»Das Böse« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 19.09.2020 gesendet.
Als Teenager bin ich einmal von Mädels verprügelt worden. Ich habe damals gar nicht verstanden warum und mich immer gefragt, wieso die das mit mir gemacht haben. Später habe ich dann ein Mädel gefragt und sie wusste es selbst nicht. Ich schätze ich war einfach zur falschen Zeit am falschen Ort.
Wenn ich das Freunden erzähle, sind sie immer sehr geschockt und bezeichnen, die Mädels als böse. Aber ich will nicht denken, dass sie nur böse sind. Ich glaube niemand ist durch und durch böse.
Es gibt ja auch Menschen, die gewalttätig werden, weil sie keinen anderen Ausweg sehen oder unter Druck stehen. Deswegen sind die Menschen ja nicht an sich böse, sondern entscheiden sich eben manchmal für das Falsche. Jesus unterscheidet auch zwischen Tat und Person. Das bedeutet wer Böses tut, handelt schlecht aber ist nicht böse.
Mir ist es wichtig, mir das bewusst zu machen. Wir Menschen sind alle unvollkommen und machen Fehler. Und deshalb ist für mich ein Täter nicht einfach nur ein Täter, sondern eine Person die einen Fehler gemacht hat. Wenn ich versuche das so zu sehen, kann ich neben den Fehlern auch wieder den Menschen sehen. Und so ist es mir dann auch gelungen den Mädels zu verzeihen.
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»Corona-Krise als Chance« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 05.09.2020 gesendet.
Gestern habe ich mich mit meinem Nachbarn unterhalten. Der meinte dann zu mir, dass er es gut fände, wenn man nach der Corona-Krise wieder mehr Atomkraftwerke in Betrieb nimmt und generell nicht so sehr auf die Umwelt, sondern mehr auf die Wirtschaft achtet.
Mich hat das ehrlich gesagt erschreckt. Ich kann zwar die Sorge und Verzweiflung derer verstehen, die um ihre Existenz bangen, aber ich verstehe nicht inwiefern es uns hilft, wenn wir die Umwelt ignorieren. Ich möchte die Umwelt nicht aus wirtschaftlichen Gründen ignorieren oder sogar belasten.
Ich habe neulich ein paar Audio-Aufnahmen im Wald gemacht. Auf diesen Aufnahmen sind keine Flugzeuge oder Autos zu hören. Vor der Krise konnte ich keine zwei Minuten aufnehmen, ohne dass ein Flugzeug, Auto, Mähdrescher oder etwas anderes die Aufnahme gestört hat. Da ist mir erst einmal richtig bewusst geworden, wie sehr wir die Umwelt belasten. Ständig wird gefahren und geflogen. Ich denke, dass solche Erfahrungen uns allen helfen können, nach der Krise etwas umweltbewusster zu denken.
Ich wünsche mir, dass die Mühen der Fridays for Future-Bewegung und aller derer, die sich für unsere Umwelt einsetzen, nicht vergebens sind. Ich hatte vor der Krise das Gefühl, dass langsam ein Umweltbewusstsein entsteht. Ich hoffe, dass das nicht verloren geht.
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»First-World-Problems« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 04.09.2020 gesendet.
First-World-Problems. Das sind Probleme, die man nur haben kann, wenn man schon einen gewissen Luxus genießt. Zum Beispiel, wenn ich genervt bin, weil meine elektrische Zahnbürste nicht geladen ist oder weil ich noch Tanken gehen muss, bevor ich in die Arbeit kann.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass es mir in Deutschland so gut geht, dass ich das gar nicht mehr wirklich sehen kann. Ich will nicht sagen, dass es in Deutschland keine Probleme gibt. Auch hier sind Menschen krank oder in Not. Aber ich muss zugeben, dass ich mich manchmal ein wenig ärgere, wenn sich bei mir jemand beklagt, weil er wegen der Pandemie nicht in den Urlaub fahren kann oder weil Feiern gerade nicht geht. Das ist für mich ein echtes First-World-Problem.
Wenn ich da an meine Familie in Italien denke, für die selbst ohne Pandemie im Sommer nicht immer genug Wasser da ist, bin ich einfach nur froh, dass ich ein Dach über dem Kopf habe, genug zu Essen und die medizinische Versorgung hier in Deutschland so gut ist. Das Wetter ist zurzeit meistens großartig und wir haben viele Freiheiten trotz Corona-Krise. Ich will mich daher nicht beklagen, sondern einfach dankbar sein, dass es mir vergleichsweise gut geht.
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»Tunnelblick« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 02.09.2020 gesendet.
In den letzten Wochen und Monaten war Corona das Thema Nummer eins in den Nachrichten. Ich habe eine Zeit lang fast schon einen Tunnelblick bekommen und nur noch Corona wahrgenommen. Und dabei gibt es doch auch so viele andere Probleme.
