»Veränderung« von Yannick   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 24.09.2018 gesendet.
Auf Fotos sehe ich es richtig krass. Ich verändere mich ständig. Beim Unterschied zwischen mir als Kind und heute ist das klar, aber auch seit meinem Schulabschluss habe ich mich verändert. Äußerlich, aber auch innerlich. Das sieht man auf den Fotos nicht. Aber ich habe andere Ideen und andere Dinge sind mir wichtig geworden.
Genauso wie ich mich verändert habe, hat sich auch meine Vorstellung von Gott geändert. Als Kind habe ich ihn mir wie einen alten, guten Mann vorgestellt. In meiner Fantasie hat er auf einer Wolke gesessen und alle von oben beobachtet.
Heute passt das nicht mehr. Mein Bild von Gott hat sich geändert, genau wie ich mich geändert habe.
Heute habe ich kein so festes Bild mehr von Gott. Es ist nicht mehr so eindeutig. Trotzdem bedeutet er mir noch genauso viel. Die Bibel und die ganzen Geschichte der Kirchen sind voll von Erzählungen von und über Gott. Es gibt da nicht ein klares Bild von ihm, sondern viele Erzählungen wie er ist. Die helfen mir, eine Ahnung zu bekommen, wie er sein könnte. Dass er ein Gott ist, der für die Menschen da ist.
Veränderungen gehören zum Leben dazu – auch die innerlichen. Ich bin gespannt, wie ich in 20 Jahren über Gott denke.
»Der Nächste« von Anna   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 23.09.2018 gesendet.
Es ist Sonntag und ich spaziere mit einem Kumpel am Fluss entlang. Die Sonne scheint und es ist wunderschön warm.
Doch dann sehen wir einen älteren Mann, der regungslos auf einer Treppe in der prallen Sonne liegt. Schweißperlen tropfen von seiner Stirn auf die Treppenstufen.
Wir versuchen den Mann anzusprechen. Erfolglos. Er reagiert nicht. Der Mann muss schon eine Weile dort liegen. Um ehrlich zu sein, passt mir das in dem Moment überhaupt nicht in den Kram. Aber wir verständigen den Rettungsdienst und warten…
Ich habe keine Lust, zu warten. Ich möchte mit meinem Kumpel ne schöne Zeit haben. Und dann sind da auch noch meine Vorurteile: Der Typ hat bestimmt zu viel gesoffen. Der ist selber schuld an seinem Zustand.
Aber sicher sein kann ich mir da nicht. Ich weiß es nicht. Und ist es nicht auch völlig egal, wie der Mann in diesen Zustand gekommen ist?
So wenig ich dazu Lust habe. ich kann nicht weitergehen und wegschauen. Denn vor mir liegt ein Mensch am Boden. Ich will einfach in einer Gesellschaft leben, in der keiner unter die Räder gerät - auch nicht jemand, der vielleicht Alki ist. Ich möchte, dass jedem geholfen wird.
»Heimat Glaube« von Anna   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 22.09.2018 gesendet.
Mein Freund ist mit der Ausbildung fertig und auf Jobsuche. Wir wissen gerade noch nicht, ob wir für seinen Job eventuell in eine ganz andere Stadt ziehen und uns dort alles neu aufbauen müssen.
Diese Ungewissheit macht mich nervös. Ich mag es, wenn mir eine Stadt und Leute vertraut sind. Und da will ich dann nicht wegziehen.
Obwohl ich schon weiß, dass ich mich überall einleben kann.
Ich habe es hier ja auch geschafft und mich nach meiner Ausbildung auf den Ort hier eingelassen. Ich habe die Besonderheiten und den Charme der Stadt entdeckt, die man nicht auf den ersten Blick sieht. Ich hab zum Beispiel erst mal tourimäßig ne Stadtführung mitgemacht und so die versteckten, besonderen Ecken der Stadt kennengelernt.
Dass ich so offen für Veränderungen bin, hat für mich aber auch etwas mit meinem Glauben zu tun.
Ich denke, ich bin ein Geschöpf Gottes in der Welt. Ich habe keinen bestimmten Ort, keine bestimmte Stadt, in die ich gehöre. Mein Glaube macht mich unabhängig von einem Ort. Denn ich fühle mich dort geborgen, wo ich meine Beziehung zu Gott leben kann. Wo ich andere Menschen treffe, die mich und meinen Glauben akzeptieren. Und Gott begleitet mich überallhin und ist bei mir. Das gibt mir Sicherheit.
»Gottes Schutz« von Anna   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 21.09.2018 gesendet.
Ich habe einige Freunde, die ich nur einmal im Jahr sehe. Wenn wir uns dann wiedersehen, ist es super intensiv: wir versacken stundenlang zusammen auf dem Sofa essen zusammen, trinken und lachen. Doch meistens bin ich gleichzeitig im Kopf schon wieder beim Abschied und denke daran, wie schwer mir der Abschied fallen wird.
Ich weiß nicht, was sich bis zu unserem nächsten Wiedersehen verändern wird. Werden wir es überhaupt im nächsten Jahr schaffen, uns zu treffen? Werden wir alle gesund sein?
Wenn ich mich verabschiede, hilft mir ein Segensspruch, den ich aus einem Kirchenlied kenne. „Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand. …“
Mit diesem Segensspruch überlasse ich das Wiedersehen nicht nur dem Schicksal, sondern ich lege es in Gottes Hände. Ich bitte darum, dass Gott meine Freunde begleitet. Auf sie Acht gibt. Sie beschützt, wenn etwas nicht gut geht… Und ich vertraue jedes Mal darauf, dass dieser Segen meine Freunde begleitet, bis zu unserem nächsten Wiedersehen.