Juliane
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Samstag, 03. September 2022
Neulich hatte ich einen echten „Wow, jetzt bin ich erwachsen-Moment!“ Denn ich habe ein Abo für eine Tageszeitung abgeschlossen. Das klingt jetzt vielleicht etwas nerdig. – Ist für mich aber ein großer Schritt gewesen.
Denn ich denke schon lange darüber nach, aus welchen Quellen ich meine Infos über Politik, Aktuelles und das Weltgeschehen beziehe.
Ich habe das Abo abgeschlossen, weil ich denke, dass guter Journalismus Geld kostet. Oft mache ich mir gar nicht bewusst, dass hinter jeder Neuigkeit und jedem Artikel viel Arbeit steckt. Jeder Bericht sollte gut recherchiert, aufgearbeitet und geschrieben werden. Denn es gibt genug Menschen und Portale, die falsche Nachrichten in die Welt setzen, die Fakten verdrehen, die andere Menschen im schlimmsten Fall manipulieren.
Traditionelle Zeitungen verpflichten sich, Nachrichten sauber zu recherchieren und die Leute wahrheitsgemäß zu informieren. Das halte ich für unglaublich wichtig und unterstütze deshalb gezielt eine Tageszeitung. Damit weniger Fake-News und Falschnachrichten in die Welt gesetzt werden.
Juliane
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Donnerstag, 01. September 2022
Familie kann man sich nicht aussuchen. Ich finde, dieser Satz ist so wahr! Ich liebe meine Family und im nächsten Moment bringt sie mich auf die Palme. Neben meiner Familie mit Eltern, Schwester und Großeltern, habe ich auch noch meine Wahlfamilie.
So bezeichne ich die Kirchengemeinde, in der ich bin. Dort geht es ähnlich zu, wie in einer Großfamilie. Ich bin mit Menschen unterwegs, die ich sehr gerne habe. Und es gibt Menschen, mit denen ich weniger gut zurechtkomme. Es gibt viele schöne und auch schwierige Momente, die wir miteinander teilen. Wie in einer Familie eben.
Wenn es in meiner Kirchengemeinde manchmal Uneinigkeiten und Streit gibt, sehe ich immer wieder: Wir sind trotzdem gemeinsam unterwegs! Denn in der Kirchengemeinde verbindet uns alle die Liebe zu Jesus. Jesus hat uns Menschen dazu aufgefordert, dass wir uns untereinander lieben, so wie er es vorgelebt hat. Das macht für mich meine Wahlfamilie in meiner Kirche aus: Dass wir uns akzeptieren so wie wir sind.
Juliane
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Dienstag, 30. August 2022
Ich interessiere mich total für Geschichte. Und ich gebe zu: Ich kann dabei zum echten Nerd werden! Mich fasziniert einfach, was Menschen vor vielen Jahren gedacht und entwickelt haben. Was an alten Gedanken wieder neu aufgegriffen und bewertet wird. Und ich finde es interessant, dass sich Geschichte wiederholt.
Das Thema „Geschichte“ bewegt mich auch in meinem Glauben an Gott. Ich finde es total spannend, dass Menschen vor vielen Jahrhunderten vor mir, ebenfalls mit Gott unterwegs waren. In der Bibel erzählen Menschen davon, wie sie mit Gott gelebt und sein Mitgehen erlebt haben. Ihre Lebensgeschichten ermutigen und trösten mich, wenn es mir mal schlechtgeht oder ich Angst vor der Zukunft habe.
Und ich bin überzeugt: Auch nach mir mir wird es Christinnen und Christen geben, für die diese Geschichten bedeutsam sind. Somit bin ich ein Teil von einer großen Geschichte. Und das finde ich eine schöne Vorstellung.
Juliane
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Sonntag, 07. August 2022
An meinem Glauben an Gott fasziniert mich immer wieder auf´s Neue: Gott hat keine Berührungsängste. In der Bibel lese ich, dass Gott ganz direkt mit den Menschen unterwegs ist. Er hört ihnen zu, er redet mit ihnen und er begleitet sie im Alltag. Die Menschen erleben, dass Gott da ist!
Besonders eindrücklich erleben sie das, als Gott selbst als Mensch auf die Erde kommt.
In Jesus Christus erlebt Gott das ganze menschliche Leben am eigenen Leib. Das ist einzigartig am christlichen Glauben: Ich kenne keine andere Religion, in der Gott Mensch wird und mitten auf die Erde kommt.
