»Das Beste draus machen« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 16.10.2020 gesendet.
Corona hat bei mir einiges verändert. Ich wollte eigentlich im März nach Italien gehen um dort ein Auslandssemester zu machen. Monatelang habe ich die Reise geplant und vorbereitet. Das war echt viel Arbeit. Ich hab mich schon total auf Italien gefreut.
Als dann klar war, dass ich das Semester wegen Corona nicht machen kann, war ich unendlich traurig. Die Situation in Italien war zu dem Zeitpunkt total schlimm und viele Menschen sind an dem Virus gestorben. Das ganze Land war im Lockdown.
Ich hab auch ein paar Tage gebraucht um mich an die neue Situation zu gewöhnen.
Und obwohl das alles total ärgerlich für mich gewesen ist, hat es auch etwas Gutes gehabt. Denn weil mein WG-Zimmer in meiner Unistadt natürlich längst untervermietet war, bin ich wieder in meine Heimatstadt zu meiner Familie gezogen. Normalerweise sehen wir uns nur einmal im Monat. So hatten wir jetzt ein halbes Jahr zusammenverbracht. Das war wirklich schön, meine Freunde und meine Familie so oft sehen zu können. Also hab ich einfach ganz viel mit ihnen unternommen und hatte ein wirklich tolles Semester zuhause.
Auch wenn alles ganz anders gelaufen ist, als ich es geplant habe, bin ich trotzdem dankbar. Eines habe ich auf jeden Fall gelernt: Egal wie schwer eine Situation ist - Ich versuche einfach das Beste daraus zu machen.
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»Corona-Weihnachten« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 15.10.2020 gesendet.
Als ich letztens im Supermarkt bei mir um die Ecke einkaufen war, musste ich echt schmunzeln: Am Eingang stand eine ganze Palette mit Lebkuchen und anderem Weihnachtsgebäck. Bis dahin hab ich noch nicht ein einziges Mal über Weihnachten nachgedacht. Schließlich ist es ja noch eine Weile hin.
Als ich die Lebkuchen so gesehen habe, hab ich mich gefragt wie dieses Weihnachten wohl werden wird, so mit Corona. Normalerweise feiere ich immer mit meiner ganzen Familie. Wir sind wirklich viele Leute und essen dann alle gemeinsam und singen Weihnachtslieder. Und am Abend gehen wir dann zusammen in den Gottesdienst.
Das wird dieses Jahr bestimmt ganz anders. Wir werden nur im kleinen Kreis feiern. Und wie ein Weihnachtsgottesdienst in Zeiten von Corona aussehen kann, weiß wahrscheinlich noch niemand. Ich finde das wirklich schade. Unsere ganzen Traditionen werden dieses Jahr auf den Kopf gestellt.
Was an Weihnachten gefeiert wird bleibt aber gleich. Die Geburt von Jesus. Daran ändert auch Corona nichts. Nur wie wir feiern verändert sich.
Vielleicht entstehen dieses Jahr ja sogar neue Traditionen. Und im kleinen Kreis das Fest zu verbringen, kann ja auch total schön sein. Egal wie, es wird anders, als ich es kenne. Aber nur weil es dieses Mal anders sein wird, kann es doch trotzdem gut werden.
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»Antirassistisch sein« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 14.10.2020 gesendet.
Seit dem Mord an George Floyd ist inzwischen einige Zeit vergangen. Mich lässt das Thema aber trotzdem nicht los. Mir war nämlich bis dahin gar nicht bewusst, was für eine große Rolle Rassismus immer noch spielt.
Ich habe mich nie wirklich damit auseinandergesetzt, weil es mich nie betroffen hat.
Aber jetzt hab ich mich sehr mit Rassismus beschäftigt. Ich habe viel darüber gelesen und Podcasts dazu gehört. Weil ich selbst nicht rassistisch sein möchte.
