Donnerstag, 02. Oktober 2025
Mit meinem Dad war ich in Schottland, wir haben zusammen einen „Foto-Urlaub“ gemacht. Mein Dad fotografiert gefühlt schon immer. Und über die letzten Jahre habe ich auch damit angefangen, neben dem Handy auch mal eine richtige Kamera zum Fotografieren zu nehmen. Und ehrlich gesagt ist das auch voll anders als mit einem Handy.
In diesem Urlaub hatten wir zwar fast nur Regen, aber mein Dad war der Meinung, dass man immer nur lang genug auf den richtigen Moment für ein Foto warten muss. An einem Morgen sind wir also um 5 Uhr losgefahren. Bevor die Sonne richtig aufgegangen war, sind wir einen Berg hochgelaufen, mit ganz schön viel Fotoausrüstung auf dem Rücken. Aber es war so viel Nebel und so schlechtes Licht, dass wir einfach gar nichts gesehen haben. Wir haben dann aber trotzdem die Kameras auf unsere Stative gestellt. Mein Dad meinte, ich soll sie so einstellen, dass sie gerade nach vorn zeigt – nur war da halt for real nichts außer Nebel. Eigentlich hatte ich echt keinen Bock mehr. Es war einfach alles nass und kalt, und ich hatte Hunger. Aber dann ist der Nebel auf einmal weggezogen, und für fünf Minuten gab es Sonnenlicht. Auf einmal kam dann ein riesiger Felsen raus, und man hat bis aufs Meer gesehen. Ich hätte niemals gedacht, dass es dort so schön werden kann. Aber mein Dad wusste, dass diese schöne Landschaft da ist, trotz des Nebels. Wir haben unsere Bilder gemacht und sind den Berg wieder runtergelaufen. Ein Bild hängt jetzt bei uns im Wohnzimmer. Und ich weiß inzwischen: Wenn ein Tag mal schlecht ist, voller Nebel … fünf Minuten reichen, um ihn wieder schön zu machen.
In diesem Urlaub hatten wir zwar fast nur Regen, aber mein Dad war der Meinung, dass man immer nur lang genug auf den richtigen Moment für ein Foto warten muss. An einem Morgen sind wir also um 5 Uhr losgefahren. Bevor die Sonne richtig aufgegangen war, sind wir einen Berg hochgelaufen, mit ganz schön viel Fotoausrüstung auf dem Rücken. Aber es war so viel Nebel und so schlechtes Licht, dass wir einfach gar nichts gesehen haben. Wir haben dann aber trotzdem die Kameras auf unsere Stative gestellt. Mein Dad meinte, ich soll sie so einstellen, dass sie gerade nach vorn zeigt – nur war da halt for real nichts außer Nebel. Eigentlich hatte ich echt keinen Bock mehr. Es war einfach alles nass und kalt, und ich hatte Hunger. Aber dann ist der Nebel auf einmal weggezogen, und für fünf Minuten gab es Sonnenlicht. Auf einmal kam dann ein riesiger Felsen raus, und man hat bis aufs Meer gesehen. Ich hätte niemals gedacht, dass es dort so schön werden kann. Aber mein Dad wusste, dass diese schöne Landschaft da ist, trotz des Nebels. Wir haben unsere Bilder gemacht und sind den Berg wieder runtergelaufen. Ein Bild hängt jetzt bei uns im Wohnzimmer. Und ich weiß inzwischen: Wenn ein Tag mal schlecht ist, voller Nebel … fünf Minuten reichen, um ihn wieder schön zu machen.
Mittwoch, 01. Oktober 2025
Diesen Sommer wollte ich eigentlich ein Radrennen fahren. Ein Enduro-Rennen mit dem Mountainbike. Ich hab mich einige Monate echt intensiv darauf vorbereitet. Ich war mehrmals in der Woche auf den Trails unterwegs und hab neben Ausdauer auch Krafttraining gemacht. Ich habe außerdem versucht, mich überwiegend gesund zu ernähren und in dieser Zeit nur einmal Alkohol getrunken, und das war an meinem Geburtstag. Ich war also richtig fit, und das Ganze hat auch echt Bock gemacht.
