»Ich bin Kirche« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 24.01.2021 gesendet.
Ich hab neulich von einer krassen Idee gehört, die ein Pfarrer mal hatte. Er ist als neuer Pfarrer in ein kleines Dorf gekommen. Sonntags wollte er einen Gottesdienst machen, aber die Kirche war leer. So ging das mehrere Wochen. Er hat sich dann was Besonderes überlegt: Er wollte die Kirche beerdigen. Er hat eine Todesanzeige in der Zeitung veröffentlicht und eine große Beerdigung geplant. Richtig viele Leute sind an diesem Sonntag in die Kirche gekommen. Sie war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Leute wollten sehen, was der Pfarrer sich ausgedacht hatte. Vorne hatte er einen Sarg aufgestellt. „In diesem Sarg liegt die Kirche“, hat er zu den Menschen gesagt. Die Leute sind natürlich der Reihe nach nach vorne gegangen, um zu gucken, was in dem Sarg ist. Drinnen lag ein Spiegel. Die Menschen haben sich also selbst gesehen.
Ich weiß nicht, ob die Geschichte wirklich so passiert ist. Aber ich finde sie super spannend. Sie sagt mir, dass die Kirche nicht einfach ein abstraktes Ding ist. Ich bin die Kirche. Alle Mitglieder und alle, die Interesse haben, können Kirche sein. Sie besteht aus ganz vielen unterschiedlichen Menschen. Und ich finde: Dadurch wird sie lebendig.
Auf Facebook teilen
»Schlechtes Gewissen« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 22.01.2021 gesendet.
Einfach vergessen. Ich hab die Verabredung einfach vergessen. Mein Kumpel hat auf mich gewartet und erst als er mich angerufen hat, ist es mir wieder eingefallen. Ich hatte ein super schlechtes Gewissen. Aber er war ganz entspannt und meinte, das kann schon mal passieren. Aber ich hatte trotzdem das Gefühl, dass ich es verbockt habe. Und dass ich es irgendwie wieder gut machen muss.
Neulich hat einer zu mir gesagt: „Das schlechte Gewissen ist die Stimme von Gott“. Das glaube ich nicht. Ich glaube, wir sind selbst verantwortlich für unser Gewissen. Denn ich glaube, wir entscheiden selbst, was wir tun und können selbst sagen, was sich gut und was sich schlecht anfühlt. Gott hat uns Orientierungshilfen gegeben. Zum Beispiel, dass uns andere Menschen nicht egal sein sollen. Oder dass wir aufeinander Rücksicht nehmen sollen. Dadurch können wir ungefähr wissen, was gut und was nicht so gut ist. Aber entscheiden können und müssen wir trotzdem selbst. Und das wirkt sich dann auf unser Gewissen aus. Deshalb achte ich drauf und will, dass es sich für mich „richtig“ anfühlt. Und wenn ich dann doch mal was verbocke, tut es mir gut zu hören: War ja gar nicht so schlimm. Wie mein Kumpel, als ich ihn vergessen habe.
Auf Facebook teilen
»Was ist mir ein Mensch wert« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 20.01.2021 gesendet.
Was ist ein Menschenleben eigentlich wert? Über diese Frage wird schon lange nachgedacht. Manche berechnen dann den finanziellen Wert einzelner Körperteile. Mariah Carey zum Beispiel hat ihre Beine für über 700 Millionen Euro versichern lassen. Andere verfolgen den Transfermarkt beim Fußball. Der eine Sportler ist soundso viele Millionen wert, der andere ein bisschen mehr oder weniger. Ich frage mich in letzter Zeit oft, was mir eigentlich ein Menschenleben wert ist. Ich hab keine Millionen auf dem Konto und möchte mir auch keinen Fußballspieler kaufen. Aber ich denke, das Leben von jedem Menschen ist unendlich viel wert. Deswegen müssen wir es schützen. Ich trage zum Beispiel oft eine Maske. Auch dann, wenn man es nicht muss. Ich weiß, dass ich Krankheiten übertragen kann, auch wenn ich selbst keine Symptome habe. Klar ist die Maske im Gesicht nicht immer angenehm. Aber so stecke ich andere hoffentlich nicht an. Vielleicht kann ich durch diesen geringen Aufwand verhindern, dass jemand anderes einen schweren Krankheitsverlauf hat. Das ist mir das Tragen meiner Maske auf jeden Fall wert.
Auf Facebook teilen
»Martin Luther King« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 18.01.2021 gesendet.