Ich glaube, dass alle Menschen gleich sind: an Würde. Und auch an Wert. Ich glaube nicht, dass Gott Menschen mit dunkler Hautfarbe weniger weatvoll geschaffen hat als Weiße.
Aber ich denke, dass es nicht mehr reicht, selbst nicht rassistisch zu sein. Wann immer ich Rassismus begegne, will ich ab jetzt einschreiten. Etwas dagegen sagen. Zum Beispiel bei rassistischen Witzen. Freunde von mir machen gerne solche Witze. Und das nächste Mal sag ich ihnen, dass ich das nicht in Ordnung finde. Und erkläre ihnen auch warum. Nur so, kann sich endlich was verändern.
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»Armut begegnen« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 08.06.2020 gesendet.
Ein Shopping-Trip nach Köln. Meine Freundinnen und ich haben das letztens für ein Wochenende gemacht.
Als wir jetzt dort waren ist mir an der Stadt vor allem eins aufgefallen: An jeder U-Bahn Station stehen Menschen und fragen die Leute nach nem Euro. Immer wieder läuft man an Schlafsäcken und mit Pfandflaschen gefüllten Einkaufstüten von Menschen ohne Wohnung vorbei.
Ich kenne das von meiner eher kleinen Stadt nicht. Klar war ich schon öfter mal in einer Großstadt, aber an dem Wochenende ist mir das total aufgefallen. Vielleicht, weil wir selbst so viel eingekauft haben und dann mit unseren vollen Tüten an den bettelnden Leuten vorbei gelaufen sind. Ich hab mich echt schlecht gefühlt, weil ich natürlich auch nicht jedem den ich sehe Geld geben kann. Auch wenn ich das als Christin gern würde.
Ich habe an dem Wochenende aber bewusst freundlich auf die Menschen reagiert, die mich um Geld gebeten haben. Meistens schaue ich sonst einfach wo anders hin und gehe schnell weiter. Ich habe jedem der mich angesprochen hat zugelächelt und einen schönen Tag gewünscht. Mir ist klar geworden: Ich kann vielleicht nichts an der Lebenssituation ändern. Und ich gebe nicht jedem Geld. Aber ich kann zumindest jeden Menschen respektvoll behandeln.
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»Wenn viele kleine Leute« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 15.05.2020 gesendet.
Dieses Jahr bin ich schon im April in kurzer Hose und T-Shirt im Garten gesessen. Das ist echt früh und total ungewöhnlich – es ist ja erst Frühling.
Das beschäftigt wirklich viele – also, dass sich das Klimo so krass verändert hat. Deshalb sind Freunde von mir immer freitags auf die Straße gegangen und haben bei Fridays for future mitgemacht. Sie haben dafür viel Kritik bekommen und mussten sich immer wieder anhören, dass ihre Demos auch nichts ändern.
Und vielleicht stimmt das teilweise auch. Ich als Einzelne kann sicher nicht das Klima retten. Seit den Fridays for Future Demos fällt es mir aber zumindest leichter, was fürs Klima zu machen. Zum Beispiel, wenn ich einkaufen gehe: In meinem Supermarkt gibt es Mehrwegnetze fürs Obst. Damit kann ich ganz leicht auf Plastik verzichten. Die Netze gibt es erst, seit das Thema Klimawandel so groß wurde.
Ich bin selbst ja auch noch sehr weit entfernt von einem umweltbewussten Leben. Ich esse zwar wenig Fleisch, bin aber nicht vegan,. Ich fahre die meisten Strecken zwar mit dem Bus, fliege aber normalerweise einmal im Jahr in den Urlaub. Ich finde es wirklich schwierig auf alles zu achten und umweltbewusst zu leben. Dieses Jahr gelingt es mir vielleicht besser.
Aber ich glaube, es ist gar nicht wichtig, dass jeder auf alles achtet. Es ist viel wichtiger, dass jeder das tut, was er kann. Wenn 10 Leute ein bisschen was richtig machen, ist das doch viel mehr wert als wenn einer alles perfekt macht. Wenn jeder sein Möglichstes tut, können wir gemeinsam wirklich etwas verändern.
