»Gottes Segen« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 07.12.2019 gesendet.
Ich hab mich neulich gefragt, was Segen bedeutet. Oder wenn jemand sagt: „Sei gesegnet.“
Ich kenne den Begriff „Segen“ vor allem aus der Kirche. Immer am Ende eines Gottesdienstes wird der Segen gesprochen. Da heißt es dann: „Der Herr segne Dich und behüte Dich. Er lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und schenke Dir seinen Frieden.“
In meinen eigenen Worten würde ich da sagen: „Ich wünsche Dir, dass Gott Dich beschützt, dass er Dich begleitet und Dir vergibt, damit Du in Frieden leben kannst.“
Christinnen und Christen glauben, dass der Segen immer von Gott kommt. Er schenkt den Menschen all das Gute wie Liebe, Gemeinschaft und Freude. Und wenn Menschen sagen: „Sei gesegnet!“ Dann bedeutet das, dass sie einem genau das wünschen. Liebe, Gemeinschaft und Freude.
Im Englischen heißt das „Bless you“. Das sagt man zum Beispiel auch, nachdem jemand niesen musste. Auch da wünscht man einer anderen Person, alles Gute, damit es ihr bald wieder besser geht.
Wenn jemand zu mir sagt: „Sei gesegnet“, dann freut mich das. Dann fühle ich mich angenommen, genauso wie ich bin. Und ich weiß, da meint es jemand gut mit mir.
Auf Facebook teilen
»Vertrauen« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 04.12.2019 gesendet.
Als ich letztens Zug gefahren bin, ist mir etwas Interessantes passiert. Der Zug war sehr voll und ich hab mir die Sitzbank mit einer anderen Frau geteilt, die ich nicht kannte. Wir haben uns nicht unterhalten, sondern saßen einfach nur schweigend nebeneinander. Irgendwann ist sie aufgestanden und hat mich gefragt, ob ich schnell auf ihre Tasche aufpassen könnte. Und dann ist sie einfach gegangen.
Diese fremde Frau hat mir ihre ganzen Sachen anvertraut, obwohl wir uns gar nicht kannten. Ich hätte sie niemals beklaut. Aber trotzdem weiß ich nicht, ob ich irgendjemand Fremden genauso blind vertrauen könnte.
Ich habe Vertrauen mal im Wirtschaftslexikon nachgeschlagen. Da heißt es: „Vertrauen ist die Erwartung, nicht durch das Handeln anderer benachteiligt zu werden; als solches stellt es die unverzichtbare Grundlage jeder Kooperation dar.“ In anderen Worten heißt das, ohne Vertrauen funktioniert nichts.
Dass ich meinen Freunden und meiner Familie vertraue, ist klar. Aber manchmal vergesse ich darüber hinaus, die Menschen, die ich nicht so gut kenne. Ich muss fremden Leuten ja nicht gleich alle meine Taschen in die Hand drücken. Aber vielleicht reicht es schon, auch auf das Gute in ihnen zu vertrauen und ihnen nichts Böses zu unterstellen. Ich will ja auch niemanden enttäuschen, wenn mir jemand vertraut.
Auf Facebook teilen
»Zweite Chance« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 02.12.2019 gesendet.
„Ne, das mach ich nicht!“. Das hat sich Jona vielleicht gedacht. Seine Geschichte steht in der Bibel. Jona hatte von Gott den Auftrag bekommen, in die Stadt Ninive zu gehen. Er sollte den Menschen dort sagen, dass ihr schlimmes Verhalten Folgen haben wird. Und dass ihr Untergang bevorstehen würde, wenn sie so weitermachten.
