»Ich brauche nichts« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 13.06.2020 gesendet.
Jetzt wo mein Geburtstag bald kommt, fragen mich meine Freunde immer, was ich mir wünsche oder was ich brauche. Ich habe die ganze Zeit überlegt, was ich noch brauchen könnte und mir ist einfach nichts eingefallen. Ich bin selbst überrascht und mir ist wieder klar geworden wie gut es mir geht. Ich habe ein Dach über dem Kopf, keinen Hunger und ich besitze eher zu viel Krimskrams als zu wenig.
Klar, kann ich mir immer noch irgendwas dazu wünschen. Aber brauchen tu ich eigentlich nichts. Dafür bin ich dankbar, weil ich weiß, dass das nicht allen so geht.
Es gibt überall Menschen in Not, ohne Dach über dem Kopf oder etwas zu essen. Wenn ich in der Stadt durch die Fußgängerzone gehe, sehe ich da immer Leute sitzen, die betteln, weil es ihnen nicht so gut geht. Und in anderen Ländern geht es vielen sogar noch schlechter.
Ich finde einfach, ich habe so viel, da kann ich mein Glück auch mit anderen teilen. Ich suche mir jetzt nochmal eine Organisation, an die ich spenden kann. Ich möchte vor allem für Kinder in Not spenden. Wenn ich mit meinem Glück ihres auch steigere ist das doch eine tolle Sache.
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»Befremdlich« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 11.06.2020 gesendet.
Ich komme gerade vom Tierarzt mit meiner Katze. Sie ist kastriert worden. Als ich so im Wartezimmer gesessen bin, war ich ziemlich geschockt. Ich habe gesehen, wie Assistenten vom Tierarzt einen intubierten Hund für eine Not-Op auf einer Trage hereingefahren haben. Das finde ich irgendwie befremdlich.
Ich mache mir schon die ganze Zeit Gedanken darüber und weiß nicht so wirklich, was ich davon halten soll. Ich verstehe die Herrchen und Frauchen der Tiere total. Ich will ja auch, dass es meiner Katze gut geht. Aber irgendwie bleibt mir da so ein Beigeschmack. Wie kann ich meine Katze operieren lassen, wenn auf der Welt Menschen Operationen und Nahrung viel nötiger haben. Da hat mich dann ein schlechtes Gewissen gepackt.
Ich bin oft so in meiner Welt gefangen, dass ich manchmal total vergesse, wie schlecht es anderen geht. Ich habe nicht nur genug Nahrung und Geld für mich, sondern auch noch für meine Katze.
Ich würde meine Katze jetzt auch nicht einfach sterben lassen, aber ich habe mir Gedanken gemacht, was ich tun kann. Ich werde ihr einfach weniger kaufen. Sie braucht nämlich keine 10 Spielsachen. Tiere legen sowieso kein Wert auf materielle Dinge. Eigentlich freue ich mich darüber mehr als sie. Ich will stattdessen dieses Geld sparen und für den Aufbau von Schulen in armen Ländern spenden. Ich kann nicht viel geben. Aber ich denke auch mit ein bisschen ist schon geholfen.
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»Einbrüche« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 09.06.2020 gesendet.
Meine Schwester ist gestern heimgekommen und hat gleich festgestellt, dass alles durchwühlt ist und auf dem Boden liegt. Ihr ist sofort klar geworden, dass bei ihr eingebrochen wurde. Das ist nicht nur für meine Schwester ein Schock, sondern auch für mich.
Seit ihr das passiert ist, habe ich einfach so ein komisches Gefühl, wenn ich das Haus verlasse. Ich stell mir dann vor, es könnte auch jemand bei mir einbrechen. Deshalb achte ich jetzt penibelst darauf alles abzuschließen.
Meine Schwester ist da allerdings viel taffer als ich. Die steckt den Einbruch richtig gut weg. Ich habe ihr zum Beispiel angeboten bei mir zu schlafen, aber das will sie gar nicht. Sie will sich ihre Freiheit nicht nehmen lassen und sie hat auch keine Angst oder Sorge, dass das nochmal passiert.
Meine Schwester hat einfach ein Grundvertrauen ins Leben. Das bewundere ich. Eigentlich hat sie damit ja auch Recht. Bei mir ist noch nie eingebrochen worden, warum sollte ich mich jetzt also deswegen verrückt machen. Das raubt mir doch nur Energie und schützt mich trotzdem nicht.
Ich versuche das jetzt wie sie zu machen. Falls mal etwas Schlechtes kommt, will ich es dann anpacken. Bis dahin will ich einfach froh sein, dass es mir gut geht und meine Zeit genießen. Ich möchte wie sie darauf vertrauen, dass das Leben gut zu mir ist.
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»Do It Yourself« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 29.05.2020 gesendet.
Die letzten Wochen hatte ich so richtig viel Zeit. Zuerst hat mich das ein wenig genervt und ich habe das Gefühl gehabt die Zeit vergeht einfach nicht. Aber dann habe ich mir diese Ruhe einfach erlaubt und all das gemacht, wozu ich sonst nie Zeit habe.
