Rebekka
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Mittwoch, 23. Juli 2025
Eine Gruppe zieht durch die Wüste. Einige sind Muslime, die breiten abends ihre Teppiche aus und beten. Ein Gelehrter fragt sie: „Warum betet ihr? Habt ihr Allah jemals gesehen, angefasst oder gefühlt?“ Die Muslime antworten nicht. Am Morgen kommt der Gelehrte aus seinem Zelt: „Heute Nacht war ein Kamel hier.“ Ein Muslim fragt ihn „Woher weißt du das, hast du es etwa gesehen, angefasst oder gefühlt?“ Der Gelehrte meint nur „Nein, aber man sieht doch hier überall die Fußspuren.“ Der Muslim zeigt auf den Horizont, wo gerade wunderschön die Sonne aufgeht, und sagt: „Da, sehen Sie, die Fußspur Gottes.“
Ich glaube, dass jeder selbst entscheiden darf, wo er die Fußspur Gottes erkennt. Glaube ist wie ein Kuchenrezept. Die Grundzutaten sind alle gleich: Mehl, Zucker, Butter, Eier. Das ist der Teil, der gläubige Menschen miteinander verbindet. Sie glauben an Gott und dass es nach dem Tod ein Leben bei ihm gibt – in der Bibel, im Koran, in der Tora. Dazu kommen dann besondere Zutaten, wie Kakao oder Schokostückchen. Das ist mein Teil des Glaubens: meine Beziehung zu Gott, worin ich ihn erkenne, wie ich Gott in meinem Leben spüre.
Das Grundrezept ist die Basis meines Glaubens. Aber für einen super Kuchen, also ein Leben mit Gott, muss ich eigene Zutaten finden. Und genau so finde ich auch Gott: in der Musik, im Gebet, in Menschen – oder in einem wunderschönen Sonnenaufgang.