Aber Jona wollte das nicht. Stattdessen ist er mit einem Schiff geflohen. Da hat Gott einen Sturm geschickt, der so stark war, dass Jona freiwillig ins Wasser gesprungen ist. Aber Gott hat Jona nicht ertrinken lassen. Ein großer Fisch hat ihn verschluckt, so heißt es in der Bibel. Drei Tage hat er in seinem Bauch überlebt. Da hat Jona erkannt hat, dass er einen Fehler gemacht hat. Und dass Gott ihm eine zweite Chance geschenkt hat. Die hat er dann auch genutzt und er ist dann doch noch nach Ninive gegangen. Am Ende hat dann auch die Stadt Ninive von Gott noch eine zweite Chance bekommen. Ihnen taten dann nämlich ihr Verhalten ganz arg leid.
Mir macht diese Geschichte Mut, weil Gott Jona und Ninive eine zweite Chance gegeben hat. Das ist ja nicht selbstverständlich. Deswegen hoffe ich, dass Gott auch mir eine zweite Chance gibt, wenn ich sie brauche. Und es erinnert mich daran, dass auch ich anderen zum Beispiel nach einem Streit vergeben kann.
Auf Facebook teilen
»Friedensgebet« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 13.10.2019 gesendet.
Vor 30 Jahren gab es in Deutschland eine friedliche Revolution. Die hat zur Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland geführt. Da gab es die Montagsdemonstrationen und auch Friedensgebete.
Ein Pfarrer, der dabei sehr aktiv war, wurde mal in einem Interview gefragt, was für ihn damals besonders wichtig gewesen ist. Er hat geantwortet: „Eine gewaltfreie Konfliktlösung“, damit alle dieselben Freiheiten und sozialen Rechte bekommen. Denn für ihn als Christ sei es wichtig, „dass man die Augen und Ohren nicht abwendet, sondern hinschaut.“ Das bedeute für ihn, dass man als Christ nicht Probleme einfach übersehen darf. Sondern, dass man die Aufgabe hat, nach einer friedlichen Lösung zu suchen. Und das nicht nur bei persönlichen Problemen, sondern auch bei politischen.
Ich finde das ziemlich beeindruckend. Da steckt eine ganz schön große Verantwortung dahinter. Christoph Wonneberger, der Pfarrer aus dem Interview ist da für mich echt ein großes Vorbild.
Ich glaube, es braucht nicht gleich so eine große Revolution. Auch im Kleinen kann ich helfen. Zum Beispiel mit einem freundlichen Wort bei einem Streit unter Kollegen oder Freunden. Solange ich nur hinschaue und dann auch handle.
Auf Facebook teilen
»Gruppenzwang« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 11.10.2019 gesendet.
Ich hab mal zu den typischen Freitagabend-Rauchern gehört. Ich bin oft mit meiner Clique weggegangen zum Feiern. Und da war es ganz normal, dass man in der Gruppe geraucht hat. Ich hab mir gar nicht so viel dabei gedacht, sondern einfach mitgemacht. Ich wollte halt dazugehören.
Dann bin ich umgezogen und hab neue Leute kennengelernt. Von denen raucht niemand. Da hab ich gemerkt, dass ich das Rauchen selbst gar nicht so toll finde. Und dass ich vorher nur geraucht hab, weil das alle gemacht haben. So aus Gruppenzwang eben, weil ich nicht auffallen und den anderen gefallen wollte.
Ich glaube bei Gott ist das nicht so. Für ihn muss ich mich nicht erst verändern, damit ich ihm gefalle. Gott nimmt jeden genauso an wie er ist. Mir gibt das den Mut auch wirklich so zu sein wie ich bin.
Jetzt rauche ich nicht mehr. Und, wenn ich meine alte Clique treffe, dann rauche ich auch nicht mit. Und das ist gar nicht schlimm, weil die anderen mich trotzdem noch mögen. Ein Kumpel hat sogar zu mir gesagt, dass er es richtig toll findet, dass ich Nein zu diesem Gruppenzwang gesagt habe.
Auf Facebook teilen
»Talent« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 10.10.2019 gesendet.
Mein Bruder ist Musiker. Er war schon ganz früh an der Musikschule und arbeitet jetzt in einem professionellen Orchester. Als ich noch kleiner war, war ich manchmal ganz schön eifersüchtig auf ihn. Weil er sein Talent so früh gefunden hatte. Und ich auch immer so richtig gut in einer Sache sein wollte.
