»Rufe mich an« von Ela   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 21.11.2020 gesendet.
„Rufe mich an in deiner Not, dann will ich dich erretten.“ Das steht auf einer Karte, die ich auf meinem Schreibtisch stehen habe. Neben diesem Spruch aus der Bibel ist ein Telefon abgebildet. Auf den ersten Blick passt das irgendwie nicht zusammen. Denn ich kann ja nicht wörtlich mit Gott telefonieren.
Aber ich glaube, ich kann mit Gott sprechen. Dann, wenn ich bete. Der Bibelspruch sagt: Ich kann ihm mein Leid klagen. Meinen ganzen Mist erzählen und er will mich da raushelfen. Das finde ich ein richtig gutes Versprechen.
Und wie antwortet Gott auf mein Gebet? Ehrlich gesagt: Ich weiß das oft auch nicht. Aber ich glaube daran, dass er es tut. Denn in meinem Alltag gibt es immer wieder Momente, in denen ich Gott entdecke.
Zum Beispiel bei richtig krassen Zufällen. Ich denke, da steckt Gott dahinter. Oder bei einer Begegnung mit einem bestimmten Menschen. Manchmal wenn ich richtig pleite bin, dann kommt das Gehalt genau im richtigen Moment oder mich ruft eine Freundin an und hilft mir bei einem Problem weiter. Dann kommt die Rettung auch mal durch das Telefon. So wird der Bibelspruch für mich im Alltag lebendig.
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»Schuldig« von Ela   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 19.11.2020 gesendet.
Du bist schuld! Ich hab ich das schon oft gesagt, vor allem in meiner Kindheit. Ich selbst schuldig? Bestimmt nicht. Der andere ist schuld!
Ich glaube, das Denken vielen Menschen so. Es gibt dazu eine Geschichte in der Bibel: Eine verheiratete Frau soll hingerichtet werden. Sie soll gesteinigt werden, weil sie mit einem Fremden im Bett erwischt wurde. Sie wird zu Jesus gebracht, der sie offiziell verurteilen soll: Du bist schuld!
Aber Jesus weigert sich. Er sagt: Wer noch nie etwas falsch gemacht hat, soll den ersten Stein auf die Frau werfen. Plötzlich gehen alle Menschen weg und lassen ihre Anklage fallen.
Ich hätte wohl auch gehen müssen, wenn ich drüber nachdenke. Natürlich hab ich auch schon mal was falsch gemacht.
Zu der Frau sagt Jesus: Geh, ich verurteile dich nicht. Mach´s von jetzt an besser.
Die Frau steht für alle, die schon mal was verbockt haben. Also sagt Jesus das auch zu mir. Die Geschichte zeigt mir: Es ist nicht toll, wenn ich was falsch mache. Aber Jesus verurteilt mich nicht, es gibt immer wieder einen Neuanfang. Und auch ich soll andere nicht vorschnell verurteilen. Voll der Trost und ein Vorbild für mich.
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»Können wir reden« von Ela   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 17.11.2020 gesendet.
Manchmal weiß ich einfach nicht mehr weiter. Sackgasse. Ich weiß keinen Ausweg aus meiner Situation. Und manchmal habe ich gerade niemanden zum drüber reden. Da fühle ich mich dann richtig allein. Total überfordert.
Was soll ich jetzt machen?
Erst mal googeln. Da gibt es doch immer jemand, dem es mal ähnlich ging und was dazu weiß. Da erscheinen Tausende Ergebnisse, aber nach zig Klicks bin ich verwirrter als vorher. Irgendwie sagt jeder was anderes. Richtig gute Hilfe finde ich da oft nicht.
Auf der Seite von der Kirche in Württemberg hab ich dann was hilfreiches entdeckt. Da gibt es einen Seelsorge-Chat.
Seelsorge, das ist so ne Art christliche Beratung. Nachmittags kann man da anonym mit jemanden chatten. Man kann man mit den über alles reden. Nicht nur über Glaubensfragen oder so. Es ist auch egal, ob man Christ ist oder nicht.
