Mein Neffe wird diesen Monat ein Jahr alt. Wir feiern mit ihm ein Jahr voller Entdeckungstouren. Alles in seiner Nähe wird angefasst und in den Mund genommen. Es muss erlebt, ertastet und ausprobiert werden. Dabei geht auch einiges kaputt. Oft nimmt er das aber gar nicht so wahr. Er nimmt eine Scherbe in die Hand und zeigt sie seiner Mama mit den Worten „da, da, da“.
Sein Vertrauen fasziniert mich. Er zeigt seiner Mama einfach die Scherben und scheint zu sagen „Guck mal, was ich gemacht habe, kannst du damit was anfangen?“ Er rechnet nicht mit einer Bestrafung, sondern geht mit seinen Scherben ganz selbstverständlich zu Mama. Dann kann die Entdeckertour weitergehen. Mama wird es schon in Ordnung bringen.
Ich merke oft, dass ich das nicht so einfach kann. Ich möchte meine Fehler meist nicht zugeben und sie verstecken. Am liebsten keine Schwäche zeigen. Manche Konflikte z.B. in Freundschaften oder in der Arbeit bleiben daher ungeklärt.
Jesus hat mal die Menschen dazu aufgefordert, wie die Kinder zu werden und sich vertrauensvoll an Gott zu wenden. Das steht so in der Bibel. Er wartet darauf, dass ich ihm die Scherben, meine Schwächen und Fehler bringe. Er ist sozusagen der Fachmann für alle Brüche in meinem Leben und trötet und hilft mir wie eine Mutter.