»Wahrheit« von Timo   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 06.02.2019 gesendet.
Stimmt es, was in der Bibel steht? Gute Frage. Kommt darauf an, würde ich sagen. Einmal bin ich zum Beispiel gefragt worden, ob ich daran glaube, dass die Welt mit allen Pflanzen, Tieren und dem Menschen in sieben Tagen entstanden ist. So wie es in der Bibel steht. Das stimmt natürlich nicht. Die Frage ist aber, ob die Bibel das überhaupt aussagen will. Ich meine, die Menschen, die sie geschrieben haben, waren ja keine Forscher. Sie hat etwas ganz anderes interessiert. Nämlich die Geschichte der Menschen mit Gott. Hier erzählen sie von ihren Erfahrungen.
Die Schreiber der Schöpfungsgeschichte waren zu diesem Zeitpunkt in Gefangenschaft, weit weg von ihrer Heimat. Sie wollten mit der Geschichte zeigen, dass sie trotzdem darauf vertrauen, dass ihr Gott mächtig ist und einen Plan hat, auch wenn das in ihrer Situation schwer zu glauben ist.
Das sieht man daran, dass Gott in der Erzählung alles schön nacheinander erschafft: Himmel und Erde, das Meer, Pflanzen, Tiere und den Menschen. Alles nach Plan. Nach jedem Schritt schaut Gott sein Werk an und stellt fest, dass es gut so ist. Beim Menschen am Schluss meint er dann sogar, dass es sehr gut ist.
Die Bibel will also nicht sagen, dass die Welt in sieben Tagen erschaffen worden ist, sondern dass Gott eine gute Welt erschaffen hat, in der der Mensch sein bestes Werk ist. Sie will mir Mut machen, dass ich mich auf Gott und seinen Plan verlassen kann.
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»Nudeltrinkhalm« von Timo   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 24.01.2019 gesendet.
Ich war in den Ferien mit meinen Freunden abends unterwegs. Wir sind in eine Bar und haben dort Cocktails bestellt, einige von uns einen Caipirinha. Die Cocktails waren gut, nur hatten wir ein Problem: Keinen Trinkhalm. Erstens ist das bei nem Caipirinha echt unpraktisch, wenn mir die Limetten unter der Nase hängen. Und zweitens ist es einfach nicht dasselbe, wenn ich nicht da rumstochern und rumrühren kann. Wir haben den Kellner gefragt, ob er keine Trinkhalme hat. Er meinte dann, dass sie wegen dem hohen Plastikverbrauch keine mehr verwenden. Ich muss zugeben, dass ich im ersten Moment enttäuscht war. Ich kann das ja verstehen. Bei einer Bar kommt da ja auch ordentlich Müll zusammen. Aber ich hätte trotzdem gern einen gehabt. Der Kellner meinte dann aber, dass er uns Nudeln anbieten könnte. Ich hab zuerst gar nicht verstanden, was er meint. Auf jeden Fall bringt er uns dann eine Handvoll Makkaroni als Trinkhalme. Die haben ungefähr dieselbe Form und haben super funktioniert. Und das Cocktailtrinken hat mit den Nudeln sogar mehr Spaß gemacht. Es war einfach lustig, die anderen so zu sehen. Also kein Müll, mehr Spaß. Mir hat das aber auch gezeigt, dass ich gar nicht unbedingt verzichten muss, wenn ich mich umweltfreundlich verhalten will. Ich muss erfinderisch sein.
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»Weihnachten« von Timo   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 26.12.2018 gesendet.
