»Eine Lebensgeschichte« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 09.01.2021 gesendet.
Eine Freundin von mir hat mir neulich die Geschichte von Rebekka erzählt. Einem Mädchen, das niemals aufgegeben hat. Rebekka lebte in Paraguay. Dort hat sie meine Freundin kennengelernt, die sich da ehrenamtlich engagiert. Sie unterstützt dort Kinder, die wenig Geld haben und sich eine Schulausbildung nicht leisten können.
Rebekka hatte immer den großen Traum, Architektin zu werden. Sie wollte etwas entwerfen und bauen. Alle, die es sehen, sollten staunen. Sie wollte etwas zur Schönheit Paraguays beitragen, weil sie ihr Land geliebt hat.
Dabei hatte sie es wirklich nicht einfach. Sie musste schon, als sie noch in der Schule war, viel im Haushalt mithelfen und auf ihre 6 Geschwister aufpassen. Trotzdem hat sie es geschafft, einen Schulabschluss zumachen. Sie hat danach angefangen zu arbeiten in der Hoffnung, dass sie sich irgendwann das Studium leisten kann.
Und dann ist sie kurze Zeit später an einer Hirnhautentzündung gestorben. Die Geschichte von Rebekka ist also sehr traurig. Und trotzdem macht sie mir Mut. Weil Rebekka eine krasse Einstellung zum Leben hatte. Weil sie sich nicht hat unterkriegen lassen. Obwohl es vor allem Mädchen aus ärmeren Familien in Paraguay echt schwer haben. Aber Rebekka hat bis zum Schluss für ihren Traum gekämpft. Und das finde ich echt beeindruckend.
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»Jetzt« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 07.01.2021 gesendet.
Ich bin mal wieder voll im Stress. Zwischen lauter Zoom-Meetings und Telefonaten komm ich einfach zu gar nichts. Ich bin zwar den ganzen Tag zu Hause, aber doch ständig beschäftigt.
Inzwischen hab ich sogar angefangen, Dinge einfach gleichzeitig zu machen: Beim Zähneputzen räum ich mein Zimmer auf, bei Videokonferenzen schreib ich die nächste To-Do-Liste und beim Essen check ich nebenher kurz meine Mails.
Neulich hab ich das Buch, der Alchimist, von Paulo Coelho zum Einschlafen gelesen. Und da hab ich mich ganz schön ertappt gefühlt: In der Geschichte fragt nämlich ein kleiner Junge einen alten Mann, was er eigentlich den ganzen Tag macht. Und der antwortet darauf: „Ich lebe. (…) Während ich esse, tue ich nichts weiter als essen. Wenn ich laufe, dann mache ich nichts außer Laufen. (…) Denn ich lebe weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft. (…) Wenn du immer in der Gegenwart leben kannst, dann bist du ein glücklicher Mensch.“
Ich glaube, er wollte damit sagen, dass man sein Leben im Hier und Jetzt genießen soll.
Ich finde das manchmal ganz schön schwierig. Ich bin nämlich oft in Gedanken schon beim nächsten Tag.
Deswegen hab ich mir vorgenommen, immer nur noch eine Sache auf einmal zu machen. Damit ich mich voll darauf konzentrieren kann. Denn ich hoffe, dass ich so das Schöne in meinem Leben besser genießen kann.

Zitat von Paulo Coelho, Der Alchimist. Bertelsmann Club GmbH 1996, S.91.
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»Ich« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 04.01.2021 gesendet.
„Wer bin ich?“ Die meisten kenn wahrscheinlich das Ratespiel, bei dem sich die Mitspielenden ausdenken, wer ein anderer Mitspieler ist. Und das muss die Person dann mit Ja-Nein-Fragen rausfinden.
Ich hab das neulich mit Freunden über Skype gespielt. Und ich hab dieses Mal echt ewig gebraucht, bis ich raus hatte, wer ich war. Ich war kein berühmter Promi, kein Superheld und auch kein Charakter aus Harry Potter. Nein, ich war einfach ich selbst. Die anderen fanden das super lustig. Aber ich hab mich kaum wieder erkannt.
