»Nominieren« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 22.02.2019 gesendet.
Sonntagnacht werden in Los Angeles die Oscars verliehen. Jedes Jahr fiebern viele Menschen mit, wer welchen Oscar bekommt. Für viele ist es sogar schon wertvoll, wenn sie nur nominiert sind.
Auch in den Sozialen Netzwerken gibt es Leute, die ihre Freunde und Bekannten nominieren. Hier bedeutet es aber mehr als bloß bestätigt zu sein, nämlich auch verpflichtet zu sein etwas zu tun. Beispielsweise posten viele User bei der Black-and-white-challenge sieben Tage lang schwarz-weiß Fotos aus ihrem Alltag. Jede Challenge funktioniert im Prinzip gleich: Ich poste was von mir zu einem bestimmten Thema und nominiere andere Leute, die das dann auch machen.
Nominieren heißt wörtlich: beim Namen nennen. Also einen Menschen ganz persönlich zu meinen. So ähnlich ist das auch bei Gott. Der nominiert alle Menschen. Er nennt mich beim Namen. Auch unter Milliarden von Menschen, die es gibt, kennt er mich und meinen Namen. Ich finde es eine tolle Vorstellung. Denn das heißt für mich, dass er mich beschützen will und ich bei Gott geborgen bin. Weil er mich nominiert und beim Namen nennt. Denn er sagt: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst zu mir!“ (Jes, 43, 1)
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»Fischer« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 09.02.2019 gesendet.
Manchmal gehe ich nachhause und bin unzufrieden von der Arbeit. Weil ich den ganzen Tag irgendwie nichts geschafft habe, nicht voran gekommen bin und keine Ideen habe, wie ich weiter komme.
So ähnlich denke ich, ist es einigen Leuten gegangen, von denen die Bibel erzählt. Da sind es Fischer, die die ganze Nacht nichts fangen. Mit dieser miesen Stimmung treffen sie Jesus. Er schlägt ihnen vor, es nochmal zu versuchen. Sie vertrauen ihm und ziehen am Ende fast berstende Netze an Land. Voller Erfolg!
Bei mir taucht Jesus nicht einfach so auf und meint, dass ich mich nochmal ran setzen muss. Aber die Geschichte zeigt mir, dass es klappen kann, wenn ich darauf vertraue, dass es was bringt, wenn ich es immer wieder neu versuche. Das hilft mir, wenn mal wieder einer dieser Tage auf der Arbeit gewesen ist. Ohne, dass ich von vornherein zu mir sage: Das klappt nicht. Sondern mit dem Vertrauen, dass es klappen kann. Dann starte ich morgen motiviert in den Tag und versuch's nochmal.
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»Straßenverkäufer« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 08.02.2019 gesendet.
In einem youtube-Video ist ein Verkäufer von Straßenzeitungen vorgestellt worden. Er ist in Stuttgart unterwegs: Günter Häberle.
Er hatte große Pläne: Wollte Schiffskoch werden. Hat eine Ausbildung zum Chemielaboranten gemacht und sein Studium abgebrochen. Er konnte er nie richtig Fuß fassen. Heute verdient er sich mit dem Verkauf der Zeitungen etwas dazu.
Am Rand zu stehen und diese Zeitungen zu verkaufen ist kein Spaß. Härter als manche Bürojobs. Manchmal wird er dumm angemacht, dass er schaffen gehen solle oder so. Aber für ihn ist das ein richtiger Job. Er tut das für andere Menschen, damit sie sich informieren können. Und er tut es für sich selbst. Durch seine Arbeit erfährt er, dass er gebraucht wird.
Ich finde es beeindruckend, dass er sich nicht runterziehen lässt, wenn manche auf der Straße so tun als ob sie ihn nicht sehen. Früher bin ich auch schnell vorbei gegangen. Doch durch die Geschichte von Herrn Häberle sehe ich das anders.
Ich nehme mir vor, hinzusehen, wenn ich einen dieser Zeitungsverkäufer bemerke. Ich muss ja nicht immer eine Zeitung kaufen. Aber ich will ihnen wenigstens kurz in die Augen schauen und ihnen zeigen: Respekt: Du bist einer, der sich nicht unterkriegen lässt.
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»Unvergessen« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 27.01.2019 gesendet.