Ich glaube, dass jeder Mensch eine Begabung für etwas besitzt. Dass es irgendetwas gibt, dass jeder gut kann. Aber ich glaube, dass man nicht alle Talente sofort findet. Manchmal muss man erst rausfinden, was einem so liegt. Und von meinem Bruder weiß ich, dass auch zu einem großen Talent noch sehr viel Arbeit, Zeit und Geduld gehören.
In der Bibel gibt es eine Geschichte, in der es auch um Talente geht. Ein Mann verteilt seinen Dienern Talente. Das waren damals besondere Silbermünzen. Zwei von ihnen investieren die Münzen und verdoppeln damit ihren Wert. Der dritte Diener vergräbt seine Münzen jedoch in der Erde. Das macht den Mann ganz wütend und er nimmt ihm die Münzen wieder weg.
Manchmal dauert es eben länger, bis man das gefunden hat, was man gut kann. Aber die Geschichte ermutigt mich, meine Talente auch einzusetzen und an ihnen festzuhalten. Ich kann vielleicht nicht bei the voice of germany mitmachen. Aber auch eine gute Freundin zu sein, ist zum Beispiel ein Talent.
Auf Facebook teilen
»Neuanfang« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 09.10.2019 gesendet.
Ich ziehe bald um. In eine fremde Stadt in einem fernen Land. Und da bin echt schon gespannt, wie das so wird. Da ist vieles bestimmt ganz anders als hier und ich muss alles neu kennenlernen.
Hier in Tübingen habe ich eine Heimat gefunden. Hier weiß ich, dass ich genauso sein kann, wie ich bin. Und ich weiß, dass mich meine Freunde und Familie auch so annehmen. Auch wenn ich mal einen Fehler mache, oder Dinge komplizierter mach als sie eigentlich sind.
Zuhause kenne ich mich aus. Da weiß ich, wo der nächste Bäcker und die nächste Bushaltestelle sind. Und in meiner Wohnung hat alles, auch im Chaos, seinen Platz.
Von all diesem Altbekannten wegzugehen, fällt mir nicht leicht. In manchen Momenten finde ich das sogar ziemlich beängstigend.
Seit Jahren hängt an meiner Wohnungstür eine Karte. Auf der steht: „Begegne dem, was auf dich zukommt nicht mit Furcht, sondern mit Hoffnung!“ Dieser Gedanke gibt mir Mut, weil er mich daran erinnert, was für eine große Chance ein solcher Neuanfang ist.
Und auch mein Glaube an Gott schenkt mir da Hoffnung. Weil ich darauf vertraue, dass Gott mich auch in Zukunft begleitet und mich beschützt. Ganz egal, wo ich mich befinde. Und ich bin sicher, dass ich auch in der neuen Stadt Freunde finde werde. Und vielleicht mit etwas Glück sogar eine neue Heimat.
Auf Facebook teilen
»Entscheidung« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 12.09.2019 gesendet.
„Wenn Du eine Entscheidung getroffen hast, dann vergiss die Alternativen.“ Den Spruch hab ich mal gelesen und musste neulich wieder an ihn denken:
Ich wollte mit einer Freundin in den Urlaub fahren. Mit dem Fernbus für drei Tage nach Venedig. Aber der Bus ist einfach nicht gekommen. Wir standen noch Stunden am Bahnhof und haben auf ihn gewartet. Und je länger wir gewartet haben, desto unsicherer wurden wir. Und dann hatten wir genau zwei Möglichkeiten: Aufgeben und den Urlaub ausfallen lassen oder spontan mit dem Zug zu fahren. Was nicht nur teurer gewesen wäre, sondern auch länger gedauert hätte.
Ich hab aber gewusst: Wenn wir einfach daheim geblieben wären, dann wäre ich wahnsinnig enttäuscht gewesen. Und es wäre mir sicher sehr schwer gefallen, die Alternative, nämlich den Urlaub einfach zu vergessen.
