»Zweifel« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 25.03.2020 gesendet.
Ich hab neulich ein Gedicht gelesen. Da hat ein Junge zu Gott gebetet und gesagt: „Ich hab zu Dir gerufen, aber du warst nicht da.“
Ich kenn das. Das ist dann, als ob Gott ganz weit weg wäre. Dann hab ich das Gefühl als könnte ich ihn gar nicht richtig erreichen oder spüren. So als würde ich ihn rufen und er würde mich nicht hören.
Aber ich versuche weiter an Gott zu glauben. Und gerade dann mich noch mehr auf ihn zu verlassen. Darauf, dass er auch da ist, wenn ich mich verlassen fühle und nicht weiß, was ich tun soll.
Und ich habe es auch schon erlebt, dass mein Glaube durch den Zweifel gewachsen ist. Dass sich meine Beziehung zu Gott geändert hat. Wenn ich an ihm gezweifelt habe und dann wieder gemerkt hab, dass er doch da ist. Dass er mir zuhört und doch erreichbar ist. Ähnlich wie bei einem Freund oder einer Freundin, die man nach einem Streit noch besser kennenlernt.
Ich würde dem Jungen gern sagen, dass ich glaube, dass Gott da war. Auch, wenn er das nicht gefühlt hat. Ich glaube nämlich, dass Gott niemanden alleine lässt.
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»Feminismus« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 29.02.2020 gesendet.
Emma Watson ist nicht nur als Schauspielerin, sondern auch als Feministin bekannt. Sie hat mal gesagt: „Sowohl Männer als auch Frauen sollten die Freiheit haben, einfühlsam zu sein. Sowohl Männer als auch Frauen sollten die Freiheit haben, stark zu sein.“ So versteht die Schauspielerin jedenfalls Feminismus.
Es geht darum, dass jeder Mensch, ganz egal, ob Mann oder Frau, selbst entscheiden kann, wer er ist und was ihn ausmacht. Viele Dinge, die wir für typisch Mann oder typisch Frau halten, haben viel mehr mit unserer Kultur zu tun als tatsächlich mit dem Geschlecht von Menschen. Deshalb sollten sie auch nicht danach beurteilt werden.
Ich glaube nicht an ein starkes und ein schwaches Geschlecht. Für mich liegt die Stärke eines Menschen im Charakter. Wenn jemand etwa den Mut hat, das Richtige zu tun. Oder den Mut hat, seine Gefühle und Emotionen zu zeigen. Das zeigt nämlich, dass einem Dinge wichtig sind. Und das kann einen vielleicht verletzlich machen, aber ganz bestimmt nicht schwach.
Auch von Jesus wird in der Bibel erzählt, dass er geweint hat. Zum Beispiel als sein Freund Lazarus gestorben ist. Das macht Jesus aber nicht weniger stark. Es zeigt, wie wichtig ihm sein Freund war und wie leid es ihm getan hat, dass er gestorben ist. Ich finde, das ist Stärke.
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»Verspätungsalarm« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 27.02.2020 gesendet.
Mir ist neulich was Nettes passiert. Da stand ich am Bahnhof und hab unseren Oberbürgermeister gesehen. Irgendwie fand ich den Gedanken cool, dass der auch mit der Bahn fährt und nicht mit einer Privatlimousine mit Chauffeur und so.
Wir sind dann tatsächlich auch in denselben Zug nach Stuttgart gestiegen. Leider hatten wir ganz schön viel Verspätung und ich hatte ein bisschen Angst, meinen Anschluss nicht mehr zu kriegen.
Als wir dann in Stuttgart am Bahnhof angekommen sind, stand ich an der Tür bereit, um auf den nächsten Zug zu rennen. Und ich war nicht die einzige, die es da sehr eilig hatte. Nach kaum zehn Metern hatte mich mein prominenter Mitfahrer überholt, um wieder in denselben Zug wie ich zu steigen.
Ich fand das ziemlich cool, weil es in dem Moment voll egal war, dass er so ein wichtiger Politiker ist. Da war er einfach jemand, der genau wie alle anderen auch auf seinen nächsten Zug gerannt ist.
Ich bin der Meinung, dass es voll wichtig ist zu sehen, dass auch Politiker nur Menschen sind. Und dass die auch mal so ganz normale Dinge machen wie eben mit der Bahn zu fahren.
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»Aufschieberitis« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 25.02.2020 gesendet.
Ich muss in einer Woche mein Projekt fertig haben. Das weiß ich seit ungefähr einem halben Jahr. Ich hab auch schon damit angefangen, aber es ist halt noch nicht fertig. Ich hänge seit Wochen an derselben Stelle und schiebe es immer vor mir her, mich wieder damit zu beschäftigen.
Es stimmt nicht, dass ich nichts machen würde. Ich mache nur nicht das, was ich eigentlich machen sollte. Ich räume sogar noch lieber mein Zimmer auf oder mache andere Aufgaben, nur um nicht an dem Projekt arbeiten zu müssen. Und weil die Deadline jetzt näher rückt, bekomm ich richtig dolle Stress.
