»99 zu 1« von Ela   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 28.03.2020 gesendet.
„Dann soll er sich doch ein neues Schaf kaufen!“ Das hat ein 11-Jähriger mit voller Überzeugung zu mir gesagt. Ich habe gerade ein Praktikum gemacht und den Kindern die Geschichte von einem Hirten erzählt, der 100 Schafe hatte. Eines Tages ist ihm eins verloren gegangen und er konnte es nirgends finden.
Ich habe die Kinder dann gefragt, was der Hirte jetzt machen soll. Manche meinten: Ein Schaf ist ja nicht so wichtig. Andere meinten, der Hirte soll das Schaf auf jeden Fall suchen. Auch, wenn die 99 anderen dann mit dem Hütehund allein bleiben. Und einer meinte eben: „Dann soll er sich doch ein neues Schaf kaufen!“
Jesus hat diese Geschichte erzählt. Und da lässt der Hirte tatsächlich alle 99 Schafe zurück und sucht das verlorene Schaf. Und er findet es auch wieder. Eine verrückte Vorstellung eigentlich. 99 stehen lassen für ein einzelnes. Jesus wollte damit genau dieses Erstaunen zu provozieren. Er hat damit gemeint: Wie dieser Hirte ist Gott. Der sucht jeden einzelnen Menschen.
Ich mag die Geschichte voll. Weil sie zeigt: Ich bin für Gott sehr wichtig. Völlig egal, ob ich Mist baue oder verloren gehe. Er liebt mich, so wie ich bin.
Er gibt mich nicht auf, sondern sucht mich und gibt mir immer wieder eine neue Chance. Einfach ein neues Schaf kaufen, kommt für ihn nicht in Frage. Gott sei Dank.
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»Trust the Process« von Ela   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 27.03.2020 gesendet.
Einige meiner Freunde fangen jetzt an zu arbeiten. Ich ertappe mich in letzter Zeit öfters, dass ich ein bisschen neidisch auf sie bin. Sie starten in einen neuen Lebensabschnitt und haben die Ausbildung schon hinter sich. Und ich muss mich noch mit Prüfungen rumquälen. Abgabetermine einhalten und stundelang Zuhören. Ich wäre oft gerne schon näher an meinem Ziel. Ich würde am liebsten eine Abkürzung nehmen.
Neulich habe ich einen Spruch bei Instagram gelesen: Alles, was du durchmachst, bereitet dich auf das vor, wonach du immer gefragt hast.
Nachdem ich das gelesen hatte, war mir wieder klar: Abkürzungen zu nehmen bringt
Nichts.
Denn: Ich denke, alles, was in meiner Ausbildung noch vor mir liegt ist wichtig. Ich muss da durch. Damit bereite ich mich auf das vor, was kommt und was ich mir so wünsche.
Ja, manchmal bin ich ein bisschen neidisch auf meine Freunde. Aber ich versuche jetzt bewusst alles mitzunehmen, was ich in meiner Ausbildung noch lernen kann. Und sei es nur eine ätzende Prüfung.
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»Positive Influencer« von Ela   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 24.03.2020 gesendet.
Manchmal komme ich morgens richtig motiviert zur Arbeit und blicke in frustrierte, gelangweilte Gesichter. Diese negative Stimmung zieht mich immer direkt runter, obwohl ich eigentlich selbst gar nicht so schlecht drauf bin. Dagegen ankämpfen ist echt schwer.
In den Pausen gibt es oft keine anderen Themen. Alles ist so nervig und stressig, sagen meine Kollegen. Und überhaupt, wann ist denn endlich wieder Wochenende? Im Zentrum steht oft das Negative. Da ist wenig Raum für positive Gedanken.
Ich bin eigentlich ein sehr fröhlicher Mensch. Ich mag es total, zu lachen, ich freue mich über Kleinigkeiten und liebe es, das Leben zu genießen. Für mich ist das Leben mit allen leichten und schweren Momenten ein Geschenk.
Wenn ich merke, dass nur negative Stimmung im Raum ist, möchte ich mich davon nicht runterziehen lassen. Deshalb nehme ich mir jetzt vor, das mal auszuprobieren: Wenn für die anderen mal wieder alles nur mies ist, dann kann ich versuchen ein bisschen von meiner Lebensfreude überschwappen zu lassen. Anstatt mitzulästern, mich zu beschweren und frustriert zu sein, kann ich doch auch einfach erzählen, was ich gerade schön an meiner Arbeit finde. Was gut läuft und wofür ich an diesem Tag besonders dankbar bin. So passe ich mich nicht an die negative Stimmung an, sondern werde zum positiven-Influencer.
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»Lieber Gott« von Ela   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 01.03.2020 gesendet.
„Lieber Gott“, so fangen viele Gebete von mir an. Schon seit ich ein Kind bin ist das meine Anrede für Gott. Vor kurzem hat mich dann jetzt selbst mal jemand mit dem Wort „lieb“ beschrieben und das hat mich irgendwie gestört. Lieb ist so ein angenehmes, seichtes Wort, das niemandem wehtut. Der Duden beschreibt es als „angenehm“, gefällig, nett, liebenswert“. Das klingt ja irgendwie ganz gut, aber auch ziemlich brav.
