»Ehrenamt« von Natalie   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 05.12.2016 gesendet.
Ich bin diesen Winter bei zwei Freizeiten als Mitarbeiterin dabei. Wir Mitarbeiter machen das ehrenamtlich. Bekommen kein Geld dafür.
Ich finde es ne gute Sache, sich ehrenamtlich zu engagieren. Und mir macht‘s auch richtig Spaß. Denn ich tu dabei etwas Gutes. Mein Ziel ist es, dass die Teilnehmer ne geile Zeit haben und sich gern an die Freizeit zurückerinnern. Dafür brauchts uns ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Denn ohne uns würde es die Freizeiten gar nicht geben.
Aber auch andere Sachen würde es nicht geben. Zum Beispiel die freiwillige Feuerwehr und viele Sportvereine. Aber auch Menschen, die sich um Kranke kümmern. Deshalb bin ich froh, dass sich viele Menschen ehrenamtlich engagieren.
Ich glaube auch, dass Gott voll hinter Ehrenamtlichen steht. Ich bin mir sicher, dass er das klasse findet. Weil Ehrenamtliche tun was für andere. Sie helfen einfach, manchmal retten sie sogar Leben. Oder sie wollen anderen ne geile Zeit schenken. So wie wir das auf unseren Freizeiten machen.
Ich find es deswegen gut, dass es einen internationalen Tag des Ehrenamts gibt. Der ist übrigens heute. Vielleicht motiviert der Tag andere, sich auch ehrenamtlich einzubringen.
Ich steh da auf jeden Fall voll dahinter.
»Borgen« von Anna   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 04.12.2016 gesendet.
Ich habe letztens eine Freundin in der Schweiz besucht. Als ich vor ihrer Haustür stand, ist mir direkt etwas ins Auge gesprungen: Bei ihr auf dem Briefkasten kleben lauter kleine Aufkleber mit Symbolen: Einer mit Lebensmitteln, einer mit Werkzeug, ein Grill, eine Nähmaschine, ein Fahrrad…
Es sieht ganz witzig aus, ich frage sie, was das Ganze soll.
Sie ist ganz überrascht, dass ich das noch nicht kenne. Einige Leute in ihrer Stadt haben sich das überlegt und damit angefangen: Man kann mit kleinen Symbolen an seinem Briefkasten zeigen, was man besitzt und bereit ist, auch mal zu verleihen. Dadurch muss sie sich zum Beispiel keine Bohrmaschine kaufen, sondern kann bei jemanden aus der Nachbarschaft klingeln, der eine besitzt. Wo sie klingeln kann, erkennt sie an dem Schild auf dem Briefkasten.
Ich finde die Idee cool. Ich muss nicht alles kaufen und ich muss nicht alles besitzen. Und das, was ich besitze, ist dann auch für andere da. Statt bei mir nur auf den Einsatz zu warten. Außerdem lerne ich durch diese Aktion meine Nachbarn ganz anders kennen. Ich komme ins Gespräch und wir helfen uns gegenseitig aus. Ich nehme die Idee mit und rede mit meinen Nachbarn, ob wir auch damit anfangen.
»Das Fremde« von Anna   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 03.12.2016 gesendet.
Urlaub. Ich spaziere durch London. Von irgendwo her höre ich Reggae Musik und einige Leute, die singen und feiern. Ich bin neugierig und will mir das näher anschauen. Es ist ein Straßenfestival. Ich habe richtig Bock mitzufeiern. Aber als ich näherkomme, traue ich mich nicht.
Der Grund: Ich bin die einzige Weiße. Um mich herum sind lauter Schwarze. Gut gelaunt und ausgelassen.
Ganz schön krass. Ich erlebe dort zum ersten Mal, wie es ist, in der absoluten Minderheit zu sein. Mich schaut zwar niemand schräg an, und keiner verbietet mir, näher zu kommen, aber ich habe ein mulmiges Gefühl. Ich gehöre nicht dazu. Ich bin anders.
Ich bin fremd gewesen. Ich habe ganz offensichtlich nicht zu dieser Gruppe gehört.
Im Nachhinein ärgere ich mich. Wieso habe ich mich nicht getraut, mitzufeiern? Es sind genau diese unnötigen Ängste, die verhindern, dass ich schöne Begegnungen erlebe.
Mich hat das erschreckt. Ich habe gedacht, dass ich ein offener Mensch bin. Aber ich habe mich auch von äußeren Merkmalen blenden lassen. Dieses Erlebnis hat mir gezeigt, dass ich immer noch lernen muss, Vorurteile und Ängste gegenüber Fremden abzubauen. Ängste sind menschlich, aber ich möchte bereit sei, mich nicht von ihnen beherrschen zu lassen. Ich will schöne Begegnungen erleben. Auch mit Fremden.
»Die Macht der Worte« von Anna   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 02.12.2016 gesendet.
Ein blinder Mann sitzt vor einer Kirche. Vor ihm steht ein Plastikbecher und ein Schild mit der Aufschrift: Ich bin blind.
Leute gehen an ihm vorbei, ohne ihn wirklich zu sehen. So gut wie keiner wirft eine Münze in seinen Becher. Plötzlich bleibt eine Dame wortlos vor ihm stehen, nimmt das Schild in die Hand, zückt einen Stift und ändert die Aufschrift. Sie geht wortlos weg.
Danach bleiben die Passanten stehen und viele werfen Geld in den Becher.
Auf seinem Schild steht fast das gleiche, nur mit anderen Worten. Dort steht: „Es ist ein wunderschöner Tag und ich kann ihn nicht sehen.“
Eigentlich ist diese Szene aus einem Werbefilm. Ein Film der zeigen will: Worte können Dinge im Kleinen verändern. Es macht einen Unterschied, wie ich etwas sage. Ich kann zum Beispiel der Kassiererin ein „Guten Tag“ wünschen, aber ich kann ihr auch ein Kompliment machen: „Sie strahlen heute so, dadurch retten sie meinen Tag.“ Ich finde es ist eine schöne Idee, mal darüber nachzudenken, ob ich manche Floskeln in meinem Alltag nicht auch durch schönere Worte ersetzen kann. Und damit jemanden vielleicht auch eine Freude machen kann.