Matze
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Sonntag, 17. Oktober 2021
„Die Religion glaubt, sie hat für alles eine Antwort“. Das hat ein Freund von mir vor Kurzem gesagt. Er glaubt nicht an Gott. Er denkt, dass es sich die Religion einfach macht, weil Gott die Antwort auf alles ist.
Ich sehe das nicht so. Für mich bedeutet Religion nicht auf alles eine Antwort zu haben. Im Gegenteil. Ich finde, es ist ein bisschen wie in dem Buch Per Anhalter durch die Galaxis. Dort bauen die Menschen einen riesigen Computer und wollen von ihm die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest. Der Computer rechnet mehre Millionen Jahre. Schließlich spuckt er eine ganz einfache Antwort aus: Die Zahl Zweiundvierzig. Die Menschen sind ganz schön verblüfft. Mit so einer Antwort haben sie nicht gerechnet. Der Computer sagt: Die Antwort ist einfach. Aber es kommt darauf an, die richtige Frage zu finden.
Und ich glaube, so ist es bei der Religion auch. Sie hat zwar auf viele Fragen keine einfache Antwort. Aber Religionen stellen viele spannende und wichtige Fragen: Wie ist es mit Gott? Wie können wir gut zusammenleben? Worauf können wir hoffen? Ich glaube, wenn Menschen sich diese Fragen nicht mehr stellen würden, würde etwas Wichtiges fehlen. Deswegen ist es wichtig, immer weiterzufragen, darüber nachzudenken und sich auszutauschen.
Matze
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Donnerstag, 14. Oktober 2021
Ich habe ein neues Auto. Mit meinem eigenen Geld gekauft. Mein erstes eigenes Auto. Und damit kann ich jetzt hinfahren, wo ich möchte. Manchmal sehe ich einen Fisch als Aufkleber auf anderen Autos. Damit wollen die Besitzer zeigen, dass sie Christen sind.
Mein Opa hatte keinen Fisch auf seinem Auto. Obwohl er ein sehr gläubiger Mensch war. Als ich ihn mal gefragt habe, warum das so ist, hat er gesagt: „Wenn ich einen Fisch auf dem Auto habe, dann muss ich auch fahren wie ein Christ. Und darauf habe ich keine Lust.“ Ich frage mich, ob ich wohl anders Auto fahren würde, wenn ich kein Christ wäre. Meine Freunde beschreiben mich als sehr entspannten Autofahrer. Ich nehme Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer und lasse gerne jemanden vor. Das mache ich, weil ich gesund und entspannt ankommen möchte. Und ich möchte, dass das bei allen anderen auch so ist.
Aber warum das jetzt typisch christlich sein soll, kann ich auch nicht genau sagen. Vielleicht weil man damit zeigt, dass man nichts riskieren will und auf das Leben der anderen so gut wie möglich achtgibt. Klar, das geht auch ohne Fisch. Das geht auch, ohne Christ zu sein. Aber wenn der Aufkleber daran erinnert im Straßenverkehr aufeinander aufzupassen, dann kleb ich ihn mir gerne aufs Auto.
Matze
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Dienstag, 12. Oktober 2021
Wie du mir, so ich dir. So lautet ein Sprichwort, das wohl jeder schon mal gehört hat. Wenn du mich anhupst, hupe ich zurück. Wenn du mich beleidigst, beleidige ich dich auch. Nur wer mich respektiert, den behandle ich auch mit Respekt. Eigentlich klingt das ziemlich gerecht. So werden alle gleich behandelt und wem das nicht gefällt, der ist selber Schuld. Diese Regel gibt es schon immer und auch in so ziemlich jeder Kultur.
Als Jesus gelebt hat, gab es diese Regel auch. Ihm hat das nicht gefallen. Er hat deswegen eine neue Regel vorgeschlagen: Wenn dich jemand auf die rechte Backe schlägt, halte ihm auch die Linke hin. Jesus will damit glaube ich sagen, dass ich etwas Unerwartetes tun soll. Den anderen überraschen und aggressives Verhalten oder Gewalt mit Freundlichkeit und Liebe beantworten. Wenn mich jemand anhupt, kann ich auch einfach zurücklächeln. Wenn mich jemand beleidigt, kann ich ihm einen schönen Tag wünschen. Ich glaube, das tut sowohl mir als auch dem anderen gut. Weil ich lieber lächle als herumzubrüllen. Und ich selbst werde auch gerne freundlich behandelt.
Und vielleicht kann ich so sogar den Kreislauf der Aggression und Gewalt durchbrechen und einen neuen Kreislauf des Lächelns starten.
