»(m/w/d)« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 18.08.2019 gesendet.
In der Bibel steht ganz am Anfang, wie die Welt erschaffen wurde. Nämlich von Gott. Da steht auch, wie die ersten Menschen auf die Welt gekommen sind. Gott hat sie als Mann und als Frau geschaffen. Manche Menschen sagen, das bedeutet, dass Gott wollte, dass es nur Männer und Frauen gibt. Es gibt aber viele Menschen, die sich nicht eindeutig als Mann oder eindeutig als Frau sehen. Wenn man diesen Menschen sagt, dass sie nicht von Gott gewollt sind ist das ganz schön hart. Außerdem glaube ich, dass es einfach falsch ist. Jeder Mensch ist von Gott geschaffen und geliebt. Zu der Zeit als diese biblischen Texte geschrieben worden sind, war die Wissenschaft noch lange nicht so weit wie heute. Die Lebenswelt war eine völlig andere. In der Bibel steht zum Beispiel auch nichts von Autos, von Telefonen oder von Glühbirnen. Und trotzdem benutzen wir diese Sachen. Sie sind völlig normal. Auch für Christen. Ich hoffe sehr, dass für alle Menschen auch irgendwann normal ist, dass es mehr auf der Welt gibt, als nur Mann und Frau. Und dass man jedem Menschen sagen kann, dass er von Gott geliebt ist.
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»Alle dürfen mitreden« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 14.08.2019 gesendet.
„Willst Du mal Papst werden?“ das hat mich neulich jemand gefragt. Weil ich Evangelische Theologie studiere. Immerhin lag er nicht ganz falsch: Theologie hat irgendwas mit Religion zu tun. Und der Papst hat auch irgendwas mit Religion zu tun. Er ist sozusagen der Chef der katholischen Kirche. In der evangelischen Kirche gibt es keinen Papst. Es gibt auch keinen richtigen Chef. Die Evangelische Kirche in Deutschland wird von einer Gruppe von Menschen geleitet. Manche davon haben auch mal Theologie studiert, andere nicht. Dahinter steckt ein wichtiger Gedanke, den es jetzt schon seit fast fünfhundert Jahren in der Evangelischen Kirche gibt: Alle Menschen dürfen in der Kirche mitreden. Egal ob Pfarrerin, Polizist, Schreiner oder Arbeitslose. Die Meinung von jedem Menschen ist gleich viel wert. Und jeder Mensch kann in der Bibel lesen und zu Gott beten. Ich studiere nicht Theologie, weil ich glaube, dass ich so ein besserer Christ werde. Ich studiere es, weil es mich interessiert und fasziniert, was Menschen im Laufe der Geschichte mit Gott und der Kirche erlebt haben.
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»Danke« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 15.07.2019 gesendet.
„Danke für diesen Guten Morgen“. So geht ein berühmtes Kirchenlied los. Danach beginnt jede Zeile mit dem Wort Danke. Eigentlich singe ich nicht gerne und ich finde auch die Melodie von diesem Lied eher anstrengend.
Aber neulich habe ich mal etwas genauer über den Text nachgedacht. Ich hab mich vor allem auch gefragt, wofür ich eigentlich dankbar sein kann. Manchmal vergess ich das einfach.
Ich sitze im Auto und ärger mich über den langsamen Verkehr. Stattdessen könnte ich dankbar sein, dass ich überhaupt ein Auto habe.
Ich ärger mich über Steuern, die ich zahlen muss. Ich könnte aber auch dankbar dafür sein, dass Kinder kostenlos in die Schule gehen dürfen. Das ist nicht überall so.
Ich ärgere mich über die teuren Krankenkassenbeiträge. Aber eigentlich bin ich auch dankbar für unser gutes Gesundheitssystem, in dem jeder Mensch versorgt wird. Ich ja auch.
Sich ärgern ist immer viel leichter als dankbar zu sein. Auch wenn ich das Lied nicht super toll finde. Ich bin dankbar, dass ich es kenne. Es hilft mir dabei, mich nicht immer nur zu ärgern. So kann ich eher auch mal danke sagen.
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»10 Angebote« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 07.07.2019 gesendet.
Im Straßenverkehr gibt es ein paar eindeutige Regeln. Die stehen in der Straßenverkehrsordnung. Zum Beispiel steht da sowas wie: Du sollst nicht bei rot über die Ampel fahren. Klar, das weiß jeder. Man kennt die Regeln und kennt die Strafe. Manche Menschen brechen diese Regeln dann trotzdem. Manchmal werden sie erwischt, manchmal nicht. So ist das halt.
In der Bibel gibt es auch ein paar Regeln. Die sehen ganz ähnlich aus, funktionieren aber ein bisschen anders. Dort gibt es die zehn Gebote. Da steht zum Beispiel: Du sollst nicht stehlen oder du sollst nicht töten. Allerdings sind diese zehn Gebote keine Gesetze. Besser wäre die Übersetzung An-Gebote. Gott gibt uns ein paar einfache, simple Angebote, wie wir miteinander umgehen sollen. Er sagt, wenn alle Menschen diese Angebote annehmen würden, würde es uns auf der Erde besser gehen. Aber er zwingt uns nicht dazu. Er gibt jedem einzelnen Menschen die Möglichkeit die Angebote anzunehmen oder eben nicht.
