»Starke Frauen« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 31.03.2020 gesendet.
Meine beiden Schwestern sind die tapfersten Menschen, die ich kenne. Sie haben beide kleine Kinder. Ich kriege regelmäßig niedliche Fotos und Videos von den Kids geschickt.
Aber das sind nur Momentaufnahmen. Babys und kleine Kinder sitzen in der Regel nicht einfach brav irgendwo rum und machen niedliche Sachen. Sie sind ständig auf Hilfe angewiesen. Sie schreien. Sie werden nachts wach. Sie werden krank. Schreien dann noch öfter. Davon gibt es keine süßen Videos. Denn dann müssen meine Schwestern nachts tausendmal aufstehen, beruhigen und trösten. Den ganzen nächsten Tag trotzdem fit sein, Streit schlichten, in den Arm nehmen und geduldig sein.
Meine Schwestern schaffen das. Zusammen mit ihren Partnern. Aber es gibt keine Firma, die sie dafür lobt oder ihnen einen extra Bonus gibt.
Eine meiner Schwestern geht zusätzlich noch arbeiten, die andere nicht. Aber beide müssen dazu immer wieder mal kritische Kommentare von Leuten einstecken, die das eigentlich überhaupt nix angeht.
Meine Schwestern lassen sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen. Sie ziehen ihr Ding durch. Und sie machen das nicht für irgendwas oder irgendwen, sondern für sich und ihre Familie. Ich kenne sonst niemanden, der in seinem Leben so ein Standing hat. Meine beiden Schwestern sind die tapfersten Menschen, die ich kenne. Weil sie trotz aller Widerstände grade für die, die sie brauchen, richtig starke Frauen sind.
Auf Facebook teilen
»Nachsicht üben« von Anna R.   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 30.03.2020 gesendet.
Vor kurzem habe ich meine Großeltern besucht und mal wieder länger mit ihnen geredet. Wir sind dann irgendwann auf politische Themen zu sprechen gekommen. Meine Oma hat von „den Asylanten“ gesprochen. Und davon, dass ihr der Islam Sorgen macht. Ich hab mich ein bisschen erschrocken. Den Begriff „Asylant“ kenne ich nur noch als abwertende Bezeichnung. Und ich glaube auch nicht, dass „der Islam“ an sich eine Bedrohung darstellt.
Ich hab gedacht: Wenn ich sie nicht kennen würde, dann würde ich jetzt wahrscheinlich denken, dass sie irgendwie „rechts“ sind und etwas gegen Geflüchtete haben. Ich weiß aber, dass das nicht der Fall ist. Ich kenne sie; sie sind tolle Menschen und wollen niemandem etwas Böses. Sie wissen einfach nicht, dass der Begriff schwierig ist und sie haben wahrscheinlich noch nie mit einem Muslim gesprochen. Ich denke deshalb: Es ist wichtig, dass ich mich auch bei Menschen, die ich nicht kenne, nicht bei der ersten Bemerkung gleich aufrege. Ich kann sie nicht einfach als „rechts-“ oder „linksextrem“ oder sonst was abstempeln. Das wird den meisten Menschen nicht gerecht. Und: Jeder verdient Raum zum Lernen. Und jemandem der ihm erklärt, warum eine bestimmte Ausdrucksweise schwierig ist. Oder ihm eine neue Sichtweise zeigt. So will ich es auch bei meinen Großeltern machen: Ihnen von meinen Begegnungen mit Muslimen erzählen. Und erklären, warum ich den Begriff „Asylant“ nicht verwende. Ganz unaufgeregt und mit Nachsicht. Weil ich selbst auch so von anderen behandelt werden will.
Auf Facebook teilen
»Sommerzeit« von Tobi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 29.03.2020 gesendet.
Heute Nacht haben wir eine Stunde verloren. Um zwei Uhr, war es plötzlich drei Uhr. Es ist jetzt Sommerzeit. Ich bekomme das meistens aber gar nicht so richtig mit. Erst am nächsten Tag merke ich, dass ich müde bin. Und dass ich ja eine Stunde weniger geschlafen habe.
So ähnlich stelle ich mir das auch mit Gott vor. Gott tut was in der Welt. Das kapiere ich aber oft erst im Nachhinein, dass Gott da in mein Leben eingegriffen hat.
Das müssen nicht so riesige Sachen sein. Also nicht so ein Wunder oder so. Oder, dass mir eine tiefe Stimme sagt: „Tu dies oder mach das…“ Ich glaube Gott arbeitet häufig unbemerkt. Im Kleinen. Zum Beispiel mit einem Sonnenstrahl. Der genau zur richtigen Zeit in mein Gesicht scheint. Und der mich dann freundlicher und offener durch den Tag gehen lässt. Eine kleine Sache kann also eine große Auswirkung haben. Und das ohne, dass ich im ersten Moment bemerkt habe, dass da gerade Gott am Werk war.
Auf Facebook teilen
»99 zu 1« von Ela   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 28.03.2020 gesendet.
„Dann soll er sich doch ein neues Schaf kaufen!“ Das hat ein 11-Jähriger mit voller Überzeugung zu mir gesagt. Ich habe gerade ein Praktikum gemacht und den Kindern die Geschichte von einem Hirten erzählt, der 100 Schafe hatte. Eines Tages ist ihm eins verloren gegangen und er konnte es nirgends finden.
Ich habe die Kinder dann gefragt, was der Hirte jetzt machen soll. Manche meinten: Ein Schaf ist ja nicht so wichtig. Andere meinten, der Hirte soll das Schaf auf jeden Fall suchen. Auch, wenn die 99 anderen dann mit dem Hütehund allein bleiben. Und einer meinte eben: „Dann soll er sich doch ein neues Schaf kaufen!“
Jesus hat diese Geschichte erzählt. Und da lässt der Hirte tatsächlich alle 99 Schafe zurück und sucht das verlorene Schaf. Und er findet es auch wieder. Eine verrückte Vorstellung eigentlich. 99 stehen lassen für ein einzelnes. Jesus wollte damit genau dieses Erstaunen zu provozieren. Er hat damit gemeint: Wie dieser Hirte ist Gott. Der sucht jeden einzelnen Menschen.
Ich mag die Geschichte voll. Weil sie zeigt: Ich bin für Gott sehr wichtig. Völlig egal, ob ich Mist baue oder verloren gehe. Er liebt mich, so wie ich bin.
Er gibt mich nicht auf, sondern sucht mich und gibt mir immer wieder eine neue Chance. Einfach ein neues Schaf kaufen, kommt für ihn nicht in Frage. Gott sei Dank.
Auf Facebook teilen