Hans-Christian
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Sonntag, 25. September 2022
Ich bin auf einem Zeltlager. Die Kids toben über den Platz und machen Faxen.
Weit und breit nur ein paar Hügel und ein See in der Nähe. Ein perfekter Ort, um alles um sich herum zu vergessen und einfach nur den Moment zu genießen.
Und dann bekomme ich eine Nachricht auf mein Handy von einem Freund auf der Arbeit.
Von ihm ist ein naher Verwandter gestorben. Ich weiß im ersten Moment nicht, was ich darauf antworten soll. Passt grad gar nicht zu meiner Stimmung auf dem Platz – und dann ist da auch noch, dass ich kaum Empfang habe. Ne ziemlich blöde Situation.
Nach dem Zeltlager werde ich mich auf jeden Fall bei ihm melden. Aber jetzt ist das einfach nicht drin, weil ich woanders bin und Verantwortung habe.
Deswegen hat es eine Woche Funkstille gegeben.
Ich hab ihn nach dem Lager wirklich besucht und hab den Abend bei ihm verbracht. Wir konnten uns dann gegenseitig trösten. Er mich, weil er mir das nicht krummgenommen hat, dass ich mich nicht gemeldet habe und ich ihn, weil ich ihm endlich zuhören und wirklich da sein konnte.
Manchmal geht es eben nicht, dass ich für meine Freunde sofort da sein kann, wenn sie mich brauchen. Aber dann ist es umso wichtiger, dass ich das schnellstmöglich nachhole. Weil sie mir wichtig sind.
Hans-Christian
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Samstag, 24. September 2022
Ich bin bei guten Freunden zur Hochzeit eingeladen. Ich freue mich schon riesig drauf und bin noch auf der Suche nach einem guten Geschenk. Einfach, weil ich ihnen zeigen will, dass ich sie mag, ich mich mit ihnen Freue, sie mir einfach wichtig sind.
Ich mein, wir sind gut befreundet und auch das ist schon ein richtig gutes Geschenk. Aber das zu zeigen, dazu braucht es den Alltag, Situationen, die nicht so einfach zu meistern sind. Daran wird sichtbar, dass wir füreinander da sind und dass wir uns aufeinader verlassen können.
Das kann ich nicht einfach in Geschenkpapier wickeln oder in nem Umschlag überreichen.
Vielleicht ist das eben so bei guten Geschenken, dass ich sie nicht wirklich verpacken kann. Ich verstehe mein Leben genau so. Eben, als Geschenk, das ich es selber auspacken und gestalten kann. Für mich ist es ein Geschenk von Gott. Das macht mich meeega dankbar und auch das lässt sich nur schwer weitergeben – außer eben, wenn ich es lebe und damit verantwortungsvoll umgehe. Ich möchte darauf achten und davon etwas weitergeben, es mit anderen teilen, so wie mit meinen Freunden auch.
Hans-Christian
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Donnerstag, 22. September 2022
Ich hab keine Angst. Na gut, ich muss schon ehrlich gestehen, ich bin schon etwas ängstlich, wenn ich unterwegs bin und mir jemand mit einem Hund entgegen kommt. Und der muss dann auch nicht groß sein. Ich weiß dann nicht genau, wie der Hund auf mich reagiert und dann hab ich es lieber, wenn wir Abstand zueinander halten. Ich hab da irgendwie Angst. Aber logisch ist das ganz und gar nicht. Was soll schon passieren, wenn ich auf der Straße einem kleinen Hund begegne? Eigentlich nichts.
Das hab ich jetzt auch für mich auch begriffen.
Eine Freundin von mir hat nämlich einen kleinen Hund. Ich bin zu Besuch gewesen und natürlich ist auch der Hund mit am Start. Erst hatte ich echt Angst, doch dann ging es und wir waren sogar mit ihm draußen. Er ist an der Leine gewesen und ich hab sie dann auch mal nehmen können. Eigentlich gar nicht so schlimm, wie ich gedacht habe. Der Hund hat gehört, wenn ich was gesagt habe und ist echt umgänglich. Diese Erfahrung zeigt mir, dass es sich lohnt, nicht in der Angst stecken zu bleiben, sondern dran zu arbeiten und auch mal was zu wagen.
Und dass ja eigentlich nichts passieren kann. Und wenn ich das immer wieder einübe, kann ich dann irgendwann einfach sagen, wenn ich einem Hund begegne: Kurz durchatmen und an dem Hund vorbei.
Hans-Christian
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Dienstag, 20. September 2022
Ich liebe es, Feste zu organisieren. Ich will beispielsweise meinen nächsten Geburtstag groß feiern. Alle Leute, die mir wichtig sind, sollen dabei sein. Verschiedene Freundeskreise, Leute von meiner Arbeit und auch Bekannte sind hoffentlich da mit am Start.
