»Sonntag« von Tobi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 16.02.2020 gesendet.
Ich liebe Sonntage. An Sonntagen ist irgendwie alles langsamer. Da haben die Läden zu. Kaum jemand ist in der Stadt unterwegs. Die Busse fahren seltener. Ich merke da richtig wie so eine ganze Stadt durchatmet.
Und ich glaube das ist kein Zufall. Ich glaube, dass Gott uns bewusst so geschaffen hat, dass wir einen Tag Ruhe brauchen. Dass uns das gut tut. Nur fällt mir das heute oft ganz schön schwer. Mein Handy macht sonntags keine Pause. Die Pushnachrichten kommen trotzdem. Emails erscheinen auf meinem Display. Anfragen für die nächste Woche lassen mir keine Ruhe. Und es gibt ja auch viele Menschen, die sonntags arbeiten müssen.
Richtig ruhig werde ich erst dann, wenn ich das alles loslasse. Ich erhole mich zum Beispiel bei einem Gottesdienstbesuch. Aber da geh ich auch nicht immer hin. Manchmal lese ich auch einfach ein Buch. Oder chill mit meiner Freundin und schau ne Serie. Dann wird der Sonntag wirklich zu einem Erholungstag.
Nach so einem Sonntag bin ich wieder fit. Die neue Woche kann losgehen. Mal schauen, was sie bringt.
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»Wo viele sind« von Tobi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 13.02.2020 gesendet.
Wo viele Menschen zusammen kommen da bewegt sich was. Ich erlebe das zum Beispiel, wenn ich ins Stadion gehe. Da wollen viele Fans ihre Mannschaft anfeuern. Und ich glaube, dass das ein Spiel auch tatsächlich beeinflusst. Dass eine Mannschaft besser spielen kann, wenn sie angefeuert wird.
Vor kurzem war ich in einem Musical: In Martin Luther King. Da waren auch wieder viele Menschen. Aber was es bedeutet mit vielen Menschen etwas zu erreichen habe ich erst drinnen bemerkt. Denn Martin Luther King ist auf die Straße gegangen, um für Gleichheit und Freiheit einzutreten. Das war in Amerika. Lange vor meiner Zeit. Da war klar geregelt, dass die Hautfarbe entscheidet, was man darf und was nicht. Genau das wollte er ändern. Und er hatte viele Menschen hinter sich. Bei der größten Demonstration waren 250.000 Menschen. Ganz ohne Waffen nur eine Menge an Menschen. Das hatte Wirkung. Und der Traum von Martin Luther King wurde zum Teil Realität.
Auch heute gibt es Ungerechtigkeit. Gibt es Rassismus. Und den Klimawandel. Ich glaube, dass wir das nur gemeinsam in den Griff kriegen. Wenn sich jeder an der eigenen Nase packt. Denn ich bin mir sicher, dass viele Menschen gemeinsam etwas bewegen können.
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»Eine Frage des Blickwinkels« von Tobi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 11.02.2020 gesendet.
Ich saß vor kurzem an meinem Schreibtisch und hab nach draußen geschaut. Da hab ich einen Regenbogen entdeckt. Bei so einem Regenbogen muss ich immer gleich an die Geschichte mit der Sintflut aus der Bibel denken. Gott schickt eine große Flut. Noah überlebt mit seiner Familie und den Tieren, weil er ein großes Schiff, eine Arche, gebaut hat. Und Gott hat dann mit einem Regenbogen versprochen, dass das nie wieder passiert. Deshalb verbinde ich den Regenbogen damit, dass es Gott gut mir meint.
Ich hab mir dann aber überlegt: Vielleicht sitzt ja im Haus gegenüber ein Physiker, der die Geschichte gar nicht kennt. Der denkt vielleicht an das Farbspektrum des sichtbaren Lichts und berechnet irgendwelche Wellenlängen.
Wenn ich dem Physiker jetzt begegnen würde, könnte das glaube ich ganz unterschiedlich ablaufen: Wir könnten uns streiten und den anderen und seine Gedanken für blöd verkaufen. Oder: wir könnten uns austauschen. Und sagen: hey das ist ja mega spannend was für unterschiedliche Sachen man in ein und demselben Regenbogen sehen kann.
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»Gott glaubt an mich« von Tobi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 19.01.2020 gesendet.
Glaubst du, dass der VfB den Aufstieg schafft? Glaubst du an den Klimawandel? Glaubst du echt an Gott? Glaubst du dies? Glaubst du das?
