Das Handy klingelt und meine Freundin ist dran: Wir haben uns schon länger nicht mehr gehört und quatschen voll drauf los. Sie erzählt mir von einem coolen Projekt, an dem sie grade arbeitet. Und eine Japanreise für nächstes Jahr haben ihr Freund und sie jetzt auch gebucht.
Als ich auflege, habe ich plötzlich ein komisches Gefühl. Ich fange an, mich mit meiner Freundin zu vergleichen: Bei der Arbeit läuft´s bei mir momentan eher routiniert. Und sowas cooles wie einen Japanurlaub plane ich auch nicht. Auf einmal bin ich unzufrieden mit meinem Leben.
Ich habe mal in einem Buch den Satz gelesen: Vergleiche dich nicht mit anderen, sondern mit der Person, die du gestern warst.
Das probiere ich aus. „Gestern“, oder sagen wir mal vor einem halben Jahr war ich noch nicht so routiniert bei der Arbeit. Da musste ich mich noch mühsam in die ganzen Abläufe einarbeiten und ständig bei Kollegen nachfragen. Und vor einigen Monaten hatte ich noch einen fiesen Streit mit einem Freund und war so beleidigt, dass ich mich gar nicht mehr bei ihm melden wollte. Mittlerweile habe ich es geschafft, auf ihn zuzugehen. Obwohl ich mir das damals nie hätte vorstellen können.
Mich mit meiner Freundin oder anderen zu vergleichen, bringt nichts. Mich mit mir selbst zu vergleichen, bringt mich dagegen tatsächlich weiter. So kann ich meine Energie dafür nutzen, das zu verändern, was ich in meinem Leben vielleicht tatsächlich verändern will.