Oft schaue ich auf das Weltgeschehen und verliere den Mut. Krisen ohne Ende. Dann hilft es mir, mich daran zu erinnern, wie Gott in Jesus in der Welt gehandelt hat. Jesus hat sich in seinem menschlichen Leben anderen Leuten zugewendet. Er hat Liebe vorgelebt und seine Nachfolgerinnen und Nachfolger aufgefordert, dasselbe zu tun.
Deshalb ist Jesus für mich das größte Vorbild überhaupt! Denn wenn Gott selbst als Mensch mitten in die Welt kommt, um anderen Gutes zu tun, – dann will ich mir daran ein Beispiel nehmen!
Juliane
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Freitag, 05. August 2022
Seit Kurzem wird an meiner Hochschule gebaut. Es entsteht ein neues Wohngebäude, die Lehrräume werden erweitert und die Bibliothek wird vergrößert. Deshalb studiere und lerne zurzeit mitten auf einer Baustelle. Damit ist natürlich viel Lärm verbunden und Einschränkungen im Tagesablauf. Andererseits sind meine Mitstudis und ich super gespannt. Wir sehen, wie sich der Campus verändert.
Der Baubeginn ist für mich ein Beispiel für einen echten Neuanfang. Wo man vielleicht erst mal Trümmer und Bauteile sieht, entdecke ich einen neuen Blick auf die Zukunft. Denn die Hochschule hat mit den Baumaßnahmen wichtige Dinge in Angriff genommen: ein nachhaltiges und sparendes Konzept für die Energienutzung. Echte Barrierefreiheit. Und viele weitere Ideen für ein zukunftsfähiges Gebäude. Das macht mir Mut. Die aktuelle Baustelle zeigt mir jeden Tag, dass wir unsere Zukunft gemeinsam gestalten können!
Juliane
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Mittwoch, 03. August 2022
Seit Fridays for Future wird in der Öffentlichkeit viel über die Klimakrise gesprochen. Ich finde das gut so! Der Klimawandel geht jeden Einzelnen etwas an. Und jeder von uns kann seinen Teil dazu beitragen, die Welt mit ihrem Klima zu erhalten.
Allerdings ist mir aufgefallen: Oft wird der Klimawandel in einer Atmosphäre der Angst beleuchtet. Einerseits kann ich das total verstehen. Die Prognosen sind düster und die Hitzerekorde sprechen für sich. Andererseits wünsche ich mir, dass das ganze Thema mit mehr Optimismus angegangen wird. Denn ich glaube, Angst ist ein schlechter Ratgeber.
Wenn wir also von der Erderwärmung reden, wünsche ich mir, dass wir uns auch auf die positiven Aussichten fokussieren. Wir leben in Zeiten, in der so viele Menschen wie noch nie gemeinsam daran arbeiten, die Erde zu erhalten. Wir leben in Zeiten der Innovation und es werden viele Maßnahmen gestartet, die dem Klima helfen. Ich finde, dadurch können wir auch was gewinnen. Das Klima retten heißt für mich nicht nur Verzicht.
Diese muss, finde ich, ganz gezielt thematisiert werden. Denn mit guten Neuigkeiten ausgestattet, gewinnen wir Menschen wieder Tatkraft. Und dann können wir uns für unsere Welt einsetzen.
Juliane
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Dienstag, 02. August 2022
Im Herbst werde ich aus meiner WG ausziehen. Seitdem ich studiere, lebe ich mit meinen Mädels zusammen.
Letzte Woche kam unsere Vermieterin mit möglichen Nachfolgern, die nach uns die Wohnung ziehen wollen. Es war eine ukrainische Familie, die sich nach ihrer Flucht jetzt hier in Deutschland niederlässt. Als ich von ihrer Geschichte gehört habe, hab ich mit den Tränen gekämpft.
Die Begegnung hängt mir immer noch mega nach. Und ich habe wieder neu darüber nachgedacht, wie wir unsere ukrainischen Gäste in Deutschland willkommen heißen können. Die deutsche Mentalität wird im Ausland ja oft als distanziert und zurückhaltend wahrgenommen. Umso mehr hat es mich begeistert, mit welcher Herzlichkeit Ukrainerinnen und Ukrainer teilweise aufgenommen wurden. Mir hat das gezeigt: Auch wenn wir den Krieg nicht beenden können, haben wir die Möglichkeit, unseren ukrainischen Mitmenschen zu helfen, indem wir ihnen freundlich begegnen. Und uns somit in kleinen Gesten und Taten dem Krieg entgegenstellen.
