»Jetzt erst recht« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 28.09.2019 gesendet.
„Die Kirche hat komplett versagt“. Das hat mir vor kurzem eine Frau gesagt. Sie ist aus der Kirche ausgetreten und war auch richtig sauer mit allem. Und weil die Kirche komplett versagt hat, will sie diesen Verein nicht mehr unterstützen. Ich kann das absolut verstehen und ich finde sie hat teilweise auch Recht. Die Kirche hat an ganz vielen Punkten versagt. Zum Beispiel dürfen in Württemberg homosexuelle Paare in der Kirche nicht heiraten. Auch beim Thema Missbrauch tut die Kirche in meinen Augen viel zu wenig um zur Aufklärung und Verhinderung beizutragen. Auch die Evangelische. Ich glaube aber, wenn ich der Kirche den Rücken zukehren würde, wäre ich halt auch nicht besser. Die Kirche besteht auch nur aus Menschen. Und wenn alle Leute von der Kirche weggehen, die sich gegen Diskriminierung wehren und über die schlechten Zustände aufregen, dann bleiben am Ende nur die Idioten zurück. Dann bleiben diejenigen zurück, die für das Versagen verantwortlich sind. Und sie bekommen Recht, es gibt ja niemanden, der sich noch wehrt. Sie können einfach immer weitermachen.
Ja, die Kirche hat versagt. Und deswegen engagier ich mich. Gegen das ganze Unrecht und die Diskriminierung. Jetzt erst Recht.
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»Bibel in einem Satz« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 26.09.2019 gesendet.
Manche Menschen kennen sich richtig gut in der Bibel aus. Sie wissen genau, wo was steht und haben zu jedem Thema sofort den passenden Bibelvers. Manchmal begründen sie auch ihre Argumentation direkt mit einem Zitat. Manche von ihnen denken, dass sie die besseren Christen sind. Ich kann das alles nicht. Ich kenne zwar die wichtigsten Geschichten in der Bibel und auch ihren groben Aufbau. Aber ganz genau jedes einzelne Wort kenne ich nicht. Ich glaube aber auch, dass das gar nicht so wichtig ist. Man muss die einzelnen Verse immer in ihrem Zusammenhang sehen. Und wenn man die Bibel in einem Satz zusammenfassen will dann würde ich sagen: In der Bibel steht, dass Gott uns Menschen liebt. Das steht natürlich nicht in jedem einzelnen Satz. So ein Buch wäre ja auf Dauer auch langweilig. Aber ich glaube, man muss das bei jedem Satz, den man liest, mitdenken. Es geht nicht um irgendwelche Details oder um einzelne genaue Wörter. Ich glaube, man kann mit einzelnen Sätzen auch keine Diskussion gewinnen. Es geht darum, dass Gott den Menschen sagen will, dass er uns liebt. So muss man jeden Satz lesen. Alles andere ist Nebensache.
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»Marke: Christ« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 24.09.2019 gesendet.
Ein Freund von mir hatte neulich ein T-Shirt an, auf dem stand groß „Ich bin Christ.“ Ich fand das bisschen übertrieben und wir haben uns dann drüber unterhalten. Ich meinte, man muss das den Leuten ja nicht ganz so extrem auf die Nase binden. Als ich das gesagt hatte, ist mir aufgefallen, was ich selbst für ein T-Shirt anhatte. Es war ein T-Shirt von meinem Lieblings-Fussball-Verein. Der Freund hat dann gefragt, warum ich das den Leuten so direkt zeige. Für mich ist das ganz klar. Ich mag den Verein halt. Die spielen guten Fußball und das unterstütze ich und außerdem habe ich in dem Ort mal gewohnt. Und dazu stehe ich auch und ziehe das T-Shirt gerne auf der Straße an. Beim Fußballverein fällt mir das leicht. Auf vielen T-Shirts ist irgendwas drauf. Ein Bild, ein Spruch oder einfach nur ein Markenlogo. Das ist irgendwie normal. Aber seinen Glauben auf dem T-Shirt tragen. Das ist irgendwie komisch, hab ich zumindest gedacht. Dabei gehört mein Glaube viel mehr zu mir als die Marke von meinem T-Shirt. Mein Glaube ist das, was mich ausmacht. Seit diesem Gespräch achte ich viel mehr darauf, was auf meinen Klamotten so drauf steht. Und wenn ich irgendwann mal ein schönes T-Shirt finde, auf dem „Ich bin Christ“ steht, dann kauf ich es mir wahrscheinlich auch.
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»Mein Nachbar« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 14.09.2019 gesendet.
