»Sommerzeit« von Tobi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 29.03.2020 gesendet.
Heute Nacht haben wir eine Stunde verloren. Um zwei Uhr, war es plötzlich drei Uhr. Es ist jetzt Sommerzeit. Ich bekomme das meistens aber gar nicht so richtig mit. Erst am nächsten Tag merke ich, dass ich müde bin. Und dass ich ja eine Stunde weniger geschlafen habe.
So ähnlich stelle ich mir das auch mit Gott vor. Gott tut was in der Welt. Das kapiere ich aber oft erst im Nachhinein, dass Gott da in mein Leben eingegriffen hat.
Das müssen nicht so riesige Sachen sein. Also nicht so ein Wunder oder so. Oder, dass mir eine tiefe Stimme sagt: „Tu dies oder mach das…“ Ich glaube Gott arbeitet häufig unbemerkt. Im Kleinen. Zum Beispiel mit einem Sonnenstrahl. Der genau zur richtigen Zeit in mein Gesicht scheint. Und der mich dann freundlicher und offener durch den Tag gehen lässt. Eine kleine Sache kann also eine große Auswirkung haben. Und das ohne, dass ich im ersten Moment bemerkt habe, dass da gerade Gott am Werk war.
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»Gott ist kein Deutscher« von Tobi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 26.03.2020 gesendet.
Ich finde es manchmal schon krass, wie viel Einfluss mein Geburtsort auf mein Leben hat. Ich bin in Stuttgart geboren worden. Also in Deutschland und das macht schon einen riesen Unterschied: Es ging und geht mir besser als den meisten Menschen auf der Welt. Und ich kann in ganz viele Länder reisen. Einfach weil ich einen deutschen Reisepass habe.
Und auch mein Glaube ist total davon beeinflusst. Wenn ich bete, rede ich deutsch mit Gott. Als ob er Deutscher wäre. Engländer, Franzosen, Araber und Russen beten aber auch. Und ich bin mir sicher: Gott versteht sie genauso. Er hat anscheinend von allem ein bisschen was. In der Bibel steht, dass Gott alles geschaffen hat. Auch mich. Und dass alle Menschen Gottes Ebenbild sind. Das heißt für mich, dass in Gott alle Nationen dieser Welt vereint sind. Aber nicht der eine mehr und der andere weniger. Nicht besser oder schlechter. Sondern alle sind sein Ebenbild. In jedem Menschen aus jeder Nation kann man Gott sehen.
Wenn das mal bei uns Menschen auch so klappen würde, wäre das glaube ich ziemlich cool.
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»Sonntag« von Tobi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 16.02.2020 gesendet.
Ich liebe Sonntage. An Sonntagen ist irgendwie alles langsamer. Da haben die Läden zu. Kaum jemand ist in der Stadt unterwegs. Die Busse fahren seltener. Ich merke da richtig wie so eine ganze Stadt durchatmet.
Und ich glaube das ist kein Zufall. Ich glaube, dass Gott uns bewusst so geschaffen hat, dass wir einen Tag Ruhe brauchen. Dass uns das gut tut. Nur fällt mir das heute oft ganz schön schwer. Mein Handy macht sonntags keine Pause. Die Pushnachrichten kommen trotzdem. Emails erscheinen auf meinem Display. Anfragen für die nächste Woche lassen mir keine Ruhe. Und es gibt ja auch viele Menschen, die sonntags arbeiten müssen.
Richtig ruhig werde ich erst dann, wenn ich das alles loslasse. Ich erhole mich zum Beispiel bei einem Gottesdienstbesuch. Aber da geh ich auch nicht immer hin. Manchmal lese ich auch einfach ein Buch. Oder chill mit meiner Freundin und schau ne Serie. Dann wird der Sonntag wirklich zu einem Erholungstag.
Nach so einem Sonntag bin ich wieder fit. Die neue Woche kann losgehen. Mal schauen, was sie bringt.
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»Wo viele sind« von Tobi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 13.02.2020 gesendet.
Wo viele Menschen zusammen kommen da bewegt sich was. Ich erlebe das zum Beispiel, wenn ich ins Stadion gehe. Da wollen viele Fans ihre Mannschaft anfeuern. Und ich glaube, dass das ein Spiel auch tatsächlich beeinflusst. Dass eine Mannschaft besser spielen kann, wenn sie angefeuert wird.