Matze
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Samstag, 21. August 2021
Ich habe vor Kurzem an Weihnachten gedacht. Okay, ich gebe zu, das ist in der aktuellen Jahreszeit eher unüblich. Aber ich kam drauf, weil ich ein Zitat von Mutter Teresa gelesen habe. Sie war Nonne und hat armen und kranken Menschen auf der ganzen Welt geholfen. Sogar den Friedensnobelpreis hat sie bekommen. Mutter Teresa hat gesagt: Jeder Tag ist Weihnachten, an dem man jemand anderem Liebe und ein Lächeln schenkt. Mir gefällt dieser Spruch sehr. Dass es an Weihnachten nicht nur um Geschenke geht, weiß ich ja inzwischen.
An Weihnachten ist Jesus auf die Welt gekommen. Er wollte den Menschen Gottes Liebe zeigen. Er hat ihnen gesagt, sie sollen anständig miteinander umgehen, sich respektieren und gegenseitig helfen. Egal, wie sie aussehen, wo sie herkommen oder wie viel Geld sie haben. Jeder Mensch hat Respekt verdient. Das ist für mich die Botschaft von Weihnachten. Und die ist eben nicht nur am 24. Dezember wichtig, sondern das ganze Jahr. Und deswegen denke ich gerne an Weihnachten, auch wenn ich in strahlender Sonne auf dem Balkon sitze.
Matze
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Donnerstag, 19. August 2021
Freiheit. Diesen Begriff höre ich in letzter Zeit dauernd. Die einen haben zu viel Freiheit, die anderen hätten gerne mehr Freiheit. Manche glauben sogar, sie hätten gar keine Freiheit mehr in Deutschland.
Mich regen diese Menschen auf. Ich finde, sie merken gar nicht, wie frei sie eigentlich sind. Sie dürfen auf die Straße gehen und demonstrieren. Jeder darf seine Meinung sagen, ohne Angst vor willkürlichen Konsequenzen haben zu müssen. Von so einer Freiheit können viele Menschen in anderen Ländern nur träumen. Auch in der Bibel geht es oft um Freiheit. In einem Brief schreibt Paulus an eine Gemeinde: Benutzt die Freiheit nicht für euch selbst. Benutzt die Freiheit in Liebe für andere Menschen.
Ich glaube, er meint damit, dass Freiheit nicht bedeutet, dass jeder Mensch machen kann, was er will. Freiheit bedeutet, dass ich Verantwortung gegenüber anderen habe. Besonders für Menschen, die in ihrer Freiheit eingeschränkt sind, wie Alte, Kranke oder auch politisch Verfolgte. Ich soll auf sie Rücksicht nehmen und sie unterstützen – gerade weil ich frei bin.
Matze
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Mittwoch, 18. August 2021
Ich bin von Gott gemacht. Klar, meine Eltern haben bei meiner Entstehung eine wichtige Rolle gespielt. Aber ich glaube, dass auch Gott daran beteiligt war. In der Bibel wird ganz am Anfang erzählt, wie Gott einen Menschen schafft. Er formt ihn aus Lehm, mit ganz viel Liebe und Geduld. Dann haucht er dem Menschen seinen Atem ein. Dadurch wird er lebendig.
Natürlich weiß man heute, dass das nicht wirklich so passiert ist. Wir kennen die Evolutionstheorie, haben viele wissenschaftliche Erkenntnisse und wissen, dass die Entwicklung der Menschheit viel komplexer war, als sie in der Bibel beschrieben wird. Und trotzdem glaube ich, dass auch in der biblischen Geschichte eine Wahrheit drinsteckt. Nämlich, dass jedes neue Leben etwas ganz Besonderes ist und wir nicht alles selbst kontrollieren können. Ein neues Leben ist immer auch ein Geschenk Gottes. Das meine ich, wenn ich sage, Gott hat mich geschaffen.
Ich finde, das fühlt sich richtig gut an. Ich weiß, dass ich nicht einfach nur zufällig auf der Welt bin. Es hat einen Sinn, dass ich lebe. Gott hat sich etwas dabei gedacht. Auch wenn ich nicht genau weiß, warum und wie – Gott hat mich gemacht und dafür bin ich dankbar.
Matze
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Montag, 16. August 2021
„Christsein ist mir viel zu kompliziert.“ Das hat mir neulich jemand gesagt. Er hat gerade die 10 Gebote gelernt. Ich glaube, dass es viele Menschen gibt, die so denken. Sie glauben als Christ muss man ganz bestimmte Regeln einhalten. Und klar, das kann auf Dauer ganz schön kompliziert sein.
Ich finde aber, Christsein ist eigentlich ganz schön einfach. Denn das mit den Geboten ist gar nicht so wild.
Jesus wurde mal gefragt hat, welches die wichtigste Regel von allen ist. Und da hat er alle Gebote in einem Satz zusammengefasst: Du sollst andere Menschen lieben, so wie du dich selbst liebst. Ich finde das wirklich unkompliziert. Ich muss gar nicht alle Regeln und Gebote kennen. Ich muss mich nicht besonders anziehen, etwas Bestimmtes tun oder lernen. Es reicht, wenn ich mir überlege, ob ich mit meinem Handeln anderen Menschen guttue oder nicht. Ich soll andere einfach so behandeln, wie ich selbst behandelt werden möchte.
