»Durchatmen« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 30.08.2020 gesendet.
Wenn ich in die Kirche gehe, dann tu ich das, um Gott nahe zu sein. Das heißt aber nicht, dass Gott in der Kirche wohnt. Ich glaube: Man kann Gott überall nahe sein. In der Natur, im Zug, beim Bibel lesen oder beim singen. Gott ist immer da. Ich kann ihm überall begegnen. Aber manchmal übersieht man ihn vielleicht auch.
Vor einigen Jahren hat mal ein Straßenmusiker in einer U-Bahn Geige gespielt. Viele Leute sind an ihm vorbeigelaufen. Kaum jemand hat ihm so richtig zugehört, die meisten waren auf dem Weg zur Arbeit und hatten keine Zeit. Das ganze war ein Experiment von einer Zeitung: Denn der Mann, der da gespielt hat, ist ein richtiger Profi-Musiker. Einer der besten Geigenspieler der Welt. Sein Instrument ist mehrere Millionen Dollar wert und er hat ein sauschweres Musikstück von Bach gespielt.
Ich kann mir gut vorstellen, dass ich das auch nicht gemerkt hätte. Wenn ich im Stress bin, habe ich keinen Nerv für so was. Deswegen gehe ich sonntags gerne in die Kirche. Dort kann ich einfach mal durchatmen, Pause machen und Gott Nahe sein. Da weiß ich dann, dass ich ihm begegne.
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»Kirche« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 27.08.2020 gesendet.
Eine Kirche ist kein Gebäude. Das sagt Jesus in der Bibel. Irgendwie komisch – denn ich kenne Kirchen doch eigentlich als großes Gebäude. Mit einem Kirchturm und wenn man reingeht, stehen da viele Kirchbänke. Jedes Dorf hat eine Kirche. Jeder weiß, wie eine Kirche aussieht. Jeder weiß, was eine Kirche ist.
Aber in der Bibel beschreibt Jesus die Kirche nicht als Gebäude. Sondern er sagt: Eine Kirche ist wie ein menschlicher Körper. Man hat Beine, Arme, Ohren, eine Nase und noch viel mehr. Jedes Teil kann etwas Besonderes. Jedes Teil kann etwas, was ein anderes Teil nicht kann. Und nur wenn alles zusammen funktioniert, ist die Kirche vollständig. Das heißt, die Kirche ist eine Gemeinschaft. Sie besteht aus vielen unterschiedlichen Teilen. Sie besteht aus den Menschen, die ihr angehören. Und die können nicht alle alles gleich gut. Der eine kann zum Beispiel gut zuhören und die andere kann gut helfen. Jeder und jede hat bestimmte Stärken. Und diese Stärken sollen wir für andere einsetzen. Und das gilt ja eigentlich für alle Menschen.
Die Kirche ist nicht einfach nur ein leeres Gebäude. Kirche ist die Gemeinschaft. Sie besteht aus unterschiedlichen Menschen, die alle etwas zur Kirche beitragen.
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»Masken« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 24.08.2020 gesendet.
Masken sind zurzeit ja ein sehr spannendes Thema. Ich trage eine Maske beim Einkaufen, im Bus und in geschlossenen Räumen. Ich trage die Maske, weil ich Rücksicht auf andere Menschen nehme. Aber ich finde die Maske auch so richtig gut. Denn: Ich kann mich dahinter ein bisschen verstecken. Ich muss nicht lächeln, nicht freundlich gucken und kann sogar bisschen vor mich hin singen, ohne dass jemand sieht, wie ich meinen Mund bewege. Unter der Maske kann ich einfach mal ich selbst sein. Und das sogar in der Öffentlichkeit. Das kann ich sonst nur bei richtig guten Freunden.
Oder bei Gott. In der Bibel steht, dass man bei Gott keine Maske tragen muss. Er schaut nämlich immer auf das Herz. Wir Menschen sehen nur das, was wir mit unseren Augen sehen können. Ich frage mich manchmal, was die Leute wohl denken, wenn sie mich ansehen. Wenn ich morgens im Bus sitze, kann ich ganz schön grimmig gucken. Dabei bin ich eigentlich meistens nur müde. Mit der Maske kann ich gucken, wie ich will. Es sieht ja keiner.
Bei Gott ist es egal, ob ich eine Maske aufhabe oder nicht. Er sieht, wie es in mir drin aussieht. Es tut mir gut, dass ich mich vor ihm kein bisschen verstellen muss.
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»Heiliger Sonntag« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 05.07.2020 gesendet.
Sonntags kann ich nicht einfach mal eben zum Supermarkt und noch ne Packung Nudeln kaufen. Die meisten Läden haben zu. Ich finde das gut. Da kann ich mal richtig ausspannen.
