Maximilian
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Samstag, 21. Mai 2022
Mich hat es vor kurzem erwischt. Ich hab Corona bekommen. Dabei hab ich mich zwei Jahre lang so zurückgenommen und hab echt aufgepasst. Und trotzdem hab ich’s bekommen. Der posi-tive Schnelltest hat mich deshalb irgendwie enttäuscht. Ich hatte das Gefühl, dass es umsonst war, dass ich mich die ganze Zeit so eingeschränkt hab.
In den zwei Wochen zuhause war ich erstmal damit beschäf-tigt, wieder gesund zu werden. Und ich hatte auch echt viel Zeit mit mir selbst. Ich konnte neben den ganzen Netflix-Serien, die ich geschaut hab, auch viel Nachdenken. Vor al-lem über die Corona-Zeit und wie es mir dabei so ging. Und ehrlich gesagt ging es mir ganz gut. Klar, ich war oft al-lein daheim und mir wurde langweilig. Und die Parties mit meinen Freunden hab ich auch vermisst. Aber dafür hab ich auch neue Dinge entdeckt. Zum Beispiel koche ich mittlerwei-le richtig gern.
Und ich hab noch etwas anderes gemerkt:
Ich hab mich in den letzten zwei Jahren nicht für mich selbst eingeschränkt. Ich hab das für die vielen Menschen gemacht, denen es mit einer Infektion richtig schlecht gehen würde. Und ich weiß jetzt, dass Corona echt kein Spaß ist, denn mir ging’s richtig dreckig. Und für diese Menschen, de-nen es noch schlechter gehen würde, hab ich das gern ge-macht.
Maximilian
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Donnerstag, 19. Mai 2022
Ich bin zur Zeit voll überfordert. Ich bin im Sommer mit meiner Ausbildung fertig und muss mich gerade auf die Prüfungen vorbereiten. Und gleichzeitig auf eine neue Stelle bewerben. Und arbeiten muss ich natürlich auch noch.
Ich hab mich gefragt, ob das eine Phase ist oder ob es an mir liegt. Vielleicht bin ich einfach nicht so belastbar wie andere. Mir tut das irgendwie leid. Ich glaube, dass ich dadurch auch ein paar Menschen enttäusche. Meine Freunde und meine Familie zum Beispiel, weil ich für sie gerade nicht so viel Zeit hab. Oder auch meine Kolleginnen und Kollegen. Es stapelt sich Arbeit, die erledigt werden muss und ich komm einfach nicht dazu. Arrrgh - das ärgert mich selbst wahrscheinlich am meisten.
Damit das in nächster Zeit besser wird, hab ich mir überlegt, einen genauen Plan zu erstellen. Da trag ich sowieso schon alle Dinge ein, die ich erledigen muss. Aber jetzt möchte ich sie auch priorisieren und mir Fristen eintragen. So krieg ich alles hoffentlich ein bisschen besser organisiert.
In den Plan trag ich dann auch Zeiten ein, in denen ich etwas zur Ruhe kommen kann. Dann habe ich bestimmt auch wieder Platz für ein Gebet. Und auch für meine Freunde und Familie! Denn das ist etwas, was mir in solchen Situationen Kraft gegeben hat. Zu wissen, dass ich nicht allein bin und auf die Unterstützung von anderen bauen kann.
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Dienstag, 17. Mai 2022
Ich bin schon seit ich klein bin Pfadfinder. Vor ein paar Jahren hatten wir eine coole Aktion. Da haben wir auf die Hauswand unserer Jugendräume einen Spruch geschrieben. Seit-dem steht da: „Versucht, die Welt ein bisschen besser zu-rückzulassen, als ihr sie vorgefunden habt.“
Pfadfinder gibt es seit über 100 Jahren und der Spruch kommt vom Gründer der Pfadfinderbewegung, Robert Baden-Powell. Kurz vor seinem Tod 1941 hat er das in seinem Abschiedsbrief an die Pfadfinder geschrieben. Ich finde, dass der Spruch auch heute noch echt gut passt. Ich hab mir diesen Satz so ein bisschen als Lebens-Motto gesetzt. Da steckt für mich nämlich echt viel drin. Zum Beispiel kann damit gemeint sein, dass ich weniger Müll mache und auf unnötige Ver-schmutzungen achte. Für mich sind es aber auch Themen wie Frieden und Zusammenhalt unter uns Menschen. Und dass wir sorgsam mit unserem Planeten umgehen sollen und uns das je-den Tag bewusst machen sollen.
„Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als ihr sie vorgefunden habt.“ Ich finde auch das erste Wort so stark. Ich soll es versuchen. Das nimmt den Druck raus. Es muss nicht immer alles direkt beim ersten Anlauf klappen. Aber wenn ich etwas ausprobiere, dann gebe ich dem Ganzen zumindest eine Chance, dass es besser wird.
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Montag, 16. Mai 2022
Ich bin zur Zeit voll am Ausmisten. Und jetzt stapeln sich mittlerweile zuhause Kartons und Säcke mit Dingen, die ich nicht mehr brauche. Ich hab viele Klamotten aussortiert, die mir nicht mehr gefallen. Und auch sowas wie meinen Sand-wichtoaster, den ich wirklich nur einmal im Jahr benutzt hab.
