»Garten der Gerechten« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 29.01.2021 gesendet.
Im sogenannten "Garten der Gerechten" in Jerusalem werden Hoffnungsgeschichten von Menschen erzählt, die sich im Nationalsozialismus für ihre jüdischen Mitmenschen eingesetzt haben. Indem sie ihnen Pässe ausgestellt haben, sie bei sich zuhause versteckt haben, eben dabei geholfen haben der sinnlosen Vernichtung zu entkommen.
Für diese Menschen wird jeweils ein Baum gepflanzt und mit ihrem Namen versehen. So ist schon eine ganze Allee mit vielen Bäumen entstanden.
Diese Bäume lassen mich hoffen. Ich glaube, es geht darum, dass ich aus der Geschichte lerne. Damit sich so etwas wie der Holocaust nicht noch einmal wiederholt. Deshalb muss ich mir bewusst sein, dass meine Haltung gegenüber anderen Konsequenzen hat, wie ich mit ihnen umgehe und was ich mache. Ich bin Christ und will mich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen. Der entsteht nicht dadurch, dass jetzt alle Menschen Christen sein müssen, meine Sprache sprechen können oder so aussehen wie ich. Sondern der entsteht, meiner Meinung nach dann, wenn ich meinen Mitmenschen mit Respekt begegne - egal wo sie herkommen oder was sie glauben. Dass ich ihnen offen begegne und versuche zu helfen, wenn sie meine Hilfe konkret brauchen. Denn mein Denken und mein Handeln hat immer Konsequenzen – jeden Tag.
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»Bunter Tannenbaum« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 25.12.2020 gesendet.
Viele Dinge, die bei uns am Tannenbaum zuhause hängen, haben wir geschenkt bekommen. Deshalb ist es mir wichtig, das jedes Jahr auch wirklich alles in den Baum gehängt wird. Die verschiedenen Kugeln aus Glas, Sterne aus Stroh und die kleine Figuren aus Holz und Zinn.
Eine Kugel aus Glas habe ich von meiner Oma geschenkt bekommen. Sie ist golden und an einer Seite sieht sie so aus als hätte sie jemand eingedrückt. Dieses Eingedrückte ist silbern. Es ist eine alte Kugel und deshalb glänzt sie auch nicht mehr so schön, aber ich finde: Sie muss ganz vorne hängen. Denn sie erinnert mich an meine Oma. Sie ist vor zwei Jahren gestorben und mir immer noch wichtig. Wenn ich die Kugel anschaue, denke ich an meine Oma, ihre gute und ruhige Art und daran, dass sie uns als Familie zusammengehalten hat. Denn gerade an Tagen, an denen wir sonst alle als Familie zusammen gekommen wären, fehlt sie besonders, weil sie so was wie die Mitte der Familie gewesen ist. Deshalb ist mir ihre Kugel auch so wichtig und muss immer ganz vorne hängen. Denn so verbindet unser Baum bei uns im Wohnzimmer irgendwie unsere ganze Familie. Die, die hier jetzt da sind, mit denen, die nicht da sein können – über den Tod hinaus.
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»Adventlicher Abend« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 21.12.2020 gesendet.
Jedes Jahr im Advent treffe ich mich mit einigen Freunden abends bei mir zuhause im Wohnzimmer. Es gibt Glühwein, selbstgebackene Kekse und jedes Jahr einen anderen Eintopf. Es duftet in der ganzen Wohnung nach Advent und ich freue mich jedes Jahr darauf.
Doch dieses Jahr ist unser Wohnzimmer leider zu klein für alle. Corona. Ausfallen soll dieser Abend aber auch nicht. Deshalb schicken meine Frau und ich unseren Freunden vorher eine Box für diesen Abend. Darin ist ein Rezept für den Eintopf, Dinge zum Basteln und eine Anleitung wie es dieses Jahr funktioniert: Nämlich digital!
Ich habe sogar eine Spotifyliste gemacht. So sind wir nicht nur am Abend über Videocall miteinander verbunden, sondern den ganzen Tag. Weil wir uns gemeinsam auf den Abend vorbereiten und alle gleichzeitig die Suppe kochen, den Glühwein aufsetzen und ein Gedicht schreiben. Mir sind unsere Freunde wichtig und dass wir alle zusammenkommen und erleben können, dass wir miteinander verbunden sind. Denn das macht für mich Freundschaft aus: Miteinander verbunden sein. Sonst mit unserem Adventlichen Abend bei uns im Wohnzimmer und dieses Jahr eben mit dem Paket und dem Videocall: Wenn wir dann am Laptop zusammen kommen und das Leben feiern.
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»Jesus ist King« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 23.11.2020 gesendet.
