»Nochmal die 72« von Sabine   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 27.12.2019 gesendet.
Wenn ich an 2019 zurückdenke, dann gibt’s da eine Sache, die mir hängen geblieben ist: Die 72-Stunden Aktion. Über Hunderttausend Jugendliche haben innerhalb von 72 Stunden in ganz Deutschland verschiedene Projekte umgesetzt. Sie haben z.B. Klettergerüste auf Spielplätzen und Bienenhotels gebaut. Sie haben Seniorenfeste organisiert und Grünflächen gestaltet. Alles haben sie ehrenamtlich gemacht. Sie haben einfach versucht in wenigen Stunden etwas umzusetzen, was vorher noch nicht da war.
Und dabei ging’s gar nicht mal darum, dass das, was entsteht für die Jugendlichen ist. Nein es ging immer darum, etwas zu erreichen für möglichst viele andere Menschen.
Und das beeindruckt mich ziemlich an der Aktion, dieses Selbstlose. Menschen sind hier bereit gewesen, sich für andere einzusetzen. Ohne, dass sie es hätten tun müssen. Sie haben gemeinsam angepackt und teilweise noch andere Menschen angesteckt. Es hat einige Leute gegeben, die spontan mitgeholfen haben. Sei es, dass sie Baumaterial geschenkt haben oder die Jugendlichen mit Essen versorgt haben. Vor ihnen allen ziehe ich den Hut. DANKE!
Wenn es etwas gibt, was ich mir für 2020 vornehme, dann die Suche nach meiner eigenen kleinen 72 Stunden Aktion. Irgendetwas, wo ich jemandem etwas Gutes tun kann. Und wenn es vielleicht nur 72 Minuten werden, die ich jemandem schenke.
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»Zwischenstopp« von Sabine   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 26.12.2019 gesendet.
Und in der Zwischenzeit mach ich nix! Naja fast, denn ich bin seit Weihnachten bei meinen Eltern zu Besuch. Aber in der Arbeit geht’s erst nächstes Jahr weiter und deshalb steht bis Neujahr bei mir nix an. Ein kleiner Zwischenstopp und ich hab Zeit.
Deshalb nutz ich dann auch die Zeit bei meinen Eltern, um noch mal zu schauen, was bisher so alles in meinem Leben passiert ist. Ich schaue dann gerne alte Fotoalben an. Oder noch besser: Ich geh auf den Dachboden und stöbere nach altem Spielzeug. Das macht echt Spaß und es kommt auch echt vieles wieder hoch, was ich eigentlich schon längst vergessen hab. Ich hab da meinen Schachcomputer wiedergefunden. Den hat mir damals als Kind mein Opa geschenkt. Er hat mir auch das Spielen beigebracht. Und weil Opa ja nicht immer mit mir spielen kann, hat er mir das Teil dann geschenkt.
Immer wenn ich dann solche Dinge wieder entdecke, fällt mir auch ein, was mir mal wichtig gewesen ist. Welche Hobbies ich mal hatte. Und ich merke dann auch, wer mich wie geprägt hat. Deshalb frag ich mich dann auch, wo der oder die heute noch ne Rolle bei mir spielt? Was war und ist mir wichtig? Ich check das dann einfach nochmal für mich. Und dafür hab ich zum Glück bis Neujahr Zeit. Ich mach aus der Zwischenzeit also n kleinen Boxenstopp. Und wenn ich dann wieder nach Hause fahre und das Neue Jahr anbricht, hab ich aufgetankt und weiß wieder, wo’s hingehen soll.
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»Bethlehem« von Sabine   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 24.12.2019 gesendet.
Sie haben Weihnachten eingesperrt - Mein erster Gedanke, als ich nach Bethlehem reinfahre. Der Grund: Bethlehem ist von einer hohen Mauer umgebenen. Denn Bethlehem liegt in Palästina und Israel und Palästina sind getrennt durch eine Mauer. Wenn ich nach Bethlehem will, muss ich durch einen Checkpoint. Glaubt mir, die Berliner Mauer ist da echt mini gewesen.
Als ich das erste Mal da war, hat mich das echt schockiert. Bethlehem, der Ort an dem Weihnachten entstanden ist. Das Fest der Liebe… und dann die Realität: Stacheldraht, Beton und Militär. Größer könnte der Widerspruch nicht sein – dachte ich.
