»Streit mit Gott« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 18.09.2020 gesendet.
Manchmal habe ich den Eindruck, dass ich nur richtig glaube, wenn ich Gott dankbar bin und ihn lobe für alles.
Wenn jemand aus meinem Umfeld stirbt oder es jemandem schlecht geht, sind das Momente in denen das für mich überhaupt nicht passt. Dann klage ich Gott an, zweifle an ihm und frage mich, warum er das zulässt – Auch wenn ich weiß, dass Sterben zum Leben dazugehört und dass meine Freunde und Leute aus meiner Familie auch krank werden können. Mit diesen Situationen muss ich dann irgendwie klar kommen und brauche dann etwas anderes als einen Gott, der immer da ist und mich liebt und so. Das kann ich dann einfach nicht annehmen und deswegen wende ich mich eher ab. Ich habe dann Streit mit Gott, und muss ihn dann nicht mögen. Trotzdem ist er mir wichtig für mein Leben, um es bewältigen zu können. Wie ich meinen Glauben an ihn lebe, entscheide ich dabei selbst: Ihn loben gehört für mich genau so dazu, wie mich zeitweilig von ihm abzuwenden und allein auf der Suche zu sein. Und irgendwann macht es hoffentlich einen Sinn.
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»Alle zusammen vereint« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 16.09.2020 gesendet.
Grenzen und Mauern entstehen in meinem Kopf. Wenn ich mich von anderen abgrenze, Menschen in verschiedene Gruppen einteile, Ethnien und Geschlechter. So sollte es bei den Christen nicht sein: "Es gibt nicht mehr Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus."
Dieser Satz steht in der Bibel und für mich bedeutet er, dass eben alle Menschen gleichberechtig sind. Und nach diesem Grundsatz möchte ich leben. Es geht mir darum mitzuarbeiten an dieser Idee von damals. Indem ich selber offen bin für andere Menschen und jeden mit gleichem Respekt begegne. Dass ich innerhalb meiner Kirche so arbeite, dass sich alle mit einbringen können und auch ernst genommen werden. Ich seh das als Chance für die Kirche. Denn dadurch, dass sich alle Menschen beteiligen können wird die Kirche für mich dadurch glaubhafter und ehrlicher.
Aber das Ganze fängt bei mir persönlich an – in meinem Kopf, denn hier entstehen nicht nur Grenzen und Mauern, sondern auch Brücken und Tunnel. Wenn ich mit Menschen zusammen bin und danach suche, was uns gemeinsam verbindet, was uns gemeinsam Freude macht, dann sind dass für mich Momente in denen die Worte aus der Bibel wahr werden. Es geht dann einfach nicht um Unterschiede, wie männlich oder weiblich; sondern um das, was uns gemeinsam verbindet.
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»Eifersucht« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 14.09.2020 gesendet.
Manchmal habe ich das Gefühl im Freundeskreis irgendetwas zu verpassen. Klar, wir sind ne ziemlich große Clique und dann treffen sich auch mal nicht alle zusammen, sondern nur zwei oder drei Leute. Aber wenn ich das mitbekomme, bin ich auch schon mal eifersüchtig, weil ich nicht dabei gewesen bin. Diese Eifersucht wurmt mich und meine Gedanken kreisen dann fast nur noch darum.
Dann brauche ich Zeit für mich allein, um auf andere Gedanken zu kommen. Einen Spaziergang, draußen an der frischen Luft. So mache ich den anderen in meinem Kopf nicht ständig Vorwürfe, die eh unnötig sind. Denn meine Freunde gehören mir ja nicht. Jeder Mensch ist frei und diese Freiheit gilt auch für Freundschaften.
Wenn ich mal nicht dabei bin, muss ich das lernen zu akzeptieren. Ich mein, umgekehrt ist es ja auch manchmal so, dass ich mich mit zwei oder drei anderen treffe. Das bedeutet ja nicht, dass ich die anderen nicht mag. Ich will aber auch nicht bei jeder Einladung überlegen wen ich noch einladen muss, damit sich keiner ausgeschlossen fühlt. Das würde mich einengen. Freundschaft ist kein Zwang oder so, sondern sie beruht auf dem Gefühl gerne zusammen zu sein, mal mit den einen, mal mit den anderen und hin und wieder mit allen zusammen.
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»Sonntagspflicht« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 23.08.2020 gesendet.
Und am Sonntag geht es in die Kirche. Bei uns Katholiken ist das nämlich eigentlich Pflicht, sonntags in die Kirche zu gehen.
Ich gehe normalerweise gern dahin und dabei ist es mir egal ob es eine Pflicht ist oder nicht. Wenn ich es sonntags aber mal nicht schaffe, ist das für mich auch ok.