Ich habe einen Traum. Das hat Martin Luther King in seiner berühmten Rede immer und immer wieder gesagt. Es ist jetzt fast 60 Jahre her, dass er diese Rede gehalten hat. Sein Traum war, dass alle Menschen gleich behandelt werden. Egal wie sie aussehen. Egal welche Hautfarbe sie haben. Egal welche Religion sie haben. Ich frage mich, was er wohl zu unserer Welt heute sagen würde. Ich glaube, dass sich dieser Traum leider noch nicht erfüllt hat. Dabei ist es eigentlich so einfach: Menschen sind wie sie sind. Manche Menschen sind bisschen größer, manche Menschen sind bisschen kleiner. Manche Menschen haben viele Haare, andere haben wenig. Manche Menschen sind so andere so. Als Christ glaube ich, dass alle Menschen von Gott geschaffen sind. Und alle Menschen haben die gleiche Würde. Das ist für mich Grund genug jedem Menschen mit Respekt zu begegnen. So kann ich meinen Beitrag leisten, dass der Traum von Martin Luther King wahr wird.
Auf Facebook teilen
»Lebkuchen« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 17.12.2020 gesendet.
Sommer, Sonne, Strand. Das verbinde ich mit Advent. Okay, wenn ich heute aus dem Fenster gucke, ist das nicht direkt naheliegend. Aber ich kann es erklären. Besonders freue ich mich in der Adventszeit über Lebkuchen. In all ihren Formen und Geschmacksrichtungen. Dominosteine und Zimtsterne. Ich liebe dieses ganze Weihnachtsgebäck. Und ich kaufe es auch gerne im Supermarkt. Aber Lebkuchen kann man ja nicht erst im Advent kaufen. Jedes Jahr werden Lebkuchen schon am Ende der Sommerferien verkauft. Wenn ich gerade im T-Shirt einkaufen bin und direkt vom Strandurlaub komme. Ich gehe in den Supermarkt, um mir ein kühles Getränk zu kaufen und sehe plötzlich ein großes Regal mit Lebkuchen. Ab dem Moment laufe ich jedes Mal daran vorbei und meine Vorfreude auf Advent und Weihnachten steigt. Kaufen tu ich die Lebkuchen da noch nicht. Aber ich freu mich umso mehr, wenn der Advent dann endlich kommt. Denn dann kaufe ich mir so viele Lebkuchen wie ich tragen kann. Dann beginnt für mich die Adventszeit mit ganz viel Schokolade, Marzipan und Zimt.
Auf Facebook teilen
»Weihnachtsfan« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 14.12.2020 gesendet.
„Ich bin ein absoluter Weihnachtsfan“. So beschreibt sich ein Mann aus Duisburg. Deswegen bringt er jedes Jahr über hunderttausend Lichter an seinem Haus und im Garten an. Hell leuchten Sterne, Schneemänner und Tannenbäume. Wenn man nachts an seinem Haus vorbei läuft, denkt man bestimmt, es ist mitten am Tag. So hell ist es. Das finde ich ganz schön krass. Es ist richtig schön bunt und hell. Aber so richtig in Weihnachtsstimmung komm ich da nicht.
Obwohl ich auch Weihnachtsfan bin. Aber bei mir ist gar nichts groß beleuchtet. Bei mir steht seit dem ersten Advent eine Kerze auf dem Fensterbrett. Ganz klein und gemütlich. Das bringt mich in Weihnachtsstimmung. Und es drückt für mich aus, was an Weihnachten passiert: Gott kommt auf die Erde. Aber nicht mit einer großen Parade und ner dicken Limousine. Nein, er wird in einem Stall geboren. Um ihn rum sind Esel, Schafe und ein paar Hirten. Bei Gott ist alles ganz klein und bescheiden. Deshalb brauche ich also gar keinen großen Aufwand, um meine Vorfreude auf Weihnachten auszudrücken. Ein kleines Licht tut‘s auch.
Auf Facebook teilen
»Jesus im Fernsehen« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 08.11.2020 gesendet.
Ich gucke richtig gerne Serien an. Meine absolute Lieblingsserie ist South Park. Eine Zeichentrickserie. Der Humor und die Sprache sind manchmal richtig derb. Aber manchmal geht es auch um ernste Themen. Auch Jesus kommt als Figur drin vor. Ich finde das total cool, dass Jesus darin vorkommt. Meistens wird Jesus nämlich in der Serie ganz positiv dargestellt. Er hilft den anderen Figuren, wenn sie nicht mehr weiterwissen, gibt ihnen Ratschläge oder rettet ihnen sogar das Leben. Ich finde es ziemlich klasse, dass Jesus so selbstverständlich zu der Serie dazugehört. Er wohnt auch in der Stadt und hat ein kleines grünes Haus. Und manchmal klopfen die anderen bei ihm an der Haustür. Und Jesus hat immer Zeit für sie. Ich finde, das ist ein bisschen wie im echten Leben. Hier auf der Erde geht es manchmal auch ganz schön übel zu. Es gibt viel Streit und Ärger zwischen uns Menschen. Trotzdem glaube ich, dass Jesus auch bei uns ist. Jesus hat zwar auf der Erde keine Haustüre, aber wir können jederzeit zu ihm beten und er hat immer Zeit für uns.
