»Armut begegnen« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 08.06.2020 gesendet.
Ein Shopping-Trip nach Köln. Meine Freundinnen und ich haben das letztens für ein Wochenende gemacht.
Als wir jetzt dort waren ist mir an der Stadt vor allem eins aufgefallen: An jeder U-Bahn Station stehen Menschen und fragen die Leute nach nem Euro. Immer wieder läuft man an Schlafsäcken und mit Pfandflaschen gefüllten Einkaufstüten von Menschen ohne Wohnung vorbei.
Ich kenne das von meiner eher kleinen Stadt nicht. Klar war ich schon öfter mal in einer Großstadt, aber an dem Wochenende ist mir das total aufgefallen. Vielleicht, weil wir selbst so viel eingekauft haben und dann mit unseren vollen Tüten an den bettelnden Leuten vorbei gelaufen sind. Ich hab mich echt schlecht gefühlt, weil ich natürlich auch nicht jedem den ich sehe Geld geben kann. Auch wenn ich das als Christin gern würde.
Ich habe an dem Wochenende aber bewusst freundlich auf die Menschen reagiert, die mich um Geld gebeten haben. Meistens schaue ich sonst einfach wo anders hin und gehe schnell weiter. Ich habe jedem der mich angesprochen hat zugelächelt und einen schönen Tag gewünscht. Mir ist klar geworden: Ich kann vielleicht nichts an der Lebenssituation ändern. Und ich gebe nicht jedem Geld. Aber ich kann zumindest jeden Menschen respektvoll behandeln.
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»Wenn viele kleine Leute« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 15.05.2020 gesendet.
Dieses Jahr bin ich schon im April in kurzer Hose und T-Shirt im Garten gesessen. Das ist echt früh und total ungewöhnlich – es ist ja erst Frühling.
Das beschäftigt wirklich viele – also, dass sich das Klimo so krass verändert hat. Deshalb sind Freunde von mir immer freitags auf die Straße gegangen und haben bei Fridays for future mitgemacht. Sie haben dafür viel Kritik bekommen und mussten sich immer wieder anhören, dass ihre Demos auch nichts ändern.
Und vielleicht stimmt das teilweise auch. Ich als Einzelne kann sicher nicht das Klima retten. Seit den Fridays for Future Demos fällt es mir aber zumindest leichter, was fürs Klima zu machen. Zum Beispiel, wenn ich einkaufen gehe: In meinem Supermarkt gibt es Mehrwegnetze fürs Obst. Damit kann ich ganz leicht auf Plastik verzichten. Die Netze gibt es erst, seit das Thema Klimawandel so groß wurde.
Ich bin selbst ja auch noch sehr weit entfernt von einem umweltbewussten Leben. Ich esse zwar wenig Fleisch, bin aber nicht vegan,. Ich fahre die meisten Strecken zwar mit dem Bus, fliege aber normalerweise einmal im Jahr in den Urlaub. Ich finde es wirklich schwierig auf alles zu achten und umweltbewusst zu leben. Dieses Jahr gelingt es mir vielleicht besser.
Aber ich glaube, es ist gar nicht wichtig, dass jeder auf alles achtet. Es ist viel wichtiger, dass jeder das tut, was er kann. Wenn 10 Leute ein bisschen was richtig machen, ist das doch viel mehr wert als wenn einer alles perfekt macht. Wenn jeder sein Möglichstes tut, können wir gemeinsam wirklich etwas verändern.
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»Vom Islam lernen« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 11.05.2020 gesendet.
Vor ein paar Monaten bin ich auf einer Studienfahrt mit einer Gruppe von Muslimen gewesen. Wir haben uns eine Woche lang verschiedene muslimische Einrichtungen in Deutschland angeschaut
Mein persönliches Highlight war auf jeden Fall der Besuch in einer großen Moschee. So vieles an dem Gebäude war total neu und aufregend für mich! Der Boden zum Beispiel ist ein Teppichboden und ist für die Muslime heilig. Die Schuhe werden deshalb am Eingang direkt ausgezogen. Daran merkt man gleich, dass dieser Raum besonders ist. Mit den Schuhen wird auch auf eine Art die Außenwelt abgelegt und die Beziehung zu Gott steht im Vordergrund.