Die Leute da beim Chat sind ausgebildete Seelsorger und hören einfach mal zu. Und bei denen weiß ich auch, dass die mir keinen Mist erzählen. Weitersagen wollen und dürfen sie es auch nicht. Ich habe den Eindruck: Die Seelsorger dort verstehen mich und helfen mir, meine Situation zu verstehen. Und es hilft mir, dass ich Ihnen einfach von mir erzählen kann. Da fühle ich mich dann nicht mehr so einsam und überfordert.
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»Glaube ganz persönlich« von Ela   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 11.10.2020 gesendet.
Mein Glaube ist etwas ganz Persönliches. In der Corona-Zeit ist dieser Spruch noch realer als sonst schon. Seit Monaten finden viele Gottesdienste nur noch online statt. Die kann man sich dann bequem von zu Hause anschauen. Am Anfang fand ich das echt cool: Sich selbst auszusuchen, was ich wann wie gucke. Da brauch ich gar niemand anderen.
Vor Kurzem war ich aber mal wieder in einem Live-Gottesdienst. Da war mir klar, mir fehlt eigentlich was, wenn ich den Gottesdienst alleine zu Hause anschaue: die Gemeinschaft, mit echten Menschen. Mir fehlen die Gespräche vor und nach dem Gottesdienst; das gemeinsame Singen und Beten.
Glaube hat für mich auch viel mit Gemeinschaft zu tun. Ich merke, er lebt vom zusammen sein, drüber reden, auch mal zu diskutieren, wenns schwierig wird. Mein Glaube wird lebendig, wenn wir füreinander da sein können und uns in blöden Situationen helfen.
Meiner Gemeinde ist das auch aufgefallen. Deshalb gibt es jetzt so kleine Gruppen. Die essen zusammen, gucken dann gemeinsam den Online-Gottesdienst und können dann noch drüber reden. Das finde ich richtig toll. Ich mach da auf jeden Fall mit. Ich habe nämlich jetzt neu gemerkt, gemeinsam den Glauben leben, tut mir richtig gut.
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»All lives matter« von Ela   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 10.10.2020 gesendet.
Dann isst du voll gerne Kartoffeln, oder? Das werde ich manchmal gefragt, wenn ich erzähl, dass ich Norddeutsche bin. Das ist so ein typisches Vorurteil. Mich ärgert das manchmal, wenn ich so auf meine Herkunft reduziert werde. Ich stecke dann irgendwie in einer Schublade: Norddeutsch? Das heißt direkt Kartoffeln und Meer.
Aber wenn ich ehrlich bin, dann steck ich die Menschen manchmal auch in solche Schubladen. Das hilft mir, die Welt zu sortieren und einen wahren Kern haben manche Vorurteile ja auch.
Die Vorurteile, die andere mir gegenüber haben, sind jetzt natürlich nicht so schlimm. Ich wurde deswegen auch nicht schlechter behandelt oder so. Ist jetzt ja nicht so schlimm, wenn Menschen denken, ich esse gerne Kartoffeln. Trotzdem stört mich das irgendwie.
Aber andere werden richtig schlecht und ungerecht behandelt, weil Menschen ihnen gegenüber Vorurteile haben. Sie werden diskriminiert wegen ihrer Hautfarbe oder ihres Namens. Das finde ich dann richtig schlimm. Deswegen denke ich, sind auch harmlose Vorurteile schon gefährlich. Sie sind die Vorstufe zur Diskriminierung und können schnell diskriminierend werden.
Für mich zählen alle Leben gleich viel. Niemand sollte benachteiligt oder diskriminiert werden. All lives matter. Daher möchte ich in meinem Alltag drauf achten, Menschen nicht in Schubladen zu stecken. So kann ich selbst ganz einfach etwas gegen Diskriminierung tun.
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»Partnersuche« von Ela   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 07.10.2020 gesendet.
Eine Freundin von mir wünscht sich schon voll lange einen Partner. Jemanden, der ihr zuhört, der für sie da ist. Sie möchte jemandem zum gemeinsamen Fahrrad fahren, Klettern, Wandern und Städte entdecken. Außerdem liebt sie Kaffee trinken.