Das war ganz schön krass, wie unterschiedlich ich mich selbst wahrnehme und wie meine Freunde mich sehen.
Ich hätte vorher nicht gedacht, dass ich eine Unterhalterin bin- oder überhaupt besonders witzig. Meine Freunde waren da aber anderer Meinung. Das hat mich voll gefreut. Weil ich es schön finde, dass mich meine Freunde so sehen.
Und das stärkt mich, weil ich manchmal gar nicht so recht weiß, was mich eigentlich ausmacht. Da hilft es mir zu wissen, dass ich Freunde hab, die sehen und mir sagen, dass ich gute Eigenschaften habe und mich einfach annehmen, wie ich bin.
Ich glaube, bei Gott ist das ganz ähnlich. Er nimmt auch jeden an, so wie er ist und keiner muss sich irgendwie verstellen. Oder um seine besondere Anerkennung kämpfen. Er sieht auch so das Gute in mir. Und ich darf einfach Ich sein. Mit allem, was dazu gehört.
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»Fürchte dich nicht« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 05.12.2020 gesendet.
Ich finde es echt schwierig, damit umzugehen, dass Corona es unmöglich macht, das Jahr 2021 groß vorauszuplanen. Ich glaub, da geht es nicht nur mir so. Das Unbekannte kann eben ganz schön erschreckend sein.
Auch in der Weihnachtsgeschichte haben sich die Hirten vor dem Neuen erst mal richtig gefürchtet. Gut - ihnen sind Engel erschienen. Ich glaub, da hätte ich auch Panik bekommen. Aber die Botschaft der Engel war eindeutig: „Fürchtet euch nicht!“ haben sie gesagt. Habt keine Angst, denn Gott ist für euch auf die Erde gekommen. Dieser Mutmacher ist für mich die wichtigste Botschaft von Weihnachten. Und insbesondere dieses Jahr kann ich das echt gut gebrauchen.
„Fürchte dich nicht!“ – das heißt nicht, dass eine Gefahr plötzlich verschwindet. Oder dass Corona nächstes Jahr weg ist, nur weil wir dieses Jahr Weihnachten feiern. Aber mein Blick auf die Situation ändert sich. Ich muss vor dem, was auf mich zukommt, keine Angst mehr haben. Sondern ich kann auf Gott vertrauen. Und das lässt mich auch für 2021 hoffen.
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»Reise nach Jerusalem« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 04.12.2020 gesendet.
Ich hab als Kind total gerne „Reise nach Jerusalem“ gespielt. Das geht so: Alle rennen um Stühle und wenn die Musik ausgeht, muss sich jeder ganz schnell einen Platz suchen. Aber es gibt einen Stuhl zu wenig und so fliegt in jeder Runde einer raus.
Manchmal erinnert mich mein Leben auch an dieses Spiel: zum Beispiel, wenn es um einen Sitzplatz in der Bahn geht. Oder wenn ich mich auf einen neuen Job bewerbe. Den kriegt schließlich auch nur einer und die anderen gehen leer aus.
Wenn ich jetzt an die „Reise nach Jerusalem“ denke, finde ich das auf einmal gar nicht mehr so toll. Das ist total der Stress! Vor allem, wenn es dann wirklich ums Gewinnen geht!
Die Adventszeit erinnert mich daran, dass ich nicht um jeden Preis die Erste sein muss. Denn an Weihnachten kommt Gott zu allen Menschen – nicht nur zu den Gewinnern. Deswegen hab ich auch keine Angst mehr, zu kurz zu kommen. Etwa wenn es darum geht, mit dem Nötigsten versorgt zu sein. Einen Job zu haben zum Beispiel und ein Dach über dem Kopf.
Und besonders im Advent versuche ich weniger an meinen eigenen Vorteil zu denken. Stattdessen achte ich darauf, was anderen gerade fehlt, um ihnen zu helfen.