Der Sonntag ist dann trotzdem für mich ein wichtiger Tag, der nicht nur zum Chillen da ist. Denn der Sonntag hat für mich eben auch mit Gott zu tun. Dass ich mir Zeit für ihn nehme.
Deswegen gehe ich dann beispielsweise in der Natur spazieren, denke nach oder ich blättere gemütlich in meiner Bibel und lese ein paar Geschichten darin. Das ist für mich dann der Ersatz für einen Gottesdienst.
Mir ist wichtig, dass ich meinen persönlichen Glauben ausleben kann. Aber dafür brauche ich keine eigene Kirche gründen, denn ich will auch nicht allein da stehen, sondern mich mit anderen verbinden. Deshalb gehe ich beim Spazieren auch gerne in eine Kapelle und zünde dort eine Kerze an und stelle sie zu den anderen brennenden Kerzen. Ich spür, da sind noch andere, die mit mir glauben, ohne dass ich sie in einem Gottesdienst direkt treffe.
Und ich hab gleichzeitig Zeit für mich und Gott. Und daraus schöpfe ich Inspiration und Kraft für die neue Woche. Und das ist dann für mich eine Form von Gottesdienst – ob Pflicht, oder nicht.
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»Wetten, dass..?« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 22.08.2020 gesendet.
Letztens habe ich ein paar meiner Freunde wieder treffen können. Aus der Laune heraus habe ich gesagt: „Wetten, dass ich zehn Kilometer in fünfzig Minuten laufe?“ Natürlich nicht sofort, sondern mit ein paar Wochen Vorlauf. Zwei Kumpels haben dagegen gewettet. Das motiviert mich hammerm葹ig.
Ich gehe jetzt regelmäßig laufen und schau, dass ich das irgendwie hinbekomme, denn diese Wette spornt mich an. Solche Herausforderungen find ich wichtig, weil ich mich an ihnen weiterentwickeln kann und über mich hinauswachse.
Wenn ich mich mit Gott beschäftige, geht es mir ähnlich.
Ich bin davon überzeugt, dass er die Welt geschaffen hat. Dass ich in dieser Schöpfung lebe und mein Leben vernünftig gestalte, ist für mich eine lebenslange Herausforderung. Dabei fühle ich mich von meinem Schöpfer, also von Gott, herausgefordert. Dass ich mein Leben irgendwie auf die Reihe bekomme und herausfinde, wofür ich eigentlich gedacht bin, was meine Aufgabe hier ist und was ich hier tun kann. Das ist wie eine große Lebenswette, bei der ich mit meinem Leben und das was ich mache antworte und sage: „Wetten, dass ich mein Leben packe?“
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»Gleichberechtigung« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 08.08.2020 gesendet.
Carolin Kebekus kritisiert in ihrem Song "im Namen der Mutter" den Umgang mit Frauen innerhalb der katholischen Kirche. Ich finde den Song vom Sound her klasse gemacht und auch das Video hat für mich eine klare Botschaft: Gleichberechtigung für Frauen in der Kirche!
Mir ist klar, dass sie mit ihren Aussagen provozieren will und das ist ihr auch gelungen. Aber letztlich greift sie mit ihrer Kritik zu kurz. Denn Gleichberechtigung geht meiner Meinung nach nicht nur Frauen an, sondern alle Menschen. Sie bedeutet für mich, dass keiner wegen seines Geschlechtes oder seines Aussehens bevorzugt oder benachteiligt wird. Dass ich allen mit dem gleichen Respekt begegne. Deswegen will ich in meinem Umfeld alle Menschen gleichberechtigt behandeln. Egal ob Mann, Frau oder Divers.
Innerhalb der katholischen Kirche dürfen nur Männer das Brot in der Kirche teilen oder predigen. Das macht für mich und Carolin Kebekus keinen Sinn, weil von Beginn an Frauen mit am Start gewesen sind, die auch was zu sagen hatten. Außerdem hat Jesus mit seinem Leben gezeigt, dass bei ihm jeder Mensch angenommen ist. Und so will ich es auch machen und niemanden ausschließen bei meiner Arbeit in der Kirche, wenn ich verantwortlich bin oder im Alltag.
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»Zeltlager« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 07.08.2020 gesendet.
Meine Tasche für das Zeltlager ist gepackt, daneben liegen mein Schlafsack und meine Isomatte. Gleich geht es los und ich sehe viele Freunde und gute Bekannte wieder. Gemeinsam zelten wir dann zwei Wochen auf einer Wiese von einem Bauern, drumherum nur ein paar Hügel und ein nah gelegener Wald. Ich verbinde mit der Zeit auf dem Zeltlager das Gefühl frei zu sein, so wie ich bin und eine Gemeinschaft zu erleben, die davon geprägt ist, dass ich helfe wo ich gebraucht werde. Dass jeder das, was er kann mit einbringt. Nicht um sich selbst darzustellen und damit zu posen, sondern damit es andern gut geht und ich mit den Leuten zusammen etwas schaffe. Gemeinschaft.
