»Im Herzen tragen« von Anna   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 20.02.2017 gesendet.
So ist der Beginn eines schnulzigen Liebesgedichtes: Ich trage dein Herz bei mir. Ich trage es in meinem Herzen.
Vor wenigen Jahren habe ich sowas noch als Kitsch bezeichnet. Und jetzt merke ich, wie wahr diese Worte für mich sind. Denn diese Worte passen, wenn ich von Menschen, die ich gern habe, getrennt bin. Wenn ich am Meer bin, kommt mir zum Beispiel immer meine Schwester in den Kopf. Wie gern ich diesen Moment mit ihr teilen würde. Und schon allein, weil ich in dem Moment an sie denke, ist sie auch ein bisschen mit dabei.
Wenn ich das Herz eines lieben Menschen in meinem trage, kann ich noch so viele Kilometer von dieser Person entfernt sein – aber ich bin ihr trotzdem immer wieder nahe. Manchmal erinnere ich mich im Alltag plötzlich an ein Bild oder ein Erlebnis mit dieser Person. Eben weil ich sie in meinem Herzen trage…
Diese Idee ist für mich wichtig, seit meine Familie und Freunde über ganz Deutschland verstreut wohnen. Es gibt trotz der Distanz ganz häufig Momente wo mich diese Menschen plötzlich begleiten. Weil ich sie in meinem Herzen trage. So schön, dass Liebe auch über weite Distanz funktioniert.
»Evangelisch und katholisch« von Jenni   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 19.02.2017 gesendet.
In diesem Jahr gibt es einen freien Tag mehr. Der 31. Oktober wird nämlich ein Feiertag sein. Der Reformationstag. Vor 500 Jahren hat es mit der evangelischen Kirche angefangen. Um das richtig feiern zu können, gibt es diesen Extra-Feiertag.
Evangelische Christen feiern den aber nicht allein. Katholische Christen feiern mit. Ich finde das gut. Erst wegen der Reformation gibt es die evangelische und die katholische Kirche. Und eigentlich finde ich es schade, dass es heute noch so ist. Es gibt jetzt halt große Unterschiede. Die evangelische Kirche hat zum Beispiel keinen Papst. In der katholischen Kirche gibt es keine Pfarrerinnen. Solche Unterschiede lassen sich nicht so leicht wegmachen.
Es gibt aber auch viel, das evangelische und katholische Christen verbindet. Beide glauben zum Beispiel an Gott. Das ist für mich das Wichtigste. Deswegen möchte ich mit katholischen Christen zu tun haben. Zum Beispiel zusammen Gottesdienste feiern. Oder einfach miteinander Zeit verbringen. Und darüber reden, was wir über Gott denken.
Auf das schauen, was mich mit anderen verbindet. Ich finde, damit liegt man immer richtig. Deswegen finde ich es gut, dass es dieses Jahr den Extra-Feiertag gibt.
»Von der Freiheit« von Jenni   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 18.02.2017 gesendet.
Ich will nicht, dass andere mir sagen, was ich zu tun habe. Ich will frei sein. Das machen, was ich möchte. Das ist nicht neu, schon klar. Vor 500 Jahren wollten die Menschen das auch. Für die war das aber nicht so einfach. Da war viel weniger möglich. Den Kaiser öffentlich zu kritisieren konnte schon das Todesurteil sein. Und sogar in der Kirche hatten die Menschen nicht viel zu sagen.
Dagegen wollte Martin Luther was machen. Der war damals Prediger und hat ein kleines Buch geschrieben. „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ heißt das. Da schreibt er zum Beispiel, dass Christen frei entscheiden können. Ich finde das klingt schon super.
Dann kommt aber noch ein wichtiger Satz. Er schreibt, dass Christen auch Diener sind. Das finde ich krass. Ich möchte keine Dienerin sein. Von niemandem. Luther hat das aber auch anders gemeint. Nicht, dass ich für andere putzen muss oder so. Sondern er meint, dass Christen sich um andere kümmern sollen. Aus Nächstenliebe. Dass sie eben auch an andere denken sollen. Nicht nur an sich selbst. Und dass man damit trotzdem noch frei ist.
Ich finde das stimmt. Ich bin glücklicher und freier, wenn es den anderen gut geht. Und manchmal kann ich sogar dabei helfen. Ich finde, das ist echte Freiheit.
»Apfelbaum« von Natalie   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 17.02.2017 gesendet.
Bei uns im Garten steht ein großer Apfelbaum. Den hab ich als Baby zur Taufe bekommen. Damals war zur Deko ein Spruch dran. Der geht so: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.“ Das hat Martin Luther mal gesagt. Und der hat wirklich viel scheiß erlebt. Viele haben ihn gehasst. Er hat nämlich vor 500 Jahren die Kirche reformiert. Wegen ihm gibt’s deswegen heute die evangelische Kirche.
Ich würde ja was anderes machen, würde morgen die Welt untergehen. Ich glaube, ich würde mich mit meinen Freunden treffen. Einfach noch mal ne geile Zeit haben. An einen Apfelbaum würde ich nicht denken. Rein logisch macht das auch gar keinen Sinn. Also etwas zu pflanzen, wenn die Welt untergeht.
Ich finde der Spruch hat aber trotzdem was. Ich glaube nämlich, dass Luther auf etwas hofft. Denn wenn er was pflanzt, wenn die Welt untergeht, dann hofft er. Auf etwas, das kommt. Auf eine Zukunft.
Das finde ich gut. Dass es weitergeht, auch wenn die Welt untergeht. Oder wenn ich sterbe. Auf so eine Zukunft hoffe ich auch. Ich hoffe und glaube an ein Leben nach dem Tod. Und das lässt mich entspannt leben. „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.“ Oder mich mit meinen Freunden treffen.