Ein Mann ist mal zu Jesus gekommen und hat ihn gefragt: Jesus, was ist eigentlich die wichtigste Regel von allen? Jesus hat ihm geantwortet: Du sollst Gott lieben und du sollst deinen Nachbarn lieben. Der Mann wollte es ein bisschen genauer wissen und hat gefragt wer denn sein Nachbar ist und was das genau bedeutet. Da hat Jesus ihm eine Geschichte erzählt. Die steht heute in der Bibel. Sie geht so: Ein Mann ist von ein paar Leuten überfallen und brutal zusammengeschlagen worden. So lag er dann im Straßengraben und konnte nicht mehr aufstehen. Da ist einer vorbeigekommen, der sich für einen richtig guten Christen gehalten hat. Er hat aber einfach so getan, als hätte er den Mann nicht gesehen. Dann ist einer vorbeigekommen, der in der gleichen Straße gewohnt hat. Auch er hat so getan, als ob er den Mann nicht sieht. Dann ist einer vorbeigekommen, der eine andere Religion hatte und auch nicht aus der Gegend kam. Er hat sich um den Mann gekümmert, ihn in ein Krankenhaus gebracht und sogar für alles bezahlt.
Ich denke Jesus wollte damit sagen, dass es ganz egal ist, wo man herkommt, welche Religion man hat oder wie man aussieht. Wenn jemand Hilfe braucht, ist er mein Nachbar.
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»(m/w/d)« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 18.08.2019 gesendet.
In der Bibel steht ganz am Anfang, wie die Welt erschaffen wurde. Nämlich von Gott. Da steht auch, wie die ersten Menschen auf die Welt gekommen sind. Gott hat sie als Mann und als Frau geschaffen. Manche Menschen sagen, das bedeutet, dass Gott wollte, dass es nur Männer und Frauen gibt. Es gibt aber viele Menschen, die sich nicht eindeutig als Mann oder eindeutig als Frau sehen. Wenn man diesen Menschen sagt, dass sie nicht von Gott gewollt sind ist das ganz schön hart. Außerdem glaube ich, dass es einfach falsch ist. Jeder Mensch ist von Gott geschaffen und geliebt. Zu der Zeit als diese biblischen Texte geschrieben worden sind, war die Wissenschaft noch lange nicht so weit wie heute. Die Lebenswelt war eine völlig andere. In der Bibel steht zum Beispiel auch nichts von Autos, von Telefonen oder von Glühbirnen. Und trotzdem benutzen wir diese Sachen. Sie sind völlig normal. Auch für Christen. Ich hoffe sehr, dass für alle Menschen auch irgendwann normal ist, dass es mehr auf der Welt gibt, als nur Mann und Frau. Und dass man jedem Menschen sagen kann, dass er von Gott geliebt ist.
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»Alle dürfen mitreden« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 14.08.2019 gesendet.
„Willst Du mal Papst werden?“ das hat mich neulich jemand gefragt. Weil ich Evangelische Theologie studiere. Immerhin lag er nicht ganz falsch: Theologie hat irgendwas mit Religion zu tun. Und der Papst hat auch irgendwas mit Religion zu tun. Er ist sozusagen der Chef der katholischen Kirche. In der evangelischen Kirche gibt es keinen Papst. Es gibt auch keinen richtigen Chef. Die Evangelische Kirche in Deutschland wird von einer Gruppe von Menschen geleitet. Manche davon haben auch mal Theologie studiert, andere nicht. Dahinter steckt ein wichtiger Gedanke, den es jetzt schon seit fast fünfhundert Jahren in der Evangelischen Kirche gibt: Alle Menschen dürfen in der Kirche mitreden. Egal ob Pfarrerin, Polizist, Schreiner oder Arbeitslose. Die Meinung von jedem Menschen ist gleich viel wert. Und jeder Mensch kann in der Bibel lesen und zu Gott beten. Ich studiere nicht Theologie, weil ich glaube, dass ich so ein besserer Christ werde. Ich studiere es, weil es mich interessiert und fasziniert, was Menschen im Laufe der Geschichte mit Gott und der Kirche erlebt haben.
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»Danke« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 15.07.2019 gesendet.
„Danke für diesen Guten Morgen“. So geht ein berühmtes Kirchenlied los. Danach beginnt jede Zeile mit dem Wort Danke. Eigentlich singe ich nicht gerne und ich finde auch die Melodie von diesem Lied eher anstrengend.
Aber neulich habe ich mal etwas genauer über den Text nachgedacht. Ich hab mich vor allem auch gefragt, wofür ich eigentlich dankbar sein kann. Manchmal vergess ich das einfach.
Ich sitze im Auto und ärger mich über den langsamen Verkehr. Stattdessen könnte ich dankbar sein, dass ich überhaupt ein Auto habe.
Ich ärger mich über Steuern, die ich zahlen muss. Ich könnte aber auch dankbar dafür sein, dass Kinder kostenlos in die Schule gehen dürfen. Das ist nicht überall so.
Ich ärgere mich über die teuren Krankenkassenbeiträge. Aber eigentlich bin ich auch dankbar für unser gutes Gesundheitssystem, in dem jeder Mensch versorgt wird. Ich ja auch.
