»Helfen« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 28.04.2019 gesendet.
Ich hab mich neulich mit jungen Muslimen und Christen getroffen. Wir haben gemeinsam Stellen aus dem Koran und der Bibel gelesen. Und uns danach darüber unterhalten.
In der Geschichte aus dem Koran ging es um Mose. Der kommt auch in der Bibel vor. Aber diese Geschichte steht nur im Koran. Mose musste da aus seiner Heimat fliehen, weil er verfolgt wurde. Nach einer langen, anstrengenden Flucht ist Mose ganz erschöpft in einer Stadt angekommen. Dort haben viele Hirten ihren Viehherden Wasser zu trinken gegeben. Da hat Mose zwei Frauen entdeckt, die ihre Herden nicht tränken konnten, weil zu viele Hirten da waren. Deswegen hat er ihnen geholfen und die Tiere für die beiden mit Wasser versorgt.
Ich find das voll beeindruckend von Mose. So eine Flucht muss wahnsinnig anstrengend sein. Aber obwohl es ihm selbst überhaupt nicht gut ging, hat er den beiden Frauen geholfen.
Ich glaube, dass auch ich als Christin etwas aus dieser Erzählung aus dem Koran lernen kann. Sie zeigt mir, wie wichtig es ist, auch noch dann auf andere zu achten, wenn es einem selbst gerade nicht so toll geht.
Auf Facebook teilen
»Vergebung« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 27.04.2019 gesendet.
„Vergib uns unsere Schuld. Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ So beten Christinnen und Christen im Vater unser. Ich finde diese zwei kurzen Sätze ganz schön schwer.
„Und vergib uns unsere Schuld“. So heißt es in der Bibel. In meinen eigenen Worten würde ich da sagen: „Lieber Gott, ich hab was falsch gemacht. Bitte verzeih mir.“ Mir persönlich fällt es gar nicht so leicht, einen Fehler zu zugeben. Ganz egal ob vor Gott oder vor meinen Freunden. Das bedeutet nämlich, dass ich für meinen Fehler die Verantwortung übernehmen muss. Zum Beispiel nach einem Streit. Dann muss ich auf den anderen zugehen, um mich zu entschuldigen.
„Vergib uns unsere Schuld“ steht da aber nicht allein. Dazu gehört auch der nächste Satz: „Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ Das heißt, dass auch ich den Menschen vergebe, die mich verletzt haben. In manchen Situationen ist das aber richtig schwierig, beispielsweise in der Partnerschaft oder im Büro. Ich kenne das. Dann will ich dem anderen eigentlich gar nicht verzeihen. Ich glaub, genau deswegen betet man darum. Ich kann eben nicht nur für mich um Entschuldigung bitten, aber selbst anderen nicht verzeihen. Ich muss mich überwinden und meinen eigenen Stolz begraben, um den Groll und Schmerz loslassen zu können. Aber dann ist Versöhnung möglich.
Auf Facebook teilen
»Neue Wege« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 24.04.2019 gesendet.
„Du sagst mir nicht, was ich tun soll“. Das ist einer meiner Lieblingssätze. Und zu niemandem habe ich diesen Satz öfter gesagt als zu meiner Mutter. Ich glaub, dass jeder mal gegen seine Eltern rebelliert. Man muss ja auch nicht immer alles hinnehmen. Oder alles so machen, wie es schon immer war. Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung. Hat das Recht Neues auszuprobieren.
Ich glaube, dass Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten total wichtig sind. Sie führen dazu, dass ich meine eigene Meinung überdenken muss.
Auch Jesus ist neue Wege gegangen. Die Erzählungen über diese neuen Wege stehen in der Bibel. Zu seiner Zeit hat es in Jerusalem sehr streng gläubige Juden gegeben. Die haben die Gebote von Gott ganz ernst genommen. Deswegen hat man zum Beispiel auch am Sabbat, also am Ruhetag überhaupt nichts machen dürfen. Nichtmal ein Feuer entzünden. Jesus hat das anders gesehen. Er hat am Sabbat sogar Menschen geheilt. Die streng gläubigen Juden fanden das gar nicht gut und wollten Jesus deswegen schaden.
Ich denke, dass es gut ist auch mal Neues auszuprobieren und manches anders zu machen. Das muss ja nicht gleich zu einer großen Rebellion führen. Auch im Kleinen kann ich Dinge ändern. Bei mir zu Hause oder bei der Arbeit.
Auf Facebook teilen
»Dein Wille« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 22.04.2019 gesendet.
Das Vaterunser ist eines der bekanntesten Gebete. Christinnen und Christen glauben, dass Jesus genau dieses Gebet gesprochen hat. Er hat damit seinen Vater, also Gott angeredet und es dann seinen Jüngern beigebracht. Es ist in ganz viele Sprachen übersetzt worden, damit Gläubige auf der ganzen Welt es verstehen können. Da heißt es: „Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.“ Also, dass Gottes Wille geschehe. Das bedeutet, dass mein eigener Wille nicht an erster Stelle steht. Ich find das echt krass.