Irgendwie hat sie aber noch keinen gefunden, der so richtig zu ihr passt. Deshalb hat sie sich bei so einer online- Partnersuche angemeldet. Die vermittelt gläubige Christen. Man erstellt da ein Profil von sich selbst und gibt seine Interessen an. Und dann kriegt man Kontakt-Vorschläge.
Meine Freundin hat da mit vielen geschrieben. Aber es gab immer irgendein kleines Detail, das ihr nicht gefallen hat. Einer wollte statt Kaffee lieber Tee trinken. Ein anderer hatte Höhenangst und wäre bestimmt nicht mit ihr klettern gegangen.
Mich hat das zum Nachdenken gebracht.
Ich glaube, es gibt nicht den perfekten Partner. In meiner Beziehung versuchen wir unsere Stärken und Schwächen kennenzulernen und sie zu akzeptieren. Und wenn´s mal kracht, lernen wir, dass wir uns vergeben müssen. Dabei entdecken wir sogar neue Interessen.
Plötzlich bin ich joggen gegangen und hab Tischtennis gespielt. Das hätte ich wohl sonst nie gemacht.
Ich finde, es ist eine gute Möglichkeit, sich online kennenzulernen. Aber ich denke, man sollte nicht so viel auf die oberflächlichen Details gucken. Sich lieber einfach mal treffen und dann schauen, ob was daraus werden kann. Und vielleicht entdeckt man ja ganz neue Seiten an sich selbst.
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»Leave no one behind« von Ela   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 05.10.2020 gesendet.
Leave no one behind 2020. Diesen Hashtag liest man gerade viel auf Instagram. Lass niemand zurück! Damit sind die 13.000 Flüchtlinge gemeint, die auf Lesbos obdachlos geworden sind. Ich bin immer noch geschockt, wenn ich die Bilder von dem riesigen Feuer seh. Die Situation macht mich mega betroffen. Die Zustände dort waren und sind menschenunwürdig.
Lass niemand zurück! Aber wie geht das? Ich kann ja nicht selbst nach Lesbos fahren und alle retten.
Online hab ich jetzt was gefunden, wie ich helfen kann. Da gibt es ne Organisation, die ne Petition gestartet hat. Die fordert von Bundestagsabgeordneten die sofortige Evakuierung des Lagers Moria und den Schutz weiterer Lager. Da mach ich mit. So kann ich wenigstens indirekt was machen.
Aber eigentlich ist mir das zu wenig. Ich möchte noch mehr machen.
Deshalb bete ich viel für die Menschen dort. Klar, das ist jetzt auch keine konkrete Hilfe. Aber ich fühle mich eben oft so machtlos, wenn ich die katastrophale Situation sehe. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Da hilft nur noch beten. Und ich glaube auch, dass Gott niemanden zurücklässt. Also bete ich jetzt regelmäßig dafür, dass er den Politikern Klugheit gibt, damit sie richtige Entscheidungen treffen und den Menschen dort wirklich helfen
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»Komm und ruh dich aus« von Ela   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 16.08.2020 gesendet.
„Du bist müde und ausgelaugt, hast deine Kräfte aufgebraucht“. Die Liedzeile von Johannes Falk geht mir nicht aus dem Kopf. Die Worte berühren mein Herz. Ich bin gerade voll fertig. In letzter Zeit hatte ich voll viele Prüfungen und das hat mich sehr herausgefordert. Jetzt bin ich richtig erschöpft und kraftlos, obwohl ich noch so viel zu tun habe.
Im Lied heißt es weiter: „Komm und ruh dich aus, lass deine Gedanken langsam fliegen. Komm und ruh dich aus bei mir.“ Das klingt schön, da kann ich aufatmen und meine Gedanken wirklich wandern lassen. „Komm und ruh dich aus, lass deine Sorgen bei mir liegen“. Meine Sorgen ablegen, das wäre schön. Jemand haben, der mich immer begleitet und meine Sorgen abnimmt.
Aber wer singt mir dieses Lied eigentlich zu?
