»Heimat Glaube« von Anna   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 22.09.2018 gesendet.
Mein Freund ist mit der Ausbildung fertig und auf Jobsuche. Wir wissen gerade noch nicht, ob wir für seinen Job eventuell in eine ganz andere Stadt ziehen und uns dort alles neu aufbauen müssen.
Diese Ungewissheit macht mich nervös. Ich mag es, wenn mir eine Stadt und Leute vertraut sind. Und da will ich dann nicht wegziehen.
Obwohl ich schon weiß, dass ich mich überall einleben kann.
Ich habe es hier ja auch geschafft und mich nach meiner Ausbildung auf den Ort hier eingelassen. Ich habe die Besonderheiten und den Charme der Stadt entdeckt, die man nicht auf den ersten Blick sieht. Ich hab zum Beispiel erst mal tourimäßig ne Stadtführung mitgemacht und so die versteckten, besonderen Ecken der Stadt kennengelernt.
Dass ich so offen für Veränderungen bin, hat für mich aber auch etwas mit meinem Glauben zu tun.
Ich denke, ich bin ein Geschöpf Gottes in der Welt. Ich habe keinen bestimmten Ort, keine bestimmte Stadt, in die ich gehöre. Mein Glaube macht mich unabhängig von einem Ort. Denn ich fühle mich dort geborgen, wo ich meine Beziehung zu Gott leben kann. Wo ich andere Menschen treffe, die mich und meinen Glauben akzeptieren. Und Gott begleitet mich überallhin und ist bei mir. Das gibt mir Sicherheit.
»Gottes Schutz« von Anna   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 21.09.2018 gesendet.
Ich habe einige Freunde, die ich nur einmal im Jahr sehe. Wenn wir uns dann wiedersehen, ist es super intensiv: wir versacken stundenlang zusammen auf dem Sofa essen zusammen, trinken und lachen. Doch meistens bin ich gleichzeitig im Kopf schon wieder beim Abschied und denke daran, wie schwer mir der Abschied fallen wird.
Ich weiß nicht, was sich bis zu unserem nächsten Wiedersehen verändern wird. Werden wir es überhaupt im nächsten Jahr schaffen, uns zu treffen? Werden wir alle gesund sein?
Wenn ich mich verabschiede, hilft mir ein Segensspruch, den ich aus einem Kirchenlied kenne. „Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand. …“
Mit diesem Segensspruch überlasse ich das Wiedersehen nicht nur dem Schicksal, sondern ich lege es in Gottes Hände. Ich bitte darum, dass Gott meine Freunde begleitet. Auf sie Acht gibt. Sie beschützt, wenn etwas nicht gut geht… Und ich vertraue jedes Mal darauf, dass dieser Segen meine Freunde begleitet, bis zu unserem nächsten Wiedersehen.
»Madeleine Delbrel« von Anna   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 20.09.2018 gesendet.
Ich bewundere Madeleine Delbrêl. Sie ist eine Französin gewesen, die ihren Glauben konsequent und ohne Kompromisse gelebt hat. Sie hat von 1904 bis 1964 gelebt.
Ihr Motto ist gewesen: Gott ist bei den Menschen zu finden. Deswegen ist sie in die Arbeiterstadt Ivry gegangen, um dort zu leben und den Menschen dort zu begegnen.
Sie hat dort als Sozialarbeiterin gearbeitet. Sie hat Jobs vermittelt, wenn jemand arbeitslos gewesen ist und hat bei der Wohnungssuche geholfen. Sie hat zugehört, wenn jemand sich den Kummer von der Seele reden musste.
Das Besondere an ihr: Sie hat das nicht von oben herab gemacht, sondern als eine von den Leuten dort. Denn sie hat mit ihnen gelebt und genau den gleichen Lebensalltag gehabt. Ohne Luxus und Komfort. Für sie ist genau in diesem Alltag Gott spürbar geworden – wenn das Schicksal von Menschen gesehen wird und gemeinsam daran gearbeitet wird.
Sie hat es geschafft, durch ihren Glauben den Alltag ein kleines bisschen gerechter zu machen. Mich begleitet ein Zitat von ihr in meinem Alltag:
„Die Nächstenliebe ist wie eine Brücke, die Gott und Mensch in einem einzigen Bogen verbindet. Dieser Bogen kann nicht aufgeteilt werden. Er ist eine Einheit, wie eine Hin- und Rückfahrkarte."
»Wir sind mehr« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 19.09.2018 gesendet.
Einige meiner Freunde und Bekannte haben ihr Profilbild bei facebook geändert. Auf ihren Bildern ist jetzt im Vordergrund ein Feld mit dem Hashtag #wirsindmehr.
Der Hasthtag #wirsindmehr ist ein Zeichen dafür, dass ich mich gegen Fremdenfeindlichkeit einsetzen möchte und mit anderen Menschen solidarisch bin. Mein Profilbild auch so zu verändern bedeutet für mich, dass ich mich damit für Mitmenschlichkeit ausspreche. Viele Leute machen das. Egal, welche Religion sie haben. Aber für mich gehört es als Christ dazu.
Weil ich an einen Gott glaube, der jedem Mensch den gleichen Wert gegeben hat. Und der jeden Menschen liebt und für ihn das Beste will. Für mich macht das die Würde des Menschen aus. Und das ist mir ja nicht nur wichtig, wenn ich bete, sondern ich will es auch leben. Dies heißt für mich, dass ich einen Standpunkt vertrete, der auch zu meinem Glauben passt.
Deshalb will ich ein Zeichen setzen und zeigen, dass ich gegen Rassismus bin. Ich zeige, wofür ich bin und hoffe – wir sind mehr.