»Maske« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 28.06.2020 gesendet.
Beim Einkaufen beeile ich mich. Ich überlege mir davor was ich brauche und geh dann mit meinem Wagen fix in den Laden rein. Vorher atme ich nochmal tief durch, zieh die Maske ins Gesicht und los gehts. Ich freue mich jedes Mal auf den Moment, wenn ich wieder aus dem Laden komme und meine Maske abnehmen kann.
Dieser erste Atemzug an der frischen Luft tut mir jedes Mal richtig gut. Ich rieche die Blumen, vom Blumenstand nebenan, die Hähnchen vom Grillstand - einfach die Luft meiner Stadt. Das habe ich früher nie so krass wahrgenommen, wie jetzt. Das löst bei mir ein tiefes Gefühl aus, zufrieden zu sein. Darüber, dass ich durchatmen kann und frische Luft erleben kann.
Okay, klingt jetzt vielleicht banal, aber Luft ist wichtig zum Leben. Für mich ist es aber auch wichtig, dass ich das spüren kann. Aus diesem Grund bin ich sensibler für meine Umwelt, die Pflanzen und Blumen. Und merke, ich bin dankbar, wenn ich die Maske abnehme.
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»Alltagshelden« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 27.06.2020 gesendet.
In unserer Straße haben letztens Handwerker etwas an irgendeiner Leitung gemacht: Also gab's 'nen halben Tag lang nur kaltes Wasser – kein Ding, so lang es nur für'n halben Tag ist. Mir ist dann aber erst so richtig bewusst geworden, wie abhängig ich von anderen bin. Denn noch bevor ich morgens aufstehe und aus dem Haus gehe, haben andere Menschen schon für mich gearbeitet: Damit im Supermarkt die Regale voll sind, mein Paket pünktlich ankommt oder ich einfach nur warm duschen kann. Diese Menschen kenne ich gar nicht. Aber das, was sie täglich tun, ist wichtig für meinen Alltag. Und alles andere als selbstverständlich.
Traurigerweise verdienen viele von ihnen zu wenig für ihre Arbeit. Deswegen wünsche ich mir, dass für sie zukünftig mehr rausspringt. Denn das wäre ja nur fair, weil das was sie tun wichtig für alle ist.
Das ist mir jetzt klar geworden und daher hab ich mir vorgenommen mich bei denen, die ich sehe, auch mal mit einem Lächeln zu bedanken. Und das ist vielleicht das Mindeste, das ich tun kann. Mir ist ihre Arbeit wichtig und deshalb möchte ich sie auch wertschätzen.
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»Unglaublich« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 26.06.2020 gesendet.
Ich habe zur Zeit viele Fragen an Gott. Eine kommt immer wieder: Wenn Gott allmächtig ist, warum passieren hier täglich so krasse Dinge?
Kriege kann ich mir schnell erklären. Da sind wir Menschen halt irgendwie selbst Schuld. Theoretisch haben wir die Möglichkeit alles gerecht aufzuteilen. Aber das bringen wir irgendwie nicht wirklich zustande.
Aber Naturkatastrophen passen da für mich nicht rein, denn sie sind unmöglich eine Strafe Gottes, außer er ist Sadist. Und das glaube ich nicht.
Ich glaube, er hat die Welt erschaffen und sie uns Menschen gleichzeitig überlassen, wobei er jeden einzelnen als freies Wesen geschaffen hat. Also, ich kann selbst entscheiden, was ich tue und was nicht. Und Gott pfuscht mir da auch nicht rein, sondern lässt mich machen. Und so sehe ich das auch bei Naturkatastrophen: Sie passieren einfach.
Und das heißt nicht, dass Gott nichts macht. Denn für mich ist er immer an der Seite der Menschen. Er ist für mich sowas wie ein guter Freund, der mich begleitet und es gut mit mir meint. Auch wenn was schlimmes auf der Welt passiert, ist er da. Gott steht über den Dingen und das macht ihn für mich unfassbar allmächtig. Er ist viel größer, als das was ich mir vorstellen kann.
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»Geduld« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 25.06.2020 gesendet.
Wenn ich bei Whatsapp oder bei Facebook in einer Gruppe eine Frage stelle und länger keine Antwort bekomme, dann werde ich ungeduldig. Besonders bei Chats in der Familie und bei Freunden.
Ich will doch nur, dass sie mir kurz antworten, kann ja nicht so schwer sein. Wenn ich mal was poste, interessiert mich halt auch, was meine Freunde dazu denken. Und das möchte ich dann auch wissen.
Und genau das ist der Punkt: Ich – mein Alltag – mein Post.
