Lena
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Samstag, 06. August 2022
Dieses Jahr hatte ich im Urlaub ein richtig schlechtes Gewissen. Gerade ist in der Welt ganz schön viel los. So viele Krisen und irgendwie scheint es keine Lösung zu geben. Das macht mich betroffen und lässt mich fast verzweifeln. Da hat es sich für mich schon verrückt angefühlt, in den Urlaub zu fahren. Während andere Menschen leiden, lasse ich es mir gut gehen. Das hat mich sehr beschäftigt.
Und trotzdem merke ich, wie ich solche Pausen brauche. Ich brauche auch mal Momente, in denen ich kurz abschalten kann und alles um mich herum vergesse.
Für sich selbst zu sorgen und sich Auszeiten zu nehmen, wenn einem alles zu viel wird – dazu fordert schon die Bibel auf. In den zehn Geboten steht, dass die Menschen am siebten Tag ruhen sollen. Dieser Tag soll Gott gewidmet werden. Man soll nicht arbeiten, sondern singen, feiern und beten.
So eine Auszeit vom Alltag finde ich im Urlaub. Für mich heißt das auch, Zeit mit Gott zu verbringen. Wenn ich zum Beispiel Gottes schöne Schöpfung bewundere. Oder wenn ich in einem ruhigen Moment bete. So schöpfe ich Kraft für den Alltag.
Lena
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Donnerstag, 04. August 2022
Dein neues Ritual. Das hab ich neulich auf einem Werbeplakat gelesen. Mich hat das ein bisschen gewundert. Ich verbinde Rituale vor allem mit Religion. So ein religiöses Ritual ist zum Beispiel das Vaterunser, das in jedem Gottesdienst gesprochen wird.
Aber dass die Werbung das Wort Ritual aufgreift, zeigt mir, dass sich offensichtlich viele Menschen nach Ritualen sehnen. Ich glaube, das liegt daran, dass Rituale Sicherheit geben. Sie gliedern unser Leben. Und da merke ich, es gibt doch auch viele Rituale in meinem Leben, die nichts mit Religion zu tun haben. Der morgendliche Kaffee, das gemeinsame Abendbrot in der Familie oder der Filmabend um 20.15 Uhr. Rituale haben ihren Platz in meinem Alltag.
Sie tragen auch dazu bei, dass die Menschen zu einer Gemeinschaft werden. Zum Beispiel wenn die ganze Gemeinde das Vaterunser spricht. Dann sprechen all die unterschiedlichen Menschen wie aus einem Munde. Dann fühle ich mich sogar denen nahe, die ich gar nicht kenne. Aber dann fühle ich mich auch Gott nahe.
Mir tut das gut. Deshalb suche ich mir immer wieder meine Rituale. Und manche Rituale helfen mir, auch in meinem Alltag Momente mit Gott zu haben.
Lena
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Montag, 01. August 2022
Ich mache gerade ein Praktikum. Dort kenne ich absolut niemanden. Auch die Abläufe und Räumlichkeiten sind mir unbekannt. Das ist wirklich herausfordernd für mich. Ich muss mich im neuen Gebäude zurechtfinden und herausfinden, mit welcher Kollegin ich zusammen Mittagspause machen kann. Alles ist neu und anders.
Vielleicht ging es den Freunden von Jesus auch so. Sie mussten sich auch neu orientieren, nachdem er nicht mehr da war. Wer folgt Jesus nach? Was bedeutet es für uns, wenn er nicht mehr da ist? Aber die Freunde Jesu haben weitergemacht und wie Jesus von Gott und seiner Liebe erzählt. Daraus ist schlussendlich das Christentum entstanden.
Jesus wusste wohl, dass es für die Menschen erst mal schwer wird, wenn er nicht mehr da ist. Deshalb hat er ihnen eine Unterstützung dagelassen: den Heiligen Geist. So wird das in der Bibel erzählt. Der Heilige Geist wird beschrieben als eine Kraft, die etwas von der Liebe und dem Mut Jesu weiterträgt. Ich denke, das hat den Freunden Jesu gezeigt, dass nicht alles neu und unbekannt war.
Und ich glaube, auch ich trage den Heiligen Geist in mir. Er stärkt und ermutigt mich, bei allem, das neu und anders ist.