Ich bin mit dem ICE von einem Ausflug nach Hause gefahren. Als wir kurz vor Stuttgart sind, schnappt ein paar Reihen hinter mir ein ├Ąlterer Mann mehrmals laut nach Luft. Ein paar Leute haben ihm geholfen und den Notarzt gerufen. Sp├Ąter habe ich nur noch gesehen, wie die Sanit├Ąter eine abgedeckte Trage zum Rettungswagen geschoben haben. Der Mann ist leider gestorben.
Ich war damit erstmal total ├╝berfordert und musste immer wieder daran denken, wie schlimm das f├╝r die Angeh├Ârigen jetzt sein muss. Dann habe ich mir aber auch Gedanken ├╝ber mein eigenes Leben und den Tod gemacht.
Und mir ist wieder bewusst geworden, wie schnell das Leben eigentlich vorbei sein kann. Dabei wird mir mulmig.
Ich wei├č aber nicht, wann ich sterben werde und kann das auch nicht kontrollieren. Was ich aber kann, ist mich t├Ąglich dar├╝ber freuen, dass ich lebe. Und weil ich jeden Tag neue Dinge lernen und ausprobieren darf. Ich habe gemerkt, dass es sich gut anf├╝hlt, wenn ich dankbar bin, weil ich lebe. Weil ich glaube, dass Gott mir das Leben schenkt. Jeden Tag.

 

 

Quelle: https://www.kreuzquer.info/?id=4564