»Kleidung abgeben« von Patricia   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 29.03.2015 gesendet.
Mein Kleiderschrank ist zu voll. Eindeutig. Da sind Hosen drin, die mir noch nie richtig gepasst haben und T-Shirts, die ich seit fünf Jahren nicht mehr anziehe. Die Sachen sind alle noch gut, aber ich trage sie nicht mehr. Und es kommen immer mehr dazu.
Ich will diese Sachen loswerden. Einfach wegschmeißen find ich aber doof. Und in irgendeinen Kleidercontainer will ich sie auch nicht werfen – wer weiß, wo sie dann landen.
Eine Freundin hat mir dann von einer Kleidersammlung erzählt, bei der die Sachen umsonst oder für wenig Geld an Bedürftige weitergegeben werden. Das ist genau das, was ich will.
Also räume ich meinen Kleiderschrank aus. Und es fühlt sich gut an. Irgendwie befreiend. Es ist nicht so, als ob ich auf einmal von allen Lasten befreit wäre. Aber ich erledige etwas, das ich schon lange tun wollte. Und ich helfe damit tatsächlich anderen.
»Schenken« von Anna L.   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 28.03.2015 gesendet.
Ich bekomme super gerne Geschenke. Ich mag den Moment, in dem klar wird, ob jemand einen meiner Herzenswünsche erraten hat und meinen Geschmack trifft.
Fast genauso gerne verschenke ich selbst Dinge. Für einen guten Freund habe ich die perfekte Idee gehabt: das Shirt von einer Band, bei der wir gemeinsam auf nem Konzert waren. Das Shirt ist natürlich völlig überteuert– also das perfekte Geschenk – denn er würde es sich niemals selbst kaufen. Und tatsächlich – er freut sich riesig darüber.
Als ich dann im Gegenzug sein Geschenk auspacke, fällt es mir schwer, meine Fassade aufrecht zu halten: Er hat mir einige wahllose Sachen aus nem Second Hand Laden geschenkt. Ich bin echt enttäuscht. Von ihm hätte ich erwartet, dass er mir was ähnlich Tolles schenkt, wie ich ihm.
Nach wenigen Minuten ärgere ich mich aber mehr über mich selbst, als über sein Geschenk. Wenn ich wirklich aus Überzeugung schenke, dann erwarte ich dafür keine Gegenleistung. Dann genügt es, einfach nur die Freude des anderen zu sehen. Ich bin enttäuscht, dass mir seine Freude in dem Moment nicht genug gewesen ist.
Aber ich bin mir sicher, sie wird gewinnen, wenn ich ihn das nächste Mal in seinem neuen Shirt sehe.
»Sponsorenverträge« von Timo   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 27.03.2015 gesendet.
Als ich das gehört habe, konnte ich es fast nicht glauben. Ein bekannter Hersteller von Sportklamotten hat mit einem englischen Fußballclub einen neuen Sponsorenvertrag abgeschlossen: Über ungefähr 75 Millionen Euro pro Jahr! Die bezahlen dem Fußballclub also jedes Jahr 75 Millionen und das nur, damit die Spieler ihre Klamotten anziehen. Unglaublich! Mir ist schon klar, dass das für den Hersteller eine gute Werbung ist. Aber mich stört es einfach, dass diese Leute jedes Jahr 75 Millionen einem Fußballclub für Werbung hinterherwerfen können und gleichzeitig dafür verantwortlich sind, dass Menschen in Südamerika oder Asien knallhart ausbeutet werden. In El Salvador beispielsweise nähen nämlich Menschen für diesen Hersteller für ungefähr 135 Euro im Monat die Klamotten zusammen und leben dort unter der Armutsgrenze. Das passt für mich einfach nicht zusammen. Viel ändern kann ich daran im Moment auch nicht. Aber in Zukunft werde ich mir die Marken genauer anschauen, von denen ich Klamotten kaufe.
»Ärmster Präsident der Welt« von Timo   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 26.03.2015 gesendet.
Vor einigen Monaten ist der Präsident von Uruguay abgetreten. In den Medien ist er oft als „ärmster Präsident der Welt“ bezeichnet worden, weil er so einfach lebt. Er wohnt mit seiner Frau seit dreißig Jahren auf einem kleinen Bauernhof, fährt einen hellblauen VW Käfer und trägt meist eine Strickjacke. 90% seines Gehalts spendet er und behält nur das für sich, was er eben fürs Leben braucht. Sein Sommerhaus hat er für 100 syrische Waisenkinder zur Verfügung gestellt.
Für mich ist er das krasse Gegenbeispiel von vielen Politikern und Managern, wie ich sie aus westlichen Ländern kenne. Oft kommt es mir so vor, als würden die sich mehr um die Interessen von Großunternehmen und Banken sorgen, als um die Menschen. Und wer würde schon fast auf sein ganzes Gehalt verzichten und sein Haus Flüchtlingen zur Verfügung stellen? Und genau deswegen finde ich diesen Mann gar nicht arm, sondern reich. Reich an Menschlichkeit. Und als Mensch für mich ein echtes Vorbild.