Ich mache das, weil diese Leute mir wichtig sind, weil sie zu mir und meinem Leben gehören. Das will ich ihnen zeigen und einen tollen Abend auf einer Hütte mit ihnen verbringen. Und ihnen damit irgendwie auch danke sagen, dass sie Teil von meinem Leben sind.
Gemeinsam mit ihnen möchte ich an dem Abend das Leben feiern. Dazu gehören nicht nur Momente an denen alles perfekt scheint, sondern auch Tage an denen alles nur blöd ist. An denen die Motivation fehlt und an denen man es mir ansieht, dass irgendwas nicht stimmt.
Gerade an diesen Tagen zeigen mir Menschen, dass ich ihnen wichtig bin und sie erkundigen sich, sind für mich da. Das tut mir in diesen Momenten einfach sehr gut. Diese Menschen sind für mich dann wie ein Geschenk und deshalb möchte ich ihnen auch etwas zurückschenken. Nur materielle Geschenke machen das irgendwie nicht wett. Aber ich hoffe, dass dieses Fest ein kleines Dankeschön an diese Menschen ist. Deshalb will ich damit das Leben feiern.
Hans-Christian
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Sonntag, 11. September 2022
In meinem Freundeskreis sind wir ziemlich spontan. Ein paar WhatsApp-Nachrichten hin und her und schon ist das kommende Wochenende geplant. Wir sind gerne und viel gemeinsam miteinander unterwegs. Und manchmal planen wir auch etwas langfristiger: Silvester wollen wir was zusammen machen. Eine Hütte soll es sein und wir sind schon alle meeega on fire.
Wir können dann nicht so spontan wie sonst sein, denn Hütten sind ja auch irgendwann mal ausgebucht.
Und so ist das halt: Manches braucht einfach mehr Planung und Vorbereitung im Leben. Und manchmal passiert es dann auch, dass wir nichts von dem, was wir uns vorgenommen haben, umsetzen.
Vielleicht werden deshalb manche Pläne auch immer solche bleiben. Unvollendet und nicht zu Ende gelebt. Planen ist das Eine, die Sache dann wirklich machen und durchziehen das Andere. Und auch der beste Plan kann schiefgehen. Wenn beispielsweise die Hütte auf dem Berg nicht zu erreichen ist, weil im Winter alles zugeschneit ist oder wenn jemand kurz vor der Fahrt krank wird. All das bleibt offen bis zum Schluss – bis wir gemeinsam losfahren.
Wichtig ist für mich dabei einfach, das Planen selbst und die Vorfreude darauf, dass wir gemeinsam was starten. Dass wir trotz allem, was sein könnte, das Leben wagen.
Hans-Christian
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Samstag, 10. September 2022
Als ich noch zur Schule gegangen bin, hab ich mich für jedes neue Schuljahr besonders vorbereitet: Ich habe meine Stifte gespitzt, hab mir vorgenommen, meine Aufgaben ordentlich und strukturiert zu erledigen.
Und wenn ich heute alte Hefte und Ordner durchblättere, dann sind die ersten Seiten tatsächlich mit Datum versehen und die Aufschriebe echt strukturiert. Doch mit jeder Woche nimmt es ab. Ich kann sehen, wie der Alltag eingekehrt ist. Ich dann doch wieder nur das Nötigste aufgeschrieben hab.
Heute arbeite ich als Lehrer und denke mir: Vielleicht kommt es auch einfach nicht darauf an, dass die Stifte immer angespitzt sind, dass ich alles gleich erledigt zu hab und dass alles immer ordentlich ist.
Vielleicht kommt es in der Schule eben darauf an mit anderen Leuten zusammen zu sein, etwas zu erleben und was zu lernen. Und das wäre doch mal vielleicht ein guter Vorsatz für das neue Schuljahr. Wenn ich mir als Schüler vornehme mehr mit den anderen zu machen und dann vielleicht auch mit ihnen zu lernen, wenn Prüfungen anstehen.
Dann sehe ich als Lehrer vielleicht wieder Schulhefte, die schlampiger werden, aber erlebe dann vielleicht auch, dass es mehr Zusammenhalt gibt.
Hans-Christian
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Samstag, 27. August 2022
Am Wochenende gern unterwegs mit Freunden, mache Ausflüge, bin draußen zum Grillen oder auch mal in ner Bar oder nem Club. Ich bin viel unterwegs, weil ich manchmal das Gefühl habe, dass ich sonst etwas verpasse.