Denn damit hat Jesus Gott so sehr vertraut, dass er Gottes Willen vor seinen eigenen gestellt hat. Jesus hat sich zu hundert Prozent auf Gott verlassen und war davon überzeugt, dass Gott es gut mit ihm und den Menschen meint. Jesus wurde gekreuzigt. Er hat sich dagegen nicht gewehrt, weil es Gottes Wille war. Was danach passiert ist, das feiern wir an Ostern. Er war tot und ist dann wieder lebendig geworden. Er hat damit gezeigt, dass Gott sogar mächtiger ist als der Tod.
„Dein Wille geschehe.“ Wenn ich es in meinen eigenen Worten sagen würde, dann wäre das: „Gott, ich weiß nicht immer, was das Beste für mich und alle Menschen ist, darum bitte ich um deine Hilfe. Damit dein guter Wille geschehe.“
Auf Facebook teilen
»Vaterunser« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 03.03.2019 gesendet.
„Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.“ So beginnt das bekannteste Gebet des Christentums. Es wird überall auf der Welt in Gottesdiensten gebetet.
Es geht weiter mit „Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden“. Also Gottes Wille soll geschehen. Das ist ganz schön krass. Immerhin heißt das, dass mein eigener Wille nicht im Vordergrund steht. Aber es heißt auch, dass ich darauf vertraue, dass Gott es gut mit mir meint.
Danach geht es weiter mit einer Bitte: „Unser tägliches Brot gib uns heute“. Ich glaube, das meint mehr als nur Brot, sondern alles, was ich für einen Tag zum Leben brauche. Zum Beispiel auch Freunde.
„Und vergib uns unsere Schuld.“ Das steht im Vater unser nicht allein. Es ist verbunden mit dem Wunsch „Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ Also, dass auch ich den Menschen vergebe, die mich verletzt haben. Mir fällt das manchmal echt schwer. Darum bin ich froh, dass es weitergeht mit „Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen“. Ich glaube, dass jeder Versuchungen kennt, zum Beispiel dann, wenn man eigentlich grad arbeiten sollte.
Umso schöner find ich es, dass das Gebet mit dem Trost endet, dass Gott wirklich die Macht hat, das zu tun, um was ich ihn bitte. „Denn dein ist die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“
Auf Facebook teilen
»Klatsch und Tratsch« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 01.03.2019 gesendet.
Jan ist mit Lisa im Kino gewesen und gleich hat die Gerüchteküche bei seinen Freunden gekocht: „Hast du schon gehört: Jan ist jetzt mit Lisa zusammen! Das ist ganz schön seltsam, das passt doch überhaupt nicht!“ Dabei sind die beiden auch gar nicht zusammen.
So Gerüchte entstehen ganz schnell. Es ist manchmal halt auch echt interessant, sich über den letzten Klatsch und Tratsch zu unterhalten. Und nicht jeder Klatsch muss ja gleich böse oder gemein sein. Aber ich glaub, er kann trotzdem ganz leicht auch zu Ärger führen und Betroffene ernsthaft verletzen. Denn oft weiß jeder nur so einen Teil der Geschichte, aber alle meinen, sie müssten ihre Meinung dazu herausposaunen.
In der Bibel steht: „Ihr sollt andere nicht verurteilen, damit Gott euch nicht verurteilt.“ Oft sieht man ja die Fehler bei anderen viel schneller als bei einem selbst. Für mich heißt das, anderen mit mehr Offenheit zu begegnen und hinter ihrem Rücken nicht schlecht von ihnen zu reden.
Leider ist das mit der Offenheit in dem ganzen Getratsche häufig richtig schwer. Trotzdem versuche ich mir über Lisa und Jan kein Urteil zu bilden und ihnen stattdessen stillschweigend Glück zu wünschen. Wie auch immer das für die beiden aussehen mag.
Auf Facebook teilen
»Hiob« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 27.02.2019 gesendet.
Hiob war ein frommer, reicher Mann, der viele Kinder hatte. Seine Geschichte steht in der Bibel. Hiob hat ganz fest an Gott geglaubt und ihm immer vertraut. Er hat sich auch immer an seine Gebote gehalten und wirklich so gelebt, wie er dachte, dass es Gott gefallen würde. Doch dann hatte Hiob richtig viel Pech: Zuerst hat er sein ganzes Geld verloren und dann sind auch noch seine Kinder gestorben. Er ist krank geworden und es ging ihm echt schlecht.
Da hat Hiob angefangen an Gott zu zweifeln. Er hat ihm ganz viele Vorwürfe gemacht und ihm nicht mehr vertraut.
Doch dann hat sich Gott Hiob gezeigt. Er sich all das angehört, was Hiob ihm vorgeworfen hat. Und Gott hat ihm gezeigt, dass Menschen manchmal nicht verstehen können, warum sie so viel leiden müssen. Aber er hat ihm auch gezeigt, dass er trotzdem einen Plan für sie hat und sie in ihrem Leid nicht allein lässt. Dass er Gutes tut, auch, wenn sie das in dem Moment gar nicht merken.