Mittlerweile denke ich auch: Diese Mauer ist das perfekte Mahnmal, dass Weihnachten nicht selbstverständlich ist. Dass es immer noch Baustellen gibt, an denen gearbeitet werden muss. Vor allem, wenn es sich um Mauern zwischen Menschen handelt. Es macht mich wütend, wenn ich mitbekomme, wie Politiker noch mehr Zäune und Mauern bauen wollen. Anstatt nach Lösungen zu suchen, wie wir miteinander leben können. Ich find’s einfach ein Unding.
Deshalb, wenn ich irgendwo mitkrieg, dass andere ausgeschlossen werden, dann hake ich da nach. Wieso? Weshalb? Konfrontier die Leute damit. Und suche nach dem Gemeinsamen und nach dem, was verbindet. Weil ich fest davon überzeugt bin, dass mit einem Miteinander viel mehr erreicht werden kann.
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»Glühwein oder Weihnachtswunder« von Sabine   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 15.12.2019 gesendet.
3,50€ - So viel kostet der Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt vor meiner Haustür. Und wenn ich mit meinen Freunden unterwegs bin und es schön ist, dann wird aus einer Tasse schonmal mehr. Ich geh gerne auf Weihnachtsmärkte und manchmal bleibt dann eben auch etwas Geld liegen. Eigentlich kein großes Ding.
Eigentlich. Denn vor kurzem bittet ne Freundin im Netz um Hilfe. Ein Adventsanliegen. Sie sammelt Geld für eine Familie, die sie kennt. Die Familie hat nicht viel Geld, muss umziehen und hat dadurch erst recht wenig Geld. Vor allem nicht für die Küche, für neue Betten für die Kinder und eben alles, was auf einmal benötigt wird. Meine Freundin ist überzeugt, wenn jeder ihrer Freunde nur 10€ gibt, dann wäre der Familie schnell geholfen. Sie versichert, das Geld geht direkt an die Familie.
Ich hänge lange an diesem Post. Denn ich bin schon wieder auf nem Weihnachtsmarkt gewesen. Ich hab nicht aufs Geld geachtet, ich bin sorglos gewesen und hab einen schönen Abend gehabt. Es ging mir gut.
Und jetzt denke ich: Aber Andere verdienen es doch auch, dass es ihnen gut geht. Zumindest wünsch ich ihnen das. Und weil es mir echt gut geht, möchte ich davon etwas abgeben. Ich überweise für die Familie zwei Glühweinabende.
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»Weihnachtsmarkt« von Sabine   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 12.12.2019 gesendet.
Der Weihnachtsmarkt vor meiner Haustür – für mich ein Träumchen! Noch dazu, weil er ziemlich groß ist und bis kurz vor Weihnachten geht. Das Warten auf Weihnachten wird für mich so ganz besonders. Überall stehen Hütten mit Leckereien. Der Duft von Gewürzen und Tannenzweigen liegt in der Luft und in den Bäumen und an den Fenstern hängen Lichterketten und Sterne. Alles ist so festlich und auch gemütlich.
Meine Nachbarin denkt da anders und ist eher genervt, wenn sie sich mit ihren Einkäufen durch Menschenmassen quetschen muss. Kann ich auch verstehen. Und dennoch liebe ich den Weihnachtsmarkt. Nicht weil’s da so viel zu kaufen gibt, sondern weil da so viel passiert: Menschen kommen nach der Arbeit zusammen. Manche lernen sich erst kennen. Auf einen Glühwein oder Punsch.
Ich treffe Freunde und meine Familie und höre wie andere Leute singen, miteinander reden, anstoßen. Menschen treffen sich draußen, im Dunkeln, in der Kälte, bei Kerzenschein! Sie trinken, essen, reden. Gemeinsam und miteinander. Auf einem Markt, der für mich dadurch zum Vorboten von Weihnachten wird. Wenn ich die Leute so miteinander reden und feiern seh, kann ich mir ein bisschen vorstellen, wie schön es sein kann, wenn Gott unter die Menschen geht.
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»Lebenwunder« von Sabine   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 31.05.2019 gesendet.
