»Bedingungslose Liebe« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 22.10.2019 gesendet.
Zwei meiner Cousins sind transsexuell. Die beiden sind als Mädchen auf die Welt gekommen, sind jetzt aber Männer. Ich habe das eigentlich schon als Kind gemerkt. Sie haben lieber Jungs-Klamotten angezogen, hatten männliche Haarschnitte und waren als Kinder auch schnell bereit, im Streit zu kämpfen. Wie Jungs, obwohl sie im Körper von Mädchen stecken. Transsexuell eben.
Für die beiden war das nicht leicht. Bevor sie sich outen konnten hatten sie viele Sorgen. Dass die Familie es nicht akzeptieren könnte, Angst vor den vielen Op’s, vor der Reaktion zukünftiger Arbeitgeber, den Kosten und vielem mehr.
Seit sie es in der Familie und bei Freunden gesagt haben, sind sie viel ausgeglichener geworden. Die Familie und Freunde haben wirklich toll reagiert. Alle akzeptieren und unterstützen sie. Die Eltern, die Oma, die Tanten und Onkels, Freunde und seit einiger Zeit auch ihre Partnerinnen. Wir begleiten sie zu Operationen, sprechen viel und offen über ihre Erfahrungen und freuen uns mit ihnen über jeden kleinen Schritt.
Mir ist dabei klar geworden: Nicht nur ich, sondern auch alle anderen die sie begleiten sind dazu fähig jemanden bedingungslos zu lieben und anzunehmen. So wie er ist. Ich definiere den Wert eines Menschen nicht über sein Geschlecht. Ich glaube, dass Gott da genauso ist und jeden von uns bedingungslos liebt. Er hat uns ja immerhin so gemacht wie wir sind.
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»Freundschaft auf Distanz« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 18.10.2019 gesendet.
Meine beste Freundin ist vor kurzem weggezogen. Ich bin total zwiegespalten deswegen. Ich freue mich riesig für sie, weil sie einen tollen Job und eine tolle Wohnung gefunden hat. Aber ich bin eben auch sehr traurig, dass ich sie jetzt nicht mehr so oft sehen kann. Außerdem habe ich am Anfang befürchtet, dass wir uns vielleicht aus den Augen verlieren könnten.
Ich bin fest entschlossen alles zu tun, um an dieser Freundschaft festzuhalten, weil meine Freundin für mich wirklich etwas Besonderes ist. Sie kennt mich wie nur wenige mich kennen. Und sie akzeptiert mich mit all meinen Macken, auch mit meiner Macke immer alles zu organisieren. So ein Glück hat man nicht oft im Leben.
Ich habe angefangen einfach regelmäßig zu schreiben. Teilweise banale Dinge. Zum Beispiel, wenn es auf der Arbeit Streit gibt, oder einfach, wenn ich an sie denken muss. Ich frage sie, wie es ihr geht und was sie macht. Ich versuche so, an ihrem Leben teil zu haben und sie an meinem Leben teilhaben zu lassen. Ich freue mich mit ihr, bin mit ihr traurig und wir machen zusammen Quatsch. Wir erhalten all das aufrecht, was eine Freundschaft ausmacht. Natürlich fehlt sie mir noch, aber jetzt bin ich zuversichtlich, dass wir beide es schaffen, als Freundinnen in Kontakt zu bleiben.
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»Heimweh« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 17.10.2019 gesendet.
Mein Vater ist Italiener und wir haben sehr viel Familie in Italien. Ich bin die letzten fünf Jahre nicht hingefahren, weil ich entweder keine Zeit oder kein Geld dafür gehabt habe. Deswegen habe ich momentan sehr starkes Heimweh. Vor kurzem habe ich mich mit einem Bekannten darüber unterhalten.

Er kann mich zwar verstehen, aber er sieht das total anders. Das hat mich überrascht und hab ihn dann gefragt warum. Er ist auch Christ wie ich. Und er meint, dass Jesus will, dass jeder seine Familie verlassen soll, um die Welt zu gestalten. Er findet, dass das wie beim Wasser ist, das von der Quelle wegfließen muss um die Natur zum Wachsen zu bringen.

Ich denke seit ein paar Tagen darüber nach. Ich bin jetzt zu dem Schluss gekommen, dass das Heimweh für mich trotzdem in Ordnung ist. Ich gehe ja unabhängig von meiner Familie meinen Weg. Aber wenn wir getrennt sind, fehlt sie mir trotzdem. Ich habe meine Quelle verlassen, aber ich hinterlasse auch eine Spur, die mich immer zurückfinden lässt. So vergesse ich nie woher ich komme.
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»Vergebung« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 14.10.2019 gesendet.
Vor sieben Jahren ist eine meiner wichtigsten Freundschaften zerbrochen. Wir haben zwar keinen Streit gehabt, aber meine Freundin hat mich sehr enttäuscht. Ich habe damals eine wirklich schwere Zeit gehabt. Sie hat sich in der Zeit gar nicht bei mir gemeldet. Ich habe mich gefühlt, als ob sie mich fallen lässt. Das hat mich wirklich verletzt. Ich habe ihr bis heute nicht verzeihen können.