Zum Beispiel sowas, wie die große Explosion in Beirut oder die Ölkatastrophe auf Mauritius. Diese Ereignisse haben mir nochmal klar gemacht, wie viel andere Probleme es auf der Welt auch noch gibt, die angegangen werden müssten. Viele davon nehme ich einfach gar nicht wahr.
Aber das ist glaube ich der entscheidende Punkt: Mein Tunnelblick hindert mich daran. Ich möchte aber bewusst durch die Welt gehen und sehen, was links und rechts von mir passiert. Es soll sich ja nicht nur alles um mich drehen. Deshalb will ich auch mit anderen darüber sprechen.
Dann kann ich die Ereignisse mal in Relation zu meiner Umwelt setzen und es dreht sich nicht mehr alles um mich und meine Sorgen, sondern vielleicht auch um meine Mitmenschen.
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»Kleine Wunder« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 31.08.2020 gesendet.
Seit ungefähr einem Jahr beschäftige ich mich mit Pflanzen. Am Anfang war das gar nicht so leicht, ich habe mir immer wieder Pflanzen gekauft, die mir dann eingegangen sind. Mit viel Übung und Zuwendung habe ich aber langsam ein Gespür dafür bekommen.
Ich habe zum Beispiel die letzten Wochen aus Avocado-Samen kleine Avocado-Bäumchen oder aus den Blättern meiner kaputten Steinpflanze mehrere neue Steinpflanzen herangezogen.
Es war so spannend den Pflanzen beim Wachsen zuzusehen. Für mich ist es immer wieder wie ein kleines Wunder, wenn aus einem Samen ein Baum oder aus einem Blatt eine neue Pflanze heranwächst.
Diese kleinen Alltagswunder bereiten mir unheimlich viel Freude. Ich bin davon einfach fasziniert und wenn ich so eine Pflanze wachsen sehe, dann kann ich gar nicht anders, als an Gott zu glauben. Das ist es auch was meinen Glauben für mich prägt. Ich sehe Gott vor allem in den kleinen Details. Wunder die, man manchmal auch gerne übersieht, die einen aber immer umgeben.
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»Lockerungen« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 20.07.2020 gesendet.
Die letzten Wochen wurden überall die Maßnahmen gegen Corona ein wenig gelockert. Italien hat zum Beispiel seine Grenzen wieder für Urlauber geöffnet. Ich freue mich zwar wahnsinnig darüber und würde am liebsten gleich raus stürmen, aber ich mache mir auch Sorgen.
Klar, manche Lockerungen sind sinnvoll, aber es gibt immer Menschen die unvernünftig handeln und damit andere gefährden. Ich habe zum Beispiel Familie in Italien und habe Angst was passiert, wenn viele Touristen dort hinfahren.
Das hat für Italien sicher viele Vorteile, vor allem für die Wirtschaft. Aber was, wenn die Touristen das Virus wiederbringen und es dort wieder so schlimm wird? Darüber möchte ich gar nicht nachdenken. Deshalb finde ich es umso wichtiger die Lockerungen vernünftig anzugehen und selbst Verantwortung zu übernehmen. Ich frage mich, wenn ich etwas mache, ob es wirklich nötig ist und versuche dabei immer Rücksicht auf die Schwächeren zu nehmen. Das ist nicht immer leicht, aber es wird auch nicht ewig so bleiben. Und wenn ich Leben retten kann, indem ich ein wenig verzichte, mache ich das wirklich gerne.
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»Ich brauche nichts« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 13.06.2020 gesendet.
Jetzt wo mein Geburtstag bald kommt, fragen mich meine Freunde immer, was ich mir wünsche oder was ich brauche. Ich habe die ganze Zeit überlegt, was ich noch brauchen könnte und mir ist einfach nichts eingefallen. Ich bin selbst überrascht und mir ist wieder klar geworden wie gut es mir geht. Ich habe ein Dach über dem Kopf, keinen Hunger und ich besitze eher zu viel Krimskrams als zu wenig.
Klar, kann ich mir immer noch irgendwas dazu wünschen. Aber brauchen tu ich eigentlich nichts. Dafür bin ich dankbar, weil ich weiß, dass das nicht allen so geht.
Es gibt überall Menschen in Not, ohne Dach über dem Kopf oder etwas zu essen. Wenn ich in der Stadt durch die Fußgängerzone gehe, sehe ich da immer Leute sitzen, die betteln, weil es ihnen nicht so gut geht. Und in anderen Ländern geht es vielen sogar noch schlechter.
Ich finde einfach, ich habe so viel, da kann ich mein Glück auch mit anderen teilen. Ich suche mir jetzt nochmal eine Organisation, an die ich spenden kann. Ich möchte vor allem für Kinder in Not spenden. Wenn ich mit meinem Glück ihres auch steigere ist das doch eine tolle Sache.