Baby-Boom. In meinem Freundeskreis ist grad Baby-Zeit und immer wenn ich die Nachricht von heranwachsendem Nachwuchs höre, freue ich mich riesig für die Eltern. Allerdings gibt’s nicht immer nur freudige Nachrichten. Manchmal hab ich auch schon von einer Fehlgeburt erfahren. Und das ist dann schon krass traurig. Da fehlen dann auch irgendwie die Worte.
Mama und Papa haben gerade erst richtig begreifen können Mama und Papa zu werden und dann wird aus dem erwarteten Kind nix. Echt nicht schön.
Allerdings kann so etwas wohl bei jeder zweiten Schwangerschaft in den ersten Wochen vorkommen und ist total natürlich. Der Körper entscheidet da, ob das Kind lebensfähig ist oder nicht und reagiert dann. Niemand, weder Arzt noch Mutter können das beeinflussen. Es passiert einfach.
Als ich das gehört hab, ist mir klar geworden: Leben ist echt nicht selbstverständlich. Da tun Mama und Papa alles, um ein Kind zu kriegen, bis zu nem gewissen Grad, und können dann nur noch hoffen, beten. Dass es klappt und gut wird. Mehr können sie nicht tun.
Für mich wird so jedes Leben das entsteht, wirklich kostbar, weil nicht selbstverständlich. Und damit auch jeder Mensch, egal, ob er mir gerade auf den Keks geht oder nicht. Jedes Leben ist für mich ein Wunder.
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»Notre Dame« von Sabine   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 17.04.2019 gesendet.
Notre Dame brennt. Ich hab’s für einen Scherz gehalten. Aber nein, es ist wahr. Ein großer Teil von Notre Dame in Paris ist abgebrannt. Eine Kirche, die ein Wahrzeichen ist, die mehrere Jahrhunderte, Revolutionen und Kriege überstanden hat. Von heute auf morgen abgebrannt. Ein Ort, an den Menschen gehen, weil sie sich sicher fühlen, heimisch und vielleicht auch geborgen. Und jetzt ist er erst mal zerstört. Sehr schade.
Notre Dame, eine Kirche, brennt. Für mich ein Sinnbild, denn meine Kirche brennt auch! In meiner Kirche gibt es aktuell so viele Brennpunkte, die man löschen muss. Dabei geht es vor allem um die Frage der Moral: Missbrauch, Sexualität, Abtreibung, Geldwäsche… An Gott glauben ist das eine, aber Mitglied einer solchen Kirche sein? Ehrlich gesagt kann ich verstehen, warum da viele austreten. Aber Kirche besteht für mich nicht nur aus Pfarrern und Bischöfen. Da sind noch andere Menschen, mit denen ich tatsächlich Glauben leben kann, in einem guten Miteinander.
Frankreichs Präsident Macron hat nach dem Brand gleich gesagt: Wir werden Notre Dame wieder aufbauen. Das geht doch auch mit meiner Kirche: Ich kann sie gestalten von unten, im Kleinen. Vor Ort, wenn ich mit den Leuten um mich rum rede über das, was ich glaube und worauf ich hoffe.
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»Oskar & Oma Rosa« von Sabine   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 24.03.2019 gesendet.
Selten hat mich ein Buch über Krebs so optimistisch gestimmt, wie das von Eric-Emmanuel Schmitt. Es heißt: „Oskar und die Dame in Rosa“. Oskar ist ein zehnjähriger Junge, der im Krankenhaus liegt. Ihm bleiben nicht mehr viele Tage. Er hat Krebs und wird sterben. Leider redet keiner von den Erwachsenen mit ihm darüber. Denn sie wissen nicht, wie sie ihm beibringen sollen, dass er sterben muss. Dabei weiß er es schon längst. Aber dass niemand mit ihm redet, das macht ihm zu schaffen.
