»Segnung für Paare« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 30.03.2019 gesendet.
Ja, ich will. Oft werden diese drei Worte im Standesamt oder in der Kirche gesprochen. Dann bedeuten sie: Ja, ich will mit dir zusammenleben für den Rest meines Lebens. Zwei Menschen wollen alles miteinander teilen. Sie wollen zusammen wohnen, morgens nebeneinander aufwachen und vielleicht eine neue Familie gründen.
In Deutschland können sich laut Gesetz zwei erwachsene Menschen dieses Ja-Wort zu geben. Natürlich nur, wenn sie sich freiwillig dafür entscheiden. Unabhängig davon, ob es ein Mann und eine Frau oder zwei Frauen oder zwei Männer sind. Bei uns in Württemberg in der Evangelischen Kirche geht das leider noch nicht ohne weiteres.
Ich war vor kurzem in Hamburg. Da habe ich eine Trauung von zwei Frauen in der Kirche gesehen. Es war ein ganz normales Fest von zwei Menschen, die sich lieben. Sie wollten einfach um Gottes Segen für ihre Beziehung bitten.
Ich glaube, wenn zwei Menschen sich so sehr lieben, dass sie ihr Leben miteinander verbringen wollen, ist es Gott völlig egal, welches Geschlecht sie haben. Ihm ist es wichtig, dass wir respektvoll miteinander umgehen. Ich wünsche mir, dass auch in meiner Kirche bald kapieren, dass eine Ehe zwischen zwei Menschen etwas Schönes ist. Egal, welches Geschlecht sie haben.
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»Danke England« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 28.03.2019 gesendet.
Ich hab mal ein Jahr lang in England gelebt. Eigentlich war ganz vieles gar nicht so anders als bei uns. Es gab aber trotzdem einige Unterschiede. Die waren zwar sehr klein, hatten aber große Auswirkungen.
Zum Beispiel muss man dem Bus winken, damit er anhält. Ein weiterer Unterschied ist mir im Supermarkt aufgefallen. Ich stand an der Kasse und die Verkäuferin hat meine Sachen über die Kasse gezogen. Da hat sie mich gefragt, wie es mir geht. Ich habe nicht direkt drauf geantwortet, weil ich dachte, das sei nur höflicher Smalltalk. Da hat sie aufgehört zu scannen. Sie hat mich ganz freundlich angeguckt und nochmal gefragt, wie es mir denn jetzt geht. Ich war total irritiert, aber wir haben uns dann richtig nett unterhalten. Es war schön, nicht einfach nur als Kunde abgefertigt zu werden. Sie hat mich als Mensch wahrgenommen. Seitdem versuche ich immer auch hier in unserem Supermarkt ein bisschen mit den Verkäufern und Verkäuferinnen zu plaudern. Ich hatte tatsächlich schon sehr viele nette Gespräche.
Egal, wie diese ganze Brexit-Geschichte ausgeht. Ich bin sehr dankbar für dieses Jahr in England und habe viel von den Menschen dort gelernt. Ich hoffe, dass noch viele andere Menschen diese Chance haben werden.
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»Bibellesen« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 26.03.2019 gesendet.
Muss man die Bibel eigentlich wörtlich verstehen oder eher im übertragenen Sinn?
Ich finde die Frage gar nicht so leicht zu beantworten.
Die Bibel ist kein normales Buch. Man schlägt sie nicht vorne auf, liest sie durch und auf der letzten Seite gibt es ein Happy End. Die Bibel ist eine Sammlung von ganz unterschiedlichen Texten. Da stehen Gesetze drin, Briefe, die an Gemeinden geschrieben wurden, Lieder und Gedichte. Es gibt kurze Geschichten und Listen, in denen drin steht, welcher König wie viele Angestellte an seinem Hof hatte.
Diese Texte wurden zu ganz unterschiedlichen Zeiten geschrieben. Die Bibel wurde auch nicht von einem Autor oder einer Autorin geschrieben. Es waren unterschiedliche Menschen an ganz verschiedenen Orten. Manchmal stehen dann Sachen in verschiedenen Texten, die sich scheinbar widersprechen.
Was die Texte aber alle gemeinsam haben ist, dass sie davon erzählen, was Menschen mit Gott erlebt haben. Und sie erzählen alle davon, dass Gott die Erde und uns Menschen liebt.
Deswegen glaube ich die Bibel ist wahr. Egal ob man sie jetzt wörtlich versteht oder nicht.
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»Ein nettes Wort« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 25.03.2019 gesendet.
Es gibt viele richtig anstrengende Berufe auf der Welt. Einer kommt mir dabei besonders anstrengend vor: Schaffner. Wenn der Zug mal Verspätung hat und dann ein Schaffner durch den Zug läuft gibt es immer Beschwerden. Manchmal sind die Leute ganz freundlich, meistens aber eher weniger freundlich. Dabei können die armen Schaffner vermutlich überhaupt nichts dafür. Ich habe es auch noch nie erlebt, dass sich mal jemand bei der Schaffnerin bedankt hat, dass der Zug pünktlich fährt. Ich glaube, dass das auch sonst im Leben so ist. Ich merke das bei mir selbst oft. Wenn etwas schief läuft, dann schimpfe ich erst mal mit jemandem. Egal ob die Person was dafür kann oder nicht. Hauptsache mal gemeckert. Ich muss meinen Frust ja irgendwie rauslassen.