Ich bastle, baue, nähe, und koche wirklich gerne. Eigentlich mache ich alles gerne selbst, was irgendwie geht. Mein Bett habe ich zum Beispiel auch selbst gebaut. „Do It Yourself“ ist quasi mein Lebensmotto.
Die letzten Wochen haben deshalb unendlich gutgetan. Ich habe einfach alles um mich herum vergessen. Manchmal sogar das Virus. Das Beste daran ist, dass am Ende meistens auch etwas Schönes dabei herausgekommen ist und meine kleinen Projekte waren nicht nur schön fürs Auge, sondern auch gut für mein Innerstes, weil solches Werkeln für mich fast schon meditativ ist.
Das will ich mir beibehalten und mir jetzt wo es in der Uni wieder richtig losgeht, bewusst Raum dafür schaffen. Ich will weiter kleine Projekte machen, um so auch einfach bewusst abschalten zu können.
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»Divers« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 26.05.2020 gesendet.
Freunde von mir haben vor kurzem im Standesamt geheiratet. Kurz davor musste ich mal und war dann doch verwirrt, weil es da drei Toilettentüren gibt. Dann habe ich gesehen, dass eine Türe mit „Diverse-Toilette“ beschriftet ist. An ihr hängt ein Zettel, der klar macht, dass die Toilette für alle zur Verfügung steht.
Es gibt eben nicht nur Männer und Frauen, die Geschlechter sind einfach divers: Manche sind weder männlich noch weiblich, andere sind beides und dann gibt es auch die, die sich einfach nicht entscheiden wollen. Diese Leute, aber auch alle anderen dürfen auf diese diverse Toilette. Deswegen bin ich dann sofort rein, weil ich es einfach cool finde.
Ich finde es wichtig, dass wir in unserer Gesellschaft umdenken und auch an die denken, die nicht den klassischen Rollenbildern von Mann und Frau entsprechen. Eine Frau trägt nicht immer gerne pink und nicht jeder Mann ist der geborene Handwerker.
Für mich ist jeder Mensch gleich viel wert. Ich weiß jeder von uns hat gute und schlechte Seiten. Ich glaube die Mischung macht’s und das überall. In der Welt gibt es auch nicht nur schwarz und weiß. Gott hat sie ganz bunt gemacht.
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»POPC« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 25.05.2020 gesendet.
Ich habe gerade einen Text über POPC gelesen – das steht für „permanently online, permanently connected“ also, dass man immer mit dem Internet verbunden und erreichbar ist. So geht es mir grade auch. Ich bin außer nachts wirklich immer online und erreichbar. Das ist momentan meine einzige Möglichkeit, Kontakt zu meinen Freunden zu halten und meine Arbeit zu erledigen.
Der Autor fragt in dem „POPC“-Text, ob die ständige Erreichbarkeit räumliche Nähe ersetzen kann. Die Frage treibt mich schon den ganzen Tag um. Und ich finde räumliche Nähe ist nicht ersetzbar.
Mein Handy gibt mir zwar gerade jetzt die Möglichkeit meine Freunde weiter zu sehen, zu hören und an ihrem Leben teilzuhaben. Ich kann aber niemanden Umarmen oder mich mit vielen Freunden gleichzeitig treffen. Außerdem sehe ich im Videochat nie die ganze Körpersprache des Anderen und weiß auch nie genau, ob er nicht etwas anderes nebenher macht. Das ist manchmal echt komisch.
POPC – also immer erreichbar - bin ich tagsüber für meine Freunde gerne. Mein Handy ist also momentan ein gutes Mittel, um Freundschaften zu halten. Ein wahres Treffen kann aber kein Videotelefonat und auch keine andere Technologie ersetzen. Und ich bin froh, wenn ich mein Handy mal wieder ausschalten kann und das Lachen meiner Freunde in echt sehe.
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»Fake News« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 16.05.2020 gesendet.
Zurzeit höre ich immer wieder Dinge, die sich dann als falsch herausstellen - Fake-News eben. Zum Beispiel das Video, in dem angeblich in London Läden geplündert werden. Aber dieses Video ist schon fast 10 Jahre alt und hat mit der jetzigen Krise gar nichts zu tun.
Schon klar, dass sich da manche fragen: Wem soll ich da noch trauen? Ich jedenfalls glaube vor allem dem, was ich von offiziellen Stellen erfahre: z.B. vom Robert-Koch-Institut, der Tagesschau oder der Weltgesundheitsorganisation. Die Leute dort sind ausgebildete Experten. Sie erheben Daten, die nachprüfbar sind, recherchieren gewissenhaft und befolgen die Regeln der Wissenschaft oder des Journalismus.
Oft werden mir zurzeit Informationen zugeschickt, in denen keine Quelle steht. Da läuten bei mir schon Alarmglocken. Ich will deshalb wissen, wer das wo geschrieben hat, und welche Absicht dahintersteckt. Erst dann traue ich den Infos.
