»Mindestlohn« von Paul   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 13.08.2020 gesendet.
Der Mindestlohn soll auf 10,45 Euro pro Stunde erhöht werden. Das finde ich gut, auch wenn nicht genug. Wer 40 Stunden die Woche arbeitet, sollte genug Geld verdienen, um gut leben zu können.
Schon in der Bibel erzählt Jesus eine Geschichte über den Mindestlohn.
Es geht um einen Weinbergbesitzer. Dieser stellt am Morgen einige Arbeitslose ein und vereinbart mit ihnen einen Tageslohn. Nach dem Mittag stellt er noch mehr Arbeiter ein.
Am Ende des Tages gibt er allen gleich viel Geld –und zwar so viel, wie er mit den Ersten vereinbart hat. Da beschweren sich die Arbeiter, die seit morgens gearbeitet haben: „Wir haben den ganzen Tag gearbeitet und die anderen, die erst nachmittags dazu gekommen sind, bekommen gleich viel Geld wie wir?“
Ich würde mich wahrscheinlich genauso ungerecht behandelt fühlen, wie diese Arbeiter. Ich bin es gewohnt auf die Stunde oder für eine bestimmte Leistung bezahlt zu werden. Aber warum eigentlich?
In der Geschichte bekommen alle Arbeiter so viel Geld, dass sie und ihre Familien genug zum Leben haben. Es gibt quasi einen Mindest-Tageslohn.
Für mich hört sich das komisch an, aber irgendwie ist das auch ein cooles Konzept, finde ich. Zum Beispiel können Menschen mit psychischen oder körperlichen Beeinträchtigungen nicht unbedingt das gleiche leisten, wie andere. Oder eine Person, die ihre Angehörigen pflegt, hat einfach nicht so viel Zeit zum Arbeiten. Ich finde, diese Menschen sollten trotzdem genug Geld zum Leben verdienen.
Ja, ich finde, wir sollten in Deutschland nicht nur einen Mindest-Stundenlohn haben, sondern auch mal über eine Mindest-Tageslohn oder sogar einen Mindest-Monatslohn nachdenken.
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»Psychische Erkrankungen« von Paul   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 12.08.2020 gesendet.
27% der erwachsenen Menschen in Deutschland sind psychisch erkrankt. Das kam bei einer Studie der deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie raus.
Wow, ich finde, das sind krass viele. Trotzdem sind psychische Störungen oft ein Tabuthema. Viele Menschen trauen sich nicht, darüber zu sprechen, oder wissen nicht, an wen sie sich wenden sollen.
Für Jesus war das kein Tabuthema. Er hat bewusst zu den Menschen Kontakt gesucht, die Probleme im Leben hatten. Er hat sich Zeit genommen, mit ihnen gesprochen und hat versucht ihnen zu helfen. Jesus hätte auch mit Königen und Gelehrten essen können. Aber nein, er hat bewusst die Gesellschaft von Kranken und Armen gesucht. Ihm war es wichtig, den Schwachen zu helfen. Und sich mit denen zu treffen, denen es nicht so gut geht.
Ich kann nicht einfach die Probleme von Menschen mit einer psychischen Erkrankung beseitigen. Auch in einer professionellen Therapie ist das nicht immer möglich. Aber ich kann, wie Jesus, Zeit mit diesen Menschen verbringen, mit ihnen sprechen und vor allem ihnen zuhören. Ich denke, es hilft bereits die ganze Person wahrzunehmen und die Menschen nicht nur auf ihre Erkrankung zu reduzieren.
Allgemein finde ich es wichtig, mehr über psychische Erkrankungen zu reden. Es ist kein Makel krank zu sein und es sollte deswegen auch kein Tabuthema sein. Ich möchte durch Zuhören und darüber sprechen, dazu beitragen, dass psychische Probleme in unserer Gesellschaft mehr akzeptiert werden.
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»Jona« von Paul   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 10.08.2020 gesendet.
Bevor ich den Sommer so richtig genießen kann, steht bei mir noch eine wichtige Prüfung an. Und ich habe gar keinen Bock dafür zu lernen. Am liebsten würde ich davor weglaufen.
Ähnlich ist es Jona in einer Geschichte aus der Bibel ergangen.