Sich ärgern ist immer viel leichter als dankbar zu sein. Auch wenn ich das Lied nicht super toll finde. Ich bin dankbar, dass ich es kenne. Es hilft mir dabei, mich nicht immer nur zu ärgern. So kann ich eher auch mal danke sagen.
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»10 Angebote« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 07.07.2019 gesendet.
Im Straßenverkehr gibt es ein paar eindeutige Regeln. Die stehen in der Straßenverkehrsordnung. Zum Beispiel steht da sowas wie: Du sollst nicht bei rot über die Ampel fahren. Klar, das weiß jeder. Man kennt die Regeln und kennt die Strafe. Manche Menschen brechen diese Regeln dann trotzdem. Manchmal werden sie erwischt, manchmal nicht. So ist das halt.
In der Bibel gibt es auch ein paar Regeln. Die sehen ganz ähnlich aus, funktionieren aber ein bisschen anders. Dort gibt es die zehn Gebote. Da steht zum Beispiel: Du sollst nicht stehlen oder du sollst nicht töten. Allerdings sind diese zehn Gebote keine Gesetze. Besser wäre die Übersetzung An-Gebote. Gott gibt uns ein paar einfache, simple Angebote, wie wir miteinander umgehen sollen. Er sagt, wenn alle Menschen diese Angebote annehmen würden, würde es uns auf der Erde besser gehen. Aber er zwingt uns nicht dazu. Er gibt jedem einzelnen Menschen die Möglichkeit die Angebote anzunehmen oder eben nicht.
Manchmal frage ich mich, wie die Welt aussehen würde, wenn alle Menschen Gottes Angebote annehmen würden. Ich bräuchte nicht mehr abschließen. Ich könnte jedem Menschen einfach vertrauen. Ich muss aber erst Mal selbst anfangen: Gottes Angebote so oft wie möglich anzunehmen und damit die Welt vielleicht ein bisschen heller zumachen.
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»Hölle« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 04.07.2019 gesendet.
Neulich habe ich einen Typen in der Fußgängerzone gesehen, der ein Schild vor sich hergetragen hat. Auf dem Schild stand: „Bekehre dich zu Jesus, sonst kommst du in die Hölle“. Ich finde das ganz furchtbar, wenn Menschen so etwas denken und sagen. Ich glaube nämlich, die Hölle wird nur benutzt um anderen Leuten Angst zu machen. Für mich ist das nicht Sinn einer Religion. Ich glaube nämlich auch, die Hölle ist nur eine Erfindung von manchen Menschen im Mittelalter. Sie haben irgendeine Vorstellung gebraucht, damit die Menschen sich an die Regeln und Gesetze halten. Die Kirche wollte damals vor allem Macht. Dass das auch heute manchmal noch so ist, macht mich traurig. Ich glaube nämlich nicht, dass es eine Hölle gibt. Und ich glaube auch nicht, dass Jesus das so wollen würde. Er will, dass die Menschen zu ihm kommen, weil sie ihm vertrauen und weil er sie liebt. Er muss den Menschen keine Angst machen oder mit irgendeiner Strafe drohen.
In der Bibel steht nämlich vor allem immer wieder eins: Dass Gott die Menschen liebt. Ich stelle mir vor, dass das bedeutet, dass er gut auf uns aufpasst. Und dass wir am Ende alle zu ihm in den Himmel kommen.
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»Gebet« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 03.07.2019 gesendet.
Ich bin jetzt seit etwa einem Jahr im Team von Kreuz und Quer und mach diese Radiobeiträge. Ich fand es am Anfang vor allem sehr komisch. Ich sitze in einem Studio und erzähle etwas über Gott. Wenn ich fertig bin, ist es erst mal still. Ich bekomme keine Reaktion, aber ich weiß trotzdem, dass mir grad jemand zuhört. Ich bekomme keine Antwort, sondern ich erzähl halt was.
Mich erinnert das manchmal an Beten. Wenn ich bete, dann formuliere ich meine Gedanken und überlege mir, was mich gerade beschäftigt. Manchmal sage ich einfach danke im Gebet und manchmal ärger ich mich über Dinge, die schief gelaufen sind.
Wenn ich dann fertig bin mit Beten ist es auch erstmal still. Gott gibt mir nicht direkt eine Antwort auf mein Gebet. Ich weiß aber trotzdem, dass er mir zuhört.
Fürs Radio, wo meine Andachten laufen, gibt es Zahlen wie viele Leute zuhören. Deshalb weiß ich, dass irgendwer zuhört. Auch, wenn ich die Menschen gar nicht sehe und sie auch nicht antworten.
Bei Gott ist das ähnlich. Ihn kann man nicht einfach sehen, aber es gibt zu ihm auch keine Statistiken oder Zahlen. Ich glaube aber trotzdem, dass er mir zuhört. Es ist dieses Gefühl, das das ausmacht. Nach dem Beten fühle ich mich besser. Ich vertraue, darauf dass mir jemand zuhört. Nämlich Gott.
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