Das sind so Fragen die ich zu hören kriege. Und manchmal bringen die mich auch ganz schön in Erklärungsnot: Ich muss ja immer irgendwie eine Antwort darauf finden. Ich muss begründen, warum ich was glaube. Oder auch warum ich was nicht glaube. Neulich habe ich mir dann aber überlegt, ob das zu einseitig ist. Ob es nicht vielleicht genau so wichtig ist, wer an mich glaubt. Zum Beispiel wenn mir ein Freund sagt: Ich glaube du schaffst das, dann hilft mir das weiter.
Und so ist das glaube ich auch mit Gott. Es geht nicht nur darum, dass ich an Gott glaube. Gott glaubt auch an mich. Und Gott glaubt, dass ich meine Sache gut machen werde. Dass ich gut mit meinen Mitmenschen und dieser Welt umgehen kann. Davon bin ich überzeugt. Das bringt mich nicht in Erklärungsnot, sondern das macht mir Mut und gibt mir Kraft.
Ja, ich glaube an Gott. Aber ich glaube Gott glaubt auch an mich.
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»Vorhersagen« von Tobi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 17.01.2020 gesendet.
Oft denke ich, dass ich schon ganz genau weiß, wie ein Tag werden wird. Zum Beispiel beim Wetter. Da höre ich abends, dass es regnet und denk dann ja morgen wird ein trüber, regnerischer Tag. Auch bei anderen Sachen ist das so. Im Urlaub zum Beispiel wollte ich mit meiner Freundin eine Fahrradtour machen. Das hat dann aber nicht geklappt, weil der Fahrradverleih gar keine passenden Fahrräder mehr hatte. Unser Plan ging also nicht auf.
Stattdessen waren wir dann aber im Klettergarten. Da hab ich gemerkt: Es war gar nicht so schlimm, dass das nicht geklappt hat. Es war trotzdem ein richtig schöner Tag.
Deshalb denke ich jetzt: Ich finde es gut einen Plan zu haben. Auch wenn man nie weiß, ob das wirklich klappt. Weil das ja von vielem beeinflusst wird: Von anderen Menschen, von Systemen, von Umweltfaktoren und ich glaube auch von Gott. Das heißt nicht, dass ich immer Gott die Schuld geben kann, wenn was nicht läuft. Aber ich brauche die Schuld auch nicht nur bei mir selbst suchen. Manchmal ist es ja vielleicht auch ganz gut, wenn nicht alle meine Pläne aufgehen.
Wenn also ein Tag so richtig regnerisch angesagt ist, dann kann der regnerisch und trüb werden. Muss er aber nicht. Ich kann mich ja anpassen. Und dann ist vielleicht auch Plan B ganz schön.
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»Geheimnis« von Tobi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 16.01.2020 gesendet.
Ich mag Rätsel. Und Knobelspiele. Zum Beispiel sowas wie Sudoku. Oder ich war auch schon in so einem Escape-Room. Da muss man verschiedenen Hinweisen folgen und Rätsel lösen. Erst, wenn man alles gelöst hat, kommt man raus und hat gewonnen. Aber ich mag es auch mir über Fragen den Kopf zu zerbrechen. Wenn mir jemand eine schwierige Frage stellt, dann denke ich da gerne drüber nach und versuche sie zu lösen.
Es gibt aber auch Fragen, auf die ich keine eindeutige Antwort finden kann. Wer ist Gott? Zum Beispiel. Da bleibt mein ganzes Suchen nach einer Lösung am Ende nur ein Versuch. Ich kann keine eindeutige Antwort darauf finden. Vielleicht, weil es auch einfach keine gibt. Für mich ist Gott also kein Rätsel, dass ich eines Tages lösen werde. Für mich ist Gott eher ein Geheimnis. Eins, das ich immer weiter kennen lernen will, aber es wahrscheinlich nie ganz begreifen werde. Ich suche trotzdem weiter. Denn: Auch wenn ich das Geheimnis ‚Gott‘ nie ganz lösen kann, so kann ich ihm trotzdem ein Stück näher kommen.
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»Rentnergruppe« von Tobi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 13.01.2020 gesendet.
Neulich in der S-Bahn, da ist so eine Rentnergruppe ins Abteil eingestiegen. Und ich hab gemerkt wie sich in der ganzen Bahn die Stimmung verändert hat. Die waren so voller Begeisterung und wollten bestimmt wandern gehen. So sahen sie zumindest aus.
Und ich hab gedacht wie cool ist das denn eigentlich. Ich habe immer geglaubt: wenn ich mal alt bin: oh da bin ich bestimmt nicht mehr so beweglich. Dann brauche ich Unterstützung, bin nicht mehr so mobil. Und bestimmt hatte von den Rentern da in der Bahn auch der ein oder andere Probleme. Mit der Hüfte oder so. Und trotzdem hab ich durch diese Gruppe was gelernt: Denn ich bin jung. Trainiere ab und zu – bin also auch sportlich ganz fit. Aber ich hab wahrscheinlich nicht so ne Freude ausgestrahlt wie sie. Bei mir war es halt so wie immer: Kopfhörer auf und ich war am Handy.