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»Gottes Liebe« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 25.10.2020 gesendet.
Ich habe neulich einen guten Spruch gelesen: „Gott liebt uns nicht, weil wir wertvoll sind. Sondern wir sind wertvoll, weil Gott uns liebt.“
Das heißt, dass Gott jeden Menschen liebt, egal wer er ist oder was er macht. Und ich muss gar nichts dafür tun, damit Gott mich liebt. Auch wenn ich mal etwas falsch gemacht hab und grad einfach nichts läuft, wie es sollte. Gott liebt mich trotzdem! Mir geht es dann immer gleich viel besser, wenn ich daran denke. Ich spüre, wie mich das verändert und beruhigt.
Wenn es um andere Leute geht, muss ich mich da manchmal aktiv dran erinnern. Mir fällt es nämlich oft echt schwer, mich nicht über meine Mitmenschen zu ärgern. Und auch wenn ich die Dinge nicht laut ausspreche, kann ich in Gedanken ganz schön gemein werden!
Mir hilft es dann, an diesen Spruch zu denken: „Wir sind wertvoll, weil Gott uns liebt.“ Auch die Menschen, die ich nicht verstehe und die mich nerven, sind von Gott geliebt. Das hängt nicht davon ab, was ich über sie denke oder wie sie sich verhalten. Sie sind genauso unperfekt wie ich auch. Wenn ich daran denke, fällt es mir leichter, auch die Menschen zu respektieren, die mich manchmal aufregen - und dann kann ich auch aufhören, über sie zu schimpfen.
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»Stoßgebet« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 23.10.2020 gesendet.
Ich war neulich in der Stadt unterwegs. Ich bin durch die Straßen gebummelt und hab mir die Schaufenster angeguckt. Als plötzlich aus einer Seitenstraße ein Ball auf die Straße gerollt ist. Und im selben Moment ein Auto kam.
Ich kann mich an diesen Moment erinnern, als wäre es gerade eben gewesen. Ich hab das Auto kommen sehen und der Ball ist direkt vor die Motorhaube gekullert. Alles, was ich denken konnte, war: Bitte, kein Kind! Um Himmels willen, lass kein Kind hinter seinem Ball herspringen!
Ich war zu weit weg, als dass ich irgendwie hätte eingreifen können. Und das ist alles im Bruchteil einer Sekunde passiert! Ich hatte gerade noch Zeit, dieses Stoßgebet gen Himmel zu rufen. Denn mir war klar: Jetzt kann nur noch Gott helfen! Ich konnte nur darauf vertrauen, dass er dieses Kind beschützt. Und das hat er auch!
Der Junge, dem der Ball gehört hat, kam zwar angerannt. Aber als er das Auto gesehen hat, ist er wie angewurzelt stehen geblieben! Es ist alles noch mal gut gegangen!
Dieser Beinahe-Unfall hat mir gezeigt, wie wenig ich die Dinge selbst in der Hand hab. Manchmal ist ein Stoßgebet das Einzige, was ich noch tun kann. Umso mehr beruhigt es mich, dass ich mich gerade in großer Not oder gefährlichen Situationen an Gott wenden kann. Und ich vertraue darauf: Er hört mir zu!
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»Nie wieder« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 21.10.2020 gesendet.
2020 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 75. Mal. Damals sind viele schreckliche Dinge passiert. Allen voran der Holocaust, bei dem circa 6 Millionen Juden von den Nazis ermordet wurden.
Bis heute stellt sich die Frage, wie wir mit diesen Verbrechen umgehen sollen. Immerhin sind 75 Jahre eine ganz schön lange Zeit.