Juliane
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Samstag, 09. Juli 2022
Neulich bin ich über einen alten Zeitungsartikel gestolpert. In ihm ging um den Goldfisch George aus Australien. George war an einem Tumor erkrankt und das Besondere war, dass er daraufhin operiert wurde. Seine Besitzer hingen sehr an ihm und haben Hunderte von Dollar investiert. Die OP gelang und Goldfisch George führt nun ein glückliches und gesundes Leben.
Der Artikel hat mich erst mal zum Lachen gebracht. Aber dann hab ich doch länger drüber nachgedacht: Was wäre mir so viel Geld und Aufwand wert? Ich habe zum Beispiel auch ein Haustier, das mir wichtig ist. Für meinen Hund würde ich auch alles Mögliche aufwenden, wenn er krank wird.
Dinge, an denen mein Herz hängt, sind mir Zeit, Geld und Ressourcen wert. In der Bibel heißt es: „Woran du dein Herz hängst, das ist dein Schatz.“ Und ich finde, dass stimmt total! Ich entscheide, was mir wichtig ist und was für mich kostbar ist. Und das behandele ich wie einen Schatz.
Deshalb will ich immer wieder aufs Neue darüber nachdenken, was in meinem Leben wichtig ist. – Was meinem Leben Wert verleiht. Und diesen Personen, Erlebnissen oder Dingen möchte ich meine Zeit und Aufmerksamkeit widmen.
Juliane
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Mittwoch, 06. Juli 2022
Zurzeit hab ich eine echte Stressphase in meinem Alltag. Ich muss super viele To-Do’s erledigen und überlegen, was Priorität hat. Deshalb höre ich mir Aufnahmen, die ich für die Arbeit oder die Uni brauche, in doppelter Wiedergabegeschwindigkeit an. Das ist praktisch: Ich bekomme alles mit, nur eben schneller! Vor Kurzem habe ich mich dabei ertappt, dass ich das inzwischen auch bei Liedern und Serien so mache. Ich habe mir angewöhnt, meine neue Lieblingsserie schneller abzuspielen. Auch Lieder, vor allem wenn ich joggen gehe, höre ich schneller. Als mir das aufgefallen ist, bin ich richtig erschrocken. Das Bedürfnis, das meiste aus meiner Zeit herauszuholen, hatte total überhand genommen.
Deshalb hab‘ ich gemerkt, dass ich ein paar Gänge zurückschalten muss. Ich kann nicht mein ganzes Leben in doppelter Wiedergabegeschwindigkeit ablaufen lassen. Sonst drehe ich irgendwann durch.
Jetzt genieße ich meine Lieblingssongs ganz neu. Auch meine Serien gucke ich wieder ganz „normal“ und nicht mit der Absicht, sie schnell „wegzuschauen“. Ich muss mir in meinem Alltag die nötige Zeit nehmen. Und das, was mir wichtig ist, will ich eben nicht einfach nur schnell durchlaufen lassen.
Juliane
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Montag, 04. Juli 2022
Das wichtigste Gebet des christlichen Glaubens ist das Vater-Unser. Es wird in jedem Gottesdienst gesprochen und verbindet alle Christinnen und Christen weltweit. In der Mitte des Gebets geht es darum, dass Gottes Reich bald kommen soll. Das klingt vielleicht erst mal komisch. Doch es geht um was ganz Konkretes: Der Satz, „Dein Reich komme“, drückt aus, dass es etwas Größeres gibt, das über diese Welt hinausgeht. Ich glaube, dass es in Gottes Reich absolut kein Leid mehr gibt.
Mit den Krisen auf der Welt, wie wir es zurzeit erleben, fällt es oft schwer daran zu glauben, dass es einen guten Gott gibt. Auch mir. Ich zweifle immer wieder daran und frage mich, ob Gott seine Welt vergessen hat. Dabei hilft mir das Vater-Unser. Es schenkt mir einen neuen Blick auf mein Dasein und zeigt: Auch wenn es den Menschen auf der Erde echt schlecht geht, wird Gott einmal alles neu machen!
Für mich ist der Satz: „Dein Reich komme“, auch kein leeres Vertrösten. Für mich ist das ein Versprechen, dass tatsächlich einmal alles besser wird. Einmal werden die Kriege und die Not dieser Welt beendet sein. Ein Versprechen, an das ich mich erinnere, wenn ich das Vater-Unser bete.