Ich hab gemerkt, dass ich echt viele Sachen hab. Und vieles benutz ich nur selten. Und weil ich Platz für das Wesentli-che schaffen will, habe ich jetzt entschieden, minimalisti-scher zu leben. Ich hab mir vorgenommen, dass ich Dinge, die mir gefallen, nicht direkt kaufe. Bei neuer Kleidung will ich dann mindestens drei Outfits zusammenstellen können. Und wenn ich das Stück gut mit allen Outfits kombinieren kann, dann kauf ich’s. Und bei allem anderen nehm ich mir mindes-tens eine Woche Bedenkzeit. Dann kann ich überlegen, ob ich die Dinge auch wirklich brauche. Außerdem will ich versu-chen, auch mal öfter etwas zu leihen. Die Bohrmaschine hab ich schon ein paar Mal bei den Nachbarn ausgeliehen.
Die ganzen aussortierten Sachen möchte ich übrigens spenden. Denn ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die sich darüber freuen werden. Und mich freut es, dass die Dinge nicht weg-geworfen werden. Dafür sind sie mir nämlich viel zu schade.
Maximilian
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Sonntag, 24. April 2022
Geht’s nur mir so, dass ich überall Müll sehe oder übertreibe ich da ein bisschen? Wenn ich durch die Stadt laufe, sehe ich immer wieder Masken rumliegen. Oder Zigarettenstummel, die überall verteilt sind. Und dann wären da noch Pizzaschachteln und lätschige Pommes und das alles oft auch neben nem Mülleimer.
Das ärgert mich so. Denn es ist echt nicht schwer zu nem Mülleimer zu laufen. Ich möchte einfach selbst nicht dauernd nur im Müll herumlaufen. Und erst recht nicht wenn’s dann auch noch stinkt.
Weil mir das wichtig ist, heb ich sogar manchmal noch den Müll von anderen Leuten auf und schmeiß ihn dann weg.
Letztens sind ein paar Schüler an mir vorbeigelaufen. Ich hab dann gesehen, dass sie eine Verpackung fallen gelassen haben. Ich hab dann einfach laut gesagt: „Hey, ihr habt da was verloren.“ Die Schüler haben ihren Müll dann tatsächlich mitgenommen und weggeschmissen. Das hat mich echt gefreut. Vor allem weil ich mich auch ein bisschen überwinden musste, da was zu sagen. Warum? Weil es Mut braucht sowas anzusprechen.
Ich finde einfach, unser Planet verdient es, dass ich auf ihn aufpasse. Und dass ich ihn nicht mit Müll trete, ist das mindeste, dass ich für ihn tun kann.
Maximilian
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Donnerstag, 21. April 2022
Ich muss euch mal einen Chatverlauf von mir vorlesen. Die erste Nachricht heißt: „Ich wünsch dir alles Gute zum Geburtstag! Und hoffentlich sehen wir uns bald wieder“ und die nächste Nachricht von mir, ein paar Monate später: „Hey, dir heute auch alles Gute. Wir müssen uns echt mal wieder treffen!“
Mir ist das so peinlich, wenn ein Chat nur aus diesen Nachrichten besteht. Denn meine Freunde sind mir nämlich echt wichtig. Ich interessiere mich dafür, was sie so machen und wie es ihnen geht. Aber voll oft vergesse ich auch, auf Nachrichten zu antworten. Und dabei will ich das selbst auch nicht. Ich hab nämlich Freunde, die mir auch nicht antworten. Das find ich so schade.
Letztens hab ich dann dazu einen Spruch gelesen, die „Goldene Regel“. Habt ihr vielleicht auch schon mal gehört: „Behandle andere Menschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest.“ Der Spruch nennt sich „Goldene Regel“, weil er einfach so krass auf den Punkt bringt, wie ich mit andere umgehen sollte.
Ich bin mir sicher, wenn ich mir das immer wieder mal sage, dann kann das mit dem Kontakthalten auch klappen. Denn ich möchte ja auch, dass sich meine Freunde für mich interessieren. Aber das kann ich eben nur erwarten, wenn ich das auch selbst lebe.
Maximilian
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Dienstag, 19. April 2022
Ich glaub ich hab endlich einen grünen Daumen bekommen. Eine Freundin hat mir letztes Jahr nämlich ein paar Ableger geschenkt. Und ich hab mich so bemüht, dass sie so richtig schön wachsen. Denn meine Pflanzen sind bis jetzt entweder immer vertrocknet oder ich hab sie ertränkt.
Es hat mich jetzt echt viel Zeit und auch einige Nerven gekostet, aber mittlerweile sind aus den kleinen Ablegern große Pflanzen geworden. Das ist echt so ein kleines Hobby für mich geworden.
Bei einer Pflanze hab ich vor ein paar Tagen aber gemerkt, dass sich ganz kleine Larven in der Erde angesiedelt haben. Und diese Larven haben jetzt die Wurzeln meiner Pflanze angegriffen. Da hab ich direkt Panik geschoben. Ich wusste wirklich nicht, was ich machen soll. Ich hab dann einfach wieder Ableger von ihr gemacht, bevor sie mir ganz kaputt geht. Und den Rest samt Larven entsorgt.