Der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker hat mal gesagt: „Die Jungen sind nicht dafür verantwortlich für das, was damals geschah. Aber sie sind verantwortlich für das, was in der Gegenwart daraus wird.“
Ich verstehe das so: Es ist unsere Aufgabe, dass so etwas Schreckliches nie wieder passiert. Deshalb finde ich es auch wichtig, dass die Menschen, die damals verfolgt und getötet wurden, nicht vergessen werden. Denn die Erinnerung hilft uns dabei, dass wir uns dafür einsetzen, dass solche Verbrechen sich nicht wiederholen.
Für mich heißt das auch, dass ich mich für alle Menschen stark mache, die heute noch auf der Flucht sind, verfolgt oder getötet werden.
Leider können wir den Krieg und den Holocaust nicht rückgängig machen. Aber wir können daraus lernen. Denn heute ist es unsere Verantwortung, dass Menschen nicht wegen ihrer Religion oder ihrer Herkunft verfolgt werden oder sogar sterben müssen.
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»Schritt für Schritt« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 19.10.2020 gesendet.
Corona-Krise, Klima-Krise, Flüchtlingskrise. Manchmal wird mir das echt zu viel, wenn ich Nachrichten höre. Jeden Tag ertrinken Flüchtlinge im Mittelmeer. Jeden Tag verbrennt ein Stück mehr vom Regenwald. Jeden Tag erkranken und sterben mehr Menschen an Covid-19. Das ist echt zum Verzweifeln!
Ich fühle mich da ganz machtlos, weil ich gar nicht richtig helfen kann. Ich weiß einfach nicht, was ich bei so vielen Problemen machen soll!
Neulich im Gottesdienst hab ich dazu aber etwas gehört, das mir echt weitergeholfen hat: Es ist ganz normal, dass ich mich da hilflos fühle. Und es ist auch okay, weil es zeigt, dass mir das Klima oder die Flüchtlinge nicht egal sind. Wichtig ist nur, dass aus dieser Ohnmacht keine Gleichgültigkeit wird. Und ich mir dann nur denke: „Ich kann die Welt eh nicht retten, dann kann ich es auch gleich sein lassen.“ Gegen die Gleichgültigkeit hilft es mir, dass ich mich auf die Dinge konzentriere, die ich tun kann.
Jede Kleinigkeit ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ich muss nicht alle Probleme dieser Welt auf einmal lösen – aber ich kann jeden Tag etwas für eine bessere Zukunft tun. Zum Beispiel das Auto einmal stehen lassen oder einem Fremden ein Lächeln schenken. Dann fühle ich mich gleich auch schon gar nicht mehr so hilflos.
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»Schulanfang« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 13.09.2020 gesendet.
Sechseinhalb Wochen Sommerferien sind morgen vorbei! Bei mir mischen sich da Wehmut und Vorfreude. Denn auch für mich geht es bald an der Uni wieder los.
Endlich sieht man dann seine Freundinnen und Freunde wieder wie gewohnt und dann ist auch ganz bald der Alltag wieder da. So jedenfalls war das für mich bisher immer. Doch 2020 ist alles noch viel aufregender als sonst! Und ich bin auch echt schon gespannt, wie das neue Schuljahr so wird! Nichts scheint sicher zu sein: Bleiben die Schulen bis Weihnachten überhaupt offen? Oder wird in zwei Wochen schon wieder digital unterrichtet?
Eines habe ich in der letzten Zeit jedoch auf jeden Fall gelernt: Ich habe mein Leben nur sehr wenig selbst in der Hand. Natürlich wusste ich auch schon vor Corona, dass die Dinge nicht immer so laufen, wie ich mir das wünsche oder vorstelle. Aber plötzlich ist alles ganz anders! Und selbstverständliche Sachen wie ein normaler Schulbetrieb sind auf einmal fraglich und unsicher. Da merke ich: Mein Alltag ist eben nicht selbstverständlich und vieles kann ich gar nicht beeinflussen.
Gerade in dieser Zeit hilft mir mein Glaube an Gott. Auch wenn sich alles andere ändert, Gott bleibt. Das hilft mir gerade in unsicheren Zeiten, weil ich mich darauf verlassen kann.
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