»Opa mit Bart-Gott« von Anna R.   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 22.10.2017 gesendet.
Als ich letztens in einer Kirche gewesen bin, habe ich gesehen, dass da hinter dem Altar eine große Statue steht, die Gott darstellen soll: Als Mann mit weißem Rauschebart und strengem Blick.
Irgendwie kann ich damit so gar nichts anfangen.
Ich finde es schade, dass so viele Bilder, die Gott darstellen sollen, menschlich, alt und männlich sind. Der stereotype „Opa mit Bart – Gott“. Ich weiß, dass Jesus gesagt hat, dass wir Gott „Vater“ nennen können. Das ist ja auch eine schöne Vorstellung, die zeigt, dass Gott mich liebt, wie ein Vater sein Kind liebt. Trotzdem glaube ich auch, dass es in Ordnung wäre, Gott mal anders zu nennen. Mutter zum Beispiel. Mir ist meine Mutter auch unglaublich wichtig.
Mit manchen Fragen oder Problemen gehe ich eher zu ihr als zu meinem Vater. Weil sie wie ich eine Frau ist, versteht sie mich da eher.
Genau deshalb fällt es mir manchmal leichter, zu Gott zu sprechen, wenn ich mir vorstelle, dass Gott wie eine Mutter für mich ist.
Ich denke, dass Gott das alles in sich vereint: Gott ist männlich und weiblich, jung und alt. Und er kann wie ein Vater und wie eine Mutter für mich sein.
»Entscheidungen« von Anna R.   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 21.10.2017 gesendet.
Vor einiger Zeit habe ich auf einem Jugendfest eine Ordensschwester kennengelernt. Sie hat mir davon erzählt, wie sie sich vor vielen Jahren entschieden hat, ihr Gelübde abzulegen. Ich fand das total beeindruckend. Sie hat damit Armut, Gehorsam und Ehelosigkeit versprochen. So eine Entscheidung stell ich mir ganz schön schwer vor. Sie beeinflusst schließlich das ganze Leben. Stattdessen hätte sie auch einen Mann lieben und heiraten können, mit ihm eine Familie haben. Außerdem verzichtet sie darauf, eigenen Besitz zu haben und auf ein Leben, in dem sie alles hätte selbst bestimmen können. Sie hat auch gesagt, dass es für sie nicht leicht war, sich zu entscheiden. Sie hat lange gebraucht und viel überlegt. Trotzdem hat sie die Entscheidung irgendwann getroffen. Sie meint, dass es einen nicht weiterbringt, wenn man sich ständig alle Optionen offenhält. Wenn man sich nur vor Entscheidungen drückt, bleibt man stehen.
Ich finde die Schwester wirklich mutig. Sie hat ihr Leben in die Hand genommen und darauf vertraut, dass Gott die Entscheidung mitträgt.
Seit ich mit ihr gesprochen habe, hab ich selbst auch eine neue Sichtweise auf Entscheidungen.
Natürlich muss ich immer noch genau überlegen, welcher Weg der richtige ist; welchen Beruf ich später ausüben will zum Beispiel. Aber die Entscheidung irgendwann zu treffen, heißt eben nicht nur, dass ich auf alle anderen Möglichkeiten verzichten muss. Es heißt, dass ich nicht stehen bleibe. Ich nehme mein Leben in die Hand.
»Geld macht glücklich« von Patricia   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 20.10.2017 gesendet.
Ich hab mein Konto überzogen. Das zweite Mal in ein paar Monaten. Früher ist mir das nie passiert. Eigentlich kann ich gut mit Geld umgehen. Aber ich verdiene weniger als früher. Und manchmal kommt mein Lohn nicht rechtzeitig für eine Rechnung. Nach ein oder zwei Tagen ist mein Konto dann aber wieder ausgeglichen.
Trotzdem macht mir das Sorgen. Mit etwas mehr Geld wäre alles etwas einfacher. Das geht nicht nur mir so, sondern auch vielen anderen Menschen. Die haben Probleme, ihre Miete zu zahlen oder sich etwas Richtiges zu Essen zu kaufen. Oder noch schlimmer. Deshalb ärgert es mich, wenn Leute sagen, dass Geld nicht glücklich macht. Natürlich gehört zum Glücklich sein noch viel mehr dazu – eine Familie und Freunde und ein Leben, das Spaß macht. Das kann ich mit Geld nicht erreichen. Aber es löst auf jeden Fall so einige Probleme. Wenn ich genug Geld habe, um meine Rechnungen zu bezahlen und mir auch mal was leisten zu können, hab ich ein bisschen weniger Sorgen. Und das gehört für mich auf jeden Fall zu einem glücklichen Leben dazu.
»Kaffeepause mit Gott« von Anna R.   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 19.10.2017 gesendet.
Ich bin Christin. Ich glaube an Gott. Für mich heißt das, dass ich in Beziehung zu ihm leben möchte. Ich will spüren, dass er mein Leben begleitet und mich darauf verlassen, dass er immer da ist. Trotzdem muss ich sagen, dass ich manchmal ganz schön selten mit ihm rede. Meine Tage sind so vollgepackt, dass es leicht ist, zu denken: Ach, das mach ich morgen! Und Gott ist bestimmt nicht enttäuscht, wenn ich mich mal länger nicht melde, oder?
Kann sein, dass er nicht enttäuscht von mir ist, aber eine lebendige Beziehung ist das trotzdem nicht. Und das liegt dann ja nicht mal an ihm. Ich glaube, dass ich mir für Gott, genau wie für eine gute Freundin, Zeit nehmen muss. Mit einer Freundin schaffe ich es schließlich auch, im Alltagsstress noch eine Kaffeepause zu machen und ein bisschen zu quatschen.
Deshalb nehme ich mir vor, dass mit Gott genauso zu machen. Mit meiner Freundin treffe ich mich immer montags um 10. So eine feste Zeit will ich auch mit Gott vereinbaren. Vielleicht immer dann, wenn ich aus der Uni komme. Da könnte ich mir auch einen Kaffee machen, mich auf meinen Balkon setzen und ein bisschen mit Gott reden. Ich erzähle ihm, wie es mir geht und was mich gerade beschäftigt. Ich bespreche mit ihm alles, was so ansteht und danke ihm dafür, dass er da ist. Ich mache einfach eine Kaffeepause mit Gott.