In der Bibel steht: „Hab keine Angst, was die Zukunft angeht. Es reicht, dass jeder Tag seine eigenen Probleme mit sich bringt.“ Für mich heißt das, dass man sich um jeden Tag einzeln kümmern soll. Dass man heute die Aufgaben macht, die anstehen. Und sich morgen um das kümmert, was morgen eben dran ist.
Mir macht das Hoffnung, dass wenn ich heute meine Arbeit mache, ich mir keine unnötigen Sorgen um Morgen machen muss. Ich verlasse mich darauf, dass Gott mir heute und morgen dabei hilft, meine Aufgaben zu machen und meinen Weg zu finden. Und dann fällt mir das Arbeiten auch gleich leichter
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»Alte Hoffnungen« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 01.02.2020 gesendet.
Die Bibel ist wie eine Bibliothek. Sie besteht aus verschiedenen Büchern und wurde also nicht am Stück von vorne nach hinten durchgeschrieben. Die ältesten Geschichten sind schon über 2500 Jahre alt. Und auch wenn sie schon so alt sind, wird die Bibel immer noch gelesen.
Schon so lange beschäftigen sich Menschen mit Fragen nach Gott: Wie sieht Gott aus? Muss ich was tun, um Gott zu gefallen? Und gibt es einen Himmel und ein Leben nach dem Tod?
Das sind Fragen, die ich mir auch selbst stelle. Und ich bin überzeugt davon, dass es auf diese Fragen nicht nur eine Antwort gibt. Und dass jeder diese für sich selbst entdecken muss.
Mich beeindruckt es voll, wenn ich daran denke, wie viele Menschen sich in so vielen tausend Jahren schon mit diesen Fragen beschäftigt haben. Und wie viele Menschen in der Bibel vielleicht auch eine Antwort auf sie gefunden haben.
Wenn ich in der Bibel lese und mir diese Fragen stelle, dann tue ich das mit Hoffnung. Ganz besonders ein Vers hilft mir da. Und der heißt: „Sei mutig und entschlossen! Lass dich nicht einschüchtern und hab keine Angst! Denn ich, der HERR, dein Gott, stehe dir bei, wohin du auch gehst.“
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»Gesellschaftliche Position« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 31.01.2020 gesendet.
Politiker, Firmenchefs, Ärzte oder Professoren - Ich finde Menschen mit so wichtigen gesellschaftlichen Positionen oft echt einschüchternd. Ich denk mir dann immer: „Wow, was haben die alles schon in ihrem Leben erreicht?! Soweit werde ich es bestimmt nie schaffen!“ Ich sehe nur ihren Erfolg und dann fühle ich mich ganz klein daneben.
Das ist eigentlich doof. Nur weil diese Menschen solche wichtige Aufgaben haben, macht sie das noch lange nicht zu besseren Menschen. Ihre Positionen sagen nämlich überhaupt gar nichts über sie oder über ihren Charakter aus.
Jesus hatte auch eine wichtige Position, immerhin war er der Sohn Gottes. Aber er war ganz anders. Er hat nicht einfach den Boss raushängen lassen. Er hat mit allen geredet und sich für alle Zeit genommen: für Männer, Frauen, Kinder und sogar für alte und kranke Menschen. Jesus hat gezeigt, dass es viel wichtiger ist, freundlich, mutig und verantwortungsbewusst zu sein.
Ich glaube, dass es ganz egal ist, ob man ein Azubi oder Firmenchef – oder sogar arbeitslos ist. Solange man nur jedem mit Respekt begegnet. Und zwar wirklich jedem, weil es keinen Unterschied macht, was für eine Aufgabe jemand hat. Ich finde, das zeigt noch viel mehr Größe. Und das Schöne ist, dass wenn sich alle mit Respekt begegnen, sich niemand klein fühlen muss.
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»Das große Ganze« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 29.01.2020 gesendet.
Wenn ich in die Kirche gehe, dann möchte ich ein bisschen runterkommen. Ich möchte Abstand kriegen von dem, was mir gerade im Kopf herum geht.
Neulich war ich in einem Gottesdienst in einer riesengroßen Kirche. Der war von Jugendlichen organisiert und war es auch richtig voll. Vorne vor dem Altar saßen die Leute auf dem Boden und hinten in der Kirche war kein einziger Stehplatz mehr frei. Das war total beeindruckend.
Und trotzdem hab ich mich voll schwer getan, mich auf den Gottesdienst zu konzentrieren. Ständig bin ich in Gedanken meine To-Do-Liste durchgegangen und hab mir überlegt, was ich noch alles für meine Arbeit machen muss. Dabei bin ich ja eigentlich in die Kirche gegangen, um ein bisschen Ruhe zu bekommen. Zum Glück hat das dann auch nach einer Weile geklappt und ich konnte dann noch entspannt zuhören.