Wir haben dann tatsächlich noch ein weiteres Ticket gebucht und sind trotzdem gefahren. Bestimmt war das nicht die vernünftigste Entscheidung. Aber manchmal ist es auch gut, auf sein eigenes Bauchgefühl zu hören. Mir hilft es in solchen Momenten, ehrlich zu mir selbst zu sein und Gott zu vertrauen. Darauf, dass er mich auch in solchen Situationen unterstützt. Unser Urlaub war dann nämlich trotzdem richtig toll.
Auf Facebook teilen
»Grenzkontrolle« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 10.09.2019 gesendet.
Als ich aus dem Urlaub zurückgefahren bin, wurde unser Bus an der deutschen Grenze rausgezogen. Grenzpolizisten haben ihn durchsucht.
Da ist mir aufgefallen, dass nur die Papiere von ausländisch aussehenden Reisenden kontrolliert wurden. Das fand ich ziemlich rassistisch. Dabei wird immer behauptet, dass solche Kontrollen vorurteilsfrei seien. Aber das war die überhaupt nicht. Da sind Leute allein wegen ihres Aussehens beurteilt worden. Dabei sagen diese äußeren Merkmale gar nichts über den Charakter einer Person aus. Nichts darüber, wie sie sich gegenüber anderen verhält, was sie gut kann oder mag.
In der Bibel steht die Geschichte vom barmherzigen Samariter. Die Samariter waren in Jerusalem ein sehr unbeliebtes Volk. Und trotzdem hat sich ein Samariter als Einziger um einen Verletzten gekümmert, der am Straßenrand lag. Viele sind an ihm vorbeigelaufen. Aber nur er ist stehen geblieben und hat sich gekümmert. Der Samariter zeigt, dass man Menschen nicht aufgrund ihrer Herkunft oder Religion beurteilen darf.
Ich finde, auch wir sollten mehr gegen Rassismus und Diskriminierung von Menschen tun. Zum Beispiel indem wir keine Vorurteile gegen Flüchtlinge oder andere Einwanderer verbreiten.
Auf Facebook teilen
»Pause« von Sarah   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 12.08.2019 gesendet.
Ich hab gerade eine Pause gemacht: Ich war im Freibad. Und hab mich da beim Schwimmen so richtig entspannt.
Ich nehme mir regelmäßig vor so eine Pause zu machen. Zwischendrin einfach mal abzuschalten und zur Ruhe zu kommen. Aber das geht leider oft in meinem Alltag unter. Da schaue ich nur auf die Uhr, um auf keinen Fall den nächsten Termin zu verpassen. Und wenn ich mich dann kurz ausruhe, dann gehe ich meistens in Gedanken meine To-Do-Liste durch. Dabei sind richtige Pausen total wichtig, um wieder neue Energie zu tanken.
Eine Pause machen heißt für mich, dass ich mir Zeit nehme. Und zwar genau dann, wenn ich viel zu tun habe. Zeit für mich, wenn ich schwimmen gehe. Oder Zeit für meine Freunde, wenn wir abends noch gemütlich zusammensitzen. Aber auch Zeit für Gott und für meinen Glauben. Ich lese da zum Beispiel in der Bibel. Oder rede mit Gott, das heißt ich bete. Erzähle ihm, was mich so beschäftigt. Das ist für mich der einfachste Weg abzuschalten. Dann hör ich auf so gehetzt zu sein und werde wieder ruhiger. So, dass ich mich ganz auf meinen Glauben konzentrieren kann. Der hilft mir, um zu erkennen, was wirklich wichtig ist. Nicht die Einkaufsliste für morgen, sondern die Ruhe, die ich bei meinen Freunden, meiner Familie und ganz besonders auch bei Gott finde.
Und damit ich das im Alltag nicht vergesse, brauch ich ab und zu eine Pause.
Auf Facebook teilen