»Meine Kirche« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 17.02.2019 gesendet.
Ich war neulich in einem besonderen und sehr lebendigen Gottesdienst. Viele Menschen haben da mitgeholfen. Eine hat moderiert, ein anderer hat gepredigt. Es gab eine große Band und Personen für die Technik. Es gab Leute für die Begrüßung und andere die laut gebetet haben. Alle haben irgendwie mitgearbeitet. Der Gottesdienst ging insgesamt über 2 Stunden. In einer Pause kamen Mitarbeitende zu mir her. Sie haben sich vorgestellt. Und mich dann gefragt, ob sie mir etwas über die Gemeinde erzählen dürfen.
Ich fand das ein bisschen anstrengend. Denn ich hatte das Gefühl, dass ich der einzige bin, der einfach nur als ganz normaler Besucher da ist. Da wo ich sonst hingehe ist das anders. Ich gehe in die Kirche bei mir in der Nähe. Da gibt es die Pfarrerin, die den Gottesdienst hält. Sie steht danach immer am Ausgang und verabschiedet sich von den Leuten. Manchmal bleibe ich stehen, und unterhalte mich mit jemandem. Manchmal geh ich aber auch direkt wieder nach Hause.
Ich finde es sehr angenehm, mich einfach reinsetzen zu dürfen. Ich mag das, wenn ich nicht so im Mittelpunkt stehe. Der Gottesdienst tankt mich wieder auf. Auch ohne, dass ich ihn aktiv mitgestalten muss. Ich fühle mich wohl in meiner Kirche, weil ich einfach mal in Ruhe durchschnaufen darf.
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»Schon immer« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 14.02.2019 gesendet.
Manchen Menschen können genau sagen, seit wann sie an Gott glauben. Sie meinen man muss ein Datum nennen können, an dem man Christ wurde. Sonst ist man nicht richtig Christ, sagen sie dann. Bei den Berichten dieser Menschen sind oft krasse Sachen dabei. Einer hatte einen schweren Unfall und wurde Christ. Eine andere war vorher drogenabhängig und ein dritter war im Knast und hat sich danach zu Jesus bekehrt. Jeder richtige Christ muss eine ganz besondere Geschichte mit Jesus erlebt haben und davon erzählen. Das behaupten sie.
Ich habe keine so ‘ne Geschichte oder so ein krasses Erlebnis. Ich bin halt ganz normal aufgewachsen: Bin gerne in den Reli Unterricht gegangen und war im Jugendkreis. Ich kann irgendwie keinen genauen Zeitpunkt festmachen, seit wann ich Christ bin.
Ich denke aber auch nicht, dass man das braucht. Ich vertraue darauf, dass ich schon seit meiner Geburt zu Gott gehöre. Und dass ich nicht eine einzelne besondere Geschichte mit Jesus erlebt haben muss. Mein ganzes Leben ist eine besondere Geschichte für Jesus. Er ist bei mir und begleitet mich in meinem Leben. Auch zu den Zeiten, zu denen ich es selbst gar nicht weiß oder merke.
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»Kirchensteuer« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 12.02.2019 gesendet.
Mein Bruder geht eigentlich nie in die Kirche und hat auch nicht viel damit am Hut. Neulich hat er mir erzählt, dass er doch mal in einem Gottesdienst war. Er wollte einfach mal gucken. Er hat gemeint, er zahlt ja immerhin Kirchensteuer. Dafür will er auch etwas haben, nämlich einen schönen Gottesdienst. Er war leider doch ziemlich enttäuscht, weil der Gottesdienst wohl sehr langweilig war.