Der Künstler, Johannes Falk, ist selbst Christ und hat dieses Lied aus der Sicht Gottes geschrieben. Da bekommt der Text plötzlich noch mal eine ganz andere Bedeutung für mich. Gott sagt mir, dass er mich begleitet, dass er all meine Sorgen und meine Not sieht und mir hilft. So ein schöner Gedanke. Gott verspricht, mir zu helfen.
Das gibt mir richtig Kraft, wieder positiver zu denken und weiter zu machen. Ich kann das schaffen, mit Gott an meiner Seite.
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»5 Mal Ich liebe dich« von Ela   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 15.08.2020 gesendet.
Ich liebe dich! Oder ich hab dich lieb! Für mich sind das die wichtigsten Worte auf der Welt. Wenn jemand zu mir sagt: Ich hab dich lieb, werde ich immer ganz emotional. Vor allem wenn mir derjenige wichtig ist. Es macht mich glücklich, ich fühle mich ermutigt, es baut mich auf, vor allem wenn´s mir gerade mies geht.
Trotzdem habe ich festgestellt, dass ich es selbst viel zu selten ausspreche. Ich würde es aber gerne öfters tun.
Deshalb lese ich gerade ein Buch dazu. Da beschreibt der Autor, dass man auf fünf unterschiedliche Arten „ich liebe dich“ sagen kann. Mit Lob und Anerkennung, mit Geschenken, mit Hilfsbereitschaft, durch Zärtlichkeit und durch Zeit zu zweit. Der Autor sagt auch, dass jeder so ne Art Muttersprache hat, wie er Liebe weitergibt und auch gerne empfangen möchte. Das hat mir voll die Augen geöffnet.
Ich muss nämlich gar nicht immer sprechen, um meine Liebe auszudrücken. Sondern ich muss herausfinden, was mein Gegenüber für ne Liebessprache spricht. So habe ich z. B. gemerkt: Eine gute Freundin braucht es voll, dass man ihr Komplimente macht. Eine andere liebt es, Geschenke zu bekommen. Meine Mutter liebt es, in den Arm genommen zu werden.
Ich versuche, jetzt mehr drauf zu achten, was meine Freunde und Familie so brauchen, um sich von mir geliebt zu fühlen. Und dann starte ich kleine Liebesaktionen, mitten im Alltag.
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»Nahrung für die Seele« von Ela   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 11.08.2020 gesendet.
In „Corona-Zeiten“ hatte ich endlich mal Zeit, mich um meine Pflanzen zu kümmern. Bisher haben die in meinem WG-Zimmer eher gelitten als gelebt. Ich hab mich einfach nicht um sie gekümmert.
Vor allem eine Sukkulente, so nen Kakteengewächs, sah, nachdem ich sie monatelang nicht beachtet habe, so richtig tot aus. Voll verdorrt und so ganz hoffnungslos.
Trotzdem dachte ich, ich probiere mal sie zu retten. Seit ein paar Wochen gieße ich sie regelmäßig und auch neue Erde hat sie bekommen. Erstaunlicherweise ist sie wieder richtig grün geworden. Jetzt sieht sie gar nicht mehr tot aus. Voll überraschend für mich. Dank Wasser und Nährstoffen im Boden, ist sie wieder richtig lebendig, wächst und gedeiht.
Ich merke: Wenn ich an mein Leben denke, ist das eigentlich genauso. Ich wachse nur, wenn ich gut versorgt bin.
Wasser und Essen – klar dadurch nehme ich Nährstoffe auf. Aber ich denke, da sind auch noch andere Sachen wichtig. Ich muss mich sicher fühlen. Ich brauche Menschen, die mich gernhaben. Meinen Glauben zu leben, zu beten, tut mir gut. Das alles ist auch Nahrung. Nahrung für meine Seele.
Manchmal merke ich, dass es mir nicht gut geht und ich nur so kümmerlich vor mich hinlebe, wie meine Sukkulente. Dann hilft es mir, mich zu fragen, welche Nahrung mir gerade fehlt und diese dann aufzunehmen.
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