Ich habe das Gefühl, dass für mich das Faszinierende an Weihnachten irgendwann verloren gegangen ist, als ich erwachsen geworden bin. Früher war alles total spannend und besonders. Es ist immer nach einem festen Plan abgelaufen. Mein Vater hat den Weihnachtsbaum besorgt. Den haben wir dann zusammen geschmückt und die Krippe darunter aufgebaut. Abends gab es dann etwas Gutes zu essen. Dann mussten mein Bruder und ich in der Küche bleiben, wenn das Christkind gekommen ist. Wir haben im Kerzenschein Weihnachtslieder gesungen und Plätzchen gegessen. Und ganz wichtig natürlich: die Geschenke. Auf jeden Fall habe ich gespürt, dass das ein wichtiger Abend ist. Heute ist das alles viel nüchterner, ein Abend eben, an dem ich meine Familie sehe. Es ist für mich Routine geworden. Ich will aber wieder dieses Besondere spüren, das, was Weihnachten ausmacht. Vielleicht hilft es da, wenn ich mir klar mache, was Weihnachten überhaupt bedeutet. Ich feiere mit meiner Familie, dass Gott selbst als Mensch auf die Welt gekommen ist. Das bedeutet für mich, dass Gott bei mir sein will und wir das Leben gemeinsam meistern. Eigentlich so wie die Menschen, mit denen ich feiere. So unbekümmert wie mein Vater, so liebevoll wie meine Freundin, so neugierig wie mein Bruder und ich früher als Kinder, so will Gott an unserem Leben teilhaben. Das zu spüren, ist vielleicht das Besondere an Weihnachten.
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»Reparieren statt Wegwerfen« von Timo   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 03.11.2018 gesendet.
Reparieren statt wegwerfen. Das könnte der Werbeslogan einer kleinen Firma sein, von der ich gehört habe. Die produzieren da Smartphones und sagen, dass die möglichst lange halten sollen. Das wäre ja klasse. Ich bräuchte dann nicht alle paar Jahre ein neues kaufen. Und für die Umwelt ist das natürlich auch gut. Dass die Firma das mit dem Reparieren ernst meint, sehe ich daran, dass gleich der passende Schraubenzieher mitgeliefert wird. Ersatzteile kann ich bei der Firma bestellen und auf der Homepage gibt es Anleitungen, wie es funktioniert. Hauptsache die Smartphones halten möglichst lange. Die sind außerdem auch so gebaut, dass ich sie immer erweitern kann, ohne eben gleich alles wegwerfen zu müssen. Will ich irgendwann eine bessere Kamera, kaufe ich eben nur die und baue sie ein. Also immer nur das, was ich brauche, der Rest bleibt beim alten. Ich finde das eine super Idee. Reparieren statt wegwerfen. Das finde, ich vor allem beim Smartphone wichtig, weil dort Metalle und Mineralien drin sind, die oft arme Menschen unter schlechten Bedingungen abbauen müssen. Außerdem sind diese Rohstoffe häufig in Regenwaldgebieten zu finden. Der wird dann abgeholzt, was schlecht für das Klima ist. Da repariere ich das Smartphone lieber. Und wenn das bei so etwas Kompliziertem wie einem Smartphone geht, dann doch auch bei vielen anderen Dingen.
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»Plastikfreies Leben« von Timo   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 02.11.2018 gesendet.
Anneliese Bunk ist eigentlich eine ganz normale Frau und führt ein ganz normales Leben.
Sie lebt zusammen mit ihrem Mann und zwei Söhnen und arbeitet als Geschäftsführerin einer Werbeagentur. Bis zu dem Tag, an dem sie eine Doku über Plastikverbrauch und seine Folgen für die Umwelt und unsere Gesundheit sieht. Sofort beschließt sie, dass sie kaum noch Plastik verbrauchen will. Sie gibt sogar ihren Job auf und macht es zu ihrer Lebensaufgabe. Mittlerweile hält sie Vorträge und gibt Bücher mit Tipps heraus, wie man Plastik vermeiden kann. Ich finde das abgefahren. Da sieht die Frau eine Doku über Plastik und krempelt ihr Leben danach total um. Ich würde das nicht so hinbekommen, vor allem wenn ich sehe, was alles aus Plastik ist. Aber vielleicht muss ich einfach mal klein anfangen. Ich habe mal geschaut, was sie für konkrete Tipps hat. Sie sagt, dass allein die Verpackungen von Obst und Gemüse jährlich 61 000 Müllfahrzeuge füllen. Deswegen schlägt sie vor, einfach einen Stoffbeutel zum Einkaufen mitzunehmen und das Obst und Gemüse da rein zu packen. Eigentlich relativ einfach – müsste ich hinbekommen. Außerdem könnte ich einige Sachen auch im Glas kaufen, zum Beispiel Joghurt oder Milch. Auch wenn ich am Ende Plastik nicht komplett vermeiden kann – mit irgendetwas will ich anfangen.