Was ist mit den Anderen? Die kommen da überhaupt nicht vor, wenn ich mich in meinen Gedanken verliere und warte. Aber auch die anderen haben ihren Alltag, und können mir nicht immer gleich antworten, oder wollen auch mal einfach ihre Ruhe und nicht überall ihren Senf dazu geben.
Und das kann ich gut verstehen, denn mir geht es ja auch manchmal so. Wenn ich viele ungelesene Nachrichten habe und nicht gleich alle auf einmal beantworte. Deshalb ist es vielleicht manchmal besser wenn ich erstmal chille bis jemand antwortet. Auch wenn ich weiß, dass ich ungeduldig bin. Nehme ich mir fest vor, dass ich ein bisschen geduldiger bin, weil ich meine Freunde auch verstehe.
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»Freundschaftsspiel« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 24.06.2020 gesendet.
Wenn die Mannschaft meiner besten Freunde gegen meinen Heimatverein spielt, dann sind wir alle mit am Start und zelebrieren diesen Spieltag richtig. Das ist für mich immer wie ein Freundschaftsspiel, weil für mich die gemeinsame Zeit im Vordergrund steht.
Wenn das Spiel an einem Wochentag stattfindet, nehmen wir uns dafür natürlich frei und organisieren uns, damit wir das Spiel gemeinsam sehen können. Was zählt ist die gemeinsame Zeit, die für uns wie ein Ritual geworden ist. Das fängt schon damit an, dass wir uns vorher bei einem zuhause treffen, uns austauschen und erzählen, wie es grad so geht. Dann grillen wir gemeinsam auf der Terasse bis zum Anstoß und schalten dann den Fernseher an. Wir fiebern gemeinsam mit unseren Teams mit. Wenn ein Tor fällt jubeln wir oder trösten den andren. Ich fühl mich da unter meinen Freunden so richtig zuhause. Auch wenn wir nicht im Stadion sind, sind wir ja zusammen und haben eine gute Zeit.
Ich freu mich auf die Zeit, denn jetzt wo ich arbeite, sehe ich weder meine Familie, noch meine Freunde regelmäßig. Umso schöner, dass wir es hinkriegen. Wir machen die kurze gemeinsame Zeit zu etwas ganz besonderem, woran ich mich dann im Alltag gerne erinnere.
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»Ausbildung« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 23.06.2020 gesendet.
Ich mache gerade eine Ausbildung bei der Kirche. Für viele klingt das vielleicht lahm und langweilig. Für mich ist das aber ein Traumberuf. Was ich da mache? Ich unterrichte beispielsweise in der Schule Religion und unterstütze die Jugendgruppe in meiner Gemeinde. Ich begleite Leute, die viele Fragen haben nach Sinn dem in ihrem Leben und danach was sie motiviert. Da bin ich nicht als Lehrer unterwegs, der alles besser weiß, weil er ja studiert hat, sondern mit den Leuten an ihrer Seite, als Begleiter. Ich mein, ich bin ja selbst auch hin und wieder auf der Suche was mich hält, als dass ich alles besser weiß.
Mein Job ist es Seelsorger zu sein, das heißt es geht darum den Menschen zuzuhören. Manchmal komme ich dann zu Menschen, die alt oder krank sind und die sich selbst nutzlos fühlen. Mit diesen Leuten Zeit zu verbringen ist nicht immer leicht, aber sie merken, dass sie eben nicht egal sind und das tut ihnen glaube ich gut.
Dieser Beruf hat etwas mit mir selbst und meinem Glauben zu tun. Ich kann an der Seite der Menschen sein, begleite sie auf ihrem Glaubensweg. Dabei lerne ich auch immer selbst etwas für mich und meinen Glauben. So bestärken wir uns gegenseitig. Ich finde das lohnt sich: Ich mag meinen Job und er ist alles andere als lahm und langweilig, denn jeder Tag ist anders.
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»Trauer bewältigen« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 14.06.2020 gesendet.
Wenn jemand stirbt, dann fühlt sich für mich alles an wie Watte, so dumpf und unwirklich. Ich bin dann traurig, vor allem, wenn mir die Person sehr wichtig gewesen ist. Und gleichzeitig geht mein Leben irgendwie weiter.
Mir hilft es dann mit anderen über die Person zu sprechen. Wenn Wir Geschichten austauschen, auch welche, bei denen wir zusammen lachen oder zumindest schmunzeln können. Dadurch wird es irgendwie erträglicher traurig zu sein.