Fake News liefern oft einfache Antworten. Aber ich finde, an so einer Pandemie gibt es keine einfache Lösung. Deshalb finde ich es umso wichtiger, kritisch zu bleiben, Fakten zu prüfen und erst wenn ich mir dann sicher bin, ihnen zu vertrauen.
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»Fremdenfeindlichkeit« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 03.05.2020 gesendet.
Der Rechtsextremismus hier und die Verbrechen, die deswegen begangen werden, machen mir immer mehr Sorgen. Zuerst der Anschlag in Halle auf eine Synagoge, dann das Attentat auf eine Shisha-Bar in Hanau und Menschen, die mit Fahrzeugen in Menschenmassen rasen. Egal ob im Nahmen Allahs, Gottes, der Deutschen oder wem auch immer. Andere Menschen wegen ihrer Religion oder Herkunft oder aus anderen Gründen zu ermorden ist einfach furchtbar.
Ich selbst habe auch Migrationshintergrund. Mein Vater ist Italiener und meine Mutter Deutsche. Ich bin also ein schöner Mischmasch. Bisher fand ich das klasse, weil ich die schönsten Dinge beider Kulturen für mich heraussuchen kann. Aber inzwischen mache ich mir wegen meiner Herkunft manchmal auch Sorgen. Ich habe Angst, was passiert, wenn der Rechtsextremismus zunimmt. Was würde dann aus mir?
Klar ich bin nicht nur Deutsche, aber die Herkunft einer Person ist mir eigentlich völlig egal. Ich sehe mich als Weltbürgerin, wie alle anderen auch. Trotzdem ist Deutschland meine Heimat. Ich bin hier geboren, identifiziere mich mit Deutschland, engagiere mich und gebe mir Mühe ein guter Mensch zu sein. Das finde ich viel wichtiger.
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»Worauf es ankommt« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 01.05.2020 gesendet.
Die schönste Zeit in meinem Leben war mein FSJ, mein freiwilliges soziales Jahr. Ich habe in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung gearbeitet. Es ist zwar schon acht Jahre her, aber auch heute muss ich immer wieder an diese Zeit zurückdenken.
Ich habe gerade wieder daran gedacht und mich gefragt warum es mir da so gut gefallen hat. Und die Antwort ist eigentlich ganz simpel: Wegen den Menschen.
Ich arbeite gerne mit Menschen und die Leute, die ich dort kennenlernen durfte, waren einfach toll. Ich habe wirklich viel von ihnen gelernt. Zum Beispiel mich selbst nicht zu wichtig zu nehmen und meinen gesunden Körper zu schätzen.
Mit manchen bin ich immer noch befreundet. Und das würde ich nie missen wollen. Wenn ich Zeit mit meinen Freunden aus dem FSJ verbringe ist es einfach unkompliziert. Bei einem Kumpel stelle ich mich immer hinten auf den Rollstuhl. Wir fahren so zusammen durch die Stadt und haben dabei immer viel Spaß.
Für ihn ist es egal, dass ich Migrationshintergrund habe und für mich spielt es keine Rolle, dass er im Rollstuhl sitzt. Wir schätzen uns einfach als Menschen so wie wir sind. Ich glaube auch Gott sieht uns Menschen eher so an: Mit einem Blick für das worauf es ankommt: Dass wir Menschen sind, die nach Glück streben und gut miteinander umgehen. Ich denke so sehen wir uns auch. Wir sehen das worauf es ankommt.
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»Zeitdruck« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 29.04.2020 gesendet.
Als Teenie habe ich nie verstanden, warum die älteren Leute sagen, die Zeit vergeht so schnell. Nach meinem Schulabschluss habe ich gedacht ich hätte noch ewig Zeit. Jetzt ist das schon acht Jahre her und die sind verflogen wie nichts.
Gestern habe ich dann gelesen, dass eine junge Polizistin bei einem Unfall umgekommen ist. Obwohl ich so etwas immer wieder lese, hat es mich dieses Mal irgendwie getroffen. Ich habe mich in sie hineinversetzt und mich gefragt, was sie noch alles vorhatte, weil ich selbst noch so viel vorhabe. Aber ich habe manchmal das Gefühl die Zeit rinnt mir davon und ich frage mich ob es ihr auch so ging.
Ich habe viel drüber nachgedacht und ich finde ich habe nur ein Leben und niemand weiß wie lange das geht. Ich möchte das mehr schätzen. Deshalb versuche ich nicht mehr ans Ziel zu rennen. Ich will versuchen, jedem Augenblick etwas Schönes abzugewinnen, ohne an die Zeit zu denken. Selbst meine Arbeit sehe ich jetzt nicht nur als Stressfaktor, sondern als Privileg. Sie ermöglicht mir meinen Lebensstil.
Ich will einfach versuchen dankbarer zu sein, dass Gott mir meine Lebenszeit schenkt und dass ich lernen kann, jeden Augenblick dieser Zeit zu genießen.
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