Deshalb gehe ich gerne in den Gottesdienst. Da kriege ich wieder einen Blick fürs große Ganze. Einen Blick über den morgigen Tag hinaus in die Zukunft. Einen Blick auf Gott, der mich begleitet. Dort, wo ich grade bin, aber auch da, wo ich noch hingehen werde. Mir persönlich hilft das, damit ich an meiner To-Do-Liste nicht verzweifle. Weil sie eben nicht alles ist, sondern nur ein Teil des großen Ganzen.
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»Kontakt halten« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 27.01.2020 gesendet.
Ich bin jetzt seit drei Monaten in England und genieße das Leben in vollen Zügen. Ich hab schon viele neue Leute kennengelernt. Mit denen gehe ich gerne mal abends in den Pub oder verabrede mich mittags zur typisch englischen Tea-time.
Aber je länger ich hier bin, desto größer wird für mich eine andere Herausforderung: Der Kontakt zu meinen Freunden und meiner Familie nach Hause. Klar, wir telefonieren oder schreiben auf WhatsApp. Aber es ist halt anders. Jetzt, da wir uns nicht mehr regelmäßig sehen. Mir fällt das manchmal ganz schön schwer. Und dann vermiss ich sie. Aber auch wenn unser Kontakt gerade nicht so eng ist, weiß ich, dass ich mich immer bei ihnen melden kann. Wenn ich grad was brauche oder sie wieder mal vermisse oder auch einfach so. Dafür bin ich total dankbar und das hilft mir voll hier in England.
Genauso geht es mir mit Gott: Ihn kann ich auch nicht sehen, aber trotzdem weiß ich, dass ich immer zu ihm kommen kann. Ganz egal, wo ich gerade bin: ob zu Hause oder in England, bei der Arbeit oder gemütlich auf dem Sofa. Und wenn ich hier in den Gottesdienst gehe, und Lieder und Gebete wiedererkenne, dann fühle ich mich sogar ein bisschen wie zu Hause.
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»Gottes Segen« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 07.12.2019 gesendet.
Ich hab mich neulich gefragt, was Segen bedeutet. Oder wenn jemand sagt: „Sei gesegnet.“
Ich kenne den Begriff „Segen“ vor allem aus der Kirche. Immer am Ende eines Gottesdienstes wird der Segen gesprochen. Da heißt es dann: „Der Herr segne Dich und behüte Dich. Er lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und schenke Dir seinen Frieden.“
In meinen eigenen Worten würde ich da sagen: „Ich wünsche Dir, dass Gott Dich beschützt, dass er Dich begleitet und Dir vergibt, damit Du in Frieden leben kannst.“
Christinnen und Christen glauben, dass der Segen immer von Gott kommt. Er schenkt den Menschen all das Gute wie Liebe, Gemeinschaft und Freude. Und wenn Menschen sagen: „Sei gesegnet!“ Dann bedeutet das, dass sie einem genau das wünschen. Liebe, Gemeinschaft und Freude.
Im Englischen heißt das „Bless you“. Das sagt man zum Beispiel auch, nachdem jemand niesen musste. Auch da wünscht man einer anderen Person, alles Gute, damit es ihr bald wieder besser geht.
Wenn jemand zu mir sagt: „Sei gesegnet“, dann freut mich das. Dann fühle ich mich angenommen, genauso wie ich bin. Und ich weiß, da meint es jemand gut mit mir.
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»Vertrauen« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 04.12.2019 gesendet.
Als ich letztens Zug gefahren bin, ist mir etwas Interessantes passiert. Der Zug war sehr voll und ich hab mir die Sitzbank mit einer anderen Frau geteilt, die ich nicht kannte. Wir haben uns nicht unterhalten, sondern saßen einfach nur schweigend nebeneinander. Irgendwann ist sie aufgestanden und hat mich gefragt, ob ich schnell auf ihre Tasche aufpassen könnte. Und dann ist sie einfach gegangen.
Diese fremde Frau hat mir ihre ganzen Sachen anvertraut, obwohl wir uns gar nicht kannten. Ich hätte sie niemals beklaut. Aber trotzdem weiß ich nicht, ob ich irgendjemand Fremden genauso blind vertrauen könnte.
Ich habe Vertrauen mal im Wirtschaftslexikon nachgeschlagen. Da heißt es: „Vertrauen ist die Erwartung, nicht durch das Handeln anderer benachteiligt zu werden; als solches stellt es die unverzichtbare Grundlage jeder Kooperation dar.“ In anderen Worten heißt das, ohne Vertrauen funktioniert nichts.
Dass ich meinen Freunden und meiner Familie vertraue, ist klar. Aber manchmal vergesse ich darüber hinaus, die Menschen, die ich nicht so gut kenne. Ich muss fremden Leuten ja nicht gleich alle meine Taschen in die Hand drücken. Aber vielleicht reicht es schon, auch auf das Gute in ihnen zu vertrauen und ihnen nichts Böses zu unterstellen. Ich will ja auch niemanden enttäuschen, wenn mir jemand vertraut.
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