Solche Orte sind wichtig für mich. Weil ich mich dort zusammen mit den anderen irgendwie zuhause fühle. Dort sehe ich, dass mein Traum von einer friedlichen Gesellschaft, in der ich auf die anderen achte, erfüllt werden kann.
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»Heute« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 26.07.2020 gesendet.
Ich mache vieles auf den letzten Drücker, wenn ich eigentlich gar keine Zeit mehr dafür habe. Beispielsweise lernen auf eine Prüfung, oder Geburtstagsgeschenke für Freunde besorgen, oder Kartenschreiben für Verwandte zu Weihnachten. Eigentlich weiß ich diese Termine ja schon lange im Voraus und könnte mich so organisieren, dass ich die entsprechenden Sachen vorbereitet habe. Und nicht, dass ich sie erst kurz vor knapp angehe.
Wenn ich daran etwas verändern will, liegt es an mir selbst. Ich muss mich ändern.
Klar, ich schaff das nicht sofort, von 0 auf 100. Trotzdem kann ich heute den ersten Schritt machen und mit etwas anfangen. Das Ergebnis sehe ich dann erst in ein paar Wochen oder Monaten.
Wichtig ist, dass ich überhaupt erst mal anfange und nicht die ganze Zeit prokastiniere und alles rausschiebe. Ich hab jetzt beispielsweise angefangen einen Kalender zu führen und wichtige Termine einzutragen. Mit dem Ergebnis: Dass es bisher besser läuft - ich bekomme die Dinge besser auf die Kette und bin dann an den jeweiligen Tagen nicht so im Stress wie sonst.
Deshalb: Heute kann ich mich entscheiden was neues zu Starten. Heute ist wichtig für morgen.
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»In der Luft« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 21.07.2020 gesendet.
Momentan fühlt sich die Zukunft an wie Watte oder ein Nebel, den ich nicht durchblicken kann. Und deshalb hab ich das Gefühl in der Luft zu hängen. Ich muss jetzt eben klarkommen, dass nicht alles so schön einfach planbar ist, wie vorher wie beispielsweise das Festival mit Freunden oder der anstehende Sommerurlaub mit der Familie.
Dann heißt es eben verschieben oder kurzfristig umplanen. Dabei merke ich mit wem ich diese Zeit verbringen will. Mit Menschen, die mir besonders wichtig sind und mit denen ich neue Erinnerungen schaffen will.
Darauf kann ich immer zurückgreifen, egal was ist. Gute Erinnerungen und Erlebnisse mit wichtigen Menschen machen mich stabil von innen heraus.
Zu diesen Grundpfeilern für mein Leben gehören meine Familie, meine Freunde und mein Glaube. Auf die ich mich verlassen kann. Meine Familie steht hinter mir und ich kann sie anrufen egal wann und mit welchem Anliegen. Meine Freunde sind mir wichtig, weil wir eine gute Zeit miteinander haben und sie mir helfen, wenn was ist. Und mein Glaube gibt mir Hoffnung für meine Zukunft bis über den Tod hinaus. So habe ich eine Perspektive und ein Ziel. Auch wenn ich in der Luft hänge, geben sie mir Halt.
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»Maske« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 28.06.2020 gesendet.
Beim Einkaufen beeile ich mich. Ich überlege mir davor was ich brauche und geh dann mit meinem Wagen fix in den Laden rein. Vorher atme ich nochmal tief durch, zieh die Maske ins Gesicht und los gehts. Ich freue mich jedes Mal auf den Moment, wenn ich wieder aus dem Laden komme und meine Maske abnehmen kann.
Dieser erste Atemzug an der frischen Luft tut mir jedes Mal richtig gut. Ich rieche die Blumen, vom Blumenstand nebenan, die Hähnchen vom Grillstand - einfach die Luft meiner Stadt. Das habe ich früher nie so krass wahrgenommen, wie jetzt. Das löst bei mir ein tiefes Gefühl aus, zufrieden zu sein. Darüber, dass ich durchatmen kann und frische Luft erleben kann.
Okay, klingt jetzt vielleicht banal, aber Luft ist wichtig zum Leben. Für mich ist es aber auch wichtig, dass ich das spüren kann. Aus diesem Grund bin ich sensibler für meine Umwelt, die Pflanzen und Blumen. Und merke, ich bin dankbar, wenn ich die Maske abnehme.
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