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»Erinnerung« von Timo   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 31.10.2018 gesendet.
Ein alter Mann kommt in den Raum. Viele Leute warten gespannt auf ihn. Es ist ganz still. Der Mann heißt Abba Naor, er kommt aus Israel und ist Jude. Während des Zweiten Weltkrieges war er als Jugendlicher in verschiedenen Konzentrationslagern und hat den Holocaust überlebt. Mittlerweile ist er über 90 Jahre alt. Er ist gekommen, um seine Geschichte zu erzählen. Von seiner Familie haben nur er und sein Vater überlebt. Seinen großen Bruder haben die Nazis erschossen, als er Lebensmittel für die Familie besorgen wollte und seine Mutter und sein kleiner Bruder sind im KZ ermordet worden.
Natürlich weiß ich, was beim Holocaust passiert ist. Aber wenn jemand davon erzählt, der das wirklich erlebt hat, kann ich nur sprachlos zuhören. Dieser Mann hat das Schlimmste gesehen, was ich mir vorstellen kann. Erstaunlich finde ich dabei, dass er gar nicht verbittert wirkt. Er macht immer wieder Witze und schmunzelt in sich hinein. Jemand hat ihn gefragt, ob er die Deutschen eigentlich hasst. Er meinte dann einfach: „Nein, ihr könnt ja nichts dafür. Aber ihr solltet daraus für die Zukunft lernen.“ Ich glaube, er meint damit, dass wir uns für eine menschliche Gesellschaft einsetzen sollen. Und ich finde, er hat recht. Auch wenn ich nichts für den Holocaust kann, bin ich doch mitverantwortlich, dass so etwas nie wieder passiert.
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»Menschenwürde« von Timo   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 06.10.2018 gesendet.
Wenn jemand Menschen rettet, die in Lebensgefahr sind, müsste man ihn als Held feiern. Das würde ich mal spontan so sagen. Aber bei ertrinkenden Menschen, die über das Mittelmeer flüchten, scheint das nicht so zu sein. Diesen Sommer hat das der Kapitän eines privaten Rettungsbootes gemerkt. Mit seiner Crew hat er hunderte Menschen aus dem Mittelmeer gerettet. Dann haben ihn Behörden vor Gericht angeklagt, weil sein Schiff nicht ordnungsgemäß registriert sei. Und auch andere Rettungsschiffe dürfen nicht mehr auslaufen und nach Menschen in Seenot suchen. Für den Kapitän ist es so, als ob der Rettungswagen bereit steht, aber nicht losfahren darf.
Ich frage mich, was hier los ist. Es kommen doch immer noch Menschen und keine Dinge übers Meer. Als Europäer kann ich mich nicht auf die Menschenrechte berufen und gleichzeitig sagen, dass sie auf dem Mittelmeer nicht gelten. Es heißt doch, die Würde des Menschen ist unantastbar – bei jedem Menschen und überall.
Ich finde, es geht nicht darum, wie eine gute Flüchtlingspolitik funktioniert. Ich weiß selbst nicht, wie viele Menschen nach Europa kommen können und ich weiß nicht, wie sie verteilt und integriert werden sollen, dass alle damit leben können. Aber es muss klar sein, dass ein ertrinkender Mensch ein ertrinkender Mensch ist. Egal wo er herkommt und warum er hier ist. Und ertrinkende Menschen müssen gerettet werden.
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»"Das Leben ist eine feine Sache"« von Timo   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 04.10.2018 gesendet.
Im Sommer habe ich einen ehemaligen Häftling des Konzentrationslagers Dachau getroffen. Er ist 90 Jahre alt und lebt in Israel. Als er einer Gruppe von Leuten und mir von seinem Leben erzählt hat, hat er diesen Satz gesagt: „Das Leben ist eine feine Sache. Es kommt nur darauf an, wie die Menschen miteinander umgehen.“ Unglaublich, dass er so etwas sagen kann: Das Leben ist eine feine Sache. Dabei ist er als kleiner Junge während des Nationalsozialismus mit seiner Familie ins Ghetto gekommen. Dort ist sein großer Bruder ermordet worden. Sein kleiner Bruder und seine Mutter sind später im KZ umgekommen. Sein Vater und er haben den Holocaust nur knapp überlebt.