Für die letzte Trainingseinheit bin ich dann in die Berge gefahren. Dort hatte ich meinen ersten kleinen Rückschlag: Ich bin gestürzt. Das war nicht so schlimm, ein paar Abschürfungen und meine Hand war verstaucht; ich musste erstmal zwei Tage Pause machen. Trotzdem kam mir zum ersten Mal der Gedanke, ob das Ziel überhaupt realistisch ist, das ich verfolge. Ob das Rennen vielleicht auf einem Niveau ist, das ich gar nicht fahren kann.
Ich bin unsicher geworden und wollte auch keinen weiteren Sturz riskieren; also habe ich das Rennen abgesagt. Das Ziel, eigentlich fast schon der Traum, war damit zu Ende. Ich habe ein paar Tage gebraucht, um zu verstehen, warum mir das Rennen so wichtig war. Dann hab ich gecheckt: Mir ging es nie darum, ein Rennen zu gewinnen. Ich wollte mir damit aber beweisen, dass ich in der Lage bin, gegen andere in meiner Altersklasse anzutreten. Diese Erfahrung konnte ich nicht machen. Aber ich habe etwas anderes gelernt:
Mich hat die Vorbereitung auf das Rennen besser gemacht. Sie hat mir gezeigt, dass ich diszipliniert sein und auch mal was durchziehen kann. Diese Erfahrung ist mir viel mehr wert als jede Platzierung bei einem Rennen.
Für die letzte Trainingseinheit bin ich dann in die Berge gefahren. Dort hatte ich meinen ersten kleinen Rückschlag: Ich bin gestürzt. Das war nicht so schlimm, ein paar Abschürfungen und meine Hand war verstaucht; ich musste erstmal zwei Tage Pause machen. Trotzdem kam mir zum ersten Mal der Gedanke, ob das Ziel überhaupt realistisch ist, das ich verfolge. Ob das Rennen vielleicht auf einem Niveau ist, das ich gar nicht fahren kann.
Ich bin unsicher geworden und wollte auch keinen weiteren Sturz riskieren; also habe ich das Rennen abgesagt. Das Ziel, eigentlich fast schon der Traum, war damit zu Ende. Ich habe ein paar Tage gebraucht, um zu verstehen, warum mir das Rennen so wichtig war. Dann hab ich gecheckt: Mir ging es nie darum, ein Rennen zu gewinnen. Ich wollte mir damit aber beweisen, dass ich in der Lage bin, gegen andere in meiner Altersklasse anzutreten. Diese Erfahrung konnte ich nicht machen. Aber ich habe etwas anderes gelernt:
Mich hat die Vorbereitung auf das Rennen besser gemacht. Sie hat mir gezeigt, dass ich diszipliniert sein und auch mal was durchziehen kann. Diese Erfahrung ist mir viel mehr wert als jede Platzierung bei einem Rennen.
Dienstag, 30. September 2025
Eigentlich mag ich's so gar nicht, Bücher zu lesen. Bis jetzt hab ich immer nur dann gelesen, wenn’s Pflichtlektüre war im Deutsch- oder Englischunterricht.
Und dann immer nur so die ersten 20 Seiten, ab da hab ich die Hörbücher gehört oder einfach Zusammenfassungen geguckt.
In den Sommerferien hab ich meinen Bruder besucht. Der lebt in einer größeren Stadt, und da gibt's einige Buchläden.
Ich hab mir gedacht, warum nicht mal da reingehen - einfach durchstöbern und vielleicht ist ja was dabei.