Natürlich ist in der Moschee auch sonst vieles anders als in meiner Kirche. Dort gibt es zum Beispiel keine Bilder - nicht einmal vom Propheten Mohammed. Alles ist sehr schlicht gehalten und es ist weniger prunkvoll und überladen als so manche katholische Kirchen. Die Muslime versuchen den Raum so schlicht wie möglich zu halten, weil es dort nur um das Gebet gehen soll.
Ich fand den Besuch in der Moschee echt unglaublich beeindruckend. Vieles, das die Muslime anders machen, würde ich mir in meiner christlichen Gemeinde auch wünschen. Dass sich wirklich alle gemeinsam auf Gott konzentrieren und sich nicht von aufwändigen Gemälden oder Figuren ablenken lassen zum Beispiel. Ich finde, ich kann wirklich viel von den Muslimen lernen.
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»Helfende Hände« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 30.04.2020 gesendet.
Als vor ein paar Jahren so viele Menschen nach Deutschland geflüchtet sind, hab ich ehrenamtlich mitgeholfen. Ich habe die Geflüchteten mit Kaffee und Keksen begrüßt, wenn sie in den Unterkünften angekommen sind, oder habe auf die Kinder aufgepasst, wenn ihre Mütter zum Deutschkurs gegangen sind.
Für mich ist das ganz selbstverständlich, dass ich helfe. Die Leute die ich kennengelernt habe sind aus ihren Heimatländern geflohen, weil sie verfolgt worden sind. Sie waren in großer Not und haben alles zurückgelassen.
Damals haben einige, die ich kenne sich darüber lustig gemacht. Sie haben mich abfällig als „Gutmensch“ bezeichnet.
Mich hat das natürlich verletzt – ich will ja nicht, dass die anderen schlecht über mich reden. Aber ich habe mich davon nicht abbringen lassen. Ich bin als Christin davon überzeugt, dass man Menschen in Not helfen muss und dafür schäme ich mich auch nicht. Ich hoffe, dass ich mein Land nie verlassen muss, weil Krieg herrscht. Aber wenn das der Fall sein sollte, wünsche ich mir auf Menschen zu treffen, die mir helfen und sich dafür auch nicht schämen. Ich bin immer noch stolz darauf, geholfen zu haben.
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»Natürlich ich« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 28.04.2020 gesendet.
Ich schminke mich seit ich vierzehn bin. Inzwischen gehört Make-Up für mich fest in meine morgendliche Routine. Ungeschminkt gehe ich echt ungern vor die Tür. Zumindest war das bis vor kurzem so.
Letzte Woche hab ich morgens aber total verschlafen und hatte genau 15 Minuten Zeit um mich fertig zu machen. Also bin ich notgedrungen ungeschminkt aus dem Haus.
Ich hab mich super unwohl gefühlt am Anfang. Als ob jeder mich anschaut und über meine Pickel und Augenringe redet. Bis eine Freundin mir an dem Tag ein Kompliment gemacht hat. Sie hat gesagt, dass sie findet, dass ich das ganze Makeup doch gar nicht brauche. Das hat mich echt gefreut. Und sie hat ja Recht – eigentlich kann ich darauf auch verzichten.
Ich hab mir vorgenommen in Zukunft öfter mal ungeschminkt raus zu gehen. Eigentlich ist es doch völlig normal, dass ich nicht perfekt aussehe. Jeder hat doch morgens erstmal Augenringe. Mir tut es gut, wenn ich daran denke, dass Gott mich so gemacht hat wie ich bin: Mit einer etwas größeren Nase und auch mit dem ein oder anderen Pickel. Warum sollte ich das alles also jeden Tag mühsam verstecken? Wichtig ist doch: Ich muss mich nicht schminken um schön zu sein. Schön bin ich, wenn ich zu mir stehe, so wie ich bin.