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»Vom Islam lernen« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 11.05.2020 gesendet.
Vor ein paar Monaten bin ich auf einer Studienfahrt mit einer Gruppe von Muslimen gewesen. Wir haben uns eine Woche lang verschiedene muslimische Einrichtungen in Deutschland angeschaut
Mein persönliches Highlight war auf jeden Fall der Besuch in einer großen Moschee. So vieles an dem Gebäude war total neu und aufregend für mich! Der Boden zum Beispiel ist ein Teppichboden und ist für die Muslime heilig. Die Schuhe werden deshalb am Eingang direkt ausgezogen. Daran merkt man gleich, dass dieser Raum besonders ist. Mit den Schuhen wird auch auf eine Art die Außenwelt abgelegt und die Beziehung zu Gott steht im Vordergrund.
Natürlich ist in der Moschee auch sonst vieles anders als in meiner Kirche. Dort gibt es zum Beispiel keine Bilder - nicht einmal vom Propheten Mohammed. Alles ist sehr schlicht gehalten und es ist weniger prunkvoll und überladen als so manche katholische Kirchen. Die Muslime versuchen den Raum so schlicht wie möglich zu halten, weil es dort nur um das Gebet gehen soll.
Ich fand den Besuch in der Moschee echt unglaublich beeindruckend. Vieles, das die Muslime anders machen, würde ich mir in meiner christlichen Gemeinde auch wünschen. Dass sich wirklich alle gemeinsam auf Gott konzentrieren und sich nicht von aufwändigen Gemälden oder Figuren ablenken lassen zum Beispiel. Ich finde, ich kann wirklich viel von den Muslimen lernen.
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»Helfende Hände« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 30.04.2020 gesendet.
Als vor ein paar Jahren so viele Menschen nach Deutschland geflüchtet sind, hab ich ehrenamtlich mitgeholfen. Ich habe die Geflüchteten mit Kaffee und Keksen begrüßt, wenn sie in den Unterkünften angekommen sind, oder habe auf die Kinder aufgepasst, wenn ihre Mütter zum Deutschkurs gegangen sind.
Für mich ist das ganz selbstverständlich, dass ich helfe. Die Leute die ich kennengelernt habe sind aus ihren Heimatländern geflohen, weil sie verfolgt worden sind. Sie waren in großer Not und haben alles zurückgelassen.
Damals haben einige, die ich kenne sich darüber lustig gemacht. Sie haben mich abfällig als „Gutmensch“ bezeichnet.
Mich hat das natürlich verletzt – ich will ja nicht, dass die anderen schlecht über mich reden. Aber ich habe mich davon nicht abbringen lassen. Ich bin als Christin davon überzeugt, dass man Menschen in Not helfen muss und dafür schäme ich mich auch nicht. Ich hoffe, dass ich mein Land nie verlassen muss, weil Krieg herrscht. Aber wenn das der Fall sein sollte, wünsche ich mir auf Menschen zu treffen, die mir helfen und sich dafür auch nicht schämen. Ich bin immer noch stolz darauf, geholfen zu haben.
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»Natürlich ich« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 28.04.2020 gesendet.
Ich schminke mich seit ich vierzehn bin. Inzwischen gehört Make-Up für mich fest in meine morgendliche Routine. Ungeschminkt gehe ich echt ungern vor die Tür. Zumindest war das bis vor kurzem so.
Letzte Woche hab ich morgens aber total verschlafen und hatte genau 15 Minuten Zeit um mich fertig zu machen. Also bin ich notgedrungen ungeschminkt aus dem Haus.
