Juliane
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Samstag, 02. Oktober 2021
Neulich wurde ich in der Innenstadt aufgehalten. Man kennt das ja: In der Fußgängerzone stellen sich Leute in den Weg und erklären, weshalb man ihrer Organisation Geld spenden soll. Das Team von neulich setzt sich für Demokratie und Menschenrechte auf der Welt ein. Und ich hab mich dann tatsächlich dazu entschlossen, monatlich was zu spenden.
Als ich mich über deren Arbeit genauer informiert habe, hab ich gemerkt: Es ist unglaublich wertvoll, dass ich in einer Demokratie lebe. In Deutschland darf ich frei sagen, was ich denke; ich kann die Politik kritisieren und als Frau hab ich Möglichkeiten, mich zu bilden und zu arbeiten. Das ist leider nicht selbstverständlich. Ich nehm das meistens einfach so hin, ohne dass ich groß drüber nachdenke. Aber ich glaube, es ist wichtig, dass man sich ab und zu klarmacht, was für ein Geschenk das ist. Denn ich hab keinen Einfluss darauf, wo ich geboren werde. Und es ist nicht mein Verdienst, dass ich in einem freien und wohlhabenden Land aufgewachsen bin. Aber ich kann mich dafür einsetzen, dass es so bleibt.
Man muss nicht unbedingt spenden. Aber ich denke, dass ich für demokratische Verhältnisse auf jeden Fall mega dankbar sein kann!
Juliane
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Freitag, 01. Oktober 2021
In letzter Zeit ist mir aufgefallen: Wenn ich mit anderen schreibe, verwende ich oft Konjunktive. Also ich schreibe würde, könnte, hätte und so weiter.
Neulich ging es in ner WhatsApp-Gruppe um ein Samstagstreffen. Meine Freunde haben alle zugesagt. Aber ich hab geschrieben: Super, ich wäre dann auch dabei! Aber eigentlich hab ich gemeint: Ich bin dabei.
Ich hab mich dann gefragt, warum ich das so geschrieben hab. Wenn ich Worte wie wäre, hätte oder könnte benutze, lege ich mich nicht fest. Meine Aussage bleibt irgendwie uneindeutig. Aber es ist eine feste Zusage, wenn ich bei ner Verabredung sage: Ich bin dabei!
Ich glaube, dass es mir oft schwerfällt, mich wirklich festzulegen. Mein Alltag ist bunt und vollgepackt und oft muss ich mich zwischen verschiedenen Sachen entscheiden. Da find ich es bequem, wenn ich bei Dingen halb-offiziell zusage.
Das will ich ändern! Mir ist es ja auch wichtig, dass ich mich auf andere verlassen kann und feste Zusagen bekomme. Also arbeite ich daran, dass ich wäre oder würde aus meinem Alltag herausstreiche und stattdessen sage: Ich bin mit dabei!
Ganz verbindlich und fest zugesagt!
Juliane
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Mittwoch, 29. September 2021
Freunde von mir leben in Bayern in einem kleinen Dorf. Wenn ich sie am Wochenende besuche, merke ich immer, wie ruhig es dort ist. Es gibt nur wenige Leute, kaum laute Fahrzeuge und vor allem: ganz viel Stille.
Ich hab neulich gelesen, dass es heutzutage so wenig Stille gibt wie noch nie. – Oder anders gesagt: Die Welt ist heute so laut wie nie zuvor!
Wir sind irgendwie dauernd abgelenkt und es gibt ständig eine Geräuschkulisse. Dabei verursacht Dauerlärm Stress, und inzwischen gilt das – ähnlich wie die Luftverschmutzung –, als echte Gesundheitsgefahr.
Ich merke, dass es mir guttut, ab und zu aus meinem lauten Alltag auszubrechen. Ruhe und Stille sind in meinem vollgepackten Leben so wertvoll, dass ich sie dann ganz bewusst genießen will. Das ist nicht einfach und ich muss mich immer erst mal daran gewöhnen, wenn ich mit mir alleine bin. Wenn kein Lärm um mich rum ist und ich einfach herunterfahren kann.
Aber ich versuche es immer wieder. Wenn ich mal alleine in meiner WG bin. Oder meine Freunde in ihrem abgelegenen Bayern-Dorf besuche.
Juliane
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Montag, 27. September 2021
Neulich war ich mit Freunden unterwegs. Wir waren auf einer langen, stressigen Autofahrt und am Ende hab ich mich bei unserer Fahrerin für ihren tollen Fahrdienst bedankt. Sie hat mich überrascht angeschaut und gesagt: Wie süß, dass du dich extra bedankst!
Ich hab überrascht zurückgeschaut. Seit wann ist es süß, Danke zu sagen?