Manchmal frage ich mich, wie die Welt aussehen würde, wenn alle Menschen Gottes Angebote annehmen würden. Ich bräuchte nicht mehr abschließen. Ich könnte jedem Menschen einfach vertrauen. Ich muss aber erst Mal selbst anfangen: Gottes Angebote so oft wie möglich anzunehmen und damit die Welt vielleicht ein bisschen heller zumachen.
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»Hölle« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 04.07.2019 gesendet.
Neulich habe ich einen Typen in der Fußgängerzone gesehen, der ein Schild vor sich hergetragen hat. Auf dem Schild stand: „Bekehre dich zu Jesus, sonst kommst du in die Hölle“. Ich finde das ganz furchtbar, wenn Menschen so etwas denken und sagen. Ich glaube nämlich, die Hölle wird nur benutzt um anderen Leuten Angst zu machen. Für mich ist das nicht Sinn einer Religion. Ich glaube nämlich auch, die Hölle ist nur eine Erfindung von manchen Menschen im Mittelalter. Sie haben irgendeine Vorstellung gebraucht, damit die Menschen sich an die Regeln und Gesetze halten. Die Kirche wollte damals vor allem Macht. Dass das auch heute manchmal noch so ist, macht mich traurig. Ich glaube nämlich nicht, dass es eine Hölle gibt. Und ich glaube auch nicht, dass Jesus das so wollen würde. Er will, dass die Menschen zu ihm kommen, weil sie ihm vertrauen und weil er sie liebt. Er muss den Menschen keine Angst machen oder mit irgendeiner Strafe drohen.
In der Bibel steht nämlich vor allem immer wieder eins: Dass Gott die Menschen liebt. Ich stelle mir vor, dass das bedeutet, dass er gut auf uns aufpasst. Und dass wir am Ende alle zu ihm in den Himmel kommen.
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»Gebet« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 03.07.2019 gesendet.
Ich bin jetzt seit etwa einem Jahr im Team von Kreuz und Quer und mach diese Radiobeiträge. Ich fand es am Anfang vor allem sehr komisch. Ich sitze in einem Studio und erzähle etwas über Gott. Wenn ich fertig bin, ist es erst mal still. Ich bekomme keine Reaktion, aber ich weiß trotzdem, dass mir grad jemand zuhört. Ich bekomme keine Antwort, sondern ich erzähl halt was.
Mich erinnert das manchmal an Beten. Wenn ich bete, dann formuliere ich meine Gedanken und überlege mir, was mich gerade beschäftigt. Manchmal sage ich einfach danke im Gebet und manchmal ärger ich mich über Dinge, die schief gelaufen sind.
Wenn ich dann fertig bin mit Beten ist es auch erstmal still. Gott gibt mir nicht direkt eine Antwort auf mein Gebet. Ich weiß aber trotzdem, dass er mir zuhört.
Fürs Radio, wo meine Andachten laufen, gibt es Zahlen wie viele Leute zuhören. Deshalb weiß ich, dass irgendwer zuhört. Auch, wenn ich die Menschen gar nicht sehe und sie auch nicht antworten.
Bei Gott ist das ähnlich. Ihn kann man nicht einfach sehen, aber es gibt zu ihm auch keine Statistiken oder Zahlen. Ich glaube aber trotzdem, dass er mir zuhört. Es ist dieses Gefühl, das das ausmacht. Nach dem Beten fühle ich mich besser. Ich vertraue, darauf dass mir jemand zuhört. Nämlich Gott.
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»Stau« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 02.07.2019 gesendet.
Es gibt doch eigentlich nichts Blöderes als im Stau zu stehen. Morgens, wenn ich eh schon spät dran bin oder abends, wenn ich einfach nur noch nach Hause will. Erst vor kurzem habe ich mich wieder mal tierisch aufgeregt. Es ging nur Schritttempo, wo ich sonst gut hundertzwanzig fahren kann. Irgendwann habe ich dann Blaulicht gesehen. Ein Auto lag auf dem Dach und eine Spur war dadurch komplett blockiert. Ein zweites Auto stand nebendran im Graben. Die Polizei hat den Verkehr geregelt. Die Feuerwehr war da und hat die verklemmten Türen aufgeschnitten. Auch Rettungswagen standen dabei.
Ich bin kurz erschrocken. Nicht wegen den kaputten Autos, sondern weil ich mich davor so geärgert habe. Ich habe mich richtig geschämt. Ich habe geschimpft, dass es nur langsam vorwärts geht aber für die Fahrer der Autos war das grad eine total üble Situation. Sie sind verletzt gewesen, mussten vielleicht ins Krankenhaus. Das Auto war Schrott. Das heißt, erst Mal vielleicht ein Mietwagen, dann mit der Versicherung rumärgern, neues Auto suchen. Das kostet alles Geld, Zeit und sicherlich viele Nerven.