Gott ist, denke ich, auch lieb. Es ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Ein anderer Teil von Gott kann auch weh tun. Oft verstehe ich Gott einfach nicht. Er handelt nicht immer so, wie ich mir das als Mensch wünsche. Er ist kein Wunschautomat, in den ich ein Gebet reinschmeiße und dann kommt das Gewünschte heraus.
Gott ist eben nicht nur „lieb“. Er ist auch „mächtig“ und entscheidet selbst, wie er handelt.
Und trotzdem: In der Bibel steht, dass Gott Liebe ist. Das ist das Wort, das ihn vollkommen beschreibt. Das ermutigt mich, weiter zu Gott zu beten. Ich vertraue darauf, dass er im richtigen Moment positiv, in Liebe eingreift.
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»Vogelperspektive« von Ela   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 28.02.2020 gesendet.
Ich liebe es in einem gemütlichen Café zu sitzen und den Menschen draußen zuzuschauen. Da ist die eine Frau mit ihrem kleinen Kind. Sie schaut ärgerlich. Ist sie vielleicht alleinerziehend? Da ist ein Mann mit einem Fahrrad und einer schon halb kaputten Plastiktüte. Er schaut in einen Mülleimer. Der ist bestimmt obdachlos. Er sieht auch so aus, als ob er ein Problem mit Alkohol hätte.
Ich ertappe mich in solchen Situationen, dass ich sehr schnell andere Menschen beurteile. Weil ich manchmal denke: Ich weiß es besser.
Mir fällt auf: von außen betrachtet, wirkt alles viel einfacher und eindeutiger.
So als würde man ein Labyrinth von oben aus „der Vogelperspektive“ sehen. Man sieht die Umwege, die Sackgassen, durch die jemand läuft. Und man könnte ganz leicht diesem Menschen erklären, wie er da rauskommt.
Bei anderen fällt mir das leicht. Aber bei mir? Wie oft mache ich was falsch, oder weiß nicht mehr, wie ich z.B. aus einem Streit wieder raus komme?
Eigentlich ist man selber mittendrin.
Für mich persönlich ist diese Vogelperspektive der Blick Gottes. Ich glaube daran, dass Gott mich sieht und zu jeder Zeit weiß, was das Richtige für mich ist. Er zeigt es mir auch. Manchmal durch den Rat anderer Menschen, manchmal in einer ruhigen Minute wird es mir plötzlich klar. Es ist nur die Frage, ob ich auch hinhöre und es mir zeigen lasse.
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»Sieben Wochen ohne« von Ela   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 26.02.2020 gesendet.
Heute ist das Ende der verrückten Jahreszeit. Und mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Sieben Wochen lang bis Ostern.
Fasten ist gerade wieder voll im Trend. In vielen Zeitungen und den sozialen Medien wird es in zahlreichen Formen empfohlen: Das Intervallfasten, das Saftfasten, das Heilfasten, Fastenkuren und und und.
Woran liegt dieser Trend?
Ich denke, es gibt viele Gründe zu fasten. Manche machen es, um abzunehmen, manche wegen der positiven Gesundheitseffekte. Andere sehen es als Kritik am endlosen Konsum.
Die Idee es Fastens ist eigentlich schon uralt. Schon vor tausenden von Jahren haben die Menschen bewusst auf Essen verzichtet, um sich wieder neu auf ihren Glauben zu besinnen.
Das machen viele Christinnen und Christen heute auch noch so. Sie verzichten 40 Tage lang bis Ostern auf eine bestimmte Sache. Die Aktion heißt: „sieben Wochen ohne“. Ohne Süßigkeiten, ohne Alkohol, ohne Smartphone, oder mal ohne Pessimismus. Dabei geht es darum, dass ich mir bewusst mache, dass das Leben ein Geschenk ist. Ein Geschenk Gottes. Und dass es sich deshalb lohnt, zu überlegen, was mir in meinem Leben wichtig ist. Wenn man mal bewusst auf etwas verzichtet, dann schätzt man es danach viel mehr und ist dankbarer dafür, glaube ich.
Ich werde auf jeden Fall mitmachen und bin schon gespannt, ob ich es durchhalte.
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»Rosenmontag« von Ela   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 24.02.2020 gesendet.
Heute ist Rosenmontag und in vielen Städten Deutschlands finden Partys und Umzüge statt. Überall sind Piraten, Einhörner, oder Cowboys unterwegs. Alle wollen ein paar Tage richtig feiern. Ausnahmezustand – ein bisschen verrückt sein im manchmal langweiligen Alltag. Vor allem, sich mal neu erfinden können und mit dem Kostüm jemand ganz anderes sein.
Aber eigentlich ist es nicht nur an Fasching so, dass Leute Kostüme und Masken tragen. Ich kenne das von mir. Weil ich cool sein und nicht zu den Außenseitern gehören will. Und das geht manchmal eben nur, wenn man eine Maske aufsetzt.
Wenn man den Leuten zum Beispiel nicht erzählt, dass man eine spießige Fernsehserie gar nicht so schlimm findet. Oder dass man manchmal voll die Fehler macht.
