»Wunschlos glücklich« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 05.10.2019 gesendet.
Ich habe in ein paar Wochen Geburtstag. Da freue ich mich schon richtig drauf! Ich habe eine ziemlich große Familie und an meinem Geburtstag kommen immer alle zum Feiern vorbei. Wir essen dann gemeinsam bei meinen Eltern im Garten, meistens wird gegrillt und wir haben eine richtig gute Zeit zusammen.
Wenn mein Geburtstag näher rückt bekomme ich von meinen Tanten, Omas und Geschwistern immer dieselbe Frage gestellt: Was wünschst du dir denn dieses Jahr? Normalerweise fallen mir da auch gleich mehrere Sachen ein, die ich brauchen kann. Einen neuen Rucksack, eine schicke neue Uhr oder einfach nur einen Gutschein für einen meiner Lieblingsläden.
Dieses Jahr ist das irgendwie anders. Es gibt natürlich vieles, das ich gerne hätte, aber in Wirklichkeit brauch ich gerade nichts. Ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist und dass es viele gibt, die nicht einmal das Nötigste haben.
Ich bin aber wirklich wunschlos glücklich. Es fehlt mir an nichts. Alles was ich mir zum Geburtstag wünsche, ist einen schöner Tag mit all meinen Liebsten. Das sagen zu können, fühlt sich einfach richtig gut an. Ich bin Gott wirklich dankbar, dass er mich so reich beschenkt hat, dass es mir an nichts fehlt.
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»Rettungsgasse« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 03.10.2019 gesendet.
Als ich letztens mit meinem Bruder auf der Autobahn gefahren bin, sind wir in einen ewig langen Stau gekommen. Die Autos sind ganz langsam im Schritttempo über die Straße geschlichen. Wir haben uns beide total geärgert. Nichts geht mehr.
Mein Bruder ist dann ganz selbstverständlich ganz rechts rangefahren um eine Rettungsgasse freizuhalten. Schließlich ist, wenn jemand schwer verletzt ist jede Sekunde entscheidend. Ich habe aber ganz viele Autofahrer gesehen, die das nicht gemacht haben. Das macht mich wirklich wütend. Dabei höre ich im Radio und Fernsehen immer wieder, wie wichtig das ist. Und ich bin mir sicher, dass die anderen Autofahrer auch wissen, dass man eine Rettungsgasse freihalten soll.
Ich verstehe nicht, warum manche trotzdem den Weg versperrt haben. Mir gibt das immer ein total gutes Gefühl, wenn ich sehe, wie alle gemeinsam eine Rettungsgasse bilden. Wenn alle zusammen arbeiten und jeder ein kleines Stück zur Seite fährt– können wir gemeinsam vielleicht sogar einer Person das Leben retten. Ich finde das wirklich unglaublich wichtig. Und ich hoffe, dass das in Zukunft bei jedem Stau klappt.
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»Instagrammmodels« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 30.09.2019 gesendet.
Ich kann mich manchmal selbst nicht ausstehen. Es gibt Tage, da stehe ich vor dem Spiegel und finde meine Haare zu langweilig, meine Nase zu groß und meinen Bauch zu schwabbelig. Wenn ich an so einem Tag dann auch noch durch Instagram scrolle, wird das Gefühl noch schlimmer. Ich sehe auf jedem Foto nur wunderschöne Mädels mit perfekten Körpern, die selbstbewusst in die Kamera lächeln. Wenn ich die so sehe, bin ich echt total neidisch.
Eigentlich weiß ich ja, dass das auf den Fotos auch nur ganz normale Frauen sind. Und ich weiß eigentlich auch, dass sie auf ihren Fotos nur so perfekt aussehen, weil sie sich extra dafür schick gemacht haben und ihre Bilder mit Filtern bearbeiten. Trotzdem fühle ich mich durch solche Bilder manchmal total schlecht.
Seit ein paar Wochen folge ich einigen Profilen nicht mehr, weil sie mir dieses schlechte Gefühl gegeben haben. Es gibt nämlich auch genug Accounts, die auch mal ihre Dehnungsstreifen oder ihre Augenringe fotografieren. Ich sehe jetzt viele Fotos von wunderschönen Frauen, die aber nicht vorgeben perfekt zu sein. Und genau das macht ihre Schönheit für mich aus. Und ich bin jetzt auch viel zufriedener mit mir selbst.
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»Autounfall« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 19.09.2019 gesendet.
Ein Junge aus meiner Stadt ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Er war in der Innenstadt viel zu schnell unterwegs und hat dann die Kontrolle über sein Auto verloren. Und das mit gerade einmal 18 Jahren.