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»Fotoalbum« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 08.02.2020 gesendet.
Die letzten Jahre hab ich meine Vorsätze zum neuen Jahr bereits im Februar über Bord geworfen. Doch dieses Jahr hab ich mir etwas Besonderes vorgenommen. Und ich bin ich mir sehr sicher, dass ich mindestens bis Dezember durchhalte.
Ich will jeden Monat meine drei Lieblingsfotos auszudrucken. Eigentlich mache ich fast jeden Tag mit meinem Handy Bilder. Aber die meisten schaue ich nie wieder an. Ich fände es aber wirklich schade, wenn mein Handy irgendwann kaputt geht und dann die ganzen Bilder und Erinnerungen weg sind.
Ich finde Fotos sind einfach schöne Erinnerungen! Durch die Bilder erinnere ich mich an so viele Momente, die ich sonst ganz leicht vergesse. Ich blättere heute noch total gern durch alte Fotoalben aus meiner Kindheit und erinnere mich an die tollen Urlaube und Ausflüge.
Ich hoffe, dass ich am Ende von 2020 ein ganzes Fotoalbum füllen kann. Ein Fotoalbum mit meinen Lieblingsmomenten, meinen Lieblingsorten und Lieblingsmenschen. Wenn es mir mal schlecht geht, hol ich das Album raus und hole mir ein Stück von der Freude und der Kraft aus diesen guten Zeiten zurück.
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»Versöhnung« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 23.01.2020 gesendet.
Ich hatte vor einiger Zeit einen richtig heftigen Streit mit meiner besten Freundin. Eigentlich ging es nur um eine Kleinigkeit. Aber am Ende haben wir uns beide gegenseitig Vorwürfe an den Kopf geworfen und uns echt krass gestritten. Danach kam erstmal monatelang von uns beiden nichts mehr – Keine Nachricht. Kein Anruf. Kein Lebenszeichen.
Letztens hab ich mich dann entschieden ihr zu schreiben. Sie ist mir als Freundin wichtig. Seither schreiben wir wieder regelmäßig. Sie wohnt inzwischen zwar in einer anderen Stadt, aber wir wollen uns bald treffen und uns aussprechen. Mich hat das echt viel Überwindung gekostet ihr zu schreiben und den ersten Schritt auf sie zu zu machen. Ich hab es aber trotzdem gemacht, weil mir die Freundschaft wirklich etwas bedeutet hat.
Ich hab meinen Stolz hinten angestellt – auch wenn mir das wirklich schwergefallen ist. Sie hat erzählt, dass es ihr genau so ging. Sie war auch zu stolz zu sagen, dass sie einen Fehler gemacht hat. Ich bin wirklich froh, dass wir es geschafft haben uns zu versöhnen. Wer den ersten Schritt gemacht hat ist eigentlich total egal. Es ist ja ganz normal, dass es mal Streit gibt. Ich will das nächste Mal früher auf sie zugehen und mich entschuldigen. Wichtiger als mein Stolz ist doch, dass wir Freundinnen sind.
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»Taufpatin und Vorbild sein« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 12.01.2020 gesendet.
Mein kleiner Neffe wird bald getauft. Ich freue mich schon richtig darauf, auch weil ich seine Taufpatin sein darf. Für mich ist das eine ganz besondere Ehre, dass meine Schwester und ihr Mann mich als Patin gefragt ausgewählt haben.
Manche finden das ja überflüssig. Andere denken, dass Paten für das Patenkind sorgen sollen, falls den Eltern etwas zustößt. Meine Schwester hat mich aber gefragt, weil sie und ihr Mann wollen, dass ich für meinen Neffen nicht nur als Mensch ein Vorbild bin, sondern auch als Christin.
