»Familie ohne Grenzen« von Anna   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 24.09.2017 gesendet.
Die besten Freunde meiner Eltern haben keine Kinder. Sie haben sich das immer gewünscht, aber es hat einfach nie geklappt. Ich glaube, es ist nicht leicht für sie gewesen, dass meine Eltern dagegen relativ viele Kinder bekommen haben. Wir sind zu fünft.
Aber meine Eltern und ihre Freunde haben einen guten Weg gefunden, damit umzugehen. Sie sind Paten von uns Kindern geworden und eigentlich auch ein Teil der Familie. Wir sind gemeinsam in den Urlaub gefahren, haben Geburtstage und Silvester zusammen gefeiert.
Als Kind habe ich die beiden ganz selbstverständlich mit „Onkel“ und „Tante“ angeredet. Ich habe die Freunde als Familie wahrgenommen.
Mir ist es wichtig, Familie ohne Grenzen zu denken. Ich erlebe es gerade bei mir selber: Gute Freunde von mir bekommen ein Baby und ihre Familien wohnen nicht in der gleichen Stadt. Für mich ist völlig klar, dass ich zu ihrer Familie gehöre, wenn sie mich brauchen. Um Familie-Sein zu erleben, brauche ich keine Blutsverwandtschaft. Ich möchte mithelfen, wenn Not am Mann ist. Ich will da sein, wenn es drunter und drüber geht. Vor seinen Familienmitgliedern muss man nichts verstecken: Keine Sorgen, keine Ängste und auch nicht das, was chaotisch läuft. Es geht darum, füreinander da zu sein.
»Woran glaubst Du?« von Anna   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 23.09.2017 gesendet.
Letztens habe ich im Radio eine Sendung gehört, da haben unbekannte Leute erzählt, woran sie glauben. Einer glaubt an Liebe, ein anderer glaubt an Schicksal und jemand glaubt an Gott… die Antworten sind ganz unterschiedlich gewesen.
Was mich erstaunt hat: Niemand hat gesagt, er glaubt an nichts. Scheinbar glaubt jeder Mensch an etwas. Das muss kein Gott oder etwas Übernatürliches sein. Aber der Glaube an etwas scheint in jedem Menschen drin zu sein. In manchen Bereichen braucht der Mensch keine Beweise, sondern er glaubt einfach.
Ein Beispiel: Ich bin der festen Überzeugung, dass sich auch die Liebe nicht beweisen lässt. Ich kann darauf hoffen, dass mein Partner mich genauso liebt, wie ich ihn. Aber einen Beweis oder eine Garantie dafür bekomme ich nicht. Trotzdem glauben viele Menschen an die Liebe. Aus ihren Erfahrungen heraus.
Ich finde diese Erkenntnis schön. Jeder Mensch möchte an etwas glauben – und das muss nicht immer rational oder beweisbar sein. Es ist eher eine Frage, worauf ich vertrauen will im Leben.
»Flughafen« von Patricia   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 22.09.2017 gesendet.
Wenn ich am Flughafen warten muss, gehe ich meistens in den Duty-Free-Bereich. Ich kaufe nichts, sondern gucke nur und vertreibe mir die Zeit. Eine Freundin von mir hat mir jetzt erzählt, dass sie stattdessen in den Gebetsraum geht. Weil es da so ruhig ist. Das ist eine gute Idee: Drumherum ist es laut und die Leute rennen entweder schnell durch die Gänge, um ihren Flug noch zu erwischen. Oder sie warten ungeduldig darauf, dass es endlich weitergeht. Alles ist super hektisch. Und im Gebetsraum ist das alles für einen Moment egal. Dort kann ich einfach durchatmen. Ich fühle mich nicht mehr so verloren unter den vielen Menschen. Ich kann erstmal eine kleine Pause vom Stress auf dem Flughafen einlegen.
Ich muss im Gebetsraum nicht mal beten. Aber wenn ich will, kann ich das natürlich tun. Und wenn ich bete, dann kann ich Gott davon erzählen, dass ich wegen des Fluges nervös bin oder wie sehr ich mich auf den Urlaub freue. Das alles kann ich vor Gott bringen und darum bitten, dass er auf mich aufpasst. Und nach dieser kleinen Pause gehe ich dann ganz entspannt wieder zurück zum Flughafentrubel und mache mich auf den Weg.
»Prüfungen« von Anna R.   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 21.09.2017 gesendet.
Im Moment habe ich viele Prüfungen. Deshalb stehe ich ziemlich unter Druck. Ich bin aber nicht nur gestresst, weil ich noch so viel lernen muss – ich hab auch ein bisschen Angst.
Ich mach mir Gedanken, was passiert, wenn ich es nicht schaffe. Wenn ich durch eine Prüfung falle oder nicht die Note erreiche, die ich mir erhoffe.
Mit diesen Gedanken mache ich mir ganz schön Druck.
Manchmal ist es, als ob von diesen Prüfungen auch abhängt, ob mein Leben gut wird. Ob ich einen Job bekomme zum Beispiel.
Ich glaube aber nicht, dass ein gelingendes Leben von Noten abhängt.
Oder dass meine Noten für Gott eine Rolle spielen. Ob ich mit einer 1 oder mit einer 4 aus meiner Prüfung komme, ist ihm wahrscheinlich ziemlich egal. An meiner Mathenote kann man nicht ablesen, ob ich ein guter Mensch bin.
Ich bin froh, dass ein gelingendes Leben nicht von schulischen Leistungen abhängt, sondern dass es um mehr geht.
Das hilft mir sogar, entspannter in meine Prüfungen zu gehen. Die sind nämlich kein Messinstrument für mein Leben, sondern wirklich einfach nur Prüfungen.