»Fastenzeit« von Timo   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 23.02.2018 gesendet.
Wie jedes Jahr überlege ich, was ich dieses Jahr faste. Meistens bleibe ich bei Süßigkeiten und Alkohol hängen, weil mir entweder nichts Besseres einfällt oder weil ich mir Dinge wie Filme oder Fernsehen nicht zutraue.
Und ich will ja auch nicht fasten, nur dass ich hinterher sagen kann, dass ich auf etwas verzichtet habe. Ich finde wichtiger, dass ich in dieser Zeit darüber nachdenke, was für mich im Leben wesentlich ist. Ich kann also überlegen und ausprobieren, was ich wirklich brauche und was nicht. Ich finde, dass durch das Fasten in meinem Alltag auf jeden Fall Zeit frei werden sollte. Diese freie Zeit kann ich dann für etwas verwenden, was ich sonst nicht machen würde und was mich entspannt.
Ich glaube, ich verzichte dieses Jahr auf alles, was mir sinnlos Zeit klaut und mich ablenkt. Das heißt für mich soziale Netzwerke nur sonntags, Smartphone stumm und ohne Vibration und Emails maximal zwei Mal am Tag wegen der Arbeit. Einfach wird das sicher nicht, weil diese Dinge schon so sehr zu meinem Alltag gehören. Aber oft bringen sie mich in Stress oder machen mich unzufrieden. Deswegen will ich es versuchen und bin jetzt schon gespannt, wie das wird.
»Ansgar« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 22.02.2018 gesendet.
Heute möchte ich über einen Menschen sprechen, der mir sehr wichtig ist. Er heißt Ansgar. Es klingt vielleicht komisch, aber der Typ ist schon mehr als tausend Jahre tot.
Sein Leben und die Geschichten, die man sich bis heute über ihn erzählt, faszinieren mich. Ansgar ist Mönch gewesen und wurde nach Hamburg geschickt, um den Leuten dort von Gott zu erzählen. Ich denke er war ein sehr mutiger Mensch. Weil er in eine Gegend gekommen ist, in der noch niemand von Jesus gehört hat. Ihm hat damals kaum jemand zugehört und er ist letztlich mit seinem Glauben und seiner Hoffnung auf Gott allein geblieben. Die Menschen wollten ihn nicht bei sich haben und auch nicht glauben, dass es Jesus gibt. Mich fasziniert, dass er sich trotzdem nicht davon abbringen ließ.
Ich kann mir sein Durchhaltevermögen nur damit erklären, dass er unermüdlich auf Gott hofft, auch wenn er damit so gut wie alleine geblieben ist.
Ich glaube an Gott und das gibt mir Halt, auch wenn es nur wenige Menschen gibt, mit denen ich diesen Glauben teilen kann. Und das werde ich auch so schnell nicht aufgeben. So wie Ansgar.
»Kollegialität« von Anna   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 21.02.2018 gesendet.
Ich könnte mir selber in den Hintern beißen. Ich habe freiwillig meinem Kollegen angeboten, die Samstagsschicht für ihn zu übernehmen. Zusätzlich zu meiner sonstigen Arbeitswoche.
Ich ärgere mich über mich selbst. Ich habe mich schon so sehr aufs Ausschlafen gefreut.
Und gleichzeitig weiß ich auch: Ich mache etwas Gutes. Ich unterstütze einen Kollegen, den ich sehr mag.
Zusammenarbeit lebt genau von solchen Momenten. In einem guten Team bin ich bereit, auch die lästigen Dinge mal zu übernehmen. Denn in einem guten Team wird sich das an anderer Stelle wieder ausgleichen.
Ich bin mir sicher, dass für mich langfristig keine Mehrarbeit daraus entsteht. Eher im Gegenteil – ich weiß, mein Kollege wird genauso für mich einspringen, wenn es bei mir mal eng ist.
Gute Zusammenarbeit heißt für mich, auch mal etwas Unangenehmes zu übernehmen. Wenn ich weiß, dass ich damit jemanden anderen entlaste, ist es für mich auch nur noch halb so unangenehm. Und ich weiß –Im Gegenzug werde ich dafür unterstützt werden, wenn ich Hilfe von Kollegen brauche.
»Freier Platz« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 20.02.2018 gesendet.
Wenn ich spontan und kurzfristig verreisen will, dann ist oftmals das günstigste Angebot: Den Reisebus über Nacht zu nehmen. Ich steige dann mitten in der Nacht irgendwo an einem zugigen ZOB ein. Und meistens ist es nicht die Starthaltestelle, an der ich zusteigen muss. Dann ist es mir unangenehm, wenn alle Reihen irgendwie besetzt sind und es keinen Zweierplatz mehr gibt, auf dem ich und mein Handgepäck platz haben. Klar, es ist ja auch angenehmer einen Doppelsitz für mich alleine zu haben. Aber es ist andererseits auch unfair mich breit zu machen, sodass sich niemand mehr dazu setzen kann.
Als ich das letzte Mal so verreist bin war ich richtig überrascht. Ein Mann hat an einem Zwischenstopp gesehen, dass neue Leute dazukommen. Er hat seine Tasche neben sich weggestellt und hat dann diesen freien Platz neben sich angeboten. Ich habe niemanden wecken müssen oder bitten müssen neben sich frei zu machen. Dieses Mal habe ich so einen freien Platz bekommen, einfach so.
Klar, es ist eigentlich kein großes Ding den Platz neben sich frei zu machen. Trotzdem finde ich es nicht selbstverständlich. Es ist für mich ein kleines Zeichen der Menschlichkeit. Dass ich nicht nur an mich denke, sondern sehe, dass es auch andere gibt und ihnen den Platz ungefragt anbiete, auch wenn ich sie nicht kenne. Weil ich darauf achte, wie es den anderen geht.