Mich hat die Nachricht von seinem Tod total schockiert. Dabei kannte ich ihn nicht mal richtig. Die Familie hat nach dem Unfall eine Anzeige in der Zeitung veröffentlicht. Keine normale Todesanzeige, sondern einen Aufruf an andere junge Autofahrer. Sie schreiben, dass es schlimme Folgen haben kann, so leichtsinnig zu fahren wie ihr Sohn. Vor allem für Führerscheinneulinge, die noch nicht so viel Erfahrung haben. Sie meinen vermutlich solche wie mich. Sie rufen mich dazu auf, genau zu überlegen, ob ich mein Leben riskieren will, um vor anderen cool dazustehen. Ich finde das total beeindruckend und stark, dass die Familie in ihrer Trauer an andere denkt. Und obwohl das schon länger her ist, beschäftigt es mich noch.
Ich habe mir das echt zu Herzen genommen. Ich will einfach nicht mein Leben oder das von anderen riskieren, nur weil ich cool dastehen möchte.
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»Montage« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 16.09.2019 gesendet.
Ich kann Montage nicht ausstehen. Das Wochenende hat gerade erst begonnen und schon muss ich morgens wieder früh raus. Wenn ich mir am Sonntagabend den Wecker stelle, fällt mir das irgendwie besonders schwer. Die Erinnerung an den entspannten Netflix-Tag ist einfach noch zu frisch.
Letzten Montag saß ich morgens wieder mal total übermüdet mit einer Freundin im Bus. Die hat gar nicht verstanden warum ich den Montag so negativ sehe. Sie findet Montage total toll. Sie meint, das ist für sie jede Woche eine Art Neuanfang. Eine neue, frische Woche beginnt, die man mit Geschichten füllen kann. Neue Geschichten über Mittagspausen im Grünen oder über witzige Dinge die auf der Arbeit passiert sind zum Beispiel.
Ich bin von ihrer Sicht auf den von mir so verhassten Montag echt überrascht. So habe ich das bisher noch gar nicht gesehen. Ich finde, sie hat irgendwie recht. Wenn man den Montag so sieht, ist er gar nicht mehr so schrecklich. Dann ist jeder Montag die Chance auf eine tolle neue Woche.
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»Bildschirmzeit« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 03.09.2019 gesendet.
Ich schaue am Tag 62 Mal auf mein Handy. Das sind fast drei Mal in der Stunde. Seit ein paar Wochen lass ich mir das auf meinem Smartphone anzeigen wie oft ich es am Tag entsperre und auch wie viel Zeit ich in den einzelnen Apps wie Instagram oder Facebook verbringe.
62 Mal! Als ich das gesehen habe bin ich richtig erschrocken. Ich habe nicht gedacht, dass mein ich so viel Zeit am Handy verbringe. Vor allem über meine Zeit in den „Sozialen“ Netzwerken bin ich verblüfft. Vier Stunden am Tag bin ich da unterwegs wenn ich frei habe.
Ich finde das echt krass. Das ist viel Zeit die ich mit meinen Freunden im realen Leben verbringen könnte. Stattdessen schaue ich mir an was Leute so hochladen die ich mal auf irgendeiner Party kennengelernt habe.
Ich habe mir jetzt ein Limit eingestellt am Handy. Nach 2 Stunden Bildschirmzeit wird mir eine Nachricht angezeigt, dass ich mein Tageslimit überschritten habe. Mir hilft das echt total. Seitdem bin ich öfter einfach mal offline und nutze die Zeit für mich. Zum Beispiel wenn ich jetzt abends nachhause komme, male ich, setze mich raus in den Garten und höre ein bisschen Musik. Das fühlt sich richtig gut an.
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»Be my eyes« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 23.08.2019 gesendet.
Als ich letztens durch meinen App-Store gescrollt bin, ploppt da ein Vorschlag für eine App auf, die ich runterladen kann: “Be my Eyes” heißt die, also “Sei meine Augen”.
Ein blinder Mensch kann über die App die anderen Leute fragen, wenn er Hilfe braucht. Zum Beispiel wenn er wissen will, ob die Milch im Kühlschrank noch haltbar ist oder wenn er vor einem riesigen Wohnhaus mit tausenden Klingelschildern steht und nicht weiß wo er klingeln soll. Er kann sich über die App zum Beispiel mit mir verbinden. Ich kann dann per Video-Chat nach dem Haltbarkeitsdatum schauen. Meistens dauert so ein Gespräch nur wenige Sekunden. Ich hab mir die App gleich runter geladen und konnte seither sogar schon zwei Mal jemandem helfen.
