Ich finde es manchmal ganz schön schwierig, jemanden zu trösten. Oft will ich irgendwie helfen, aber es passiert mir dann, dass ich ganz viel rede. Ich versuche irgendwelche Tipps zu geben oder die Situation zu analysieren. Aber wenn ich selbst getröstet werden muss, finde ich so Floskeln wie „Lass den Kopf nicht hängen“ oder „es könnte ja schlimmer kommen“ ganz furchtbar.
In der Bibel steht die Geschichte von Hiob. Ihm ist ganz viel schlimmes Zeug passiert. Da bekommt er Besuch von seinen drei Freunden. Die haben alle tolle Tipps und Ideen. Sie meinen, dass er vielleicht irgendwas falsch gemacht hat oder sagen, dass er sich halt nicht so anstellen soll. Irgendwann wird es Hiob zu blöd und er schnauzt seine Freunde an. Sie trösten ihn nicht, sondern machen alles nur schlimmer.
Deswegen finde ich die Geschichte von Hiob so spannend. Die Freunde reden seitenweise auf ihn ein, aber letztlich hilft ihm das gar nicht. Ich glaube, um jemanden trösten zu können, muss man vor allem gut zuhören können. Denn nur dann erfährt man, wie es dem anderen wirklich geht und was ihm helfen könnte. Vielleicht will er sich einfach nur mal auskotzen. Manchmal reicht das ja schon. Dann hilft zuhören mehr als alle Tipps der Welt.