Aber einfach mal so was Positives sagen, fällt mir manchmal schwer.
Eigentlich ist das total schade, denn ein Lob oder ein freundliches Wort kosten ja nicht viel. Höchstens ein bisschen Überwindung. Ich versuche zur Zeit, das ein bisschen öfter auszuprobieren. Ich sage anderen Menschen einfach mal was Nettes. Auch wenn ich sonst nicht so viel mit ihnen zu tun habe.
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»Meine Kirche« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 17.02.2019 gesendet.
Ich war neulich in einem besonderen und sehr lebendigen Gottesdienst. Viele Menschen haben da mitgeholfen. Eine hat moderiert, ein anderer hat gepredigt. Es gab eine große Band und Personen für die Technik. Es gab Leute für die Begrüßung und andere die laut gebetet haben. Alle haben irgendwie mitgearbeitet. Der Gottesdienst ging insgesamt über 2 Stunden. In einer Pause kamen Mitarbeitende zu mir her. Sie haben sich vorgestellt. Und mich dann gefragt, ob sie mir etwas über die Gemeinde erzählen dürfen.
Ich fand das ein bisschen anstrengend. Denn ich hatte das Gefühl, dass ich der einzige bin, der einfach nur als ganz normaler Besucher da ist. Da wo ich sonst hingehe ist das anders. Ich gehe in die Kirche bei mir in der Nähe. Da gibt es die Pfarrerin, die den Gottesdienst hält. Sie steht danach immer am Ausgang und verabschiedet sich von den Leuten. Manchmal bleibe ich stehen, und unterhalte mich mit jemandem. Manchmal geh ich aber auch direkt wieder nach Hause.
Ich finde es sehr angenehm, mich einfach reinsetzen zu dürfen. Ich mag das, wenn ich nicht so im Mittelpunkt stehe. Der Gottesdienst tankt mich wieder auf. Auch ohne, dass ich ihn aktiv mitgestalten muss. Ich fühle mich wohl in meiner Kirche, weil ich einfach mal in Ruhe durchschnaufen darf.
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»Schon immer« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 14.02.2019 gesendet.
Manchen Menschen können genau sagen, seit wann sie an Gott glauben. Sie meinen man muss ein Datum nennen können, an dem man Christ wurde. Sonst ist man nicht richtig Christ, sagen sie dann. Bei den Berichten dieser Menschen sind oft krasse Sachen dabei. Einer hatte einen schweren Unfall und wurde Christ. Eine andere war vorher drogenabhängig und ein dritter war im Knast und hat sich danach zu Jesus bekehrt. Jeder richtige Christ muss eine ganz besondere Geschichte mit Jesus erlebt haben und davon erzählen. Das behaupten sie.
Ich habe keine so ‘ne Geschichte oder so ein krasses Erlebnis. Ich bin halt ganz normal aufgewachsen: Bin gerne in den Reli Unterricht gegangen und war im Jugendkreis. Ich kann irgendwie keinen genauen Zeitpunkt festmachen, seit wann ich Christ bin.
Ich denke aber auch nicht, dass man das braucht. Ich vertraue darauf, dass ich schon seit meiner Geburt zu Gott gehöre. Und dass ich nicht eine einzelne besondere Geschichte mit Jesus erlebt haben muss. Mein ganzes Leben ist eine besondere Geschichte für Jesus. Er ist bei mir und begleitet mich in meinem Leben. Auch zu den Zeiten, zu denen ich es selbst gar nicht weiß oder merke.
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»Kirchensteuer« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 12.02.2019 gesendet.
Mein Bruder geht eigentlich nie in die Kirche und hat auch nicht viel damit am Hut. Neulich hat er mir erzählt, dass er doch mal in einem Gottesdienst war. Er wollte einfach mal gucken. Er hat gemeint, er zahlt ja immerhin Kirchensteuer. Dafür will er auch etwas haben, nämlich einen schönen Gottesdienst. Er war leider doch ziemlich enttäuscht, weil der Gottesdienst wohl sehr langweilig war.
Wir haben uns dann überlegt, warum es sich eigentlich überhaupt lohnt, Kirchensteuer zu zahlen. Natürlich hat man ganz persönlich so kleine Vorteile. Man hat z.B. das Recht, kirchlich zu heiraten. Aber es gibt auch noch andere Sachen, die die Kirche mit dem Geld macht. Zum Beispiel die Diakonie. Sie unterstützt alte und kranke Menschen durch Besuche, Essen oder Pflegedienste. Es gibt Vesperkirchen. Dort bekommen Menschen, die wenig Geld haben, ein sehr günstiges oder sogar kostenloses Mittagessen. Es gibt Angebote in Krankenhäusern, die Menschen nutzen können, wenn sie jemanden zum Reden brauchen. Mein Bruder und ich waren in einem evangelischen Kindergarten. Und wir müssen sonntags nicht arbeiten, weil die Kirche sich dafür einsetzt, dass der Sonntag ein Ruhetag bleibt.