Jesus ist für mich King. Also jetzt nicht so wie die Queen in England oder so, mit einem Land, viel Schmuck und einem fetten Palast – sondern ganz anders. Schon allein, wie Jesus auf die Welt gekommen ist zeigt mir, dass ich mir ihn als König anders vorstellen muss. Er ist ganz arm und unscheinbar auf die Welt gekommen und gleichzeitig Gott. Heute wäre er wahrscheinlich in einem Slum geboren worden. Und auch das, was er gelebt hat ist kein Leben eines Königs, sondern bodenständig. Er hat sich um viele Menschen gekümmert, die von der Gesellschaft ausgegrenzt worden sind.
Eben dadurch, dass mir mein Glaube an ihn wichtig ist und ich meine Hoffnung in Jesus setze, werden für mich die Machtstrukturen hier auf der Welt relativiert. Weil da noch eine Ebene drüber liegt, also über der Welt und dem was hier verhandelt wird. Ich denke, dass ich deswegen kritischer gegenüber extremer politischen Ideen sein kann, die beispielsweise andere Menschen ausgrenzen wollen. Weil ich mich an Jesus orientiere.
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»Gott hat auch Gefühle« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 02.10.2020 gesendet.
Gott ist überall mit am Start, davon bin ich überzeugt. Er ist da, wenn ich mich einsam fühle und wenn ich mit anderen zusammen glücklich bin. Auch wenn ich Zweifel an mir habe ist er da und wenn ich mich richtig gut fühle.
All diese Situationen sind ihm nicht fremd, weil er selbst Mensch geworden ist. In Jesus hat Gott diese Erfahrungen gemacht. Deshalb geh ich davon aus, dass Gott Gefühle hat und mit uns Menschen mitfühlt. Wenn er nicht mitfühlen könnte, wäre er bei wichtigen Momenten in meinem Leben nicht dabei gewesen.
Beispielsweise als meine Frau und ich geheiratet haben. Da haben wir gespürt, dass da neben all unseren Freunden und unserer Familie noch jemand ist, der unsere Liebe zueinander segnet.
Und das macht die Sache für mich noch schöner: Wie ein Klecks Sahne auf frisch gebackenem Kuchen.
Oder als meine Oma gestorben ist: Da fand ich es wichtig mich an Gott zu wenden und zu spüren, dass er mich irgendwie verstehen kann. Diese Vorstellung hat mir geholfen, außerdem hoffe ich, dass sie jetzt bei Gott ist.
Er ist halt immer mit am Start: Wenn es mir schlecht geht, aber auch wenn ich gerade mega glücklich bin. Denn Gott fühlt mit mir.
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»Evangelium« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 01.10.2020 gesendet.
Letztens bin ich über einen Satz gestolpert: "Die ganze Welt ist von Sünde behaftet." Damit kann ich erst mal wenig anfangen, weil das so verschwurbelt klingt. Hinzu kommt, dass ich das Gefühl habe mich für irgendetwas schlecht fühlen zu müssen. Das passt nicht zu mir. Denn eigentlich habe ich eine positive Einstellung zu meinem Leben. Es ist mir geschenkt worden und ich glaube, dass Gott zugelassen hat, dass ich hier am Start bin. Ich bin grundsätzlich darin frei mit meinem Leben anzufangen was ich möchte und zu entdecken was ich gut kann. Ich glaube, dass ich mit dem was ich kann eine Aufgabe habe. Natürlich gibt es aber auch Tage an denen nichts gelingt, ich keine neuen Ideen habe oder einfach nur müde und fertig bin.
Generell ist für mich mein Glaube mit einer guten Botschaft für mein Leben verbunden. Ich glaube, Dass es einen Gott gibt, dem ich persönlich nicht egal bin. Der weiß, was es bedeutet ein Mensch zu sein, weil er selbst Mensch gewesen ist. Deshalb fühle ich mich mit Gott positiv verbunden.
Das bedeutet für mich, dass ich mich aber nicht von vorn herein für irgendetwas schuldig fühlen müsste. Mich dadurch innerlich irgendwie verbiege und klein mache. Sondern durch meinen Glauben an Gott und meine Hoffnung in ihn motiviert bin. Das ist für mich eine gute Botschaft – mein Evangelium.
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»Streit mit Gott« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 18.09.2020 gesendet.
Manchmal habe ich den Eindruck, dass ich nur richtig glaube, wenn ich Gott dankbar bin und ihn lobe für alles.
Wenn jemand aus meinem Umfeld stirbt oder es jemandem schlecht geht, sind das Momente in denen das für mich überhaupt nicht passt. Dann klage ich Gott an, zweifle an ihm und frage mich, warum er das zulässt – Auch wenn ich weiß, dass Sterben zum Leben dazugehört und dass meine Freunde und Leute aus meiner Familie auch krank werden können. Mit diesen Situationen muss ich dann irgendwie klar kommen und brauche dann etwas anderes als einen Gott, der immer da ist und mich liebt und so. Das kann ich dann einfach nicht annehmen und deswegen wende ich mich eher ab. Ich habe dann Streit mit Gott, und muss ihn dann nicht mögen. Trotzdem ist er mir wichtig für mein Leben, um es bewältigen zu können. Wie ich meinen Glauben an ihn lebe, entscheide ich dabei selbst: Ihn loben gehört für mich genau so dazu, wie mich zeitweilig von ihm abzuwenden und allein auf der Suche zu sein. Und irgendwann macht es hoffentlich einen Sinn.
