»Ökologische Umkehr« von Timo   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 31.07.2015 gesendet.
Papst Franziskus hat vor einigen Wochen ein neues Lehrschreiben herausgebracht. Er ruft alle Menschen dazu auf, sich mit Fragen zu Umwelt, Klima und Konsum zu beschäftigen. Dabei benennt Franziskus klar Probleme unserer Zeit. Er kritisiert den Lebensstil vor allem in reichen Ländern, ungebremstes Profitstreben von Unternehmen und den Konsumrausch vieler Menschen. Die Folgen sind heute mehr als spürbar: der Klimawandel, verschmutzte Meere und die Ausbeutung von natürlichen Ressourcen. Und diese Folgen treffen die armen Länder am härtesten. Franziskus fordert eine ökologische Umkehr, ein Umdenken für den Erhalt der Welt. Dabei geht es um Verantwortung, vor allem der großen Industrienationen. Denn die Umwelt ist ein Gemeingut von allen und für alle.
Ich finde es gut, dass der Papst die Weltgemeinschaft zum Handeln aufruft. Das ist jetzt besonders wichtig, da zwei große Treffen zum Thema Nachhaltigkeit und Klima in New York und Paris anstehen. Aber Franziskus wendet sich nicht nur an die Mächtigen, sondern an alle. Ich kann ja auch am Erhalt der Welt mithelfen. Egal, ob ich Fahrgemeinschaften bilde, weniger Plastik verbrauche oder Strom einspare. Ich überlege mir auf jeden Fall mal, was ich dazu beitragen kann.
»Klimagerechtigkeit« von Timo   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 30.07.2015 gesendet.
Vom Nordkapp nach Paris. Seit einigen Wochen sind Leute zu Fuß auf diesem Weg. Sie sind Christen und wollen so für mehr Klimagerechtigkeit demonstrieren. Anfang Dezember findet nämlich in Paris die Weltklimakonferenz statt.
Ziel der Menschen ist es, dass die Politiker dort sich endlich durchringen und ein verbindliches Abkommen zum Klimaschutz vereinbaren. Den Demonstranten geht es dabei aber nicht nur um den Klimaschutz selbst, sondern auch um Gerechtigkeit. Das heißt, dass vor allem die großen Industrienationen, die am meisten zum Klimawandel beigetragen haben, Verantwortung übernehmen. Denn am meisten sind nicht sie betroffen, sondern arme Länder wie die Philippinen, Kambodscha oder Kenia. Die Leute dort leiden besonders an Überschwemmungen und Stürmen, Hitzewellen und Dürre.
Ich finde es klasse, dass Menschen für Klimagerechtigkeit einen so beschwerlichen Weg auf sich nehmen. Diese Aktion zeigt nämlich, dass Menschen in reichen Industrienationen über den eigenen Tellerrand hinaus blicken können und dass wir eine Weltgemeinschaft sind. Der Weg führt ab September übrigens über Flensburg, Köln, Koblenz und Ludwigshafen nach Paris. Vielleicht ist das die Möglichkeit für einige Stunden oder Tage selbst Teil der Reisegemeinschaft zu sein.
»Fernbeziehung« von Thomas K.   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 29.07.2015 gesendet.
In meinem Leben gibt es immer wieder Momente, da hab ich das Gefühl, dass ich durch das, was ich in meiner Beziehung erlebe, einen kleinen Augenblick lang Gott besser verstehen kann.
Meine Freundin wird nach München ziehen und das bedeutet für uns beide Fernbeziehung. Mir gefällt das nicht, denn es ist schön und gemütlich in unserer gemeinsamen Wohnung. Aber ich muss sie ziehen lassen. Sie ist dann woanders – aber sie ist nicht weg. Trotz der Distanz werden wir uns nahe bleiben. Und ich weiß, sie kommt wieder. Eines Tages vielleicht sogar für immer. Ich frag mich, ob Gott mit den Menschen auch so etwas wie eine Fernbeziehung hat. Er war ja auch schon mal da und ist dann ziemlich weit weggezogen. Aber ich glaube, auch Gott ist nicht weg, sondern einfach nur woanders. Und weil er es gerne spannend mag, verrät er auch nicht, wo genau. Manche sagen, er versteckt sich überall dort, wo Liebe ist. Vielleicht entdeck ich ihn ja darum immer wieder in meiner Beziehung.
Ich glaube, eines Tages kommt Gott wieder und dann wird auch er endlich bleiben – für immer.
»Freiheit« von Thomas K.   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 28.07.2015 gesendet.
Eins meiner Lieblingszitate lautet: „Ihr seid zur Freiheit berufen“ (Gal 5, 13). Aber derjenige, der diesen Satz vor ewigen Zeiten in die Bibel geschrieben hat, hat wahrscheinlich noch nie erlebt, wie mein Wecker am Montagmorgen klingelt. Da ist nicht viel mit Freiheit. Da stehen viel mehr Arbeit und Pflicht ganz groß auf der Tagesordnung. Und da gibt’s nicht so viele Alternativen; immerhin muss ich ja meine Rechnungen bezahlen. In so einem Moment frag ich mich, wieviel Geld ich wohl brauche, damit ich es mir leisten könnte, tatsächlich frei zu sein.
Tief in mir drin gibt es zwei unterschiedliche Stimmen, die dann antworten. Die eine sagt: „Gib’s auf – Freiheit ist nur eine Illusion und maximal am Wochenende darfst du dich mal ein bisschen frei fühlen.“ Und es gibt eine Stimme, die genau das zum Kotzen findet und die um die Freiheit kämpfen will. Diese Stimme fragt zurück und sagt: „Wieviel Geld brauchst du wirklich, um frei zu sein?“ Ich suche noch nach der richtigen Mischung und hab bis jetzt noch kein fertiges Rezept für die Freiheit gefunden. Miete, Krankenversicherung, Essen – da führt kein Weg dran vorbei. Aber alles andere? Das kostet: Entweder mein Geld oder meine Freiheit. Aber jedes Mal, wenn morgens wieder der Wecker klingelt, frage ich mich: Wie lange will ich es mir noch leisten, NICHT frei zu sein?