In dem Buchladen gab’s ein Regal mit Büchern zu Philosophie und Religion, und die Bücher aus dem Regal sahen viel besser aus als die anderen. Mit so weichen Umschlägen und so crazy Goldverzierungen.
Ich habe mir dann ein Buch mitgenommen, das ich schon aus dem Reliunterricht kannte:
„Mahatma Gandhi - Worte des Friedens“.
Beim Lesen ist mir eine Sache aufgefallen. Früher fand ich Lesen echt hart-langweilig, weil man halt einfach nix nebenher machen kann. Man muss sich die ganze Zeit konzentrieren - aufs Lesen eben.
Aber mittlerweile finde ich, das ist das Beste am Lesen. Ich verbringe so viel Zeit auf Social Media oder mit anderen Sachen um mich herum. Da vergess' ich manchmal, zur Ruhe zu kommen und mir mal wieder eine Auszeit von der großen, bunten Welt zu nehmen, und von den ganzen Reizen und Dingen, die ständig um mich herum sind.
Mahatma Gandhi hat mir in diesem Sommer gutgetan. Und was gelernt hab ich auch.
Und dann immer nur so die ersten 20 Seiten, ab da hab ich die Hörbücher gehört oder einfach Zusammenfassungen geguckt.
In den Sommerferien hab ich meinen Bruder besucht. Der lebt in einer größeren Stadt, und da gibt's einige Buchläden.
Ich hab mir gedacht, warum nicht mal da reingehen - einfach durchstöbern und vielleicht ist ja was dabei.
In dem Buchladen gab’s ein Regal mit Büchern zu Philosophie und Religion, und die Bücher aus dem Regal sahen viel besser aus als die anderen. Mit so weichen Umschlägen und so crazy Goldverzierungen.
Ich habe mir dann ein Buch mitgenommen, das ich schon aus dem Reliunterricht kannte:
„Mahatma Gandhi - Worte des Friedens“.
Beim Lesen ist mir eine Sache aufgefallen. Früher fand ich Lesen echt hart-langweilig, weil man halt einfach nix nebenher machen kann. Man muss sich die ganze Zeit konzentrieren - aufs Lesen eben.
Aber mittlerweile finde ich, das ist das Beste am Lesen. Ich verbringe so viel Zeit auf Social Media oder mit anderen Sachen um mich herum. Da vergess' ich manchmal, zur Ruhe zu kommen und mir mal wieder eine Auszeit von der großen, bunten Welt zu nehmen, und von den ganzen Reizen und Dingen, die ständig um mich herum sind.
Mahatma Gandhi hat mir in diesem Sommer gutgetan. Und was gelernt hab ich auch.
Montag, 29. September 2025
Ich bin gerne mal alleine zu Hause. Dann mag ich es, zu kochen und laut Musik zu hören, oder mit dem Kater auf dem Sofa 'ne Serie zu gucken. Ich bin dann zwar alleine, aber einsam fühl’ ich mich dabei nicht. Ich weiß, dass nicht jeder so gut mit dem Alleinsein klarkommt. Meiner Schwester zum Beispiel geht es anders. Sie war in den letzten Jahren viel unterwegs mit dem Rad und zu Fuß, oft wochenlang und meistens alleine. Wir haben zwar miteinander telefoniert, aber sie hat mir immer wieder gesagt, dass sie sich oft einsam fühlt. Nicht, weil da keine Leute waren oder weil sie keinen Kontakt zu Freunden und Familie hatte. Nein, sie sagt: „Ich fühle mich einsam, wenn ich die ganzen schönen Dinge, die ich erlebe, nicht teilen kann.“ – Diese Erklärung hat mich echt überrascht. Ich dachte, sie ist einsam, weil sie eben monatelang alleine unterwegs ist. Aber nicht, weil das ganze Glück zu viel für sie alleine ist.
Klar, sie hat die ganzen schönen Sonnenauf- und -untergänge gepostet und davon erzählt.
Aber erlebt hat sie alle diese schönen Dinge eben alleine.