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»Alle zusammen vereint« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 16.09.2020 gesendet.
Grenzen und Mauern entstehen in meinem Kopf. Wenn ich mich von anderen abgrenze, Menschen in verschiedene Gruppen einteile, Ethnien und Geschlechter. So sollte es bei den Christen nicht sein: "Es gibt nicht mehr Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus."
Dieser Satz steht in der Bibel und für mich bedeutet er, dass eben alle Menschen gleichberechtig sind. Und nach diesem Grundsatz möchte ich leben. Es geht mir darum mitzuarbeiten an dieser Idee von damals. Indem ich selber offen bin für andere Menschen und jeden mit gleichem Respekt begegne. Dass ich innerhalb meiner Kirche so arbeite, dass sich alle mit einbringen können und auch ernst genommen werden. Ich seh das als Chance für die Kirche. Denn dadurch, dass sich alle Menschen beteiligen können wird die Kirche für mich dadurch glaubhafter und ehrlicher.
Aber das Ganze fängt bei mir persönlich an – in meinem Kopf, denn hier entstehen nicht nur Grenzen und Mauern, sondern auch Brücken und Tunnel. Wenn ich mit Menschen zusammen bin und danach suche, was uns gemeinsam verbindet, was uns gemeinsam Freude macht, dann sind dass für mich Momente in denen die Worte aus der Bibel wahr werden. Es geht dann einfach nicht um Unterschiede, wie männlich oder weiblich; sondern um das, was uns gemeinsam verbindet.
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»Eifersucht« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 14.09.2020 gesendet.
Manchmal habe ich das Gefühl im Freundeskreis irgendetwas zu verpassen. Klar, wir sind ne ziemlich große Clique und dann treffen sich auch mal nicht alle zusammen, sondern nur zwei oder drei Leute. Aber wenn ich das mitbekomme, bin ich auch schon mal eifersüchtig, weil ich nicht dabei gewesen bin. Diese Eifersucht wurmt mich und meine Gedanken kreisen dann fast nur noch darum.
Dann brauche ich Zeit für mich allein, um auf andere Gedanken zu kommen. Einen Spaziergang, draußen an der frischen Luft. So mache ich den anderen in meinem Kopf nicht ständig Vorwürfe, die eh unnötig sind. Denn meine Freunde gehören mir ja nicht. Jeder Mensch ist frei und diese Freiheit gilt auch für Freundschaften.
Wenn ich mal nicht dabei bin, muss ich das lernen zu akzeptieren. Ich mein, umgekehrt ist es ja auch manchmal so, dass ich mich mit zwei oder drei anderen treffe. Das bedeutet ja nicht, dass ich die anderen nicht mag. Ich will aber auch nicht bei jeder Einladung überlegen wen ich noch einladen muss, damit sich keiner ausgeschlossen fühlt. Das würde mich einengen. Freundschaft ist kein Zwang oder so, sondern sie beruht auf dem Gefühl gerne zusammen zu sein, mal mit den einen, mal mit den anderen und hin und wieder mit allen zusammen.
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»Sonntagspflicht« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 23.08.2020 gesendet.
Und am Sonntag geht es in die Kirche. Bei uns Katholiken ist das nämlich eigentlich Pflicht, sonntags in die Kirche zu gehen.
Ich gehe normalerweise gern dahin und dabei ist es mir egal ob es eine Pflicht ist oder nicht. Wenn ich es sonntags aber mal nicht schaffe, ist das für mich auch ok.
Der Sonntag ist dann trotzdem für mich ein wichtiger Tag, der nicht nur zum Chillen da ist. Denn der Sonntag hat für mich eben auch mit Gott zu tun. Dass ich mir Zeit für ihn nehme.
Deswegen gehe ich dann beispielsweise in der Natur spazieren, denke nach oder ich blättere gemütlich in meiner Bibel und lese ein paar Geschichten darin. Das ist für mich dann der Ersatz für einen Gottesdienst.
Mir ist wichtig, dass ich meinen persönlichen Glauben ausleben kann. Aber dafür brauche ich keine eigene Kirche gründen, denn ich will auch nicht allein da stehen, sondern mich mit anderen verbinden. Deshalb gehe ich beim Spazieren auch gerne in eine Kapelle und zünde dort eine Kerze an und stelle sie zu den anderen brennenden Kerzen. Ich spür, da sind noch andere, die mit mir glauben, ohne dass ich sie in einem Gottesdienst direkt treffe.
Und ich hab gleichzeitig Zeit für mich und Gott. Und daraus schöpfe ich Inspiration und Kraft für die neue Woche. Und das ist dann für mich eine Form von Gottesdienst – ob Pflicht, oder nicht.
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