Schon in der Bibel heißt es: Du sollst den Feiertag heiligen! Das ist eines der zehn Gebote. Ich finde, daran sieht man sehr schön, dass die zehn Gebote nicht nur Sachen verbieten. Sie bieten uns viel eher etwas an. Gott sagt: Ich soll einen Tag in der Woche frei haben. Es ist wichtig, mal auszuruhen, zu entspannen und einfach mal keine E-Mails beantworten zu müssen. Und dabei geht es nicht nur um mich persönlich, sondern auch um die anderen. Auch die Verkäuferin oder der Verkäufer soll mindestens einen Tag in der Woche frei haben, um mal was anderes zu tun, als zu arbeiten.
Manche Menschen finden es schön, am Sonntag in die Kirche zu gehen. Andere besuchen Oma und Opa, schauen eine Serie oder nutzen den Tag, um Schlaf nachzuholen.
Natürlich müssen manche Menschen sonntags auch arbeiten. Polizistinnen und Ärzte zum Beispiel. Sie haben dann meistens an einem anderen Tag in der Woche frei. Ihre Aufgaben müssen auch sonntags erledigt werden. Meine Nudeln kann ich aber auch an einem anderen Tag kaufen. Deswegen hoffe ich, dass der Sonntag als besonderer Tag erhalten bleibt.
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»Nach der Bibel leben« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 03.07.2020 gesendet.
Manche Menschen behaupten, die Bibel hat gar keine Bedeutung mehr für uns heute. Weil sich die Gesellschaft verändert hat, sei die Bibel unwichtig. Bei einigem, was drin steht, stimme ich zu. An einer Stelle heißt es zum Beispiel, dass man keine Kleidung anziehen darf, die aus zwei verschiedenen Stoffen gemacht ist. Das würde viele Christinnen und Christen modisch sehr stark einschränken. Viele dieser Regeln wurden für ganz konkrete Situationen geschrieben, die es heute so gar nicht mehr gibt.
Manchmal ist es aber auch anders. In der Bergpredigt erzählt Jesus davon, wie wir miteinander umgehen sollen. Wir sollen auf die Armen und Schwachen achten, weil jeder Mensch gleich viel Wert ist. Wir sollen friedlich unsere Meinung sagen und auf Gewalt verzichten. Wir sollen auch den Menschen Respekt entgegenbringen, bei denen uns das schwerfällt. Zusammenfassend heißt es: Behandle andere Menschen so, wie du selbst gerne behandelt werden möchtest. Für mich ist diese Predigt von Jesus der Kern der Bibel. Denn da geht nicht darum, was ich anziehe, sondern wie ich mich anderen gegenüber verhalte. Dadurch soll unser Zusammenleben leichter werden. Und das finde ich auch für uns heute noch sehr aktuell. Das war und ist zu jeder Zeit für eine Gesellschaft wichtig.
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»Zuhören tröstet« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 01.07.2020 gesendet.
Ich finde es manchmal ganz schön schwierig, jemanden zu trösten. Oft will ich irgendwie helfen, aber es passiert mir dann, dass ich ganz viel rede. Ich versuche irgendwelche Tipps zu geben oder die Situation zu analysieren. Aber wenn ich selbst getröstet werden muss, finde ich so Floskeln wie „Lass den Kopf nicht hängen“ oder „es könnte ja schlimmer kommen“ ganz furchtbar.
In der Bibel steht die Geschichte von Hiob. Ihm ist ganz viel schlimmes Zeug passiert. Da bekommt er Besuch von seinen drei Freunden. Die haben alle tolle Tipps und Ideen. Sie meinen, dass er vielleicht irgendwas falsch gemacht hat oder sagen, dass er sich halt nicht so anstellen soll. Irgendwann wird es Hiob zu blöd und er schnauzt seine Freunde an. Sie trösten ihn nicht, sondern machen alles nur schlimmer.
Deswegen finde ich die Geschichte von Hiob so spannend. Die Freunde reden seitenweise auf ihn ein, aber letztlich hilft ihm das gar nicht. Ich glaube, um jemanden trösten zu können, muss man vor allem gut zuhören können. Denn nur dann erfährt man, wie es dem anderen wirklich geht und was ihm helfen könnte. Vielleicht will er sich einfach nur mal auskotzen. Manchmal reicht das ja schon. Dann hilft zuhören mehr als alle Tipps der Welt.
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»Der Plan« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 29.06.2020 gesendet.
Manchmal hab ich einen festen Plan, wie mein Leben laufen soll. Und plötzlich kommt doch alles ganz anders. Irgendwas läuft völlig schief und ich muss meinen ganzen schönen Plan über den Haufen werfen. Sowas habe ich schon sehr oft erlebt. Und auch wenn es nicht immer so gelaufen ist, wie ich es mir dachte: im Moment bin ich eigentlich glücklich mit meinem Leben.