Ich glaube, es sind zwei Dinge, die wichtig sind, wenn wir uns einsam fühlen. Zum einen: erkennen und sagen können, warum genau wir uns einsam fühlen. Und dann, als zweites, zu spüren, was genau hilft. Meiner Schwester hat es geholfen, wenn wir gefacetimed haben: Und wir den Regenbogen über ihrem Zelt mitten in der schwedischen Wildnis gemeinsam angeschaut haben.
Klar, sie hat die ganzen schönen Sonnenauf- und -untergänge gepostet und davon erzählt.
Aber erlebt hat sie alle diese schönen Dinge eben alleine.
Ich glaube, es sind zwei Dinge, die wichtig sind, wenn wir uns einsam fühlen. Zum einen: erkennen und sagen können, warum genau wir uns einsam fühlen. Und dann, als zweites, zu spüren, was genau hilft. Meiner Schwester hat es geholfen, wenn wir gefacetimed haben: Und wir den Regenbogen über ihrem Zelt mitten in der schwedischen Wildnis gemeinsam angeschaut haben.
Sonntag, 01. Juni 2025
Ein Tag vor Ostern ist unsere Katze verschwunden.
Ich habe mir erst mal nichts dabei gedacht. Ich mein, Katzen haben ihren eigenen Kopf und sind eben auch mal länger draußen.
Meine Mom war sich aber sicher, dass da was nicht stimmt. Damit hatte sie recht. Bis zum Abend keine Katze.
Wir haben echt alles versucht, sie wiederzufinden. Plakate aufgehängt, auf Facebook geschrieben, mit jedem gesprochen, der vorbeigegangen ist. Wir sind alle mehrmals um das Haus herum, auf die Felder und in den Ort gelaufen. Auch zwei Tage später: keine Katze.
Meine Mom hat das ganze echt schön mitgenommen.
Ich glaube, das war das traurigste Osterfest, das wir je hatten.
Gott sei Dank ist zum Schluss alles gut geworden. Nach drei Tagen stand sie wieder vor der Tür. Sie war über die Osterfeiertage in einem leeren Haus eingesperrt, nur zwei Häuser weiter.
Ich weiß noch, wie fertig uns alle ihr Verschwinden gemacht hat. Weil uns so schlimme Sachen in den Kopf kamen: Jemand hat die Katze geklaut, ein Fuchs hat sie gerissen, sie liegt irgendwo verletzt und kann nicht zurückkommen.
Mir ist klar, dass solche Geschichten nicht immer so gut ausgehen wie bei uns. Aber manchmal ist es eben auch ganz einfach. Das Glück wartet dann tatsächlich hinter der nächsten Haustür. Auch wenn's vielleicht ein bisschen kitschig klingt, für uns war das ein kleines Osterwunder.
Ich habe mir erst mal nichts dabei gedacht. Ich mein, Katzen haben ihren eigenen Kopf und sind eben auch mal länger draußen.
Meine Mom war sich aber sicher, dass da was nicht stimmt. Damit hatte sie recht. Bis zum Abend keine Katze.
Wir haben echt alles versucht, sie wiederzufinden. Plakate aufgehängt, auf Facebook geschrieben, mit jedem gesprochen, der vorbeigegangen ist. Wir sind alle mehrmals um das Haus herum, auf die Felder und in den Ort gelaufen. Auch zwei Tage später: keine Katze.
Meine Mom hat das ganze echt schön mitgenommen.
Ich glaube, das war das traurigste Osterfest, das wir je hatten.
Gott sei Dank ist zum Schluss alles gut geworden. Nach drei Tagen stand sie wieder vor der Tür. Sie war über die Osterfeiertage in einem leeren Haus eingesperrt, nur zwei Häuser weiter.