Gott ist weiter für Hiob dagewesen. Obwohl Hiob daran gezweifelt hat, dass er es gut mit ihm meint. Er hat ihn sogar seinen Feind genannt. Aber für Gott war das kein Grund ihn fallen zu lassen.
Ich finde das ganz schön krass. Zwar gibt die Geschichte keine Antwort darauf, warum es so viel Leid auf der Welt gibt. Aber sie zeigt mir, dass ich auch in meinem Leid noch auf Gott vertrauen kann.
Auf Facebook teilen
»Dankbarkeit« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 20.01.2019 gesendet.
Neulich hab ich eine Hand voll roter Bohnen bekommen. Zu jeder Bohne sollte ich mir eine Sache überlegen, für die ich Gott besonders danken wollte. Das war in einem Gottesdienst. Ich fand das erstmal ganz schön schwierig, weil ich echt viele Bohnen hatte. Aber je länger ich darüber nachgedacht hab desto mehr Dinge sind mir eingefallen: meine Familie, meine Freunde, meine Arbeit, mein Zuhause und vieles mehr.
Gott zu danken ist Christinnen und Christen wichtig. Das sieht man an vielen Dankesliedern und Gebeten, die Christen singen und beten. Zum Beispiel auch in Gottesdiensten.
Mir ist es wichtig Danke zu sagen. Und mir tut es gut, wenn mir jemand Danke sagt. Es zeigt mir, dass andere mich nicht für selbstverständlich nehmen. Und anderes herum, macht es mich genauso glücklich, wenn sich andere über meinen Dank freuen. Es heißt ja nicht umsonst: Geteilte Freude ist doppelte Freude.
Ich glaube bei Gott ist das ganz genauso. Er freut sich, wenn ich ihm ab und zu sage, wie dankbar ich für das bin, was ich habe. Ich habe eine der roten Bohnen aus dem Gottesdienst aufgehoben. Sie liegt auf meinem Schreibtisch direkt neben der Einkaufsliste. So erinnert sie mich jeden Tag daran, dankbar zu sein.
Auf Facebook teilen
»Vielfalt« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 18.01.2019 gesendet.
Eigentlich hab ich nur einen ganz normalen roten Tee gewollt. Aber dann stand ich vor dem Teeregal und konnte zwischen fünfzig verschiedenen Sorten wählen. Da war von Erdbeere über Waldbeere bis zum Granatapfeltee alles mit dabei. Das hat mich ganz schön begeistert: da kann ja jeder ganz leicht seinen Lieblingstee nehmen oder mutig etwas Neues ausprobieren!
Ich bin der Meinung, dass es mit der Art zu glauben genau so ist. Je nach Lebenssituation ist mir nämlich in meinem Glauben etwas anderes wichtig. Wenn ich grade zornig bin, dann streite ich auch mal mit Gott. Dann mache ich ihm im Gebet Vorwürfe und lasse meine ganze Wut bei ihm aus. Bin ich aber grade glücklich, fällt es mir viel leichter Gottes Liebe wahrzunehmen und ihm dafür auch dankbar zu sein. Es gibt ganz viele verschieden Wege seinen Glauben zu verstehen und zu leben. Und ich finde es auch okay, wenn andere einen anderen Weg für sich wählen.
Mir hilft es, wenn ich mir das manchmal wieder in Erinnerung rufe. Jeder hat die Freiheit zwischen den Wegen zu wählen oder auch mal einen anderen auszuprobieren. Ich glaube nicht, dass es die eine richtige Art gibt, seinen Glauben zu leben. Genauso wenig wie es den einen Tee gibt. Aber genau diese große Vielfalt ist es, die es ausmacht.
Auf Facebook teilen
»Zeit« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 17.01.2019 gesendet.
Ich hab letzte Woche ewig am Bahnhof gestanden. Mein Zug war verspätet. Mir war kalt und ich war müde und wollte nur noch nach Hause. Aber der Zug ist einfach nicht gekommen und mir ist nichts anderes übrig geblieben als einfach nur zu warten.
In der Bibel heißt es, dass alles seine Zeit hat: Lachen und weinen, arbeiten und ausruhen. Das sind alles Bezeichnungen für Positives und Negatives. Sie scheinen zusammenzugehören. Das Gute und das Schlechte.
Wenn es mir gerade nicht so gut geht, macht mir das Mut. Es gibt mir die Hoffnung, dass auch wieder Zeiten kommen, in denen ich mich wohler fühle. Es hilft mir Geduld zu haben, wenn ich auf etwas warte wie neulich auf den Zug. Aber es hilft mir auch, die Zeit besser zu genießen, in der ich besonders glücklich bin. Zum Beispiel wenn ich einen schönen Abend mit meinen Freunden verbringe. Alles hat seine Zeit. Das bedeutet auch, dass ich mir mal Zeit für mich nehmen darf, um mir nochmal meinen Lieblingsfilm nach einem langen Arbeitstag anzuschauen.
Lachen und weinen, arbeiten und ausruhen. Alles gehört dazu. Wenn ich mir das klar mache, dann ist manches leichter.
Auf Facebook teilen