»Fit mit Gott« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 02.10.2018 gesendet.
Ich gehe jetzt wieder regelmäßig joggen. Ich mache das nicht für meine Figur oder weil ich fitter werden will.
Für mich bedeutet das etwas anderes. In meinem Job sitze ich viel und bewege mich wenig, außerdem bin ich viel drinnen.
Mir fehlt es draußen zu sein. Mir fehlt es etwas anderes zu machen als nach der Arbeit auch drinnen zu chillen. Außerdem möchte ich auch mal Zeit für mich alleine haben. In der Zeit allein habe ich auch Zeit mit Gott. Denn wenn ich alleine bin, in meinen Gedanken - vertraue ich darauf, dass es Gott meine Gedanken auch kennt und da ist. Das hilft mir eine andere Perspektive zu sehen. Eine Perspektive, die ich in meinem Alltag nicht bekomme, aber hier beim Joggen - durch den Abstand und die Zeit.
Im Alltag regen mich manchmal Kleinigkeiten auf, wenn der Kaffee leer ist oder ich mich nicht konzentrieren kann. Beim Joggen in Gedanken sind diese Dinge nicht mehr so wichtig – das hilft mir, mich selbst nicht zu wichtig zu nehmen.
Deshalb gehe ich jetzt wieder joggen - und es tut mir gut. Wenn ich joggen gehe, ist das für mich eine Art Gebet, weil ich beim Laufen in meinen Gedanken bin und diese mit Gott teile.
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»Wir sind mehr« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 19.09.2018 gesendet.
Einige meiner Freunde und Bekannte haben ihr Profilbild bei facebook geändert. Auf ihren Bildern ist jetzt im Vordergrund ein Feld mit dem Hashtag #wirsindmehr.
Der Hasthtag #wirsindmehr ist ein Zeichen dafür, dass ich mich gegen Fremdenfeindlichkeit einsetzen möchte und mit anderen Menschen solidarisch bin. Mein Profilbild auch so zu verändern bedeutet für mich, dass ich mich damit für Mitmenschlichkeit ausspreche. Viele Leute machen das. Egal, welche Religion sie haben. Aber für mich gehört es als Christ dazu.
Weil ich an einen Gott glaube, der jedem Mensch den gleichen Wert gegeben hat. Und der jeden Menschen liebt und für ihn das Beste will. Für mich macht das die Würde des Menschen aus. Und das ist mir ja nicht nur wichtig, wenn ich bete, sondern ich will es auch leben. Dies heißt für mich, dass ich einen Standpunkt vertrete, der auch zu meinem Glauben passt.
Deshalb will ich ein Zeichen setzen und zeigen, dass ich gegen Rassismus bin. Ich zeige, wofür ich bin und hoffe – wir sind mehr.
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»Gehalten werden« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 11.08.2018 gesendet.
Heute besuche ich meine Nichte zum ersten Mal. Sie ist knapp zwei Wochen alt. Ich spiele mit ihr, soweit es geht und blödel etwas mit ihr rum – mache Faxen und ziehe ein paar Grimassen. Es ist schön zu sehen, wie sie jeden anlächelt und darauf reagiert, was ich mache.
Als wir auf dem Sofa sitzen, darf ich die Kleine auch einmal auf meinen Arm nehmen. Ich bin stolz, dass ihre Eltern mir so vertrauen und sie mich halten lassen.
In diesem Moment brauche ich nichts Anderes und kann auch nicht mehr wirklich dem Gespräch folgen, da sind nur meine kleine Nichte auf meinem Arm und ich. Es ist mir bewusst, dass ich jetzt in diesem Moment die volle Verantwortung für die Kleine trage, weil ich sie auf meinem Arm habe. Das ist ist ein schönes Gefühl.
Auch wenn ich das nicht immer so spüre, habe ich diese Verantwortung auch in meinem Alltag. Zuerst für mich selbst, dass ich zum Beispiel mein Leben auf die Reihe bekomme. Aber ich trage auch Verantwortung für andere. Für meine Partnerin und meine Freunde. Denn bei Menschen, die ich mag, fühle ich mich geborgen.
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»Kindsein« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 07.08.2018 gesendet.
In meinem Alltag bin ich ziemlich eigenständig. Mein Studium organisiere ich selbst, entscheide, wann ich was erledige. Kümmere mich um Termine beim Arzt, jobe sogar nebenbei eigenverantwortlich und koche mein Essen selbst. Klingt doch erwachsen, oder?
Jesus hat zu seinen Freunden gesagt: „Werdet wie die Kinder.“
Kann ich Erwachsener und Kind sein zugleich? Auf den ersten Blick scheint es, als schließen sich diese beiden Dinge aus, denn als Kind muss ich weder meinen Alltag organisieren, noch mich um Termine kümmern oder arbeiten. Als Kind bin ich auf die Erwachsenen angewiesen, die für mich sorgen. Und ich vertraue ihnen.