Ich weiß noch, wie fertig uns alle ihr Verschwinden gemacht hat. Weil uns so schlimme Sachen in den Kopf kamen: Jemand hat die Katze geklaut, ein Fuchs hat sie gerissen, sie liegt irgendwo verletzt und kann nicht zurückkommen.
Mir ist klar, dass solche Geschichten nicht immer so gut ausgehen wie bei uns. Aber manchmal ist es eben auch ganz einfach. Das Glück wartet dann tatsächlich hinter der nächsten Haustür. Auch wenn's vielleicht ein bisschen kitschig klingt, für uns war das ein kleines Osterwunder.
Samstag, 31. Mai 2025
In den Osterferien war ich für ein paar Tage in Frankreich. An einem Abend hab ich mich überreden lassen, einen Tanzkurs zu besuchen – genauer: einen für bretonischen Gruppentanz.
Bei so einem Tanz hält man sich an den Händen oder am kleinen Finger und tanzt dann im Kreis durch den Raum. Das ist für die Bretagne typisch.
Ich hatte so was vorher noch nie gemacht und auch noch nie einen Tanzkurs besucht. Und das Ganze jetzt auch noch auf Französisch!
Ich lerne zwar in der Schule Französisch, aber viel bleibt da nicht hängen. Für ein Croissant beim Bäcker oder einen Kaffee reicht’s gerade noch.
Ich hab also schon geahnt, dass ich keine der Anweisungen verstehen werde. Aber es war trotzdem richtig cool! Neben sehr lustigen Gruppentänzen habe ich noch etwas anderes gelernt:
Meine alte Französischlehrerin hat immer gesagt: „Sprache verbindet.“ Wahrscheinlich hat sie damit auch recht gehabt.
Aber an diesem Abend habe ich erlebt, dass Tanzen und Musik noch viel mehr verbindet.
Um Musik zu fühlen, brauche ich keine Sprache. Tanzen kann ich zu jedem Lied, auch wenn ich den Text nicht verstehe.
Ich finde es immer noch beeindruckend, wie schnell ich dort mit Leuten connected habe, wie schnell da eine Stimmung und Atmosphäre entstanden ist – auch ohne Sprache, nur mit Tanzen und Musik.
Wenn ich mal wieder in Frankreich bin, dann melde ich mich auf jeden Fall nochmal zum bretonischen Gruppentanz an.
Bei so einem Tanz hält man sich an den Händen oder am kleinen Finger und tanzt dann im Kreis durch den Raum. Das ist für die Bretagne typisch.
Ich hatte so was vorher noch nie gemacht und auch noch nie einen Tanzkurs besucht. Und das Ganze jetzt auch noch auf Französisch!
Ich lerne zwar in der Schule Französisch, aber viel bleibt da nicht hängen. Für ein Croissant beim Bäcker oder einen Kaffee reicht’s gerade noch.
Ich hab also schon geahnt, dass ich keine der Anweisungen verstehen werde. Aber es war trotzdem richtig cool! Neben sehr lustigen Gruppentänzen habe ich noch etwas anderes gelernt:
Meine alte Französischlehrerin hat immer gesagt: „Sprache verbindet.“ Wahrscheinlich hat sie damit auch recht gehabt.
Aber an diesem Abend habe ich erlebt, dass Tanzen und Musik noch viel mehr verbindet.
Um Musik zu fühlen, brauche ich keine Sprache. Tanzen kann ich zu jedem Lied, auch wenn ich den Text nicht verstehe.
Ich finde es immer noch beeindruckend, wie schnell ich dort mit Leuten connected habe, wie schnell da eine Stimmung und Atmosphäre entstanden ist – auch ohne Sprache, nur mit Tanzen und Musik.
Wenn ich mal wieder in Frankreich bin, dann melde ich mich auf jeden Fall nochmal zum bretonischen Gruppentanz an.