Er bekommt einen Auftrag von Gott. Jona soll in eine Stadt gehen und den Menschen dort ausrichten, dass ihre Stadt zerstört wird. Die Menschen dort sind böse, deshalb sollen sie bestraft werden. Jona hat auf diese Aufgabe gar keinen Bock und fährt erst mal weg. Hauptsache weit weg von dieser blöden Aufgabe. Auf einem Schiff kommt er dann in einen Sturm und geht über Bord. Aber er ertrinkt nicht, sondern wird von einem Wal verschluckt. Drei Tage lang ist er im Bauch des Fisches.
An diesem Punkt kommt Jona ins Nachdenken. Er merkt: weglaufen hat keinen Sinn. Ich werde meine Aufgabe erfüllen müssen. Ich kann mich davor nicht drücken.
Dieses Gefühl kenn ich auch sehr gut.
Es bringt nichts, die wichtige Prüfung weiter zu verdrängen, sondern ich muss doch dafür lernen. Manchen Aufgaben muss ich mich eben einfach stellen, sowie dieser Prüfung.
Für Jona war es auch eine Art Prüfung – eine Prüfung von Gott. Seine Geschichte geht schließlich gut aus. Der Walfisch spuckt Jona an Land. Er ist dann doch in die Stadt gegangen und hat die schlechten Nachrichten ausgerichtet. Die Menschen haben sich daraufhin verändert und Gott hat die Stadt nicht zerstört. Also am Ende doch ein Happyend, obwohl das am Anfang gar nicht danach aussah.
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»Rassismus« von Paul   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 04.07.2020 gesendet.
In den letzten Wochen dominiert ein Hashtag die sozialen Medien: #blacklivesmatter.
Der Spruch wird auch von Hunderttausenden auf der ganzen Welt auf Demos verbreitet. Es gab in den letzten Jahren immer wieder Proteste gegen die Diskriminierung von schwarzen Menschen. Dieses Mal wurden sie durch den Tod von George Floyd ausgelöst. Dieser starb durch brutale Polizeigewalt.
Vor dem Gesetz sind in Deutschland alle Menschen gleich, da ist die Hautfarbe eigentlich egal. Aber im Alltag sieht das anders aus. Es gibt Berichte darüber, dass schwarze Menschen häufiger von der Polizei durchsucht werden. Dass sie bei der Wohnungssuche benachteiligt werden oder offen auf der Straße beleidigt werden. Es gibt immer noch viele Menschen, die Vorurteile gegenüber schwarzen Menschen haben und denken sie seien weniger wert.
Ich finde, das sollte nicht so sein! In der Bibel steht im Jakobusbrief, dass wir andere nicht vorverurteilen oder nach ihrem Aussehen beurteilen sollen. Sondern wir sollen unseren Nächsten lieben wie uns selbst. Egal, wie er aussieht oder welche Hautfarbe er hat.
Die Bibel wendet sich da eindeutig gegen Vorurteile und Rassismus.
Solange in Deutschland und der Welt ein Unterschied zwischen schwarz und weiß gemacht wird, wird es Proteste geben. Und ich hoffe, sie dauern so lange bis der #blacklivesmatter nicht mehr nötig ist, weil alles Leben als gleich geschätzt wird. Dann wäre auch die Botschaft aus dem Jakobusbrief bei allen Menschen angekommen.
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»Pflegebonus« von Paul   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 02.07.2020 gesendet.
Tausendfünfhundert Euro. So hoch ist der Corona-Bonus für die Pflegekräfte. Ausgezahlt wird die Sonderprämie mit dem Gehalt im Juli. Gerade jetzt in der Corona Krise ist uns bewusst geworden, wie wichtig dieser Beruf ist. Systemrelevant hieß es während des Lockdowns. Ich würde sagen: Er rettet leben.
Schon in der Bibel gibt es eine Geschichte über Pflege. Sie erzählt vom barmherzigen Samariter. Der Samariter findet einen Mann am Straßenrand. Dieser wurde von Räubern böse verprügelt und ist schwer verletzt. Der Samariter nimmt ihn mit ins nächste Wirtshaus und versorgt dort die Wunden. Am nächsten Tag muss er weiter. Bevor er geht, gibt er dem Wirt richtig viel Geld und sagt: „Sorge gut für den Verletzten. Und falls du für seine Pflege mehr Geld brauchst, dann bekommst du das, wenn ich wiederkomme.“
Die Geschichte macht deutlich: Pflege ist extrem wichtig, deshalb muss sie gut bezahlt werden. Und ich denke: Auch die Menschen, die heutzutage andere pflegen, sollten genug Geld bekommen, weil sie eine wertvolle Arbeit tun. Deshalb finde ich den Pflegebonus auch gut. Aber ich finde das reicht nicht. Er ist nur einmalig. Pflegekräfte sollten insgesamt ein höheres Gehalt bekommen. Dann würden vielleicht auch mehr Menschen diese wertvolle Arbeit tun und Leben retten.
