»Divers« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 06.01.2020 gesendet.
Freunde von mir haben vor kurzem im Standesamt geheiratet. Kurz davor musste ich mal und war dann doch verwirrt, weil es da drei Toilettentüren gibt. Dann habe ich gesehen, dass eine Türe mit „Diverse-Toilette“ beschriftet ist. An ihr hängt ein Zettel, der klarmacht, dass die Toilette für alle zur Verfügung steht.

Es gibt eben nicht nur Männer und Frauen, die Geschlechter sind einfach divers: Manche sind weder männlich noch weiblich, andere sind beides sind und dann gibt es auch die, die sich einfach nicht entscheiden wollen. Diese Leute, aber auch alle anderen dürfen auf diese diverse Toilette. Deswegen bin ich dann sofort rein, weil ich es einfach cool finde.

Ich finde es wichtig, dass wir in unserer Gesellschaft umdenken und auch an die denken, die nicht den klassischen Rollenbildern von Mann und Frau entsprechen. Eine Frau trägt nicht immer gerne pink und nicht jeder Mann ist der geborene Handwerker.

Für mich ist jeder Mensch gleich viel wert. Ich weiß jeder von uns hat gute und schlechte Seiten. Ich glaube die Mischung macht’s und das überall. In der Welt gibt es auch nicht nur schwarz und weiß. Gott hat sie ganz bunt gemacht.
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»Tiefe Verbundung« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 14.12.2019 gesendet.
Mein Vater hat vor ein paar Jahren Stammzellen über die DKMS, also die „Deutsche Knochenmarkspenderdatei“ gespendet. So eine Stammzellenspende ist riskant. Es kann manchmal sein, dass das Immunsystem die Stammzellen ablehnt. Manche Empfänger sterben nach der Spende. Wenn eine Stammzellspende erfolgreich ist, ist das immer ein großer Glücksfall.

Um alle zu schützen gibt es strikte Regeln. Wir durften zum Beispiel zwei Jahre lang nicht erfahren, an wen die Spende von meinem Vater ging. Wir haben uns aber immer wieder nach dem Spendenempfänger und seinem Gesundheitszustand erkundigt.

Obwohl wir nicht gewusst haben, an wen die Spende ging, hat meine ganze Familie da gleich so eine Verbindung zu dem Empfänger gespürt. Wir haben mit dem Fremden gehofft und uns über jede gute Nachricht gefreut.

Letzten Sonntag durfte sich meine Familie dann endlich mit ihm treffen. Jetzt ist da ein Gesicht. Der Empfänger ist ein junger Mann. Er hat uns mit seiner Freundin besucht und viel von seiner Geschichte und seinen Plänen erzählt. Er hatte Leukämie. Er war zweimal daran erkrankt und hat es nur schwer überlebt. Ich finde es unfassbar schön, wenn ich sehe, dass jemand, der so schwer krank war, sich langsam erholt und wieder Pläne macht.
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»Massentierhaltung« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 13.12.2019 gesendet.
Ich habe gerade eine Dokumentation über Eier gesehen. Darin geht es darum, wie Betriebe die Eier produzieren und sie hinterher kennzeichnen. Die Journalisten zeigen nicht nur wie Eier gekennzeichnet sind, sondern auch wie die Hühner in Wirklichkeit gehalten werden.

Wenn ich in den Supermarkt gehe, sehe ich Eier mit Etiketten aus Freiland-, Boden-, Bio- und Käfighaltung. Dann gehe ich ja davon aus, dass die Hühner auch so gehalten werden. Die Macher der Doku sagen aber, dass es den meisten Hühnern in den gezeigten Betrieben gleich schlecht geht. Ehrlich gesagt fühl ich mich da veräppelt.

Die Bilder haben mich echt erschreckt. Da ist überall Kacke und Dreck, viel zu viele und auch verletzte Tiere und manche liegen sogar einfach tot rum. Das macht mich echt wütend. So geht es einfach nicht!

Ich will alle Lebewesen der Schöpfung schätzen und sie nicht ausbeuten. Ich habe einfach das Gefühl, dass ich mich auf die Angaben auf den Verpackungen nicht verlassen kann. Deshalb kaufe ich meine Eier jetzt bei einer Bekannten. Die hat ihre Hühner im Garten. Denen geht es wirklich gut und ich fühle mich damit einfach besser.
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»24-7« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 10.12.2019 gesendet.
24-7. Manchmal habe ich das Gefühl ich soll 24 Stunden, 7 Tage die Woche erreichbar sein. Auf der Arbeit, aber auch in meinem Sportverein, selbst unter meinen Freunden und in meiner Familie: überall bilden die Leute Facebook- und WhatsApp- Gruppen. Sie meinen, dass man so erreichbar ist, falls was Wichtiges oder Dringendes ansteht.