Wenn Jesus sagt, man soll werden wie ein Kind und vertrauen, weil man aufeinander angewiesen ist, heißt das nicht, dass ich naiv bin und alles glaube, was man mir sagt, sondern es geht darum ein Grundvertrauen zu haben. Klar, dazu gehört auch, dass ich manchmal von Menschen enttäuscht werde, die mir wichtig sind. Aber ich hoffe darauf, dass es da einen Gott gibt, der mich kennt und dem ich vertrauen kann. weil ich letzten Endes auf ihn angewiesen bin, gibt diese Vorstellung Kraft. Und wenn es ums Vertrauen ins Leben geht, kann ich in diesem Fall den Tipp weitergeben: „Werdet wie die Kinder.“
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»Zeltlager« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 29.07.2018 gesendet.
Im Sommer bin ich zwei Wochen lang im Zeltlager. Mitten in der Pampa.
Letztes Jahr ist ein Junge bei mir im Zelt gewesen, der bei seinen Großeltern aufwächst. Er erzählt, dass er deshalb in seiner Schulklasse oft ausgeschlossen wird. Da gibt es Whatsappgruppen, in denen er nicht dabei sein darf oder andere Schikanen.
Aber auf dem Zeltlager hat er Leute gefunden, die ihn aufnehmen – einfach so.
Und ich denke, dass ihm jeder einzelne Tag viel Freude bereitet. Weil er immer vorne mit dabei ist, wenn wir Aktionen starten oder weil er beim Postenlauf an jeder Station sein bestes gibt. Dabei sehe ich, dass seine Augen glänzen vor Freude. Er hat offensichtlich eine gute Zeit bei uns.
Genau in diesen Momenten weiß ich, warum ich mich jedes Jahr aufs Zeltlager freue. Es lohnt sich. Denn ich bin da, damit die Jugendlichen eine gute Zeit haben – besonders die, die sonst nicht so viel zum Lachen haben. Das dann zu sehen macht mich stolz und löst bei mir das Gefühl aus, dass ich zufrieden bin.
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»Beziehungsdreieck« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 28.07.2018 gesendet.
Manchmal denke ich, was es mich angeht, wenn sich Leute in meinem Umfeld anstressen oder, wenn Menschen ihren Müll auf die Straße fallen lassen. Was es mich angeht, wenn Menschen wegen ihres Glaubens ausgeschlossen werden.
Der Papst sieht das anders. Für ihn hängt alles miteinander zusammen. Deshalb gehen mich die Dinge an, die um mich herum passieren. Weil ich mitten drin bin und etwas verändern kann.
Ich bin ja nicht allein auf der Welt, sondern immer mit anderen Leuten. Und die Beziehungen zu ihnen tun mir gut. Deswegen ist es mir wichtig, dass auch andere Menschen gut miteinander umgehen.
Und ich lebe ja nicht nur mit anderen Leuten zusammen. Auch die Umwelt gehört zu meinem Leben dazu. In der Natur kann ich entspannen und sammle neue Kraft. Deswegen ist es mir wichtig dafür zu sorgen, dass meine Umgebung nicht zugemüllt wird.
Die Basis für all das ist mein Glaube an Gott. Deswegen ist mir es wichtig den Glauben frei leben zu können. Und ich setze mich dafür ein, dass möglichst viele andere Leute auch frei leben können, was sie glauben.
Die Menschen, die Umwelt und Gott. Irgendwie hängt das alles zusammen wie ein Dreieck. Und ich bin mittendrin.
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»Zero Waste« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 27.07.2018 gesendet.
Neulich habe ich die Geschichte von Laura auf youtube gesehen. Sie ist mitte zwanzig und versucht Müll zu vermeiden. Sie nennt ihr Projekt übersetzt: Null-Müll also „zero waste“.
Ich bewundere das, was sie macht. Dass es Menschen wie Laura gibt, die es durchziehen, und versuchen keinen Müll zu produzieren. Sie kauft nichts was in Plastik verpackt ist und nimmt sogar ihren Strohalm mit, wenn sie mit Freundinnen zum Cocktailabend verabredet ist. Das bedeutet für ihren Alltag aber auch verzichten. Sie kann nicht das ganze Jahr Erdbeeren essen oder Tomaten oder andere Dinge, die eben nicht das ganze Jahr geerntet werden können.
Ich finde die Idee echt cool, denn wenn Gelber-Sack ist, dann stapelt sich das Zeug schon ziemlich bei mir vor dem Haus. Ich nehme mir das jetzt mal für eine Woche vor „zero waste“ zumindest für das Obst und Gemüse, was ich esse. Ich probiers einfach aus. Eine Woche ohne Müll.