Ich erlebe häufig, dass es als selbstverständlich angesehen wird, etwas für andere zu tun. Und das nervt mich! Einem anderen Menschen zu danken kostet oft nicht mehr als ein Wort: Danke!
Ich hab eine Freundin, die sie sich jedes Mal bei ihrer Mam fürs Kochen bedankt. Anfangs fand ich das auch irgendwie süß. Aber ich hab mir das abgeschaut und will selbst auch viel öfter einfach mal Danke sagen. Denn ich finde, dass Wertschätzung super wichtig ist! Und ich find es toll, wenn sich jemand Zeit für mich nimmt und mir zum Beispiel was kocht. Egal wer es ist.
Deshalb will ich auch für scheinbar selbstverständlichen Kleinigkeiten Danke sagen.
Juliane
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Sonntag, 08. August 2021
Es gibt etwas, dass mich an Gott ganz besonders begeistert. Ich nenne das „verdrehte Logik“. Denn immer wieder lese ich in der Bibel, dass Gott ganz anders handelt, als es die Leute gerade hoffen. Oder wie er Sachen ganz anders bewertet als erwartet.
Zum Beispiel sind für Gott Schwächen oder Mankos überhaupt nicht negativ. Ganz im Gegenteil! Gott sagt: Wenn du schwach bist, kannst du umso stärker erleben, wie stark ich bin und wie sehr ich dir helfen kann!
Eine andere verdrehte Logik handelt vom Besitz. Die Bibel sagt oft, dass wenn man großzügig abgibt, man dadurch nichts verliert, sondern etwas gewinnt: Nämlich Dankbarkeit. Und das ist wichtiger und viel wertvoller als besonders viel zu besitzen.
Genau so erlebe ich Gott auch in meinem Alltag. Er handelt ganz selten so, wie ich es erwarte, und ich bekomme nicht immer das, was ich möchte.
Aber genau das finde ich so spannend. Denn wenn ich immer schon vorher wüsste, wie Gott handelt, fände ich das langweilig. Gott wird so für mich richtig interessant, weil es bei ihm so viel Überraschendes zu entdecken gibt. Und es bringt mich zum Nachdenken. Zum Beispiel, ob mir Geld oder Dankbarkeit wichtiger ist.
Juliane
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Samstag, 07. August 2021
In den letzten Wochen hat mich der Song „Follow you“ von den Imagine Dragons total gecatched! Einfach ein mega Sound und cooler Text! Im Refrain heißt es: „I will Follow you way down, wherever you may go, wherever life takes you“. Auf deutsch: „Ich werde dir folgen, selbst wenn du untergehst, wo immer dich das Leben hinführt!“
Dieser Liedtext hat mich total an eine Geschichte aus der Bibel erinnert.
„Ich folge dir, wo immer du hingehst“, versprechen sich dort zwei Frauen.
Rut hat gerade ihren Mann verloren. Und nun bleiben sie und ihre Schwiegermutter alleine zurück. Ohne Ehemann und Sohn sind die beiden in der männerdominierten Gesellschaft damals ganz schlecht dran. Sie besitzen nichts, haben kaum Rechte und sind ohne Schutz. In dieser Situation verspricht Rut, dass sie ihrer Schwiegermutter beistehen wird. Obwohl sie das nicht müsste und alleine vielleicht besser klarkommen würde.
Gott belohnt diese Treue und hilft beiden Frauen, sodass sie ein neues Leben beginnen können.
Mir zeigt das: Gerade wenn es schwierig wird, ist es wichtig, zusammen zu halten. Auch wenn es vielleicht leichter scheint, seinen eigenen Weg zu gehen.
Oft ertappe ich mich dabei, dass ich meine Probleme alleine in den Griff bekommen will. Und dann erinnern mich das Lied und die Geschichte daran, dass es gemeinsam besser geht!
Juliane
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Mittwoch, 04. August 2021
Vor einigen Wochen hab ich mit meiner WG das EM-Finale angeschaut. Obwohl keine von uns besonders fußballbegeistert ist – aber wir hatten trotzdem Bock darauf!
Nach dem letzten Elfmeter sind in unserem Viertel die Autokorsos losgegangen und wir haben uns mit Italien mitgefreut!
An dem Abend ist mir eine Aussage des ZDF-Kommentators hängengeblieben. Es ging darum, wie der Trainer die italienische Nationalmannschaft zusammengestellt hat: Dabei hat er nicht auf die Spieler der großen und reichen Clubs gesetzt. Sondern, so hat es der Kommentator formuliert: „Er hat ein Team aus vielen No-Names geformt.“
Bei dem Satz ist mir Jesus ins Gedächtnis gekommen. Weil es genau das war, was er damals gemacht hat! Er hat sich No-Names ausgesucht. Menschen, die wenig beachtet, oft arm und richtige Normalos waren. Und die sind dann mit ihm rumgezogen. Klar, das ist nicht ganz dasselbe wie eine Fußballmannschaft. – Aber mir zeigt das: Ansehen, Stärke und ein guter Ruf sind für Jesus total unwichtig. Für ihn zählt einfach, ob man mit ihm unterwegs sein möchte. Und da ist jeder total willkommen!
