»Ehe für alle« von Paul   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 30.06.2020 gesendet.
Heute vor drei Jahren hat der Bundestag mit deutlicher Mehrheit die Ehe für alle beschlossen. Das war ein wichtiger Tag für gleichgeschlechtliche Paare. Aber ich finde, auch alle anderen Menschen können sich darüber freuen. Denn die Benachteiligung homosexueller Menschen geht alle etwas an.
In der evangelischen Kirche in Deutschland ist das teilweise noch anders. Es hängt von der Landeskirche ab, wer wen heiraten darf. Zum Beispiel können in der badischen Landeskirche gleichgeschlechtliche Paare in der Kirche heiraten, so wie andere Paare auch. In Württemberg ist das anders. Eine Trauung gibt es da nicht, nur eine Segnung, die einer Trauung nicht gleichgestellt ist. Und diese Segnung ist nur in manchen Gemeinden möglich, wenn der Pfarrer oder Pfarrerin und der Kirchengemeinderat zustimmen.
Ich wohne mit meiner Freundin in Württemberg.
Mal angenommen, diese Regel würde für alle Paare gelten. Dann müssten, wenn wir in der Kirche heiraten wollen, der Pfarrer oder die Pfarrerin und eine Gruppe von Menschen, die ich gar nicht unbedingt kenne, zustimmen. Warum denn das? Warum muss ich mir das von anderen erlauben lassen? Und ich finde es absurd, dass es womöglich von meinem Wohnort abhängt, ob ich in der Kirche heiraten darf oder nicht.
Für gleichgeschlechtliche Paare ist das so. Das kann ich nicht verstehen. Das wichtigste Gebot in der Bibel ist, dass wir einander lieben sollen. Egal ob Mann oder Frau. Ich glaube: Vor Gott sind alle Menschen gleich, egal welche sexuelle Neigung sie haben! Es gibt für Gott keine bessere oder schlechtere Liebe. Deshalb hoffe ich, dass irgendwann überall gleichgeschlechtliche Paare in der Kirche heiraten dürfen.
Auf Facebook teilen
»Der Plan« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 29.06.2020 gesendet.
Manchmal hab ich einen festen Plan, wie mein Leben laufen soll. Und plötzlich kommt doch alles ganz anders. Irgendwas läuft völlig schief und ich muss meinen ganzen schönen Plan über den Haufen werfen. Sowas habe ich schon sehr oft erlebt. Und auch wenn es nicht immer so gelaufen ist, wie ich es mir dachte: im Moment bin ich eigentlich glücklich mit meinem Leben.
In der Bibel steht die Geschichte von Josef. Bei dem ging auch nicht alles nach Plan. Seine Brüder haben ihn als Sklaven nach Ägypten verkauft. Dort ist er dann unschuldig im Gefängnis gelandet. Aber jedes Mal, wenn bei ihm so richtig was schief gelaufen ist, hat Gott daraus etwas Gutes gemacht. Im Gefängnis hat er jemanden getroffen, durch den er später den König kennengelernt hat. So konnte Josef später viele Menschen vor einer Hungersnot retten.
Diese Geschichte macht mir Mut. Denn auch, wenn es mal mit einer Bewerbung nicht klappt oder ich nicht meine Traumwohnung bekomme: Wenn meine Pläne überhaupt nicht funktionieren und alles anders läuft. Dann vertraue ich darauf: Gott kann daraus etwas Gutes entstehen lassen.
Auf Facebook teilen
»Maske« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 28.06.2020 gesendet.
Beim Einkaufen beeile ich mich. Ich überlege mir davor was ich brauche und geh dann mit meinem Wagen fix in den Laden rein. Vorher atme ich nochmal tief durch, zieh die Maske ins Gesicht und los gehts. Ich freue mich jedes Mal auf den Moment, wenn ich wieder aus dem Laden komme und meine Maske abnehmen kann.
Dieser erste Atemzug an der frischen Luft tut mir jedes Mal richtig gut. Ich rieche die Blumen, vom Blumenstand nebenan, die Hähnchen vom Grillstand - einfach die Luft meiner Stadt. Das habe ich früher nie so krass wahrgenommen, wie jetzt. Das löst bei mir ein tiefes Gefühl aus, zufrieden zu sein. Darüber, dass ich durchatmen kann und frische Luft erleben kann.
Okay, klingt jetzt vielleicht banal, aber Luft ist wichtig zum Leben. Für mich ist es aber auch wichtig, dass ich das spüren kann. Aus diesem Grund bin ich sensibler für meine Umwelt, die Pflanzen und Blumen. Und merke, ich bin dankbar, wenn ich die Maske abnehme.
Auf Facebook teilen
»Alltagshelden« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 27.06.2020 gesendet.
In unserer Straße haben letztens Handwerker etwas an irgendeiner Leitung gemacht: Also gab's 'nen halben Tag lang nur kaltes Wasser – kein Ding, so lang es nur für'n halben Tag ist. Mir ist dann aber erst so richtig bewusst geworden, wie abhängig ich von anderen bin. Denn noch bevor ich morgens aufstehe und aus dem Haus gehe, haben andere Menschen schon für mich gearbeitet: Damit im Supermarkt die Regale voll sind, mein Paket pünktlich ankommt oder ich einfach nur warm duschen kann. Diese Menschen kenne ich gar nicht. Aber das, was sie täglich tun, ist wichtig für meinen Alltag. Und alles andere als selbstverständlich.
Traurigerweise verdienen viele von ihnen zu wenig für ihre Arbeit. Deswegen wünsche ich mir, dass für sie zukünftig mehr rausspringt. Denn das wäre ja nur fair, weil das was sie tun wichtig für alle ist.
Das ist mir jetzt klar geworden und daher hab ich mir vorgenommen mich bei denen, die ich sehe, auch mal mit einem Lächeln zu bedanken. Und das ist vielleicht das Mindeste, das ich tun kann. Mir ist ihre Arbeit wichtig und deshalb möchte ich sie auch wertschätzen.
Auf Facebook teilen