Wir haben uns dann überlegt, warum es sich eigentlich überhaupt lohnt, Kirchensteuer zu zahlen. Natürlich hat man ganz persönlich so kleine Vorteile. Man hat z.B. das Recht, kirchlich zu heiraten. Aber es gibt auch noch andere Sachen, die die Kirche mit dem Geld macht. Zum Beispiel die Diakonie. Sie unterstützt alte und kranke Menschen durch Besuche, Essen oder Pflegedienste. Es gibt Vesperkirchen. Dort bekommen Menschen, die wenig Geld haben, ein sehr günstiges oder sogar kostenloses Mittagessen. Es gibt Angebote in Krankenhäusern, die Menschen nutzen können, wenn sie jemanden zum Reden brauchen. Mein Bruder und ich waren in einem evangelischen Kindergarten. Und wir müssen sonntags nicht arbeiten, weil die Kirche sich dafür einsetzt, dass der Sonntag ein Ruhetag bleibt.
Auch wenn man selbst nicht aktiv in die Kirche geht, kann man durch die Kirchensteuer etwas ausdrücken: Dass man dankbar für die sozialen Angebote und das Engagement der Kirche ist.
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»Adventskranz« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 09.12.2018 gesendet.
Advent, Advent, ein Lichtlein brennt, erst eins dann zwei… Ich habe mir vorletzte Woche einen Adventskranz gekauft und heute schon die zweite Kerze angezündet. Erfunden wurde der Adventskranz vor fast zweihundert Jahren in Hamburg. Ein Erzieher hat sich in einem alten Bauernhaus um arme Kinder gekümmert. Die haben ihn immer gefragt, wann endlich Weihnachten ist. Er hat dann ein großes Holzrad genommen und 24 Kerzen drauf gestellt. Jeden Tag durften die Kinder eine Kerze anzünden. Und an den vier Adventssonntagen gab es eine große Kerze.
Ich finde das eine tolle Tradition. Vor allem seit ich weiß, welche Geschichte dahintersteckt. Die Kinder hatten kein Geld und oft keine Familien mehr. In dem alten Bauernhaus konnten sie mit anderen Kindern zusammen sein und es hat sich jemand um sie gekümmert. Für mich gehört der Adventskranz zu Weihnachten dazu. Genauso gehört es für mich dazu, an andere Menschen zu denken. Ich kaufe meinen Adventskranz jedes Jahr auf einem Weihnachtsbazar. Das Geld wird dann gespendet. So kann ich auch jeden Sonntag eine Kerze anzünden und dabei an andere Menschen denken.
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»Sankt Weihnachtsmann« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 06.12.2018 gesendet.
Weihnachtsmann oder Nikolaus. Wer bringt denn nun eigentlich die Geschenke? Weihnachtsmann ist nichts andere als die deutsche Übersetzung für Santa Clause. Und der wurde gar nicht von Coca Cola erfunden. Auch, wenn das manche sagen. Die rot-weiße Farbe seiner Kleidung hat nichts mit der Markenfarbe zu tun. Er ist so zum ersten Mal vor etwa 200 Jahren in einem New Yorker Buch aufgetaucht.
Das Buch erzählt die Geschichte vom Nikolaus. Der war ein Bischof, der im 4. Jahrhundert gelebt hat. Er wurde wahrscheinlich in einer sehr reichen Familie geboren und hat sich dann entschieden seinen Reichtum weiterzugeben.
So gibt es eine Geschichte, wie er nachts Gold und Essen in die Fenster von armen Familien geworfen hat. Er hat das extra nachts gemacht, damit ihn keiner dabei sieht. Er wollte da keine große Nummer draus machen. Ich bin zwar jetzt leider nicht besonders reich, aber ich kann mir Nikolaus trotzdem zum Vorbild nehmen. Ich habe zum Beispiel Zeit, die ich spenden kann. Ich kann mich ehrenamtlich engagieren und anderen Menschen helfen. Ich kann mir auch die Zeit nehmen, Menschen zuzuhören. Nikolaus ist mir vor allem ein Vorbild, weil er keine große Sache draus gemacht hat. Er hat seine Geschenke gemacht, weil er den Menschen eine Freude machen wollte.
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»Bild ohne Rahmen« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 05.12.2018 gesendet.