Das ist dann wie so eine unsichtbare Maske. Dann sieht niemand, meine verkorksten Seiten. Ein bisschen wie bei Instagram. Da teile ich ja auch nicht meine hässlichen Seiten.
Ich glaube, das hat wahrscheinlich jeder schon mal gemacht. Aber deshalb finde ich es umso wichtiger, dass man echte Freunde hat, bei denen man keine Maske braucht. Die mich so kennen wie ich bin. Und die mich vor allem trotzdem noch gut finden. Gott sei Dank, habe ich die. Denn: Die ganze Zeit so eine Maske zu tragen, das ist auf Dauer ganz schön anstrengend. Nicht nur am Rosenmontag.
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»Momentaufnahme« von Ela   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 18.01.2020 gesendet.
Ich hab mal wieder richtig aufgeräumt. Dabei bin ich auf ganz viele alte Fotos in einer Schublade gestoßen. Die habe ich dann alle mal so durchgeguckt. Plötzlich waren die Momente, die auf den Bildern zu sehen waren, wieder voll da. Die ganzen Gefühle, die ich damals hatte. Positiv oder auch negativ sind für einen Augenblick wieder in mir hochgekommen.
Mir ist beim Anschauen ein Zitat von Nelson Mandela in den Kopf gekommen. Er meinte mal: ich verliere niemals. Ich gewinne entweder oder ich lerne dazu.
Ich finde das stimmt total. Auch die schweren Momente, die Herausforderungen, auch manches Leid, haben oft etwas Gutes gehabt. Ich habe aus meinen Fehlern gelernt.
Ich denke, all diese Momente meines Lebens haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Und jeder Moment ist kostbar. Das klingt so daher gesagt. Aber ich glaube tatsächlich, dass jeder Tag, jeder Moment ein Geschenk Gottes ist und ich ihn deshalb auch dankbar annehmen kann. Egal ob ich gerade super glücklich bin oder es mir nicht so gut geht. Ich kann jeden Moment entscheiden, dass ich ihn als eine Chance wahrnehme. Das hilft mir auch mit schwierigen Momenten umzugehen.
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»Zweifellos« von Ela   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 15.01.2020 gesendet.
„Ich glaube nur, was ich sehe!“ So ähnlich höre ich das oft von Freunden und auch Thomas, ein Freund von Jesus hat das mal gesagt. Diese Geschichte steht in der Bibel.
Die anderen Jünger haben ihm gerade erzählt, dass Jesus wieder lebt, nachdem er gekreuzigt wurde. Sie haben ihn persönlich getroffen. Thomas kann das einfach nicht glauben. Wie soll das wahr sein?
Dann kommt Jesus wieder und beweist Thomas, dass er es wirklich ist: Thomas darf seine Finger auf die Wunden von Jesu Kreuzigung legen und dann kann er es auch glauben. Jesus war tot und ist wieder lebendig! Er ist auferstanden.
Ich kann Thomas Reaktion total gut verstehen. Ich frage mich auch manchmal, wie ich an Gott glauben kann, ohne handfeste Beweise. Und für uns Menschen heute ist das sogar noch schwieriger, denn Jesus kann uns ja keine Wunden mehr zeigen.
Ich bin froh, dass die Geschichte über den zweifelnden Thomas in der Bibel steht. Ich glaube nämlich, dass sie mir sagt, dass es sehr menschlich ist, zu zweifeln. Und dass Jesus auf die Zweifler zugeht und für sie da ist. Er versteht Thomas und meine Zweifel sehr gut.
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»Mitfahrgelegenheit« von Ela   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 14.01.2020 gesendet.
Ich fahre oft mit Mitfahrgelegenheiten quer durch Deutschland. Da hat man viel Zeit zum Reden und zum Diskutieren. In letzter Zeit ist es oft um politische Themen gegangen. So um den Klimawandel, die Schere zwischen Arm und Reich, die immer größer wird oder um die Flüchtlingspolitik.
Meistens waren wir alle am Ende frustriert. Die Zukunft und die aktuelle Politik sind uns so schlimm und ausweglos vorgekommen. Eine Mitfahrerin hat mal gemeint: „Irgendwie hab ich das Gefühl, dass wir normalen Bürger gar nichts ausrichten können. Es ist doch egal, wie ich mich verhalte. Letztlich müssen die Wirtschaft und die Politik doch was ändern. Die haben die Macht dazu“
Sie hat damit schon auch Recht. Aber wenn alle so denken, wer tut denn dann überhaupt noch etwas, um was zu verändern? Dazu passt dieses Zitat: „Sei du die Veränderung, die du in der Welt sehen möchtest.“
Ich versuche in meinem Alltag einen kleinen Unterschied zu machen: Ich verzichte immer mehr auf Plastik und gehe öfter in Second-Hand-Läden, versuche Projekte zu unterstützen, die sich für ärmere und kranke Menschen einsetzen.
Natürlich löse ich dadurch nicht alle Probleme. Aber wenn ganz viele Menschen so kleine Schritte machen, dann kann sich wirklich was verändern.
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