»Steinzeit-Ängste« von Caro   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 27.01.2015 gesendet.
„Stell dir vor du willst dir gerade eine Curry-Wurst holen und auf einmal steht ein riesiger Säbelzahntiger hinter dir. Was würdest du tun…“
Das hat mich ein Kumpel neulich gefragt.
Naja, wahrscheinlich würde ich wegrennen, und zwar so schnell ich kann.
Die Natur hat das schon ziemlich gut auf die Reihe gekriegt: wenn ich Angst hab, dann steigt das Adrenalin im Blut. Deswegen kann ich blitzschnell wegrennen, wenn ich muss.
Nur lebe ich nicht ja in der Steinzeit. Es gibt keine großen wilden Tiere, vor denen ich permanent wegrennen muss.
Was mir Angst macht sind ganz andere Sachen. Zum Beispiel habe ich manchmal Angst davor, in meinem Job zu versagen. Immer wieder sind die Anforderungen so hoch, dass ich Stress bekomme. Auch hier geht dann mein Adrenalinspiegel ganz schnell nach oben und ich will am liebsten einfach nur noch wegrennen. Aber das geht natürlich nicht.
Deswegen bemühe ich mich jeden Tag aufs Neue, mich meinen Aufgaben zu stellen. So ein kleiner Adrenalinkick hat ja auch etwas Positives: Er treibt mich dazu an, mein Bestes zu geben! Das klappt mal mehr, mal weniger gut. Aber wenn ich nicht weglaufe und die Herausforderung annehme, finde ich oft eine Lösung. Im Job versagt man ja nicht auf einmal einfach so und wenn ich meine Aufgaben Schritt für Schritt dann komm ich an mein Ziel. Ziemlich oft konnte ich damit schon Erfolge feiern! Und das fühlt sich dann an, als hätte ich einen Säbelzahntiger besiegt…
»Moderne Sklaven« von Katharina T.   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 26.01.2015 gesendet.
Für mich arbeiten 53 Sklaven. Auf einer amerikanischen Internetseite gibt es einen Lifestyle-Test. Ich gebe an in welchem Land ich lebe, was ich esse, wie viele Elektrogeräte ich habe, wie viel Kaffee ich trinke. Und zum Schluss erfahre ich, welche Firmen Sklaven ausbeuten, damit ich meinen Lebensstil halten kann. Sklaven werden hier definiert als Menschen, welche ohne Bezahlung arbeiten und ihrer Situation nicht entkommen können. Das amerikanische Außenministerium schätzt, es sind weltweit 27 Millionen Menschen. Laut Test schuften für mich 53 solcher sogenannter Sklaven.

Ich finde das unglaublich. Die Sklaverei wurde doch eigentlich längst abgeschafft. Es gibt sie aber scheinbar immer noch. Nur in einer anderen Form: Diese modernen Sklaven stehen ganz am Anfang der Produktionskette, sie schuften auf Feldern, in Mienen, verarbeiten Rohstoffe. Dass ein Elektrogerät, dessen Einzelteile aus Dutzenden Ländern stammen, so billig sein kann, liegt genau an dieser modernen Sklaverei. Ich kann die Produktionsbedingungen leider nicht ändern, aber ich weiß jetzt welche Firmen ausbeuterisch arbeiten. Deren Produkte werde ich nicht mehr kaufen. Mich hat dieser Test wach gerüttelt!
»Unvollkommen« von Mareike   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 25.01.2015 gesendet.
Vor ein paar Wochen bin ich auf einer Familienfeier gewesen. Ich bin meistens ziemlich angespannt auf solche Feste gegangen. Manche Leute dort seh ich nur einmal im Jahr. Und dann hatte ich das Gefühl: Da muss ich mir jede Geste, jedes Wort genau überlegen, damit es keinen Streit gibt.
Ich muss mich total verstellen und kann nicht so sein, wie ich eigentlich bin. Ich hab das total anstrengend gefunden. Aber mittlerweile hab ich gemerkt, dass das doch dumm ist. Es macht keinen Sinn ruhig und freundlich zu sein, wenn ich eigentlich sauer und ärgerlich bin. Es hilft mir nicht, so zu tun, als wäre ich total selbstbewusst, wenn ich eigentlich unsicher bin.
Ich fühl mich dort am wohlsten, wo ich so sein kann, wie ich bin. Ich hab Stärken und Schwächen, aber genau das bin eben ich. Und warum sollte ich das nicht zeigen? Natürlich ist es nicht immer einfach, aber ich fühle mich besser und irgendwie auch ehrlicher.
Für mich heißt das, dass ich mich zukünftig nicht mehr verstellen werde. Ich will so sein, wie ich bin – und vielleicht trauen sich ja die anderen, dann auch so zu sein, wie sie sind.
»Genialer Schöpfer« von Mareike   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 24.01.2015 gesendet.
Freunde von mir fragen mich immer mal wieder: „Warum glaubst du, dass es einen Gott gibt?“ oder „Woran machst du fest, dass da noch etwas Größeres ist? Das könnte doch auch alles Zufall sein.“ –
Doch für mich ist es eben kein Zufall. Für viele Dinge auf der Welt gibt es logische Erklärungen und wissenschaftliche Beweise, doch diese Beweise hindern mich nicht, an Gott zu glauben. Denn so gut Dinge erklärbar sind, irgendwann kommt in der Wissenschaft immer der Punkt, wo es keine Erklärung mehr gibt. Da bleibt nur noch der Glaube. Der Glaube, dass hinter dem System etwas Größeres, Genialeres ist. Etwas, das alles zusammenhält. Etwas das alles geschaffen hat.

Für mich ist das Gott. Ich glaube, er hat die Welt geschaffen. Und wir können die Welt erforschen. Durch die Wissenschaft wird mir bewusst, dass Gott die Welt wirklich bis ins kleinste Detail genial geschaffen hat. Für mich schließen sich deshalb Glaube und Wissenschaft nicht aus, sondern sie gehören zusammen. Deshalb glaube ich: Der Glaube fängt dort an, wo die Wissenschaft nicht mehr weiter weiß.