»Guter Wunsch« von Anna   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 17.12.2017 gesendet.
Ein Kollege teilt mir mit, dass er ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk für mich hat: Er hat für mich eine Kerze angezündet. In einer Kirche. Ich habe ihn gefragt, was er mir denn damit sagen will. Aber er hat mir gesagt, darüber müsste ich schon selber nachdenken.
Ich denke, er will mich mit seiner Kerze stärken. Wenn ich weiß, dass da irgendwo ein Licht im Dunkeln brennt für mich, macht mir das Mut. In meinem Job gibt es immer wieder Momente, wo es nicht so gut läuft. Die Kerze erinnert mich daran, dass selbst wenn etwas schiefläuft, auch wieder ein heller Moment für mich kommen kann. Vielleicht hat er mit der Kerze auch einen guten Wunsch für mich verbunden. Und er lässt mir sogar die Freiheit zu entscheiden, was das für mich ist: Zum Beispiel, dass ich viel Wärme und Licht in meinem Leben habe und dass mir nichts passiert. Natürlich weiß ich nicht, ob sich mein Kollege genau das gedacht hat. Aber für mich ist seine Kerze ein ganz wertvolles Geschenk: Er wünscht sich etwas für mich und bringt diesen Wunsch vor Gott.
»Freundschaft« von Anna   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 16.12.2017 gesendet.
Mit den Feiertagen rückt für mich eine wichtige Tradition näher: Wenn meine Freunde über die Feiertage zu ihren Familien nach Hause fahren, legen sie einen Zwischenstopp bei mir ein. Wir machen das jetzt seit fünf Jahren so. Es ist eine Tradition geworden. Wir leben in ganz Deutschland verstreut und wir treffen uns einen Tag vor Weihnachten bei mir, weil ich in der Mitte von allen wohne. Wir essen Raclette zusammen, trinken jede Menge Glühwein – und, was am wichtigsten ist: Wir sehen uns wieder. Manche aus der Clique sehe ich nur an diesem einen Tag im Jahr. Das macht dieses Treffen so wichtig für mich.
Wir erinnern uns dann an die Zeit, als wir noch in der gleichen Stadt gewohnt haben. Und wir erzählen uns, was bei uns gerade im Leben an wichtigen Dingen passiert.
Auch wenn es nur ein Treffen im Jahr ist – uns verbindet eine ganz tiefe Freundschaft. Diese Freundschaft braucht gar nicht mehr, als ein Treffen. Dieses Treffen ist wie ein kleines Statement: Wie wollen Freunde fürs Leben sein. Und da kommt es nicht darauf an, dass wir uns möglichst oft zu sehen – aber wenn wir uns dann sehen, verbringen wir eine intensive Zeit miteinander.
»Psalm 42« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 15.12.2017 gesendet.
Draußen ist es grau, es wird schnell dunkel und wenn es dann noch nieselt, bleib ich lieber drinnen. An solchen Tagen, bin ich selbst auch nicht so gut drauf und werde nachdenklich. Manchmal kommen mir dann Zweifel. Die Gedanken kreisen um sich selbst und es entsteht sowas wie ein Strudel, der dann alles anfragt und zweifelt. Ich lasse da meinen Glauben auch nicht aus. Ich fühle mich damit allein, weil ich diese Zweifel am Glauben nicht mit meinen Freunden teile. Dabei würde es mir helfen mich mit Leuten identifizieren zu können, denen es ähnlich geht wie mir.
Die Bibel ist voll von Erzählungen mit Menschen, die auch Zweifel haben. Einer von denen klagt Gott direkt an, weil er sich in seiner Situation im Stich gelassen fühlt. Er schreibt: „Warum hast du mich vergessen?“ Ich habe das Gefühl, dass jemand, der sowas schreibt, in einer ähnlichen Situation ist wie ich. Dieser Mensch zweifelt an seinem Glauben, will aber nicht aufgeben nach Gott zu suchen. Er hofft trotzdem, dass es einen Gott gibt, der ihn zur Zeit aber scheinbar vergessen hat. Er will hoffen, weil ihn die Hoffnung auf eine bessere Zukunft trägt.
Mir geht es da ähnlich wie diesem Menschen. Mir ist mein Glaube auch ziemlich wichtig, aber es fällt mir schwer an Gott zu glauben. Auch wenn es vielleicht einfacher wäre, wenn mir das egal wäre ob es einen Gott gibt. Das ist es mir aber nicht. Und deshalb lohnt es sich für mich meine Hoffnung auf ihn nicht aufzugeben.
»Adventszeit« von Timo   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 14.12.2017 gesendet.
„Spiele werden im Kopf entschieden.“ Das weiß man im Fußball schon seit einiger Zeit. Klar muss ich auch fit sein, aber wenn ich mental nicht bereit und nicht auf das Spiel fokussiert bin, finde ich keinen Zugang zum Spiel. Kein Wunder beschäftigen die Profiklubs auch Mentaltrainer. Entscheidend ist also auch die mentale Vorbereitung.
So ähnlich ist es auch an Weihnachten. Oft höre ich, dass die Adventszeit eine Vorbereitungszeit auf Weihnachten ist. Damit ist aber nicht die stressige Vorbereitung gemeint, also die ganzen Termine wie Weihnachtsfeiern oder das nervige Geschenkekaufen. Dieses Jahr will ich mich um die mentale Vorbereitung und Einstellung kümmern, wie ich an die Sache herangehe. Ich kann Weihnachten eben nur richtig feiern, wenn mein Kopf frei ist und ich mich darauf einlassen kann. Für mich heißt das beispielsweise, dass ich beim Geschenkekaufen immer an die konkrete Person denke, die das dann bekommt. Zum Beispiel denke ich beim Geschenk für meine Freundin daran, dass sie immer für mich da ist. Dann freue ich mich sogar aufs Geschenkekaufen und dass ich ihr das zeigen kann. Und bei Gott stelle ich mir das auch so ähnlich vor. Er denkt an mich und alle Menschen. Und das zeigt er, indem er als Mensch zu uns Menschen kommt.