Auch wenn man selbst nicht aktiv in die Kirche geht, kann man durch die Kirchensteuer etwas ausdrücken: Dass man dankbar für die sozialen Angebote und das Engagement der Kirche ist.
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»Adventskranz« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 09.12.2018 gesendet.
Advent, Advent, ein Lichtlein brennt, erst eins dann zwei… Ich habe mir vorletzte Woche einen Adventskranz gekauft und heute schon die zweite Kerze angezündet. Erfunden wurde der Adventskranz vor fast zweihundert Jahren in Hamburg. Ein Erzieher hat sich in einem alten Bauernhaus um arme Kinder gekümmert. Die haben ihn immer gefragt, wann endlich Weihnachten ist. Er hat dann ein großes Holzrad genommen und 24 Kerzen drauf gestellt. Jeden Tag durften die Kinder eine Kerze anzünden. Und an den vier Adventssonntagen gab es eine große Kerze.
Ich finde das eine tolle Tradition. Vor allem seit ich weiß, welche Geschichte dahintersteckt. Die Kinder hatten kein Geld und oft keine Familien mehr. In dem alten Bauernhaus konnten sie mit anderen Kindern zusammen sein und es hat sich jemand um sie gekümmert. Für mich gehört der Adventskranz zu Weihnachten dazu. Genauso gehört es für mich dazu, an andere Menschen zu denken. Ich kaufe meinen Adventskranz jedes Jahr auf einem Weihnachtsbazar. Das Geld wird dann gespendet. So kann ich auch jeden Sonntag eine Kerze anzünden und dabei an andere Menschen denken.
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»Sankt Weihnachtsmann« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 06.12.2018 gesendet.
Weihnachtsmann oder Nikolaus. Wer bringt denn nun eigentlich die Geschenke? Weihnachtsmann ist nichts andere als die deutsche Übersetzung für Santa Clause. Und der wurde gar nicht von Coca Cola erfunden. Auch, wenn das manche sagen. Die rot-weiße Farbe seiner Kleidung hat nichts mit der Markenfarbe zu tun. Er ist so zum ersten Mal vor etwa 200 Jahren in einem New Yorker Buch aufgetaucht.
Das Buch erzählt die Geschichte vom Nikolaus. Der war ein Bischof, der im 4. Jahrhundert gelebt hat. Er wurde wahrscheinlich in einer sehr reichen Familie geboren und hat sich dann entschieden seinen Reichtum weiterzugeben.
So gibt es eine Geschichte, wie er nachts Gold und Essen in die Fenster von armen Familien geworfen hat. Er hat das extra nachts gemacht, damit ihn keiner dabei sieht. Er wollte da keine große Nummer draus machen. Ich bin zwar jetzt leider nicht besonders reich, aber ich kann mir Nikolaus trotzdem zum Vorbild nehmen. Ich habe zum Beispiel Zeit, die ich spenden kann. Ich kann mich ehrenamtlich engagieren und anderen Menschen helfen. Ich kann mir auch die Zeit nehmen, Menschen zuzuhören. Nikolaus ist mir vor allem ein Vorbild, weil er keine große Sache draus gemacht hat. Er hat seine Geschenke gemacht, weil er den Menschen eine Freude machen wollte.
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»Bild ohne Rahmen« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 05.12.2018 gesendet.
Wie sieht Gott eigentlich aus? Das hat mich vor kurzem ein Freund gefragt. Wir haben uns dann darüber unterhalten und haben gemerkt: Es gibt ganz unterschiedliche Vorstellungen, wie Gott aussieht. Ein alter Mann mit weißem Bart vielleicht. Er sitzt auf einem Thron in den Wolken und guckt auf die Erde runter. Oder Gott ist ein Licht, das durch die Welt strahlt. Oder Gott ist wie eine Kuscheldecke, die einen im Winter wärmt.
So viele Vorstellungen. Und dabei steht doch in der Bibel: „Du sollst dir kein Bild von Gott machen“. Ich glaube, man darf sich trotzdem Gedanken darüber machen, wie Gott aussehen könnte. Es ist nur so, dass ein Bild auch immer einen Rahmen hat. Und Gott hat keinen Rahmen. Egal, wie wir ihn uns vorstellen, das ist immer nur ein Teil von dem, wie Gott wirklich ist. Mir hilft es zum Beispiel manchmal mir Gott als Mensch vorzustellen. Ein Freund, der mir zuhört oder dem ich auch mal erzählen darf, wenn was schiefläuft. Aber ich weiß dann auch, dass Gott viel mehr ist, als das. Gott ist wie ein Bild ohne Rahmen.
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