Seitdem bin ich im Stau etwas entspannter. Anstatt mich aufzuregen, atme ich tief durch und denke mir: Ich kann eigentlich dankbar dafür sein, dass ich nicht der Grund für den Stau bin.
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»Schöpfungsgedicht« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 25.05.2019 gesendet.
Ganz am Anfang der Bibel steht erstmal eine Geschichte. Sie erzählt, wie Gott die Welt erschaffen hat. An sechs Tagen hat er Berge, Meere, Sterne, Tiere und Menschen geschaffen. Am siebten Tag hat er sich dann ausgeruht. Manche Menschen glauben, dass man diese Zählung wörtlich verstehen muss, dass also siebenmal 24 Stunden gemeint sind. Sie lehnen die Evolutionstheorie ab.
Ich glaube, dass man dem Text eigentlich direkt ansieht, dass er kein Bericht ist. Es ist eher sowas wie ein Lied oder ein Gedicht. Die Menschen, die das aufgeschrieben haben, wollten keinen Bericht schreiben. Das konnten sie nicht. Sie waren ja auch gar nicht dabei. Sie haben es deswegen so aufgeschrieben, dass man es sich leicht merken kann. Vermutlich hat es sich in ihrer Sprache sogar gereimt. Sie wollten betonen, wie mächtig Gott ist. Er hat die Welt und die Menschen erschaffen. Für mich heißt das: Die Evolution beantwortet nach heutigem Stand der Wissenschaft die Frage, wie die Welt entstanden ist. Die Bibel beantwortet die Frage, warum sie entstanden ist.
Man muss sich also nicht entscheiden, ob man der Bibel glaubt oder die Evolution anerkennt. Für mich geht als Christ geht beides.
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»Volxbibel« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 24.05.2019 gesendet.
In der Bibel stehen eigentlich ziemlich spannende Geschichten. Da geht es um riesige Schlachten, Könige, fiesen Ehebruch, heimtückischen Mord und Affären. Viele richtig spannende Filme haben als Grundlage eine Bibelgeschichte. Aber wenn ich dann so eine Geschichte in der Bibel lese, bin ich enttäuscht.
Die Texte sind manchmal richtig langweilig geschrieben oder ich versteh überhaupt nicht, was sie von mir wollen.
Es gibt viele moderne Übersetzungen, die das leichter machen. zB die Volxbibel. So heißt ein Projekt für Jugendliche. Sie dürfen sagen, wie sie den Text heute schreiben würden. Und daran wird immer weiter gearbeitet. Manche Menschen schimpfen darüber, weil manchmal echt derbe Wörter verwendet werden. Aber so ist das halt. Die Geschichten sind ja auch derb.
Da wird zum Beispiel die Geschichte von einem Typen erzählt. Manche kennen sie als Geschichte vom verlorenen Sohn. In der Volxbibel wird sie so erzählt: Dieser Typ hat sein ganzes Vermögen in Bars und Clubs verzockt. Er hat dann als Toilettenmann am Hauptbahnhof arbeiten müssen. Als er dann total verratzt wieder nach Hause gekommen ist, hat sich sein Papa mega gefreut und ne riesen Party gefeiert.
Jesus hat diese Geschichte vor 2000 Jahren erzählt. Natürlich ohne Clubs und Hauptbahnhof und so. Aber der Inhalt bleibt. Ich find’s toll, dass man Bibelgeschichten auch modern erzählen kann. So kann jeder den Text verstehen.
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»Sündenbock« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 22.05.2019 gesendet.
Manchmal wenn was schiefläuft, dann bin ich erst mal wütend. Dann such ich mir irgendjemanden, dem ich die Schuld geben kann.
Egal ob die Person tatsächlich was damit zu tun hatte oder nicht. Ich suche mir dann einen Sündenbock.
Sündenböcke gab es früher wirklich. Bis vor etwa 2000 Jahren wurde in vielen jüdischen Gemeinden einmal pro Jahr ein Sündenbock in die Wüste geschickt. Man hat einen echten Ziegenbock genommen und hat ihm symbolisch alle Sünden aufgeladen. Alle Menschen durften kommen und dem Bock ihre Sünden erzählen. Dann gab es eine große Feier und der Bock wurde in die Wüste geschickt.
Wir Christen haben auch einen Sündenbock. Einen ganz persönlichen sogar. Nämlich Jesus. Das ist oft gemeint, wenn man sagt, Jesus sei am Kreuz für unsere Sünden gestorben. Wir dürfen alles was in unserem Leben schief läuft auf ihn schieben. Und er nimmt es dann sozusagen mit in die Wüste. Mir hilft das sehr. Ich muss meinen Frust und die ganzen schlechten Sachen nicht mit mir rumtragen. Ich darf sie einfach abgeben. Ich darf sie Jesus aufladen und kann dann frei weitermachen. Er macht das, weil er mich liebt. Wenn also mal wieder was schiefläuft, muss ich mich gar nicht aufregen. Ich muss auch niemanden suchen, der die Schuld übernimmt. Ich darf meinen Frust einfach an Jesus abgeben.
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