Auf Facebook teilen
»Ein krasses Geschenk« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 07.11.2020 gesendet.
„Du sollst alles verkaufen, was du hast.“ Das sagt Jesus in einer biblischen Geschichte zu einem reichen Mann. Der kommt nämlich zu Jesus und fragt ihn: Jesus, was muss ich tun, damit Gott mich liebt? Jesus ist knallhart. Er soll alles Geld an arme Leute geben. Der Mann muss ganz schön schlucken. Damit hat er nicht gerechnet. Er wollte vielleicht ein bisschen was spenden. Aber gleich alles hergeben? Das ist heftig. Solche Geschichten gibt es einige in der Bibel. Jesus stellt ganz schön hohe Forderungen an die Menschen.
Ich glaube, er macht das mit Absicht. Ihm ist klar, dass er etwas Unerfüllbares, ja vielleicht sogar Dummes verlangt. Er will die Menschen damit provozieren. Vor allem aber wird an der Geschichte deutlich: Niemand kann sich Gottes Liebe verdienen oder kaufen. Gottes Liebe bekommt man einfach geschenkt.
Mir fällt es schwer, dieses Geschenk einfach anzunehmen. Ich denke, dass ich doch irgendwas dafür tun muss. Deswegen mag ich diese Geschichte sehr gerne. Sie erinnert mich dran: Ich muss mir Gottes Liebe nicht verdienen. Ja, das ist sogar gar nicht möglich.
Auf Facebook teilen
»Ein Buch der Liebe« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 05.11.2020 gesendet.
Die Bibel ist ein ganz schön kompliziertes Buch. In ihr stecken ganz viele Bücher, Gedichte, Briefe und andere Texte. Eigentlich ist es eine ganze kleine Bibliothek in einem Buch. Und trotzdem gehört alles zu einem großen Ganzen zusammen.
Manche Menschen lesen die Bibel von vorne nach hinten durch. Andere nehmen nur einzelne Sätze heraus. Manche bauen ihr ganzes Leben darauf auf, bei anderen verstaubt sie im Regal.
Vor etwa fünfhundert Jahren hat Martin Luther die Bibel ins Deutsche übersetzt. Er wollte, dass jeder Mensch sie lesen kann und versteht, was drinsteht. Für Luther war dabei eine Sache besonders wichtig: Jeder Mensch soll seinen Verstand einschalten, wenn er die Bibel liest.
In der Bibel gibt es Gesetze oder Gewohnheiten, die uns heute komisch vorkommen. Zum Beispiel, dass man seinen Bart nicht rasieren darf oder keine Kleidung aus zwei verschiedenen Stoffen anziehen darf.
Wenn ich meinen Verstand einschalte, wird für mich klar: Solche Einzelvorschriften sind für uns heute einfach nicht mehr wichtig. Aber eines zieht sich durch die ganze Bibel. Alle Bücher, Briefe oder Gedichte erzählen von der Liebe Gottes zu den Menschen. Das ist das Wichtige und hält die Bibel zusammen.
Auf Facebook teilen
»Fehler machen ist okay« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 03.11.2020 gesendet.
Manchmal ist es echt schwierig, sich an alle Regeln zu halten. Nachts an einer roten Ampel stehen zum Beispiel. Nirgendwo kommt ein Auto. Alles ist ruhig. Aber ich muss trotzdem stehen bleiben. Klar, das nervt. Aber ich denke, es ist trotzdem gut, dass es solche Regeln gibt. Wenn sich jeder selbst aussuchen dürfte, wann er sich an welche Regeln hält, hätten wir hier bald Chaos. Und wenn man eine Regel nicht beachtet und erwischt wird, bekommt man eine Strafe. Eine Verwarnung, eine Geldstrafe oder sogar eine Freiheitsstrafe. Manche denken ja, bei Gott sei das genauso. Er würde auch jeden Regelübertritt bestrafen. So ist es aber nicht.
Bei Gott können wir auch mal richtig Mist bauen.
In der Bibel steht zum Beispiel die Geschichte von König David. Der hat einige Regeln gebrochen. Aber er hat gemerkt, dass das total dumm war. Es hat ihm leidgetan und er hat Gott um Vergebung gebeten. Und Gott hat gesehen, dass er es richtig ernst meint. Dass es ihm wirklich leidtut und er sich ändern will. Und er hat ihm verziehen. Er hat ihn nicht bestraft.
Mir macht diese Geschichte richtig Mut. Auch wenn ich Mist baue, werde ich von Gott nicht gleich verurteilt und bestraft. Es ist okay, Fehler zu machen. Gott verzeiht mir.
Auf Facebook teilen