Von Oma Rosa, seiner Lieblingsbesucherin, erhält er deshalb den Tipp, an Gott zu schreiben. Oskar glaubt nicht an ihn, schreibt ihm aber trotzdem. Und so bekomme ich in Oskars Briefen als Leser mit, was er fühlt. Ich erfahre was ihn beschäftigt und, was er über das Leben denkt. Er schreibt übers Verliebtsein, über die Anderen auf der Station und auch über seine Begegnung mit Gott. Seine Gedanken sind manchmal kindlich, manchmal lustig und manchmal auch ganz schön reif. Reifer als die Erwachsenen in der Geschichte. Manchmal sogar so, dass ich als Leser nur sagen kann: Ja, Erwachsene sind manchmal echt hilflos! Und auch wenn es echt traurig ist, das Oskar sterben wird, so zeigt das Buch auch: Nicht rumdrucksen, sondern reden hilft. Oskar wünscht sich nichts anders. Gut, reden hilft nur, wenn der Betroffene auch reden möchte. Und manchmal ist das für mich als Freund oder Angehöriger auch nicht einfach, gerade beim Thema Tod. Aber wenn’s ihm hilft, wenn darüber reden den Betroffenen tröstet, dann sollte ich es doch probieren.
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»Der Pate« von Sabine   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 20.03.2019 gesendet.
Kann ich als Christ auch Pate bei einem muslimischen Kind sein? Im Zug hat ein Mann erzählt: Er – Christ - ist von einer muslimischen Familie gefragt worden, ob er denn nicht das Patenamt für das Kind der Familie übernehmen möchte. Und er hat ja gesagt. Der Mann hat dann erzählt, dass er es total schön findet, dass ihm die Familie da so vertraut. Er darf das Kind seiner Freunde auf dem Weg zum Glauben begleiten, obwohl er selbst kein Muslim ist.
Jetzt sagen vielleicht die einen, im Islam gibt es doch keine Paten? Ich weiß leider nichts Näheres zu der Story von dem Mann, aber ich find es spannend, wenn einer so mit zwei Religionen umgehen kann. Für mich als Christ heißt Pate sein, Begleiter sein. Ich bin für jemanden da, bei Lebensfragen und auch wenn es um Gott geht. Und wenn ich als Pate einen anderen Glauben habe, dann kann das doch für einen jungen Menschen auf der Glaubenssuche nützlich sein. Denn ein anderer Glaube heißt doch auch, neue Fragen und Gedanken, wie das, was ich kenne. Klingt für mich bereichernd. Auch wenn ich jetzt keine Patin bin, so eine Patenschaft zwischen zwei Religionen kann ich mir sehr gut vorstellen. Es geht für mich da nicht um ein vermischen oder sogar übertreten zur anderen Religion. Mir wäre da wichtig, dass ich mich ernsthaft mit dem Anderen auseinandersetze. Nicht ohne ihn zu respektieren und gleichzeitig offen zu sein, für das was er mir sagen möchte. Da lernt man bestimmt viel voneinander und wahrscheinlich auch noch sehr viel über sich selbst.
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»#Fridays for Future« von Sabine   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 07.03.2019 gesendet.
Freitags nicht zur Schule gehen für die Zukunft der Erde. Und ich würde noch hinzufügen: Weil es keinen Planeten B gibt. Darum geht’s grad in den Freitagdemos von Schülern. Laut werden für die Umwelt und für den Klimaschutz. Und auch wenn diese Demos gerade stark kritisiert werden, find ich sie wichtig. Klar: Schule schwänzen löst das Klima-Problem an sich nicht. Aber es macht auf das Problem Zukunft aufmerksam. Und das ist ein Anfang. Denn was die sechzehnjährige Greta Thunberg mit „Fridays For Future“ angestoßen hat, zeigt, dass aus was Kleinem ne große Sache werden kann. Und mehr noch: Viele Schüler nehmen das Thema ernst und setzen sich damit auseinander. Weil sie wissen, es geht um ihre Zukunft und wie sie und ihre Kinder einmal leben werden. Da soll nochmal einer sagen „die Jugend von heute, weiß nicht was sie will“. Ich erlebe genau das Gegenteil: Die Jugend weiß es ganz genau. Und ich auch: Ich will mit meinen Kindern und Enkelkindern noch Schnee erleben können. Sie sollen keine Wüste, sondern Pflanzen und Bäume sehen können. Und ich möchte ihnen nicht von den Niederlanden und anderen Orten als versunkenen Städten erzählen… Ich kann mir nicht vorstellen, dass es da anderen Leuten anders geht. Aber genau so etwas passiert, wenn sich Politiker und Wirtschaftskonzerne nicht bald zusammenraufen. Und deshalb lohnt es sich laut zu werden. Weil’s um die Zukunft geht.
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