Wie sieht Gott eigentlich aus? Das hat mich vor kurzem ein Freund gefragt. Wir haben uns dann darüber unterhalten und haben gemerkt: Es gibt ganz unterschiedliche Vorstellungen, wie Gott aussieht. Ein alter Mann mit weißem Bart vielleicht. Er sitzt auf einem Thron in den Wolken und guckt auf die Erde runter. Oder Gott ist ein Licht, das durch die Welt strahlt. Oder Gott ist wie eine Kuscheldecke, die einen im Winter wärmt.
So viele Vorstellungen. Und dabei steht doch in der Bibel: „Du sollst dir kein Bild von Gott machen“. Ich glaube, man darf sich trotzdem Gedanken darüber machen, wie Gott aussehen könnte. Es ist nur so, dass ein Bild auch immer einen Rahmen hat. Und Gott hat keinen Rahmen. Egal, wie wir ihn uns vorstellen, das ist immer nur ein Teil von dem, wie Gott wirklich ist. Mir hilft es zum Beispiel manchmal mir Gott als Mensch vorzustellen. Ein Freund, der mir zuhört oder dem ich auch mal erzählen darf, wenn was schiefläuft. Aber ich weiß dann auch, dass Gott viel mehr ist, als das. Gott ist wie ein Bild ohne Rahmen.
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»Kleine Sünden« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 04.12.2018 gesendet.
Meine Oma sagt immer: Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort. Sie will mich damit dazu bringen, keinen Blödsinn zu machen. Sie meint, dass der liebe Gott es sonst sieht und mich gleich bestraft.
Ich finde das totalen Quatsch. Ich glaube nicht, dass Gott im Himmel auf einer Wolke sitzt und mir bei allem was ich tu zuguckt. Und noch weniger, dass er dann nur darauf wartet, dass ich irgendeinen Fehler mach. Vermutlich wäre das auf Dauer auch ganz schön anstrengend für ihn. Es gibt nämlich ganz viele Sachen in meinem Alltag, die nicht gut laufen. Wenn ich mich mal wieder über meine Mitbewohner aufreg oder über meine Kollegen läster. Dann weiß ich eigentlich schon, dass Gott das nicht gefällt. Aber ich kann einfach manchmal nicht anders. Ich bin ja auch nur ein Mensch. Ich glaube aber, dass Gott das weiß. Immerhin hat er mich so als Mensch erschaffen, mit all meinen Macken und Fehlern. Er weiß, dass ich manchmal ein bisschen Mist baue. Er wartet dann nicht drauf, dass er mich direkt bestrafen kann. Er wartet ganz geduldig, bis ich selber merke, dass das irgendwie nicht gut ist. Und wenn ich es doch nicht selbst merke, dann schickt er mir Menschen, wie meine Oma, die es ja eigentlich nur gut mit mir meint.
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»Vergebung zu 100 %« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 27.10.2018 gesendet.
Ich finde, jemandem zu vergeben ist gar nicht so einfach. Wenn man einen richtig üblen Streit hatte, kann man vielleicht schon sagen „ich verzeihe dir“. Aber man kann ja doch nicht ganz vergessen, was alles war. Ich glaube, Gott kann das. Er kann so richtig verzeihen. Mir zeigt das die Geschichte von David. Die steht in der Bibel. Der war ein richtig guter König. Aber einmal hat er total Mist gebaut. Er hat einer Frau beim Baden zugesehen, die er wunderschön fand. Er hat sie in seinen Palast bringen lassen um mit ihr zu schlafen und ihren Mann, den hat er umbringen lassen. Gott hat das gar nicht gefallen, erzählt die Bibel und er hat einen Boten zu David geschickt. Der hat ihm gesagt, dass das nicht in Ordnung war und Gott richtig sauer auf ihn ist. David hat seinen Fehler eingesehen. Er hat Gott um Vergebung gebeten. Und er hat ihm versprochen so etwas nie wieder zu tun
Und Gott hat ihm verziehen. Gott hat ihm sogar so sehr verziehen, dass er ihn anderen Königen zum Vorbild gemacht hat. Obwohl David nicht perfekt war, hat Gott ihm Gott verziehen und ihm das danach auch nicht mehr vorgehalten.