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»Lagerfeuerabend« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 26.07.2018 gesendet.
Im Sommer freue ich mich, wenn es abends warm ist und ich mit Freunden draußen sein kann. Manchmal machen wir dann gemeinsam ein Lagerfeuer. Das genieße ich jedes Mal richtig. Manchmal schaue ich dem Feuer auch einfach gerne zu wie das Feuer flackert. Wie die Flammen an dem Holz hochgehen und Funken in die dunkle Nacht aufsteigen, fast wie Glühwürmchen. Und wie unten die Glut schimmert. Da fühle ich mich geborgen.
Dabei komm ich runter und mir kommen Gedanken, die ich im Alltag gar nicht habe. Weil ich keine Zeit habe oder weil es so stressig ist. Aber hier am Lagerfeuer habe ich Zeit.
Ich frage mich zum Beispiel, warum ich auf der Welt bin, wozu es die Welt gibt oder warum ich glaube. Ich denke gerne über diese Fragen nach, auch wenn ich keine Antwort finde. Aber ich finde, es lohnt sich schon der Gedanke daran, weil ich dabei hinterher an mir selbst beobachten kann, dass es mir gut tut. Mir tut es gut am Lagerfeuer über den Sinn des Lebens nachzudenken, weil ich mein Leben mehr schätzen kann. Mir tut es gut zu fragen warum ich glaube, weil ich davon überzeugt bin, dass es einen Gott gibt und mich die Hoffnung auf Gott trägt. Mir tut es gut Zeit zu haben für mich und meine Fragen.
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»Höhlenbefreiung« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 25.07.2018 gesendet.
Vor ein paar Wochen haben Rettungstaucher in Thailand eine ganze Fußballmannschaft aus einer Höhle gerettet. Alle Welt ist erleichtert. Und die Retter werden als Helden gefeiert. Auch ich freue mich riesig über die geglückte Rettung.
Gleichzeitig sehe ich aber in den Nachrichten, dass jeden Tag im Mittelmeer Menschen gerettet werden müssen, weil sie in Seenot geraten. Und das spitzt sich zu, weil die Staaten ihre Grenzen dicht machen.
Hier feiert keiner mehr mit, wenn diese vielen hunderte Leben gerettet werden. Neulich ist sogar ein Kapitän festgenommen worden, weil er mit seinem Boot unerlaubt Menschen gerettet habe.
Ich weiß nicht was ich davon halten soll, denn ob in Thailand oder auf dem Mittelmeer – Menschenleben müssen gerettet werden.
Als Christ bin ich davon überzeugt, dass jeder Mensch einen Wert hat, weil er Geschöpf Gottes ist. Egal, wo er herkommt, ob aus Thailand, Afrika oder dem Nahen Osten: Jeder Mensch hat eine Würde und ein Recht darauf zu leben.
Deshalb feiere ich die Kapitäne und Crews auch in Zukunft, weil sie für mich ein Symbol dafür sind, dass jeder Mensch diese Würde hat und leben darf.
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»Ein Mann seines Wortes« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 24.07.2018 gesendet.
Ich habe im Kino den Film „Ein Mann seines Wortes“ gesehen. Es ist ein Film über Papst Franziskus. Er zeigt Bilder von den Reisen des Papstes. Und zwischen den Reiseszenen sieht man ihn im Interview. Den Filmemachern geht es nicht darum, eine Art Reisetagebuch mit Kommentaren vom Papst zu führen. Ihnen geht es darum, zu zeigen, wie der Papst mit den Leuten umgeht, die er trifft und welche Ansichten er teilt.
In einer Szene sieht man ihn stehend in seinem offenen Auto durch eine Menschenmenge fahren. Eine Frau versucht in die vordere Reihe zu kommen und wird von Bodyguards zurückgehalten. Papst Franziskus hält an und geht zu ihr. Sie unterhalten sich und er segnet sie. Dann fährt er wieder weiter. Im Laufe des Filmes trifft er wichtige Politiker und Vertreter von anderen Religionen. Er behandelt sie auf Augenhöhe. Und ihm ist es dabei in erster Linie nicht wichtig, ob sie an Gott oder etwas anderes glauben. Ihm geht es um den Menschen. Er sagt, dass er alle Menschen als Geschwister sieht. Daran erkennt man: Er ist ein Mann seines Wortes. Weil er sagt was er denkt und tut was er sagt.
Das wünsche ich mir auch von Politikern, Beamten und allen Menschen, die was zu sagen haben. Aber auch von mir selbst. Dass ich sage was ich denke und tue was ich sage. Wie Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes.
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