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»Befremdlich« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 11.06.2020 gesendet.
Ich komme gerade vom Tierarzt mit meiner Katze. Sie ist kastriert worden. Als ich so im Wartezimmer gesessen bin, war ich ziemlich geschockt. Ich habe gesehen, wie Assistenten vom Tierarzt einen intubierten Hund für eine Not-Op auf einer Trage hereingefahren haben. Das finde ich irgendwie befremdlich.
Ich mache mir schon die ganze Zeit Gedanken darüber und weiß nicht so wirklich, was ich davon halten soll. Ich verstehe die Herrchen und Frauchen der Tiere total. Ich will ja auch, dass es meiner Katze gut geht. Aber irgendwie bleibt mir da so ein Beigeschmack. Wie kann ich meine Katze operieren lassen, wenn auf der Welt Menschen Operationen und Nahrung viel nötiger haben. Da hat mich dann ein schlechtes Gewissen gepackt.
Ich bin oft so in meiner Welt gefangen, dass ich manchmal total vergesse, wie schlecht es anderen geht. Ich habe nicht nur genug Nahrung und Geld für mich, sondern auch noch für meine Katze.
Ich würde meine Katze jetzt auch nicht einfach sterben lassen, aber ich habe mir Gedanken gemacht, was ich tun kann. Ich werde ihr einfach weniger kaufen. Sie braucht nämlich keine 10 Spielsachen. Tiere legen sowieso kein Wert auf materielle Dinge. Eigentlich freue ich mich darüber mehr als sie. Ich will stattdessen dieses Geld sparen und für den Aufbau von Schulen in armen Ländern spenden. Ich kann nicht viel geben. Aber ich denke auch mit ein bisschen ist schon geholfen.
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»Einbrüche« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 09.06.2020 gesendet.
Meine Schwester ist gestern heimgekommen und hat gleich festgestellt, dass alles durchwühlt ist und auf dem Boden liegt. Ihr ist sofort klar geworden, dass bei ihr eingebrochen wurde. Das ist nicht nur für meine Schwester ein Schock, sondern auch für mich.
Seit ihr das passiert ist, habe ich einfach so ein komisches Gefühl, wenn ich das Haus verlasse. Ich stell mir dann vor, es könnte auch jemand bei mir einbrechen. Deshalb achte ich jetzt penibelst darauf alles abzuschließen.
Meine Schwester ist da allerdings viel taffer als ich. Die steckt den Einbruch richtig gut weg. Ich habe ihr zum Beispiel angeboten bei mir zu schlafen, aber das will sie gar nicht. Sie will sich ihre Freiheit nicht nehmen lassen und sie hat auch keine Angst oder Sorge, dass das nochmal passiert.
Meine Schwester hat einfach ein Grundvertrauen ins Leben. Das bewundere ich. Eigentlich hat sie damit ja auch Recht. Bei mir ist noch nie eingebrochen worden, warum sollte ich mich jetzt also deswegen verrückt machen. Das raubt mir doch nur Energie und schützt mich trotzdem nicht.
Ich versuche das jetzt wie sie zu machen. Falls mal etwas Schlechtes kommt, will ich es dann anpacken. Bis dahin will ich einfach froh sein, dass es mir gut geht und meine Zeit genießen. Ich möchte wie sie darauf vertrauen, dass das Leben gut zu mir ist.
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»Do It Yourself« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 29.05.2020 gesendet.
Die letzten Wochen hatte ich so richtig viel Zeit. Zuerst hat mich das ein wenig genervt und ich habe das Gefühl gehabt die Zeit vergeht einfach nicht. Aber dann habe ich mir diese Ruhe einfach erlaubt und all das gemacht, wozu ich sonst nie Zeit habe.
Ich bastle, baue, nähe, und koche wirklich gerne. Eigentlich mache ich alles gerne selbst, was irgendwie geht. Mein Bett habe ich zum Beispiel auch selbst gebaut. „Do It Yourself“ ist quasi mein Lebensmotto.
Die letzten Wochen haben deshalb unendlich gutgetan. Ich habe einfach alles um mich herum vergessen. Manchmal sogar das Virus. Das Beste daran ist, dass am Ende meistens auch etwas Schönes dabei herausgekommen ist und meine kleinen Projekte waren nicht nur schön fürs Auge, sondern auch gut für mein Innerstes, weil solches Werkeln für mich fast schon meditativ ist.
Das will ich mir beibehalten und mir jetzt wo es in der Uni wieder richtig losgeht, bewusst Raum dafür schaffen. Ich will weiter kleine Projekte machen, um so auch einfach bewusst abschalten zu können.
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