Wir haben uns danach nicht mehr getroffen. Bis gestern. Ich bin gerade in der Stadt einkaufen und sehe auf einmal, wie sie auf mich zukommt. Ich habe gar nicht gewusst wie ich reagieren soll. Ich habe trotzdem allen Mut zusammengenommen und bin auf sie zugegangen. Dann habe ich gemerkt, dass es gar nicht sie gewesen ist. Ich habe erst da wieder aufatmen können.

Trotzdem denke ich seitdem die ganze Zeit darüber nach. Ich glaube, ich bin so geschockt, weil ich ihr immer noch nicht vergeben hab. Unterschwellig ist alles noch da. Die Enttäuschung und die Verletzung. Deshalb will ich das jetzt klären und versuchen ihr zu verzeihen. Als Christin ist es für mich wichtig, dass ich vergeben kann. Ich habe jetzt beschlossen, dass ich sie um ein Gespräch bitte. Eine Freundschaft ist für mich nicht mehr möglich. Aber ich möchte das besser abschließen können. Vermutlich hilft es, wenn wir miteinander reden und ich ihr dann vielleicht vergeben kann.
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»Gefahren im Netz« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 08.09.2019 gesendet.
Ich habe vor kurzem ein Video gesehen. Zwei Jugendliche chatten miteinander. Die beiden schreiben jeden Tag und verlieben sich langsam. Sie wollen sich also irgendwann sehen und machen einen Treffpunkt aus. Der Junge verspricht Schwarz zu tragen und das Mädchen möchte etwas Pinkes anziehen. Dann kommt der Schock. Die beiden Teenager laufen im Park aufeinander zu und bleiben plötzlich erschrocken stehen. Zuerst schwenkt die Kamera auf den Jungen, der gar keiner ist. Stattdessen ist ein 60-jähriger Mann zu sehen. Dann schwenkt die Kamera zurück auf das Mädchen. Aber da steht auch ein Mann um die 60. Das sitzt.
Das Video macht auf Gefahren im Internet aufmerksam. Und das finde ich sehr wichtig. In diesem Video geht es darum, dass ältere Menschen sich als Jugendliche ausgeben. Ihnen geht es um Sex. Ich finde das erschreckend. Es gibt ja auch noch andere Gefahren. Ich finde es deswegen wichtig, dass ich mich im Internet schütze.
Ich mache mir zum Beispiel bewusst, dass ich da oft nicht weiß, mit wem ich wirklich schreibe. Ich treffe mich nie mit Fremden und schicke auch niemandem Bilder von mir zu. Und schon gar nicht meine Adressdaten. Ich deaktiviere auch meinen Standort auf dem Smartphone. So fühle ich mich einfach sicherer.
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»Work, eat, sleep« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 06.09.2019 gesendet.
Work, eat, sleep, repeat. Den Spruch hab ich schon in vielen
unterschiedlichen Abwandlungen gehört. Arbeiten, essen, schlafen,
und dann wieder dasselbe von vorn. Wie in einer endlosen Spirale.

Manchmal habe ich auch das Gefühl, in so einer Spirale gefangen zu sein. Ich arbeite, esse abends noch schnell was und falle dann müde ins Bett.

Das rede ich mir zumindest ein. Ich könnte nämlich mehr Freizeit
haben. Ich müsste einfach mal lernen „Nein!“ zu mir zu sagen. Nein,
ich nehme keinen weiteren Job an und gehe stattdessen öfter zum Sport.
Nein, ich übernehme den Auftrag jetzt nicht, weil auch andere das gut können und treffe mich dafür mit Freunden.

Ich hab das jetzt schon öfters versucht. Und plötzlich habe ich auch Zeit für Anderes. Am liebsten mache ich dann Musik. Dabei kann ich wirklich entspannen und meine Sorgen ablegen. Auch in der Woche gibt es ja so einen Moment, wo ich „Nein“ zur Arbeit sage. Am Sonntag. Das finde ich wirklich wichtig. Ich mache dann gar nichts für die Arbeit.

Das tolle daran ist, dass die Pausen gar kein Schaden anrichten. Im Gegenteil. Bei mit tragen sie dazu bei, dass ich dann wieder konzentrierter arbeite. Aber nicht nur das. Für mich geht es dabei vor allem auch um ein Stück Lebensqualität.
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»Mama auf Zeit« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 24.08.2019 gesendet.
Eine Dokumentation, die ich vor kurzem gesehen habe hieß „Mama auf Zeit“. Die Dokumentation hat von Frauen berichtet, die übergangsweise Kinder bei sich aufnehmen. Die Kinder, die zu Ihnen kommen sind gefährdet, weil sie in vielen Fällen von ihren Eltern missbraucht oder vernachlässigt werden. Sie müssen daher schnell an einem sicheren Ort untergebracht werden.