Ich hab mich super unwohl gefühlt am Anfang. Als ob jeder mich anschaut und über meine Pickel und Augenringe redet. Bis eine Freundin mir an dem Tag ein Kompliment gemacht hat. Sie hat gesagt, dass sie findet, dass ich das ganze Makeup doch gar nicht brauche. Das hat mich echt gefreut. Und sie hat ja Recht – eigentlich kann ich darauf auch verzichten.
Ich hab mir vorgenommen in Zukunft öfter mal ungeschminkt raus zu gehen. Eigentlich ist es doch völlig normal, dass ich nicht perfekt aussehe. Jeder hat doch morgens erstmal Augenringe. Mir tut es gut, wenn ich daran denke, dass Gott mich so gemacht hat wie ich bin: Mit einer etwas größeren Nase und auch mit dem ein oder anderen Pickel. Warum sollte ich das alles also jeden Tag mühsam verstecken? Wichtig ist doch: Ich muss mich nicht schminken um schön zu sein. Schön bin ich, wenn ich zu mir stehe, so wie ich bin.
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»Fotoalbum« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 08.02.2020 gesendet.
Die letzten Jahre hab ich meine Vorsätze zum neuen Jahr bereits im Februar über Bord geworfen. Doch dieses Jahr hab ich mir etwas Besonderes vorgenommen. Und ich bin ich mir sehr sicher, dass ich mindestens bis Dezember durchhalte.
Ich will jeden Monat meine drei Lieblingsfotos auszudrucken. Eigentlich mache ich fast jeden Tag mit meinem Handy Bilder. Aber die meisten schaue ich nie wieder an. Ich fände es aber wirklich schade, wenn mein Handy irgendwann kaputt geht und dann die ganzen Bilder und Erinnerungen weg sind.
Ich finde Fotos sind einfach schöne Erinnerungen! Durch die Bilder erinnere ich mich an so viele Momente, die ich sonst ganz leicht vergesse. Ich blättere heute noch total gern durch alte Fotoalben aus meiner Kindheit und erinnere mich an die tollen Urlaube und Ausflüge.
Ich hoffe, dass ich am Ende von 2020 ein ganzes Fotoalbum füllen kann. Ein Fotoalbum mit meinen Lieblingsmomenten, meinen Lieblingsorten und Lieblingsmenschen. Wenn es mir mal schlecht geht, hol ich das Album raus und hole mir ein Stück von der Freude und der Kraft aus diesen guten Zeiten zurück.
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»Versöhnung« von Lisa   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 23.01.2020 gesendet.
Ich hatte vor einiger Zeit einen richtig heftigen Streit mit meiner besten Freundin. Eigentlich ging es nur um eine Kleinigkeit. Aber am Ende haben wir uns beide gegenseitig Vorwürfe an den Kopf geworfen und uns echt krass gestritten. Danach kam erstmal monatelang von uns beiden nichts mehr – Keine Nachricht. Kein Anruf. Kein Lebenszeichen.
Letztens hab ich mich dann entschieden ihr zu schreiben. Sie ist mir als Freundin wichtig. Seither schreiben wir wieder regelmäßig. Sie wohnt inzwischen zwar in einer anderen Stadt, aber wir wollen uns bald treffen und uns aussprechen. Mich hat das echt viel Überwindung gekostet ihr zu schreiben und den ersten Schritt auf sie zu zu machen. Ich hab es aber trotzdem gemacht, weil mir die Freundschaft wirklich etwas bedeutet hat.
Ich hab meinen Stolz hinten angestellt – auch wenn mir das wirklich schwergefallen ist. Sie hat erzählt, dass es ihr genau so ging. Sie war auch zu stolz zu sagen, dass sie einen Fehler gemacht hat. Ich bin wirklich froh, dass wir es geschafft haben uns zu versöhnen. Wer den ersten Schritt gemacht hat ist eigentlich total egal. Es ist ja ganz normal, dass es mal Streit gibt. Ich will das nächste Mal früher auf sie zugehen und mich entschuldigen. Wichtiger als mein Stolz ist doch, dass wir Freundinnen sind.
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