In der Bibel steht die Geschichte von Josef. Bei dem ging auch nicht alles nach Plan. Seine Brüder haben ihn als Sklaven nach Ägypten verkauft. Dort ist er dann unschuldig im Gefängnis gelandet. Aber jedes Mal, wenn bei ihm so richtig was schief gelaufen ist, hat Gott daraus etwas Gutes gemacht. Im Gefängnis hat er jemanden getroffen, durch den er später den König kennengelernt hat. So konnte Josef später viele Menschen vor einer Hungersnot retten.
Diese Geschichte macht mir Mut. Denn auch, wenn es mal mit einer Bewerbung nicht klappt oder ich nicht meine Traumwohnung bekomme: Wenn meine Pläne überhaupt nicht funktionieren und alles anders läuft. Dann vertraue ich darauf: Gott kann daraus etwas Gutes entstehen lassen.
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»Religion ist mehr« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 07.06.2020 gesendet.
„Ich glaub‘ doch nicht an einen alten Mann mit weißem Bart auf einer Wolke“. Diesen Satz höre ich ganz oft, wenn ich mit Menschen über Religion spreche. Für sie ist so eine Vorstellung total albern. Sowas kann man ja nicht glauben. Deshalb ist auch Religion insgesamt für sie quatsch. Die meisten sind dann aber ganz erstaunt, wenn ich sage: „Ja, du hast Recht. Das glaub‘ ich auch nicht.“
Denn für mich hat Religion auch nichts mit einem alten Mann auf einer Wolke zu tun. Religion ist nämlich viel mehr.
Für mich heißt Religion zum Beispiel darauf zu vertrauen, dass Gott auf unterschiedliche Weise für mich da ist. Ich glaube daran, dass er die Welt und mich gemacht hat. Deshalb hat das Leben für mich einen Sinn.
Religion bedeutet für mich außerdem, dass die Welt noch mehr zu bieten hat als das, was wir sehen können.
Religion ist für mich also viel mehr als man auf den ersten Blick sieht. Das wichtigste an der Religion ist für mich aber die Liebe. Das bedeutet für mich, dass jeder Mensch meinen Respekt verdient hat. Religion passiert also nicht irgendwo auf einer Wolke. Es geht um das, wie wir miteinander umgehen.
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»Nachhaltig online shoppen« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 03.06.2020 gesendet.
Ich gehe richtig gerne bummeln. Am liebsten in kleinen Läden, wo es irgendeinen Kruscht gibt. Da finde ich immer irgendwas, was ich eigentlich gar nicht brauche. Wenn ich aber mal was Bestimmtes suche, schau ich gerne Online. Ich könnte mich stundenlang durch Shops durchklicken. Von meinem Sessel aus ist das auch noch super bequem. Und besonders bequem ist es natürlich dann, wenn ich alles auf einer einzelnen Homepage finde.
Allerdings hat meine Bequemlichkeit auch einen Preis. Den zahle aber nicht ich, sondern oft die Mitarbeitenden in großen Lagerhallen.
Es ist hat mich richtig erschreckt, was ich in letzter Zeit mitbekommen habe:. Mitarbeitende dürfen sich nicht krankmelden. Und Chefs, die sich nicht für die Sicherheit ihrer Angestellten interessieren. Bei manchen großen Internet-Händlern sind die Zustände ganz furchtbar. Ich habe deswegen beschlossen, dass ich große Online-Händler ab sofort meide. Bücher bekomme ich genauso schnell bei meinem Buchhändler um die Ecke. Der liefert sie mir sogar mit dem Fahrradkurier. Auch viele kleine Familienbetriebe haben ja mittlerweile Online-Shops. Bewusstes und nachhaltiges Einkaufen geht also auch ganz bequem von meinem Sessel aus.
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»Schubladen« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 02.06.2020 gesendet.
Manchmal sehe ich einen Menschen nur ganz kurz an und stecke ihn dann einfach in eine Schublade. Dieses sogenannte Schubladendenken wird ja oft kritisiert.
Aber ich frage mich, ob Schubladen wirklich so schlecht sind. In meinem Zimmer habe ich doch auch Schubladen für unterschiedliche Dinge. Die ganzen Schubladen, Boxen und Regale helfen mir Ordnung zu halten. Klar, ich könnte auch alles auf den Boden werfen. Aber dann wäre es viel chaotischer und vieles würde ich bestimmt vergessen und nie wiederfinden.
Ich denke: Mit den Schubladen, die wir für Menschen haben, ist es so ähnlich. Ohne wäre es ein riesiges Chaos und wir würden völlig den Überblick über unsere Mitmenschen verlieren. Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder Mensch Schubladen mit unterschiedlichen Kategorien hat und Menschen dort einsortiert. Das ist für mich kein Problem. Wichtig ist aber, wie ich mit den Schubladen umgehe. Ich glaube, es ist wichtig, dass ich meine Schubladen immer ein Stückchen offen lassen. So kann ich Menschen auch wieder aus ihren Schubladen rausholen und neu ansehen.
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