Vor kurzem war ich in einem Musical: In Martin Luther King. Da waren auch wieder viele Menschen. Aber was es bedeutet mit vielen Menschen etwas zu erreichen habe ich erst drinnen bemerkt. Denn Martin Luther King ist auf die Straße gegangen, um für Gleichheit und Freiheit einzutreten. Das war in Amerika. Lange vor meiner Zeit. Da war klar geregelt, dass die Hautfarbe entscheidet, was man darf und was nicht. Genau das wollte er ändern. Und er hatte viele Menschen hinter sich. Bei der größten Demonstration waren 250.000 Menschen. Ganz ohne Waffen nur eine Menge an Menschen. Das hatte Wirkung. Und der Traum von Martin Luther King wurde zum Teil Realität.
Auch heute gibt es Ungerechtigkeit. Gibt es Rassismus. Und den Klimawandel. Ich glaube, dass wir das nur gemeinsam in den Griff kriegen. Wenn sich jeder an der eigenen Nase packt. Denn ich bin mir sicher, dass viele Menschen gemeinsam etwas bewegen können.
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»Eine Frage des Blickwinkels« von Tobi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 11.02.2020 gesendet.
Ich saß vor kurzem an meinem Schreibtisch und hab nach draußen geschaut. Da hab ich einen Regenbogen entdeckt. Bei so einem Regenbogen muss ich immer gleich an die Geschichte mit der Sintflut aus der Bibel denken. Gott schickt eine große Flut. Noah überlebt mit seiner Familie und den Tieren, weil er ein großes Schiff, eine Arche, gebaut hat. Und Gott hat dann mit einem Regenbogen versprochen, dass das nie wieder passiert. Deshalb verbinde ich den Regenbogen damit, dass es Gott gut mir meint.
Ich hab mir dann aber überlegt: Vielleicht sitzt ja im Haus gegenüber ein Physiker, der die Geschichte gar nicht kennt. Der denkt vielleicht an das Farbspektrum des sichtbaren Lichts und berechnet irgendwelche Wellenlängen.
Wenn ich dem Physiker jetzt begegnen würde, könnte das glaube ich ganz unterschiedlich ablaufen: Wir könnten uns streiten und den anderen und seine Gedanken für blöd verkaufen. Oder: wir könnten uns austauschen. Und sagen: hey das ist ja mega spannend was für unterschiedliche Sachen man in ein und demselben Regenbogen sehen kann.
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»Gott glaubt an mich« von Tobi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 19.01.2020 gesendet.
Glaubst du, dass der VfB den Aufstieg schafft? Glaubst du an den Klimawandel? Glaubst du echt an Gott? Glaubst du dies? Glaubst du das?
Das sind so Fragen die ich zu hören kriege. Und manchmal bringen die mich auch ganz schön in Erklärungsnot: Ich muss ja immer irgendwie eine Antwort darauf finden. Ich muss begründen, warum ich was glaube. Oder auch warum ich was nicht glaube. Neulich habe ich mir dann aber überlegt, ob das zu einseitig ist. Ob es nicht vielleicht genau so wichtig ist, wer an mich glaubt. Zum Beispiel wenn mir ein Freund sagt: Ich glaube du schaffst das, dann hilft mir das weiter.
Und so ist das glaube ich auch mit Gott. Es geht nicht nur darum, dass ich an Gott glaube. Gott glaubt auch an mich. Und Gott glaubt, dass ich meine Sache gut machen werde. Dass ich gut mit meinen Mitmenschen und dieser Welt umgehen kann. Davon bin ich überzeugt. Das bringt mich nicht in Erklärungsnot, sondern das macht mir Mut und gibt mir Kraft.
Ja, ich glaube an Gott. Aber ich glaube Gott glaubt auch an mich.
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»Vorhersagen« von Tobi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 17.01.2020 gesendet.
Oft denke ich, dass ich schon ganz genau weiß, wie ein Tag werden wird. Zum Beispiel beim Wetter. Da höre ich abends, dass es regnet und denk dann ja morgen wird ein trüber, regnerischer Tag. Auch bei anderen Sachen ist das so. Im Urlaub zum Beispiel wollte ich mit meiner Freundin eine Fahrradtour machen. Das hat dann aber nicht geklappt, weil der Fahrradverleih gar keine passenden Fahrräder mehr hatte. Unser Plan ging also nicht auf.
Stattdessen waren wir dann aber im Klettergarten. Da hab ich gemerkt: Es war gar nicht so schlimm, dass das nicht geklappt hat. Es war trotzdem ein richtig schöner Tag.
Deshalb denke ich jetzt: Ich finde es gut einen Plan zu haben. Auch wenn man nie weiß, ob das wirklich klappt. Weil das ja von vielem beeinflusst wird: Von anderen Menschen, von Systemen, von Umweltfaktoren und ich glaube auch von Gott. Das heißt nicht, dass ich immer Gott die Schuld geben kann, wenn was nicht läuft. Aber ich brauche die Schuld auch nicht nur bei mir selbst suchen. Manchmal ist es ja vielleicht auch ganz gut, wenn nicht alle meine Pläne aufgehen.