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»Ehe für alle« von Paul   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 30.06.2020 gesendet.
Heute vor drei Jahren hat der Bundestag mit deutlicher Mehrheit die Ehe für alle beschlossen. Das war ein wichtiger Tag für gleichgeschlechtliche Paare. Aber ich finde, auch alle anderen Menschen können sich darüber freuen. Denn die Benachteiligung homosexueller Menschen geht alle etwas an.
In der evangelischen Kirche in Deutschland ist das teilweise noch anders. Es hängt von der Landeskirche ab, wer wen heiraten darf. Zum Beispiel können in der badischen Landeskirche gleichgeschlechtliche Paare in der Kirche heiraten, so wie andere Paare auch. In Württemberg ist das anders. Eine Trauung gibt es da nicht, nur eine Segnung, die einer Trauung nicht gleichgestellt ist. Und diese Segnung ist nur in manchen Gemeinden möglich, wenn der Pfarrer oder Pfarrerin und der Kirchengemeinderat zustimmen.
Ich wohne mit meiner Freundin in Württemberg.
Mal angenommen, diese Regel würde für alle Paare gelten. Dann müssten, wenn wir in der Kirche heiraten wollen, der Pfarrer oder die Pfarrerin und eine Gruppe von Menschen, die ich gar nicht unbedingt kenne, zustimmen. Warum denn das? Warum muss ich mir das von anderen erlauben lassen? Und ich finde es absurd, dass es womöglich von meinem Wohnort abhängt, ob ich in der Kirche heiraten darf oder nicht.
Für gleichgeschlechtliche Paare ist das so. Das kann ich nicht verstehen. Das wichtigste Gebot in der Bibel ist, dass wir einander lieben sollen. Egal ob Mann oder Frau. Ich glaube: Vor Gott sind alle Menschen gleich, egal welche sexuelle Neigung sie haben! Es gibt für Gott keine bessere oder schlechtere Liebe. Deshalb hoffe ich, dass irgendwann überall gleichgeschlechtliche Paare in der Kirche heiraten dürfen.
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»Vor dem Virus sind alle gleich« von Paul   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 06.06.2020 gesendet.
Vor dem Virus sind alle gleich. Diesen Satz habe ich im Zusammenhang mit Corona oft gehört. Und es stimmt: ob arm oder reich, berühmt oder unbekannt – alle können Corona bekommen.
Aber sind vor dem Virus wirklich alle gleich? Ich finde nicht.
Denn nicht alle Menschen sind dem Virus gleich ausgesetzt. Viele Menschen können sich nicht in die eigenen vier Wände zurückziehen. Obdachlose, Menschen in den Townships von Südafrika oder Flüchtlinge im Lager auf Lesbos haben nicht den Luxus des „social distancing“. Gerade jetzt in Corona-Zeiten wird die soziale Ungerechtigkeit in Deutschland und in der Welt sehr deutlich.
Außerdem sind bestimmte Personen deutlich mehr von der „Corona-Krise“ belastet als andere. Die Pflegekraft, die gerade viele Überstunden macht. Die alleinerziehende Mutter, die neben dem Homeoffice, mit ihren zwei Kindern auch noch Homeschooling machen muss. Oder der chronisch erkrankte Mann, der sich gar nicht mehr traut das Haus zu verlassen.
Ich finde es wichtig, diese Menschen zu unterstützen, jetzt in dieser Krise aber auch danach noch. Denn es handelt es sich um die, die es auch sonst im Alltag schwer haben.
Ich kann die Situation dieser Menschen nicht einfach ändern. Aber ich kann mich politisch dafür einsetzen, dass sie unterstützt werden. Denn vor dem Virus sind nicht alle gleich!
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»Digitaler Alltag« von Paul   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 05.06.2020 gesendet.