Auch wenn ich damit eigentlich nochmal von vorne anfangen muss. Früher hätte ich die Pflanze einfach komplett weggeschmissen. Ich hab aber mittlerweile gemerkt, dass ich nicht so schnell aufgeben darf. Manchmal braucht es eben ein paar Anläufe, damit sich wieder was entwickeln kann. Für mich ist es immer wieder schön zu sehen, dass aus etwas ganz Kleinem wieder etwas Großes werden kann.
Maximilian
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Montag, 21. März 2022
Für die Fastenzeit habe ich mir vorgenommen, etwas bewusster zu leben. Ich hab mich dafür entschieden, mehr auf meine Ernährung zu achten. Und: Ich will mehr Sport machen. Deshalb lauf ich jetzt zwei Mal in der Woche eine große Runde.
Am Anfang war das echt hart. Ich hab die ganze Zeit gedacht: „Ich schaff das nicht“. Mittlerweile kann ich meine Runde aber komplett durchjoggen. Klar, anstrengend ist es immer noch, aber ich merke, wie gut mir das tut. Da krieg ich meinen Kopf einfach frei.
Für mich passt meine Challenge echt perfekt in die Fastenzeit. Fasten heißt für die meisten Menschen, dass sie ganz bewusst auf etwas verzichten, dass sie echt mögen. Alkohol oder Schokolade zum Beispiel. Für mich ist Fasten aber mehr als das. Eine Herausforderung wie mein „Joggen“ eben, der ich mich dann auch stelle. Ich setze mich mit einer Sache einfach ein bisschen mehr auseinander als normalerweise. Und das macht etwas mit mir.
Die „Einladung“ zum Fasten nehm ich deshalb jedes Jahr mega gerne an. Und oft erleb ich, dass meine Vorhaben sogar über die Fastenzeit hinaus in meinem Leben wichtig bleiben.
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Samstag, 12. Februar 2022
Ihr kennt das bestimmt auch. Ihr nehmt euch was vor und dann schiebt ihr es ewig vor euch hin. Und irgendwann ist das Ganze dann schon vergessen.
So ging es mir vor ein paar Wochen auch. Ich hab schon lang ein Poster, dass ich in meinem Zimmer aufhängen will. Und dafür wollte ich einen Bilderrahmen kaufen, damit das dann auch ordentlich aussieht. Aber ich kam einfach nicht dazu mal nach einem passenden Rahmen zu schauen.
Letztens war ich dann unterwegs und hab den perfekten Bilderrahmen gefunden. Der einzige Haken: Er hatte die falsche Farbe. Er war weiß und ich will unbedingt einen schwarzen Rahmen. Also hab ich die Verkäuferin gefragt und hey, ich kann den Bilderrahmen auch in schwarz haben! Nur muss ich ihn bestellen und kann ihn erst in zwei Wochen abholen. Ich hab dann direkt im Internet geschaut und war kurz davor, einen anderen Bilderrahmen online zu bestellen. Und das passiert mir so oft. Nur, weil ich vor Ort nicht direkt das haben kann, was ich kaufen möchte. Ich mein, den Bilderrahmen hatte ich ja irgendwann voll vergessen. Dann kann ich jetzt auch noch zwei Wochen warten.
Und das hilft dann nicht nur mir, wenn ich meine Käufe etwas länger überdenke. Damit unterstütze ich dann auch den lokalen Handel.
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Donnerstag, 10. Februar 2022
Ich hab nen Kumpel, der meistens keinen Alkohol trinkt. Ihm schmeckt’s einfach nicht. Wenn wir unterwegs sind, muss er sich dafür voll oft rechtfertigen. Und ich muss auch ehrlich zugeben, dass ich das anfangs nicht so verstanden hab und ihn auch manchmal zu einem Bier überreden wollte. Das mach ich jetzt nicht mehr.
Wenn er darauf angesprochen wurde, war er beim Erklären eher schüchtern. Ich hab gemerkt, dass es ihm richtig unangenehm ist, darüber zu reden.
Das hat mir klar gemacht, wie normal und selbstverständlich Alkohol in unserer Gesellschaft gesehen wird. Wenn dann jemand beim Feiern auf die Drinks verzichtet, muss er sich dafür rechtfertigen und irgendwie auch entschuldigen. Akzeptiert wird selten, eher wird sogar wieder und wieder nachgebohrt. Dass mein Kumpel dann keine Lust aufs lange Erklären hat, versteh ich voll.
Ich finde, dass ich solche Entschlüsse zu akzeptieren hab. Jeder hat da seine Gründe. Zu nem guten Miteinander gehört es, die Grenzen jedes Einzelnen zu akzeptieren. Und manchmal können wir uns von den Lebensweisen anderer anstecken lassen. An meinem Kumpel kann ich mir da auch ein Beispiel nehmen. Er zeigt mir immer wieder, dass das Feiern auch ohne Alkohol klappt. Und der Tag danach wird dadurch eh viel erträglicher.