Mir macht das richtig Mut. Ich weiß, wenn es mir richtig leid tut, dann vergibt Gott mir. Dann darf ich bei ihm wieder bei null anfangen.
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»Wer betet gewinnt« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 26.10.2018 gesendet.
Am Wochenende ist der neunte Bundesligaspieltag. Viele Fans und Trainer beten dafür, dass ihre Mannschaft gewinnt. Wenn aber zwei Fußballmannschaften gegeneinander spielen und beide Trainer beten dafür, dass ihre Mannschaft gewinnt. Was passiert dann? Vielleicht entstehen so die Unentschieden, könnte man denken. Oder kommt es dann drauf an, welche Fans öfter und besser beten?
Ich glaube nicht, dass man gut oder schlecht beten kann. Ich glaube auch nicht, dass man richtig oder falsch beten kann. Und ich glaube auch nicht, dass man beten muss, damit etwas passiert. Ich bete trotzdem manchmal. Auch, wenn ich weiß, dass Gott keine Wunschmaschine ist. Man wirft kein Gebet ein und es kommt dann ein erfüllter Wunsch raus. Es gibt aber trotzdem ganz viele Gründe zu beten Man kann zum Beispiel in einem Gebet danke sagen, wenn etwas Schönes passiert ist. Man darf sich in einem Gebet auch beschweren, wenn etwas nicht so gut geklappt hat. Man darf Gott auch sagen, dass man davon enttäuscht ist. Er hat den Menschen nämlich versprochen, dass er ihnen zuhört. Und, dass ihn interessiert, was sie beschäftigt.
Manchmal beten Menschen auch miteinander. Sie ermutigen sich, und zeigen sich, dass sie nicht alleine sind. Ich werde Gott am Samstag dafür danken, dass mein Verein in der Bundesliga spielt. Mit meinen Kumpels kann ich ins Stadion fahren, um die Spieler aus der Fankurve zu unterstützen.
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»Ich sein« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 24.10.2018 gesendet.
Manchmal bin ich gar nicht zufrieden mit mir. Ich könnte etwas schlanker und sportlicher sein, bin nicht reich und andere Menschen haben es so viel besser im Leben. Sie haben einen besseren Job, mehr Geld, ein schnelleres Auto und überhaupt ist alles besser. Ich denke dann, manchmal wäre das Leben so viel einfacher, wenn ich einfach jemand anders sein könnte. Ich stelle mir dann vor, ein berühmter Schauspieler zu sein. Naja. Auch nicht so toll, dann hätte ich vermutlich keine Privatsphäre mehr. Und bei einem kleinen Fehltritt wäre mein Ruf ruiniert. Dann vielleicht besser ein erfolgreicher Sportler. Aber dann hätte ich gar keine Freizeit mehr, weil ich jeden Tag in der Woche trainieren müsste. Und bei der kleinsten Verletzung wäre meine Karriere vorbei. Also auch nichts. Oder vielleicht Chef einer großen Firma. Aber dann müsste ich jeden Tag schwierige Entscheidungen treffen und hätte richtig viel Verantwortung zu tragen.
Es gibt wahrscheinlich immer was zu meckern und immer etwas, was besser sein könnte. Aber es gibt halt auch immer was, was schlechter sein könnte.
Und eigentlich habe ich alles, was ich zum Leben brauche. Und wenn ich dann nach Feierabend in meiner warmen Küche sitze und einen großen fetten Burger in der Hand habe und den so richtig genießen kann, dann denke ich mir: Vielleicht ist es doch gar nicht so schlecht, ich zu sein.
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