richtig gute Beziehungen entstehen doch nur, wenn ich darauf vertrauen kann, dass der andere nicht plötzlich wieder abhaut. Also muss jeder ein Stück von seiner Freiheit hergeben. Damit Vertrauen entsteht.
So ist das auch in meiner Beziehung mit Gott. Ich vertraue darauf, dass er mich nicht plötzlich verlässt. Und damit ich seine Nähe spüre, gehe ich sonntags in die Kirche. Zugegeben, da gebe ich ein Stückchen Freiheit auf. Aber anders ist Nähe nun mal nicht zu haben.
Wenn ich mich also entscheiden muss; will ich frei sein und dafür alleine? Oder will ich lieber gute Beziehungen? Dann will ich lieber kein Vogel sein. Sondern spüren, wie sich eine gute Beziehung anfühlt.