In den Gruppen, in denen ich bin, schreiben viele aber auch Nachrichten, die ich nicht so wichtig finde. Oder sie posten ständig Videos und persönliches. Das führt dazu, dass mein Handy den ganzen Tag vibriert. Ich habe heute zwei Stunden nicht aufs Handy geschaut und schon sind da 48 Nachrichten.

Ich weiß gar nicht, wie ich da noch hinterherkommen soll. Das Ganze stresst mich total und deswegen will ich was daran ändern. Nachts schalte ich mein Handy sowieso immer aus. Aber sobald ich es anschalte vibriert das Ding ununterbrochen.

Ich bin jetzt mal aus einigen Gruppen ausgetreten, die für mich nicht so wichtig sind. Was die anderen Gruppen betrifft, gibt es für mich jetzt feste Zeiten, zu denen ich auf Nachrichten reagiere und handyfreie Zeit. Da finde ich auch mal Raum nur für mich. Zeit, in der ich einfach mal gemütlich einen Tee oder Kaffee trinken kann, ein bisschen Musik höre und zur Ruhe komme. Weil mir das einfach guttut.
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»Glaubenskrisen« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 27.11.2019 gesendet.
Als meine junge Cousine fast an Krebs gestorben ist, bin ich in eine richtige Glaubenskrise gekommen. Ich frag mich die ganze Zeit, warum Gott das zulässt. So geht’s mir jetzt wieder, weil mein Onkel auch Krebs bekommen hat. Ich zweifle in solchen Momenten manchmal daran, ob es Gott überhaupt gibt.

Ich finde meine Zweifel aber auch etwas Gutes. Ich bin ein sehr kritischer Mensch und lasse nichts unhinterfragt. So geht’s mir auch mit meinem Glauben. Ich brauche das Zweifeln, um eine wirkliche Verbindung zu Gott spüren zu können. Ich will nicht einfach alles annehmen. Zweifel sind ja auch ein Zeichen dafür, dass mir etwas wichtig ist.

Ich denke sogar, dass meine Zweifel mich in meinem Glauben bestärken, denn ich finde in Krisen immer wieder zu Gott zurück. Ich suche bei ihm Trost und Halt und kann meine Wut verarbeiten. Dass mein Glaube auch diese Zweifel aushält bestärkt mich. Ich hoffe, dass das auch in Zukunft so sein wird.
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»Ehe für alle« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 14.11.2019 gesendet.
Die Ehe für alle. Ich versteh nicht, warum homosexuelle Paare nicht in der Kirche heiraten können.

Es gibt Leute, die argumentieren damit, dass die kirchliche Ehe vor allem den Zweck hat, Kinder hervorzubringen. Da gleichgeschlechtliche Partner keine Kinder bekommen können, kann also so eine Ehe diesen Zweck nicht erfüllen. Das ist in meinen Augen aber sehr einseitig. Eigentlich ist es auch nicht ganz richtig. Eine Ehe ist viel komplexer. Auch für die Kirche gehört zur Ehe mehr: Zum Beispiel Vertrauen, Verantwortung, Liebe und Lust.

Ich habe lesbische Freundinnen, die ihre Partnerschaft Gott anvertrauen wollen. Ich finde es einfach nur schade, wenn sie das nicht können, nur weil sie nicht dem klassischen Rollenbild entsprechen. Klar, sie können biologisch keine Kinder zeugen aber sie können welche adoptieren. Sie können sich lieben, einander vertrauen und Verantwortung für einander übernehmen, wie heterosexuelle Paare auch. Und sie wollen Gott mit dabeihaben. Damit erfüllen sie in meinen Augen doch all das was eine christliche Ehe ausmacht.
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»Ökomüsli« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 11.11.2019 gesendet.
Meine Schwester nennt mich manchmal „Ökomüsli“. Sie nimmt mich damit liebevoll auf die Schippe, weil ich versuche die Umwelt nicht zu sehr zu belasten. Ich brauche das einfach für mein Gewissen und ich versuche, das zu machen, was die meisten kennen: nicht mehr zu fliegen, Plastik zu vermeiden und ich kaufe so gut es geht Second Hand.

