»Glaubenskrisen« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 27.11.2019 gesendet.
Als meine junge Cousine fast an Krebs gestorben ist, bin ich in eine richtige Glaubenskrise gekommen. Ich frag mich die ganze Zeit, warum Gott das zulässt. So geht’s mir jetzt wieder, weil mein Onkel auch Krebs bekommen hat. Ich zweifle in solchen Momenten manchmal daran, ob es Gott überhaupt gibt.

Ich finde meine Zweifel aber auch etwas Gutes. Ich bin ein sehr kritischer Mensch und lasse nichts unhinterfragt. So geht’s mir auch mit meinem Glauben. Ich brauche das Zweifeln, um eine wirkliche Verbindung zu Gott spüren zu können. Ich will nicht einfach alles annehmen. Zweifel sind ja auch ein Zeichen dafür, dass mir etwas wichtig ist.

Ich denke sogar, dass meine Zweifel mich in meinem Glauben bestärken, denn ich finde in Krisen immer wieder zu Gott zurück. Ich suche bei ihm Trost und Halt und kann meine Wut verarbeiten. Dass mein Glaube auch diese Zweifel aushält bestärkt mich. Ich hoffe, dass das auch in Zukunft so sein wird.
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»Ehe für alle« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 14.11.2019 gesendet.
Die Ehe für alle. Ich versteh nicht, warum homosexuelle Paare nicht in der Kirche heiraten können.

Es gibt Leute, die argumentieren damit, dass die kirchliche Ehe vor allem den Zweck hat, Kinder hervorzubringen. Da gleichgeschlechtliche Partner keine Kinder bekommen können, kann also so eine Ehe diesen Zweck nicht erfüllen. Das ist in meinen Augen aber sehr einseitig. Eigentlich ist es auch nicht ganz richtig. Eine Ehe ist viel komplexer. Auch für die Kirche gehört zur Ehe mehr: Zum Beispiel Vertrauen, Verantwortung, Liebe und Lust.

Ich habe lesbische Freundinnen, die ihre Partnerschaft Gott anvertrauen wollen. Ich finde es einfach nur schade, wenn sie das nicht können, nur weil sie nicht dem klassischen Rollenbild entsprechen. Klar, sie können biologisch keine Kinder zeugen aber sie können welche adoptieren. Sie können sich lieben, einander vertrauen und Verantwortung für einander übernehmen, wie heterosexuelle Paare auch. Und sie wollen Gott mit dabeihaben. Damit erfüllen sie in meinen Augen doch all das was eine christliche Ehe ausmacht.
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»Ökomüsli« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 11.11.2019 gesendet.
Meine Schwester nennt mich manchmal „Ökomüsli“. Sie nimmt mich damit liebevoll auf die Schippe, weil ich versuche die Umwelt nicht zu sehr zu belasten. Ich brauche das einfach für mein Gewissen und ich versuche, das zu machen, was die meisten kennen: nicht mehr zu fliegen, Plastik zu vermeiden und ich kaufe so gut es geht Second Hand.

Ich suche immer wieder Möglichkeiten meinen Alltag etwas ökologischer zu gestalten. Ich finde, ich kann da mit kleinen Schritten schon viel erreichen. Wenn ich zum Beispiel im Internet etwas suche, mache ich das über eine ökologische Suchmaschine*. Mit den Einnahmen aus den Suchanfragen werden von den Betreibern dann Bäume auf der ganzen Welt pflanzt.

Es kostet mich gar nichts und ich tue etwas Gutes für die Umwelt. Das ist zwar nur ein Minischritt, aber viele Schritte machen einen Weg.
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»Veränderungen« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 02.11.2019 gesendet.
Ich bin ein Gewohnheitstier. Veränderungen sind schon immer schwer für mich gewesen. Im Oktober kommt eine große Veränderung auf mich zu. Ich werde an einem neuen Arbeitsplatz anfangen. Alles wird anders. Das bedeutet, andere Orte, neue Aufgaben, neue Leute um mich herum.

Ich mache mir jetzt schon Sorgen wie alles wird. Ich träume sogar davon und ich mache mir Gedanken darüber, ob ich nette Leute kennenlerne, wie sich mein Alltag verändert und ob ich das alles stemmen kann.

Eigentlich will ich mir gar nicht so viele Sorgen machen. Gerade an meinem letzten Arbeitsplatz habe ich zum Beispiel wirklich tolle Menschen kennengelernt. Damals habe ich gemerkt: Wenn ich offen auf die Leute zugehe und mich für sie interessiere, bekomme ich das von ihnen auch zurück. Dann fühle ich mich schneller wohl.

