»Die Frau im Fahrradladen« von Micha   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 28.09.2016 gesendet.
Neulich war mein Fahrrad kaputt. Weil ich umgezogen war, musste ich mir einen neuen Fahrradladen suchen. Ich hab dann auch einen gefunden und bin dort hin. Plötzlich ist ne Frau zu mir gekommen. Sie hat mich gefragt, ob sie mir helfen kann. Zuerst war ich kurz durcheinander. Dann hab ich gecheckt, dass sie im Laden arbeitet.
Später hab ich überlegt, warum ich da so durcheinander war. Ich hatte halt davor erwartet, dass mich ein Mann beraten wird. Bisher hab ich halt in Fahrradläden meistens Männer getroffen. Deswegen war ich dann überrascht, als eine Frau zu mir gekommen ist. Ich hab mich gefragt: „Kann die mich jetzt genauso gut beraten wie ein Mann?“
Ich hab mich da über mich selber gewundert. Irgendwie denke ich da in Schubladen. Dass Männer handwerklich geschickter sind als Frauen und so. Dabei glaube ich eigentlich, das hängt gar nicht vom Geschlecht ab. Ich glaube, Gott hat jedem Menschen Talente mitgegeben. Er schaut dabei nicht darauf, ob jemand Mann oder Frau ist. Also kann sich eine Frau natürlich gut mit Fahrrädern auskennen.
Deswegen war’s voll gut, die Frau im Fahrradladen zu treffen. Die war nämlich echt kompetent. Mein Fahrrad läuft wieder super. Und ich denke jetzt hoffentlich weniger in Schubladen.
»Neuanfang« von Micha   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 27.09.2016 gesendet.
Gerade fangen ja viele neu mit der Ausbildung an. Das kann voll spannend sein. Aber es kann einen auch voll stressen. Neue Leute, für manche ein neuer Tagesrhythmus, ne neue Stadt.
Ich kenn das noch gut. Ich hab nämlich auch erst vor ein paar Monaten mit meiner Ausbildung begonnen. Mit dem vollen Programm. Ich bin in eine neue Stadt gezogen und hab niemanden gekannt. Gleich am Anfang hab ich aber Leute kennengelernt. Mit denen konnte ich mich austauschen. Denen konnte ich erzählen, wie’s bei mir läuft. Und sie mir, wie’s bei ihnen läuft. Das hat uns gutgetan und geholfen.
Und mir hat noch was Anderes geholfen. Ich bin an meinem neuen Wohnort manchmal im Gottesdienst. Und in Gottesdiensten gibt es am Ende immer den Segen. Bevor ich aus der Kirche gehe, sagt da der Pfarrer: „Gott segne dich und behüte dich. Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Gott hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.“
Ich verstehe das so: Der Pfarrer verspricht mir, dass Gott mich begleitet. Dass Gott mich nicht alleinlässt. Es tut mir immer wieder richtig gut, das zu hören. Besonders, wenn was Neues ansteht. Denn dann weiß ich wieder: Gott ist dabei, egal was auf mich wartet und was ich mache.
Deswegen wünsche ich allen, die gerade was Neues anfangen, Gottes Segen.
»Gut miteinander umgehen« von Micha   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 26.09.2016 gesendet.
Ich war in Spanien im Urlaub. Super Land, super Wetter und auch echt super Leute. Ich hatte da nämlich einen Mietwagen. An Kreuzungen musste ich immer wieder warten. Aber voll oft haben mich dann Leute reingelassen. Einfach so. Ich fand das echt gut von denen. Deswegen bin ich in Spanien gern Auto gefahren.
Mich hat das an eine Bekannte erinnert. Die hat mal gemeint: „Christen gehen gut miteinander um. Deswegen hänge ich gern mit ihnen ab.“
Das hat mich gefreut. Ich finde es gut, wenn Christen gut miteinander umgehen. Denn klar, so was steht schon in der Bibel. Aber es ist mir auch zu wenig. Denn in der Bibel steht noch mehr. Christen sollen mit allen Menschen gut umgehen. Die an der Kreuzung in Spanien haben das gemacht. Die haben auch an andere gedacht, obwohl sie Vorfahrt gehabt hätten. Und das egal, ob die anderen Christen waren oder nicht. Dadurch bin ich gleich viel entspannter gefahren.
Seitdem versuche ich das auch öfter hier in Deutschland. Also Leute reinzulassen, die sonst ewig warten müssten. Auch wenn ich Vorfahrt hätte. Viele lächeln dann dankbar. Darüber freue ich mich immer.
Eigentlich kann ich das ja auch machen, wenn ich nicht Auto fahre. Öfter an andere denken und gut mit ihnen umgehen. Ich will das jetzt ausprobieren.
»Perfekt ist nicht « von Patricia   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 25.09.2016 gesendet.
Vor Kurzem bin ich mal wieder über Nacht Fernbus gefahren. W-Lan, Snacks und ein Kissen – das konnte ja eigentlich nur super werden. Dann hat natürlich das W-Lan nicht funktioniert, Hunger hatte ich auch keinen, und schlafen konnte ich sowieso nicht. Also das genaue Gegenteil von dem, was ich wollte.
Das war nur eine Busfahrt, aber ich kenne das auch aus anderen Situationen: Ich stelle mir irgendwas ganz toll vor, und dann kommt es ganz anders. Zum Beispiel ziehe ich jetzt bald in eine neue Stadt. Und ich hoffe natürlich, dass es mir dort gut gefällt. Aber es kann auch sein, dass ich am Anfang total unglücklich bin. Dann stehe ich da und weiß erstmal nicht weiter.
Aber ich werde nicht dazu gezwungen, das einfach so hinzunehmen. Ich habe immer die Möglichkeit, etwas an meiner Situation zu ändern und einen neuen Plan zu machen. Im Fernbus hab ich eben aus dem Fenster geguckt und zu Hause den verpassten Schlaf nachgeholt. Und wenn ich mich in meiner neuen Stadt nicht wohlfühle, kann ich mir kleine Dinge suchen, durch die es mir besser gefällt. Ein nettes Café oder ein tolles Kino. Irgendwas, das mir zeigt: Es gibt auch schöne Sachen hier. So perfekt, wie ich es mir vorstelle, ist fast nie irgendwas. Aber ich kann immer dafür sorgen, es besser zu machen.