Dieser Mann hat die schlimmsten Seiten des Lebens gesehen und kann trotzdem sagen, dass das Leben eine feine Sache ist. Vielleicht hat er in seinem Leben auch erlebt, dass Menschen gut miteinander umgehen und füreinander da sein können. Es kommt also nicht auf die Umstände oder das Leben an sich an. Es kommt mehr auf die Menschen an, ob das Leben eine furchtbare oder feine Sache ist. Und das gilt eigentlich immer. Auch ich bin verantwortlich dafür, dass das Leben meiner Mitmenschen eine feine Sache wird. Egal, ob ich für meine Freunde da bin oder meinen Kollegen helfe. Ich kann jeden Tag mithelfen das Leben für andere fein zu machen. Vielleicht gelingt auch erst so mein eigenes Leben.
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»Der bessere Mensch« von Timo   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 01.10.2018 gesendet.
In einigen Städten in China hat jeder ein öffentliches Punktekonto. Ich kann Bonuspunkte bekommen, wenn ich mich zum Beispiel in meiner Freizeit um alte Leute kümmere. Wenn ich aber gegen bestimmte Regeln verstoße, bekomme ich wieder Punkte von meinem Konto abgezogen. Also wenn ich zum Beispiel Müll auf den Boden werfe oder am Zebrastreifen nicht anhalte. Je nach meinem Punktestand habe ich Vor- oder Nachteile in meinem Leben. Zum Beispiel werde ich mit einem niedrigen Punktstand im Job nicht befördert oder kann keine Flugreisen buchen. Bei einem hohen Punktestand habe ich dagegen Vorteile, beispielsweise finde ich einfacher eine Wohnung. Die Regierung will so die Bürger zu besseren Menschen erziehen.
Auf den ersten Blick scheint die Idee ja gut zu sein: Die Menschen sollen sich besser verhalten. Aber ich frage mich, wer denn überhaupt festlegt, was gut ist. Wenn jemand in China die Regierung kritisiert oder sich für Menschenrechte einsetzt, gibt das sicher auch Punktabzug und ist keinesfalls schlecht. Und auch hier in Deutschland, wo ich nicht so kontrolliert werde, muss ich selbst überlegen, was gut ist und was nicht. Ich muss mit meinem Gewissen entscheiden, wie ich handeln möchte, und nicht aus Angst vor Nachteilen. Dann kann ich richtig handeln, weil ich selbst glaube, dass es richtig ist.
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»Apps als Aufmerksamkeitskiller« von Timo   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 09.08.2018 gesendet.
Wenn ich unterwegs bin, sehe ich viele Menschen, die pausenlos auf ihr Smartphone starren. Egal ob sie an der Bushaltestelle stehen, auf dem Gehweg unterwegs sind oder mit Freunden irgendwo sitzen. Immer ist das Smartphone dabei und reißt die Aufmerksamkeit an sich. Für die Umgebung und die Mitmenschen fehlt die dann natürlich. Aber woran liegt das? Warum zieht das Ding so viel Aufmerksamkeit?
Einige ehemalige Mitarbeiter von beispielsweise Google, Apple oder Twitter würden darauf sagen: weil Apps abhängig machen wie Glücksspielautomaten. Jeder Benutzer hofft immer wieder auf neue Benachrichtigungen, Likes und Kommentare. Das macht abhängig. Der Erfinder des Like-Buttons von Facebook hat deswegen zum Beispiel auf seinem eigenen Smartphone die Kindersicherung an. So kann er keine Apps runterladen.
Ich finde, deswegen muss ich jetzt mein Smartphone nicht gleich wegwerfen. Oft ist es ja nützlich und hilft mir weiter. Aber ich will selbst entscheiden, wann ich abgelenkt werde und wann nicht. Deswegen habe ich jetzt alle Push-Benachrichtigungen abgestellt, mein Smartphone ist still, vibriert und blinkt nicht. Ich nutze es, wann ich will und bekomme mit, was um mich herum passiert. Ohne Smartphone in der Hand treffe ich zufällig wieder Leute, die ich sonst gar nicht bemerkt hätte und ich kann mich mit Freunden, die dabei sind, normal unterhalten.
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