Wenn ich die App nutze, muss ich immer an die ganzen Geschichten aus der Bibel denken, in denen Jesus Blinde geheilt hat. Wundergeschichten nennt man die. Ich kann natürlich niemanden heilen, aber ich kann durch die App einem Blinden in seinem Alltag helfen. Ich finde, das ist auch irgendwie ein kleines Wunder.
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»Begegnungen« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 20.08.2019 gesendet.
Ich habe mit anderen Ehrenamtlichen ein Café für Menschen organisiert, die geflüchtet sind. Bei Kaffee und Kuchen habe ich dabei eine junge Familie kennengelernt. Sie sind Christen aus Syrien und dort wegen ihres Glaubens verfolgt worden. Gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter sind sie dann nach Deutschland geflohen. Wir haben von da an oft miteinander gekocht und gegessen und es ist eine richtige Freundschaft entstanden.
Als ich letztens über ein Zitat von dem Philosophen Martin Buber gestolpert bin, hab ich sofort an diese Begegnung denken müssen Er sagt: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“ Für Buber sind solche Begegnungen wie ich sie da erlebt habe das wahre Leben.
Und ich finde er hat recht - die schönsten Dinge in meinem Leben passieren immer im Zusammenhang mit anderen Menschen. In den Momenten in denen ich glücklich bin, bin ich eigentlich nie alleine
Ich finde das einen echt schönen Gedanken, den ich mir in Zukunft öfter mal im Alltag ins Gedächtnis rufen will: Ich will öfter die Begegnung mit anderen Menschen suchen und das wahre Leben erleben. Denn ohne andere wäre mein Leben gar nicht das was es ist.
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»Drei Minuten mit Gott« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 10.08.2019 gesendet.
Geburtstage von Freunden, Klausuren, Arzttermine - In letzter Zeit weiß ich echt nicht wo mir der Kopf steht. Alles ist gerade super stressig und in meinem Alltag geht es drunter und drüber. Ich hetze meistens den ganzen Tag nur durch die Stadt und versuche alles zu erledigen was so ansteht. Abends falle ich dann todmüde ins Bett und genau in dem Moment fallen mir noch 100 Dinge ein, die ich noch machen muss.
Vieles was mir wichtig ist kommt dadurch bei mir gerade zu kurz. Viele Freundinnen haben sich schon beschwert, weil ich mich so lang nicht gemeldet habe. Und ich komme auch kaum dazu, meine Verbindung mit Gott zu halten. In dem ganzen Alltagsstress habe ich nicht mal Zeit für ein kurzes Gebet. Ich finde das echt mega schade, dass die Dinge die mir wirklich wichtig sind in so stressigen Zeiten einfach untergehen.
Deshalb habe ich jetzt angefangen mir jeden Abend beim Zähneputzen Zeit für Gott zu nehmen. Mir tut das richtig gut, alles was mich an dem Tag so beschäftigt hat loszuwerden und mit ihm zu teilen. Eigentlich finde ich in diesen drei Minuten mit Gott auch immer mindestens eine Sache für die ich an dem Tag dankbar bin. Ich glaube, diese drei Minuten mit Gott behalte ich auch bei, wenn es wieder weniger stressig ist.
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»Festival« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 26.07.2019 gesendet.
Ich habe vor ein paar Jahren die Schule abgeschlossen. Danach bin ich mit meiner besten Freundin auf ein Festival gefahren.
3 Tage lang haben wir zusammen gefeiert, getanzt und gecampt. Ewiges Anstehen vor den Dixiklos und Duschen, die nicht einmal groß genug sind um sich darin umzudrehen. Gegessen haben wir in dem Wochenende hauptsächlich Dosenpfirsiche und Fertig-Ravioli und geschlafen haben wir auf Isomatten in einem viel zu kleinen und stickigen Zelt. So ein Festival ist wirklich nicht die angenehmste Art Urlaub zu machen.
Trotzdem hatten wir gemeinsam eine unglaublich tolle Zeit, Haben neue Leute kennengelernt und haben berühmte DJs live gehört, die wir total feiern. Einfach ein perfektes Wochenende.
Die richtige Person an der Seite, ein Zelt und ein Wochenende voller guter Musik- Damals habe ich gemerkt: Um eine richtig gute Zeit zu haben, brauchts manchmal nicht viel. Für heute reicht mir einfach meine Lieblingsplaylist und ein Liegestuhl im Garten.
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