Heute vor 74 Jahren ist das Konzentrationslager Auschwitz befreit worden. Für mich ist dieser Tag wichtig. Nicht weil ich mich dafür schuldig fühle oder andere anklagen will. Er ist wichtig, weil er mit mir und meiner Familiengeschichte zu tun hat. Meine Oma hat mir erzählt, dass ihre Großmutter in Auschwitz ermordet worden ist. Sie durften innerhalb der Familie nie darüber sprechen. Als sie mir davon erzählt hat, bin ich sprachlos gewesen. Seit ich mit meiner Oma darüber geredet habe, sind die Ereignisse näher bei mir. Die Großmutter meiner Oma und ihr Schicksal wären vergessen worden, wenn wir nicht darüber gesprochen hätten.
Mir ist es wichtig, dass diese Menschen unvergessen sind. Ihretwegen fühle ich mich herausgefordert ihre Geschichten zu erzählen. Ich habe sie nie kennengelernt, aber sie sind wichtig, weil es Menschen gewesen sind. Ich kann es nicht ungeschehen machen, was passiert ist. Aber ich kann von ihnen reden und mich so an sie erinnern und ihnen so ein Stück Würde geben, die sie als Menschen nie verloren haben.
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»High Hopes« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 10.01.2019 gesendet.
Zur Zeit höre ich den Song „High Hopes“ von „Panic! At the Disco“. Der Sänger singt von einer Zeit, in der es richtig hart für ihn war. Was ihm da geholfen hat, war, dass es jemanden gibt, der ihn ermutigt an seinen Hoffnungen festzuhalten. Für ihn ist das hauptsächlich seine Mutter. Im Musikvideo sieht man am Ende noch, wie seine Hoffnung aufgehen: Er steht auf dem Dach eines Wolkenkratzers mit einer megamäßigen Aussicht. Und das alles, weil seine Mutter und die Menschen aus seinem Umfeld hinter ihm stehen.
Wenn ich den Song höre, denke ich an das letzte halbe Jahr zurück. Kurz vor dem Abschluss war es echt megahart – durchgemachte Nächte haben zum Alltag gehört – nicht wegen irgendwelchen Partys, sondern weil meine Abschlussarbeit fertig werden musste. Wie der Sänger von „high hopes“, gibt es Menschen in meinem Umfeld, die mich ermutigen weiter zu machen und das durchzuziehen. Mir sind zum Beispiel meine Partnerin und meine Freunde wichtig. Ohne ihre Motivation hätte ich das vielleicht nicht geschafft.
Dafür bin ich mega dankbar, dass ich Freunde habe, die hinter mir stehen!
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»Silvesterspaziergang« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 30.12.2018 gesendet.
An Silvester nehme ich mir Zeit für einen langen Spaziergang. Der dauert schon so eineinhalb oder sogar zwei Stunden. Diese Zeit nehme ich mir jedes Jahr und das ist mir auch mega wichtig. Ich habe dabei immer meinen Kalender dabei.
Ich nehme mir Zeit, um jeden Monat revuepassieren zu lassen. Während ich gehe, blättere ich in meinem Kalender. Manchmal bleibe ich auch stehen und erinnere mich an besondere Momente. Dabei denke ich daran, dass ein Bekannter bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, oder ich denke an den Todestag meiner Oma. Aber ich denke auch daran, wie ich spontan zu meinem Neffen gefahren bin oder daran, wie ich mit meinen Freunden meinen Abschluss gefeiert habe.
Wenn ich dann gedanklich weiter blättere sehe ich noch mehr schöne Ereignisse. Die Hochzeit von meinen Freunden oder die Taufe von meiner Nichte.
Mir ist diese Zeit bei dem Spaziergang wichtig, weil ich so sehe, was alles gewesen ist und zu meinem Leben gehört. Und dazu gehört das, was schwer ist genauso wie das Schöne. Gleichzeitig bin ich gespannt, was kommt und dankbar, dass ich mein Leben leben kann.
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»Papierkalender« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 29.12.2018 gesendet.
Die Seiten meines neuen Kalenders sind noch ganz leer. Er liegt neben dem alten, denn heute trage ich Termine und Geburtstage für das kommende Jahr ein.
Das bedeutet jeden Geburtstag per Hand einzutragen und es dauert eine Weile. Klar, ich könnte auch einen digitalen Kalender verwenden, dann müsste ich nicht jedes Jahr die Geburtstage eintragen.
Mir würde dann aber etwas Wesentliches fehlen, was meinen Papierkalender ausmacht: Dass ich in ihm stöbern und herumblättern kann. Wenn ich das am Ende des Jahres machen will, muss ich jetzt damit anfangen. Und ich mach das gerne, denn dabei kommen mir Erinnerungen.