Noch nicht mal Fußball spielen muss man können.
Juliane
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Montag, 02. August 2021
Meine Lieblingskaffeetasse ist ein Geschenk von einer Mitbewohnerin. Ich liebe Kaffee, ich liebe meine WG – perfektes Geschenk! Seitdem ist die Tasse mein favourite-Alltagsbegleiter: beim Frühstück, in Online-Meetings und beim Lernen. Aber ich mag sie vor allem wegen ihres „Kaffeetassenspruchs“. Auf Kaffeetassen gibt es ja manchmal nette Sprüche wie zum Beispiel: „Ein Tag ohne Lachen ist kein guter Tag“
Aber auf meiner Kaffeetasse steht nur ein Wort: Pause!
Eine mega wertvolle Erinnerung daran, dass ich nicht immer nur liefern muss. Dass ich nicht immer nur leisten muss und dass ich auch mal einfach stehen oder liegen bleiben darf.
Und ich merke, dass ich diesen Input von außen immer wieder brauche. Ich muss mich daran erinnern lassen, dass es auch mal okay ist, nicht die ganze Zeit zu funktionieren. Denn ich glaube, auch wenn ich mal kürzer trete, bin ich als Mensch immer noch genauso wertvoll. – Auch wenn ich mal weniger produktiv bin!
An das alles erinnert mich meine Pause-Tasse. Deshalb ist sie einer meiner liebsten Alltagsbegleiter!
Juliane
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Samstag, 10. Juli 2021
Neulich hatte ich in der Stadt ein echtes „Schmunzel-Erlebnis“. In der Einkaufsgasse stand ein Straßenmusiker mit Gitarre und hat gesungen. Richtig gut sogar! Das fand auch das Pärchen neben mir. Die Mutter hat ihrem Kind etwas Geld gegeben, damit sie es in den Gitarrenkoffer schmeißen kann. Aber das Mädchen ist direkt auf den Musiker zugetapst und wollte ihm das Geld, während er gespielt hat, direkt in die Hand drücken. Alle Umstehenden haben lauthals gelacht.
Dieses kindliche „einfach mal loslaufen, ohne groß nachzudenken“, finde ich total genial!
Ich denke, dass unterscheidet kleine Kinder von Erwachsenen: Sie ziehen einfach ihr Ding durch! Ohne viele Pläne zu schmieden oder abzuwägen.
Manchmal beneide ich Kinder um diese Unbedachtheit; nicht ständig nen vollen Terminkalender im Kopf zu haben! – Ich weiß, dass ich in meinem Alltag als Erwachsene nicht genauso leben kann. Aber manchmal will ich von Kindern lernen: Einfach mal tun! Ohne dass ich alles durchdenke und plane. Und mir dann nicht so viele Gedanken machen, was andere von mir halten könnten!
Juliane
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Donnerstag, 08. Juli 2021
Oft treff‘ ich diese Menschen, bei denen ich mir denk – Wow! Mega coole Person! Hammer Ausstrahlung und wahnsinnig authentisch! Vor allem ist das so bei Leuten, die irgendwie immer fröhlich sind. Bei denen ich denke: Die gehen mit einer wahnsinnigen Leichtigkeit durchs Leben.
Und manchmal zieht mich das runter, weil es mir nicht so gelingt. Dann denk ich: „Man, was hat sie oder er, was ich nicht hab?“
In solchen Situationen muss ich lernen, mich nicht so sehr zu vergleichen. Und dass ich nicht so schnell neidisch werde! Weil ich mich dann nur ärgere und mich noch mehr vergleiche. Und dann komm ich in einen Kreislauf, der mich immer mehr runterzieht.
– Aber trotzdem kann ich Neid auch nicht einfach so abstellen! Dieses nervige Gefühl ist dann einfach da.
Und dann denk ich, ist es auch okay, dass ich einfach mal neidisch bin! Aber ohne dass ich es den Leuten vorwerfe, was ihnen besser gelingt. Ich will sie eher als positive Vorbilder sehen.
Und ich fühle mich gut dabei, wenn ich gleichzeitig daran denke, was mich toll macht. Was ich gut kann und worin ich Erfolg habe. Und wenn ich dann ehrlich auch zu meinen negativen Gefühlen stehe; dann das macht mich authentisch!