Ich suche immer wieder Möglichkeiten meinen Alltag etwas ökologischer zu gestalten. Ich finde, ich kann da mit kleinen Schritten schon viel erreichen. Wenn ich zum Beispiel im Internet etwas suche, mache ich das über eine ökologische Suchmaschine*. Mit den Einnahmen aus den Suchanfragen werden von den Betreibern dann Bäume auf der ganzen Welt pflanzt.

Es kostet mich gar nichts und ich tue etwas Gutes für die Umwelt. Das ist zwar nur ein Minischritt, aber viele Schritte machen einen Weg.
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»Veränderungen« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 02.11.2019 gesendet.
Ich bin ein Gewohnheitstier. Veränderungen sind schon immer schwer für mich gewesen. Im Oktober kommt eine große Veränderung auf mich zu. Ich werde an einem neuen Arbeitsplatz anfangen. Alles wird anders. Das bedeutet, andere Orte, neue Aufgaben, neue Leute um mich herum.

Ich mache mir jetzt schon Sorgen wie alles wird. Ich träume sogar davon und ich mache mir Gedanken darüber, ob ich nette Leute kennenlerne, wie sich mein Alltag verändert und ob ich das alles stemmen kann.

Eigentlich will ich mir gar nicht so viele Sorgen machen. Gerade an meinem letzten Arbeitsplatz habe ich zum Beispiel wirklich tolle Menschen kennengelernt. Damals habe ich gemerkt: Wenn ich offen auf die Leute zugehe und mich für sie interessiere, bekomme ich das von ihnen auch zurück. Dann fühle ich mich schneller wohl.

Deshalb will ich dieses Mal nicht die Sorgen zu stark sein lassen. Ich freu mich auf die neue Situation. Vor allem freue ich mich schon darauf, neue Menschen kennenzulernen.
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»Tod« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 28.10.2019 gesendet.
Vor ein paar Jahren ist mein Großvater gestorben. Das war meine erste nahe Begegnung mit dem Tod. In letzter Zeit sind noch ein paar Bekannte von mir gestorben. Darunter Menschen die sehr krank oder sehr alt waren

Früher habe ich mir überhaupt keine Gedanken über den Tod gemacht. Und wenn ich doch mal daran gedacht hab, war es für mich immer etwas Schlimmes. Der Tod ist für mich etwas gewesen das, einen unfreiwillig mitten aus dem Leben reist.

Das muss aber nicht immer so sein. Ich habe nämlich die Erfahrung gemacht, dass der Tod auch etwas Gutes sein kann. Mein Großvater ist zum Beispiel lange unheilbar krank gewesen. Er hat jeden Tag Schmerzen gehabt. Auch wenn sein Tod mich mit meinem Schmerz und meiner Trauer um ihn zurückgelassen hat war er für ihn selbst etwas Gutes. Er hat ihm die Schmerzen genommen. Zu wissen, dass der Tod also auch etwas Erlösendes sein kann, beruhigt mich. Es tröstet mich über den Abschied hinweg.
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»Bedingungslose Liebe« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 22.10.2019 gesendet.
Zwei meiner Cousins sind transsexuell. Die beiden sind als Mädchen auf die Welt gekommen, sind jetzt aber Männer. Ich habe das eigentlich schon als Kind gemerkt. Sie haben lieber Jungs-Klamotten angezogen, hatten männliche Haarschnitte und waren als Kinder auch schnell bereit, im Streit zu kämpfen. Wie Jungs, obwohl sie im Körper von Mädchen stecken. Transsexuell eben.
Für die beiden war das nicht leicht. Bevor sie sich outen konnten hatten sie viele Sorgen. Dass die Familie es nicht akzeptieren könnte, Angst vor den vielen Op’s, vor der Reaktion zukünftiger Arbeitgeber, den Kosten und vielem mehr.
Seit sie es in der Familie und bei Freunden gesagt haben, sind sie viel ausgeglichener geworden. Die Familie und Freunde haben wirklich toll reagiert. Alle akzeptieren und unterstützen sie. Die Eltern, die Oma, die Tanten und Onkels, Freunde und seit einiger Zeit auch ihre Partnerinnen. Wir begleiten sie zu Operationen, sprechen viel und offen über ihre Erfahrungen und freuen uns mit ihnen über jeden kleinen Schritt.
Mir ist dabei klar geworden: Nicht nur ich, sondern auch alle anderen die sie begleiten sind dazu fähig jemanden bedingungslos zu lieben und anzunehmen. So wie er ist. Ich definiere den Wert eines Menschen nicht über sein Geschlecht. Ich glaube, dass Gott da genauso ist und jeden von uns bedingungslos liebt. Er hat uns ja immerhin so gemacht wie wir sind.
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