Freitag, 30. Mai 2025
Auf TikTok habe ich Videos von einem christlichen Influencer gesehen. Der verkauft auch Merch. Was da auf den Pullis und T-Shirts steht, ist für mich aber alles andere als christlich. Auf einem steht ein Zitat aus der Schöpfungsgeschichte der Bibel. Da steht: „Er schuf sie als Mann und Frau.“
Das steht zwar so in der Bibel, aber die Message, die der Influencer vermitteln will, ist: Es gibt nur Mann und Frau und sonst nichts.
Ich bin auch Christ, aber ich seh das anders: Auf unserer Welt und bei Gott hat es Platz für mehr als nur Mann und Frau. Zum Beispiel auch für Transpersonen.
Und eigentlich gibt die Bibel auch genau das her.
In der Schöpfungsgeschichte ist nämlich immer die Rede von zwei Polen, die weit auseinander liegen. Da wird gesagt: Gott schuf Tag und Nacht, Himmel und Erde oder Land und Meer. Aber es gibt ja auch noch was dazwischen. Zum Beispiel sind zwischen Meer und Land auch Strand und Ufer. Und außerdem ist es bei uns ja nicht einfach nur hell und dunkel. Denn wir haben auch viele Farbtöne dazwischen, morgens ist der Himmel auch mal rosa und abends orange-rot, bevor's ganz dunkel wird.
Ich bin mir sicher, dass zur Schöpfung alles gehört. So verstehe ich das, was in der Bibel steht.
Würd' ich so ein Pulli mit 'nem Zitat aus der Schöpfungsgeschichte tragen, dann würde bei mir draufstehen: „Er schuf sie als Mann und Frau – und alles dazwischen“.
Das steht zwar so in der Bibel, aber die Message, die der Influencer vermitteln will, ist: Es gibt nur Mann und Frau und sonst nichts.
Ich bin auch Christ, aber ich seh das anders: Auf unserer Welt und bei Gott hat es Platz für mehr als nur Mann und Frau. Zum Beispiel auch für Transpersonen.
Und eigentlich gibt die Bibel auch genau das her.
In der Schöpfungsgeschichte ist nämlich immer die Rede von zwei Polen, die weit auseinander liegen. Da wird gesagt: Gott schuf Tag und Nacht, Himmel und Erde oder Land und Meer. Aber es gibt ja auch noch was dazwischen. Zum Beispiel sind zwischen Meer und Land auch Strand und Ufer. Und außerdem ist es bei uns ja nicht einfach nur hell und dunkel. Denn wir haben auch viele Farbtöne dazwischen, morgens ist der Himmel auch mal rosa und abends orange-rot, bevor's ganz dunkel wird.
Ich bin mir sicher, dass zur Schöpfung alles gehört. So verstehe ich das, was in der Bibel steht.
Würd' ich so ein Pulli mit 'nem Zitat aus der Schöpfungsgeschichte tragen, dann würde bei mir draufstehen: „Er schuf sie als Mann und Frau – und alles dazwischen“.
Donnerstag, 29. Mai 2025
Ich hab heute keine Schule. Weil Vatertag ist. Meine Freunde und ich ziehen mit dem Bollerwagen und zwei Kästen Bier über die Felder. Das passt eigentlich ganz gut zu einer Tradition von Christi Himmelfahrt, die ich kenn. So heißt der Feiertag heute und das ist der eigentliche Grund, warum die meisten frei haben: In meiner Gemeinde geht man an Himmelfahrt raus, nimmt Weihwasser mit und segnet Wiesen und Felder.
In der Bibel steht, dass Jesus an diesem Tag in den Himmel „aufgefahren“ ist. Früher habe ich gedacht, Jesus sitzt in einer Achterbahn und wird nach oben gezogen, bis er im Himmel ist. Aber jetzt, wo ich älter bin, verstehe ich diese Himmelfahrt anders: Jesus ist gestorben, an Ostern wieder auferstanden und einigen seiner Jünger begegnet. Er hat zu ihnen gesagt: Ich gehe zu meinem Vater, also zu Gott. Aber ihnen gleichzeitig versprochen, dass er trotzdem bei ihnen bleibt.