Deshalb will ich dieses Mal nicht die Sorgen zu stark sein lassen. Ich freu mich auf die neue Situation. Vor allem freue ich mich schon darauf, neue Menschen kennenzulernen.
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»Tod« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 28.10.2019 gesendet.
Vor ein paar Jahren ist mein Großvater gestorben. Das war meine erste nahe Begegnung mit dem Tod. In letzter Zeit sind noch ein paar Bekannte von mir gestorben. Darunter Menschen die sehr krank oder sehr alt waren

Früher habe ich mir überhaupt keine Gedanken über den Tod gemacht. Und wenn ich doch mal daran gedacht hab, war es für mich immer etwas Schlimmes. Der Tod ist für mich etwas gewesen das, einen unfreiwillig mitten aus dem Leben reist.

Das muss aber nicht immer so sein. Ich habe nämlich die Erfahrung gemacht, dass der Tod auch etwas Gutes sein kann. Mein Großvater ist zum Beispiel lange unheilbar krank gewesen. Er hat jeden Tag Schmerzen gehabt. Auch wenn sein Tod mich mit meinem Schmerz und meiner Trauer um ihn zurückgelassen hat war er für ihn selbst etwas Gutes. Er hat ihm die Schmerzen genommen. Zu wissen, dass der Tod also auch etwas Erlösendes sein kann, beruhigt mich. Es tröstet mich über den Abschied hinweg.
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»Bedingungslose Liebe« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 22.10.2019 gesendet.
Zwei meiner Cousins sind transsexuell. Die beiden sind als Mädchen auf die Welt gekommen, sind jetzt aber Männer. Ich habe das eigentlich schon als Kind gemerkt. Sie haben lieber Jungs-Klamotten angezogen, hatten männliche Haarschnitte und waren als Kinder auch schnell bereit, im Streit zu kämpfen. Wie Jungs, obwohl sie im Körper von Mädchen stecken. Transsexuell eben.
Für die beiden war das nicht leicht. Bevor sie sich outen konnten hatten sie viele Sorgen. Dass die Familie es nicht akzeptieren könnte, Angst vor den vielen Op’s, vor der Reaktion zukünftiger Arbeitgeber, den Kosten und vielem mehr.
Seit sie es in der Familie und bei Freunden gesagt haben, sind sie viel ausgeglichener geworden. Die Familie und Freunde haben wirklich toll reagiert. Alle akzeptieren und unterstützen sie. Die Eltern, die Oma, die Tanten und Onkels, Freunde und seit einiger Zeit auch ihre Partnerinnen. Wir begleiten sie zu Operationen, sprechen viel und offen über ihre Erfahrungen und freuen uns mit ihnen über jeden kleinen Schritt.
Mir ist dabei klar geworden: Nicht nur ich, sondern auch alle anderen die sie begleiten sind dazu fähig jemanden bedingungslos zu lieben und anzunehmen. So wie er ist. Ich definiere den Wert eines Menschen nicht über sein Geschlecht. Ich glaube, dass Gott da genauso ist und jeden von uns bedingungslos liebt. Er hat uns ja immerhin so gemacht wie wir sind.
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»Freundschaft auf Distanz« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 18.10.2019 gesendet.
Meine beste Freundin ist vor kurzem weggezogen. Ich bin total zwiegespalten deswegen. Ich freue mich riesig für sie, weil sie einen tollen Job und eine tolle Wohnung gefunden hat. Aber ich bin eben auch sehr traurig, dass ich sie jetzt nicht mehr so oft sehen kann. Außerdem habe ich am Anfang befürchtet, dass wir uns vielleicht aus den Augen verlieren könnten.
Ich bin fest entschlossen alles zu tun, um an dieser Freundschaft festzuhalten, weil meine Freundin für mich wirklich etwas Besonderes ist. Sie kennt mich wie nur wenige mich kennen. Und sie akzeptiert mich mit all meinen Macken, auch mit meiner Macke immer alles zu organisieren. So ein Glück hat man nicht oft im Leben.
Ich habe angefangen einfach regelmäßig zu schreiben. Teilweise banale Dinge. Zum Beispiel, wenn es auf der Arbeit Streit gibt, oder einfach, wenn ich an sie denken muss. Ich frage sie, wie es ihr geht und was sie macht. Ich versuche so, an ihrem Leben teil zu haben und sie an meinem Leben teilhaben zu lassen. Ich freue mich mit ihr, bin mit ihr traurig und wir machen zusammen Quatsch. Wir erhalten all das aufrecht, was eine Freundschaft ausmacht. Natürlich fehlt sie mir noch, aber jetzt bin ich zuversichtlich, dass wir beide es schaffen, als Freundinnen in Kontakt zu bleiben.
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»Heimweh« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 17.10.2019 gesendet.
Mein Vater ist Italiener und wir haben sehr viel Familie in Italien. Ich bin die letzten fünf Jahre nicht hingefahren, weil ich entweder keine Zeit oder kein Geld dafür gehabt habe. Deswegen habe ich momentan sehr starkes Heimweh. Vor kurzem habe ich mich mit einem Bekannten darüber unterhalten.