Wenn also ein Tag so richtig regnerisch angesagt ist, dann kann der regnerisch und trüb werden. Muss er aber nicht. Ich kann mich ja anpassen. Und dann ist vielleicht auch Plan B ganz schön.
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»Geheimnis« von Tobi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 16.01.2020 gesendet.
Ich mag Rätsel. Und Knobelspiele. Zum Beispiel sowas wie Sudoku. Oder ich war auch schon in so einem Escape-Room. Da muss man verschiedenen Hinweisen folgen und Rätsel lösen. Erst, wenn man alles gelöst hat, kommt man raus und hat gewonnen. Aber ich mag es auch mir über Fragen den Kopf zu zerbrechen. Wenn mir jemand eine schwierige Frage stellt, dann denke ich da gerne drüber nach und versuche sie zu lösen.
Es gibt aber auch Fragen, auf die ich keine eindeutige Antwort finden kann. Wer ist Gott? Zum Beispiel. Da bleibt mein ganzes Suchen nach einer Lösung am Ende nur ein Versuch. Ich kann keine eindeutige Antwort darauf finden. Vielleicht, weil es auch einfach keine gibt. Für mich ist Gott also kein Rätsel, dass ich eines Tages lösen werde. Für mich ist Gott eher ein Geheimnis. Eins, das ich immer weiter kennen lernen will, aber es wahrscheinlich nie ganz begreifen werde. Ich suche trotzdem weiter. Denn: Auch wenn ich das Geheimnis ‚Gott‘ nie ganz lösen kann, so kann ich ihm trotzdem ein Stück näher kommen.
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»Rentnergruppe« von Tobi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 13.01.2020 gesendet.
Neulich in der S-Bahn, da ist so eine Rentnergruppe ins Abteil eingestiegen. Und ich hab gemerkt wie sich in der ganzen Bahn die Stimmung verändert hat. Die waren so voller Begeisterung und wollten bestimmt wandern gehen. So sahen sie zumindest aus.
Und ich hab gedacht wie cool ist das denn eigentlich. Ich habe immer geglaubt: wenn ich mal alt bin: oh da bin ich bestimmt nicht mehr so beweglich. Dann brauche ich Unterstützung, bin nicht mehr so mobil. Und bestimmt hatte von den Rentern da in der Bahn auch der ein oder andere Probleme. Mit der Hüfte oder so. Und trotzdem hab ich durch diese Gruppe was gelernt: Denn ich bin jung. Trainiere ab und zu – bin also auch sportlich ganz fit. Aber ich hab wahrscheinlich nicht so ne Freude ausgestrahlt wie sie. Bei mir war es halt so wie immer: Kopfhörer auf und ich war am Handy.
Diese Rentnergruppe hat mir klar gemacht: Ich kann mich freuen, dass ich jung bin und dass ich gesund bin. Aber Freude ist nicht gebunden an Fitness und Gesundheit.
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»Menschenmenge« von Tobi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 21.12.2019 gesendet.
Neulich bin ich durch die Stadt gelaufen. Es war richtig voll. Und irgendwie ist mir da zum ersten Mal aufgefallen: Es gibt richtig viele Menschen. Hier in Stuttgart. Und ich glaube auf der ganzen Welt sind es mittlerweile über siebeneinhalb Milliarden. Von denen kenn ich wirklich nicht viele. Vielleicht fünfhundert oder so. Und selbst von den fünfhundert sind nicht alles meine Freunde. Es gibt auch Leute, die ich jetzt nicht so cool finde. Was manche Leute machen finde ich sogar richtig blöd.
In der Bibel gibt’s jetzt aber so ne Stelle, da sagt Jesus – dass es halt nichts Besonderes ist, wenn ich nur zu den Leuten nett bin, die meine Freunde sind. Sondern dass ich auch zu denen nett sein soll, die ich blöd finde. Er sagt sogar, dass man seine Feinde lieben soll. Das ist mal ne Ansage. Ich bin ja zu meinen Freunden schon manchmal doof. Wie soll ich das dann bei denen machen, die mich ärgern?
Ich mein: was ich schon oft erlebt hab ist, dass einen Leute anlächeln, wenn ich einfach nett zu ihnen bin. Auch Fremde. Aber, ob ich es schaffe, einfach zu allen nett zu sein? Weiß nicht… Vielleicht muss ich da noch ein bisschen drüber nachdenken.
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