Und das finde ich gar nicht so einfach – Vorbild zu sein. Ich bin ja auch nicht perfekt und zweifle oft an Gott. Manchmal streite ich mich sogar richtig mit ihm. Ich würde sagen, dass es bei ihm ist wie bei einem guten Freund. Wir streiten uns, wir verlieren uns manchmal eine Zeit lang aus den Augen, aber ich bin doch sehr froh ihn zu haben.
Ich möchte meinen Neffen daran teilhaben lassen, was es für mich bedeutet gläubig zu sein. Ich weiß natürlich nicht, ob er selbst später gläubig wird. Aber ich möchte ihm auf jeden Fall bei Fragen weiterhelfen und ihn begleiten, wenn er mal nicht mehr weiterweiß. Ich möchte vor allem eins – ganz egal was ihn beschäftigt, immer für ihn da sein.
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»Neues Jahr, neues Land« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 29.12.2019 gesendet.
Nächste Woche beginnt ein neues Jahr. 2020. Für mich bedeutet das neue Jahr auch ein neues Abenteuer. Ich gehe nämlich für 6 Monate nach Italien.
Ich freue mich schon sehr darauf, in einem anderen Land zu leben. Ich bin gespannt auf eine neue Kultur, neue Nachbarn und eine neue Herausforderung. 2020 wird für mich wirklich eine spannende Zeit.
Aber ich mach mir natürlich auch so meine Gedanken. Eben weil alles so neu sein wird. Ich schwanke hin und her: Mal freu ich mich, mal mach ich mir Sorgen, ob auch alles so werden wird wie ich mir das wünsche. Immerhin bin ich ganz auf mich gestellt und kenne da noch niemanden. Ich hoffe, dass ich nette Leute kennenlerne und mich schnell dort einlebe und auch ein neues Lieblingscafè finde in dem ich meine Nachmittage verbringen kann.
Ich versuche mir immer vor Augen zu halten, dass ich nicht allein sein werde. Meine Familie und meine Freunde sind nur einen Anruf entfernt. Sie machen mir Mut, diese Herausforderung trotzdem zu wagen.
Mir hilft es auch, wenn ich mir vorstelle, dass Gott mich nicht allein lässt. Genau wie meine Familie und Freunde. Ich vertraue darauf, dass er mich begleitet bei diesem Abenteuer. Dieses Vertrauen möchte ich beibehalten. Auch bei all den anderen Herausforderungen, die ich nächstes Jahr anpacken will.
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»Dankbarkeitstagebuch« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 11.12.2019 gesendet.
Als ich letztens so durch die Stadt geschlendert bin habe ich im Schaufenster eines Buchladens etwas entdeckt: Ein Dankbarkeitstagebuch. Ich wusste erstmal gar nicht was das sein soll. Ich bin dann rein in den Laden und hab ein bisschen darin herumgeblättert und es mir auch mitgenommen. Da trag ich jetzt immer abends, Erlebnisse oder Momente ein, für die ich dankbar bin. Am Anfang hab ich gezweifelt, ob mir da wirklich jeden Tag was einfällt.
Aber gleich am ersten Abend sind mir plötzlich ganz viele Punkte eingefallen für die ich Danke sagen kann. Dass ich den Bus morgens noch erwischt habe, obwohl ich mal wieder total knapp dran war zum Beispiel. Oder, dass ich beim Bäcker das letzte Brötchen von meiner Lieblingssorte ergattern konnte.
Ich führe das Tagebuch jetzt schon länger. Oft sind das nur Kleinigkeiten, kleine Begegnungen oder Gespräche, die ich reinschreibe. Aber es gab bis jetzt keinen Tag an dem ich nichts hatte für das ich dankbar bin. Und es macht mich wirklich glücklich zu sehen, wie viel Gutes mir in meinem Alltag passiert. Ich hab das echt unterschätzt. Deswegen möchte ich das auch wirklich beibehalten und jeden Abend vor dem Schlafengehen wenigstens eine Sache finden für die ich sagen kann: Danke Gott, dass ich das heute erleben durfte.
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