Er kann mich zwar verstehen, aber er sieht das total anders. Das hat mich überrascht und hab ihn dann gefragt warum. Er ist auch Christ wie ich. Und er meint, dass Jesus will, dass jeder seine Familie verlassen soll, um die Welt zu gestalten. Er findet, dass das wie beim Wasser ist, das von der Quelle wegfließen muss um die Natur zum Wachsen zu bringen.

Ich denke seit ein paar Tagen darüber nach. Ich bin jetzt zu dem Schluss gekommen, dass das Heimweh für mich trotzdem in Ordnung ist. Ich gehe ja unabhängig von meiner Familie meinen Weg. Aber wenn wir getrennt sind, fehlt sie mir trotzdem. Ich habe meine Quelle verlassen, aber ich hinterlasse auch eine Spur, die mich immer zurückfinden lässt. So vergesse ich nie woher ich komme.
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»Vergebung« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 14.10.2019 gesendet.
Vor sieben Jahren ist eine meiner wichtigsten Freundschaften zerbrochen. Wir haben zwar keinen Streit gehabt, aber meine Freundin hat mich sehr enttäuscht. Ich habe damals eine wirklich schwere Zeit gehabt. Sie hat sich in der Zeit gar nicht bei mir gemeldet. Ich habe mich gefühlt, als ob sie mich fallen lässt. Das hat mich wirklich verletzt. Ich habe ihr bis heute nicht verzeihen können.

Wir haben uns danach nicht mehr getroffen. Bis gestern. Ich bin gerade in der Stadt einkaufen und sehe auf einmal, wie sie auf mich zukommt. Ich habe gar nicht gewusst wie ich reagieren soll. Ich habe trotzdem allen Mut zusammengenommen und bin auf sie zugegangen. Dann habe ich gemerkt, dass es gar nicht sie gewesen ist. Ich habe erst da wieder aufatmen können.

Trotzdem denke ich seitdem die ganze Zeit darüber nach. Ich glaube, ich bin so geschockt, weil ich ihr immer noch nicht vergeben hab. Unterschwellig ist alles noch da. Die Enttäuschung und die Verletzung. Deshalb will ich das jetzt klären und versuchen ihr zu verzeihen. Als Christin ist es für mich wichtig, dass ich vergeben kann. Ich habe jetzt beschlossen, dass ich sie um ein Gespräch bitte. Eine Freundschaft ist für mich nicht mehr möglich. Aber ich möchte das besser abschließen können. Vermutlich hilft es, wenn wir miteinander reden und ich ihr dann vielleicht vergeben kann.
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»Gefahren im Netz« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 08.09.2019 gesendet.
Ich habe vor kurzem ein Video gesehen. Zwei Jugendliche chatten miteinander. Die beiden schreiben jeden Tag und verlieben sich langsam. Sie wollen sich also irgendwann sehen und machen einen Treffpunkt aus. Der Junge verspricht Schwarz zu tragen und das Mädchen möchte etwas Pinkes anziehen. Dann kommt der Schock. Die beiden Teenager laufen im Park aufeinander zu und bleiben plötzlich erschrocken stehen. Zuerst schwenkt die Kamera auf den Jungen, der gar keiner ist. Stattdessen ist ein 60-jähriger Mann zu sehen. Dann schwenkt die Kamera zurück auf das Mädchen. Aber da steht auch ein Mann um die 60. Das sitzt.
Das Video macht auf Gefahren im Internet aufmerksam. Und das finde ich sehr wichtig. In diesem Video geht es darum, dass ältere Menschen sich als Jugendliche ausgeben. Ihnen geht es um Sex. Ich finde das erschreckend. Es gibt ja auch noch andere Gefahren. Ich finde es deswegen wichtig, dass ich mich im Internet schütze.
Ich mache mir zum Beispiel bewusst, dass ich da oft nicht weiß, mit wem ich wirklich schreibe. Ich treffe mich nie mit Fremden und schicke auch niemandem Bilder von mir zu. Und schon gar nicht meine Adressdaten. Ich deaktiviere auch meinen Standort auf dem Smartphone. So fühle ich mich einfach sicherer.
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