Es gibt bei mir aber auch Wochenenden, an denen will ich einfach nur alleine sein. Ich brauche etwas Zeit für mich. Zeit, um für mich zu chillen, nachzudenken, meine Gedanken und Sachen zu ordnen. „Me time“ steht deshalb in meinem im Kalender und das ist auch gut so. Ich mach das ehrlich gesagt ziemlich unregelmäßig. Eigentlich merke ich selbst schon ein paar Tage vorher, dass es wieder Zeit für ne Pause wäre. Ich nehme es mir vor, schreib es in den Kalender und dann weiß ich für den markierten Tag: Heute bin ich einfach für mich. Manchmal gar nicht leicht auszuhalten, aber wichtig, um nachzukommen gedanklich und auch gefühlstechnisch. In meinem Job bin ich manchmal tagelang unterwegs, Leute erwarten, dass ich Antworten auf die verschiedensten Fragen habe – gleichzeitig will ich aber auch Dinge mit meinen Freunden erleben und bin wieder unterwegs. Genau nach solchen Wochen brauche ich das einfach. Weil ich mich sonst selbst verpasse. Deshalb steht da „Me time“ im Kalender.
Hans-Christian
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Mittwoch, 24. August 2022
Iich muss mir gerade ein Fail eingestehen. Ich hab das Ziel gehabt einen Marathon in einer bestimmten Zeit zu laufen und ich schaffe es einfach nicht.
Klar muss ich dafür trainieren, laufen gehen und aktiv sein. Doch manchmal schaffe ich es einfach nicht meinen inneren Schweinehund zu überwinden.
Hab ich mir zu viel vorgenommen? Bin ich einfach nur zu undiszipliniert oder einfach nur faul? Nee, ich mach ja viel, aber zum Laufen komme ich dann eben nicht, wenn ich mich mit Freunden treffe, telefoniere oder nach einem langen Tag auf der Arbeit einfach mal Pause brauche und mir diese auch gönne.
Dass ich dabei das Ziel aus meinen Augen verliere, löst bei mir ein blödes Gefühl aus, nämlich versagt zu haben. Das zieht mich ganz schön runter.
Aber das bringt mich nicht weiter. Also schau ich, worum es mir dabei geht, diesen Marathon zu schaffen. Es geht mir darum dabei zu sein, mit vielen anderen zu laufen und eine Stadt läuferisch zu erkunden. Die Zeit ist mir ziemlich egal, denn ich bin dabei und das ist das was zählt. Wenn ich so denke, geht es schon besser. Ich merke, dass ich motivierter bin und auch wieder öfter laufe mit weniger Druck von innen. Um Frust zu vermeiden, muss ich einfach mal mein Ziel hinterfragen. Dann vielleicht das Ziel neu setzen und wieder anfangen.
Hans-Christian
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Montag, 22. August 2022
Schnell noch einen Filter drüber und das neue Foto kann bei Insta raus. Ich überlege da nicht lange. Ich finde mit Weichzeichner oder einem anderen Filter sieht es einfach besser bei Instagram aus.
Die Welt ganz echt - nur eben ein bisschen hübscher.
Andererseits denke ich: Das ist nicht echt, weil ich ja eigentlich so nicht aussehe. Ich hab mal nen Pickel oder müde Augen nach ner langen Nacht oder hab mich nicht mal rasiert. Ich bin nicht perfekt. Und unperfekt ist natürlich! Und das macht mich doch auch aus. Dass ich nicht immer perfekt aussehe. Das muss ich auch gar nicht. Ich mein: Meine Freunde beispielsweise und Leute, die mich wirklich gern haben, mögen mich, weil ich bin wie ich bin. Nicht weil ich irgendwie aussehe.
Deshalb muss ich mich eigentlich auch gar nicht immer von der besten Seite präsentieren und Bilder mit Filtern bearbeiten bevor sie online gehen. Das muss ich mir einfach immer wieder bewusst machen.
Außerdem bin ich davon überzeugt, Menschen sind von sich aus schön, weil jeder Mensch einzigartig ist. Natürlich schön.
Hans-Christian
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Freitag, 01. Juli 2022
Ich bin mit nem Kumpel einen Halbmarathon in unter zwei Stunden gelaufen. Das hat mich richtig überrascht. Ich bin an dem Tag einfach gut drauf gewesen. Mega gepusht von der Stimmung und es hat sicherlich auch an meinem Kumpel gelegen, der mich nach vorne gebracht hat. Er hat sich mit mir angemeldet, nur um dabei zu sein. Er hätte viel weiter vorne mitlaufen können und hat sich aber dafür entschieden, mit mir am Start zu sein. Das finde ich richtig klasse. Nicht nur einen Kumpel zu haben, sondern auch einen Pacemaker, der mich motiviert. So nennt man jemanden im Laufsport, der antreibt, ein Tempomacher eben.
Aber nicht nur beim Halbmarathon sondern auch sonst gibt es Pacemaker in meinem Leben:
Da sind es nicht nur meine Freunde und meine Familie, die mich motivieren, sondern eben auch mein Glaube. Im Leben brauche ich sowas wie einen Pacemaker, der mich voran bringt: Einer der sich meinem Tempo anpasst, mit dabei ist wenn es läuft und ich gerade gefühlt alle überholen könnte.
Aber auch dann, wenn ich Wasser brauche oder einfach etwas Ruhe. Und für mich ist Gott so ein Pacemaker.