Diese Rentnergruppe hat mir klar gemacht: Ich kann mich freuen, dass ich jung bin und dass ich gesund bin. Aber Freude ist nicht gebunden an Fitness und Gesundheit.
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»Menschenmenge« von Tobi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 21.12.2019 gesendet.
Neulich bin ich durch die Stadt gelaufen. Es war richtig voll. Und irgendwie ist mir da zum ersten Mal aufgefallen: Es gibt richtig viele Menschen. Hier in Stuttgart. Und ich glaube auf der ganzen Welt sind es mittlerweile über siebeneinhalb Milliarden. Von denen kenn ich wirklich nicht viele. Vielleicht fünfhundert oder so. Und selbst von den fünfhundert sind nicht alles meine Freunde. Es gibt auch Leute, die ich jetzt nicht so cool finde. Was manche Leute machen finde ich sogar richtig blöd.
In der Bibel gibt’s jetzt aber so ne Stelle, da sagt Jesus – dass es halt nichts Besonderes ist, wenn ich nur zu den Leuten nett bin, die meine Freunde sind. Sondern dass ich auch zu denen nett sein soll, die ich blöd finde. Er sagt sogar, dass man seine Feinde lieben soll. Das ist mal ne Ansage. Ich bin ja zu meinen Freunden schon manchmal doof. Wie soll ich das dann bei denen machen, die mich ärgern?
Ich mein: was ich schon oft erlebt hab ist, dass einen Leute anlächeln, wenn ich einfach nett zu ihnen bin. Auch Fremde. Aber, ob ich es schaffe, einfach zu allen nett zu sein? Weiß nicht… Vielleicht muss ich da noch ein bisschen drüber nachdenken.
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»Nebel« von Tobi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 19.12.2019 gesendet.
Es ist Winter und draußen manchmal ziemlich eklig. Trüb und kalt und oft neblig. Nebel. Der dafür sorgt, dass ich nicht so klar sehen kann. Ich kann nicht alles erkennen. Nur so weit, wie es der Nebel halt zulässt. Alles andere ist irgendwie trüb. Aber eigentlich mag ich das. Mir gefällt Nebel, weil es in der Bibel eine Stelle gibt, die meinen Blick auf Gott so ähnlich beschreibt. Da heißt es, dass ich Gott bisher nicht ganz sehen kann, sondern nur wie durch einen trüben Spiegel. Neblig eben.
Für mich stecken da drei Dinge drin. Zum einen: Ich kann Gott bisher nicht in seiner ganzen Größe erkennen kann. Da ist er einfach viel zu groß für. Zum anderen: Ich weiß, dass nach dem Winter der Frühling kommt. Und die Sonne wieder scheint. Und damit dann auch der Nebel wieder weg geht. Das heißt irgendwann kann ich dann auch Gott mal ganz klar sehen. Versteh dann vielleicht endlich das, was ich bisher nicht verstehe. Warum es zum Beispiel so viel Leid auf der Welt gibt. Das dritte finde ich aber am wichtigsten: Ich kann ihn überhaupt sehen, weil er ganz nah bei mir ist. Das gibt mir Kraft. Nicht nur an trüben und nebligen Wintertagen.
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»Stolz« von Tobi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 17.12.2019 gesendet.
Ich freu mich über gute Noten. Neulich war es wieder soweit. Da wurde eine Arbeit von mir richtig gut bewertet. Und ja das hat mich schon ein bisschen stolz gemacht. Auf Social-Media-Seiten lese ich oft so Sätze wie: „Wenn du nur genug an dich glaubst, kannst du alles schaffen“. So ein Satz kann mich ermutigen. Deshalb find ich ihn eigentlich ganz gut. Aber ich finde das auch ein bisschen egoistisch. Es geht doch nicht nur um mich. Nicht nur um meinen Erfolg.
In der Bibel wird erzählt, dass Gott einmal einen Mann fragt: „Wo warst du als ich die Erde gemacht hab? Sag es mir, wenn du so klug bist?“ Ich find die Frage mega cool. Mir gefällt sie, weil sie mich ein bisschen bescheidener macht. Sie schützt mich davor angeberisch zu werden. Denn ich muss ja zugeben, dass ich da noch lange nicht geboren war.
Klar kann ich mal stolz sein auf das, was ich geschafft habe. Aber viel mehr müsste ich doch auf Gott stolz sein. Er ist für mich der, der wirklich klug ist. Ich kann noch so gute Noten schreiben, aber eine Erde erschaffen – das kann ich nicht.
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