Christsein ist ganz schön leicht.
Matze
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Sonntag, 25. Juli 2021
Ich hatte vor Kurzem einen richtig üblen Streit mit einem Freund. Er hat ziemlich gemeine Sachen zu mir gesagt und mich sehr verletzt. Wir haben uns inzwischen wieder versöhnt. Aber irgendwie ist es nicht mehr so wie früher. Unsere Freundschaft ist irgendwie angeknackst. Obwohl ich ihm verzeihe, kann ich doch nicht ganz vergessen, was alles war.
Ich glaube, Gott kann das. So richtig verzeihen. Und das finde ich ganz schön beeindruckend.
In der Bibel steht die Geschichte eines Königs, der David heißt. Gott hat ihn selbst ausgesucht. Und er war ein richtig guter König. Aber einmal hat er richtig Mist gebaut. Er hat mit einer verheirateten Frau geschlafen und ihren Mann einfach umbringen lassen. Gott hat ihm dann einen Boten geschickt. Der hat David gesagt, dass das überhaupt nicht in Ordnung war und Gott richtig sauer mit ihm ist. König David hat das sofort eingesehen. Er hatte ein mega schlechtes Gewissen. Er konnte die Sache nicht ungeschehen machen, aber er hat seinen Fehler eingesehen. Und er hat versprochen, dass er sowas nie wieder macht. Er hat Gott von ganzem Herzen um Vergebung gebeten.
Und Gott hat ihm verziehen. So richtig komplett und ohne dass er beleidigt war. Ich finde das sehr beeindruckend. Und ich hoffe, dass der Freund und ich auch irgendwann an den Punkt kommen, wo alles wieder so ist wie früher.
Matze
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Mittwoch, 21. Juli 2021
Wenn ich ein neues Buch anfange, dann läuft das immer gleich ab. Ich lese den Klappentext, dann schlage ich die erste Seite auf. Und dort beginnt dann eine Geschichte. Auf der letzten Seite ist die Geschichte dann vorbei. Ich klappe das Buch wieder zu und stelle es ins Regal. Mit der Bibel ist das anders. Sie ist ein besonderes Buch. In der Bibel gibt es ganz unterschiedliche Texte. Zum Beispiel Briefe, die ein Mensch an die ersten christlichen Gemeinschaften geschrieben hat. Oder Lieder, in denen Menschen singen, wie großartig Gott ist. Eigentlich ist die Bibel mehr wie ein großes Bücherregal.
Ganz am Anfang steht eine Art Gedicht. Darin wird beschrieben, wie schön die Welt ist. Wie Gott nacheinander Land, Berge, Meere, Sterne, Tiere und Menschen erschaffen hat. Die Menschen, die das aufgeschrieben haben, wollten Gott loben. Vielleicht hat es sich in ihrer Sprache sogar gereimt oder sie haben es sich gegenseitig vorgesungen. Es ist einfach ein schöner Text. Deswegen lese ich diesen Text auch immer wieder gerne. Deswegen mag ich die Bibel sehr gerne. Sie ist anders als andere Bücher. Und deswegen etwas ganz Besonderes.
Matze
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Dienstag, 20. Juli 2021
„Es ist doch totaler Quatsch, dass du an Gott glaubst. Hast du ihn denn jemals gesehen?“. Das hat mich neulich jemand gefragt. Ich habe das schon öfter gehört. Menschen sagen, sie glauben nicht, dass es Gott gibt, weil sie ihn nicht sehen können. Ich finde das ein schwaches Argument. Es gibt so viele Dinge auf der Welt, die wir nicht sehen können. Zum Beispiel Glück oder Zeit oder Liebe. Aber ich kann sehen, wie sich diese Sachen auswirken. Einem Menschen kann ich manchmal sofort ansehen, dass er richtig glücklich ist. Oder wenn zwei Menschen sich lieben, dann wollen sie das der ganzen Welt zeigen. Ich kann Zeit von einer Uhr ablesen, aber Zeit selbst kann ich nicht sehen.
Und ich glaube, bei Gott ist das ganz ähnlich. Ich kann sehen, wie Menschen auf der Welt Gutes tun und sich gegenseitig helfen, weil sie an Gott glauben. Ich kann sehen, wie schön die Welt gemacht ist und wie viele tolle Dinge es gibt. Mit Gott ist es also wie bei der Liebe oder dem Glück. Ich kann ihn nicht direkt sehen. Aber ich kann sehen, wie schön seine Welt ist und wie der Glaube an ihn Menschen verändert.