Und so verstehe ich auch Himmelfahrt viel besser. Jesus ist nicht irgendwo weit weg, sondern immer und überall bei uns. Überall zwischen Himmel und Erde. Wenn heute also wieder Felder und Wiesen gesegnet werden, dann verbinde ich auch damit: Jesus begleitet uns mit seinem Segen, drinnen und draußen. Auch, wenn wir über die Felder ziehen. Egal, ob wir da mit Weihwasser oder mit Bollerwagen unterwegs sind.
In der Bibel steht, dass Jesus an diesem Tag in den Himmel „aufgefahren“ ist. Früher habe ich gedacht, Jesus sitzt in einer Achterbahn und wird nach oben gezogen, bis er im Himmel ist. Aber jetzt, wo ich älter bin, verstehe ich diese Himmelfahrt anders: Jesus ist gestorben, an Ostern wieder auferstanden und einigen seiner Jünger begegnet. Er hat zu ihnen gesagt: Ich gehe zu meinem Vater, also zu Gott. Aber ihnen gleichzeitig versprochen, dass er trotzdem bei ihnen bleibt.
Und so verstehe ich auch Himmelfahrt viel besser. Jesus ist nicht irgendwo weit weg, sondern immer und überall bei uns. Überall zwischen Himmel und Erde. Wenn heute also wieder Felder und Wiesen gesegnet werden, dann verbinde ich auch damit: Jesus begleitet uns mit seinem Segen, drinnen und draußen. Auch, wenn wir über die Felder ziehen. Egal, ob wir da mit Weihwasser oder mit Bollerwagen unterwegs sind.
Mittwoch, 28. Mai 2025
Ich hab jetzt einen Plattenspieler. Aber meine neueste Errungenschaft ist auch gleichzeitig das Älteste, was ich besitze. Der Plattenspieler ist über 35 Jahre alt. Ich hab ihn bei meinen Großeltern in einem alten, staubigen Schrank gefunden und hat mal meiner Mama gehört, als sie so alt war wie ich.
Obwohl er schon so uralt ist, funktioniert er noch. Und ehrlich gesagt höre ich damit viel lieber Musik als über Spotify oder so. Der Plattenspieler macht Musik hören zu einem richtigen Erlebnis. Wenn ich ein Lied hören will, dann geht das ganz anders, als wenn ich beim Handy nur schnell auf Play drücke. Ich muss erstmal die Platte suchen, sie aus der Verpackung nehmen, auflegen und den Plattenspieler in Gang bringen. Das dauert, aber ich finde das toll, gerade weil man so viel machen muss, bevor man Musik hören kann.
Seit ich Platten höre, fühlt sich Musik ganz anders an. Ich überlege mir immer genau, welche Platte ich auflege, und dann nehme ich mir bewusst Zeit dafür. Bei einem Plattenspieler gibt es nicht einfach so ein Konsumverhalten und ich hab auch nicht so den Drang immer 'nen neuen Song zu suchen oder ein Lied zu überspringen, wenn mir das nicht gefällt. Nicht einfach schnell auf den nächsten Song zu klicken, lässt mich die Musik viel mehr wertschätzen und genießen. Das macht den Plattenspieler für mich so besonders. Und noch was: Das Ding sieht einfach verdammt cool aus.
Obwohl er schon so uralt ist, funktioniert er noch. Und ehrlich gesagt höre ich damit viel lieber Musik als über Spotify oder so. Der Plattenspieler macht Musik hören zu einem richtigen Erlebnis. Wenn ich ein Lied hören will, dann geht das ganz anders, als wenn ich beim Handy nur schnell auf Play drücke. Ich muss erstmal die Platte suchen, sie aus der Verpackung nehmen, auflegen und den Plattenspieler in Gang bringen. Das dauert, aber ich finde das toll, gerade weil man so viel machen muss, bevor man Musik hören kann.