Mich beschäftigt das. Diese Frauen nehmen ein Kind in Not bedingungslos in die eigene Familie auf und sie versuchen, ihm Nestwärme und Liebe zu schenken.

Ich frage mich ob ich sowas irgendwann auch schaffen kann. Ich finde es einfach sehr wichtig, dass es Menschen gibt, die anderen in Not helfen. Allerdings ist das Ganze alles andere als einfach. Ich weiß ja nicht, was die Kinder zuvor erlebt haben und wie sie das beeinflusst hat. Außerdem sind die Kinder wirklich auf Zeit in der Familie und ich müsste sie irgendwann wieder gehen lassen. Ich glaube das könnte ich nicht so leicht verkraften.

Auch wenn ich es vermutlich selbst nicht kann, beruhigt es mich, dass es Menschen gibt, die so stark sind und so ein großes Herz haben.
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»Kleidung im Überfluss« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 22.08.2019 gesendet.
10.000 Dinge. Ich mal gehört so viel soll ein Durchschnittseuropäer besitzen. 10.000 Dinge. Und wenn ich so an meinen Kleiderschrank denke, kommt allein da schon eine ganze Menge zusammen.

Eigentlich weiß ich ganz genau, unter welchen Umständen solche Kleider produziert werden. Bei der Produktion von Kleidung wird viel Wasser verbraucht und Chemikalien gelangen in die Umwelt. Außerdem wird Kleidung oft im Ausland produziert, wo die Arbeitsbedingungen oft unmenschlich sind. Das ist weder ökologisch noch fair und ich will das nicht unterstützen.

Ich habe mich deshalb schon vor einer Weile entschlossen, Second-Hand-Kleidung zu kaufen und verkaufen. Das mach ich auch schon seit ungefähr 3 Jahren wo es geht. Das ist schon mal ein kleiner Beitrag für die Umwelt.

Aber ich finde da geht noch mehr! Deshalb habe ich mich jetzt entschlossen nichts mehr zu kaufen, was nicht wirklich gebraucht wird. So belaste ich die Umwelt nicht mehr als nötig und unterstütze nicht, dass Menschen unter unmöglichen Bedingungen arbeiten müssen. Das fühlt sich für mich einfach viel besser an.
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»Offenheit« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 19.08.2019 gesendet.
Gestern Abend bin ich bei einer Geburtstagsparty gewesen. Ich habe mich da total fehl am Platz gefühlt. Ich bin nur da gewesen, weil das Geburtstagskind mir so wichtig ist. Klar die Leute sind alle nett zu mir gewesen, aber ich habe nicht gewusst, worüber ich reden sollte und bin dann halt einfach ruhig geblieben. Zwischendurch habe ich mich über mich selbst geärgert. Ich hab mich gefragt, warum es mir eigentlich so schwerfällt, einfach mal ein Thema anzuschneiden. Ich meine irgendetwas, über das man sprechen kann findet sich doch immer.

Also habe mich überwunden und einfach mal angefangen Smalltalk zu führen, Interesse am Anderen zu zeigen. Zum Beispiel habe ich gefragt, was die anderen beruflich machen. Das ist am Anfang etwas holprig gewesen aber dann hat es eigentlich ganz gut geklappt. Am Ende haben wir uns wirklich gut unterhalten und es hat mir sogar Spaß gemacht. Wir haben sogar die ein oder anderen Gemeinsamkeiten finden können.

So haben wir dann doch noch einen schönen Abend miteinander verbracht und ich habe mir vorgenommen in Zukunft gleich etwas offener zu sein.
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»Freundschaft« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 27.05.2019 gesendet.
In letzter Zeit habe ich ein klein wenig Probleme mit meiner Gesundheit gehabt. Immer wieder auch mit starken Schmerzen. Bei allen Ärzten habe ich bis jetzt das Gefühl gehabt, nicht ernst genommen zu werden. Keiner von ihnen hat mir letztendlich helfen können. Ich habe mich deswegen im Stich gelassen gefühlt.

Je länger die Geschichte gedauert hat umso mehr Bekannte, Freunde und Kollegen haben es natürlich auch mitbekommen und nachgefragt. Zuerst war mir das eher unangenehm. Dann ist mir aber klar geworden, wie viele Leute tatsächlich um mich besorgt sind. Eigentlich wurde ich überhaupt nicht im Stich gelassen. Alle waren bemüht mir zu helfen. Dank der Hilfe einer Bekannten habe ich es zum Beispiel dann auch noch geschafft, einen Arzt zu finden, der mir helfen konnte.

Jetzt geht es mir nicht nur gesundheitlich wieder gut. Ich weiß auch, dass ich mich auf meine Freunde verlassen kann. Das ist ein tolles Gefühl. Wenn es mal schlecht läuft, sind meine Freunde und meine Familie für mich da. Das macht für mich auch eine Freundschaft aus. Deshalb ist es mir wichtig, für die Anderen auch so eine Freundin zu sein.
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