Solche Geschichten zeigen mir dann, dass die Menschen nicht vergessen sind. Sie sind in meinem Herzen und immer noch wichtig. Außerdem hoffe ich, dass sie jetzt bei Gott sind, an einem Ort, an dem es ihnen gut geht und wir uns dort irgendwann wiedersehen. Ich hoff halt, dass es mit dem Tod eben nicht vorbei ist, sondern weitergeht. Und in der Zwischenzeit hilft mir, dass ich mich mit anderen an die schöne Zeit erinnere, die wir hatten. Weil ich weiß, dass wir uns wiedersehen.
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»Auszeit« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 12.06.2020 gesendet.
Keine Mails, keine Leute und kein Smartphone. Einfach mal weg davon. Stattdessen nur ich, eine Insel und nur einen Menschen für ein paar Gespräche über Gott und die Welt. Ab und zu brauch ich das zum Runterkommen und dafür fahr ich dann wirklich auf ne Insel in den Norden. Ich nehme mir Zeit darüber nachzudenken, was mir wirklich wichtig ist, wofür es sich lohnt zu leben und darüber was mein Leben wertvoll macht. Dass ich meinen Job gern mache, aber danach schauen muss meine Familie und Freunde nicht aus dem Blick zu verlieren.
Wenn ich dann wieder zurückkomme, nehme ich mir vor, das auch umzusetzen. Ich will mir Zeit zum Telefonieren nehmen und vielleicht mal wieder ne Karte schreiben, um zu zeigen: Du bist mir wichtig. Denn Freunde und Familie kommen bei mir im Alltag oft zu kurz.
Nach so 'ner Auszeit merke ich immer, wie lässig ich werde und wieder Kraft für neues habe. Wie ich motivierter zurückkomme.
Deshalb ist mir so ne Auszeit wichtig. Aber ich muss nicht immer wegfahren - eine Auszeit kann ich auch einfach mal so einbauen. Und wenn’s nur ein paar Stunden in der Woche sind. Einfach zwischendurch kurz auf Stopp drücken. Das hilft mir, zur Ruhe zu kommen – bei mir anzukommen.
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»Lieber friedlich« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 10.06.2020 gesendet.
In einem Video bei YouTube berichtet Andou Raslan von ihrer Flucht aus Syrien in den Libanon. In ihrer Heimat herrscht Krieg und Menschen werden getötet! Wenn sie an Frieden denkt, dann bedeutet das für sie, mit ihrer Familie an einem sicheren Ort zu leben, wo sie sich nicht um ihr Leben fürchten muss.
Für mich sind Frieden und Sicherheit eigentlich selbstverständlich. Ich kenne nichts anderes. Und ich wünsche das jedem Menschen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es ist, auf der Flucht zu sein. Für Menschen wie Andou Raslan muss das schrecklich sein. Umso mehr bin ich dankbar dafür in Frieden leben zu können.
Und ich wünsche mir auch, dass das so bleibt. Deshalb möchte ich mich dafür auch einsetzen. Wenn ich beispielsweise mitkriege, dass zwei Leute sich streiten oder etwas unausgesprochen in der Luft liegt, dann versuch ich nicht wegzuschauen sondern dazwischen zu gehen und das anzusprechen. Damit sich das löst. Ich denke, das ist wichtig, denn nur so können Konflikte gelöst werden. Reden und Zuhören sind wichtig. Und Probleme kann ich auch friedlich lösen.
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»Glaubensbekenntnis« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 30.05.2020 gesendet.
„Ich glaube an die eine heilige katholische Kirche“, so heißt ein Satz aus dem Glaubensbekenntnis. Einige Leute, mit denen ich darüber gesprochen habe, stört dieser Satz, mich aber nicht.
Denn das Wort katholisch meint an dieser Stelle gar nicht die Kirche, die wir heute als katholisch bezeichnen. Das Glaubensbekenntnis stammt nämlich aus den ersten Jahrhunderten der Kirche und war auf griechisch geschrieben. ‚Katholisch‘ ist unübersetzt geblieben und heißt eigentlich: allumfassend. Und So verstehe ich dieses Wort auch, wenn ich es am Sonntag mitspreche: Ich glaube an die heilige allumfassende Kirche.
Zugegeben allumfassend ist jetzt auch nicht wirklich gleich verständlich. Aber für mich bedeutet es, dass die Kirche als Sinnbild für den Glauben steht und alle Bereiche meines Lebens umfasst. Dass mein Glaube halt immer mit am Start ist: Also, dass ich mich und mein Leben an Jesus ausrichte und so einen inneren Halt habe, auf den ich mich stützen kann. Nicht mehr und nicht weniger. Deshalb kann ich den Satz „Ich glaube an die katholische Kirche“ mitsprechen.
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