Seit ich Platten höre, fühlt sich Musik ganz anders an. Ich überlege mir immer genau, welche Platte ich auflege, und dann nehme ich mir bewusst Zeit dafür. Bei einem Plattenspieler gibt es nicht einfach so ein Konsumverhalten und ich hab auch nicht so den Drang immer 'nen neuen Song zu suchen oder ein Lied zu überspringen, wenn mir das nicht gefällt. Nicht einfach schnell auf den nächsten Song zu klicken, lässt mich die Musik viel mehr wertschätzen und genießen. Das macht den Plattenspieler für mich so besonders. Und noch was: Das Ding sieht einfach verdammt cool aus.
Dienstag, 27. Mai 2025
Ich kann mir KI aus meinem Alltag gar nicht mehr wegdenken. Ich korrigiere meine E-Mails auf Rechtschreibung, lasse den KI-Chatbot für mich das Internet nach Dingen durchsuchen und rechne auch mal eine Excel-Tabelle damit aus. KI ist einfach eine große Hilfe für mich. Gefühlt hat das Ganze nur Vorteile; aber eben nur gefühlt.
Dass ChatGPT und andere KIs in Deutschland und Europa so gut laufen und mittlerweile schon so viel können, das liegt vor allem an den sogenannten Datenarbeitern im Globalen Süden, zum Beispiel in Indien oder Kenia.
Viele dieser Arbeiter sind IT-Fachleute und können echt was – doch sie werden ausgebeutet, für unsere Zwecke und unsere Technologien.
Wir bekommen davon nichts mit, aber was da abgeht, ist ganz schön krass:
Damit KI immer freundlich antwortet, muss man ihr beibringen, was sie nicht sagen darf und welche Inhalte sie löschen muss. Das müssen die Datenarbeiter erledigen. Deswegen schauen sie jeden Tag für wenig Geld und ohne psychologische Begleitung Gewaltvideos und Pornografie und bewerten den Inhalt.
In Deutschland würde so etwas in dem Ausmaß nicht gehen, denn solche Arbeitsbedingungen und Löhne sind menschenunwürdig und deshalb bei uns nicht erlaubt.
Für mich heißt das nicht, KI zu boykottieren – ich glaube, das wäre der falsche Weg. Aber ich finde, dass es für solche Jobs angemessene Löhne und vor allem psychologische Begleitung braucht.
Ich finde es wichtig, das bei der Nutzung von KI im Hinterkopf zu behalten.
Dass ChatGPT und andere KIs in Deutschland und Europa so gut laufen und mittlerweile schon so viel können, das liegt vor allem an den sogenannten Datenarbeitern im Globalen Süden, zum Beispiel in Indien oder Kenia.
Viele dieser Arbeiter sind IT-Fachleute und können echt was – doch sie werden ausgebeutet, für unsere Zwecke und unsere Technologien.
Wir bekommen davon nichts mit, aber was da abgeht, ist ganz schön krass:
Damit KI immer freundlich antwortet, muss man ihr beibringen, was sie nicht sagen darf und welche Inhalte sie löschen muss. Das müssen die Datenarbeiter erledigen. Deswegen schauen sie jeden Tag für wenig Geld und ohne psychologische Begleitung Gewaltvideos und Pornografie und bewerten den Inhalt.
In Deutschland würde so etwas in dem Ausmaß nicht gehen, denn solche Arbeitsbedingungen und Löhne sind menschenunwürdig und deshalb bei uns nicht erlaubt.
Für mich heißt das nicht, KI zu boykottieren – ich glaube, das wäre der falsche Weg. Aber ich finde, dass es für solche Jobs angemessene Löhne und vor allem psychologische Begleitung braucht.
Ich finde es wichtig, das bei der Nutzung von KI im Hinterkopf zu behalten.
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