Ich weiß, dass es manchmal stressig wird und dass nicht immer alles so mega toll ist.
Manche Wochenenden sind jetzt schon mega voll und verplant. Den Urlaub muss ich auf der Arbeit und mit meiner Partnerin abstimmen, dass dann alles passt. Wenn diese Pläne stehen, passiert bestimmt noch vieles einfach ungeplant und spontan. Dabei gibt es gute und schlechte Ereignisse, aber ich vertraue darauf, dass meine Freunde und meine Familie hinter mir stehen. Außerdem hoffe ich, dass es einen Gott gibt, der alles trägt. Das hilft mir, dass ich schwierige Zeiten gut durchstehe und gut leben kann.
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»Sterne« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 28.12.2018 gesendet.
Der Film „König der Löwen“ ist für mich ein Klassiker. Erinnert Ihr Euch? Der Film mit dem kleinen Löwen Simba, der heranwächst und irgendwann auch König der Löwen sein soll, wie sein Vater Mufasa. Aber bis es dazu kommt, muss er einige Abenteuer bestehen. Ich mag besonders eine Szene: Simba und Mufasa jagen sich gegenseitig in der Abenddämmerung - nur zum Spaß. Es wird Nacht und die beiden stehen vor einem gigantischen Sternenhimmel. Simba fragt seinen Vater: „Wir sind doch Kumpels oder? Und wir bleiben auch immer zusammen oder?“
Aber Mufasa muss seinem Sohn hier erklären, dass er wie alle Lebewesen sterben muss. Er tröstet seinen Sohn damit, dass er ihm erzählt, dass sie zu Sternen werden.
Diesen Gedanken finde ich stark. Ich mein – ich hoffe auch, dass es mit dem Tod nicht zu Ende ist. Ich stelle mir ein Leben bei Gott vor. Aber ich weiß manchmal nicht wirklich, wie ich mir das vorstellen kann. Dabei hilft mir dieses Bild.
Es tröstet mich, weil es zeigt, dass dass die Menschen und die Erinnerungen an sie da sind – wie Sterne.
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»Friedenslicht« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 27.12.2018 gesendet.
Bei der Krippe in meiner Kirche steht eine besondere Kerze. Sie ist ein Symbol für Frieden. Das Friedenslicht aus Bethlehem. Jedes Jahr wird in Betlehem in Israel eine Kerze angezündet. Also dort, wo wir Christen uns an die Geburt von Jesus erinnern. Und an das, was die Engel bei seiner Geburt gesungen haben: Friede auf Erden für alle Leute, die es gut meinen.
Dieses Friedenslicht wird von dort aus in die ganze Welt verteilt. Das bedeutet, dass die Kerzen bei uns in der Kirche von der gleichen Flamme entzündet worden sind, wie die in Argentinien, der Ukraine oder Amerika.
Ich finde das ein starkes Zeichen dafür, dass Menschen auf der ganzen Welt zusammengehören. Ich hoffe aber, dass es nicht nur bei diesem Zeichen bleibt, sondern, dass sich Christen auf der ganzen Welt auch wirklich dafür einsetzen, dass es Frieden geben kann. Das fängt nicht erst da an, wo große Politiker aufeinander treffen, sondern bei mir in meinem Alltag. Dass ich mit den Menschen gut umgehe und sie respektiere, auch wenn sie mich nerven. Das ist vielleicht nicht immer einfach, aber ein wichtiger Schritt für einen Frieden in meinem Umfeld.
Das Friedenslicht ist eben nicht nur ein Symbol, sondern hat auch etwas damit zu tun, wie ich lebe.
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»Christsein« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 15.12.2018 gesendet.
Wenn etwas Schlimmes passiert und Menschen aus meinem Umfeld betroffen sind, fällt es mir schwer zu sagen, dass ich auf Gott hoffe. Das ist in solchen Momenten irgendwie komisch und fühlt sich unangebracht an. Trotzdem ist mir mein Glaube wichtig. Er ist für mich wie eine Basis mein Leben. Auch in unangenehmen Situationen. Dann brauche ich nicht zu sagen, dass ich auf Gott hoffe. Sondern es reicht, dass ich da bin und zuhöre.
Und ich glaube genau darauf kommt es auch an. Es geht nicht darum jedem auf die Nase zu binden, dass ich glaube und in die Kirche gehe, sondern darum, dass ich als Christ lebe – in meinem Alltag.
Dass ich da bin, wenn ich gebraucht werde und vielleicht einfach mal zuhöre, wenn einer um mich herum jemanden zum Reden braucht.
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