Am Anfang von Corona habe ich gedacht: jetzt geht gar nichts mehr. Du hockst nur noch daheim und langweilst dich.
Aber so ist es nicht. Alles was geht findet bei mir online statt und das ist mehr als ich erwartet habe! Die verschiedenen Module und Seminare meiner Ausbildung, mein Bewerbungsgespräch für ein Praktikum und sogar der Vortrag, den ich hören wollte.
Videokonferenzen machen es möglich. Und technisch klappt es besser als ich gedacht habe.
Trotzdem fühlt sich mein Alltag anders an als vor Corona.
Mir fehlt es, zwischen zwei Seminaren mit einem Freund einen Kaffee zu trinken oder eine einfache Umarmung zur Begrüßung. Diese kurzen Momente der Nähe zu anderen Menschen vermisse ich schon sehr. Dafür gibt es auch keinen virtuellen Ersatz.
Das bedeutet nicht, dass ich alle digitalen Formate blöd finde. Ganz im Gegenteil, ich finde, wir sollten aus dieser Zeit lernen und digitale Möglichkeiten auch in der Zukunft mehr in den Alltag einbinden. Aber ich freue mich schon darauf, wenn mein Alltag nicht mehr nur vor dem Rechner stattfindet. Mein sozialer Akku muss eben auch mal wieder aufgeladen werden.
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»Urlaub in den eigenen vier Wänden« von Paul   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 04.06.2020 gesendet.
Sonne, Strand, Abschalten. Eigentlich wäre ich jetzt in den Pfingstferien mit meiner Familie auf die Insel Föhr gefahren. Schön Urlaub machen und die Seele baumeln lassen. Aber Corona macht mir einen fetten Strich durch die Rechnung. Und das, obwohl ich doch gerade in dieser ungewöhnlichen Zeit Ruhe mal gut gebrauchen könnte.
Jetzt mache ich wohl oder übel Urlaub in den eigenen vier Wänden. Aber kann ich da auch richtig abschalten und mich erholen? Wie kann #HolidayatHome gelingen?
Also erstmal checke ich nicht jeden Tag meine Mails. Ich muss nicht die ganze Zeit für alle erreichbar sein! Das wäre ich auch nicht, wenn ich gerade auf Föhr wäre.
Außerdem habe ich mal wieder ein Puzzle rausgekramt und puzzle fleißig. Dabei höre ich ein schönes Hörbuch. Danach koche ich nicht Nudeln mit Pesto, sondern nehme mir die Zeit eine leckere Pilzpastete zu machen. Abends zocke ich mal seit Jahren wieder ANNO 1404.
So sieht also mein Rezept für erfolgreichen #Holidayathome aus. Alte Leidenschaften aufleben lassen und mir für Dinge Zeit nehmen, die mir gut tun.
Klar, es wird jetzt kein Urlaub mit Strand und Meer. Aber das ist auch nicht zwingend nötig, um einfach mal wieder abzuschalten.
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»Heiliger Geist« von Paul   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 01.06.2020 gesendet.
An Pfingsten feiern Christinnen und Christen das Kommen des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist – das ist der Geist Gottes.
Eine Eigenschaft von Geistern ist meist, dass sie unsichtbar sind. Auch den Heiligen Geist können wir Menschen nicht direkt sehen.
Aber Christinnen und Christen glauben, dass der Heilige Geist in ihnen selbst wirkt. Das hört sich erstmal etwas creepy an! Aber man kann es so verstehen: Der Geist Gottes gibt den Menschen Kraft und Liebe und hilft ihnen dabei, gute Dinge in der Welt zu tun. Wo sich Menschen für andere einsetzen, da wirkt der Heilige Gottes.
Ich finde: Sein Wirken ist in der „Corona-Zeit“ beispielweise erkennbar, wenn Menschen vor einem Altersheim Musik machen oder wenn Menschen für diejenigen einkaufen gehen, die durch Corona besonders gefährdet sind.
Ich glaube der Heilige Geist wirkt auch dann in mir, wenn ich ganz begeistert von etwas bin und viel Energie da reinstecke. Das muss gar nichts mit der Kirche zu tun haben. Das kann auch beim Sport, bei der Arbeit oder beim Treffen mit Freunden sein.
Und so ist der Heilige Geist doch zu sehen. Jeden Tag, in dem, was wir tun.
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